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The Rudolf Steiner Archive

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On Health and Illness
GA 348

23 December 1922, Dornach

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Meine Herren, wie ich das letzte Mal gesagt habe, bleibt noch einzelnes übrig zu betrachten, und das möchte ich gerne heute tun. Vielleicht können Sie sich dann während der Weihnachten beraten, was in der nächsten Stunde besprochen werden soll, damit Sie auch in dieser Richtung auf Ihre Rechnung kommen.

[ 1 ] Gentlemen, as I mentioned last time, there are still a few points left to consider, and I would like to address them today. Perhaps you could then discuss over the Christmas break what should be covered in the next session, so that your needs in this regard are also met.

[ 2 ] Wichtig für den Menschen, damit er die Welt erkennen lernt, sind seine Sinne, und wir haben ja von den Sinnen jetzt schon das Auge und das Ohr betrachtet; wir haben auch den über den ganzen Menschen ausgebreiteten Gefühlssinn betrachtet, wir haben den Geschmackssinn und den Geruchssinn betrachtet. Alle diese Sinne aber sind nur wichtig dafür, daß der Mensch seine Umgebung kennenlernt, und daß er, wie ich Ihnen auch gesagt habe, seinen Körper gestalten kann. Leben kann er nicht durch seine Sinne, sondern leben tut er durch seinen Atmungsprozeß. Also wenn Sie fragen, warum Sie ein aufrechtes Wesen sind, warum die Nase mitten im Gesicht sitzt und so weiter, dann müssen Sie sich die Antwort geben: weil meine Sinne so und so sind. Wenn Sie aber fragen, warum Sie leben, dann müssen Sie nach Ihrem Atem sehen, denn der Atem hängt mit dem ganzen Leben zusammen. Nun atmen ja die Menschen auf eine Weise, wie auch die höheren Säugetiere; aber es gibt viele Tiere, die atmen anders. So zum Beispiel atmen die Fische, die ja im Wasser leben, und die das können, von dem ich Ihnen das letzte Mal gesagt habe, daß es der Mensch eben nicht kann, weil er die betreffenden Organe verkümmert hat, die Fische atmen im Wasser, da sie schwimmen können und immer im Wasser leben. Sie können also im Wasser atmen.

[ 2 ] A person’s senses are important for learning to perceive the world, and we have already considered the eye and the ear; we have also considered the sense of touch, which extends throughout the entire human body, as well as the senses of taste and smell. All these senses, however, are important only for enabling a person to become acquainted with their surroundings and, as I have also told you, to shape their body. A person cannot live through their senses; rather, they live through the process of breathing. So if you ask why you are an upright being, why the nose is situated in the middle of the face, and so on, then you must answer: because my senses are such and such. But if you ask why you are alive, then you must look to your breath, for the breath is connected to life as a whole. Now, humans breathe in the same way as higher mammals; but there are many animals that breathe differently. For example, fish—which live in water and are capable of doing what I told you last time that humans simply cannot do because the relevant organs have atrophied—breathe in water because they can swim and always live in water. So they can breathe in water.

[ 3 ] Wenn wir nun zunächst auf den Menschen schauen, so haben wir beim Menschen den Einatmungsprozeß. Ich habe Ihnen ja diese Dinge von einem andern Gesichtspunkte aus schon beschrieben; wir wollen sie heute einmal so betrachten, daß Sie daraus sehr viel sehen. Der Atmungsprozeß ist zuerst ein Einatmungsprozeß. Wir atmen aus der Luft, die uns umgibt, ein, und zwar dasjenige, was für unser Leben notwendig ist, den Sauerstoff. Der Sauerstoff breitet sich dann in unserem ganzen Körper aus, und in unserem ganzen Körper, da liegt umher, oder ich möchte sagen, schwimmt umher, oder auch fliegt umher in ganz kleinen Partikelchen Kohlenstoff.

[ 3 ] If we now turn our attention first to human beings, we see that in humans there is the process of inhalation. I have already described these things to you from a different perspective; today, let’s look at them in such a way that you can gain a great deal of insight from them. The breathing process is, first and foremost, a process of inhalation. We inhale from the air that surrounds us—specifically, what is necessary for our life: oxygen. The oxygen then spreads throughout our entire body, and throughout our entire body there are tiny particles of carbon floating around—or, I might say, swimming around—or even flying around.

[ 4 ] Sehen Sie, Kohlenstoff, den wir in uns tragen, finden Sie sonst auch in der Natur, und zwar ist der Kohlenstoff in sehr verschiedener Weise vorhanden. Der Kohlenstoff, der ist zunächst einmal, wie Sie wissen, in den Steinkohlen vorhanden. Dann aber ist der Kohlenstoff auch in jeder Pflanze vorhanden, denn die Pflanze besteht aus Kohlenstoff, mit Wasser und so weiter, aber Kohlenstoff ist der hauptsächlichste Bestandteil der Pflanze. Und wenn Sie einen Bleistift haben und da Graphit drinnen ist, so schreiben Sie mit Kohlenstoff. Und endlich ist der Demant, der Diamant, der ein so wertvolles Material, ein wertvoller Stein ist, auch Kohlenstoff. Der Diamant ist durchsichtiger Kohlenstoff, die Steinkohle ist undurchsichtiger Kohlenstoff. Es ist schon interessant, daß in der Natur so etwas, was nun nicht gerade Staat machen kann mit seinem Wesen wie die Kohle, die nicht elegant ist, genau derselbe Stoff ist wie dasjenige, was zum Beispiel als etwas besonders Wertvolles — weil es groß ist als Stein —, als Diamantstein in der Krone von England ist; dasselbe, nur in anderer Form. Also solchen Kohlenstoff haben wir in der verschiedensten Gestalt in uns.

[ 4 ] You see, the carbon we carry within us can also be found elsewhere in nature, and it exists in a wide variety of forms. First of all, as you know, carbon is found in coal. But carbon is also present in every plant, because plants consist of carbon, water, and so on—but carbon is the main component of plants. And if you have a pencil that contains graphite, you’re writing with carbon. Finally, diamond—that precious material, that valuable stone—is also carbon. Diamond is transparent carbon, while coal is opaque carbon. It’s quite interesting that in nature, something like coal—which, with its unassuming nature, isn’t exactly a showstopper—is exactly the same substance as, for example, something considered particularly valuable—because it’s as hard as a rock—such as the diamond in the Crown of England; the same substance, just in a different form. So we have this carbon within us in a wide variety of forms.

[ 5 ] Wir atmen also den Sauerstoff ein. Der breitet sich überall in unserem Körper aus und verbindet sich mit der Kohle. Wenn sich der Sauerstoff mit der festen Kohle verbindet, entsteht wiederum ein Gas, Kohlensäure; Kohlensäure ist Sauerstoff und Kohlenstoff zusammen. Diese Kohlensäure atmen wir dann aus. So daß also unser Leben eigentlich darinnen besteht, daß wir unseren Körper in die übrige Welt dadurch einschalten, daß wir Sauerstoff einatmen und Kohlensäure ausatmen.

[ 5 ] So we breathe in oxygen. It spreads throughout our body and combines with carbon. When the oxygen combines with the solid carbon, a gas is formed: carbon dioxide; carbon dioxide is oxygen and carbon combined. We then exhale this carbon dioxide. So our life actually consists of connecting our body to the rest of the world by inhaling oxygen and exhaling carbon dioxide.

[ 6 ] Nun können wir aber auch so sagen: Wenn wir immer bloßen Sauerstoff einatmen würden, dann würden wir unermeßlich viel Kohlenstoff haben müssen, und die Kohlensäure müßte in uns bleiben. Ja, das müßte dann so sein, daß wir uns durch das Einatmen immer aufblasen würden, und zuletzt ganz riesig werden würden wie die Erde selber. Dann könnte man immer einatmen, einen einzigen riesigen Einatmungszug machen. Aber wir haben nicht so viel Kohlenstoff. Der muß immer wieder erneuert werden. Wir könnten nicht leben, wenn wir immer nur einatmen würden. Wir müssen wieder ausatmen und Kohlenstoff neu bilden. Und diese Kohlensäure, die wir bilden, die ist der Tod.

[ 6 ] But we could also put it this way: If we were to breathe in nothing but oxygen all the time, then we would have to have an immeasurable amount of carbon, and the carbon dioxide would have to remain inside us. Yes, that would mean we’d keep inflating ourselves with every breath, and eventually become as huge as the Earth itself. Then we could just keep breathing in—take one single, enormous breath. But we don’t have that much carbon. It has to be constantly replenished. We couldn’t live if we just kept breathing in. We have to exhale again and produce carbon anew. And this carbon dioxide that we produce—that is death.

[ 7 ] Wir können schon sagen: Sauerstoff ist für uns das Leben, Kohlensäure ist der Tod. Denn wenn Sie zum Beispiel den Raum hier mit Kohlensäure ausfüllen und hineingehen, müssen Sie sterben. Wir wechseln immer ab, indem wir einatmen, mit der Lebensluft, und indem wir ausatmen, mit der Todesluft. Fortwährend ist in uns Leben und Sterben. Und sehen Sie, es ist nun interessant, wie dieses Leben und Sterben überhaupt in den Menschen hereinkommt. Damit Sie das begreifen, mache ich Sie aufmerksam darauf, daß ja in der ganzen Natur überall kleinwinzige Lebewesen vorkommen — Sie haben schon von ihnen gehört —, Bakterien, Bazillen. Jedesmal, wenn wir durch die Luft gehen, fliegen in der Luft unzählige solche Lebewesen herum.

