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Understanding Human Beings
in Terms of Body, Soul, and Spirit.
Early Conditions on Earth
GA 347

23 September 1922, Dornach

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Understanding Human Beings in Terms of Body, Soul, and Spirit, tr. SOL
  1. Die Erkenntnis des Menschenwesens nach Leib, Seele und Geist

8. Über frühe Erdzustände II

8. On Early Earth Conditions II

[ 1 ] Es wird nötig sein, meine Herren, die Sache, die wir besprochen haben, etwas näher noch zu betrachten. Ich habe Ihnen ja das letzte Mal zeigen können, was für merkwürdiges Getier einmal die Erde bevölkert hat, und wie sich dieses wirklich höchst merkwürdige Getier benommen hat. Ich habe Sie zuletzt darauf aufmerksam machen können, daß die ganze Erde selbst einmal ein lebendiges Wesen war.

[ 1 ] Gentlemen, it will be necessary to examine the matter we have discussed in even greater detail. Last time, I was able to show you what strange creatures once populated the Earth, and how these truly remarkable creatures behaved. I was also able to point out to you that the entire Earth itself was once a living being.

[ 2 ] Sehen Sie, wenn wir alle diese Tiere, die einmal auf der Erde gelebt haben — ich habe Ihnen das letzte Mal von den Ichthyosauriern gesprochen, von den Plesiosauriern, von den Megatherien, von den Seekühen —, wenn wir alle diese Tiere, von denen ja in den verschiedenen Museen noch Überreste vorhanden sind, betrachten, dann finden wir, daß sie eine Eigentümlichkeit haben, nämlich daß sie außen meistens mit einem Schuppenpanzer umgeben sind und mächtige dicke Vorderarme, Pranken haben. So daß man natürlich nicht nur auf einem solchen Tiere hätte spazierengehen können — dazu waren sie auch groß genug —, sondern daß man natürlich auch hätte schlagen können mit einem mächtigen Hammer, und das Tier würde von alledem nicht sehr ungemütlich berührt worden sein, weil eben das ganze Tier rings mit einem solchen Schuppenpanzer umgeben war. Im kleinen allerdings nur, als ganz kleine Zwerge, sind ja von diesen alten Tieren heute nur etwa die Schildkröten oder die Krokodile übriggeblieben. Schildkröten und Krokodile sind, ich möchte sagen, im kleinen Format dasjenige, was diese Tiere einmal in riesiger Größe waren. Also Sie müssen sich vorstellen, daß diese alten Tiere einen solchen hornartigen, aus einzelnen Hornplatten bestehenden Mantel hatten.

[ 2 ] You see, when we look at all these animals that once lived on Earth—last time I spoke to you about the ichthyosaurs, the plesiosaurs, the megatheres, and the sea cows— if we look at all these animals, whose remains are still on display in various museums, we find that they share a distinctive feature: namely, that they are usually covered on the outside by a scale-like armor and have powerful, thick forelimbs and paws. So, of course, not only could one have ridden on such an animal—they were large enough for that—but one could also have struck it with a mighty hammer, and the animal would not have been greatly bothered by any of this, precisely because the entire animal was surrounded on all sides by such a scaly armor. In a small form, however—as very tiny dwarfs—only turtles and crocodiles remain today of these ancient animals. Turtles and crocodiles are, I would say, the small-scale versions of what these animals once were in their gigantic forms. So you must imagine that these ancient animals had a kind of horn-like coat consisting of individual horn plates.

[ 3 ] Nun müssen wir uns einmal eine Vorstellung davon machen, woher diese Tiere eigentlich diesen hornartigen Mantel hatten. Da müssen wir die Geschichte ganz, ich möchte sagen, von klein auf studieren, nicht als Mensch von klein auf, sondern wie sich die Geschichte von klein auf entwickelt. Denken Sie sich einmal, daß ein Hund sich irgendwo eine Wunde macht. Die Tiere haben merkwürdige Heilungsinstinkte. Sie werden schon gesehen haben, was der Hund tut, wenn er sich irgendwo eine Wunde macht. Wenn der Hund irgendwo eine Wunde hat, dann leckt er sie zuerst einmal ab; er speichelt sie ein. Und dann, wenn er sie eingespeichelt hat, dann legt er sich am liebsten in die Sonne, läßt die Sonne darauf scheinen. Und was geschieht da? Es bildet sich über der Wunde eine Art von Rinde. So daß man sagen kann: Wenn das dahier die Wunde des Hundes ist (siehe Zeichnung), dann speichelt er sie ein, so daß die Wunde an der ganzen Oberfläche mit Speichel überzogen ist. Dann läßt er die Sonne darauf scheinen, und die Sonne macht aus dem, was sie da braut, mit dem Speichel zusammen eine harte Rinde, und darunter heilt das ab. Der Hund hat also einen ganz merkwürdigen Heilinstinkt. Er macht das Richtige aus seinem Instinkt heraus.

[ 3 ] Now we need to try to imagine where these animals actually got this horn-like coat. To do that, we have to study history from the very beginning—not from a human perspective, but in terms of how history itself developed from the very beginning. Just imagine a dog getting a wound somewhere. Animals have remarkable healing instincts. You’ve probably seen what a dog does when it gets a wound somewhere. When a dog has a wound, it first licks it; it coats it with saliva. And then, once it’s coated it with saliva, it prefers to lie in the sun, letting the sun shine on it. And what happens then? A kind of scab forms over the wound. So you could say: If this here is the dog’s wound (see drawing), then it coats it with saliva so that the entire surface of the wound is covered with saliva. Then he lets the sun shine on it, and the sun, together with the saliva, turns what’s brewing there into a hard crust, and underneath it, the wound heals. So the dog has a very remarkable healing instinct. He does the right thing based on his instinct.

Figure 1
Figur 1
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[ 4 ] Jetzt können wir das, was wir da betrachtet haben, ein wenig erweitern. Wir können eine andere merkwürdige Erscheinung betrachten, die uns dazu führen wird, daß wir so etwas wie diese Heilung der Wunde hier verstehen lernen. Sie wissen, wir atmen die Luft ein. Wenn wir die Luft einatmen, dann kriegen wir Sauerstoff ins Innere. Der Sauerstoff verbreitet sich in unserem Leib. Und wenn der Sauerstoff sich in unserem Leib verbreitet, da können wir leben. Wir würden sofort ersticken, wenn wir den Sauerstoff nicht kriegen könnten. Aber was tun wir dafür? Wir sind nicht gerade sehr dankbare Leute für die Luft, die uns Sauerstoff gibt. Wir sind eigentlich recht undankbare Wesen gegen die Luft, denn wir verbinden mit diesem Sauerstoff in uns selbst Kohlenstoff, und da wird Kohlensäure daraus, und die atmen wir wieder aus. Das ist eigentlich recht undankbar gegen unsere Umgebung, weil wir die Luft damit fortwährend verpesten. Wenn einer sich in Kohlensäure stellt, so erstickt er auch. Was in unserem Inneren aus der schönen, guten Atemluft gemacht wird, damit verpesten wir unsere Umgebung. Wir verbreiten fortwährend um uns herum eine Kohlensäureluft, in der kein Wesen — ein Mensch nicht, aber auch nicht ein lebendiges Wesen, das tierartig ist — leben könnte. Also sehen Sie, tierisches Leben besteht eigentlich im Grunde genommen darinnen, daß es selber fortwährend das, was es zum Leben braucht, aus der Umgebung in sich hereinsaugt, aber an die Umgebung den Todesstoff zurückgibt. Darinnen besteht tierisches Leben.

[ 4 ] Now we can expand a little on what we’ve been looking at. We can examine another curious phenomenon that will help us begin to understand something like the healing of this wound. As you know, we breathe in air. When we inhale, oxygen enters our bodies. The oxygen spreads throughout our bodies. And when the oxygen spreads throughout our bodies, that’s what allows us to live. We would suffocate immediately if we couldn’t get oxygen. But what do we do in return? We aren’t exactly very grateful for the air that provides us with oxygen. We’re actually quite ungrateful creatures toward the air, because we combine this oxygen within ourselves with carbon, turning it into carbon dioxide, which we then exhale. That’s actually quite ungrateful toward our environment, because we’re constantly polluting the air with it. If someone were to stand in carbon dioxide, they too would suffocate. What is produced inside us from the beautiful, pure air we breathe—that is what we use to pollute our environment. We constantly spread carbon dioxide-laden air around us, in which no creature—not a human, nor any animal—could live. So you see, animal life essentially consists of constantly drawing into itself from the environment what it needs to live, while returning the substance of death to the environment. That is what animal life consists of.

