Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350
30 May 1923, Dornach
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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being, tr. SOL
1. Von der Wiederkunft des Menschen: Turnen, Tanz und Sport
1. The Return of Man—Gymnastics, Dance, and Sports
[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Da Sie heute ja nicht alle da sind, werde ich vielleicht so sprechen, daß diejenigen, die nicht da sind, nicht viel versäumen. Vielleicht haben Sie etwas zu fragen?
[ 1 ] Good morning, gentlemen! Since not all of you are here today, I’ll try to speak in such a way that those who aren’t here won’t miss much. Perhaps you have any questions?
[ 2 ] Ein Fragesteller (Herr Burle) wünscht Auskunft über die Reinkarnation. Es gibt doch heute viel mehr Menschen auf Erden als früher!
[ 2 ] A questioner (Mr. Burle) would like information about reincarnation. After all, there are far more people on Earth today than there used to be!
[ 3 ] Eine andere Frage: Es sei ihm schon oft aufgefallen, daß sich die Menschen so gerne drehen, sei es im Tanz oder auch sonst. Auch wenn ein Hund läuft, kommt er immer wieder zurück an denselben Ort. Auch wenn man sich verirre im Wald oder bei Nebel, komme man wieder an denselben Ort.
[ 3 ] Another question: He had often noticed that people love to spin around, whether while dancing or in other situations. Even when a dog runs, it always comes back to the same spot. Even if you get lost in the woods or in the fog, you end up back at the same place.
[ 4 ] Dr. Steiner: Das ist sogar eine sehr interessante Frage!
[ 4 ] Dr. Steiner: That's actually a very interesting question!
[ 5 ] Zunächst die Frage, die gestellt worden ist in bezug auf die Inkarnationen. Nicht wahr, wir kommen darauf, wenn wir die anthroposophische Geisteswissenschaft berücksichtigen, daß jeder Mensch, der jetzt lebt, eine ganze Anzahl von Erdenleben hinter sich hat und noch vor sich haben wird, so daß also die menschliche Seele immer wiederkehrt. Man darf sich nicht vorstellen, daß dasjenige, was damit gemeint ist, irgend etwas zu tun hat mit dem, was in alten Zeiten auch vielfach geglaubt worden ist: daß der Mensch durch Tierleiber durchgegangen sei und dergleichen. Das hängen uns unsere Gegner an. Davon kann nicht die Rede sein. Aber gegen das Immerwiederkehren des Menschen können zwei Einwände gemacht werden. Den ersten meint jetzt Herr Burle.
[ 5 ] First, the question that was raised regarding incarnations. Isn’t it true that, when we consider anthroposophical spiritual science, we realize that every person living today has had a number of earthly lives behind them and will have many more ahead of them, so that the human soul returns again and again? One must not imagine that what is meant by this has anything to do with what was widely believed in ancient times: that human beings have passed through animal bodies and the like. Our opponents attribute this to us. That is out of the question. But two objections can be raised against the idea of the human being’s constant return. Mr. Burle will now address the first one.
[ 6 ] Die gewöhnliche Ansicht ist diese, daß die Bevölkerung der Erde immer zunimmt, daß wir also heute in Europa wesentlich viel mehr Menschen haben als, sagen wir zum Beispiel, vor ungefähr hundertfünfzig Jahren. Nicht wahr, das meinen Sie? Wenn also alle diejenigen, die heute da sind bei einer großen Bevölkerung, zurückverfolgt werden sollten in ihre früheren Erdenleben, so würden viel zu viel herauskommen? Man würde also sagen müssen: Es haben früher doch viel weniger Menschen gelebt, und heute leben viel mehr Menschen. Wie kann es also sein, daß die Menschen von früher in den gegenwärtigen Leibern erscheinen? — Das ist die Frage. Diese Frage wird sehr oft gestellt. Es wären also zu viele Menschen heute da, als daß man sagen könnte, die wären alle schon dagewesen.
