Second Scientific Course
The warmth at the boundary between positive and negative materiality
Insights from Spiritual Science on the Development of Physics
GA 321
10 March 1920, Stuttgart
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Second Scientific Course, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Bevor wir die Betrachtung, die wir gestern fortgesetzt haben, und an deren Ende wir nahezu stehen, weiterführen, wollen wir sie uns noch durch einige Versuche unterstützen. Wir werden zunächst hier einen Lichtzylinder erzeugen, welcher dadurch entsteht, daß wir das Licht hindurchscheinen lassen durch diesen Spalt, und in den Lichtzylinder hineinbringen hier einen Ballon, der angerußt ist, so daß das Licht nicht durchgeht. Wir haben dasjenige, was geschieht, zum Ausdruck gebracht an diesem Thermometer. Sie sehen, unser, sagen wir Energienzylinder bewirkt, indem er uns hier dasjenige durchschickt, was sich durch das Licht äußerlich offenbart, daß hier die Quecksilbersäule sinkt. Wir haben es also zu tun mit dem, was sonst eintritt unter dem Einfluß einer Ausdehnung. Wir müssen also voraussetzen, daß hier Wärme durchgeht und Ausdehnung bewirkt und diese Ausdehnung uns am Sinken der Quecksilbersäule anschaulich wird. So daß wir also sagen können: Es würde ja hier, wenn wir, sagen wir durch ein Prisma, das Lichtbündel auffangen würden, ein Spektrum entstehen. Wir bilden kein Spektrum, sondern wir fangen einfach das Licht auf, sammeln es, und wir bekommen dadurch, daß wir jetzt gesammelt haben, was in diesem Energienzylinder ist, hier eine starke Ausdehnung. Sie sehen, die Quecksilbersäule sinkt sehr stark. Wir stellen jetzt in den Gang des Energienzylinders eine Alaunlösung, und wir wollen sehen, was dadurch eintritt. Wir haben also dasjenige, was da durchgeht, was sich uns auch äußern würde durch seine Lichtseite, dadurch beeinflußt, daß wir ihm entgegengestellt haben eine Alaunlösung, und wir wollen nun sehen, was unter dem Einfluß der Alaunlösung geschieht. Wir können auf diese Weise — Sie werden es zuletzt sehen — den vollkommenen Gleichgewichtszustand der rechten und linken Quecksilbersäule wieder herbeiführen, wodurch Sie sehen werden, daß vorher Wärme durchgegangen ist und jetzt durch die Alaunlösung die Wärme abgehalten wird, also keine mehr durchgeht, sondern nur die im Raum sonst allgemein vorhandene Wärme auch hier zum Ausdruck kommt. Es ist also in dem Augenblick, wo ich in den Energiezylinder hineinstelle die Alaunlösung, die Wärme an ihrem weiteren Fortgehen verhindert. Das heißt, ich sondere aus dem, was sich mir als Licht und Wärme zugleich kundgibt, die Wärme heraus und lasse hier nur das Licht durchstrahlen — zunächst wollen wir nur dieses betrachten, es strahlt auch noch anderes durch. Aber daraus können wir ersehen, daß wir der sich ausbreitenden Licht-Wärme-Energie gegenüber so verfahren können, daß wir das Licht weitergehen lassen und durch die in den Weg gestellte Alaunlösung die Wärme heraussondern können.
[ 1 ] Before we continue the discussion we resumed yesterday—and which we are nearly finished with—let us support it with a few experiments. First, we will create a light cylinder here by allowing light to shine through this slit, and we will place a blackened balloon inside the light cylinder so that the light cannot pass through it. We have illustrated what happens using this thermometer. You see, our—let’s call it—energy cylinder causes the mercury column to drop here by transmitting to us what is externally revealed by the light. We are thus dealing with what normally occurs under the influence of expansion. We must therefore assume that heat is passing through here and causing expansion, and that this expansion becomes evident to us in the sinking of the mercury column. So we can say: If we were to intercept the beam of light—say, through a prism—a spectrum would be produced here. We do not produce a spectrum, but simply intercept the light, collect it, and—by having now collected what is in this energy cylinder—we obtain a strong expansion here. You can see that the mercury column drops very sharply. We will now place a solution of alum in the passage of the energy cylinder, and we will see what happens as a result. So what passes through there—which would also manifest itself to us through its luminous aspect—is influenced by the fact that we have placed a solution of alum in its path, and we will now see what happens under the influence of the alum solution. In this way—as you will see in the end—we can restore the perfect state of equilibrium between the right and left mercury columns, whereby you will see that heat had previously passed through, but is now blocked by the alum solution; thus, no more heat passes through, but only the heat that is generally present in the room is expressed here as well. So it is at the very moment I place the alum solution into the energy cylinder that it prevents the heat from continuing onward. That is to say, I separate the heat from what manifests to me as both light and heat, and allow only the light to shine through here—for now, let us consider only this; other things are also shining through. But from this we can see that we can deal with the spreading light-heat energy in such a way that we allow the light to continue on its path and, by placing the alum solution in its path, separate out the heat.
