Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

On Health and Illness
GA 348

10 January 1923, Dornach

Translate the original German text into any language:

Dreizehnter Vortrag

Thirteenth Lecture

[ 1 ] Sehen Sie, solch eine Frage, wie Sie sie das letzte Mal gestellt haben, ist natürlich so, daß man sehr viel braucht, wenn man sie gründlich beantworten will - wir haben ja schon das letzte Mal viel zusammengetragen —, denn man muß eigentlich dann schon alles dasjenige, was sich auf die Fortpflanzung der lebenden Wesen bezieht und was damit zusammenhängt, gründlich verstehen. Ich will die heutige Stunde dazu verwenden, um von einer ganz anderen Seite her ein bißchen über diese Frage noch zu sprechen.

[ 1 ] You see, a question like the one you asked last time naturally requires a great deal of information if one is to answer it thoroughly—we already gathered a lot of material last time—because one really needs to thoroughly understand everything related to the reproduction of living beings and everything connected with it. I would like to use today’s session to speak a little more about this question from a completely different angle.

[ 2 ] Ein Eigentümliches kann einem heute gleich auffallen, wenn man solche Bemerkungen liest wie diejenige, die neulich einmal ein Amerikaner gemacht hat. Ein Amerikaner hat nämlich bemerkt, rein durch die Statistik — die Statistik ist ja heute das Lieblingskind, und sie wird in Amerika immer mehr betrieben —, daß diejenigen Menschen, welche am leichtesten Verstand erwerben, immer in den Wintermonaten geboren sind. Statistisch muß man natürlich die Sache nicht so nehmen, als wenn nun derjenige, der in den Sommermonaten geboren ist, sehr dumm sein müßte, sondern die Statistik bezieht sich immer nur auf die Mehrheit. Aber jedenfalls hat dieser Amerikaner die Bemerkung gemacht, daß nach der Statistik von dem Monat Dezember an bis in den März hinein die gescheitesten Leute geboren werden, also diejenigen Leute, die nachher gescheit werden.

[ 2 ] Something peculiar immediately strikes one today when reading remarks such as the one an American made recently. Namely, an American observed—purely on the basis of statistics—that is, statistics are the darling of our time, and they’re being used more and more in America—that the people who acquire intelligence most easily are always born during the winter months. Statistically speaking, of course, one shouldn’t take this to mean that those born in the summer months must be very stupid; rather, statistics always refer only to the majority. In any case, this American made the observation that, according to the statistics, the smartest people—that is, those who later become intelligent—are born from December through March.

[ 3 ] Jedenfalls ist damit auf etwas hingewiesen, was man beim Menschen schwer studieren kann, weil beim Menschen alles mögliche dazwischenkommt, was aber zeigt, daß die Lebewesen überhaupt - und der Mensch ist ja zunächst ein Lebewesen - in einer gewissen Beziehung abhängen vom Jahreslauf, von dem sie beeinflußt werden.

[ 3 ] In any case, this points to something that is difficult to study in humans, because all sorts of factors come into play in humans; however, it shows that living beings in general—and humans are, after all, first and foremost living beings—are, in a certain sense, dependent on the cycle of the year, by which they are influenced.

[ 4 ] Nun, solche Dinge, wie die Mitteilung dieses Amerikaners, überraschen heute die Leute nur deshalb, weil eben die Leute viel zu wenig von den wirklichen Naturvorgängen wissen. Ich möchte sagen, es könnte vielleicht solch einem Amerikaner, der diese Bemerkung macht, so ähnlich ergehen, wie es einmal einem Professor ergangen ist, der die Gehirne gemessen hat. Diesem Professor ist es so ergangen, daß er also die Gehirne gemessen und eine Statistik aufgestellt hat, und er hat überall gefunden, daß die Gehirne der Frauen kleiner sind als die Gehirne der Männer. Er hat daraus geschlossen, daß also, weil nach seiner Ansicht ein kleineres Gehirn weniger Verstand hat, alle Frauen weniger Verstand haben als die Männer. Nun war das ein berühmter Mann. Berühmt ist er dadurch geworden, daß er gefunden hat, die Gehirne der Frauen sind kleiner als die der Männer. Nun, bei berühmten Männern macht man das manchmal, daß man sie aus dem Grunde, weil sie berühmt sind, seziert, gerade ihr Gehirn seziert. Und so ist auch das Gehirn dieses Mannes studiert worden. Und siehe da, es hat sich viel kleiner gefunden als alle die Frauengehirne, die er untersucht hat!

[ 4 ] Well, things like this American’s remark surprise people today simply because people know far too little about the actual processes of nature. I would say that an American who makes such a remark might well end up in a situation similar to that of a professor who once measured brains. This professor measured brains and compiled statistics, and he found everywhere that women’s brains are smaller than men’s. He concluded from this that, since in his view a smaller brain has less intelligence, all women are less intelligent than men. Now, this was a famous man. He became famous precisely because he discovered that women’s brains are smaller than men’s. Well, with famous men, people sometimes dissect them—specifically, their brains—simply because they are famous. And so this man’s brain was also studied. And lo and behold, it turned out to be much smaller than all the women’s brains he had examined!

[ 5 ] Nun, so könnte unter Umständen, wenn er sich dann nicht geniert, solch eine Sache bekanntzugeben, sich herausstellen, daß der Amerikaner selbst im Sommer geboren ist. Wenn er im Sommer geboren wäre, dann müßte man sagen: er ist ja nicht besonders gescheit nach seiner eigenen Theorie, also kann seine Theorie nicht besonders wertvoll sein. Aber sehen Sie, hinter all diesen Sachen steckt doch etwas. Und dieses Etwas, wenn man es richtig überschaut, führt einen manchmal zu den allerwichtigsten Sachen.

[ 5 ] Well, under certain circumstances—if he isn’t too embarrassed to reveal such a thing—it might turn out that the American himself was born in the summer. If he were born in the summer, then one would have to say: he isn’t particularly smart according to his own theory, so his theory can’t be particularly valuable. But you see, there is something behind all these things. And this “something,” if you look at it correctly, sometimes leads you to the most important things.

[ 6 ] Da will ich Ihnen heute etwas erzählen, was noch durchaus dazugehört zu der Frage von Herrn R. Sehen Sie, die Verhältnisse, die in bezug auf die Fortpflanzung bestehen, kann man eigentlich nur bei Tieren und Pflanzen studieren, denn beim Menschen hängen sie noch von so vielen anderen Faktoren ab, daß man sie nicht ordentlich studieren kann. Wenn Sie nur das nehmen, was ich Ihnen vorgestern gesagt habe, daß die Menschen, sowohl die Frauen wie die Männer, ihren Samen oder die Eizelle beeinflussen durch das Trinken, so werden Sie sehen, daß davon so viel abhängt, daß man nicht richtig die Fortpflanzung studieren kann. Nun, Tiere haben sehr selten die Eigenschaft, daß sie sich betrinken. Also da bleiben die Verhältnisse viel reiner, da kann man viel reiner die Sache studieren. Und die wichtigsten Sachen liegen eigentlich so, daß man die Tiere durchaus nicht zu sezieren braucht, wenn man das studieren will. Denn durch das Sezieren kommt man eigentlich auf das allerwenigste drauf. Ich will Ihnen zunächst etwas sagen, was auf keinem Sezieren beruht, sondern auf sicheren Ergebnissen von Männern, die nicht nach den Theorien gearbeitet haben, sondern nach ihren praktischen Erfahrungen, und das, was ich Ihnen vortrage, bezieht sich auf namentlich in Kanada vorkommende Biber.

[ 6 ] Today I’d like to tell you something that is very much related to Mr. R.’s question. You see, the conditions that govern reproduction can really only be studied in animals and plants, because in humans they depend on so many other factors that it’s impossible to study them properly. If you just take what I told you the day before yesterday—that people, both women and men, influence their sperm or egg cells through drinking—you’ll see that so much depends on this that one cannot properly study reproduction. Now, animals very rarely get drunk. So the conditions there are much purer, and one can study the matter much more clearly. And the most important point is actually that one does not need to dissect animals at all if one wants to study this. For dissection actually reveals very little. First, I want to tell you something that is not based on dissection, but on reliable findings from men who did not work according to theories, but according to their practical experience; and what I am presenting to you pertains specifically to beavers found in Canada.

AltNameAltName

[ 7 ] Die Bibertiere, die man ja bei uns eigentlich nur kennenlernt in Menagerien oder ausgestopft in Kabinetten, diese Bibertiere sind eigentlich ziemlich plump. Nicht wahr, so ein Biber schaut eigentlich so aus, daß er nach vorne ziemlich plump einen Kopf hat, der Körper ist auch ziemlich plump, die vordern Beine nach hinten ziemlich dick (Zeichnung), die Hinterbeine dann sind mit Schwimmhäuten versehen, so daß er schwimmen kann. Das Merkwürdigste, was er hat, das ist ein geradezu wie ein Instrument aussehender Schwanz da hinten, der ziemlich flach ist, und der also sehr künstlich ausgearbeitet ist. Das ist eigentlich sein künstlichstes Werkzeug, was er da hinten hat. Und die Leute, die sich mit dem Biber beschäftigt haben, wissen zunächst nicht, wozu der Biber just diesen Schwanz braucht. Daher haben sie allerlei Sachen ausgedacht, die aber nicht wahr sind.

[ 7 ] Beavers—which, after all, we usually only see in zoos or stuffed in natural history cabinets—are actually quite plump. Isn’t that right? A beaver actually looks like this: it has a rather clumsy-looking head from the front, the body is also quite clumsy, the front legs are quite thick toward the back (drawing), and the hind legs are webbed so that it can swim. The strangest thing it has is a tail back there that looks almost like an instrument—it’s quite flat and thus very artificially shaped. That’s actually the most artificial tool it has back there. And people who’ve studied beavers don’t initially know what the beaver needs this particular tail for. That’s why they’ve come up with all sorts of theories, none of which are true.