[ 6 ] The common view is that the Earth’s population is constantly growing, so that we have significantly more people in Europe today than, say, about 150 years ago. Isn’t that what you mean? So if all those who are here today—given such a large population—were traced back to their previous earthly lives, wouldn’t that result in far too many people? One would therefore have to say: Far fewer people lived in the past, and far more people live today. So how can it be that people from the past appear in their present bodies? — That is the question. This question is asked very often. There would therefore be too many people here today to say that they have all been here before.
[ 7 ] Nun, da muß man auf Verschiedenes Rücksicht nehmen, Erstens, die Statistiken, die gemacht werden, werden ja immer nur gemacht nach bestimmten Gegenden, wo gerade die Bevölkerung außerordentlich stark zunimmt, und dadurch bekommt man die Vorstellung, als wenn überhaupt auf der Erde die Bevölkerung immerfort zugenommen hätte, wie wenn also, sagen wir, vor meinetwillen drei- bis viertausend Jahren ganz wenige Menschen auf der Erde gewesen wären und heute ungeheuer viel Menschen auf der Erde wären. Man rechnet so zurück. Man sagt also zum Beispiel, in Europa hätte die Bevölkerung seit hundertfünfzig Jahren etwa um das Doppelte zugenommen. Nun rechnet man weiter zurück und sagt sich, vor zwei- bis dreitausend Jahren müßten furchtbar wenig Menschen auf der Erde gewesen sein.
[ 7 ] Well, there are various factors to take into account, First, the statistics that are compiled are always based only on specific regions where the population is currently growing exceptionally rapidly, and this gives the impression that the world’s population has been growing continuously, as if, say, three to four thousand years ago there had been very few people on Earth and today there were an enormous number of people on Earth. People calculate backward in this way. So, for example, they say that in Europe the population has roughly doubled over the past one hundred and fifty years. Now they calculate further back and conclude that two to three thousand years ago there must have been an incredibly small number of people on Earth.
[ 8 ] Aber, meine Herren, dies ist zugleich in vollem Widerspruch mit den Tatsachen, die wir sonst kennen. Ich mache Sie nur auf folgendes aufmerksam. Sehen Sie, wenn wir hinter Christi Geburt zurückgehen, sagen wir also vielleicht zweitausend Jahre, da sind in der Nilgegend in Afrika, in Ägypten, die riesigsten Pyramiden gebaut worden; der ganze Nil ist reguliert worden. Und wenn Sie nachdenken darüber, welche Menschenmassen notwendig waren, um diese riesigen Gebäude aufzuführen, zum Beispiel nur die Sphinxe, die eine Riesengröße haben, in so großer Anzahl herzustellen, wie sie hergestellt worden sind, da bekommen Sie die Ansicht: Das ist ganz unrichtig, daß dazumal in Ägypten eine dünne Bevölkerung war, sondern es muß eine dichte Bevölkerung gewesen sein in Ägypten, viel dichter, als zum Beispiel heute in Sachsen oder in Belgien die Bevölkerung ist. Also dem, daß man zurückgeht in der Erdenentwickelung und auf immer weniger und weniger Menschen trifft, widersprechen ganz entschieden die Tatsachen der Geschichte.
[ 8 ] But, gentlemen, this is also in complete contradiction to the facts we otherwise know. I would simply like to draw your attention to the following. You see, if we go back to a time before the birth of Christ—say, perhaps two thousand years—the most enormous pyramids were built in the Nile region of Africa, in Egypt; the entire Nile was regulated. And if you consider the vast numbers of people required to construct these enormous structures—for example, just the Sphinxes, which are gigantic in size—and to produce them in such great numbers as they were, you will come to the conclusion: It is completely incorrect to say that Egypt had a sparse population back then; rather, there must have been a dense population in Egypt, much denser than, for example, the population is today in Saxony or Belgium. Thus, the notion that as one goes back in the Earth’s development one encounters fewer and fewer people is decisively contradicted by the facts of history.