[ 5 ] Mit diesem tierischen Leben würde es aber auf der jetzigen Erde bald recht übel stehen, wenn sich alle Wesen so unanständig benehmen würden wie die Menschen und die Tiere. Die Menschen und die Tiere verpesten nämlich die Luft. Und wenn sich alle Wesen so unanständig benehmen würden, wie die Menschen und die Tiere, dann wäre es überhaupt schon längst auf unserer Erde dahin gekommen, daß nichts mehr leben könnte; dann wäre unsere Erde längst ein großer Friedhof. Aber das gute ist, daß sich die Pflanzen nicht so unanständig benehmen. Die machen nämlich das Gegenteil. Denn wie wir den Sauerstoff einsaugen und die Luft ringsumher verpesten, so saugen die Pflanzen die Kohlensäure ein, und die behalten wiederum den Kohlenstoff zurück und geben den Sauerstoff wieder her. So daß eigentlich ganz allein dadurch, daß auf der Erde Pflanzen und namentlich Wälder sind, das Leben auf der Erde bestehen kann. Wenn keine Wälder auf der Erde wären, oder wenn einmal große Gesellschaften — sie tun es ja zum Teil schon — die Wälder abholzen würden, so würde das Leben auf der Erde viel ungesünder werden. Das ist ja eben gerade das, daß wir die Wälder brauchen auf der Erde. Wenn wir nur auf das Holz schauen, dann machen wir natürlich das Leben auf der Erde nach und nach dadurch, daß wir die Wälder abholzen, unmöglich. Wir können also sagen: Auf der Erde ist es so eingerichtet, daß sich die Menschen und Tiere eigentlich recht unanständig benehmen, denn die verpesten alles, und die Pflanzen und die Wälder, die machen wiederum alles ordentlich.

[ 5 ] However, life on Earth as we know it today would soon be in a very bad state if all creatures behaved as indecently as humans and animals do. Humans and animals pollute the air. And if all creatures behaved as badly as humans and animals do, our Earth would have long since reached a point where nothing could live anymore; our Earth would have long since become one big graveyard. But the good news is that plants don’t behave that badly. In fact, they do the opposite. For just as we inhale oxygen and pollute the air around us, plants absorb carbon dioxide, retain the carbon, and release oxygen back into the atmosphere. So, in fact, it is solely because there are plants—and especially forests—on Earth that life on Earth can survive. If there were no forests on Earth, or if large corporations—as they are already doing to some extent—were to cut down the forests, life on Earth would become much less healthy. That is precisely why we need forests on Earth. If we focus only on the wood, then of course we’ll gradually make life on Earth impossible by cutting down the forests. So we can say: The Earth is set up in such a way that humans and animals actually behave quite badly, because they pollute everything, while the plants and forests, in turn, keep everything in order.

[ 6 ] Ja, sehen Sie, meine Herren, das ist jetzt so auf der Erde, aber das war nicht immer so auf der Erde. Wir müssen uns eben ganz klar darüber werden, daß sich die Erde verändert hat, daß sie ganz anders war in der Zeit, von der ich Ihnen am letzten Mittwoch geredet habe; das haben Sie ja eingesehen. Denn wenn Sie jetzt spazieren gehen, so begegnet Ihnen nicht, wie es damals hätte geschehen können, da oben auf dem Gempen ein Ichthyosaurus. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Aber die Erde verändert sich fortwährend und wird auch in der Zukunft ganz anders ausschauen, als sie heute ausschaut. Aber was können wir sehen aus alledem, was wir da jetzt gelernt haben? Wir können sagen: Dasjenige, was im Menschen drinnen ist, was er von sich gibt, das kann ihn nicht erhalten. Er muß etwas anderes kriegen; auf der jetzigen Erde muß er das, was ihm die Pflanzen geben, kriegen, damit er leben kann. Von dem allein, was wir in unserem Inneren haben, können wir nicht leben, das zerstört uns.

[ 6 ] Yes, you see, gentlemen, that’s how it is on Earth now, but it wasn’t always that way on Earth. We simply have to be very clear about the fact that the Earth has changed, that it was quite different back in the time I told you about last Wednesday; you’ve already realized that. For when you go for a walk now, you don’t encounter an ichthyosaur up there on the Gempen, as might have happened back then. That is no longer the case. But the Earth is constantly changing and will look quite different in the future than it does today. But what can we conclude from all that we have learned here? We can say: What is inside a human being—what he produces on his own—cannot sustain him. He must obtain something else; on the present-day Earth, he must obtain what the plants provide him so that he can live. We cannot live on what we have within us alone; that destroys us.

[ 7 ] So daß Sie sich das also ganz klar vor Augen stellen können: Dasjenige, was im Inneren des Menschen nützlich ist, das zerstört uns, wenn es von außen herankommt. Im Inneren, da würden wir recht übel daran sein, wenn man zu viel Sauerstoff hätte. Aber von außen muß der Sauerstoff fortwährend herankommen.

[ 7 ] So that you can visualize this very clearly: What is beneficial inside a person destroys us when it comes from the outside. Inside, we would be in quite a bad way if we had too much oxygen. But oxygen must constantly come in from the outside.

[ 8 ] Also was im Inneren schädlich ist — wenn es von außen herankommt, ist es nützlich. Was im Inneren nützlich ist, das ist, wenn es von außen herankommt, schädlich. Sehen Sie, meine Herren, das ist so wichtig, daß man einsieht, daß dasjenige, was im Inneren nützlich ist, schädlich ist, wenn es von außen herankommt, und was im Inneren schädlich ist, das ist nützlich, wenn es von außen herankommt. Das ist so wichtig, daß, wenn man das nicht einsieht, man überhaupt nichts versteht.

[ 8 ] So whatever is harmful on the inside—when it comes from the outside, it is beneficial. Whatever is beneficial on the inside—when it comes from the outside, it is harmful. You see, gentlemen, it is so important to realize that what is useful on the inside is harmful when it comes from the outside, and what is harmful on the inside is useful when it comes from the outside. This is so important that if you do not realize this, you understand nothing at all.

[ 9 ] Nun können wir sagen: Das wissen wir jetzt von dem Leben der Gegenwart, daß etwas ganz anderes von außen an uns herankommen muß, als wir im eigenen Inneren haben. Etwas ganz anderes muß von außen herankommen.

[ 9 ] Now we can say: We know this from our present-day lives—that something entirely different must come to us from the outside than what we have within ourselves. Something entirely different must come from the outside.

[ 10 ] Gehen wir jetzt wiederum zurück in die alten Zeiten, nachdem wir uns ein paar Begriffe an der Gegenwart erworben haben. Gehen wir wieder zurück und versetzen wir uns einmal in der Phantasie in die Zeit, wo da die Ichthyosaurier auf der Erde herumspaziert sind, halb spaziert, halb geschwommen, wo die Plesiosaurier herumgehupst sind auf der Erde. Wir versetzen uns in diese Zeit. Ja, das war aber auch schon eine Zeit, der eine andere vorangegangen ist. Nun, wie war es denn in dieser alten Zeit auf der Erde, bevor es Ichthyosaurier, Plesiosaurier gegeben hat?

[ 10 ] Now that we’ve familiarized ourselves with a few concepts from the present, let’s go back to ancient times. Let’s go back again and use our imagination to transport ourselves to the time when ichthyosaurs were roaming the Earth—half walking, half swimming—and when plesiosaurs were hopping around on land. Let’s imagine ourselves in that era. Yes, but that was also a time that followed another. So, what was it like on Earth in those ancient times, before there were ichthyosaurs and plesiosaurs?

[ 11 ] Ja, meine Herren, nach diesen Überresten, die wir aus dieser alten, ganz alten Zeit behalten haben, da waren die Tiere, die da vorhanden waren, dazumal noch ungeschickter als die späteren. Wissen Sie, so ein Plesiosaurier — Sie können das sehen, wenn Sie ihn in irgendeinem Museum angucken, mit seiner riesigen Größe, mit seinem schweren Schuppenpanzer, schwer wie eine Ritterrüstung im Mittelalter, und mit der war es schon ein wenig unbequem, sich zu bewegen, und mit seinen tapsigen Beinen —, das waren furchtbar ungeschickte Wesen. Also wissen Sie, leichtbewegliche Kerle waren das nicht. Aber diese ungeschickten Wesen, die haben immerhin noch so etwas gehabt wie Füße, die flossenähnlich waren, mit denen sie schwimmen konnten, mit denen sie sich sogar anhalten konnten an etwas. Also immerhin, ich möchte sagen, war das schon eine Art moderne Zeit. Aber die Tiere, die früher vorhanden waren, vor diesen ungeschickten Ichthyosauriern, Plesiosauriern, Megatherien, die Tiere, die früher vorhanden waren, die waren noch riesig viel ungeschickter, denn die haben eigentlich gar nicht viel anderes gehabt als einen weichen Körper, in dem alles mögliche zusammen war: vorn so ein bißchen etwas ähnliches wie ein Kopf, hinten ein ziemlich langer Schwanz, und darüber ein riesiger, riesiger Schuppenpanzer.