[ 7 ] We can already say this: Oxygen is life for us; carbon dioxide is death. For example, if you were to fill this room with carbon dioxide and step inside, you would die. We are constantly alternating: when we inhale, we breathe in the air of life; when we exhale, we breathe out the air of death. Life and death are constantly at work within us. And look, it’s interesting to consider how this life and death actually enter the human being in the first place. To help you understand this, I’d like to point out that tiny living organisms are found everywhere in nature—you’ve heard of them before—bacteria, bacilli. Every time we walk through the air, countless such living organisms are floating around in it.

[ 8 ] Wenn wir irgendeinen Muskel aus einem Tiere nehmen, leben darinnen unzählige kleine Lebewesen. Ja, diese kleinen Lebewesen — auch davon habe ich Ihnen schon gesprochen -, die haben die Eigenschaft, daß sie sich riesig vermehren. Kaum ist irgendwo eines da, so können, gerade von den kleinsten, Millionen schon da sein; sie vermehren sich riesig. Darauf beruhen ja die sogenannten Infektionskrankheiten. Nicht daß etwa diese kleinsten Lebewesen die Krankheit bewirken, sondern wenn irgend etwas in uns krank ist, dann fühlen sich diese kleinen Lebewesen wohl. Wie die Pflanze im Mist, so fühlen sich diese kleinen Lebewesen in den erkrankten Organen in uns wohl. Sie halten sich dort gerne auf. Derjenige, der behauptet, daß von den kleinen Lebewesen die Krankheiten kommen, der zum Beispiel sagt: die Grippe kommt von dem Grippebazillus und so weiter, der ist natürlich geradeso gescheit, als wenn einer sagt, der Regen kommt von den Fröschen, die quaken. Natürlich, wenn der Regen kommt, quaken die Frösche, weil sie es spüren, weil sie ja in dem Wasser sind, das angeregt ist durch dasjenige, was den Regen bewirkt. Aber die Frösche bringen nicht den Regen. Ebenso bringen die Bazillen nicht die Grippe; aber sie sind da, wo die Grippe ist, geradeso wie die Frösche auf eine unerklärliche Weise hervorkommen, wenn der Regen kommt.

[ 8 ] If we take any muscle from an animal, countless tiny organisms live inside it. Yes, these tiny organisms—I’ve already told you about them—have the ability to multiply enormously. No sooner is there even one of them somewhere than—especially the tiniest ones—there can already be millions; they multiply enormously. This is, after all, the basis of so-called infectious diseases. It’s not that these tiniest organisms cause the disease, but rather that when something within us is diseased, these tiny organisms thrive there. Just as a plant thrives in manure, so these tiny organisms thrive in our diseased organs. They like to stay there. Anyone who claims that diseases come from these tiny organisms—who says, for example, that the flu comes from the flu bacillus, and so on—is, of course, just as sensible as someone who says that rain comes from croaking frogs. Of course, when the rain comes, the frogs croak because they sense it—since they are in the water, which is stirred by whatever causes the rain. But the frogs do not bring the rain. Likewise, the germs do not cause the flu; but they are present where the flu is, just as the frogs appear in an inexplicable way when the rain comes.

[ 9 ] Also man darf nicht auf der einen Seite sagen, daß einem die Bazillenuntersuchung nichts nützt, Sie nützt einem so viel, daß man weiß, daß der Mensch der Krankheit ausgesetzt ist, wie man weiß, daß die Frösche quaken, wenn es regnet. Also man darf nicht das Kind mit dem Bad ausschütten und sagen, die Bazillen zu untersuchen sei unnötig. Aber man muß auf der anderen Seite wissen, daß die Bazillen nicht die Krankheit machen. Sonst wird man niemals richtig erklären, wenn man immer nur sagt: Für die Cholera gibt es die Bazillen, für die Grippe gibt es die Bazillen und so weiter. Das ist natürlich nur eine Faulenzerei dafür, daß die Leute die wirklichen Krankheitsursachen nicht untersuchen wollen.

[ 9 ] So you can't say, on the one hand, that testing for germs is of no use; it's just as useful as knowing that a person is exposed to the disease as it is to know that frogs croak when it rains. So you can’t throw the baby out with the bathwater and say that testing for germs is unnecessary. But on the other hand, one must realize that germs do not cause disease. Otherwise, one will never be able to explain things properly if one always just says: “There are germs for cholera, there are germs for the flu,” and so on. This is, of course, just a cop-out for the fact that people do not want to investigate the real causes of disease.

[ 10 ] Nun aber, wenn Sie solche Bazillen, also solche kleinwinzigen Lebewesen nehmen, und sie von dort wegnehmen, wo sie sind, dann können sie nicht mehr leben. Sie können zum Beispiel nicht einen Cholerabazillus aus dem menschlichen Gedärm herausnehmen und irgendwo beliebig leben lassen. Das können Sie nicht. Er kann nur im menschlichen Gedärm oder im Gedärm von Ratten und dergleichen leben. Also diese kleinwinzigen Lebewesen, die brauchen, damit sie leben können, immer eine gewisse Umgebung.

[ 10 ] But now, if you take such bacteria—that is, such tiny organisms—and remove them from where they are, they can no longer survive. For example, you cannot remove a cholera bacterium from the human intestine and let it live anywhere you choose. You can’t do that. It can only live in the human intestine or in the intestines of rats and the like. So these tiny organisms always need a certain environment in order to live.

[ 11 ] Nun, warum ist denn das? Das ist nämlich eine sehr wichtige Sache, daß diese kleinsten Lebewesen eine ganz bestimmte Umgebung haben. Sehen Sie, in demselben Moment, wo, sagen wir, der Cholerabazillus im menschlichen Gedärm sich aufhält, da wirkt auf ihn zum Beispiel die Schwerkraft nicht so stark, als wenn er draußen ist, und die Schwerkraft der Erde ruiniert ihn gleich, den Cholerabazillus, wenn er aus seinem Element draußen ist.

[ 11 ] Well, why is that? It’s actually a very important point that these tiniest organisms have a very specific environment. You see, the moment, say, the cholera bacillus is inside the human intestine, gravity doesn’t affect it as strongly as it does when it’s outside, and Earth’s gravity immediately destroys the cholera bacillus once it’s out of its element.

[ 12 ] Aber ein solches kleinwinziges Lebewesen, wie diese unzähligen, ist ja auch der Mensch, wenn er anfängt zu leben. Der Mensch ist nämlich als Ei, als Keim auch ein solches kleines Lebewesen, ein solches winziges kleines Lebewesen. Und da kommen wir auf ein sehr wichtiges Kapitel, meine Herren.

[ 12 ] But a human being is also such a tiny living creature—just like these countless others—when he or she begins to live. For as an egg, as an embryo, a human being is also such a small living creature, such a tiny little living creature. And this brings us to a very important topic, gentlemen.

[ 13 ] Nehmen wir einen solchen Cholerabazillus und vergleichen wir ihn mit dem Menschen. Dieser Cholerabazillus, der muß also im Gedärm des Menschen leben. Alle diese Bazillen müssen irgendwo leben, wo sie geschützt sind vor der Erde. Was heißt denn das aber: sie sind geschützt vor der Erde? Das heißt, etwas anderes als die Erde wirkt auf sie ein. Und tatsächlich ist es so, daß auf alle diese Lebewesen der Mond einwirkt, so sonderbar das ist, daß das Mondenlicht, das also bald so, bald so auf die Erde hinscheint, solche Wirkungen haben soll. Das ist schon so: Diese Lebewesen müssen geschützt sein vor der Erde, damit sie sich dem Kosmos, der großen Welt, und hauptsächlich dem Mondeneinfluß hingeben können.

[ 13 ] Let’s take a cholera bacillus and compare it to a human being. This cholera bacillus must, therefore, live in the human intestine. All these bacteria must live somewhere where they are protected from the Earth. But what does that mean: they are protected from the Earth? It means that something other than the Earth is acting upon them. And in fact, the moon exerts an influence on all these living beings—as strange as it may seem that moonlight, which shines on the Earth in ever-changing ways, should have such effects. It is indeed true: these living beings must be protected from the Earth so that they can surrender themselves to the cosmos, the greater world, and primarily to the influence of the moon.

[ 14 ] Sehen Sie, so ist dem Mondeneinfluß hingegeben auch der Menschenkeim in seinem allerersten Zustand. Er ist ihm hingegeben, bevor noch eine sogenannte Befruchtung durch den männlichen Samen eingetreten ist. Gerade so, meinetwillen, wie der Cholerabazillus in dem Gedärm lebt, so lebt zunächst im menschlichen Weibe dieser kleine Menschenkeim, und der ist geschützt zunächst. Aber der menschliche Frauenorganismus ist so eingerichtet, daß der Menschenkeim nur anfangs geschützt ist. In dem Augenblick, wo er zu weit herauskommt aus dem Körper, da ist er nicht mehr geschützt; da wirkt auf ihn die Erde ein. Das ist eine sehr interessante Tatsache.