[ 9 ] Außerdem, wenn wir viel weiter nach Asien hinüberkommen, finden wir riesige Kanalbauten angelegt. Nicht wahr, wenn wir Europa hier haben (es wird gezeichnet) — ich habe es Ihnen schon einmal aufgezeichnet —, so haben wir da Afrika. Da wäre der Nil und Ägypten gewesen, und hier drüben haben wir dann Asien. Das ist ein riesiger Kontinent, der geht da dann weiter. Und hier haben wir diese wimmelnde Bevölkerung, die die Pyramiden aufgebaut hat und so weiter. Da drüben haben wir das alte chaldäische Land in Asien. Sie wissen ja, daß in der Bibel von Abraham gesagt wird, er kam aus Ur in Chaldäa. Dieses chaldäische Land, das gab es damals. Und in diesem Lande wurden in alten Zeiten — davon sind auch heute noch die Reste vorhanden — riesige Kanalbauten angelegt, wozu auch wiederum riesige Menschenmassen notwendig waren. Sie müssen sich also vorstellen, daß, einfach durch die Tatsachen bewiesen, einige tausend und noch tausend Jahre vor Christi Geburt in Afrika und Asien riesige Menschenmassen vorhanden waren.
[ 9 ] Furthermore, if we go much further over into Asia, we find huge canal systems that have been built. Isn’t it true that if we have Europe here (it is drawn) — I’ve drawn this for you before — then we have Africa over there. That’s where the Nile and Egypt would have been, and over here we then have Asia. That’s a vast continent that stretches on from there. And here we have this teeming population that built the pyramids and so on. Over there we have the ancient land of Chaldea in Asia. As you know, the Bible says that Abraham came from Ur in Chaldea. This land of Chaldea actually existed back then. And in that land, in ancient times—the remains of which still exist today—huge canal systems were constructed, which in turn required enormous numbers of people. So you must imagine that, as proven simply by the facts, there were enormous populations in Africa and Asia several thousand—and even more—years before the birth of Christ.
[ 10 ] Ferner müssen Sie bedenken: Als die Europäer nach Amerika gekommen sind, haben sie sich dort angesiedelt. Aber Amerika war dazumal nicht leer von Bevölkerung. Jene alte Indianerbevölkerung, von der ich Ihnen erzählt habe, die so kupferfarben war, ist ja ganz ausgestorben. Wenn man da die Überreste anschaut, die zum Teil verschüttet sind, so kommt man darauf, daß da eine riesige Bevölkerung war, mit der die Europäer nicht zusammengekommen sind.
[ 10 ] You must also keep in mind: When the Europeans came to America, they settled there. But America was not uninhabited at that time. That ancient Native American population I told you about—the one with copper-colored skin—has, in fact, become completely extinct. When you look at the remains there, some of which are buried, you realize that there was a huge population that the Europeans never encountered.
[ 11 ] Also dies ist einfach etwas, das nicht stimmt, daß früher viel weniger Menschen da waren auf der Erde. Denken Sie doch nur einmal, selbst über die gegenwärtige Bevölkerung gibt es ja keine genauen Angaben, sondern nur über einen gewissen Raum kann man Angaben machen. Was weiß heute der europäische Statistiker, wie es mit der chinesischen Bevölkerung heute ist und vor tausend Jahren war! Alles dasjenige, was da wiederum Reisende darüber erzählen, das weist darauf hin, daß die Bevölkerung durchaus nicht immer so abnimmt, wenn man zurückgeht, wie man es gewöhnlich annimmt, sondern daß es durchaus Zeiten gegeben hat, wo die Erde außerordentlich stark bevölkert war. Es hat dann allerdings Zeiten gegeben, wo namentlich gewisse Gegenden schwächer bevölkert worden sind, aber wir werden gleich sehen, daß das nichts Besonderes ausmacht. So daß also im allgemeinen auch gegenüber dem, was man durch die äußere Wissenschaft kennen kann, der Einwand durchaus beseitigt werden kann, daß zuviele Menschen heute da wären als Wiederinkarnationen aus früheren Zeiten.