[ 11 ] Yes, gentlemen, judging by these remains that we have preserved from that ancient, very ancient time, the animals that existed back then were even more clumsy than those that came later. You know, a plesiosaur—you can see this if you look at one in any museum—with its enormous size, its heavy scaly armor, as heavy as a knight’s armor in the Middle Ages, which must have made it a bit awkward to move around in, and its clumsy legs—those were terribly clumsy creatures. So, you know, they weren’t exactly agile creatures. But these clumsy creatures at least still had something like feet that were fin-like, with which they could swim, and with which they could even hold onto something. So, at least, I’d say that was already a kind of modern era. But the animals that existed earlier, before these clumsy ichthyosaurs, plesiosaurs, megatheres—the animals that existed before them—were even far more clumsy, because they really didn’t have much else besides a soft body that contained all sorts of things: up front, something a bit like a head; at the back, a pretty long tail; and covering it all, a huge, huge scale-armor.

[ 12 ] Wenn Sie zum Beispiel schon einmal eine Auster gesehen haben, dann können Sie sich denken, daß eine Auster so ein ganz kleiner Zwerg ist. Sie hat in ihrem Inneren nur den ganzen schleimartigen Körper, und eine Schale ringsherum. Nun, wenn Sie sich die Schale etwas anders vorstellen, die Schuppen wie bei der Schildkröte und darinnen auch so einen weichen Austernkörper, dann kriegen Sie ungefähr die Tiere, die einmal auf der Erde waren, bevor die Ichthyosaurier und die Megatherien auf der Erde waren.

[ 12 ] For example, if you’ve ever seen an oyster, you can imagine that an oyster is like a tiny little creature. Inside, it’s just a slimy body surrounded by a shell. Well, if you imagine the shell a little differently—with scales like a turtle’s and a soft oyster-like body inside—then you’ll get a rough idea of the animals that once lived on Earth before the ichthyosaurs and megatheres appeared.

[ 13 ] Da war die Erde ganz dicklich, noch viel dicklicher als die Milch. Alles, was heute als Gebirge draußen ist, das war aufgelöst. Es war also eine ganz dickliche Sache. Da drinnen in dieser dicklichen Sauce — die ganze Erde war eine furchtbar dicke Sauce im Weltenraum — schwamm solch eine Riesenauster. Gegen die wäre unsere ganze Schreinerei hier noch ein Zwerg gewesen. Es waren solche Riesenaustern, daß, wenn man es auf ihrem Rücken abgezeichnet hätte, zum Beispiel das heutige Frankreich bequem daraufgegangen wäre. Die ältesten dieser Tiere waren so riesige Kerle, weil die Erde auch noch riesig groß war. Also es waren einmal Riesentiere, die eigentlich nur aus einer schleimigen Masse bestanden haben und die ja auch nur so sich bewegen konnten wie die Austern, nur daß die Austern in einem viel dünneren Wasser sein müssen. Und diese schleimigen Tiere, die einen riesigen Schildkrötenpanzer hatten, schwammen in dieser dicklichen Erde drinnen.

[ 13 ] Back then, the Earth was very thick, even thicker than milk. Everything that is now mountains out there had dissolved. So it was a very thick substance. And there, floating in that thick sauce—the entire Earth was a terribly thick sauce in outer space—was a giant oyster. Compared to it, our entire carpentry shop here would have been a dwarf. These giant oysters were so enormous that, if you were to trace the outline of, say, modern-day France on their backs, it would have fit comfortably. The oldest of these creatures were such giants because the Earth itself was still enormous. So there were once giant creatures that actually consisted only of a slimy mass and could move only like oysters—except that oysters must live in much thinner water. And these slimy creatures, which had a giant turtle shell, swam inside this thick earth.

[ 14 ] Also sehen Sie, die Erde war wirklich so etwas ähnliches, wie wenn Sie sich heute eine riesige dicke Suppe vorstellen und darinnen Klöße. Aber die Klöße müssen Sie sich so vorstellen, daß sie auf der einen Seite ganz dick werden, so daß Sie sich die Zähne ausbeißen würden, wenn Sie auf dieser einen Seite hereinbeißen würden, und auf der anderen Seite ganz weich. Sie könnten dann von diesen Klößen die eine Seite abheben; dann kriegten Sie so etwas heraus wie einen Hut. Und das andere, das wäre ganz weich, das könnten Sie essen. Das ist viel weicher gewesen bei diesen Tieren als dasjenige, in dem sie drinnen schwammen, als diese dickliche Erde. Daher war es bei diesen Tieren auch so, wie es heute nur gewisse ganz kleine Tiere sich erhalten haben. Sie werden schon einmal Schnecken kriechen gesehen haben. Wenn die Schnecken kriechen, dann können Sie die Spur von diesen Schnecken verfolgen; sie ist ganz voll von diesem Schleim — das werden Sie schon gesehen haben —, den läßt die Schnecke zurück. Der Schleim, der wird heute aufgetrocknet von der Sonne. Heute bedeutet er nicht viel. Aber denken Sie, in der alten Zeit, wo die Erde nicht so fest war, da ließen diese Tiere in der dicklichen Erdensuppe auch diesen Schleim zurück, und der vermischte sich mit dieser dicklichen Erdensuppe. So daß diese Tiere fortwährend sehr nützlich gewesen sind in dieser dicken Erdensuppe.

[ 14 ] So you see, the Earth was really something like—imagine a huge bowl of thick soup today, with dumplings in it. But you have to imagine these dumplings as being very thick on one side—so thick that you’d break your teeth if you bit into that side—and very soft on the other. You could then peel off one side of these dumplings; that would leave you with something like a hat. And the other part would be completely soft—you could eat that. It was much softer in these animals than the thick, earthy substance in which they swam. That’s why these animals were like certain very small creatures that have survived to this day. You’ve probably seen snails crawling around. When snails crawl, you can follow the trail they leave behind; it’s full of that slime—you’ve surely seen it—which the snail leaves behind. Today, that slime dries up in the sun. Today, it doesn’t mean much. But just imagine: in ancient times, when the earth wasn’t so solid, these animals left this slime behind in the thick earthen soup, and it mixed with that thick earthen soup. So these animals were constantly very useful in that thick earthen soup.

[ 15 ] Heute kann man solche Sachen höchstens noch in ganz kleinen Spuren verfolgen, wenn man über den Weg geht und es recht geregnet hat. Besonders hier auch beim Goetheanum können Sie das bemerken: Dann kriechen die Regenwürmer heraus. Sie werden das schon gesehen haben, bei besonderen Regenzeiten kriechen überall die Regenwürmer heraus. Wo sind die Regenwürmer sonst? Die sind sonst in der Erde drinnen, kriechen in der Erde drinnen und machen da solche Löcher, wo sie durchkriechen. Sehen Sie, wenn es diese Regenwürmer nicht geben würde, dann wären unsere Äcker viel weniger fruchtbar. Denn dasjenige, was diese Regenwürmer in der Erde zurücklassen, das macht die Ackererde fruchtbar. Man darf sich eben nicht vorstellen, daß irgend etwas in der Natur unnötig ist.

[ 15 ] Today, you can still detect such things, if at all, only in very faint traces when you walk along the path and it has rained quite a bit. You can notice this especially here at the Goetheanum: that’s when the earthworms come out. You’ve probably seen it before—during heavy rains, earthworms crawl out everywhere. Where are the earthworms the rest of the time? They’re usually inside the soil, burrowing through it and making holes as they go. You see, if these earthworms didn’t exist, our fields would be much less fertile. Because what these earthworms leave behind in the soil is what makes the farmland fertile. One mustn’t imagine that anything in nature is unnecessary.

[ 16 ] Und so war es bei diesen Riesenaustern in alten Zeiten. Die haben in der Erdensuppe fortwährend dasjenige abgesondert, was sie da als Schleim von sich gaben, und haben diese Erdensuppe dadurch immer aufgefrischt, immer, immer aufgefrischt.

[ 16 ] And that is how it was with these giant oysters in ancient times. They constantly secreted what they produced as mucus into the primordial soup, thereby constantly, constantly refreshing it.

[ 17 ] Aber die Geschichte ist so: In der heutigen Erde — ja, da können die Schnecken und die Regenwürmer noch so viel von dem, was sie absondern, hineinmischen —, in der heutigen Erde stirbt das doch wiederum ab. Man kann das gut gebrauchen, was die Regenwürmer an Mist liefern in der Ackererde, in einem gewissen Sinne sogar kann man das gut gebrauchen in der Ackererde, was die Schnecken als Mist liefern, und nicht nur auf der Ackererde, sondern in den Wiesen ist dasjenige, was auf der Erde ist, indem sich der Schneckenschleim hineinsenkt, ein sehr, sehr gutes Düngemittel. Aber sehen Sie, lebendig wird das nicht, was da in die Erde durch die heutigen Tiere hineingeht.

