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The Rudolf Steiner Archive

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Landwirtschaftlicher Kurs
Geisteswissenschaftliche Grundlagen
zum Gedeihen der Landwirtschaft
GA 327

11 Juni 1924, Koberwitz

Verlesung der Resolution

[Carl von] Keyserlingk: «Sehr verehrte Berufsgenossen! [Die] Resolution lautete:

Die in Breslau am 9. Juni versammelten Teilnehmer der Berufslandwirte des landwirtschaftlichen Lehrkurses von Doktor Steiner beschlossen einstimmig, eine landwirtschaftliche Arbeitsgruppe und einen landwirtschaftlichen Versuchsring zu bilden. Gleichzeitig beschloss sie, ihren hochverehrten Herrn Doktor Steiner zu bitten, den Beschluss dieses landwirtschaftlichen Versuchsrings und der landwirtschaftlichen Arbeitsgruppe [durch die] Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach gütigst mit der Maßnahme zu genehmigen, dass die Sektion für Naturwissenschaft die Oberleitung für diesen Versuchsrings übernimmt und Herr Doktor Steiner es gütigst selbst bestimmt, wer der Leiter des Versuchsringes sein soll, der die Arbeiten zu vermitteln und übermitteln hat den Sektionen der Hochschule, [wer dies] zu übernehmen hat.

Zu dieser Resolution wird Herr Doktor Steiner selbst sprechen. Als Ehrenmitglied hat sich zu unserer allergrößten Freude bereit erklärt beizutreten Frau Doktor Kolisko mit ihren Damen und Doktor Usteri. Ob Sie die Freundlichkeit haben würden, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse uns Landwirten, die wir keine wissenschaftlichen Kenntnisse haben, zur Verfügung zu stellen und ebenso den anderen Mitarbeitern? Ob Herr Doktor Wachsmuth [Stenogramm bricht ab.]

Der Versuchsring bedeutet, dass nun die praktische Arbeit geleistet [werden] sollte, dass diejenigen Berufslandwirte die Arbeit übernehmen, die von Dornach eingesetzt werden in Versuche, die sich natürlich erst ergeben werden, wenn unser hochverehrter Herr Doktor Steiner seinen Kurs beendet haben wird. Die Tathandlung müsste erfolgen, dass von uns eine solche Organisation eingerichtet wird. Dazu haben sich bereit erklärt diejenigen Berufslandwirte, die anthroposophischen Wissenschaftler, welche [unleserlich] in die Lage versetzt werden, denn hier entscheidet nicht mehr der gute Wille, sondern die Tat. Es gibt in jedem Betrieb den Willen, davon bin ich überzeugt, vielleicht auch die besten Fähigkeiten, aber es ist durchaus nicht so bei den wissenschaftlich katastrophalen Verhältnissen, die wir nun einmal als Landwirte, wenn wir in Beamten-Stellung und nicht [in] Herrn Doktors Situation sind [Lücke im Stenogramm], empfinden, dass man die Versuche auch wirklich durchführen kann auf der Scholle, wo man sie gern durchführen möchte. Es gibt auch andere Verhältnisse. Wie das heute liegt, ob es ein Fideikommiss-Besitz ist, ob es klerikal ist.

Nun hat sich bereit erklärt Herr Georg Zimmer mit [Lücke im Stenogramm] Graf Polzer, Koschützki, Lerchenfeld, Kayser, die Verwalter vom «Kommenden Tag», Weinmann — da muss erst festgestellt werden, wie sich der Kommende Tag dazu stellt. Förster, Schenker, Schmidt, Kipple, Jacoby, Lumporsky, Schümann, Schwarz, Gerwig, Becker.»

[Frage zur] Organisation: «Ist [es] so gedacht, dass [Graf] Keyserlingk sich gedacht hat, wie er den Zusammenschluss finden wollte, [vielleicht ist das von mir auch] missverstanden worden, dass er die anderen Berufsgenossen der Anthroposophischen Gesellschaft ausschließen wollte.»

[Carl von] Keyserlingk: «Das hat mir ferngelegen. Gerade Ihre Mitarbeit liegt mir besonders am Herzen. Die Organisation ist so gedacht: Der Kopf ist die Dornacher Wissenschaft, und wir sind nur die ausführenden Organe und jeder ist dazu berufen, zu helfen an der Ausführung. Dass [der Dornacher Kopf] sich nicht direkt manchmal beteiligen kann, weil er das Arbeitsfeld nicht gleich in den Händen hat, dafür trägt er doch keine Schuld. Sondern ich möchte sagen, [unleserlich] Zusammenstellung.

Nun komme ich weiter in die Organisation. Ich denke sie mir viel größer und schwieriger für den Einzelnen. Wir können nicht bloß das, was uns unser hochverehrter Herr Doktor Steiner sagt, anhören. Wir sollen es in die Tat umsetzen. Wir müssen uns klar sein, dass die Versuchsansteller nicht nur die Verantwortung Doktor Steiner gegenüber übernehmen, sondern auch der ganzen landwirtschaftlichen Gruppe der Anthroposophischen Gesellschaft gegenüber. Wir sind mitverantwortlich, dass wir es richtig machen und dass wir eben von der Wissenschaft getragen, von der Geisteswissenschaft und von der Wissenschaft, die sich in den Dienst gestellt hat, Frau Doktor Kolisko und Doktor Usteri, dass wir mindestens einmal im Jahr zusammenkommen, um Ihnen einen sachlichen Bericht zu geben. Hier sind alle Nationen vertreten. Die Mitteilung, dass Herr Doktor Steiner die Güte hat, nicht einen Präsidenten zu nennen, sondern einen, der die Arbeit übernimmt. Eben, die Dornacher Hochschule ist nicht in der Lage, die Arbeit für uns zu übernehmen. Sie hat nur uns Richtlinien zu geben und wir haben die Ideen. Dazu brauchen wir Menschen, die Grundlinien haben.

Die Anthroposophie hat [unleserlich], in dem sie die weiteren Mitteilungen von Herrn Doktor Steiner zu verarbeiten hat. Das könnte möglich sein mit Ihrer eigenen Auffassung, wie Sie die Sache empfinden. Sie gehen nach Dornach und Dornach hat zu entscheiden, wie die Versuche anzusetzen sind. Wir sollen nur die ausführenden Organe bleiben. Es sind natürlich selbstverständlich Ausnahmen, wie Herr Stegemann, der wird seine Richtlinie auch bekommen, der ist viel weiter wie wir, der hat schon ein bis zwei Jahre gearbeitet. Der Versuchsring muss erst eine Grundlage für die kommende Tathandlung sein.

Ich betrachte den ganzen Versuchsring nur als Organ von Dornach, als ausführendes Organ und jeder einzelne der sich bereit erklärt hat, hat seine Pflicht zu tun, seine Arbeit zu leisten, die uns von Dornach vorgeschrieben wird.»