[ 11 ] So this is simply not true—that there used to be far fewer people on Earth. Just think about it: even regarding the current population, there are no exact figures; one can only provide estimates for a certain region. What does a European statistician today know about the size of the Chinese population today and what it was a thousand years ago! Everything that travelers report on this subject indicates that the population by no means always decreases as one goes back in time, as is commonly assumed, but that there have certainly been periods when the Earth was extraordinarily densely populated. There have, of course, been times when certain regions in particular were less densely populated, but we will see shortly that this is not particularly significant. Thus, even in light of what can be known through external science, the objection that there are too many people today who are reincarnations from earlier times can be completely dispelled.
[ 12 ] Aber es kommt noch etwas anderes in Betracht. Sehen Sie, wenn man die heutigen Menschen betrachtet, kommt man darauf, daß der eine, sagen wir, zwischen dem Tod und der jetzigen Geburt die tausend Jahre, der andere vielleicht nur fünfhundert Jahre durchgemacht hat, der andere vielleicht tausendfünfhundert Jahre in der geistigen Welt lebte, bevor er wieder heruntergekommen ist. So daß also die Menschen, die heute leben, durchaus nicht alle zu gleicher Zeit da waren, sondern zu verschiedenen Zeiten. Wenn einmal weniger Bevölkerung war auf der Erde, dann haben eben die Seelen oben gewartet, bis wieder mehr Bevölkerung da war.
[ 12 ] But there is something else to consider. You see, when you look at people today, you realize that one person, let’s say, spent a thousand years between death and their current birth, another perhaps only five hundred years, and yet another may have lived in the spiritual world for fifteen hundred years before returning here. So the people living today were by no means all here at the same time, but at different times. When the population on Earth was smaller, the souls simply waited up above until the population grew again.
[ 13 ] Es stimmt also, was man über die Inkarnation und Reinkarnation, die Wiederinkarnation sagen kann, mit den Tatsachen durchaus überein. Ich habe oftmals gesagt — das ist ja ein Einwand, der im Laufe der vielen Jahre, in denen ich vorgetragen habe, immer wieder gemacht wird —: Das ist ja nur ein Rechenexempel. — Nehmen wir einmal an, im Jahre 800 nach Christus wäre ein Mensch dagewesen, irgendwo; jetzt im Jahre 1000 nach Christus wäre ein anderer Mensch dagewesen (es wird gezeichnet). Nun haben wir 1923. Jetzt kann es ganz gut sein, daß der von da mit dem zusammenkommt, der da ist, weil der einen kürzeren Weg durchmacht. Jetzt haben Sie hier [1923] schon zweie, und hier [800 und 1000 n.Chr. ] haben Sie zu diesen verschiedenen Zeiten immer einen. Also es brauchen nicht alle zu gleicher Zeit da zu sein und wieder zu gleicher Zeit zu kommen. So daß also auch für diejenigen Zeiten, wo die Erde dünner bevölkert ist, durchaus das gilt, daß eben da weniger Seelen herunterkommen auf die Erde.
[ 13 ] So what can be said about incarnation and reincarnation—that is, rebirth—is entirely consistent with the facts. I have often said—and this is an objection that has been raised time and again over the many years I have been giving lectures—that this is really just a mathematical example. — Let’s suppose that in the year 800 A.D., there was a person somewhere; now, in the year 1000 A.D., there was another person (this is illustrated). Now we are in 1923. It may very well be that the one from back then meets up with the one who is here now, because the former takes a shorter path. Now you already have two here [1923], and here [800 and 1000 AD] you always have one at these different times. So they don’t all have to be there at the same time or return at the same time. Thus, even for those periods when the Earth is less densely populated, it is certainly true that fewer souls descend to Earth at those times.