Translate text[ 2 ] Das ist das eine, was wir zunächst rein als Erscheinung festhalten können. Das andere, was wir, bevor wir in unseren Betrachtungen weitergehen, als Erscheinung uns vor Augen führen wollen, das ist: Wenn wir das Wärmewesen untersuchen wollen, so können wir es in seinem Verhalten zunächst dadurch untersuchen, daß wir irgendeinen Körper an irgendeiner Stelle erwärmen. Wir merken dann, daß der Körper nicht bloß an der einen Stelle, wo wir ihn erwärmen, warm bleibt, sondern daß die Wärme, die ich hinzuführe an einer Stelle, dem nächsten Teil, wiederum dem nächsten Teil und so weiter mitgeteilt wird, so daß zuletzt über den ganzen Körper Wärme ausgebreitet ist. Nicht nur das. Wenn wir nun einen anderen Körper zur Berührung mit dem ersten bringen, wird auch der zweite Körper warm, er wird wärmer werden, als er früher war, und man ist in der gegenwärtigen Physik gewohnt worden, zu sagen: Die Wärme erfährt eine Verbreitung durch Leitung. Man spricht von Wärmeleitung. Die Wärme wird geleitet von einer Stelle eines Körpers zu den anderen, und sie wird auch geleitet von einem Körper zu einem anderen Körper, der mit ihm in Berührung ist. Sie können schon durch ganz oberflächliche Beobachtungen feststellen, daß diese Wärmeleitung eine verschiedene ist bei den verschiedenen Substanzen. Wenn Sie eine Metallstange nehmen, sie in den Fingern halten, mit dem anderen Ende in die Flamme hineingehen, so werden Sie sie wahrscheinlich bald fallen lassen. Die Wärme wird sehr schnell von dem einen Ende zu dem anderen geleitet. Man sagt dann: Ein Metall ist ein guter Wärmeleiter. Wenn Sie dagegen eine Holzstange in die Hand nehmen und in die Flamme halten, werden Sie nicht versucht sein, unter dem Einfluß der Wärmeleitung sie schnell fallen zu lassen. Holz ist ein schlechter Wärmeleiter. Und so kann man von guten und schlechten Wärmeleitern sprechen. Nun aber klärt sich dieses eigentlich erst durch einen anderen Versuch auf. Und diesen anderen Versuch, den können wir nun wiederum heute nicht machen, weil es wieder vergeblich gewesen wäre, wenn wir ein zweites Mal noch versucht hätten, Eis zu besorgen und dann gar das Eis hätten verarbeiten müssen in bestimmter Weise. Das wäre nicht gegangen. In günstigeren Zeiten kann auch ein solcher Versuch einmal gemacht werden: Wenn man unter gewissen Umständen aus Eis eine Linse bereitet, wie man die Glaslinse hat, und dann durch eine Wärmequelle — einfach eine Flamme — Wärme ausstrahlen läßt, so kann man gerade so, wie man nach dem gebräuchlichen Ausdruck sagt, daß sich die Lichtstrahlen sammeln, auch die Wärmestrahlen sammeln und kann durch ein hier hingestelltes Thermometer konstatieren, daß wirklich hier so etwas wie eine Ansammlung von Wärme unter dem Einfluß der Eislinse vorliegt, durch welche die sich ausbreitende Wärme hindurchgegangen ist (siehe Zeichnung).
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German[ 3 ] Nun können Sie aus diesem Versuch leicht sehen, daß es sich hier nicht um dasselbe handeln kann, wie bei der Wärmeleitung, trotzdem die Wärme sich ausgebreitet hat, denn sonst hätte die Eislinse nicht eine Eislinse bleiben können. Es handelt sich also darum, daß wir zweierlei Arten von Ausbreitung der Wärme haben: eine solche, welche im wesentlichen beeinflußt diejenigen Körper, über die sich die Wärme ausbreitet, und eine solche, bei der dasjenige gleichgültig ist, was der Wärme im Wege steht, wo wir also es zu tun haben müßten mit der Ausbreitung des eigentlichen Wärmewesens, wo wir gewissermaßen die Wärme selber sich ausbreiten sehen. Doch müssen wir, wenn wir genau sprechen, zuerst fragen: Was breitet sich denn eigentlich aus, wenn wir die Wärme einem Körper mitteilen und dann sehen, daß Stück für Stück wärmer wird? Ist es denn nicht vielleicht ein höchst unklarer Ausdruck, wenn wir davon sprechen, daß es die Wärme selbst ist, die sich von einem Stück des Körpers zum anderen ausdehnt, wenn wir nur am Körper selber dieses Wärmerwerden konstatieren?