[ 14 ] You see, the human embryo, in its very earliest state, is also subject to the influence of the moon. It is subject to this influence even before so-called fertilization by the male sperm has taken place. Just as, in my view, the cholera bacillus lives in the intestines, so this tiny human embryo initially lives within the woman’s body, and it is protected at first. But the female human organism is structured in such a way that the human embryo is protected only at the beginning. The moment it emerges too far from the body, it is no longer protected; then the Earth’s forces act upon it. This is a very interesting fact.

[ 15 ] Die Frauen sondern alle vier Wochen solche Menschenkeime ab. Zunächst, ganz kurze Zeit, sind sie dem Mondeneinfluß hingegeben. Da sind sie geschützt. Nun ist aber der weibliche Organismus so eingerichtet, daß er durch den Ablauf von der monatlichen Periode den Menschenkeim nach auswärts befördert. Da kommt er unter den Erdeneinfluß, und der Erdeneinfluß zerstört den Menschenkeim.

[ 15 ] Women shed these human embryos every four weeks. At first, for a very short time, they are under the influence of the moon. There they are protected. However, the female organism is designed in such a way that, through the course of the monthly period, it expels the human embryo outward. There it comes under the influence of the Earth, and the Earth’s influence destroys the human germ.

[ 16 ] Sehen Sie, so wunderbar ist dieser menschliche Organismus eingerichtet, daß er einen Gegensatz bildet zu den Bazillen, sagen wir, zu den Cholerabazillen. Die bleiben im Darm. Die hüten sich, zu weit herauszugehen. Wenn sie sich selbst überlassen sind, da bleiben sie da, wo sie geschützt werden können vor dem Erdeneinfluß. Der Menschenkeim ist auch zunächst im Leibe der Mutter geschützt vor dem Erdeneinfluß, aber er dringt dann vor, er muß vordringen durch die Blutzirkulation der Frau, kommt weiter nach auswärts, kommt unter den Einfluß der Erdenschwerkraft. Vernichtet wird er jedesmal, wenn beim Weibe die monatliche Periode eintritt, die ja mit dem Mondengang zusammenhängt. Da sieht man, daß das mit dem Mondeneinfluß zusammenhängt. Jedesmal dann wird eigentlich ein Menschenkeim vernichtet. Er ist noch nicht ein richtiger Menschenkeim, denn damit er ein richtiger Menschenkeim ist, muß er eben vor der Vernichtung bewahrt bleiben, und das geschieht durch die Befruchtung.

[ 16 ] You see, the human organism is so wonderfully designed that it acts as a counterbalance to the bacteria—let’s say, the cholera bacteria. They remain in the intestines. They are careful not to venture too far out. When left to their own devices, they stay where they can be protected from the influence of the earth. The human embryo is also initially protected from the influence of the Earth within the mother’s body, but it then advances; it must advance through the woman’s blood circulation, moves further outward, and comes under the influence of Earth’s gravity. It is destroyed every time the woman’s monthly period begins, which is, of course, linked to the lunar cycle. Here we see that this is connected to the influence of the moon. Each time, a human embryo is actually destroyed. It is not yet a true human embryo, for in order to be a true human embryo, it must be preserved from destruction—and this occurs through fertilization.

[ 17 ] Was also geschieht denn eigentlich durch die Befruchtung? Durch die Befruchtung wird eben dieser Keim, der sonst, wenn er einfach dem Erdeneinfluß überlassen wird, zugrunde geht, in eine ganz feine Materie eingehüllt, die ätherisch ist, und wird geschützt vor der Erde, und so kann er im Leibe der Mutter ausreifen; so daß also die männliche Befruchtung den Schutz des Menschenkeimes vor den Erdenkräften bedeutet. Jedesmal also, wenn eine Befruchtung eintritt, dann wird ein Menschenkeim geschützt vor der Vernichtung durch die Erdenkräfte.

[ 17 ] So what actually happens during fertilization? Through fertilization, this very germ—which would otherwise perish if left solely to the influence of the earth—is enveloped in a very fine, ethereal substance and protected from the earth, allowing it to mature within the mother’s body; thus, male fertilization provides protection for the human germ against the forces of the earth. Thus, every time fertilization occurs, a human germ is protected from destruction by the forces of the earth.

[ 18 ] Nun aber ist es so: Dasjenige, was da vernichtet wird im unbefruchteten Menschenkeim, das geht ja in die ganze Umgebung über. Das verschwindet natürlich nicht. Es löst sich auf in der ganzen Erdenumgebung. So daß fortwährend das richtig vor sich geht, daß sich in der ganzen Erdenumgebung solche für die Erde nicht brauchbaren Keime eigentlich ausbreiten.

[ 18 ] But the fact is this: What is destroyed in the unfertilized human embryo spreads out into the entire environment. It does not, of course, simply disappear. It dissolves into the entire earthly environment. So that what actually happens continuously is that such germs, which are of no use to the Earth, spread throughout the entire earthly environment.

[ 19 ] Sehen Sie, da kann Ihre Aufmerksamkeit auf etwas fallen, worauf die Menschen sehr selten kommen. Sehen wir zum Beispiel von dem Menschen ab, sehen wir nur auf die Heringe im Meer. Ja, meine Herren, die Heringe legen Millionen und aber Millionen Eier ab. Die wenigsten werden befruchtet. Diejenigen, die befruchtet werden, werden beschützt vor dem Erdeneinfluß. Diejenigen, die nicht befruchtet werden — beim Menschen ist es etwas anders, denn der Mensch ist kein Hering; wenigstens nicht immer -, also alle diese Heringseier, die im Meer abgelegt werden, die entziehen sich dem Erdeneinfluß dadurch, daß sie gewissermaßen verdunsten. Und nun nehmen Sie die Heringe und alle anderen Fische und anderen Tiere, und die Menschen dazu, so werden Sie sich sagen: Ja, da fällt ja mein Blick auf etwas, was fortwährend von der Erde in den Weltenraum hinaufsteigt. Meine Herren, nicht nur das Wasser verdunstet hinauf, sondern von der Erde gehen ja fortwährend solche unbefruchteten Keime in den Weltenraum hinaus. Es geschieht eben noch viel mehr im Weltenraum, als die materialistische Wissenschaft annimmt.

[ 19 ] You see, your attention might be drawn to something that people very rarely notice. For example, if we look away from humans, we see only the herring in the sea. Yes, gentlemen, the herring lay millions and millions of eggs. Very few of them are fertilized. Those that are fertilized are protected from the influence of the Earth. Those that are not fertilized—with humans it’s a bit different, because humans aren’t herring; at least not always—so all these herring eggs that are laid in the sea escape the influence of the Earth by, so to speak, evaporating. And now, if you consider the herring and all other fish and animals, along with human beings, you will say to yourselves: Yes, my gaze is drawn to something that is constantly rising from the Earth into outer space. Gentlemen, it is not only water that evaporates upward; such unfertilized seeds are also constantly leaving the Earth and entering outer space. There is simply much more happening in outer space than materialistic science assumes.

[ 20 ] Wenn also einer zum Beispiel so etwas wahrnehmen könnte und auf der Venus oben sitzen würde, so würden ihn die Dünste, die da aufsteigen — die fallen ja sehr bald wieder als Regen herunter —, wenig interessieren; aber dasjenige, was, wie ich es Ihnen jetzt beschrieben habe, in den Weltenraum fortwährend hinaufsteigt, das würde er oben als ein grünlich-gelbliches Licht sehen; denn von der Ferne angeschaut, ist das eine Art grünlich-gelbliches Licht. Und man kommt da darauf, daß aus dem Leben von irgendeinem Weltenkörper das Licht herauskommt. Dann wird man schon dazu geführt, daß auch die Sonne nicht ein so physischer Körper ist, wie ihn die materialistische Wissenschaft vorstellt, sondern daß da droben auf der Sonne ein viel größeres, stärkeres Leben noch ist. Und jedesmal ist es so, wie ich Ihnen auch früher einmal gesagt habe: Dasjenige, was Licht ausstrahlt, muß befruchtet werden, wie die Sonne befruchtet werden muß, damit sie Licht durchs Leben ausstrahlen kann.

[ 20 ] So if, for example, someone were able to perceive something like this while sitting up on Venus, the vapors rising there—which, of course, soon fall back down as rain—would be of little interest to him; but what, as I have just described to you, is constantly rising into outer space—that he would see up there as a greenish-yellowish light; for when viewed from a distance, it is a kind of greenish-yellowish light. And one comes to realize that the light emanates from the life of some celestial body. Then one is led to the realization that even the Sun is not a physical body of the kind that materialistic science has in its mental image, but that up there on the Sun there is an even greater, more powerful life. And it is always the case, as I have told you before: that which radiates light must be fertilized, just as the sun must be fertilized so that it can radiate light through its life.

[ 21 ] Nun aber haben wir ja diesen Unterschied: Wenn ein Menschenei also nicht befruchtet wird, so geht es eigentlich in den Weltenraum hinaus, dunstet hinaus; wenn es befruchtet wird, bleibt es eine Zeitlang auf der Erde.

[ 21 ] But here’s the difference: if a human egg is not fertilized, it actually drifts out into space; if it is fertilized, it remains on Earth for a while.