[ 14 ] Nicht wahr, man muß durchaus, wenn man nicht phantastisch, sondern richtig denkt, sich klar sein darüber, daß das nicht einfach so war, daß einmal zwei Leute da waren, nachher vier, nachher sechs und so weiter, sondern je weiter man zurückgeht in der Erdenbevölkerung, kommt man eben darauf, daß das ganz rhythmisch abläuft. Es gibt Zeiten, wo viele Leute auf der Erde sind, und Zeiten, wo wieder weniger Leute auf der Erde sind. Und wir kommen niemals zurück zu einem einzigen Paar, wie es die Bibel angibt. Das ist nicht so gemeint. Von «einem Paar» kann in der Weise, wie es da steht, nicht die Rede sein. So daß man also sagen müßte, nimmt man nur an, daß einmal zwei Leute vorhanden waren, so müßten da immer nur zwei dasein und in der Zwischenzeit gar keine. Aber das ist nicht so. Da widerspricht die wirkliche Wissenschaft dem, was die phantastische Wissenschaft heute glaubt.
[ 14 ] Isn’t it true that, if one thinks rationally rather than fancifully, one must be clear that it wasn’t simply a matter of there once being two people, then four, then six, and so on? Rather, the further back one goes in the history of the Earth’s population, the more one realizes that this process unfolds in a very rhythmic way. There are times when there are many people on Earth, and times when there are fewer people on Earth. And we never go back to a single couple, as the Bible suggests. That is not what is meant. There can be no question of “a single couple” in the way it is stated there. So one would have to say that, if one simply assumes there were once two people, there would always have to be only two, and none at all in between. But that is not the case. Here, real science contradicts what fantastical science believes today.
[ 15 ] Nun aber noch etwas anderes. Sehen Sie, man muß sich klar sein darüber, daß eine gewisse Zeit eben vergehen muß, bis der Mensch wieder herunterkommt auf die Erde. Und da können Sie fragen: Ja, wann kommt er herunter? — Da bekommt man dann, wenn man wirklich diese Sache zu Ende forscht, das heraus: Der eine hat sich sehr viel auf der Erde hier mit der geistigen Welt beschäftigt, der wächst leichter hinein in die geistige Welt nach dem Tode. Er braucht dann verhältnismäßig, weil er sich viel mit der geistigen Welt beschäftigt hat, lange Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sie werden vielleicht überrascht sein, daß ich sage: lange. Er kann sich lange aufhalten in der geistigen Welt, weil er hier schon viel gelernt hat von der geistigen Welt. Solche Leute, die sich hier viel mit der geistigen Welt beschäftigt haben, können sich dort besser entwickeln, bleiben dort länger und kommen später wieder zurück. Dagegen derjenige, der sich nur mit der materiellen Welt beschäftigt, der kommt verhältnismäßig wiederum bald. Und so verschieben sich auch die Dinge.
[ 15 ] But now for something else. You see, one must realize that a certain amount of time simply has to pass before a person returns to Earth. And you might ask: Well, when does he return? — If you really investigate this matter thoroughly, you’ll find that: someone who has spent a great deal of time here on Earth engaging with the spiritual world will find it easier to enter the spiritual world after death. Because they have engaged so much with the spiritual world, they will need a relatively long time between death and a new birth. You might be surprised that I say “long.” They can remain in the spiritual world for a long time because they have already learned a great deal about it here. People who have engaged deeply with the spiritual world here are better able to develop there, stay there longer, and return later. In contrast, those who have concerned themselves only with the material world tend to return relatively soon. And that is how things unfold.