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[ 4 ] Denn sehen Sie, hier muß ich wieder darauf aufmerksam machen, daß es sich darum handelt, wirklich genaue Vorstellungen und Begriffe zu fassen: Nehmen Sie etwa, statt einfach hier (an einer erwärmten Stange) die Wärme zu empfinden, einen ziemlich großen Eisenstab, Metallstab, den Sie an einem Ende erhitzen, aber so, daß es nicht schadet, wenn Sie dann eine Reihe Buben darauf aufstellen. Lassen Sie nun die Buben - es darf aber nicht zu stark sein — schreien, wenn es unten warm wird, so wird wohl zuerst der erste, dann der zweite, dann der dritte schreien und so weiter. Nacheinander schreien die Buben. Aber Sie werden doch nicht versucht sein zu sagen: Das, was ich hier bei dem ersten Buben bemerkt habe, leitet sich fort auf den zweiten, auf den dritten, auf den vierten und so weiter. Aber wenn man hier (an einem Ende) erhitzt und hier (am anderen Ende) dann die Empfindung der Wärme hat, so sagt der heutige Physiker: Die Wärme wird einfach fortgeleitet. Während er doch eigentlich nur dasjenige, was der Körper tut, nämlich ihm die Empfindung der Wärme zu geben, so Stück für Stück beobachtet, wie hier, daß die Buben quieksen, wenn sie die Wärme erfahren. Sie können doch da nicht sagen, daß sich das Schreien fortpflanzt.

[ 5 ] Wir wollen nun auch den Versuch machen, zu zeigen, wie verschiedene Metalle, die hier als Stäbe vorhanden sind, in verschiedener Weise sich verhalten zu dem, was man gewöhnt ist, Wärmeleitung zu nennen, und wir werden nun wirklichkeitsgemäße Begriffe zu bringen ver suchen. Wir geben hier heißes Wasser hinein. Dadurch, daß die Stäbe unten ins Wasser tauchen, werden sie erwärmt. Wir werden nun sehen, welche Wirkung das hier auf unsere Versuchszusammenstellung hat, wie ein Stab nach dem anderen sich erwärmen wird, so daß wir dann tatsächlich eine Art Skala uns vorstellen können. Wir werden die Möglichkeit haben, die Wirkungen der Wärme fortlaufend zu zeigen bei den verschiedenen Substanzen (siehe Zeichnung. Die Stäbe sind angestrichen mit gelbem Quecksilberjodid, das beim Erreichen einer bestimmten Temperatur ins Rötliche umschlägt. Der Farbumschlag steigt an den verschiedenen Stäben verschieden rasch in die Höhe.) Das Blei ist also hier unter diesen Metallen der schlechteste Wärmeleiter, wie man sagt. — Die Versuche werden hier gezeigt aus dem Grunde, damit wir nun.die schon öfter besprochene Überschau uns bilden können über die Erscheinungen inmerhalb des Wärmewesens, um so nach und nach aufzusteigen zur Erkenntnis dessen, was das Wärmewesen in Wirklichkeit ist.
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[ 6 ] Nun haben wir schon durch unsere gestern fortgesetzte Betrachtung gesehen, wie wir, wenn wir das Gebiet der Körperlichkeit ins Auge fassen, in einer gewissen Weise unterscheiden können das Gebiet des Festen, in dem wir im wesentlichen verfolgen können dasjenige, was sich gestaltet. Wir haben dann gewissermaßen als eine Zwischenstufe das Flüssige, und gehen dann über zu dem Gasigen. Und wir haben in dem Gasigen Verdichtung und Verdünnung als dasjenige anzusehen, was im Festen der Gestaltung entspricht. Dann haben wir wieder als eine Art Zwischenzustand gerade dasjenige, was wir suchen, die Wärme. Aus welchem Grunde wir sie hierher schreiben dürfen, haben wir gesehen (siehe Schema). Dann kommen wir, wie ich gesagt habe, in eine Art \(x\) hinein, und wir würden, wenn wir den Gedankengang ganz real fortsetzten, zu finden haben Materialisierung und Entmaterialisierung, würden dann aufsteigen müssen zu einem \(y\), zu einem \(z\), wie ich sagte, in ähnlicher Weise, wie wir beim Lichtspektrum den Übergang finden vom Grün durch das Blau zum Violett und dann scheinbar ins Unendliche hinein. Wir haben aber gestern konstatieren müssen, daß wir auch das Gebiet des Festen hier (Schema unten) fortsetzen können in eine Art \(U\) hinein, so daß wir die Gebiete unserer Körperlichkeit durch diese dem Spektrum nachgebildete Anordnung uns vorstellen können; gerade dann uns vorstellen können, wenn wir im Wirklichen verbleiben wollen.