[ 22 ] Sehen Sie, dasjenige, was da vorgeht, das ist auch ähnlich dem Einatmen und Ausatmen. Wenn ich bloß ausatme, so gebe ich eigentlich mein Wesen geradeso immer dem Weltenraum ab, wie abgegeben wird das unbefruchtete Menschenei an den Weltenraum. Und bedenken Sie, wie interessant das ist: Sie atmen aus; in der Luft, die Sie da ausatmen, da ist Ihr eigener Kohlenstoff drinnen. Sehen Sie, wie fein das eigentlich ist. Denken Sie sich einmal: Heute haben Sie vielleicht in Ihrer großen Zehe eine kleine Partie Kohlenstoff drinnen. Sie atmen ein. Der Sauerstoff breitet sich aus. Die kleine Partie Kohlenstoff, die Sie heute in Ihrer großen Zehe haben, verbindet sich mit dem Sauerstoff, geht als Kohlensäure da heraus, und dieses Stückchen Kohlenstoff ist morgen irgendwo meilenweit in der Welt draußen. So ist es schon. Fortwährend hat der Mensch auch während des Lebens dasselbe in sich, was eigentlich der Menschenkeim, wenn er befruchtet wird, in sich hat. Und würden wir nur ausatmen und niemals einatmen, so würden wir eben fortwährend sterben, würden wir uns fortwährend im Weltenraum auflösen. Da atmen wir eben wieder ein und schützen uns vor dem Sterben. Jedesmal, wenn wir einatmen, schützen wir uns vor dem Sterben.

[ 22 ] You see, what is happening there is similar to inhaling and exhaling. When I simply exhale, I am actually releasing my essence into the cosmos just as the unfertilized human egg is released into the cosmos. And consider how interesting this is: You exhale; the air you exhale contains your own carbon. See how wonderful that actually is. Just imagine: Today, you might have a small amount of carbon in your big toe. You inhale. The oxygen spreads out. The small amount of carbon you have in your big toe today combines with the oxygen, is expelled as carbon dioxide, and tomorrow that tiny bit of carbon will be somewhere miles away out in the world. That’s just how it is. Throughout their lives, human beings continually carry within themselves the same substance that the human embryo actually contains when it is fertilized. And if we were to only exhale and never inhale, we would simply be dying continuously; we would be constantly dissolving into the vastness of space. So we inhale again and protect ourselves from dying. Every time we inhale, we protect ourselves from dying.

[ 23 ] Aber sehen Sie, wenn das Kind noch im Murtterleibe ist, so ist es also aus dem befruchteten Menschenkeim entstanden. Es ist geschützt davor, sich aufzulösen. Es reift im Leibe der Mutter aus. Aber seinen ersten Atemzug für die äußere Luft macht es ja eigentlich erst, wenn es, wie man immer so schön sagt, das Licht der Welt erblickt. Wenn es im Kommen ist, im Augenblick der Geburt, da macht es den ersten Atemzug. Das Kind macht also den ersten Atemzug, wenn es heraustritt in die Welt. Vorher muß es sich versorgen mit dem Sauerstoff aus dem Leibe der Mutter. Und da geschieht etwas ganz Besonderes. Da geschieht das, daß zuerst der Mensch von der Außenwelt die Möglichkeit bekommt, zu leben. Er kann ja ohne Sauerstoff nicht leben. Aber im Leibe der Mutter lebt er doch, ohne daß ihm die äußere Luft Sauerstoff gibt. Er muß sich den Sauerstoff aus dem Leibe der Mutter verschaffen.

[ 23 ] But you see, when the child is still in the mother’s womb, it has already developed from the fertilized human embryo. It is protected from disintegrating. It matures within the mother’s womb. But it doesn’t actually take its first breath of outside air until—as the saying goes—it sees the light of day. As it is about to be born, at the moment of birth, that’s when it takes its first breath. So the child takes its first breath when it steps out into the world. Before that, it must obtain oxygen from the mother’s body. And something very special happens there. What happens is that the human being first receives the opportunity to live from the outside world. After all, it cannot live without oxygen. Yet in the mother’s womb, it lives without receiving oxygen from the outside air. It must obtain oxygen from the mother’s body.

[ 24 ] Man kann also sagen: Wenn der Mensch die Erde betritt aus dem Leibe der Mutter heraus, dann ändert er eigentlich seinen ganzen Lebensprozeß. Es wird aus seinem ganzen Lebensprozeß etwas anderes. Er nimmt äußeren Sauerstoff auf, während er sich im Leibe der Mutter den Sauerstoff innerlich verschaffen kann. Ja, nun denken Sie doch, gibt es irgendwo in der Welt eine Maschine, die einmal so und einmal so sich heizt? Wir leben ja während neun Monaten oder zehn Mondenmonaten im Leibe der Mutter, bevor wir das Äußere der Erde betreten. Da versorgen wir uns mit dem, was uns das Leben gibt, in einer ganz anderen Weise als dann, nachdem wir den ersten Atemzug gemacht haben.

[ 24 ] So one can say: When a human being enters the world from his mother’s womb, he actually changes his entire life process. His entire life process becomes something different. He takes in oxygen from the outside, whereas in his mother’s womb he can obtain oxygen internally. Yes, just think about it: is there a machine anywhere in the world that heats itself one way one moment and another way the next? After all, we live in our mother’s womb for nine months—or ten lunar months—before we emerge into the outside world. During that time, we sustain ourselves with what life provides in a completely different way than we do after we’ve taken our first breath.

[ 25 ] Jetzt wollen wir etwas anderes betrachten, was damit im Zusammenhange steht, und nachher wiederum zu dem zurückkommen. Denken Sie einmal, Sie haben einen, sagen wir, etwas gestörten Schlaf. Sie werden es schon erlebt haben, daß Sie aus einem gestörten Schlaf mit einem rechtängstlichen Traum aufgewacht sind. Sie werden es vielleicht erlebt haben, daß Sie zum Beispiel aufgewacht sind mit dem Traum, daß Sie irgendwo waren, zurückkommen und Ihr Haus zugesperrt finden, nicht herein können. Aber in dem Haus drinnen erwartet man Sie. Sie möchten rasch herein, und Sie quälen sich furchtbar ab, das Tor aufzuschließen. Dies oder ähnliches werden Sie schon erlebt haben. Man kann ja im Traume solche Angstzustände durchmachen.

[ 25 ] Now let’s consider something else that’s related to this, and then come back to it later. Imagine, for example, that you have, let’s say, somewhat restless sleep. You’ve probably experienced waking up from restless sleep after having a rather frightening dream. You may have experienced, for example, waking up from a dream in which you were somewhere, came back, and found your house locked, unable to get in. But inside the house, people are waiting for you. You want to get in quickly, and you struggle terribly to unlock the gate. You’ve probably experienced this or something similar. After all, one can go through such states of fear in a dream.

[ 26 ] Wenn man aber nachschaut, was da eigentlich ist, wenn der Mensch solche Angstträume hat, dann findet man immer: mit der Atmung ist erwas nicht in Ordnung. Solche Angstträume kann man sogar experimentell herstellen. Wenn Sie ein Taschentuch nehmen und es sich in den Mund oder in die Nase stopfen, so bekommen Sie die schönsten Angstträume — das heißt, sie sind nicht schön, aber als Angstträume sind sie schön —, weil Sie eben nicht richtig einatmen können.

[ 26 ] But if you look into what’s actually going on when a person has such anxiety dreams, you’ll always find that something is wrong with their breathing. You can even induce such anxiety dreams experimentally. If you take a handkerchief and stuff it into your mouth or nose, you’ll have the most wonderful anxiety dreams—that is, they aren’t wonderful, but as anxiety dreams they are wonderful—because you simply can’t breathe in properly.

[ 27 ] Es ist doch eigentümlich, daß einfach mit dem Einatmen und Ausatmen, also mit Sauerstoff und Kohlenstoff zusammenhängt, ob wir solche Angstzustände haben oder nicht. Wir leben — das kann man daraus sehen — mit unserem Seelischen in der Luft drinnen. Wir leben mit unserem Seelischen eigentlich nicht in unseren Muskeln oder in unseren Knochen; wir leben mit dem Seelischen in der Luft drinnen. Und unser Seelisches selber schwimmt eigentlich mit der Luft in uns beim Einatmen und Ausatmen. So ist es. So daß wir sagen können: Das Seelische sucht sich die Luft auf, in der es schwimmt, nachdem das Kind den ersten Atemzug gemacht hat. Vorher hat es den Sauerstoff auf andere Weise aufgenommen.

[ 27 ] It is indeed peculiar that whether or not we experience such states of anxiety is simply connected to inhaling and exhaling—that is, to oxygen and carbon dioxide. We live—as can be seen from this—with our soul within the air. We do not actually live with our soul within our muscles or our bones; we live with our soul within the air itself. And our soul itself actually floats with the air within us as we breathe in and out. That is how it is. So we can say: The soul seeks out the air in which it floats after the child has taken its first breath. Before that, it had taken in oxygen in a different way.