[ 17 ] But here’s the thing: In today’s soil—yes, no matter how much snails and earthworms mix in what they excrete—in today’s soil, it still breaks down. The manure that earthworms provide for farmland is very useful; in a certain sense, even the manure that snails provide is very useful for farmland—and not only on farmland, but in meadows as well, what is present on the ground—as the snail slime sinks into it—is a very, very good fertilizer. But you see, what enters the soil through today’s animals does not come to life.

[ 18 ] Aber in der Zeit, von der ich jetzt spreche, wo diese Riesenaustern in die Erdensuppe hinein ihre Produkte abgelagert haben, da war wirklich etwas sehr Merkwürdiges — heute kommt ja auch noch so etwas vor. Nicht wahr, die Befruchtung, die geschieht bei gewissen niederen Tieren, sogar bei ziemlich hohen Tieren nicht so, wie sie bei höheren Tieren und beim Menschen geschieht, sondern die Befruchtung geschieht, sagen wir, bei gewissen fischähnlichen oder selbst bei amphibienähnlichen oder krötenähnlichen Tieren so, daß die Eier abgelegt werden, irgendwohin abgelegt werden, so daß da so ein Batzen Eier irgendwo liegt, den das Weibchen abgelegt hat; und das Männchen, das läßt dann seine Samenflüssigkeit einfach da drauf fallen, außerhalb des Weibchens, und da werden erst die Eier befruchtet, außerhalb des Weibchens. Das geschieht heute auch noch. So daß man also sagen kann: Das Weibchen legt irgendwohin die Eier ab und geht weg. Das Männchen findet diese Eier, befruchtet sie, geht auch weg. Die Befruchtung geschieht also äußerlich. Nur kann sie nicht geschehen, es wird nichts daraus, wenn nicht dann auf diese befruchteten Eier die Sonne scheint. Wenn die Sonne nicht darauf scheint, dann wird nichts daraus, dann sterben sie ab. Aber wenn die Sonne auf diese befruchteten Eier scheint, dann werden neue Tiere daraus. Das geschieht noch heute.

[ 18 ] But during the period I am now referring to, when these giant oysters deposited their products into the primordial soup, something truly remarkable occurred—and such things still happen today. Isn’t it true that fertilization in certain lower animals—and even in some fairly higher animals—does not occur the same way as it does in higher animals and in humans? Rather, fertilization occurs, let’s say, in certain fish-like, amphibian-like, or toad-like animals in such a way that the eggs are laid laid somewhere, so that there’s a clump of eggs lying somewhere that the female has laid; and the male simply lets his semen fall onto them, outside the female, and that’s where the eggs are fertilized—outside the female. This still happens today. So one can say: The female lays her eggs somewhere and walks away. The male finds these eggs, fertilizes them, and then walks away as well. Fertilization therefore takes place externally. However, it cannot take place—nothing will come of it—unless the sun shines on these fertilized eggs. If the sun doesn’t shine on them, nothing will come of it; they’ll die. But if the sun shines on these fertilized eggs, new animals will develop from them. This still happens today.

[ 19 ] In der Zeit, als diese Riesenaustern in der Erdensuppe herumschwammen, da wirkte dieser Schleim, wenn er in die Erde hineinkam, so, daß aus der Erde selber wiederum solche riesigen Tiere sich immer wieder entwickelten. Die alten starben ab, aber aus der Erde selber entwickelten sich die neuen Tiere heraus. Die Erde gebar fortwährend selber solche ja höchst ungeschickten, aber riesenmäßigen Tiere. Also die Erde war so, daß sie selber befruchtet wurde durch dasjenige, was diese Tiere absonderten. So daß Sie sich also vorstellen können: Einmal war ein Erdenleben vorhanden; die Erde war ganz ein lebendes Wesen. Aber das Leben mußte dadurch unterhalten werden, daß da oben diese Tiere Schleim absonderten. Wenn diese dickliche Erdensuppe allein gewesen wäre, so wären diese dicken Tiere dahier auch bald ausgestorben. Sie sonderten ab, und dadurch war das Leben der Erde fortwährend erhalten worden, so daß die Erde fortwährend aus sich heraus solche Tiere trieb. Die befruchteten dann die Erde selber wiederum, und sie konnte jetzt aus sich heraus wieder solche Tiere wachsen lassen.

[ 19 ] Back when these giant oysters were swimming around in the primordial soup, this slime—when it seeped into the earth—caused such giant animals to develop again and again from the earth itself. The old ones died off, but new animals emerged from the earth itself. The Earth itself continually gave birth to such—admittedly highly clumsy, but gigantic—animals. Thus, the Earth was such that it was fertilized by what these animals secreted. So you can imagine: Once upon a time, there was life on Earth; the Earth was entirely a living being. But that life had to be sustained by the slime secreted by these animals up above. If this thick earthen soup had been the only thing there, these massive creatures here would have died out soon enough. They secreted mucus, and through this, the Earth’s life was continually sustained, so that the Earth continually gave birth to such creatures from within itself. These, in turn, fertilized the Earth itself, and it was now able to grow such creatures again from within itself.

[ 20 ] Aber diese Tiere da, die hätten diesen Schleim nicht absondern können, wenn nicht etwas anderes dagewesen wäre. Sehen Sie, die Erde war eine furchtbar dicke Suppe; aber ich habe Ihnen gesagt: Der Schleim der Tiere war viel dünner als diese Erdensuppe, viel dünner. Woher ist denn das gekommen, daß die Tiere so dünnen Schleim haben konnten? Das wäre ganz unmöglich gewesen, daß die Tiere einen dünneren Schleim haben konnten als die Erde überhaupt. Die Erde war auch ein Brei, ein Schleim, aber ein ganz dicker; aber immerfort entstanden diese dünneren Schleimklumpen. Wodurch entstanden sie?

[ 20 ] But those animals over there wouldn’t have been able to secrete that mucus if something else hadn’t been there. You see, the Earth was a terribly thick soup; but I’ve told you: the animals’ mucus was much thinner than that Earth soup, much thinner. So where did that come from—that the animals could have such thin mucus? It would have been completely impossible for the animals to have mucus thinner than the earth itself. The earth was also a paste, a slime, but a very thick one; yet these thinner clumps of mucus kept forming. How did they come about?

[ 21 ] Sehen Sie, meine Herren, wenn Sie da nur ein Glas Wasser haben und darinnen eine Flüssigkeit, Wasser, in dem Salz aufgelöst ist, so kann es passieren, daß das Salz da herunterfällt. Das Salz sammelt sich als Satz unten am Boden an; aber dann ist ja das Wasser dünner. Erst als das Salz aufgelöst war, war das Wasser dick. Jetzt ist das Wasser dünner geworden, weil das Salz heraußen ist. Also haben Sie später ein dünneres Wasser oben, und unten ein viel dickeres Salzwasser. Und wenn ich das machen könnte, daß ich jetzt dieses Glas umkehre — nicht wahr, wenn ich das tun würde, so würde natürlich einfach das ganze Salzwasser herausfließen, und die Geschichte bildete sich nicht. Aber bei diesen alten Tieren, da war das so, daß es sich umgekehrt hat. Bei diesen alten Viechern, da war das so: Da war die dickliche Erde; da hat sich nun etwas gebildet. Da war oben der Schuppenpanzer und weiter unten Schleim. Was war denn der Schuppenpanzer? Der war nichts anderes, als was sich herausgesondert hat aus der dicklichen Erdenmasse. Geradeso wie sich das Salz vom Wasser nach unten absondert, so hat sich diese dickliche, ganz dicke Masse, die dann so einen Schuppenpanzer bildete wie bei den Schildkröten, von dem Dicklichen der Erdenmasse, aber nach oben, abgesondert, so daß das Dünnere unten übriggeblieben ist. Und so konnte da dieses umgekehrte Glas, oder der Kopf, sich herausheben aus dem Wasser. Nur das Salz ist nach oben gekommen.

[ 21 ] You see, gentlemen, if you have just a glass of water and a liquid—water with salt dissolved in it—it can happen that the salt settles to the bottom. The salt accumulates as a sediment at the bottom; but then the water is less concentrated. Only when the salt was dissolved was the water thick. Now the water has become thinner because the salt is out. So later you’ll have thinner water on top and much thicker salt water at the bottom. And if I could turn this glass upside down—right, if I were to do that, of course all the salt water would simply flow out, and the whole thing wouldn’t happen. But with these ancient animals, the process was reversed. With these ancient creatures, it was like this: there was the thick earth; something then formed from it. At the top was the scaly shell, and further down was slime. What was the scaly shell? It was nothing other than what had separated out from the thick earthen mass. Just as salt settles to the bottom of water, so this thick, very dense mass—which then formed a scaly shell like that of a turtle—separated from the thick part of the earth’s mass, but rose upward, leaving the thinner part below. And so this inverted glass—or the head—was able to rise out of the water. Only the salt rose to the top.