Dictionary[ 7 ] Nun handelt es sich darum, daß wir den Gedanken weiter verfolgen, den wir schon gestern ausgesprochen haben: Gerade so, wie wir beim Spektrum zusammenfassen können dasjenige, was uns nach dem Violett hin entschwindet und nach dem Rot hin entschwindet, indem wir das nach links und rechts geradlinig sich ausdehnende Spektrum zusammenfassen, kreisförmig, so können wir uns die sich ändernden . Zustandsgebiete der Körperlichkeit nach der einen Seite und nach der anderen Seite so denken, daß sie eigentlich nicht charakterisiert werden durch eine Gerade, die sich nach der einen oder anderen Seite ins Endlose verirrt, sondern daß dasjenige, was hier scheinbar ins Unbestimmte oder Unendliche geht, hier zurückgeht, ebenso dieses, und eigentlich dasjenige, was vorliegt, durch einen Kreis charakterisiert werden kann, durch eine wenigstens in sich selbst zurücklaufende Linie.
Click on a word to look it up or to see alternative translations.[ 8 ] Nun entsteht die Frage: Was können wir da finden, hier? Wenn wir das gewöhnliche Spektrum betrachten, so können wir wenigstens etwas da finden. Im Sinne der Goetheschen Optik betrachtet, wissen Sie, daß wir die Spektralfarben so zusammenstellen können, wenn wir das Spektrum nicht einseitig, sondern mit all seinen möglichen Farben nehmen, daß wir auf der einen Seite haben das Grün, welches gewissermaßen die Mittelfarbe ist, wenn wir ein Helles zum Spektrum machen, auf der anderen Seite die Pfirsichblütenfarbe, welche ebenso Mittelfarbe ist, wenn wir ein Dunkles zum Spektrum machen. Wir haben also Grün, Blau, Violett, verlaufend bis Pfirsichblüte auf der einen Seite und auf der entgegengesetzten Seite Grün, Gelb, Orange, Rot bis Pfirsichblüte. Wir können, indem wir den Kreis schließen, an der Stelle, wo er sich schließt, das Pfirsichblüt bemerken.
You’re logged in and have a DeepL Pro plan. Your content is secure.[ 9 ] Wenn wir nun hier unseren Zustandskreis für die verschiedenen Zustände der Körperlichkeit schließen, können wir da etwas finden? Jetzt sind wir an einem außerordentlich wichtigen Punkte. Was müssen wir hierher setzen in derselben Art, wie wir hierher beim gewöhnlichen Spektrum, das gewissermaßen uns ein Bild geben soll für das Zustandsspektrum, die Pfirsichblütfarbe setzen? Was müssen wir hierher setzen? Vielleicht wird Ihnen der Gedanke, der hier sich einfach herausspringend aus der Tatsachenwelt ergeben muß, nicht gar so schwer, wenn ich ihn zunächst auf die folgende Weise einzuleiten versuche. Was ist denn dasjenige, was wir da eigentlich vor uns haben, uns gewissermaßen entschwindend nach der einen Seite und nach der anderen Seite, wie uns das Farbenspektrum nach dem Violett auf der einen Seite, nach dem Rot auf der anderen Seite entschwindet? Was ist das, was wir da vor uns haben? Es ist nichts Geringeres im Grunde genommen als die ganze Natur. Sie können in dem, was man als das Reich der Natur bezeichnet, nichts finden, was nicht irgendwo untergebracht werden muß in «Gestaltung», unterhalb von «Gestaltung», in dem, was ich hier noch mit \(x\), \(y\), \(z\) bezeichnet habe und so weiter. (Siehe Schema) Die Natur entschwindet uns auf der einen Seite, wenn wir die körperlichen Zustände durch die Wärme hindurch verfolgen; sie entschwindet uns auf der anderen Seite, wenn wir die Gestaltungen verfolgen, zunächst die Gestaltungen des Reiches des Festen, dann des Unterfesten, die wir in den Polarisationsfiguren sehen, wo Gestalt auf Gestalt wirkt — Sie können sich diese Turmalinzange ansehen, dann sehen Sie ein Helles oder ein Dunkles. Nur durch die Durcheinanderwirkung der Gestalten erscheint das, was einmal dunkel, einmal hell erscheint und so weiter.