[ 8 ] Dieser Biber ist ein sehr merkwürdiges Tier. Man möchte sagen, wenn man diesen Biber so kennenlernt im Leben — das zeigt sich ja auch, wenn wir ihn in unseren Menagerien haben -, so ist er eigentlich ein außerordentlich phlegmatisches Tier. Er ist wirklich so phlegmatisch, daß man nichts Rechtes mit ihm anfangen kann. Sie können einen solchen Biber attackieren, angreifen, er verteidigt sich nicht. Er selber greift nie an, was man auch tut. Er ist ein ganz phlegmatisches Wesen.

[ 8 ] This beaver is a very peculiar animal. One might say that when you get to know this beaver in real life—and this is also evident when we have it in our menageries—it is actually an extraordinarily phlegmatic animal. It is truly so phlegmatic that you can’t really do anything with it. You can attack such a beaver, and it won’t defend itself. It never attacks on its own, no matter what you do. It is a completely phlegmatic creature.

[ 9 ] Nun, diese Biber leben namentlich in solchen Gegenden, in denen entweder große Sümpfe sind oder nicht allzulange Flüsse, kurze Flüsse. Da leben sie, und sie leben auf eine sehr merkwürdige Weise. Die Biber leben so: Wenn der Frühling kommt, dann sucht der Biber sich irgendwo einen Ort aus in der Nähe eines Sees oder eines Flusses, am Ufer, gräbt sich eine Erdhöhle aus und wohnt den ganzen Sommer als ein richtiger Einsiedler allein in dieser Erdhöhle, so daß also dieser Biber den ganzen Sommer, ich möchte sagen, in dieser seiner einsiedlerischen Sommerwohnung wie ein phlegmatischer Mönch sitzt, um da in seiner Sommervilla den Sommer zu verbringen. Es ist eine Höhle, die er sich in die Erde hineingräbt. Aber das tut er in vollständiger Einsiedelei.

[ 9 ] Well, these beavers live specifically in areas where there are either large swamps or short rivers—not very long ones. That’s where they live, and they live in a very peculiar way. Beavers live like this: When spring comes, the beaver chooses a spot somewhere near a lake or a river, on the bank, digs out a burrow, and lives alone in this burrow all summer long like a true hermit—so that this beaver spends the entire summer, I might say, in this hermit-like summer dwelling of his, like a phlegmatic monk, spending the summer there in his summer villa. It is a burrow that he digs into the earth. But he does so in complete seclusion.

[ 10 ] Wenn nun der Winter kommt — schon wenn der Herbst kommt -, aber wenn der Winter kommt, kommen diese Biber aus ihrer Erdhöhle heraus, versammeln sich in einer Anzahl von zwei- bis dreihundert, sie kommen in ihrer ganzen «Phlegmatischheit» zusammen, sind dann eine Gemeinde von zwei- bis dreihundert. Sie können sich denken, daß in einer solchen Gemeinde auch diejenigen sind, die zusammengehören. Nicht wahr, eine solche Biberfrau, die hat sich ihre Einsiedlerwohnung so gemacht, daß sie auch Kinder hat kriegen können; in der Nähe ist der Mann, der sich seine Höhle selber macht. Und sie kommen mit ihren ganzen Familien da zusammen.

[ 10 ] When winter comes—or even when fall comes—but especially when winter comes, these beavers emerge from their burrows, gathering in groups of two to three hundred; they come together in all their “phlegmatic” nature, forming a community of two to three hundred. You can imagine that in such a community there are also those who belong together. Isn’t that right? A female beaver, for example, has made her solitary dwelling in such a way that she can have children; nearby is the male, who makes his own burrow. And they come together there with their entire families.

[ 11 ] Jetzt gehen sie zuerst in aller Phlegmatischheit und suchen sich einen Ort auf. Dem einen Trupp paßt es besser — bei dem phlegmatischen Temperament dieser Biber kann man das manchmal schwer unterscheiden -, sich einen See auszusuchen; dem andern Trupp paßt es besser, sich einen kurzen Fluß auszusuchen, den sie verfolgen bis zu einer Stelle, die ihnen besonders für ihre Zwecke geeignet erscheint. Und nachdem sie da untersucht haben, gehen sie im ganzen Trupp wiederum darauf los. In der Nähe des Sees oder des Flusses sind dann meist Bäume. Und nun ist es sehr merkwürdig: dieser plumpe Biber, der wird nun außerordentlich geschickt. Er benützt nämlich die Vorderfüße — nicht die Hinterfüße, die haben Schwimmhäute zwischen den Zehen, mit denen kann er schwimmen -, er benutzt die Vorderfüße, aber wirklich viel geschickter, als der Mensch irgendwelche Instrumente benutzt. Und dazu nimmt er seine spitzen Schneidezähne. Und mit den Zähnen, unterstützt von den Vorderfüßen, beißt er Zweige und sogar ganze Stämme von den Bäumen. Dann, wenn ein Trupp genügend Zweige und Baumstämme hat, dann schleppen diese Biber alles entweder in den See, den sie sich ausgewählt haben, oder in den Fluß hinein.

[ 11 ] Now they first go about their business with great composure and look for a spot. One group prefers—though given the phlegmatic temperament of these beavers, it can sometimes be hard to tell—to choose a lake; while the other group prefers to choose a short river, which they follow to a spot that seems particularly suitable for their purposes. And after they’ve explored that area, the entire group sets off again. There are usually trees near the lake or the river. And now here’s something very remarkable: this clumsy beaver suddenly becomes extraordinarily dexterous. He uses his front feet—not his hind feet, which have webbed toes that allow him to swim—he uses his front feet, but far more skillfully than a human uses any tools. And to do this, he uses his sharp incisors. And with its teeth, supported by its front feet, it bites off twigs and even entire tree trunks. Then, once a group has gathered enough twigs and tree trunks, these beavers haul everything either into the lake they have chosen or into the river.

[ 12 ] Diejenigen nun, welche ihre Baumstämme in den See hineingeschmissen haben, die schieben die Baumstämme bis zu der Stelle, die sie ausgewählt haben. Diejenigen, die ihre Baumstämme in den Fluß hineingeworfen haben, die wissen auch ganz gut, der Fluß trägt sie von selber, und sie steuern die Baumstämme nur, damit sie nicht auf die Seite gehen. Und so wird überall, entweder bis zum Seeufer oder der Stelle des Flusses, die sie ausgewählt haben, auf diese Weise die ganze Menge von Baumstämmen weiterbefördert.

[ 12 ] Now, those who have thrown their logs into the lake push them to the spot they have chosen. Those who have thrown their logs into the river know full well that the river carries them on its own, and they steer the logs only to keep them from veering off course. And so, everywhere—whether to the lake shore or to the spot on the river they have chosen—the entire load of logs is transported in this manner.

AltNameAltName

[ 13 ] Wenn sie dort angekommen sind, fangen diejenigen, die einen See sich ausgesucht haben - sie haben die Baumstämme bis zum Ufer hinauf befördert —, gleich an, Hütten zu bauen. Aber die anderen, die sich einen Fluß ausgesucht haben, die fangen gar nicht an, gleich Hütten zu bauen, sondern die bauen zuerst ein Netzwerk auf. Da werden einige Baumstämme so gelegt (siehe Zeichnung), die andern so gelegt; aber das geht dann hinten durch, daß sie ein richtiges Netzwerk bilden. Also sie verschlingen sie so ineinander, bilden ein Netzwerk. Wenn sie eine solche Wand aufgebaut haben, machen sie eine zweite daran. Sie holen immer neue Baumstämme, alle miteinander eben, und machen eine zweite Wand daran. Und so machen sie eine Wand, die manchmal zwei Meter, manchmal noch dicker ist. Und dann, sehen Sie, wenn der Fluß so fließt, halten sie den Fluß da auf; er muß dann da drüber fließen, und sie haben da unten einen freien Raum. Und im Flusse drinnen, da bauen sie sich dann erst, wenn sie dieses Wehr aufgebaut haben, diese Wand, da bauen sie sich erst die Hütte an, so daß der Fluß über die Hütte drüber fließt.

[ 13 ] Once they arrive there, those who have chosen a lake—they have hauled the logs all the way up to the shore—immediately begin building huts. But the others, who have chosen a river, don’t start building huts right away; instead, they first construct a latticework. Some logs are laid this way (see drawing), others that way; but they’re interlaced so that they form a proper latticework. So they weave them together like this, forming a latticework. Once they’ve built one such wall, they attach a second one to it. They keep bringing new tree trunks—all of them together—and attach a second wall to it. And in this way, they build a wall that is sometimes two meters thick, sometimes even thicker. And then, you see, when the river flows like this, they dam the river there; it then has to flow over it, and they have an open space down below. And inside the river—only after they’ve built this weir, this wall—do they build their hut, so that the river flows over the hut.

[ 14 ] Wenn sie genügend Baumstämme zusammengetragen haben und ihnen ihre Wand dick genug zu sein scheint, dann schleppen sie anderes Material herein, gewöhnliche Tonmassen aus der Erde, und da machen sie eine Art Lehm daraus, und mit dem verkitten sie hinten und vorne und nach der Seite hier, und nach der Seite hier diese Wand; sie bauen als richtige Baukünstler zuerst eine Wand auf. Aber diejenigen, die sich den See ausersehen haben, brauchen das nicht und unterlassen das.

[ 14 ] Once they have gathered enough tree trunks and their wall seems thick enough to them, they haul in other material—ordinary clay from the ground—and make a kind of mud out of it, which they use to caulk the back, front, and both sides of this wall; like true master builders, they first erect a wall. But those who have set their sights on the lake do not need to do this and refrain from it.