[ 28 ] Wir wollen einmal studieren, woher denn der Mensch den Sauerstoff vorher genommen hat. Vorher ist beim Menschen ja eine eigentliche Atmung noch nicht vorhanden. Im Leibe der Mutter ist beim Menschen noch nicht eine eigentliche Atmung vorhanden, sondern alles geht durch die Säfte vor sich. Vom Leib der Mutter gehen in den Embryo, in den Menschenkeim allerlei Gefäße hinein, die dann weggerissen werden, und da geht mit den Säften, mit dem Flüssigen, auch der Sauerstoff hinein. So daß der Mensch, wenn er geboren wird, sein eigentliches LebensPrinzip aus dem Flüssigen, aus dem Wässerigen in die Luft herausträgt. Der Mensch also trägt aus dem Wässerigen, in dem er sein Lebensprinzip vor der Geburt hat, dieses Lebensprinzip in die Luft heraus, wenn er geboren wird.

[ 28 ] Let us examine where the human being obtained oxygen beforehand. After all, the human being does not yet engage in true respiration at that stage. In the mother’s womb, the human being does not yet engage in true respiration; instead, everything takes place through the body fluids. All kinds of vessels extend from the mother’s body into the embryo, into the human germ, which are then torn away, and along with the humors—the fluid—oxygen also enters. Thus, when a human is born, they carry their actual life principle out of the fluid, out of the aqueous substance, into the air. Thus, the human being carries this life principle out of the aqueous substance—in which it resided before birth—into the air when he is born.

[ 29 ] Daraus können Sie entnehmen, daß erstens der Mensch, bevor er befruchtet wird, überhaupt ein Wesen ist, das für die Erde gar nicht geschaffen ist, geradeso wie die Bazillen nicht für die Erde geschaffen sind. Erst ist der Mensch ein Wesen, das für die Erde gar nicht geschaffen ist; nachher wird er geschützt vor den Erdenkräften, kann sich im Leibe der Mutter weiter entwickeln; dann aber, wenn er nun wirklich geboren wird und also aus der Umgebung des Mutterleibes herauskommt, nicht mehr durch die Umgebung des Mutterleibes geschützt ist, dann ist er ja den Erdenkräften ausgesetzt. Dann wird er nur dadurch lebensfähig, daß er sich eine Tätigkeit angewöhnt, durch die er sozusagen in der Luft leben kann. Und er schützt sich nun selber während seines Erdenlebens vor den Kräften der Erde dadurch, daß er gar nicht mit der Erde lebt, sondern mit der Luft lebt.

[ 29 ] From this you can conclude that, first of all, before a human being is fertilized, it is a being that is not at all created for the Earth—just as bacteria are not created for the Earth. At first, the human being is a being not at all created for the Earth; afterward, he is protected from the forces of the Earth and can continue to develop within the mother’s womb; but then, when he is actually born and thus emerges from the environment of the mother’s womb—no longer protected by that environment—he is indeed exposed to the forces of the Earth. He becomes viable only by acquiring a way of living that allows him, so to speak, to live in the air. And during his earthly life, he protects himself from the forces of the Earth by living not with the Earth at all, but with the air.

[ 30 ] Denken Sie nur, was es wäre, wenn Sie mit der Erde leben müßten! Stellen Sie sich einmal auf eine Waage, da haben Sie doch ein gewisses Gewicht, der Dünne weniger, der Dicke mehr, nicht wahr. Aber stellen Sie sich jetzt vor, Sie müßten sich an Ihrem Haarschüppel fortwährend nehmen und müßten den ganzen Kerl immerfort tragen, Ihr ganzes Gewicht. Das wäre ein schönes Abschleppen! Das spüren Sie ja gar nicht, was die Erdenschwere bei Ihnen ausmacht. Sie tragen wirklich Ihre Erdenschwere, aber Sie spüren es nicht. Warum? Weil die Atmung Sie schützt vor der Erdenschwere. Sie leben nämlich gar nicht in Ihrem Körper mit Ihrer Seele, Sie leben in Ihrer Atmung mit Ihrer Seele.

[ 30 ] Just imagine what it would be like if you had to live on Earth! Stand on a scale for a moment—you have a certain weight, don’t you? A thin person weighs less, a heavy person more, right? But now imagine you had to constantly hold onto the tip of your hair and carry that whole person all the time—your entire weight. That would be quite a burden! You don’t even feel what the Earth’s gravity does to you. You really are carrying your Earth’s gravity, but you don’t feel it. Why? Because your breath protects you from the Earth’s gravity. You don’t actually live in your body with your soul—you live in your breath with your soul.

[ 31 ] Sehen Sie, da können Sie sich nun leicht vorstellen, warum die materialistische Wissenschaft keine Seele finder. Die materialistische Wissenschaft sucht die Seele im Körper, der schwer ist, und sie verwendet dazu auch den Körper, der nicht mehr atmet, der schon tot ist. Den seziert sie. Ja, da kann sie nämlich die Seele nicht finden. Da ist sie nicht drinnen. Die materialistische Wissenschaft könnte die Seele nur finden, wenn wir fortwährend so durch die Welt gingen, daß wir uns selber tragen müßten und furchtbar dabei schwitzen müßten, weil wir uns selber tragen. Da hätte es einen Sinn, mit der materialistischen Wissenschaft die Seele zu suchen. Aber so hat es überhaupt keinen Sinn. Schwitzen müssen wir von was anderem, als daß wir uns selber tragen. Wir leben nämlich nicht, wenn wir aus dem Leibe der Mutter heraußen sind, in unseren festen Bestandteilen; da sind wir überhaupt nur zu zehn Prozent. Wir leben auch nicht in unserem Wasser; das beleben wir. Aber eigentlich leben wir mit unserer Seele in der Atmung.

[ 31 ] You see, now you can easily form a mental image of why materialistic science cannot find the soul. Materialistic science searches for the soul within the body, which is heavy, and to do so it also uses a body that no longer breathes—one that is already dead. It dissects that body. Yes, and of course it cannot find the soul there. It is not inside. Materialistic science could only find the soul if we were constantly walking through the world in such a way that we had to carry ourselves and would have to sweat terribly in the process because we’re carrying ourselves. Then it would make sense to search for the soul using materialistic science. But as it is, it makes no sense at all. We have to sweat for reasons other than carrying ourselves. For once we have emerged from our mother’s womb, we do not live in our solid physical components; we are present there only ten percent of the time. Nor do we live in our bodily fluids; rather, we give them life. But in truth, we live through our soul in our breathing.

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[ 32 ] Nun, meine Herren, jetzt gehen Sie mit mir, mit einem Gedankengang, der für die heutige Zeit zum Allerwichtigsten gehört. Nehmen wir einmal an, wir haben diesen Menschenembryo (siehe Zeichnung). Ich will, wenn diese roten Striche sein Festes bedeuten, sein Flüssiges mit diesem Gelben bezeichnen. Das wäre sein Flüssiges. Er ist dann noch mit allerlei umgeben. Jetzt kommt er durch die Geburt nach außen, wird ein richtiger Mensch. Und jetzt atmet er durch seine Lungen die Luft ein und atmet wiederum aus durch die Nase. Jetzt können Sie es ja, ich möchte sagen, handgreiflich haben: Wenn der Mensch geboren ist, wenn er also da ist, so lebt er eigentlich in seinem Atmungsprozeß mit seinem Seelischen. Solange er im Leibe der Mutter ist, lebt er im Feuchten, im Wasser. Das, was der Mensch selber ist, springt gewissermaßen aus dem Wasser in die Luft, wenn der Mensch geboren wird. Und dasjenige, was also in uns lebt, während wir auf der Erde herumgehen als schon geborene Menschen, das kann nur in der Luft leben. Ja, versuchen Sie es einmal, springen Sie ins Wasser und versuchen Sie, ob Sie da weiterleben können! Sie müssen schwimmen können, damit Sie wieder herauskommen so bald als möglich, oder es muß Sie einer herausfischen. Wenn Sie einfach ins Wasser springen, können Sie ja nicht drinnen leben; Sie können als irdischer Mensch nur in der Luft leben, können nicht im Wasser leben. Aber vor der Geburt leben Sie im Wasser. Sie sind sogar bis in die dritte Woche hinein so wie' ein kleines Fischlein gestaltet, damit Sie im Wasser leben können. Sie leben bis dahin im Wasser. Die Erde gestattet Ihnen nicht, im Wasser zu leben. Vor der Geburt leben Sie im Wasser. Was heißt denn das? Das heißt, Ihr Leben kann gar nicht von der Erde kommen, es muß von außerhalb der Erde kommen, denn die Erde gestattet Ihnen nicht, daß Sie leben. Sie müssen sich auch als geborener Mensch von der Erde herausheben in die Luft, damit Sie leben können.

[ 32 ] Well, gentlemen, now follow me on a train of thought that is among the most important for our time. Let’s assume we have this human embryo (see drawing). If these red lines represent its solid parts, I’ll use this yellow to denote its fluid parts. That would be its liquid component. It is then still surrounded by all sorts of things. Now, through birth, it emerges into the outside world and becomes a real human being. And now it inhales air through its lungs and exhales it through its nose. Now you can, so to speak, grasp this tangibly: When a human being is born—that is, when it is here—it actually lives through its breathing process in conjunction with its soul. As long as he is in his mother’s womb, he lives in moisture, in water. What the human being actually is leaps, so to speak, out of the water into the air when he is born. And that which lives within us while we walk around on earth as already born human beings can only live in the air. Yes, try it for yourself—jump into the water and see if you can continue to live there! You’d have to be able to swim to get back out as soon as possible, or someone would have to fish you out. If you simply jump into the water, you certainly can’t live in it; as an earthly human being, you can only live in the air—you can’t live in water. But before birth, you live in water. Until well into the third week, you’re even shaped like a little fish so that you can live in water. You live in water until then. The earth does not allow you to live in water. Before birth, you live in water. What does that mean? It means that your life cannot come from the earth at all—it must come from outside the earth—because the earth does not allow you to live. Even as a born human being, you must rise from the earth into the air in order to live.