[ 16 ] Dies ist der eine Einwand. Dann gibt es noch einen ganz anderen Einwand. Auf den habe ich Sie schon aufmerksam gemacht. Der ist dieser: Warum erinnert man sich nicht an die früheren Inkarnationen? — Ja, sehen Sie, meine Herren, das ist so: Wenn einer sagt, der Mensch kann rechnen, so ist das nicht zu bezweifeln — der Mensch kann rechnen. Nun sagt einer: Ich werde dir aber beweisen, daß der Mensch nicht rechnen kann. — Nun, wie tust du das? — Dann bringt er ein kleines Kind, das kann nicht rechnen. Das ist doch auch ein Mensch —, sagt er.
[ 16 ] That is one objection. Then there is another objection entirely. I have already brought that one to your attention. It is this: Why don’t people remember their past incarnations? — Yes, you see, gentlemen, it’s like this: If someone says that people can do math, there’s no doubt about it—people can do math. Now someone says: “But I’ll prove to you that people can’t do math.” — “Well, how will you do that?” — Then he brings a small child who can’t do math. “That’s a person too,” he says.
[ 17 ] So ist es mit den früheren Erdenleben. Der Mensch kann das schon nach und nach lernen, und er wird es lernen, sich zu erinnern an seine früheren Erdenleben, wenn er sich immer weiter und weiter auf der Erde entwickelt. Das ist gerade auch etwas, von dem eben die Geisteswissenschaft sagt, daß der Mensch in der Gegenwart noch nicht so weit ist, sich erinnern zu können an dasjenige, was er im vorhergehenden Leben erlebt hat. Aber was wir in der Geisteswissenschaft sagen können, das stimmt ja ganz mit dem überein. Sehen Sie einmal, meine Herren, Sie sind im wachen Zustande, vom Morgen bis zum Abend. Da erleben Sie das alles, was um Sie herum ist, Und wenn Sie sich dann erinnern, so erinnern Sie sich da auch nur an das, was Sie so, wachend, erlebt haben. Denken Sie nur, wie schnell man selbst die Träume — die ja nichts besonderes bedeuten, wie ich Ihnen gesagt habe — vergißt! Also der Mensch erinnert sich an dasjenige, was er hier wachend erlebt hat. Aber an etwas anderes erinnert er sich schon nicht hier auf der Erde. Das ist dasjenige, was er im Schlafzustande erlebt. Und im Schlafzustande erleben wir nämlich furchtbar viel mehr, als wir im Wachzustande erleben, nur kann der Mensch mit dem gegenwärtigen Bewußtsein die Schlaferlebnisse noch nicht auffassen. Wenn einmal die Fähigkeit dazu errungen worden ist — was eben errungen werden kann vom Menschen —, dann weiß man, im Schlaf wird ungeheuer viel erlebt. Aber der Mensch weiß es ja im allgemeinen noch nicht. Jetzt stirbt der Mensch, und dasjenige, was er im Wachen erlebte, geht ja nach zwei, drei Tagen fort. Das kommt einem so vor, als ob alle die Gedanken, die man im Wachzustande erlebt hat, nach zwei, drei, vier Tagen einfach fortgingen. Und dann tauchen auf alle die Dinge, die man im Schlafe erlebt hat. Die brauchen dann, wie ich Ihnen gesagt habe, ein Drittel vom ganzen Erdenleben. Also dasjenige, was vom Menschen ganz innerlich erlebt wird, das weiß er ja auch noch nicht jetzt hier auf der Erde. Er wird es wissen, wenn er sich immer mehr und mehr geisteswissenschaftlich vertieft.