AltNameAltName

[ 15 ] Wenn nun diese Wand aufgerichtet ist — bei denen, die sich den See ausgesucht haben, geschieht es gleich -, fangen sie an, aus demselben Material kleine Häuser zu bauen. Die schauen ja nun allerdings so aus wie Tonfässer, aber es sind richtige kleine Häuser. Diese bauen sie sich so auf, daß sie Flechtwerk machen. Die sind nun wiederum so verkittet, daß auch das wenige Wasser, das da hereinkommt, ihnen nichts anhaben kann. Nun, eine solche Biberhütte — denken Sie nur, wie gescheit das ist! -, die wird niemals an einen Ort des Flusses gebaut, wo noch das Wasser gefriert. Sie wissen, das Wasser gefriert immer nur oben; wenn man tief genug hineinkommt, ist weder beim stehenden noch beim fließenden Wasser das Wasser gefroren, nur oben. Und just da legen sich diese Biber ihre Wohnung an, wo das Wasser nicht gefriert im ganzen Winter.

[ 15 ] Once this wall is erected—which happens immediately for those who have chosen the lake—they begin to build small houses out of the same material. They do look like clay barrels, but they are actual little houses. They construct them by weaving the material together. These are then sealed so that even the small amount of water that gets in cannot harm them. Now, a beaver lodge like this—just think how clever that is!—is never built in a part of the river where the water still freezes. You know, the water only freezes at the surface; if you go deep enough, the water isn’t frozen—whether it’s standing or flowing—only at the surface. And that’s exactly where these beavers build their homes, where the water doesn’t freeze all winter long.

[ 16 ] Jede solche Hütte hat zwei Stockwerke; da ist ein Boden eingebaut (siehe Zeichnung), da unten ist der Eingang. Da können sie laufen, und da oben halten sie sich auf, und da unten haben sie ihre Wintervorräte drinnen. Dasjenige, was sie brauchen, um es als Wintervorräte zu verzehren, schleppen sie sich herein. Und wenn die ganze Sache so weit ist, daß sie ihre Wintervorräte hereingebracht haben, dann bezieht eine Biberfamilie diese Hütte, bleibt aber immer in der Nähe von den andern.

[ 16 ] Each of these huts has two stories; there is a raised floor (see drawing), and the entrance is down below. They can run around down there, and they spend their time up there, while their winter supplies are stored downstairs. They haul in whatever they need to consume as winter supplies. And once they’ve brought in all their winter supplies, a beaver family moves into this lodge, but always stays close to the others.

[ 17 ] Da oben wohnt nun, bis es wieder Frühling wird und sie ihre einsamen Wohnungen beziehen, die Biberfamilie. Die Eßvorräte werden vom unteren Stockwerk geholt. Und auf diese Weise bringt sich die Biberfamilie fort. Wie gesagt, wenn der Sommer kommt, suchen sie sich ihre einsamen Höhlen. Im Winter sind sie aber beieinander. Da führen sie ihr soziales Leben in Biberdörfern auf dem Grund von Seen oder auf dem Grund von Flüssen, bei einem solchen Wehr, das sie sich zuerst selber außerordentlich kunstvoll angelegt haben.

[ 17 ] The beaver family now lives up there until spring comes again and they move back into their solitary homes. They fetch their food supplies from the lower level. And that is how the beaver family gets by. As mentioned, when summer comes, they seek out their secluded burrows. In winter, however, they stay together. There they lead their social lives in beaver villages at the bottom of lakes or at the bottom of rivers, near a dam that they themselves have first constructed with extraordinary artistry.

[ 18 ] Nun sehen Sie, meine Herren, nach allem, was man wissen kann, auch von den Bibern, die zu uns gebracht worden sind in Menagerien, macht der Biber die Arbeit lediglich mit den Zähnen und Vorderfüßen, niemals mit dem Schwanz. Den benützt er gar nicht dazu. Trotzdem ist er außerordentlich kunstvoll ausgebildet. Sie werden in vielen Beschreibungen finden, daß der Biber mit dem Schwanz die Sachen bearbeite; aber das ist eben immer eine Täuschung gewesen, das ist immer nicht wahr. So daß also der Biber die Vorderfüße und die Zähne besonders fein ausgebildet hat und sie auch viel gescheiter gebrauchen kann, als irgendein Mensch Instrumente gebrauchen kann.

[ 18 ] Now, gentlemen, as far as we can tell—even from the beavers that have been brought to us in menageries—the beaver does its work solely with its teeth and front feet, never with its tail. It does not use its tail for that at all. Nevertheless, it is extraordinarily skillfully adapted. You will find in many descriptions that the beaver works with its tail; but that has always been a misconception—it is simply not true. Thus, the beaver has particularly finely developed front paws and teeth and can use them much more skillfully than any human can use tools.

[ 19 ] Nun, Sie wissen ja, meine Herren, die Naturgeschichte unterscheidet die verschiedensten Tierklassen, und unter den Säugetieren Raubtiere, Fledermäuse, Wiederkäuer und so weiter. Unter den Säugetieren sind auch die sogenannten Nagetiere. Zu den Nagetieren gehört zum Beispiel unser Kaninchen. Eigentlich gehört nach seinem ganzen Aufbau, so wie er ist, auch der Biber zu den Nagetieren.

[ 19 ] Well, as you know, gentlemen, natural history distinguishes between a wide variety of animal classes, and among mammals there are carnivores, bats, ruminants, and so on. Among mammals are also the so-called rodents. Our rabbit, for example, belongs to the rodents. Actually, based on its entire anatomy, just as it is, the beaver also belongs to the rodents.

[ 20 ] Nun werden Sie in jeder Naturgeschichte, zum Beispiel auch in Brehms Naturgeschichte, beschrieben finden, daß die Nagetiere die dümmsten Säugetiere sind, so daß also der Biber als einzelnes Tier zu den dümmsten Säugetieren gerechnet wird. Eigentlich kann man sagen, er zeigt auch, vor allen Dingen, wenn er als einzelnes Tier sich betätigt, daß er ein furchtbar phlegmatischer Bursche ist. Sein Phlegma, sein phlegmatisches Temperament ist eben so groß, daß er ebenso gescheit sein kann, wie überhaupt phlegmatische Menschen einen gescheiten Eindruck machen: sie gehen an allem vorbei. Also der Biber ist schon furchtbar dumm. Aber er macht das alles, was außerordentlich gescheit ist! So daß man sagen kann: Es ist bei den Bibern wirklich nicht so, wie zum Beispiel der Rosegger einmal gesagt hat. Rosegger hat das nicht vom Biber, sondern vom Menschen gesagt:

[ 20 ] Now, in any natural history text—for example, in Brehm’s *Natural History*—you will find it stated that rodents are the most foolish mammals, so that the beaver, as an individual animal, is counted among the most foolish mammals. In fact, one could say that he also demonstrates—especially when acting on his own—that he is a terribly phlegmatic fellow. His phlegmatism, his phlegmatic temperament, is so pronounced that he can be just as clever as phlegmatic people generally appear to be: they let everything pass them by. So the beaver is indeed terribly stupid. But it does all these things that are extraordinarily clever! So one can say: With beavers, it really isn’t the way Rosegger once put it. Rosegger didn’t say this about the beaver, but about humans:

[ 21 ] Oaner isa Mensch,
mehrer seins Leut
und viel seins scha Vieher!

[ 21 ] A man is a person,
some of his people
and many of his livestock!

[ 22 ] Er meint, wenn viele beisammen sind in einer Versammlung, dann werden sie schon dumm. Das sagt der österreichische Dichter Rosegger. Es ist schon etwas sehr Wahres daran: Wenn viele beisammen sind, so verwirren sie sich, machen durchaus einen dummen Eindruck, und es sind doch einzelne sehr gescheite Leute darunter!

[ 22 ] He says that when many people gather together, they tend to act foolishly. That’s what the Austrian poet Rosegger says. There’s certainly a lot of truth to it: When many people are together, they get confused, give the impression of being foolish, and yet there are some very intelligent people among them!

[ 23 ] Bei den Bibern, könnte man sagen, ist das Gegenteil der Fall: Oaner is dumm, und mehrer seins a bissel gscheiter. Und wenn zwei- oder dreihundert beisammen sind, wenn sie sich im Herbst zusammensammeln, da werden sie ganz gescheit, da werden sie zu wirklichen Architekten. Wenn auch wir Menschen nicht gerade geneigt sind, eine besondere Schönheit zu empfinden bei dem Biberbau, dann ist das eben unser menschlicher Geschmack. Die Biberwohnung sieht aber wirklich so nett aus, wie der Biber selber außerordentlich plump ist.

[ 23 ] With beavers, one might say, the opposite is true: one is dumb, and several are a bit smarter. And when two or three hundred of them are together—when they gather in the fall—they become quite clever; they become true architects. Even if we humans aren’t exactly inclined to find any particular beauty in a beaver lodge, that’s just a matter of our human taste. But the beaver’s home really does look as charming as the beaver itself is extraordinarily clumsy.

[ 24 ] Nun kann man viel nachstudieren, warum die Biber, wenn sie beieinander sind, so besonders gescheit sind. Und eine wichtige Spur ergibt sich doch daraus: Wenn der Herbst kommt, fangen diese Biber an, diese ganze Geschichte zu machen. Aber bei Tag sieht man eigentlich nicht viel von dieser Tätigkeit. Der Aufbau eines solchen Wehres und des Biberdorfes — denn es ist wirklich ein ganzes Dorf, das sie da anlegen geschieht sehr schnell, der ist manchmal in wenigen Tagen fertig. Man sieht sie, wenn man sie bei Tag anschaut, außerordentlich wenig arbeiten. Sie arbeiten also fieberhaft während der Nacht. Also bestätigt ist die Gescheitheit des Bibers erstens durch den Winter, und zweitens durch die Nacht. So daß also da tatsächlich Spuren liegen, wie man eigentlich die ganze Geschichte studieren soll.