[ 22 ] Und was ist denn mit diesem Salz geschehen? Ja, meine Herren, jetzt gehen wir wieder zurück zu dem, was der Hund macht, wenn er eine Wunde hat. Wenn der Hund eine Wunde hat, leckt er sie ab. Dann läßt er die Sonne darauf scheinen; dann wird es dicklich, und dann tötet es das, was da drinnen ist in der Wunde. Sonst würden die Bakterien kommen und die Wunde würde sich vergrößern, und der ganze Hund ginge kaputt. Sehen Sie, da bildet sich eine Kruste, eine Kruste von dem, was im Inneren ist. Der Schleim, den der Hund auf die Wunde bringt, ist etwas Inneres; wenn die Sonne darauf scheint, so verdickt sie den Schleim durch die Wärme.

[ 22 ] And what happened to that salt? Well, gentlemen, let’s go back to what a dog does when it has a wound. When a dog has a wound, it licks it. Then it lets the sun shine on it; then it thickens, and then it kills whatever is inside the wound. Otherwise, bacteria would come and the wound would get bigger, and the whole dog would be ruined. You see, a scab forms—a scab made of what’s inside. The mucus that the dog secretes onto the wound comes from within; when the sun shines on it, the heat causes the mucus to thicken.

[ 23 ] Geradeso war es bei diesen Tieren in diesen alten Zeiten. Da schien die Sonne darauf auf diese dicke Erdensuppe, und dadurch, daß die Sonne darauf schien, entstanden an einzelnen Stellen solche Verdickungen, wie sie beim Hund auf der Wunde entstehen. Das waren die Schalen. Und darunter war, weil sich eine Verdickung bildete, eine dünnere Schleimmasse. Und so entstanden diese Riesenaustern. Aber, sehen Sie, diese Riesenaustern hätten sich gar nicht bilden können, wenn nicht die Sonne geschienen hätte. Es wäre unmöglich gewesen. Also wir haben jetzt das Merkwürdige, daß wir die Erde haben — ich will das jetzt ganz klein zeichnen —; auf die Erde scheint bei Tag die Sonne, und die Sonne holt aus der Erde heraus diese Riesenaustern. Wir können also sagen: Einmal war die Zeit, wo die Erde eine dicke Suppe war, und dadurch, daß sie von außen von der Sonne beschienen worden ist, bildeten sich solche Tiere.

[ 23 ] That’s exactly how it was with these animals in those ancient times. The sun shone down on this thick earthen soup, and because the sun shone on it, thickened areas formed in certain places, just like the scabs that form on a dog’s wound. Those were the shells. And underneath them, because a thickening had formed, was a thinner slimy mass. And that is how these giant oysters came into being. But, you see, these giant oysters could never have formed if the sun hadn’t shone. It would have been impossible. So now we have this curious situation: we have the Earth—I’ll draw it very small here—; during the day, the sun shines on the Earth, and the sun draws these giant oysters out of the Earth. So we can say: There was a time when the Earth was a thick soup, and because it was illuminated from the outside by the sun, such creatures formed.

[ 24 ] Aber das alles hätte ja nichts genützt dazumal, daß nun die Erde auch wiederum, wenn diese Tiere ihren dünnen Schleim bei ihrem Schwimmen durch die Suppe zurückgelassen hätten, hätte befruchter werden können. Das hätte nichts genützt. Ja, es muß also die Erde doch noch etwas anderes gewesen sein in ihrem Inneren. Sie muß so ähnlich gewesen sein wie ein Ei. Nur dadurch hat sie befruchtet werden können. Ist das nicht einzusehen? Die Erde hat einmal sozusagen sein können wie ein Ei. Dadurch nur hat sie befruchtet werden können.

[ 24 ] But none of that would have helped back then, since the Earth could have become a fertilizer again if these animals had left behind their thin mucus as they swam through the soup. That would have been of no use. Yes, so there must have been something else inside the Earth after all. It must have been something like an egg. Only in that way could it have been fertilized. Isn’t that obvious? The Earth must once have been, so to speak, like an egg. Only in that way could it have been fertilized.

[ 25 ] Da müssen wir schon einmal studieren, wie das denn eigentlich mit solch einem Ei ist, damit das befruchter werden kann, denn wir kommen zu einem Erdenzustand, wo eine dicke Erdensuppe da war. Die Wesen, die befruchten haben können, also ich möchte sagen, die männlichen Wesen, die haben wir da gefunden in der alten Zeit; aber wenn die Erde das allgemein weibliche Wesen hätte sein sollen — das haben wir noch nicht gefunden, das müssen wir jetzt auch wiederum suchen. Wir müssen darauf kommen, wie denn die Erde einmal solch ein riesiges Ei hat sein können.

[ 25 ] We really need to study how such an egg actually works so that it can become a fertilizer, because we’re looking at a state of the Earth where there was a thick, soup-like mass. The beings capable of fertilization—that is, the male beings—we have found them there in ancient times; but if the Earth was supposed to have been a generally female being—we haven’t found that yet, so we must search for it now as well. We must figure out how the Earth could once have been such a gigantic egg.

[ 26 ] Sehen Sie, meine Herren, wenn man auf so etwas draufkommen will, da heißt es schon, ein bißchen die Welt betrachten. Und da werde ich Sie jetzt komischerweise auf ein ganz anderes Gebiet zuerst aufmerksam machen müssen, aufmerksam machen auf etwas, was heute zwar noch vorhanden ist, aber wirklich, ich möchte sagen, in so verdünntem Zustande, daß viele Menschen in ihrem Bewußtsein nicht viel davon merken. Aber es ist wirklich nicht bloß aus einem gewissen Geheimtun heraus, daß die Dichter, wenn sie Liebespärchen, die Entwickelung der Liebe haben schildern wollen, dann die Liebenden in den Mondenschein gehen lassen. Der Mondenschein hat etwas, was auf die Phantasie des Menschen in außerordentlicher Weise wirkt.

[ 26 ] You see, gentlemen, if you want to come up with something like that, you really have to take a closer look at the world. And so, oddly enough, I’ll first have to draw your attention to a completely different area—to something that still exists today, but, I would say, in such a diluted state that many people aren’t really aware of it. But it’s really not just out of a certain sense of mystery that poets, when they want to depict lovers or the development of love, have the lovers walk out into the moonlight. There is something about moonlight that has an extraordinary effect on the human imagination.

[ 27 ] Sie meinen vielleicht, das gehöre eigentlich nicht dazu; aber es gehört doch dazu. Der Mondenschein, der treibt die Phantasie des Menschen heraus. Und sehen Sie, das ist schon etwas ganz Merkwürdiges, daß der Mondenschein die Phantasie des Menschen heraustreibt. Wenn die Menschen, die gegenwärtig Gelehrte sind, manchmal so eine Anwandelung von Gescheitheit haben, da kommen sie manchmal auf ganz niedliche Sachen, nette Sachen. So hat es vor einiger Zeit in Paris einen Gelehrten gegeben, der hat sich gesagt: Mit alle den Arzneimitteln, die wir jetzt haben in der Medizin, kann man so furchtbar wenig ausrichten beim Menschen, und — wirklich, es ist ganz merkwürdig, daß ein Pariser Gelehrter endlich darauf gekommen ist! — wenn man die Menschen gesünder machen wollte, könnte man etwas anderes machen. Und staunen Sie, meine Herren: Der Gelehrte in Paris hat den Leuten angeraten, sie sollen den «Faust» von Goethe recht viel lesen — da werden sie gesünder davon, als wenn sie all das Zeug aufnehmen, das nur den Verstand anregt —, weil der «Faust» von Goethe die Phantasie anregt, und die Phantasie ist gesund. — Selbst ein materialistischer Gelehrter hat also das Lesen von Goethes «Faust», weil das die Phantasie anregt, so gut gefunden, daß er gesagt hat: Die heutigen Menschen, die sind so gescheit, die strengen den Verstand nur an; aber der Verstand macht einen eigentlich krank. Aber wenn die Leute den «Faust» lesen würden und sich in alle die Bilder hineinversetzen würden, die im «Faust» sind, würden sie viel gesünder sein.