[ 17 ] This is how it is with past lives on Earth. Human beings can gradually learn this, and they will learn to remember their past lives on Earth as they continue to develop further and further on Earth. This is precisely something about which spiritual science states that human beings today are not yet ready to remember what they experienced in their previous lives. But what we can say in spiritual science is entirely consistent with this. Just consider, gentlemen: you are in the waking state from morning until evening. There you experience everything that is around you. And when you then recall your day, you remember only what you experienced while awake. Just think how quickly one forgets even one’s dreams—which, as I’ve told you, don’t mean anything special! So a person remembers what they’ve experienced here while awake. But there’s something else they don’t remember here on Earth: what they experience while asleep. And in the sleeping state, we actually experience far, far more than we do while awake; it’s just that, with their present level of consciousness, people cannot yet grasp these sleep experiences. Once the ability to do so has been attained—which is indeed something humans can achieve—then one realizes that an immense amount is experienced during sleep. But people generally do not know this yet. Now, when a person dies, what they experienced while awake fades away after two or three days. It seems as though all the thoughts one had while awake simply vanish after two, three, or four days. And then all the things one experienced in sleep come to the surface. As I have told you, these take up a third of one’s entire earthly life. So what a person experiences deep within—he does not yet know that here on Earth. He will come to know it as he delves deeper and deeper into spiritual science.
[ 18 ] Daher brauchen wir uns auch nicht zu verwundern, daß im gegenwärtigen Erdenleben die Dinge noch unbewußt sind, die im früheren Erdenleben sich zugetragen haben. Ich habe Ihnen ja neulich auch gesagt, was für ein Unterschied ist, wenn ich einen Hemdknopf hingelegt habe, ohne mit dem Bewußtsein dabei zu sein — da kann ich am Morgen herumlaufen und suchen, immer suchen — und wenn ich mich ausdrücklich erinnere: Du hast dieses Knöpfchen hierhergelegt —; da werde ich nicht herumlaufen, sondern gerade darauf losgehen. Es kommt eben darauf an, ob man an irgend etwas denkt.
[ 18 ] That is why we should not be surprised that, in our present earthly life, we are still unaware of things that happened in our previous earthly life. I told you the other day what a difference it makes if I put a shirt button down without being fully aware of it—then I might run around in the morning looking for it, searching and searching—and if I explicitly remember: “You put this little button here”—then I won’t run around, but will go straight to it. It all depends on whether you’re thinking about something.
[ 19 ] In alten Zeiten haben die Menschen gewußt, daß sie wiederholt auf der Erde leben, aber durch die Jahrtausende hindurch haben sie gar nicht daran gedacht als an etwas Geistiges. Daher können sie sich im gegenwärtigen Erdenleben nicht daran erinnern. Aber es kommt eine Zeit, wo sie sich erinnern werden, geradeso wie für das vierjährige Kind eine Zeit kommt, in der es wird rechnen können.
[ 19 ] In ancient times, people knew that they lived on Earth repeatedly, but over the millennia they never thought of it as something spiritual. That is why they cannot remember it in their present earthly life. But a time will come when they will remember, just as there comes a time when a four-year-old child will be able to count.
[ 20 ] Nun kommt die andere Frage: Der Mensch hat so ein Bestreben, sich im Kreis zu drehen. — Das ist durchaus eine ganz richtige Bemerkung. Da muß ich Sie auf folgendes aufmerksam machen. Wir lernen, was wir schon öfter betont haben, als Kind ja eigentlich erst stehen und gehen, wir lernen uns als Kind erst richtig aufrecht bewegen und so weiter. Jetzt denken Sie sich nur einmal, Sie liegen im Bett und schlafen, wachen wieder auf mit einem Traum, so kann der Traum nicht nur so sein, daß Sie sich da — im Traume natürlich ist das zunächst — drehen, sondern da können Sie sogar fliegen! Und die Träume, in denen der Mensch fliegt, zunächst natürlich seelisch, die sind ja gar nicht so selten. Daß der Mensch im Traume fliegt, das kommt ja in der Regel daher: Er wacht auf. Er ist gewöhnt, wenn er im Wachzustande ist, unter sich entweder den Boden zu fühlen unter den Fußsohlen oder unter sich den Stuhlsitz zu fühlen, etwas unter sich zu haben, worauf er senkrecht sitzt, kurz, immer etwas unter sich zu fühlen, wenn er wach ist. Wenn der Mensch jetzt liegt, dann kommt es ja sehr selten vor, daß er mit seinen Fußsohlen unten am Bett anstößt, sondern die Fußsohlen sind frei. Er wacht also auf in einer Lage, die er nicht gewöhnt ist. Er glaubt, er ist in der Luft und fliegt. Das ist also zunächst sein Glaube.