[ 24 ] Now, there’s a lot to be learned about why beavers are so remarkably clever when they’re together. And one important clue does emerge from this: When fall arrives, these beavers start all this activity. But during the day, you don’t really see much of this activity. The construction of such a dam and the beaver village—because it really is an entire village that they build—happens very quickly; it is sometimes finished in just a few days. If you observe them during the day, you see them working very little indeed. So they work feverishly during the night. Thus, the intelligence of the beaver is confirmed, first, by the winter, and second, by the night. So there are indeed clues as to how one should actually study the whole story.

[ 25 ] Aber wissen Sie, beim menschlichen Studieren ist der allererste Grundsatz der, daß man eigentlich nicht viel nachdenken soll. Es wird Ihnen sonderbar vorkommen, aber Sie werden gleich verstehen, was ich meine. Durch das Nachdenken nämlich wird der Mensch nicht besonders gescheit. Wenn er so brütet über etwas, was er beobachtet hat, da kommt in der Regel nicht viel Gescheites heraus. Also wenn man die Dinge der Welt erkennen will, so soll man eigentlich auf das Nachdenken nicht allzuviel geben. Das Nachdenken ist gar nicht das besonders Wichtige. Man soll denken dann, wenn einen die Tatsachen auffordern, aber man soll ja nicht sein Hauptaugenmerk darauf verwenden, wenn man irgend etwas beobachtet hat, nachher darüber zu brüten, um herauszubekommen, wie sich die Geschichte eigentlich verhält, sondern man soll andere Tatsachen anschauen und soll sie damit vergleichen, soll einen Zusammenhang suchen. Je mehr Zusammenhang man in verschiedene Tatsachen hineinbringt, desto mehr lernt man über die Natur zum Beispiel erkennen. Also diejenigen Leute, die über die Natur nachgebrütet haben, die haben eigentlich im Grunde genommen gar nicht irgend etwas Erhebliches herausgekriegt, als was sie schon gewußt haben.

[ 25 ] But you know, when it comes to human learning, the very first principle is that you really shouldn’t think too much. It may seem strange to you, but you’ll understand what I mean in a moment. Thinking, you see, doesn’t make a person particularly wise. When someone broods over something they’ve observed, it usually doesn’t lead to anything particularly wise. So if you want to understand the ways of the world, you really shouldn’t place too much importance on thinking. Thinking isn’t all that important. One should think when the facts call for it, but one shouldn’t focus primarily on mulling over something after observing it in order to figure out how things actually stand; rather, one should look at other facts and compare them, seeking connections. The more connections one establishes between various facts, the more one learns about nature, for example. So those people who have mulled over nature have, in essence, not really discovered anything significant beyond what they already knew.

[ 26 ] Wenn einer Materialist wird, so redet er über die Natur materialistisch, weil er es eigentlich schon vorher ist. Er kriegt nichts Neues heraus. Wenn einer über die Natur idealistisch redet, so tut er es deshalb, weil er schon vorher Idealist ist. Immer kann man eigentlich nachweisen, daß die Menschen durch Nachdenken nur dasjenige finden irgendwo, wozu sie schon vorher gekommen sind. Richtiges Denken kommt nur heraus, wenn man sich einfach von den Tatsachen dazu führen läßt.

[ 26 ] When someone becomes a materialist, they speak of nature in materialistic terms because they were, in fact, already a materialist beforehand. They do not discover anything new. When someone speaks of nature in idealistic terms, they do so because they were already an idealist beforehand. In fact, one can always demonstrate that, through reflection, people only discover what they had already arrived at beforehand. Correct thinking emerges only when one simply allows oneself to be guided by the facts.

[ 27 ] Nun will ich Ihnen eine andere Gruppe von Tatsachen zu dieser Bibergeschichte vorführen, die Sie gleich auf die richtigen Spuren bringen wird, nicht durch Nachdenken, sondern einfach durch Vergleichen der Tatsachen. Sehen Sie, ich habe ja schon das letzte Mal, vorgestern, auf die Wespen hingewiesen, habe Ihnen eine Beobachtung, die Darwin an den Wespen gemacht hat, vorgeführt, und möchte Sie heute noch einmal darauf hinweisen.

[ 27 ] Now I would like to present another set of facts regarding this beaver story, which will immediately put you on the right track—not through reasoning, but simply by comparing the facts. You see, I already mentioned the wasps last time, the day before yesterday; I presented an observation that Darwin made about wasps, and I’d like to draw your attention to it once again today.

[ 28 ] Die Wespen machen sich ja sehr kunstvolle Nester. Und diese Nester, die sie sich machen, die sind zwar entfernt ähnlich den Bienenwaben, aber erstens bestehen ihre Wände nicht aus Bienenwachs, sondern aus richtigem Papier, und zweitens ist die Geschichte doch anders bei den Bienen. Es gibt zum Beispiel Wespennester, da wird zuerst der Erdboden aufgegraben; dann wird so etwas gemacht, was wie etwas Beutelförmiges ist. Und das wird auch so ähnlich wie die Biberwohnung gemacht, aus allerlei, aber viel kleineren, dünneren Stämmchen und so weiter zusammengesetzt, oder aus dem, was sie da finden, aus Holz, das sie verarbeiten, das sie in der richtigen Weise so verarbeiten, daß sie da zunächst eine Umhüllung kriegen, eine beutelförmige Umhüllung, die aber dick ist. Und da hinein erst bauen sie ihre kleinen Wespennester. Da werden ihre Etagen aufgebaut. Die Waben sind sechseckig, wie die Bienenwaben, haben ihre Papierumhüllung. Solche Etagen sind da. Es sind manchmal viele Etagen übereinander.

[ 28 ] Wasps build very elaborate nests. And these nests they build—while they bear a distant resemblance to honeycombs—first of all, their walls aren’t made of beeswax but of actual paper, and second, the situation is quite different with bees. For example, there are wasp nests where they first dig up the ground; then they build something that looks like a pouch. And this is constructed much like a beaver’s lodge, assembled from all sorts of much smaller, thinner twigs and so on, or from whatever they find there—wood that they process, shaping it in just the right way so that they first create an outer shell, a pouch-shaped shell, which is, however, thick. And it’s inside that they build their little wasp nests. That’s where their levels are constructed. The cells are hexagonal, like bee honeycombs, and have their paper covering. There are levels like that. Sometimes there are many levels stacked one on top of the other.

[ 29 ] Nun, sehen Sie, da drinnen wird alles aus Papier aufgebaut. Diese Umhüllung, dieser Beutel, der ist nicht aus Papier, sondern aus Stoffen: allerlei, was sie finden, dünnere Stämmchen oder feines Holz, das sie sich auch wieder erst spalten, ist solch ein Netzwerk. Das verkitten sie dann. Das ist das, was so herum ist; in der Erdhöhle drinnen oder auch an der Luft irgendwo angebracht, wo sie es dann an etwas ankitten. Da drinnen sind die einzelnen Zellen, und jede dieser Zellen ist dazu bestimmt, daß ein Ei hineingelegt wird.

[ 29 ] Well, you see, everything in there is built out of paper. This outer covering, this pouch—it’s not made of paper, but of materials: all sorts of things they find—thinner twigs or fine wood, which they split open first—form a network like this. They then glue it together. That’s what you see all around—inside the burrow or attached somewhere out in the open, where they glue it to something. Inside are the individual cells, and each of these cells is designed to hold an egg.

[ 30 ] Nun ist die Geschichte so bei den Wespen. Die sind ja, wie Sie sich denken können, wirklich außerordentlich der Witterung ausgesetzt. Daher bleiben im Frühling von den Wespen, die im vorigen Jahre waren, ziemlich wenig übrig, und es hat auch nicht eine Bedeutung, wenn etwas anderes übrigbleibt, als von irgendeinem solchen Wespennest ein oder zwei Weibchen. Die suchen sich im Winter irgendeinen Schlupfwinkel auf, wo sie als Weibchen notdürftig leben können, und überwintern dort. Solch ein Weibchen, das kommt nun im Frühling aus seinem Versteck hervor und ist im Frühling gerade geeignet dazu, Eier zu legen. Das Wespenweibchen legt nun im Frühling Eier. Es ist merkwürdig: aus allen diesen Eiern schlüpfen nun ganz besondere Wespen im Frühling heraus. Diese Wespen, die da im Frühling herausschlüpfen, die machen sich, indem sie sehr rasch wachsen und eigentlich noch nicht solche Zellen haben — sie müssen aus den Eiern ohne Zellen herausschlüpfen -, sie machen sich jetzt gleich daran, solche Zellen aufzubauen, fangen an, in ganzen Trupps umherzufliegen und überall dasjenige zu suchen, wodurch eben ein solches Wespennest richtig aufgebaut werden kann. Und so geht eigentlich diese Arbeit den Sommer lang. Da bauen diese Wespen die Zellen auf.

[ 30 ] Now, here's how it is with wasps. As you can imagine, they are truly extremely vulnerable to the weather. That’s why, by spring, very few of the wasps from the previous year remain, and it doesn’t really matter if anything else survives besides one or two females from a wasp nest. In winter, they seek out some hiding place where they can barely survive as females and spend the winter there. One such female then emerges from her hiding place in the spring and is just ready to lay eggs at that time. The female wasp lays her eggs in the spring. It’s remarkable: very special wasps hatch from all these eggs in the spring. These wasps that hatch in the spring—since they grow very quickly and don’t yet have cells of their own (they must hatch from eggs without cells)—immediately set about building such cells; they begin flying around in large groups, searching everywhere for the materials needed to properly construct a wasp nest. And this work actually continues throughout the summer. That’s when these wasps build the cells.