[ 33 ] Nun müssen Sie aber bis zu Ihrer Geburt im Wasser leben. Also muß Ihr Leben nicht von der Erde kommen. Die Erde kann Ihnen Ihr Leben nicht geben. Das seelische Leben, das Sie haben, wenn Sie auf der Erde herumgehen, das kann Ihnen die Erde nicht geben. Da müßten Sie schon ein kleines Gespenst sein, das schon atmen kann; aber Gespenster können nicht atmen. Also kann unmöglich die Erde Ihnen Ihr Leben geben, Ihr seelisches Leben. Also kommt das seelische Leben von außerhalb der Erde dazu. Wer versteht, wie das Leben eigentlich im Atmungsprozeß drinnen ist, und wie das Leben auch schon da ist im Kinde im Mutterleibe, aber im Wässerigen ist, der versteht sofort, daß sich in den Mutterkeim hinein dieses Leben von einer geistigen Welt hereinsenkt.

[ 33 ] But you have to live in water until you’re born. So your life doesn’t have to come from the Earth. The earth cannot give you your life. The spiritual life you have when you walk around on earth—the earth cannot give you that. You’d have to be a little ghost that can already breathe; but ghosts cannot breathe. So it’s impossible for the earth to give you your life—your spiritual life. Therefore, spiritual life comes from outside the earth. Anyone who understands how life is actually present in the process of breathing, and how life is already there in the child in the mother’s womb—though it is in a watery state—will immediately understand that this life sinks into the maternal germ from a spiritual world.

[ 34 ] Sehen Sie, solch eine Aussage nennen die Leute oftmals unwissenschaftlich. Aber man kann wirklich viel Wissenschaft durchgemacht haben, und man kommt dann darauf: das, was die Herrschaften in ihrer Wissenschaft machen, ist viel, viel weniger logisch als dasjenige, was ich Ihnen jetzt gesagt habe; denn das, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, ist absolut logisch. Und leider geht es in unserer Zeit so zu, daß die Kinder schon in der Schule darauf dressiert werden, daß sie überhaupt in der späteren Zeit so etwas nicht mehr hören, oder wenn sie es irgendwo hören, sagen sie höchstens: Wer so etwas sagt, ist ein verrückter Kerl, denn wir haben doch in der Schule gelernt, wie aus dem Menschenkeim alles herauswächst.

[ 34 ] You see, people often call a statement like that unscientific. But you can really have studied a great deal of science, and then come to the conclusion that what these people do in their science is far, far less logical than what I have just told you; for what I have just told you is absolutely logical. And unfortunately, the way things are these days, children are trained as early as school not to hear such things at all later on, or if they do hear them somewhere, they’ll say at most: “Anyone who says something like that is a crazy guy, because we learned in school how everything grows from the human germ.”

[ 35 ] Aber wie haben sie das gelernt? Sie haben das so gelernt ungefähr, wie wenn man jemandem beibringen will, daß aus einem Kohlkopf ein Menschenkopf herauswächst. Ebensowenig kann aus dem Menschenkeim von selber ein Menschliches, die ganze menschliche Tätigkeit während des Lebens herauswachsen, wie aus einem Kohlkopf ein Menschenkopf herauswachsen kann. Aber den Kindern in der Schule werden ja solche Dinge schon beigebracht, die ganz unsinnig sind.

[ 35 ] But how did they learn that? They learned it in much the same way as if one were to try to teach someone that a human head grows out of a head of cabbage. Just as a human head cannot grow out of a head of cabbage, so too can nothing human—the entirety of human activity throughout life—grow out of a human embryo on its own. Yet children are already taught such things in school, things that are completely nonsensical.

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[ 36 ] Ich habe Ihnen schon einmal ein Beispiel dafür gegeben. Den kleinsten Kindern bringt man heute schon das bei, daß man sagt: Einmal war die Erde mit dem ganzen Sonnensystem ein riesiger Urnebel (siehe Zeichnung). Der Nebel, der tut natürlich nichts, wenn er ruhig ist. Und deshalb sagt man: er dreht sich; also dreht er sich flugs. Wenn sich der Nebel nun dreht, wird er allmählich dünner; dann spalten sich einzelne Körper ab, und in der Mitte bleibt der runde Körper zurück. Und man macht den Kindern das vor, man sagt: Das kann man nachmachen. — Man nimmt ein Scheibchen aus Kartenpapier, durch das man eine Stecknadel gesteckt hat, tut einen kleinen Öltropfen in ein Glas Wasser, der dann oben drauf schwimmt. Nun dreht man die Scheibe, der Öltropfen kommt in Bewegung, in Drehung, kleine Öltröpfelchen spalten sich ab, und in der Mitte bleibt der große Öltropfen. Und das ist ein kleines Planetensystem mit der Sonne. Ihr seht ja, Kinder — so sagt man —, man kann das im kleinen immer machen. So ist es ganz erklärlich, daß da einmal ein Nebel war, der hat sich gedreht, und es haben sich allmählich Weltenkörper abgespalten, und in der Mitte ist der große Weltenkörper geblieben.

[ 36 ] I have already given you an example of this. Even the youngest children are taught today that the Earth, along with the entire solar system, was once a giant primordial nebula (see illustration). Of course, the nebula doesn’t do anything when it’s still. And that’s why people say: it’s spinning; so it spins quickly. As the nebula spins, it gradually thins out; then individual bodies break away, and the round body remains in the center. And you demonstrate this to the children, saying: You can try this yourself. — Take a small disc of cardstock with a pin stuck through it, put a small drop of oil in a glass of water so that it floats on top. Now spin the disc; the oil drop begins to move and rotate, tiny droplets of oil break off, and the large oil drop remains in the center. And that’s a small planetary system with the Sun. You see, children—as they say—you can always do this on a small scale. So it’s quite easy to understand that there was once a nebula that spun, and celestial bodies gradually broke off from it, while the large celestial body remained in the center.

[ 37 ] Ja, aber, meine Herren, man darf das Wichtigste nicht vergessen. Warum dreht sich denn der Öltropfen? Weil da der Lehrer ist, der ihn dreht. Also muß da ein riesiger Schulmeister draußen im Weltenall sein, auf einem Stuhle sitzen und drehen, und nachher werden sich die Planeten abspalten! Meine Herren, wenn man das den Kindern in der Schule von vornherein beibringt, dann werden sie später «gescheite» Leute; dann sagen sie später, wenn einer logisch sein will und die Sache anzweifelt: Nun, der ist ein Phantast, ein Narr, denn wir haben ja schon in der Schule gelernt, wie die ganze Welt entstanden ist!

[ 37 ] Yes, but, gentlemen, we mustn’t forget the most important thing. Why does the drop of oil spin? Because there’s a teacher there who’s spinning it. So there must be a gigantic schoolmaster out there in the vastness of space, sitting on a chair and spinning it, and eventually the planets will break away! Gentlemen, if you teach children this in school from the very beginning, they’ll grow up to be “smart” people; then later, when someone tries to be logical and questions the matter, they’ll say: “Well, he’s a dreamer, a fool, because we already learned in school how the whole world came into being!”

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[ 38 ] Sehen Sie, solche Gedanken sind eigentlich gar keine Wirklichkeit, sie sind keine Wirklichkeit. Dieser Weltennebel, den einmal der Kant und der Laplace erdacht haben, ist ja keine Wirklichkeit; es ist so töricht, solche sich drehenden Weltennebel eine Wirklichkeit zu nennen. Denn der einzige Grund dafür ist vorhanden, daß man mit dem Fernrohr in den weiten Weltenraum hinaussehen kann, und dann sieht man angeblich solche Spiralnebel. Gewiß, da draußen sind solche Spiralnebel (siehe Zeichnung), das ist richtig. Aber wer dadurch, daß er mit einem Fernrohr da hinausschaut und diese Spiralnebel sieht, sagt: Nun ja, solch ein Spiralnebel war auch einmal unser ganzes Sonnensystem —, der ist ungefähr so gescheit, wie wenn einer in der Ferne einen Mückenschwarm sieht und ihn für eine Staubwolke hält. Man kann ja einen Mückenschwarm für eine Staubwolke halten; dann vergißt man nur, daß der Mückenschwarm lebt und die Staubwolke tot ist. Der Spiralnebel lebt eben draußen, hat Leben in sich. So hatte früher auch das ganze Sonnensystem sein Leben in sich, seine ganze Geistigkeit in sich. Und dieses Geistige wirkt heute noch. Wenn im Leibe der Mutter der Menschenkeim durch die Befruchtung geschützt wird, dann kann sich dieser geschützte Menschenkeim mit dem Menschengeist verbinden.