[ 10 ] Für uns ist jetzt das Wesentliche, darauf zu kommen, was wir hierher zu setzen haben, wenn wir die Natur verfolgen auf der einen Seite bis dahin, wo sie sich hier begegnet mit dem, was als Strömung charakterisiert werden kann von der anderen Seite her. Was steht da? Da steht nämlich nichts anderes drinnen, als der Mensch als solcher. Da steht der Mensch drinnen. So steht der Mensch drinnen, daß er auffaßt dasjenige, was von der einen Seite kommt und auffaßt dasjenige, was von der anderen Seite kommt. Wie faßt er denn dasjenige auf, was zunächst auf diesem Wege kommt (von unten)? Er ist gestaltet. Wenn wir nach seiner Gestalt fragen unter den Gestalten, die die anderen Körper haben, so müssen wir sagen: Der Mensch hat auch eine ‚Gestalt. Also dasjenige, was als gestaltende Kräfte wirkt, das ist auch in ihm. Nur müssen wir uns fragen: Gehört dasjenige, was als gestaltende Kräfte wirkt, in die Sphäre des Bewußtseins hinein? Bei dem im Menschen entstehenden Bewußtsein nicht. Denn stellen Sie sich einmal vor, Sie würden einen Begriff von der menschlichen Gestalt nicht dadurch bekommen, daß Sie sich selbst annähernd oder daß Sie andere Menschen sehen. Durch inneres Erleben würden Sie einen Begriff von der Gestalt zunächst nicht bekommen können. Wir sind gestaltet, aber in unserem unmittelbaren Bewußtsein haben wir die Gestalt nicht gegeben. Was haben wir statt der Gestalt in unserem unmittelbaren Bewußtsein? Das kann man nur erfahren, wenn man nach und nach vollständig unbefangen, sagen wir, die Entwickelung des Menschen selber im physischen Leben betrachtet. Zunächst, wenn der Mensch in das physische Leben eintritt, da muß er sich sehr plastisch verhalten zu seinen Bildungskräften, das heißt, es muß in ihm viel gestaltet werden. Je mehr wir uns nähern dem vollständigen Kindsein, desto mehr wird in uns gestaltet, und unser Älterwerden ist durchaus begleitet von dem Zurücktreten der Gestaltungskräfte. Und in demselben Maße, als die Gestaltungskräfte zurücktreten, treten unsere bewußstten Vorstellungskräfte auf. Sie kommen aus uns heraus, je mehr die Gestaltungskräfte zurücktreten. Wir können Gestalten um so mehr vorstellen, je mehr wir die Fähigkeit verlieren, uns zu gestalten. Das ist zunächst, wenigstens während der Wachstumsperiode des Menschen, als eine wahrhaftig ebenso deutliche Tatsache zu bemerken, wie andere deutliche Tatsachen zu bemerken sind. Daraus aber ersehen Sie, daß wir sagen können: Die Gestaltungskräfte können wir erleben; dasjenige, was draußen die Körper gestaltet, können wir erleben. Wodurch erleben wir dies? Dadurch, daß es in uns Vorstellung wird. Jetzt sind wir an dem Punkte, wo wir die gestaltende Kraft an den Menschen heranbringen. Die gestaltende Kraft ist nicht das, was man irgendwie erträumen kann. Man muß die Antworten auf die Fragen, vor die uns die Natur stellt, nicht aus dem Spekulieren oder Philosophieren, sondern aus der Wirklichkeit heraus geben. Und in der Wirklichkeit sieht man: Die gestaltende Kraft zeigt sich uns da, wo gewissermaßen die Gestalt selber vor uns sich in unserem Vorstellen auflöst, wo sie zum Vorstellen wird. In der Vorstellung erleben wir das, was sich uns außen entzieht an Kraft, indem sich die Körper gestalten.