[ 31 ] Diese Wespen, die da aus den Eiern, die im Frühling provisorisch gelegt werden, herauskommen, die haben eine ganz bestimmte Eigenschaft: die sind nämlich alle geschlechtslos, die können sich nicht fortpflanzen. Bei diesen Wespen gibt es keine Fortpflanzung; die haben gar keine Geschlechtsorgane — die sind so verkümmert, daß gar nicht gedacht werden kann, daß sie sich fortpflanzen. Also das erste, was die Wespe im Frühling macht, ist, daß sie sich ein Heer von Arbeitern erzeugt, die geschlechtslos sind und die furchtbar schuften; den ganzen Sommer lang schuften sie.

[ 31 ] These wasps, which emerge from the eggs laid provisionally in the spring, have a very specific characteristic: they are all asexual and cannot reproduce. These wasps do not reproduce; they have no reproductive organs at all—they are so underdeveloped that it is unthinkable that they could reproduce. So the first thing the wasp does in the spring is to produce an army of workers who are asexual and work terribly hard; they toil all summer long.

[ 32 ] Ich habe schon Naturforscher gekannt, die haben das als ein Ideal betrachtet, daß man auch an den Menschen so etwas machen soll, daß man eigentlich auch unter Menschen Geschlechtslose hervorbringen könnte, die keine Familien gründen und die nur schuften würden, daß die Fortpflanzung nur so einigen übertragen würde, wie es bei den Wespen zum Beispiel ist.

[ 32 ] I have known naturalists who regarded it as an ideal that something similar should be done with humans—that it should actually be possible to produce sexless individuals among humans who would not start families and would do nothing but toil, so that reproduction would be entrusted only to a few, as is the case with wasps, for example.

[ 33 ] Nun also, das ist so der Fall: den ganzen Sommer wird geschuftet von geschlechtslosen Wespen. Und wenn der Sommer zu Ende ist, dann fängt das Weibchen an, nun Eier zu legen, aus denen Männchen und Weibchen wiederum kommen. Es ist in der Regel sogar das gleiche Weibchen, das früher die geschlechtslosen Eier gelegt hat. Es legt jetzt Eier, aus denen im Herbst Männchen und Weibchen kommen.

[ 33 ] So here’s the thing: all summer long, sexless wasps work tirelessly. And when summer comes to an end, the female begins to lay eggs, from which males and females emerge. It’s usually even the same female who previously laid the asexual eggs. She now lays eggs from which males and females emerge in the fall.

[ 34 ] Die Männchen, die entwickeln sich so, daß sie eigentlich ziemlich verkümmerte Wesen sind. Die geschlechtslosen Wespen sind dagegen ziemlich robuste Arbeiter. Aber die Männchen, die kommen so verkümmert heraus, haben nichts Rechtes an sich, haben eigentlich gerade noch Zeit, daß sie befruchten, haben eigentlich sonst gar nichts zu tun. Eine Zeitlang nähren sie sich, dann befruchten sie, und dann sterben sie ab. Also die Männchen spielen bei diesen Wespen schon eine klägliche Rolle, werden schnell geboren gegen den Herbst zu, dürfen einiges fressen, und nachher dürfen sie befruchten, und nachher gehen sie durch ihre eigene Lebensart zugrunde und sterben ab. Das ist das letzte, was sie tun.

[ 34 ] The males develop in such a way that they are actually quite stunted creatures. The asexual wasps, on the other hand, are fairly robust workers. But the males—who emerge so stunted—have nothing of substance about them; they barely have enough time to fertilize the females and have virtually nothing else to do. They feed for a while, then they fertilize the females, and then they die. So the males play a rather pitiful role in these wasps: they are born quickly toward the fall, are allowed to eat a little, and afterward they are allowed to fertilize the females, and then they perish as a result of their own way of life and die. That is the last thing they do.

[ 35 ] Und bei manchen Wespen, wo die Männchen ein bißchen ein zäheres Leben haben, bei denen geht es ganz kurios zu. Da kommt es sogar vor, daß eine ähnliche Sitte herrscht wie bei gewissen Spinnen, aber das ist nur eine Ausnahme. Bei gewissen Spinnen aber ist etwas der Fall, was sogar sehr merkwürdig ist. Sehen Sie, bei diesen Spinnen ist das Männchen vom Weibchen nur so angesehen, daß es eigentlich nur zur Befruchtung da ist. Und da dürfen sich die Männchen auch erst dann, wenn sie zur Befruchtung reif sind, dem Weibchen nähern. Vorher lassen die Weibchen überhaupt diese Männchen nicht an sich herankommen, erst wenn sie reif sind zur Befruchtung. Und dann ist es manchmal bei den Spinnen so — wie gesagt, das ist nicht bei den Wespen, aber bei den Spinnen; aber als Ausnahme kommt es manchmal bei den Wespen vor —, bei den Spinnen also - es sind ja auch niedere Tiere, wir können also schon darauf aufmerksam machen -, da ist es manchmal ganz merkwürdig: Wenn das Weibchen gewahr wird, da kommt so ein gieriges Männchen, dann setzt es sich an einen Ort, wo das Männchen irgendwie schwer hinkommt, aber noch schwerer zurückkommt. Und nun wartet es, läßt die Befruchtung geschehen, und dann darf das Männchen so ein bißchen weiter gehen. Und findet es dabei ein Hindernis, flugs ist das Weibchen hinterdrein und beißt das Männchen tot. Da besorgt also das Weibchen selber dieses Geschäft, daß das Spinnenmännchen getötet wird. Bei manchen Spinnen ist es so. Denken Sie sich, wenn nun das Männchen seine Tätigkeit getan hat, dann muß es totgebissen werden, dann hat es keinen Zweck mehr.

[ 35 ] And with some wasps, where the males have a somewhat tougher life, things get quite curious. It even happens that a custom similar to that found in certain spiders prevails, but that is only an exception. With certain spiders, however, something happens that is actually very strange. You see, with these spiders, the female regards the male as being there solely for the purpose of fertilization. And the males are only allowed to approach the female once they are ready for fertilization. Before that, the females won’t let these males come near them at all—only when they are ready for fertilization. And then it’s sometimes the case with spiders—as I said, this isn’t true of wasps, but of spiders; though as an exception, it sometimes happens with wasps—so with spiders—since they are, after all, lower animals, we can certainly draw attention to this—it’s sometimes quite strange: When the female notices a greedy male approaching, she positions herself in a spot that’s difficult for the male to reach but even harder to leave. She waits there, allows the mating to take place, and then lets the male move a little further away. And if he encounters an obstacle along the way, the female is quickly right behind him and bites the male to death. So the female herself takes care of this business—ensuring that the male spider is killed. This is how it is with some spiders. Just imagine: once the male has done his job, he has to be bitten to death; then he serves no further purpose.

[ 36 ] Bei den Wespen ist es in der Regel so, daß die Männchen von selber sterben, weil sie sich so anstrengen bei ihrer Tätigkeit, daß sie keine Kraft mehr haben; sie gehen zugrunde. In derselben Zeit sterben auch die geschlechtslosen Wespen. Nachdem sie den ganzen Sommer geschuftet haben, sterben alle im Herbst. Da sterben die Geschlechtslosen und sterben die Männchen, und die Weibchen bleiben übrig. Nun gehen viele von ihnen durch die Winterkälte zugrunde, und es bleiben nur einzelne von ihnen übrig, die sichere Schlupfwinkel gefunden haben; die bleiben bis zum Frühling, legen Eier, und die Sache geht wieder los. Also die Sache ist so, daß im Sommer und gegen den Sommer zu nur Geschlechtslose geboren werden, und daß erst im Herbst, gegen den Winter, die geschlechtsfähigen Wespen geboren werden können.

[ 36 ] With wasps, it is generally the case that the males die on their own because they exert themselves so much in their activities that they run out of strength; they perish. At the same time, the asexual wasps also die. After toiling all summer, they all die in the fall. So the asexual wasps die, and the males die, and the females are left behind. Now, many of them perish in the winter cold, and only a few remain—those that have found safe hiding places; they survive until spring, lay eggs, and the cycle begins again. So the situation is that in the summer and toward the end of summer, only asexual wasps are born, and it is not until fall, as winter approaches, that the sexually mature wasps can be born.

[ 37 ] Nun, sehen Sie, das sind Tatsachen, die beobachtet werden müssen. Es ist sehr wichtig, daß man das mit anderen Tatsachen zusammenbringt, denn das zeigt uns, wie gerade das Geschlechtsleben der Tiere mit der Jahreszeit zusammenhängt; furchtbar stark hängt gerade das Geschlechtsleben der Tiere mit der Jahreszeit zusammen.

[ 37 ] Well, you see, these are facts that must be observed. It is very important to correlate this with other facts, because that shows us how the sexual life of animals is linked to the seasons; the sexual life of animals is incredibly closely linked to the seasons.

[ 38 ] Nehmen wir an, es ist Sommer. Da ist die Erde außerordentlich stark der Wirkung der Sonne ausgesetzt. Die Sonne schickt ihr Licht und ihre Wärme auf die Erde herunter. Und wenn man sich direkt dem Sonnenlicht aussetzt, dann schwitzt man eben einfach, dann merkt man das allein an der Art und Weise, wie man sich befindet. Aber weder der Biber noch die Wespe, das Wespenweibchen, setzen sich direkt dem Sonnenlicht aus; sie sind ja immer in irgendwelchen Höhlungen drinnen. Also sie genießen das Sonnenlicht und die Sonnenwärme erst so, wie sie ihnen die Erde dann gibt, wenn sie in den Löchern drinnen sind. Davon bekommen sie dann ganz bestimmte Eigenschaften für den Winter. Denken Sie einmal, die Wespen bekommen für den Winter die Eigenschaften, daß sie dann Anlage haben, geschlechtsfähige Wespen zu erzeugen.