[ 27 ] You might think this doesn’t really belong here, but it does. Moonlight stirs the human imagination. And you see, it’s quite a curious thing that moonlight stirs the human imagination. When people who are currently scholars sometimes have a sudden burst of cleverness, they sometimes come up with quite charming things, lovely things. For example, some time ago in Paris there was a scholar who said to himself: With all the medicines we now have in medicine, we can accomplish so terribly little for people, and—really, it’s quite remarkable that a Parisian scholar finally came to this conclusion!—if we wanted to make people healthier, we could do something else. And mark my words, gentlemen: The scholar in Paris advised people to read Goethe’s Faust quite a lot—it will make them healthier than if they were to absorb all that stuff that merely stimulates the intellect—because Goethe’s Faust stimulates the imagination, and the imagination is healthy. — So even a materialist scholar has found reading Goethe’s Faust—because it stimulates the imagination—so beneficial that he said: People today are so clever; they strain only their intellect; but the intellect actually makes one sick. But if people were to read Faust and immerse themselves in all the images contained within it, they would be much healthier.

[ 28 ] Also der Gelehrte wollte, daß die Menschen sich ein bißchen mit gesunder Wachstumskraft durchdringen. Die Menschen sollen sich ein wenig mit gesunder Wachstumskraft durchdringen! Ja, sehen Sie, das war einmal ein lichter Augenblick, wie die heutige Wissenschaft nur wenige hat. Das war ein gesunder Augenblick, den die heutige Wissenschaft hatte. Das ist gesund, weil es einen dazu anregt, besser zu verdauen. Es ist wirklich wahr: Der Mensch verdaut besser, wenn er den Goetheschen «Faust» studiert, als wenn er alle gelehrten Werke studiert. Da verdirbt er sich den Magen. Mit dem Goetheschen «Faust» wird der Magen immer gesünder und gesünder; aber auch die anderen Organe. Und woher kommt denn das? Nun, weil der Goethesche «Faust» aus der Phantasie stammt, nicht aus dem Verstand.

[ 28 ] So the scholar wanted people to let themselves be imbued a little with healthy growth energy. People should let themselves be imbued a little with healthy growth energy! Yes, you see, that was once a moment of clarity, the kind that modern science has so few of. That was a wholesome moment that modern science once had. It is wholesome because it stimulates one to digest better. It is truly true: A person digests better when studying Goethe’s Faust than when studying all scholarly works. Those other works upset one’s stomach. With Goethe’s Faust, the stomach becomes healthier and healthier—and so do the other organs. And where does that come from? Well, because Goethe’s Faust springs from the imagination, not from the intellect.

[ 29 ] Denken Sie sich, wenn der Mensch sich durch den Mond anregen läßt, dann wird ja die Phantasie angeregt. Also es werden im Menschen durch den Mond die Wachstumskräfte gerade angeregt. Aber heute ist das in sehr geringem Maß der Fall. Nicht wahr, der Mensch fühlt sich so ein bißchen innerlich durchwärmt, also er fühlt seine Wachstumskräfte innerlich angeregt, wenn er einen Mondspaziergang macht. Das ist schon wahr. Aber es kommt nicht viel in Betracht.

[ 29 ] Just imagine: when a person is inspired by the moon, their imagination is stimulated. In other words, the moon actually stimulates the forces of growth within a person. But today, this happens only to a very limited extent. Isn’t it true that a person feels a little warmed up inside—that is, they feel their growth forces stimulated from within—when they take a moonlit walk? That is certainly true. But it doesn’t amount to much.

[ 30 ] Aber der Mond hängt doch zusammen mit all dem, was beim Menschen das Leben bedeutet. Ich kann Ihnen eine kleine Tatsache angeben, die außerordentlich stark zeigt, wie der Mond mit dem Leben zusammenhängt. Sehen Sie, heute, wo man zum Beispiel aufmerksam macht auf manche Dinge, die die Leute einmal gewußt haben — erinnern Sie sich an dasjenige zum Beispiel, was ich Ihnen hier über den römischen Januskopf mit den zwei Gesichtern gesagt habe —, da werden Sie sich denken können, daß die Leute früher einmal mehr gewußt haben als heute; wenn sie auch nicht «gescheiter» waren, aber mehr gewußt haben sie, Nicht wahr, heute, wo alles durch die Gescheitheit der Menschen begraben ist, was die Menschen einmal gewußt haben, heute sagt man ja: Nun, ein Menschenkind wird neun Monate lang getragen. — Aber die Medizin, die manchmal noch, so wie sie die lateinische Sprache bewahrt hat, auch alte Vorstellungen bewahrt hat — die heutigen Ärzte wollen ja nichts mehr davon wissen, aber sie sind manchmal noch da, diese alten Vorstellungen —, die sagt: Das Kind wird zehn Monate getragen. Woher kommt das, meine Herren? Nun ja, wenn Sie sich ausrechnen: Ein Mondenmonat hat ungefähr 28 Tage; zehn mal 28 = 280 Tage. Ein Monat, wie wir ihn heute haben, zu 30 Tagen gerechnet, wenn Sie das neun mal nehmen, so haben Sie ungefähr dasselbe = 270 Tage. Das heißt: Die neun Monate, die wir heute haben, sind zehn Mondenmonate. Das ist ja dieselbe Zeit. Man hat früher viei nach Mondenmonaten gerechnet, wenn man von der Tragezeit des Kindes im Mutterleibe gesprochen hat.

[ 30 ] But the Moon is, after all, connected to everything that constitutes life for human beings. I can share a small fact with you that illustrates exceptionally clearly how the Moon is connected to life. You see, today, when people draw attention, for example, to certain things that people once knew—remember, for instance, what I told you here about the Roman Janus with his two faces—you can imagine that people in the past knew more than they do today; even if they weren’t “smarter,” they certainly knew more. Isn’t that right? Today, when everything people once knew has been buried by human “cleverness,” people say: “Well, a human child is carried for nine months.” — But medicine, which has sometimes preserved old ideas just as it has preserved the Latin language—today’s doctors don’t want to know anything about them anymore, but these old ideas are still around sometimes—says: The child is carried for ten months. Where does that come from, gentlemen? Well, if you do the math: A lunar month has about 28 days; ten times 28 equals 280 days. A month, as we know it today, is calculated as 30 days; if you multiply that by nine, you get roughly the same result—270 days. This means that the nine months we have today are ten lunar months. It’s the same amount of time. In the past, people often calculated in lunar months when discussing the gestation period of a child in the womb.

[ 31 ] Woher ist das gekommen, meine Herren? Weil man noch gewußt hat, daß das Ausbilden des Kindes im Mutterleib mit dem Mond zusammenhängt. Es hängt mit dem Mond zusammen. Man hat eben einmal gewußt und kann das heute wiederum durch anthroposophische Studien konstatieren, daß der Mond es ist, der im Menschen bewirkt, daß überhaupt das Kind als Lebendes sich entwickeln kann.

[ 31 ] Where did this come from, gentlemen? Because people used to know that the development of the child in the womb is connected to the moon. It is connected to the moon. It was once known—and can be confirmed again today through anthroposophical studies—that it is the moon that enables the child to develop as a living being within the human being.

[ 32 ] Aber dieser Mond, der wirkt ja nur auf die weiblichen Wesen im Menschenreich und im Tierreich, weil die dazu hergerichtet sind. Auf die Erde wirkt der Mond heute nicht mehr. Da erzeugt er heute keine Eier mehr. Und dennoch, wenn man die Sache ordentlich studiert, so kommt man darauf, daß nicht nur im feinen Sinne die Phantasie angeregt wird und dadurch unsere Wachstumskräfte und wir in eine innerliche Bewegung kommen, wenn wir einen Mondspaziergang machen. Der Mond wirkt in uns belebend, aber er wirkt so stark belebend im menschlichen und tierischen weiblichen Körper, daß er überhaupt das Kind oder das Tier mit Wachstumskräften ausstattet.

[ 32 ] But this moon only affects the female beings in the human and animal kingdoms, because they are predisposed to it. The moon no longer affects the Earth today. It no longer produces eggs here. And yet, if one studies the matter thoroughly, one comes to realize that it is not only in a subtle sense that the imagination is stimulated—and thereby our growth forces and we ourselves are set in motion—when we take a moonlit walk. The moon has a vitalizing effect within us, but it has such a powerful vitalizing effect on the female human and animal bodies that it actually endows the child or the animal with growth forces.

[ 33 ] Ja, sehen Sie, der Mond, der da vom Himmel herunterscheint, der bewirkt das nicht, daß die Erde selber wachsen kann, denn die Erde ist heute schon viel zu stark erstorben. Also es muß diese Erde, die einmal befruchtet werden konnte, lebendiger gewesen sein.

[ 33 ] Yes, you see, the moon shining down from the sky—it doesn’t enable the Earth itself to grow, because the Earth is already far too barren today. So this Earth, which was once capable of being fertilized, must have been more alive.