Translation copied[ 11 ] Wenn wir also den Menschen hierher (siehe den Hinweis zu Seite 157) stellen, so können wir sagen: Er erlebt von unten herauf die Gestalten als Vorstellung. Was erlebt er denn von oben herunter, wo zunächst, wenn wir von dem Gasigen ausgehen, das Wärmeartige uns erscheint, was erlebt denn der Mensch da? Nun, hier werden Sie wiederum, wenn Sie unbefangen auf die Erscheinungen am Menschen selber hinschauen, nicht umhin können, sich zu fragen: Wie hängt zusammen der Wille des Menschen zunächst mit den Wärmeerscheinungen? Sie brauchen ja nur, jetzt physiologisch, ins Auge zu fassen, wie wir nötig haben ein gewisses Zusammenarbeiten mit der äußeren Natur, um Wärme zu erzeugen, um zum Wollen zu kommen. Aber indem wir das Wollen zur Wirklichkeit machen, erscheint gerade die Wärme. Die Wärme müssen wir eben dadurch verwandt ansehen mit dem Wollen. Ebenso wie wir die gestaltenden Kräfte außen in den Dingen verwandt ansehen müssen mit dem Vorstellen, müssen wir alles dasjenige, was sich außen als Wärme verbreitet, verwandt ansehen mit demjenigen, was in uns der Wille ist, müssen Wärme also ansehen als Wille, nur daß wir eben in unserem Willen das Wesen der Wärme erleben.
[ 2 ] That is one thing we can initially observe purely as a phenomenon. The other thing we wish to keep in mind as a phenomenon before proceeding further in our considerations is this: If we wish to investigate the nature of heat, we can initially examine its behavior by heating any body at any point. We then notice that the body does not remain warm only at the single point where we heat it, but that the heat I apply at one point is transferred to the next part, then to the next part, and so on, so that ultimately heat is distributed throughout the entire body. Not only that. If we now bring another body into contact with the first, the second body also becomes warm; it will become warmer than it was before, and in modern physics we have become accustomed to saying: Heat spreads through conduction. We speak of heat conduction. Heat is conducted from one part of a body to another, and it is also conducted from one body to another body that is in contact with it. Even through very superficial observations, you can determine that this heat conduction varies among different substances. If you take a metal rod, hold it between your fingers, and place the other end into a flame, you will probably drop it soon. Heat is conducted very quickly from one end to the other. We then say: A metal is a good heat conductor. If, on the other hand, you pick up a wooden stick and hold it in the flame, you won’t be tempted to drop it quickly due to heat conduction. Wood is a poor heat conductor. And so we can speak of good and poor heat conductors. But this actually becomes clear only through another experiment. And we cannot perform this other experiment today either, because it would have been in vain if we had tried a second time to obtain ice and then even had to process the ice in a certain way. That would not have been possible. In more favorable circumstances, such an experiment can be carried out: If, under certain conditions, one shapes a lens out of ice—similar to a glass lens—and then a heat source—simply a flame — one can, just as the common expression says that light rays converge, also cause heat rays to converge; and one can use a thermometer placed here to confirm that there is indeed something like an accumulation of heat under the influence of the ice lens, through which the spreading heat has passed (see drawing).