[ 38 ] Let’s assume it’s summer. At that time, the Earth is exposed to the sun’s rays with extraordinary intensity. The sun sends its light and heat down onto the Earth. And when you expose yourself directly to sunlight, you simply start to sweat; you can tell just by the way you feel. But neither the beaver nor the wasp—the female wasp, that is—exposes herself directly to the sunlight; after all, they are always inside some kind of burrow. So they enjoy the sunlight and the sun’s warmth only in the way the earth provides it to them while they are inside their burrows. This gives them very specific characteristics for the winter. Just think: wasps acquire characteristics for the winter that give them the capacity to produce sexually mature wasps.

[ 39 ] Aber was bedeutet denn das, meine Herren? Das Wespenweibchen ist den ganzen Sommer der Sonnenwärme und dem Sonnenlicht ausgesetzt und erzeugt geschlechtslose Wespen. Sie können sich also sagen: dann wirkt die Sonne so, daß sie eigentlich das Geschlechtliche im Grunde genommen zerstört. Da ist ja ganz offenkundig an dieser Tatsache: die Sonne mit ihrer Wärme und mit ihrem Licht, die von der Erde zurückgestrahlt werden, die wirken so, daß sie das Geschlechtliche zerstören, und deshalb erzeugen die Wespen, wenn der Frühling kommt und die Sonnenwärme und das Sonnenlicht über sie kommen, geschlechtslose Wespen. Nur erst wiederum, wenn der Winter kommt, wenn also Sonnenwärme und Sonnenlicht nicht mehr dieselbe Kraft haben, dann kommt den Wespen die Kraft, Geschlechtstiere zu erzeugen, Fortpflanzungsorgane bei ihren Nachkommen zu erzeugen. Also da sieht man ja ganz klar, der Jahreslauf hat einen bestimmten Einfluß.

[ 39 ] But what does that mean, gentlemen? The female wasp is exposed to the sun’s heat and sunlight all summer long and produces asexual wasps. So you might say: the sun actually has the effect of essentially destroying sexuality. It is quite obvious from this fact: the sun, with its heat and light—which are reflected back from the Earth—acts in such a way as to destroy the sexual aspect; and that is why, when spring comes and the sun’s heat and light reach them, the wasps produce asexual wasps. But only when winter returns—that is, when the sun’s heat and light no longer have the same power—do the wasps regain the ability to produce sexually mature wasps and to develop reproductive organs in their offspring. So here we can see quite clearly that the cycle of the year has a definite influence.

[ 40 ] Und wenn wir jetzt von der Wespe zum Biber gehen, dann müssen wir uns sagen: Donnerwetter, dieser Biber ist ein furchtbar dummes, phlegmatisches Tier! Dumm und phlegmatisch ist er im höchsten Grade. Schön; aber wo hält er sich denn im ganzen Sommer auf? Er hält sich einsam in einer Erdhöhle auf, läßt den ganzen Sommer das, was an Sonnenlicht und Sonnenwärme zu dieser Erdhöhle kommt, in seinen Körper hineindringen, so daß er tatsächlich den ganzen Sommer Sonnenlicht und Sonnenwärme aufsaugt. Und ist er im Herbst mit diesem Aufsaugen fertig, dann fängt er an, seinesgleichen zu suchen und mit denen gescheit zu werden. Er wendet eine Gescheitheit an, die er als einzelnes Tier gar nicht hat. Nun werden die Biber auf einmal gescheit, sammeln sich zusammen. Sie könnten natürlich nicht als einzelne diese ganzen Biberdörfer bauen. Die erste Tat schon, wo sie sich den Platz aussuchen, ist gescheit.

[ 40 ] And if we now turn our attention from the wasp to the beaver, we have to say to ourselves: Good grief, this beaver is a terribly stupid, phlegmatic animal! He is stupid and phlegmatic to the highest degree. Fine; but where does he spend the entire summer? It stays all alone in a burrow, allowing all the sunlight and solar heat that reaches this burrow to penetrate its body throughout the summer, so that it actually soaks up sunlight and solar heat all summer long. And once it has finished soaking it all up in the fall, it begins to seek out its own kind and become clever along with them. It displays a cleverness that it does not possess as an individual animal. Now the beavers suddenly become clever and gather together. Of course, they could not build all these beaver villages on their own. Even their very first act—choosing a location—is a sign of their cleverness.

[ 41 ] Ja, daran sehen Sie doch ganz anschaulich, was ich Ihnen vorgestern gesagt habe: Gescheitheit, wenn sie in einem Wesen ist, muß geradeso erst zusammengesammelt werden wie das Wasser, wenn man es in Kannen sammelt. Was tut denn der Biber, während er als einzelnes Tier in seiner Sommervilla ist, als solcher Einsiedler? Der Biber sammelt sich Sonnenlicht und Sonnenwärme - so sagen wir, weil wir nur Sonnenlicht und Sonnenwärme wahrnehmen. In Wahrheit sammelt er sich da seinen Verstand zusammen. Mit Sonnenlicht und Sonnenwärme kommt aus der Welt der Verstand auf die Erde herein. Und der Biber sammelt ihn sich; nun hat er ihn eben und baut dann. Also am Biber können wir das, was ich Ihnen neulich wie ein Bild nur hingestellt habe, in der Wirklichkeit sehen.

[ 41 ] Yes, this clearly illustrates what I told you the day before yesterday: intelligence, when it is present in a being, must first be gathered just as water must be gathered when you collect it in jugs. What does the beaver do while it is in its summer lodge as a solitary animal, as a hermit of sorts? The beaver gathers sunlight and solar heat—that is what we say, because we perceive only sunlight and solar heat. In truth, it is gathering its intellect there. Through sunlight and solar warmth, intellect flows from the world into the Earth. And the beaver gathers it; now that it has it, it begins to build. Thus, in the beaver we can see in reality what I recently presented to you merely as an image.

[ 42 ] Jetzt wird uns auch etwas erklärlich, nämlich der Biberschwanz. Vergleichen Sie das, was ich Ihnen vom Hundeschwanz gesagt habe, daß der eigentlich das Organ der Freude, also das seelische Organ beim Hunde ist. Daher wedelt er, wenn er Freude an einem hat. Ja, beim Biber ist es so: In diesem Schwanz da drinnen, den er nicht als Werkzeug gebraucht, sondern der sehr kunstvoll ausgebildet ist, da hat er den zusammengesammelten Verstand drinnen. Mit dem dirigiert er sich. Das heißt, er wird eigentlich durch Sonnenwärme und Sonnenlicht dirigiert. Die stecken da drinnen und sind Verstand geworden. Das ist eigentlich das gemeinschaftliche Gehirn, das diese Biberkolonie hat.

[ 42 ] Now something becomes clear to us: namely, the beaver’s tail. Compare this to what I told you about the dog’s tail—that it is actually the organ of joy, that is, the dog’s spiritual organ. That is why the dog wags its tail when it is happy to see you. Yes, it is the same with the beaver: In that tail of theirs—which they do not use as a tool, but which is very artfully formed—they hold their collective intellect. They use it to guide themselves. That is to say, they are actually guided by the sun’s warmth and sunlight. These forces are contained within it and have become intellect. This is, in fact, the collective brain of the beaver colony.

[ 43 ] Alle diese Schwänze sind also dasjenige, durch was Sonnenlicht und Sonnenwärme gescheit wirkt. Er gebraucht das also nicht als physisches Instrument. Als physisches Instrument nimmt er die Vorderfüße und die Zähne. Aber das ist dasjenige, was wirkt, geradeso wirkt, wie wenn Sie irgendeinen Trupp haben, und da hinten treibt einer den gesamten Gruppenverband an. Der treibt die andern. So ist es die Sonne, welche durch die Biberschwänze im Winter noch nachwirkt und die Biberdörfer baut. Es ist der Verstand, der mit dem Licht und mit der Wärme von der Sonne auf die Erde kommt und da baut.

[ 43 ] All these tails, then, are the means through which sunlight and solar heat work effectively. He does not, therefore, use them as physical instruments. As physical instruments, he uses the front legs and the teeth. But this is what actually acts—just as when you have a group, and someone in the back drives the entire group forward. That person drives the others. So it is the sun that continues to act through the beaver tails in winter and builds the beaver villages. It is the intellect that comes to Earth with the light and warmth of the sun and builds there.

[ 44 ] Natürlich wirkt dasjenige, was da als Seele und Geist des Weltenalls herunterkommt, auf alle übrigen Tiere, wirkt also auch auf die Wespen. Nun, was bewirkt es bei den Wespen? Bei den Wespen bewirkt es, daß, wenn nun das Wespenweibchen der Sonne ausgesetzt ist — das heißt also, der Erdenwirkung der Sonne, denn es genießt das gerade in einer Höhle drinnen -, dann in der Nachkommenschaft die Kraft zerstört wird, die selber wieder Nachkommenschaft hervorbringen kann. Die Wespe erzeugt geschlechtslose Tiere, muß sie erzeugen unter dem Einfluß der Sonne. Und nur, wenn sie nicht so stark der Sonnenwärme ausgesetzt ist, im Herbst, und dennoch so lebendig ist, nicht erstarrt, wie im Winter, dann bildet sich in ihr die Kraft aus, Geschlechtstiere hervorzubringen.

[ 44 ] Of course, what descends as the soul and spirit of the universe affects all other animals—and thus also affects the wasps. Now, what effect does it have on wasps? In wasps, it causes the following: when the female wasp is exposed to the sun—that is, to the sun’s effect on the earth, since she experiences this while inside a burrow—the power within her offspring that could itself produce further offspring is destroyed. The wasp produces asexual offspring when it must reproduce under the influence of the sun. And only when it is not so strongly exposed to the sun’s heat—in the fall—and yet remains so lively, not frozen as it is in winter, does the power to produce sexual offspring develop within it.