[ 34 ] Und jetzt erinnern Sie sich, daß ich Ihnen gesagt habe, daß dasjenige, was im Inneren des Menschen ist, wenn es von außen hereinkommt, schädlich ist. Also der Mond, der heute auf die Erde herunterscheint, der kann kein Leben mehr hervorrufen. Warum? Weil sein Scheinen von außen kommt, geradeso wie wenn die Luft, die wir selber von uns gegeben haben, von außen kommt. Dann kann sie uns nicht mehr innerlich beleben. Heute kann also der Mond da oben nichts mehr machen mit der Erde selber. Heute kann der Mond nur etwas machen im tierischen und menschlichen Körper, weil das beschützt ist.

[ 34 ] And now remember that I told you that whatever is inside a person—if it comes from outside—is harmful. So the moon, which shines down on Earth today, can no longer bring forth life. Why? Because its light comes from the outside, just as the air we ourselves have exhaled comes from the outside. Then it can no longer enliven us from within. So today, the moon up there can no longer have any effect on the Earth itself. Today, the moon can only have an effect on the animal and human bodies, because they are protected.

[ 35 ] Aber wo muß denn der Mond einmal gewesen sein, damit er die Erde selber zum Lebewesen machen konnte? Außer der Erde kann er sie nicht zum Lebewesen machen. Er muß in der Erde drinnen gewesen sein! Geradeso wie die Kohlensäure, wenn sie draußen ist, uns nicht mehr lebendig machen kann, sondern drinnen sein muß, sich selber drinnen lebendig entwickeln muß, so muß also einmal der Mondenschein nicht draußen gewesen sein, sondern drinnen in der Erde.

[ 35 ] But where must the moon have been in order to make the Earth itself a living being? It cannot make the Earth a living being from outside the Earth. It must have been inside the Earth! Just as carbon dioxide, when it is outside, can no longer make us alive—but must be inside, must develop into a living substance from within—so, too, the moonlight must not have been outside at one time, but inside the Earth.

[ 36 ] Also stellen Sie sich vor, meine Herren: Damals, als da diese Wesen waren, da war der Mond überhaupt nicht außerhalb der Erde, sondern er war drinnen und aufgelöst in der dicklichen Suppe. Er war überhaupt noch nicht begrenzt, sondern er war da drinnen eine noch dicklichere Kugel. Da konnte er die ganze Erde zu einem Ei machen. Man kommt eben darauf, daß der Mond, der heute nur noch auf die Phantasie wirkt und auf den weiblichen befruchteten Körper, daß der Mond, der heute droben am Himmel ist, einmal in der Erde drinnen war.

[ 36 ] So imagine, gentlemen: Back when those beings existed, the moon was not outside the Earth at all, but was inside it, dissolved in the thick soup. It was not yet defined as a separate entity, but was an even thicker sphere within it. There, it could turn the entire Earth into an egg. One comes to realize that the Moon—which today appeals only to the imagination and to the female, fertilized body—that the Moon, which is up there in the sky today, was once inside the Earth.

[ 37 ] Dann muß er aber auch einmal herausgegangen sein. Und sehen Sie, meine Herren, da kommen wir eben zu dem ungeheuer wichtigen Augenblick in der Erdenentwickelung: Der Mond, der heute immer draußen ist, der ist früher einmal im Inneren der Erde gewesen. Die Erde hat ihn ausgeschieden. Er umgibt sie heute von außen.

[ 37 ] But that means it must have left at some point. And you see, gentlemen, this brings us to an immensely important moment in the Earth’s evolution: The Moon, which is always outside today, was once inside the Earth. The Earth expelled it. Today, it orbits the Earth from the outside.

[ 38 ] Wenn wir den ganzen Erdenkörper studieren, so kommt dabei etwas Merkwürdiges heraus. Nicht wahr, wenn wir den Erdenkörper studieren, so haben wir ja eigentlich den Erdenkörper aus Wasser bestehend, und da in diesem Wasser schwimmen die Kontinente drinnen, die Landmassen, wie einstmals diese Riesentiere darinnen geschwommen sind. Europa, Asien, Afrika schwimmen im Wasser, wie einstmals diese Riesentiere da geschwommen sind in der Erdensuppe, in der dicken Erdensuppe. Und wenn wir studieren, wie das ausschaut — wissen Sie, das schaut ja nicht gleich aus —, dann kann man heute noch immer sehen an der Aushöhlung der Erde und an dem Ausweichen der Kontinente, daß der Mond einmal herausgeflogen ist da, wo heute der Stille Ozean ist. Der Mond war einmal in der Erde drinnen, ist herausgeflogen. Er hat sich außen erst verhärtet.

[ 38 ] When we study the entire Earth, something remarkable emerges. Isn’t it true that when we study the Earth, we actually find that it consists of water, and that the continents—the landmasses—float within this water, just as those giant creatures once swam within it? Europe, Asia, and Africa float in the water, just as those giant creatures once floated in the Earth’s soup, in the thick Earth’s soup. And when we study what that looks like—you know, it doesn’t look the same everywhere—we can still see today, from the Earth’s hollowed-out areas and the shifting of the continents, that the Moon once flew out from where the Pacific Ocean is today. The Moon was once inside the Earth; it flew out. It only hardened once it was on the outside.

[ 39 ] Wir blicken jetzt auf einen alten Erdenzustand zurück. Da hatte die Erde noch ihren Mond in ihrem Leib drinnen. Der machte sie zur Mutter mit seiner Substanz, und die väterliche Substanz wurde hervorgerufen durch die Sonne, weil die Sonne fortwährend solche Schleimklumpen erzeugt hat, die sie außen umgeben hat mit einem dicken Hornmantel. Das hat der Sonnenstrahl bewirkt. Und diese schwimmenden Schleimklumpen, die haben fortwährend das, was unten war in der Erdensuppe und was durch den Mond im Leben erhalten worden ist, befruchtet. So daß die Erde ein riesiges Ei war und durch dasjenige, was die Sonne bewirkt hat, fortwährend befruchtet worden ist.

[ 39 ] We are now looking back on an ancient state of the Earth. At that time, the Earth still had its moon within its body. The moon made the Earth a mother through its substance, and the fatherly substance was brought about by the Sun, because the Sun continuously produced such clumps of slime, which it surrounded on the outside with a thick horny mantle. This was brought about by the sun’s rays. And these floating clumps of slime continuously fertilized what lay at the bottom of the primordial soup and what had been sustained by the Moon. Thus, the Earth was a gigantic egg and was continuously fertilized by what the Sun brought about.

[ 40 ] Ja, meine Herren, wenn die Geschichte so fortgegangen wäre, da hätte sich ein recht ungemütlicher Zustand auf der Erde ergeben. Da wäre der Mond herausgeflogen. Die Erde wäre unfruchtbar geworden, und es wäre schließlich doch alles erstorben. Was ist denn da bewirkt worden? Da ist durch das Hinausfliegen des Mondes zwar bewirkt worden, daß die Erde erstorben ist, aber es ist etwas von dem alten Befruchtenden eben aufbewahrt worden im mütterlichen Tier- und Menschenleib. Vorher hat es überhaupt nicht ein Geborenwerden gegeben in der Weise, wie es jetzt ist, nicht wahr. Geradeso wie, wenn man einen neuen Laib Brot macht, man etwas von der alten Hefe nimmt und dann hereintut, so ist etwas noch von der alten Substanz, die man vom Mond genommen hat, geblieben in den weiblichen Leibern, so daß das befruchtet werden kann. Was da drinnen befruchtet wird, das, was innerlich zum Ei wird, das ist nur die Nachbildung vom alten Erden-Ei. So daß es kein Wunder ist, daß, wenn das Kind entsteht, da die Mondengeschichte noch drinnen spukt, sich sogar die Zeit, während das Kind getragen wird, nach dem Mond richtet. Nicht wahr, der Sohn des Barons muß sich auch nach der Decke seiner Erbschaft strecken, die ihm sein Vater hinterläßt. Das muß auch das befruchtete Ei, das eigentlich von der alten Mondensuppe abstammt. Das muß sich heute noch nach dem Mond richten, denn von dem ist das geerbt.

[ 40 ] Yes, gentlemen, if history had continued in that way, a rather unpleasant situation would have arisen on Earth. The Moon would have been flung out. The Earth would have become barren, and eventually everything would have perished. So what actually happened? While the Moon’s ejection did indeed cause the Earth to perish, some of the old life-giving force was preserved within the maternal bodies of animals and humans. Before that, there was no such thing as birth in the way it exists today, was there? Just as when you make a new loaf of bread, you take some of the old yeast and add it to the dough, so too has something of the old substance—taken from the Moon—remained in the female bodies, so that it can be fertilized. What is fertilized there inside—that which internally becomes an egg—is merely a replica of the ancient Earth egg. So it is no wonder that, when the child is conceived—with the lunar history still haunting it from within—even the time during which the child is carried is governed by the moon. Isn’t it true that the baron’s son must also live within the limits of the inheritance his father leaves him? So must the fertilized egg, which actually descends from the ancient lunar soup. It must still be governed by the moon today, for that is what it has inherited.