[ 12 ] Wie könnten wir also, wenn uns äußerlich Gestaltung entgegentritt, diese Gestaltung uns definieren? Wir schauen sie an, diese Gestaltung, in irgendeinem festen Körper. Wir wissen: Würde diese Gestaltung unter gewissen Bedingungen durch unseren eigenen Lebensprozeß verwandelt worden sein, so würde die Vorstellung entstanden sein. Diese Vorstellung ist nicht drinnen in der äußeren Gestaltung. Es ist ungefähr so, wie wenn ich das Geistig-Seelische im Tode von einem Leiblichen sich trennen sehe. Wenn ich äußerlich die Gestaltungen in der Natur sehe, so ist dasjenige, was die Gestaltungen bewirkt, nicht da. Es ist in Wahrheit nicht da. Es ist so nicht da, wie das Geistig-Seelische in einem Leichnam nicht da ist, aber drinnen gewesen ist. Wenn ich also mein Auge auf die äußere Natur richte, so muß ich sagen: Da ist irgendwie in der Gestaltung wirksam - ich will jetzt nicht sagen, wirksam gewesen, sondern wirksam werdend, das werden wir noch sehen -, da ist irgendwie wirksam dasselbe, was in mir als Vorstellung lebt. Wenn ich in der Natur Wärme wahrnehme, so ist irgendwie wirksam dasselbe, was in mir als Wille lebt. Im vorstellenden und wollenden Menschen haben wir dasjenige, was draußen in der Natur uns als Gestaltung und als Wärme entgegentritt. |
Translate text[ 13 ] Nun aber gibt es ja alle möglichen Zwischenstufen zwischen dem Wollen und Vorstellen. Sie werden bei einem auch nur einigermaßen vernünftigen Selbstbeobachten bald herausfinden, daß Sie eigentlich niemals vorstellen, ohne eine Willensanstrengung zu vollziehen. Eine Willensanstrengung wird allerdings besonders in der Gegenwart bei den meisten Menschen als unbequem empfunden. Man gibt sich mehr dem unbewußten Willen hin, dem Gehen der Gedanken, man liebt es nicht, den Willen hineinzusenden in das Gedankengebiet. Aber ganz willensentblößter Gedankeninhalt ist eigentlich niemals vorhanden, ebensowenig wie ein Wille vorhanden ist, der nicht durch Gedanken orientiert ist. Also, wenn wir von Gedanke und Willen, von Vorstellung und Willen sprechen, so haben wir es eigentlich zu tun nur mit Grenzen, mit dem, was nach einer Seite das Gedankliche, nach der anderen Seite das Willensmäßige ausbildet. Und wir können daher sagen, daß, indem wir den gedankentragenden Willen und den willensträchtigen Gedanken in uns erleben, wir ganz wahrhaftig und wesentlich erleben das äußere Gestalten und das äußere Wärmewesen in der Natur. Es gibt eben keine andere Möglichkeit, als im Menschen aufzusuchen das Wesen desjenigen, was uns äußerlich in seinen Erscheinungen entgegenrritt.
Select source language. Currently selected: English (detected)[ 14 ] Und verfolgen Sie diesen Gedanken nun weiter. Wenn Sie den Zuständen der Körperlichkeit nach der einen Seite weiter folgen, so können Sie sagen, Sie müßten linienmäßig den Fortgang ins Unbestimmte verfolgen. Nach der anderen Seite ebenso. Wie muß es aber denn hier im Menschen sein? Gerade das Entgegengesetzte muß hier der Fall sein. Ja, wir müssen dasjenige, was wir hier (siehe Schema Seite 153) ins Unendliche verfolgen, eigentlich zurück verfolgen. Statt daß es ins Unendliche hier so geht, daß wir es eigentlich gar nicht weiter verfolgen können, müssen wir hier (im Menschen) annehmen, daß es aus dem Raum heraus verschwindet; ebenso dasjenige, was von unten nach oben geht, müssen wir so betrachten, daß es aus dem Raum heraus verschwindet. Das heißt: Die Kraft, die in der Wärme liegt, in ihrer Wirkung auf den Menschen muß sie sich so äußern, daß sie in ihm aus dem Raum hinausgeht; ebenso geht die gestaltende Kraft im Menschen aus dem Raum hinaus. Das heißt, wir müssen im Menschen an einen Punkt kommen, wo dasjenige, was sonst räumlich in der Außenwelt erscheint, Gestaltung und Wärmeausbreitung, aus dem Raume hinausgeht, wo die Unmöglichkeit eintritt, das, was wird bei dem Unräumlichwerden, noch mathematisch festhalten zu können.
Select target language. Currently selected: German[ 15 ] Wir sehen hier, wie ich glaube, in einer außerordentlich bedeutungsvollen Weise, wie einfach durch eine sachgemäße Betrachtung der Naturerscheinungen wir gezwungen werden, in dem Augenblick, in welchem wir an den Menschen herantreten und ihn richtig einreihen in das Dasein der Natur, aus dem Raum herauszugehen, genau so, wie wir uns den Raum hier (siehe Schema) unendlich nach oben und unten vorstellen müssen. Indem wir an den Menschen herangehen, müssen wir aus dem Raum heraus. Wir können kein Symbolum finden, welches räumlich ausdrückt, wie sich die Naturerscheinungen im Menschen begegnen. Die Natur richtig vorgestellt, bedeutet, daß wir sie verlassen müssen, wenn wir sie im Verhältnis zum Menschen vorstellen. Wir kommen sonst, indem wir den Inhalt der Natur ins Auge fassen im Verhältnis zum Menschen, gar nicht an den Menschen heran.