[ 45 ] Daraus sehen wir doch wiederum handgreiflich: Das, was also von der Erde kommt, das erzeugt die Geschlechtskräfte; dasjenige, was vom Weltenall kommt, das erzeugt den Verstand und tötet die Geschlechtskräfte ab. Und so wird ein Gleichgewicht hervorgerufen. Wenn die Wespe mehr der Erde ausgesetzt ist, dann entwickelt sie die Geschlechtskräfte. Wenn die Wespe mehr dem Himmel ausgesetzt ist - wenn ich jetzt diesen Ausdruck gebrauchen darf —, dann entwickelt sie nicht die Geschlechtskräfte, sondern erzeugt geschlechtslose Tiere. Und die geschlechtslosen Tiere haben jetzt die Gescheitheit in sich, das ganze Wespennest aufzubauen. Wer baut also das Wespennest? Die Sonne baut es durch die geschlechtslosen Tiere!

[ 45 ] From this we can clearly see once again: That which comes from the earth generates the sexual forces; that which comes from the universe generates the intellect and suppresses the sexual forces. And thus a balance is brought about. When the wasp is more exposed to the earth, it develops its sexual forces. If the wasp is more exposed to the heavens—if I may use that expression—then it does not develop sexual powers, but instead produces asexual individuals. And these asexual individuals now possess the intelligence to build the entire wasp nest. So who builds the wasp nest? The sun builds it through the asexual individuals!

[ 46 ] Das ist etwas sehr Wichtiges, meine Herren: In Wahrheit baut auf der Erde sowohl das Wespennest, als auch den ganzen Biberbau eigentlich die Gescheitheit, die der Erde von der Sonne zufließt. Das kann man handgreiflich sehen, wenn man die Tatsachen zusammenbringt. Deshalb sagte ich Ihnen: Alles Nachdenken, das der Mensch, wenn er irgend etwas beobachtet, nachher tut, das hilft einem nichts. Nur wenn man die Tatsachen miteinander vergleicht und zusammenhält, dann bekommt man eine Ansicht, die dann überhaupt Hand und Fuß hat.

[ 46 ] This is something very important, gentlemen: In truth, both the wasp nest and the entire beaver lodge on Earth are actually built by the wisdom that flows to the Earth from the Sun. You can see this clearly if you put the facts together. That is why I told you: All the thinking that a person does afterward when observing something is of no use. Only when one compares the facts with one another and holds them together does one arrive at a view that actually makes sense.

[ 47 ] Daher hat so vieles nicht Hand und Fuß, weil die Leute einfach nur die einzelnen Tatsachen betrachten. Sie denken sich: Nun, wenn man die Biber betrachtet, dann betrachtet man eben den Biber, und nachher denkt man nach, wie es beim Biber ist. Was geht uns die Wespe an, wenn man den Biber betrachtet? — Aber nichts findet man daraus, wenn man nicht etwas betrachtet, was so weit weg ist wie die Wespe vom Biber; denn man sieht, daß die Wespennester von jener Gescheitheit aufgebaut werden, die mit der Sonne zu uns kommt. Man kann das beim Biber noch bemerken, wenn er gezähmt ist — das heißt, man braucht ihn nicht zu zähmen, weil er phlegmatisch ist —, aber wenn er in Käfigen ist: Wenn die Sonne irgendwie nicht mehr so stark wirkt, die Erde auf ihn wirkt, dann fängt er seine Wintertätigkeit an. Da zerbeißt er die Drähte von den Käfigen. Er hat das, wie man sagt, als einen Instinkt in sich. «Instinkt» kann jeder sagen; das ist ein Wort. Solche Worte sind Säcke, in die man alles dasjenige hereinfügt, worüber man nichts weiß. Will man irgend etwas erklären wie den Instinkt, dann kommt man eben dazu, daß man sagen muß: Nun ja, da ist die Sonne. Das ist so, meine Herren! So daß man wirklich schon auf diese Weise durch die reinen Tatsachen dazu kommt, anzuerkennen, wie die ganze Weltumgebung der Erde auf die Lebewesen wirkt.

[ 47 ] That is why so much of it doesn’t make sense—because people simply look at the individual facts. They think to themselves: Well, when you look at a beaver, you’re just looking at the beaver, and afterward you reflect on what it’s like to be a beaver. What does the wasp have to do with it when you’re looking at the beaver? — But you won’t learn anything from it unless you look at something as far removed as the wasp is from the beaver; for you see that wasp nests are built with that intelligence that comes to us from the sun. You can still notice this in the beaver when it is tamed—that is, you don’t need to tame it because it is phlegmatic—but when it is in a cage: When the sun’s influence somehow weakens and the earth’s influence takes hold, it begins its winter activities. Then it gnaws through the wires of the cages. It has this, as they say, as an instinct within itself. “Instinct” is a word anyone can say; it’s just a word. Such words are containers into which we put everything we know nothing about. If one wants to explain something like instinct, one simply comes to the point where one must say: Well, there’s the sun.” That’s how it is, gentlemen! So that, in this way, through the pure facts alone, one really comes to recognize how the entire environment surrounding the Earth affects living beings.

[ 48 ] Und jetzt werden Sie sich nicht mehr verwundern, daß so ein Amerikaner darauf kommt, zu sagen: Ja, beim Menschen kommt es so, daß in den Monaten vom Dezember bis zum März diejenigen geboren werden, die am leichtesten zum Verstande kommen. — Das ist beim Menschen schon sehr kompliziert geworden. Beim Menschen ist es so, daß bei ihm alles darauf veranlagt ist, daß er unabhängig wird von dem, wovon die Tiere noch abhängig sind. Und daher müssen Sie sich folgendes denken: Diejenigen Menschen, die vom Dezember bis zum März hin geboren werden, die sind aus einer Befruchtung entstanden zwischen dem März und dem Mai. Das geht also in den Frühling zurück. Diese Menschen werden also empfangen, gehen zurück auf eine Befruchtung, die neun Monate zurückliegt, die also in den März bis Mai fällt, also gerade in den kommenden Sommer hinein. Nach all dem, was ich Ihnen heute erklärt habe, wirkt da die Sonne immer stärker. Was tut sie also? Sie tut das, daß sie im Menschen die Geschlechtskräfte ein wenig untergräbt — nicht ganz, der Mensch ist unabhängiger als die Tiere —, und aus diesen untergrabenen Geschlechtskräften werden Verstandeskräfte. Daher hat es ein solcher Mensch damit leichter. Und diejenigen, die im Sommer geboren sind, müssen sich dann natürlich ihre Gescheitheit etwas mehr erwerben. Das kann natürlich geschehen. Aber es ist so, daß der Mensch durchaus verschieden veranlagt ist; diejenigen, die im Frühling erzeugt und im Winter geboren sind, haben leichtere Anlage für die Verstandeskräfte als diejenigen, die zu anderen Zeiten geboren sind.

[ 48 ] And now you will no longer be surprised that an American would say: Yes, with humans, it is the case that those born between December and March are the ones who come to their senses most easily. — Things have become quite complicated for humans. With humans, everything is predisposed so that they become independent of what animals are still dependent on. And so you must consider the following: Those people born between December and March were conceived between March and May. So this goes back to spring. These people are conceived as a result of a fertilization that took place nine months earlier—that is, between March and May—right at the start of the coming summer. Based on everything I’ve explained to you today, the sun’s influence grows ever stronger during this time. So what does it do? It slightly diminishes the sexual powers in human beings—not entirely, for humans are more independent than animals—and these diminished sexual powers are transformed into intellectual powers. That is why such a person has an easier time with this. And those born in the summer must, of course, work a little harder to develop their intellectual faculties. That is, of course, possible. But the fact is that human beings are endowed with quite different predispositions; those conceived in spring and born in winter have a greater predisposition for intellectual faculties than those born at other times.

[ 49 ] Das alles muß man wissen, um durch die Erziehung die Sache wiederum auszugleichen. Beim Menschen kann es ausgeglichen werden. Die Wespen können Sie nicht dazu erziehen, daß sie im Winter geschlechtslose Tiere erzeugen und Wespennester bauen. Die Biber können Sie nicht dazu erziehen, daß sie ihre Dörfer im Sommer anlegen. Aber den Menschen können Sie dazu erziehen, daß er — wie man so sagt — die Natur bis zu einem gewissen Grade überwindet. Und daraus sehen Sie schon, daß das Überwinden beim Menschen doch anders ist als bei den Tieren. Bei den Tieren ist das Seelisch-Geistige ganz abhängig von der Weltentwickelung. Es hängt einfach von der Sonne ab, daß Wespennester, Biberdörfer gebaut werden.

[ 49 ] You have to know all this in order to use education to restore the balance. In humans, this balance can be restored. You cannot train wasps to produce asexual offspring in the winter and build wasp nests. You cannot train beavers to build their villages in the summer. But you can educate human beings to—as they say—overcome nature to a certain degree. And from this you can already see that this overcoming is different in human beings than it is in animals. In animals, the soul-spiritual aspect is entirely dependent on the development of the world. It simply depends on the sun that wasp nests and beaver villages are built.

[ 50 ] Und beim Biber sehen Sie noch etwas anderes. Im Herbst kommen ja diese Bibereinsiedler, die den ganzen Sommer einsiedlerisch leben, zu Zwei- bis Dreihunderten zusammen und können nur da jetzt den von der Sonne gegebenen Verstand anwenden; sie können ihn durch Gruppen anwenden, nicht einzeln. Sie könnten das ja gar nicht zusammenbringen als einzelne; das muß die Arbeit der Gruppe sein.

[ 50 ] And with beavers, you’ll notice something else. In the fall, these solitary beavers—who have lived in isolation all summer—gather in groups of two to three hundred and can now apply the intellect bestowed by the sun only in that setting; they can apply it as a group, not individually. They could never achieve this on their own as individuals; it must be the work of the group.