[ 38 ] You see, such ideas are not really reality at all; they are not reality. This cosmic nebula, which Kant and Laplace once conceived, is certainly not reality; it is so foolish to call such rotating cosmic nebulae reality. The only reason for this is that one can look out into the vastness of space with a telescope, and then one supposedly sees such spiral nebulae. Certainly, there are such spiral nebulae out there (see illustration)—that is true. But anyone who, by looking out there with a telescope and seeing these spiral nebulae, says: ‘Well, our entire solar system was once such a spiral nebula’—is about as wise as someone who sees a swarm of mosquitoes in the distance and mistakes it for a cloud of dust. One can, of course, mistake a swarm of mosquitoes for a cloud of dust; but then one simply forgets that the swarm of mosquitoes is alive and the cloud of dust is dead. The spiral nebula is alive out there; it has life within it. In the same way, the entire solar system once had life within it, its entire spiritual essence within it. And this spiritual essence is still at work today. When the human embryo is protected within the mother’s body through fertilization, then this protected human embryo can unite with the human spirit.

[ 39 ] Und dann, wenn wir nach und nach alt werden, macht sich erst die Schwere ein bißchen geltend, nämlich dadurch, daß unsere einzelnen Stoffe von der Schwere erfaßt werden. Denken Sie sich einmal, das ist ein menschlicher Unterschenkel (siehe Zeichnung); der Mensch hat etwas gestörte innere Verdauung; das hat zur Folge, daß das Leben nicht ordentlich durchgeht. Dann bilden sich in den Muskeln allerlei solche kleine feste Körper. Solche Muskeln werden ausgefüllt mit kleinen festen Körpern, kleinwinzigen Harnsteinen, und wir haben die Gicht. Da fangen wir an, die Schwere zu merken.

[ 39 ] And then, as we gradually grow older, gravity begins to make itself felt a little, namely because our individual bodily substances are affected by gravity. Just imagine this: it is a human lower leg (see drawing); a person has somewhat impaired internal digestion; as a result, life does not flow properly. Then all sorts of small, solid particles form in the muscles. These muscles become filled with small, solid particles—tiny urinary stones—and we develop gout. That is when we begin to notice the effects of gravity.

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[ 40 ] Wenn wir gesunde Menschen sind und der Sauerstoff durch die Atmung richtig belebend durch unseren Körper geht, dann bilden sich keine solchen Harnsteine, dann kriegen wir nicht die Gicht. Gicht bildet sich nur dann, wenn der Sauerstoff nicht richtig belebend durch unseren Körper geht und nicht richtig den Kohlenstoff aufnimmt. Wenn der Sauerstoff nicht richtig durch unseren Körper geht, dann richtet der Kohlenstoff allerlei Unrichtiges an, und da sind dann überall in unseren Blutadern kleinwinzige Bröckelchen. Wir gehen herum und spüren das jetzt als eine Wirkung der Erde. Vor der müssen wir gerade geschützt werden. Wir leben eigentlich nur dadurch, daß wir fortwährend in der Atmung geschützt sind vor der Erde und ihren Einflüssen. Die Erde ist eigentlich für uns bloß dadurch nicht schädlich, daß wir fortwährend geschützt sind vor ihr. Würden wir der Erde fortwährend ausgesetzt sein, würden wir fortwährend krank sein. Es ist sehr interessant.

[ 40 ] If we are healthy and oxygen flows through our bodies in a truly revitalizing way as we breathe, then such urinary stones do not form, and we do not develop gout. Gout only develops when oxygen does not flow through our bodies in a truly revitalizing way and does not properly absorb carbon. If oxygen does not circulate properly through our bodies, carbon causes all sorts of problems, and tiny little fragments then appear everywhere in our blood vessels. We go about our lives and now feel this as an effect of the earth. We must be protected from it. We actually live only because our breathing constantly protects us from the Earth and its influences. The Earth is actually harmless to us simply because we are constantly protected from it. If we were constantly exposed to the Earth, we would be constantly ill. It’s very interesting.

[ 41 ] Sehen Sie, so ungefähr in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in der Zeit, wo die Naturwissenschaft ihre großen materialistischen Erfolge gehabt hat, da waren die Leute ganz verblüfft von dem, und haben alles von dem erklären wollen, was auf der Erde vorgeht. Da war namentlich ein ganz besonders begeisterter Stoffler, ein Stoffhuber — so hat man sie dazumal genannt -, ein besonders begeisterter war «der dicke Vogt» in Genf, Moleschott und so weiter. Es waren sehr gescheite Leute, Sie haben die Menschheit von vielem befreit. Es soll gar nichts über sie gesagt werden, man kann sie sogar loben; aber sie waren eben ganz und gar vernagelt in die naturwissenschaftlichen Fortschritte und haben den ganzen Menschen so erklärt, als wenn auf ihn nur Irdisches Einfluß hätte. Sie haben nur eines vergessen: wenn nämlich diese irdischen Einflüsse anfangen auf den Menschen zu wirken, so wird er zuerst nervös, und nachher irgendwie krank. Gerade dadurch ist der Mensch gesund, daß er fortwährend vor den irdischen Einflüssen geschützt ist.

[ 41 ] You see, around the middle of the 19th century, at a time when the natural sciences were achieving their great materialistic successes, people were completely astounded by this and wanted to explain everything that was happening on Earth through it. There was, in particular, a very enthusiastic “materialist”—a “Stoffhuber,” as they were called back then—and a particularly enthusiastic one was “the fat Vogt” in Geneva, Moleschott, and so on. They were very intelligent people; they freed humanity from many things. Nothing negative should be said about them—one can even praise them—but they were completely fixated on advances in the natural sciences and explained the whole human being as if only earthly influences had an effect on him. They forgot just one thing: namely, that when these earthly influences begin to affect a person, he first becomes nervous, and then falls ill in some way. It is precisely because a person is constantly protected from earthly influences that he remains healthy.

[ 42 ] Aber nach und nach kommen sie über ihn, diese irdischen Einflüsse. Und wie machen sie sich geltend? Nun, diese irdischen Einflüsse machen sich dadurch geltend, daß der Mensch eben die Kunst des Atmens nicht mehr richtig versteht. Er verlernt allmählich, richtig zu atmen. Und wenn er es ganz verlernt hat, so kann er eben nicht mehr richtig einatmen, und er ist wiederum in demselben Zustand, in dem er war, bevor er befruchtet worden ist. Er löst sich in den Weltenäther zunächst auf und geht zurück in die Welt, aus der er gekommen ist. Er geht sozusagen mit dem letzten Atemzug zurück in die Welt, aus der er gekommen ist. Derjenige, der richtig das Atmen versteht, der versteht auch Geburt und Tod. Aber die ganze moderne Wissenschaft versteht eben nichts vom Atmen in der richtigen Weise.

[ 42 ] But little by little, these earthly influences take hold of him. And how do they make themselves felt? Well, these earthly influences make themselves felt in that human beings no longer truly understand the art of breathing. They gradually forget how to breathe properly. And once he has completely forgotten how, he can no longer inhale properly, and he finds himself once again in the same state he was in before he was conceived. He first dissolves into the world ether and returns to the world from which he came. He returns, so to speak, with his last breath to the world from which he came. Whoever truly understands breathing also understands birth and death. But modern science as a whole simply does not understand breathing in the correct way.

[ 43 ] Nun habe ich eben versuchen wollen, Ihnen ein bißchen klar zu machen, wie der Mensch zunächst durch das weibliche Ei lernt mit der Welt zu leben, durch die männliche Befruchtung lernt, selber eine Zeitlang auf der Erde zu leben, und wie er dann zurückgeht in den Zustand, wo er wiederum außerhalb der Erde allein leben kann. Man lernt allmählich Geburt und Tod begreifen und fängt erst an, einen richtigen Begriff zu bekommen von demjenigen, was er seelisch ist, was nicht geboren wird und nicht stirbt, sondern von außen kommt, sich mit dem Keim in der Mutter vereint, und wiederum nach außen in die geistige Welt geht.

[ 43 ] Now I have simply wanted to try to explain to you a little how human beings first learn to live in the world through the female egg, learn through male fertilization to live on Earth for a time, and how they then return to the state where they can once again live alone outside of Earth. One gradually learns to understand birth and death and begins to form a true concept of what one is in a spiritual sense—that which is not born and does not die, but comes from outside, unites with the embryo in the mother, and returns outward into the spiritual world.

[ 44 ] Es ist heute so, daß man, gerade wenn man richtig Naturwissenschaft treibt, das unsterbliche Seelische verstehen muß, das gar nicht der Geburt und dem Tod unterliegt. Und sehen Sie, das ist etwas, was nun wirklich heute der Menschheit dringend notwendig ist. Die Menschheit hat durch viele Jahrhunderte und Jahrtausende einen Glauben gehabt an eine Unsterblichkeit, den sie heute unmöglich festhalten kann, weil man ihr lauter Dinge sagt, die eigentlich vor der Naturwissenschaft zerfallen, nichts sind vor der Naturwissenschaft, Alles das, was man heute glauben soll, muß man auch wissen können. Man muß richtig aus der Naturwissenschaft selber heraus, wie ich es hier in diesen Vorträgen bei Ihnen tue, das Geistige begreifen lernen. Und das ist die Aufgabe dieses Goetheanums und überhaupt der Anthroposophie, daß aus der Naturwissenschaft heraus richtig das Geistige begriffen wird.