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[ 16 ] Was heißt nun das aber mathematisch? Nehmen Sie an, Sie bezeichnen jene Linie, durch welche Sie hier verfolgen die Körperzustände ins Unbestimmte, Sie bezeichnen ihre aufeinanderfolgenden Werte als positive. Dann müssen Sie dasjenige, was in den Menschen hineinwirkt, als negativ bezeichnen, und Sie müssen, wenn Sie wiederum diese Linie hier als positiv bezeichnen, dasjenige, was in den Menschen hineinwirkt, als negativ bezeichnen. Was nun auch Positives und Negatives ist- ich glaube, wir werden uns in diesen Tagen, anschließend an einen Vortrag von einem der Herren, über Positives und Negatives zu unterhalten haben —, wie wir es auch aufzufassen haben, was uns hier klar vor Augen tritt, ist, daß wir das Wesenhafte an der Wärme, insofern dieses Wesenhafte der Wärme der Außenwelt angehört, ins Negative überführen müssen, wenn wir es im Menschen verfolgen; wie wir auch das Wesenhafte an der Gestaltung ins Negative überführen müssen, wenn wir es im Menschen verfolgen. So daß sich in der Tat dasjenige, was im Menschen als Vorstellung lebt, zu dem, was in der Welt draußen als Gestaltung lebt, so verhält, wie positive Zahlenreihen zu negativen Zahlenreihen oder umgekehrt, sagen wir: wie Vermögen und Schulden, aber was für den einen Schulden ist, ist für den anderen Vermögen und umgekehrt. Hier kommen wir darauf, daß dasjenige, was draußen in der Welt Gestaltung ist, in dem Menschen als Negatives lebt. Wenn wir also sagen: Draußen in der Welt lebt irgendein Körper, der eine Materie hat, so muß ich sagen: Stelle ich nun seine Gestaltung vor, so muß ich auch die Materie in irgendeiner Weise negativ vorstellen. Wodurch charakterisiert sich denn mir als Mensch zunächst die Materie? Sie charakterisiert sich durch ihre Druckwirkung. Gehe ich von der durch Druckwirkung sich offenbarenden Materie zu meiner Vorstellung der Gestaltung über, so muß das Negative der Druckwirkung da sein: die Saugwirkung. Das heißt, wir können nicht dasjenige, was im Menschen als Vorstellung geschieht, materiell vorstellen, wenn wir das Materielle in Druckwirkung symbolisiert darstellen. Wir müssen das Gegenteil vorstellen. Wir müssen etwas wirksam im Menschen denken, was der Materie so entgegengesetzt ist wie das Negative dem Positiven, Wir müssen uns dasjenige, was wirksam ist — wenn wir die Materie durch Druckwirkung uns symbolisieren -, durch Saugwirkung uns symbolisieren. Indem wir von der Materie weiterschreiten, kommen wir zum Nichts, zum bloßen Raum. Aber indem wir jetzt weiterschreiten, kommen wir zum Weniger-alsNichts, zu dem, was die Materie aufsaugt, wir kommen vom Druck zur Saugwirkung. Da sind wir bei dem, was in uns als Vorstellung sich offenbart.
[ 17 ] Und wenn wir auf der anderen Seite die Wärmewirkungen betrachten, so gehen sie wieder ins Negative über, indem sie in uns übergehen. Sie treten aus dem Raum hinaus. Sie werden, wenn ich das Bild fortführen darf, aufgesogen von uns. Wir haben sie so, daß sie in ihrem Gegenbild sich darstellen. Sie sind nichts anderes - irgendein Vermögen bleibt Vermögen, wenn es auch für den anderen Schulden bedeutet. Dadurch, daß wir genötigt sind, die äußere Wärme, indem sie in uns wirkt, mit negativem Vorzeichen als nichts zu bezeichnen, dadurch wird sie nichts anderes. Sie sehen aber wiederum: Wir sind genötigt durch die Kraft der Tatsachen selber, uns Menschen durchaus nicht materiell vorzustellen, sondern in uns Menschen vorauszusetzen etwas, was nicht nur keine Materie ist, sondern was in all seinen Wirkungen sich zu der Materie so verhält wie die Saugwirkung zur Druckwirkung. Und stellen Sie in Reinheit unser menschliches Wesen vor, so müssen Sie es sich vorstellen als dasjenige, was die Materie fortwährend vernichtet, aufsaugt.
[ 18 ] Daß die moderne Physik diesen Begriff gar nicht entwickelt, diesen Begriff der negativen Materie, die sich zu der äußeren Materie so verhält wie eine Saugwirkung zu einer Druckwirkung, das ist das Unglück dieser modernen Physik. Was wir ausbilden müssen, das ist: In dem Augenblick, wo wir genötigt sind, an irgendwelche Wirkungen heranzutreten, die sich im Menschen selbst offenbaren, all unseren Formeln einen anderen Charakter dadurch zu geben, daß wir für die Willenserscheinungen negative Größen einführen gegenüber den Wärmeerscheinungen; für die Vorstellungserscheinungen negative Größen einführen gegenüber den Gestaltungskräften.
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