[ 51 ] Beim Menschen ist es tatsächlich so, daß er viel als einzelner zusammenbringen kann, was bei den Tieren nur Gruppen zusammenbringen. Deshalb sagen wir in der Anthroposophie: Bei den Tieren gibt es seelisches Leben nur in Gruppen — Gruppenseelen, und der Mensch hat seine einzelne Seele. Und dies ist nun sehr interessant.

[ 51 ] In the case of human beings, it is indeed true that they can accomplish much as individuals, whereas animals can only accomplish this as a group. That is why we say in anthroposophy: Among animals, spiritual life exists only in groups—group souls—while human beings have their own individual souls. And this is very interesting.

AltNameAltName

[ 52 ] Ich habe Ihnen zum Beispiel einmal gesagt, wie ein Oberschenkel beim Menschen aussieht. Während er beim Biber wirklich noch nicht so ist, sieht ein Oberschenkel beim Menschen wie ein außerordentlich feines, schönes Kunstwerk aus. Da sind Balken (siehe Zeichnung); die sind ganz kunstgemäß gebaut. Und der ganze Mensch ist eigentlich so aufgebaut, daß man, wenn man ihn richtig betrachtet, sagt: der baut alles in sich selber hinein, was der Biber nach außen baut.

[ 52 ] For example, I once told you what a human thigh looks like. While this is certainly not yet the case with the beaver, a human thigh looks like an extraordinarily delicate, beautiful work of art. There are beams (see drawing); they are constructed in a truly artistic manner. And the entire human being is actually built in such a way that, when you look at it properly, you say: it builds everything within itself that the beaver builds on the outside.

[ 53 ] Von der Natur baut er alles in sich selber hinein, was der Biber nach außen baut. So daß man darauf kommt, die Frage aufzuwerfen: Woher stammt denn eigentlich dasjenige, was im Menschen so geistreich, so kunstvoll aufgebaut ist in seinem Innern? Nun, wenn der Biberbau von der ganzen Sonne und ihrer Umgebung abstammt, so stammt eben der Menschenbau auch von der Sonne ab. Wir sind eben nicht Erdenwesen, wir sind Sonnenwesen, und sind nur auf die Erde hereingestellt. Wozu? Nun, das können Sie sehen, wenn Sie diese Sache betrachten. Von der Erde haben die Wespen die Kraft, Geschlechtstiere hervorzubringen. Der Mensch muß auf der Erde sein, gerade um seine Fortpflanzungskraft zu haben. Dagegen hat er das andere, was mehr verstandesmäßig ist, von der Weltenumgebung. Und da können wir sehr gut sehen: Der Mensch hat von der Weltenumgebung seinen Verstand, und er hat die Fortpflanzungskräfte von der Erde. Da könnte man noch weiter ausführen, wie nun der Mond mit der Erde zusammenhängt. Dazu ist aber heute keine Zeit, darauf können wir dann ein anderes Mal eingehen. Aber Sie sehen, so kommt man durch die Tatsachen, wenn man sie richtig betrachtet, darauf, zu sehen, wie wirklich die Welt eine Einheit ist, und wie man abhängig ist auch von der Erdenumgebung, die dann nicht bloß leuchtende und wärmende Sonne ist, sondern gescheite Sonne, verständige Sonne. Und das ist eben außerordentlich wichtig, weil Sie dann auch einzelne Fragen, die auf diese Weise gestellt werden, besser beantworten können. Sie sehen, daß die Fortpflanzungskraft, wie ich Ihnen das letzte Mal gesagt habe, mit dem Saufen zusammenhängt. Ja, warum hängt sie denn so zusammen, daß eigentlich ein wenig Saufen nicht viel ausmacht, dagegen erst viel Saufen etwas ausmacht? Nun, das können Sie aus folgendem entnehmen.

[ 53 ] By nature, he builds within himself everything that the beaver builds on the outside. This leads one to ask: Where, then, does that which is so ingenious and so artfully constructed within the human being actually come from? Well, just as the beaver’s lodge derives from the entire sun and its surroundings, so too does the human constitution derive from the sun. We are not earthly beings; we are solar beings, and we are merely placed on Earth. For what purpose? Well, you can see that if you consider this matter. From the Earth, the wasps derive the power to produce reproductive individuals. Human beings must be on Earth precisely in order to possess their reproductive power. On the other hand, they derive the other aspect—which is more intellectual—from the cosmic environment. And here we can see very clearly: human beings derive their intellect from the cosmic environment, and their reproductive powers from the Earth. One could go on to explain in greater detail how the Moon is connected to the Earth. But there’s no time for that today; we can go into it another time. But you see, by examining the facts in this way—if you look at them correctly—you come to realize how truly the world is a unity, and how we are also dependent on the Earth’s environment, which is not merely a sun that shines and gives warmth, but a wise sun, an intelligent sun. And that is precisely what is so extraordinarily important, because then you’ll also be better able to answer individual questions posed in this way. You see that the reproductive power, as I told you last time, is connected to drinking. Yes, why is it connected in such a way that a little drinking doesn’t really matter, whereas a lot of drinking does make a difference? Well, you can deduce that from the following:

[ 54 ] Was ist denn eigentlich der Alkohol? Sie können es am Wein sehen, was der Alkohol ist, denn der Wein, den sich ja allerdings nur die reichen Leute gut verschaffen können, ist ja doch noch immer dasjenige, was am meisten schädlich ist; Bier wirkt weniger schädlich auf die Fortpflanzungsorgane als der Wein. Bier wirkt mehr auf die anderen Organe, Herz, Nieren und so weiter, aber auf die Fortpflanzungsorgane wirkt der Alkohol, der im Wein drinnen ist, natürlich auch der Alkohol im Schnaps, da sogar ganz besonders.

[ 54 ] What exactly is alcohol? You can see from wine what alcohol is, because wine—which, admittedly, only rich people can really afford—is still the most harmful of all; beer has a less harmful effect on the reproductive organs than wine. Beer affects the other organs more—the heart, kidneys, and so on—but the alcohol in wine, and of course the alcohol in hard liquor as well, has a particularly strong effect on the reproductive organs.

[ 55 ] Nun, meine Herren, wodurch entsteht denn der Stoff, der im Wein und im Schnaps drinnen ist? Der entsteht ja gerade erst recht durch den Einfluß der Sonnenkräfte! Den ganzen Sommer hindurch braucht der Stoff Zeit zum Heranreifen. Und jetzt können Sie sehen, warum er den Fortpflanzungsorganen schädlich wird. Sehen Sie, die Sache ist diese, daß eigentlich die Fortpflanzungsorgane, wenn man säuft, dem ausgesetzt sind, was ihnen im Grunde genommen von außen zugeführt wird auf dem Weg der Nahrungsmittel, und was aufgenommen werden soll lediglich auf dem Wege der Sonne selber, der Sonnenbescheinung. Da rächt es sich. Der Mensch säuft das, was die Sonne außer ihm macht. Das wird dadurch zum Gift; während er, wenn er es richtig aufnimmt, zunächst, wie ich gesagt habe, sein kleines Quantum Alkohol, das er braucht, selber erzeugt, aber die Sonnenwärme in der richtigen Weise aufnimmt. Der Mensch nimmt also geradezu einen Feind auf, weil das, was in den Menschen richtig hineinkommt, zum Gift wird, wenn es von außen kommt. Ich habe es Ihnen am Phosphor gezeigt. Und so wirkt im Alkohol, was in ihm von der Sonne erzeugt ist — denn die Sonne reift den Alkohol aus. Wenn die Sonne zu uns kommt, da ist es gerade umgekehrt: da müssen wir äußerlich Licht und Wärme aufnehmen. Und wenn wir innerlich den Alkohol aufnehmen, ist es so, daß wir uns innerlich heizen. Dieselbe Kraft, die, wenn wir sie äußerlich anwenden, unser Freund ist, wird, wenn wir sie innerlich anwenden, im Alkohol unser Feind.

[ 55 ] Well, gentlemen, what is the source of the substance found in wine and brandy? It arises precisely through the influence of the sun’s forces! Throughout the entire summer, this substance needs time to mature. And now you can see why it becomes harmful to the reproductive organs. You see, the fact is that when one drinks, the reproductive organs are actually exposed to something that is essentially supplied to them from the outside through food—something that should be absorbed solely through the sun itself, through sunlight. That is where the consequences are felt. People consume what the sun produces outside of them. This turns into poison; whereas, if they absorb it correctly, they first—as I have said—produce the small amount of alcohol they need themselves, while absorbing the sun’s warmth in the proper way. So humans are, in effect, taking in an enemy, because what properly enters the human body becomes poison when it comes from outside. I have shown you this with phosphorus. And so what is produced within alcohol by the sun—for the sun matures the alcohol—is what has this effect. When the sun comes to us, it is exactly the opposite: then we must absorb light and warmth from the outside. And when we take in alcohol internally, it is as if we are heating ourselves from within. The same force that is our friend when we apply it externally becomes our enemy in alcohol when we apply it internally.

[ 56 ] So ist es auch in der Natur. In der Natur gibt es Kräfte, die, wenn sie von der einen Seite her wirken, wohltätig wirken; wirken sie aber von der anderen Seite her, so wirken sie als Gift. So daß wir eigentlich nur zum Begreifen kommen, wenn wir das in der richtigen Weise einsehen.

[ 56 ] It is the same in nature. In nature, there are forces that, when they act from one direction, have a beneficial effect; but when they act from the other direction, they act as a poison. So we can only truly understand this if we perceive it in the right way.

[ 57 ] Das wollte ich Ihnen noch sagen, damit Sie gerade diejenigen Dinge noch besser verstehen, die mit der Frage des Herrn Erbsmehl zusammenhängen. Verarbeiten Sie das jetzt einmal. Wenn Sie am nächsten Samstag weiter fragen wollen, hoffe ich, da zu sein.

[ 57 ] I wanted to tell you that so you can better understand the issues related to Mr. Erbsmehl’s question. Take some time to think about that. If you have more questions next Saturday, I hope to be there.