[ 44 ] The fact is that today, especially when one is truly engaged in the natural sciences, one must understand the immortal spiritual realm, which is not subject to birth and death at all. And you see, this is something that humanity truly urgently needs today. For many centuries and millennia, humanity has held a belief in immortality that it can no longer possibly maintain today, because people are told all sorts of things that actually crumble in the face of natural science—that are nothing in the face of natural science. Everything one is supposed to believe today must also be something one can know. One must learn to grasp the spiritual correctly from within scientific knowledge itself—as I am doing here in these lectures for you. And that is the task of this Goetheanum and of anthroposophy in general: that the spiritual be correctly understood from within scientific knowledge.

[ 45 ] Sehen Sie, meine Herren, die Menschen sind so schwer daran zu gewöhnen, ein Neues irgendwie zu begreifen. Jetzt ist Weihnachtszeit. Die Menschen könnten sich ja sagen: Nun, wir müssen in einer neuen Weise begreifen, wie im Menschengeschlecht der Geist lebt. - Wenn die Menschen sich besinnen würden, wie im Menschengeschlecht der Geist lebt, und würden versuchen, das durch richtiges Wissen zu gewinnen, dann hätten wir ja eigentlich alles neu. Wir könnten auch Weihnachten neu feiern, denn wir würden Weihnachten so feiern, wie man es in der modernen Zeit feiern soll. Statt dessen bleiben die Leute dabei, in der Wissenschaft immer nur das Tote zu erforschen und daneben das Alte fortzupflanzen, mit dem sie gar keinen Sinn mehr verbinden. Ich möchte wissen, was die Leute, die heute sich Weihnachtsgeschenke machen und Weihnachten feiern, was die noch für einen Sinn mit Weihnachten verbinden. Gar keinen! Die machen das aus alter Gewohnheit. Und daneben, nicht wahr, wird einfach eine Naturwissenschaft gelehrt, die in sich überall widerspruchsvoll ist. Nirgends will man eingehen darauf, daß die Naturwissenschaft selber etwas gibt, was zur Erkenntnis des Geistigen führen kann.

[ 45 ] You see, gentlemen, it is so difficult to get people used to understanding something new in any way. It is Christmas time now. People could say to themselves: Well, we must understand in a new way how the spirit lives within the human race. — If people were to reflect on how the spirit lives within the human race and were to try to gain that understanding through true knowledge, then we would actually have everything anew. We could also celebrate Christmas in a new way, for we would celebrate it as it should be celebrated in modern times. Instead, people persist in always researching only the dead in science and, alongside that, perpetuating the old traditions to which they no longer attach any meaning at all. I would like to know what meaning people who give each other Christmas gifts and celebrate Christmas today still associate with Christmas. None at all! They do it out of old habit. And besides, don’t you think, a natural science is simply taught that is internally contradictory throughout. Nowhere is there any willingness to acknowledge that natural science itself offers something that can lead to an understanding of the spiritual.

[ 46 ] Aber man kann heute schon sagen: Wenn das Christentum noch einen Sinn haben soll, so muß es sich darauf einlassen, wiederum zu einem wirklichen Wissen vom Geist zu kommen. Das ist das einzig Mögliche, nicht bloß Altes fortzupflanzen. Nicht wahr, im alten Sinne zu den festlichen Zeiten den Menschen die Bibel vorzulesen, was heißt denn das eigentlich? Oder sogar den Kindern in der Schule bloß die gewöhnliche Bibel vorzulesen, was heißt denn das, wenn man einem nebenbei dann sagt: Da war ein Urnebel, der sich gedreht hat? Da kommen ja der Kopf und das Herz in vollständigen Gegensatz! Sehen Sie, und dann verlernt der Mensch überhaupt richtig auf der Erde ein Mensch zu sein, weil er sich ja gar nicht mehr kennt. Der ist ein Narr, der glaubt, wir bestehen auf der Erde als Menschen aus dem, was schwer ist, aus dem Kerl bloß, den wir auf die Waage legen und abwägen. Den brauchen wir gar nicht. Der ist ein Narr, der glaubt, wir bestehen aus diesen materiellen Stoffen, die ein Gewicht haben. In Wirklichkeit wird uns dieser Kerl gar nicht bemerklich, weil wir uns eben davor schützen, um nicht krank zu werden. Und das Kurieren der Krankheit besteht darinnen, daß man den Erdeneinfluß, der sich auf den Kranken geltend macht, wieder herausschafft. Derjenige, der jetzt nachgedacht hat, der weiß, daß alles Heilen eigentlich darinnen beruht, daß man den Menschen wieder wegkriegt vom irdischen Einfluß. Wenn man ihn nicht wegkriegt von der Erde mit ihren Einflüssen, dann kann man ihn nicht heilen. Dann legt er sich ins Bett, gibt sich dem Gewicht hin, läßt sich vom Bette tragen. Selber trägt man sich eben nicht, wenn man liegt.

[ 46 ] But we can already say today: If Christianity is to have any meaning at all, it must commit itself to regaining a true knowledge of the Spirit. That is the only way forward; it is not enough merely to perpetuate the old. Isn’t it true that reading the Bible aloud to people during festive seasons in the old-fashioned way—what does that actually mean? Or even merely reading the ordinary Bible to children in school—what does that mean when you then casually tell them: “There was a primordial mist that swirled”? That creates a complete contradiction between the head and the heart! You see, and then people completely forget how to truly be human on Earth, because they no longer know themselves at all. A fool is one who believes that we, as human beings on Earth, consist of what is heavy—merely of the physical body we place on a scale and weigh. We have no need for that at all. A fool is one who believes that we consist of these material substances that have weight. In reality, we don’t even notice this “guy” because we protect ourselves from it so as not to become ill. And curing the illness consists in removing the earthly influence that is affecting the sick person. Anyone who has given this some thought knows that all healing actually depends on freeing the person from earthly influences. If you cannot free them from the earth and its influences, then you cannot heal them. Then they lie down in bed, surrender to the weight, and let the bed carry them. You simply cannot support yourself when you are lying down.

[ 47 ] Aber da haben wir eben auf der einen Seite die alten Gewohnheiten, auf der anderen Seite die moderne Wissenschaft, die den Menschen gar nicht aufklärt, was er als Mensch ist. Da kann nichts Gutes daraus werden. Und sehen Sie, es ist schon einmal so, der Weltkrieg mit all seinen Folgen, denen wir heute noch immer unterliegen, wäre eben nicht gekommen, wenn die Menschen schon vorher irgendwie etwas von ihrer Menschlichkeit gewußt hätten. Aber sie wollen es jetzt noch nicht. Sie wollen jetzt noch immer sich auf Kongressen versammeln, ohne neue Gedanken, sagen immer wiederum das Alte. Sie kriegen es nicht fertig — nirgends kriegen sie es fertig —, neue Gedanken zu haben. Denn dasjenige, was zuerst an vertrackten Gedanken in der Menschheit ist, das wird Lebensgewohnheit, und das ist heute unsere soziale Ordnung. Und wir kommen nicht wieder zu etwas in der Welt, bevor wir nicht von innen heraus wiederum den Menschen so recht spüren, was er eigentlich ist.

[ 47 ] But on the one hand, we have old habits, and on the other, modern science, which does nothing to enlighten people about what it means to be human. Nothing good can come of that. And you see, the fact is that the World War, with all its consequences—which we are still suffering from today—would not have happened if people had somehow known something about their humanity beforehand. But they still don’t want it now. They still want to gather at conferences, without any new ideas, repeating the same old things over and over. They can’t manage it—nowhere can they manage it—to come up with new ideas. For whatever first takes root as convoluted thinking within humanity becomes a way of life, and that is our social order today. And we will not return to anything in the world until we once again truly sense, from within, what a human being actually is.

[ 48 ] Das ist eigentlich dasjenige, was sich die, die verstehen, was die ‚Anthroposophie will, als Weihnachten vorstellen. Weihnachten soll uns daran erinnern, daß wiederum eine geistige Wissenschaft geboren werden soll. Es ist das beste geistige Wesen, das geboren werden kann, die geistige Wissenschaft. Die Menschheit hat schon ein Weihnachten nötig. Sonst bleibt ihr nichts anderes übrig, als von dem Christus bloß das Kreuz zurückzubehalten, und den lebendigen Christus wegzutun. Die gewöhnliche Wissenschaft ist nämlich bloß das Kreuz. Aber wir müssen eben wiederum zum Lebendigen kommen. Das ist dasjenige, was angestrebt werden muß.

[ 48 ] That is actually the mental image that those who understand what “anthroposophy” aims for envision as Christmas. Christmas is meant to remind us that a spiritual science is to be born once again. Spiritual science is the finest spiritual being that can be born. Humanity is in dire need of a Christmas. Otherwise, it will have no choice but to retain only the cross from Christ and cast aside the living Christ. For conventional science is, in fact, merely the cross. But we must return to the living. That is what we must strive for.

[ 49 ] Nun, meine Herren, das ist dasjenige, was ich als eine Ergänzung des Früheren gerade am heutigen Tage habe sagen wollen. Ich wünsche Ihnen damit recht gute Festtage!

[ 49 ] Well, gentlemen, that is what I wanted to say today as a follow-up to what I said earlier. I wish you all a very happy holiday season!