[ 41 ] Überhaupt, sehen Sie, hat man in älteren Zeiten von diesen Dingen viel mehr gewußt. Ich werde Ihnen noch einmal die Gründe angeben, warum. In älteren Zeiten hat man von diesen Dingen viel mehr gewußt, und man hat gesagt: Sol, Sonne, die ist männlich. Sie macht ja auch das Männliche. Noch im Lateinischen ist das so. Sol, die Sonne, ist männlich. Luna, der Mond, ist weiblich, ist im Lateinischen ein weibliches Wort. Sol, das Sonnenhafte, befruchtet Luna, das Weibhafte. In der deutschen Sprache ist die Geschichte vollständig umgekehrt; da sagt man die Sonne und der Mond, während doch in Wirklichkeit die Sonne das Männliche darstellt und der Mond das Weibliche. So verwirrt hat sich die Geschichte. Wir müßten eigentlich, wenn wir richtig reden wollten, im Deutschen sagen: der Sonn und die Mond.

[ 41 ] In general, you see, people knew much more about these things in earlier times. I’ll explain the reasons why once again. In earlier times, people knew much more about these things, and they used to say: Sol, the sun, is masculine. After all, it is the source of masculinity. This is still the case in Latin. Sol, the sun, is masculine. Luna, the moon, is feminine; in Latin, it is a feminine noun. Sol, the solar principle, fertilizes Luna, the feminine principle. In the German language, the situation is completely reversed; there, people say “die Sonne” and “der Mond,” even though in reality the sun represents the masculine and the moon the feminine. That is how confused the situation has become. If we wanted to speak correctly, we would actually have to say in German: “der Sonn” and “die Mond.”

[ 42 ] Aber schon der alte Lateiner hat darüber einen Witz gemacht und hat gesagt — es ist dies nur ein Witz, mit dem ich die heutige Betrachtung abschließen will; ich wollte Ihnen hier nur etwas geben, was das nächste Mal noch viel deutlicher vor uns stehen wird —, der alte Lateiner hat nämlich gesagt: Wir haben zuerst einen solchen Mond (siehe Zeichnung); dann nimmt der Mond immer zu, wird so und dann wird er voll; dann nimmt er wiederum ab, wird so. — Und sehen Sie, wenn wir diese Worte nehmen in den romanischen Sprachen, zum Beispiel im Französischen, so können wir dieses da hier (siehe Zeichnung, abnehmende Mondsichel) zu einem C machen, und das da hier (zunehmender Mond, erstes Viertel), zu einem D; dann kommt aber heraus beim € croitre = wachsen. Aber da nimmt er gerade ab, der Mond, da wächst er nicht, wenn er ein C macht! Dagegen decroitre = abnehmen — da wächst er. So daß, wenn wir an den Himmel hinaufschauen, der Mond uns sagt: «Ich wachse», wenn er eigentlich abnimmt, und umgekehrt. Daraus ist dann das Sprichwort entstanden: Der Mond ist ein Lügner. Er lügt einen an.

[ 42 ] But even the ancient Latin scholar made a joke about this and said—this is just a joke with which I want to conclude today’s reflection; I just wanted to give you something here that will become even much clearer to us next time—namely, the ancient Latin scholar said: First we have a moon like this (see drawing); then the moon gradually waxes, becomes like this, and then it becomes full; then it wanes again, becoming like this. — And you see, if we take these words in the Romance languages, for example in French, we can turn this here (see drawing, waning crescent) into a C, and this here (waxing moon, first quarter) into a D; but then we end up with the word croître = to grow. But that’s precisely when the moon is waning—it isn’t growing when it forms a C! In contrast, décroître means “to wane” — and that’s when it is growing. So when we look up at the sky, the moon tells us, “I am growing,” when it is actually waning, and vice versa. This gave rise to the proverb: “The moon is a liar. It lies to you.”

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[ 43 ] Aber das hat ja noch eine tiefere Bedeutung. Die Menschen haben sich allmählich geniert, über das Mondenhafte zu reden, weil das Mondenhafte mit der Entstehung des Menschen zusammenhängt. Das wurde allmählich etwas, worüber man nicht redete. Und die Menschen haben die Möglichkeit verloren, überhaupt von dem Mondenhaften in der richtigen Weise zu reden. Deshalb wurde der Mond auch ein Lügner. Wenn man ihn anschaute, sagte er für die Menschen nicht dasjenige mehr, womit sie zusammenhängen. Die Ärzte haben sich allmählich abgewöhnt, darüber zu reden, daß das Kind zehn Mondenmonate im Mutterleibe bleibt und haben von den neun Sonnenmonaten geredet, die dann ja ungefähr dieselbe Zeit sind. Aber in Wirklichkeit sind es zehn Mondenmonate, nicht neun Sonnenmonate. Das hängt eben mit dem Mond zusammen und stammt von daher, daß die Erde einmal in ihrem Bauch, in sich den Mond getragen hat und selber den Mond geboren und in den Weltenraum hinausgeworfen hat.

[ 43 ] But this actually has a deeper meaning. People gradually became embarrassed to talk about the lunar, because the lunar is connected to the origin of humankind. It gradually became something that was not spoken of. And people lost the ability to speak of the lunar in the proper way at all. That is why the moon also became a liar. When people looked at it, it no longer conveyed to them that which they are connected to. Doctors gradually stopped talking about the fact that a child remains in the womb for ten lunar months and began speaking of the nine solar months, which are, after all, roughly the same length of time. But in reality, it is ten lunar months, not nine solar months. This is precisely connected to the moon and stems from the fact that the Earth once carried the moon within her womb, gave birth to the moon herself, and cast it out into outer space.

[ 44 ] Jetzt denken Sie, meine Herren: Ja, im Grunde genommen erzähle ich Ihnen ja gar nichts anderes, als was Ihnen heute einer erzählt, wenn er Ihnen von einem alten Weltennebel redet, von so einem Dampf, aus dem sich wieder abgesondert hat die Erde, und aus der Erde ist wieder der Mond herausgegangen. — Aber das ist alles mechanisch gedacht! Das ist alles materialistisch! Aus einem Dampf könnte niemals, wenn noch so viel herausfließen würde, irgend etwas Lebendiges werden. Aber das, was ich Ihnen erzählt habe, ist nicht ein alter Dampf. Sie können noch so viel Dämpfe in dem Kessel erzeugen und sich etwas abspalten lassen — aber das, was ich Ihnen erzähle, führt Sie zurück zu einer Wirklichkeit. Und das ist die Wirklichkeit, nicht jener Dampf, von dem sich der Jupiter abgespalten haben soll und die Erde; und als die Erde noch gleich dem Jupiter gewesen ist, da hat sie den Mond hinausgeworfen. Der wirkliche Mond hängt eben zusammen mit dem ganzen Wachstum und sogar mit der Fortpflanzung des Menschen, wie gesagt, und die Erde hat einmal ihre eigene Fortpflanzungskraft in sich gehabt, war mütterliche Erde, und ist von den Tieren, die da oben gewesen sind mit ihren Schalen, und von dem Sonnenschein befruchtet worden. Die Mondenkraft in der Erde ist von dem Sonnenschein befruchtet worden. Ja, da sehen Sie, wie wir allmählich von der Erde in den Weltenraum hinauskommen.

[ 44 ] Now think about it, gentlemen: Yes, when it comes down to it, I’m telling you nothing other than what someone tells you today when they speak of an ancient primordial mist—a kind of vapor from which the Earth was formed, and from which the Moon emerged. — But that’s all mechanical thinking! It’s all materialistic! No matter how much might flow out of it, nothing living could ever come from a vapor. But what I’ve told you about isn’t an ancient vapor. You can generate as much vapor as you like in a boiler and have something separate off from it—but what I’m telling you leads you back to a reality. And that is reality, not that vapor from which Jupiter and the Earth are said to have separated; and when the Earth was still like Jupiter, it cast out the Moon. The real Moon is connected to the entire process of growth and even to human procreation, as I said, and the Earth once possessed its own power of procreation within itself; it was the Mother Earth, and was fertilized by the animals that were up there with their shells, and by the sunlight. The Moon’s power within the Earth was fertilized by the sunlight. Yes, there you see how we gradually emerge from the Earth into outer space.

[ 45 ] Ich stelle natürlich ein bißchen starke Anforderungen an Ihre Aufmerksamkeit, aber Sie sehen ja, daß man auch etwas Wirkliches daraus lernt!

[ 45 ] Of course, I’m asking quite a bit of your attention, but as you can see, you actually learn something from it!