[ 20 ] Now here’s the other question: People have this tendency to spin in circles. — That’s an entirely valid observation. I must draw your attention to the following. As we’ve often emphasized, as children we first learn to stand and walk; we first learn to move properly upright, and so on. Now just imagine for a moment: you’re lying in bed asleep, and you wake up from a dream—in that dream, it’s not just that you’re spinning around—in a dream, of course, that’s the first thing—but you can even fly! And dreams in which people fly—at first, of course, only in their minds—aren’t all that rare. The fact that people fly in their dreams usually stems from this: They wake up. They’re accustomed, when they’re awake, to either feeling the floor beneath the soles of their feet or the seat of a chair beneath them—to having something beneath them on which they sit upright; in short, to always feeling something beneath them when they’re awake. When a person is lying down, however, it is very rare for the soles of their feet to touch the bottom of the bed; instead, their feet are suspended in the air. They therefore wake up in a position to which they are unaccustomed. They believe they are in the air and flying. That, then, is their initial belief.
[ 21 ] Aber jetzt müssen Sie folgendes nehmen. Wenn wir erst im Leben als Kinder gehen und stehen lernen, also aufrecht sein, dann liegt ja das Sich-Aufrichten nicht von Geburt an in uns; das lernen wir ja erst. Dagegen fragen wir uns nun: Woher kommt denn dieses Sich-Aufrichten? Was tun wir, wenn wir aufrecht gehen? — Das müssen Sie sich nur einmal sehr gut überlegen, was Sie da tun. Denken Sie sich, da wäre die Oberfläche der Erde (Zeichnung S. 24). Wenn Sie da hier einen Stein loslösen, so fliegt er zur Erde. Warum? Wir sagen, weil die Erde ihn anzieht. Ob das nun ganz genau so stimmt, daß die Erde ihn wie an einem Faden anzieht oder nicht, müßte man erst richtig auffassen. Darüber könnten wir auch einmal reden. Aber jedenfalls ist ja eine Kraft da, die ihn da herunterzieht, sonst würde er nicht fallen. Und überall, wo der Stein auch ist, fällt er senkrecht auf die Erde hin.
[ 21 ] But now you must consider the following. When we first learn to walk and stand as children—that is, to stand upright—the ability to stand upright is not something we are born with; we have to learn it. In contrast, we now ask ourselves: Where does this ability to stand upright come from? What do we do when we walk upright? — You just need to think very carefully about what you’re doing there. Imagine the surface of the Earth (drawing on p. 24). If you let go of a stone here, it falls toward the Earth. Why? We say it’s because the Earth attracts it. Whether it’s exactly true that the Earth pulls it as if by a string—or not—is something we’d have to understand properly first. We could talk about that sometime, too. But in any case, there is a force pulling it down; otherwise, it wouldn’t fall. And no matter where the stone is, it falls vertically toward the Earth.
[ 22 ] Da, in diese Linie müssen wir uns auch hineinstellen lernen. Wir müssen uns in die senkrechte Linie hineinstellen lernen, wenn wir Erdenmensch sind. Wir passen uns also in diese senkrechte Linie hinein. Unser ganzer physischer Körper hätte gar keinen Sinn, wenn wir uns nicht hineinpassen würden in die senkrechte Lage. Denn schauen Sie die Tiere an, die nicht in der senkrechten Lage gehen, sondern die mit allen vieren gehen: Ja, deren Zehen sind ganz anders gestaltet als unsere Finger! Wir müssen uns also, wenn unser physischer Körper einen Sinn haben soll, in die senkrechte Lage hineinpassen; das ist ganz notwendig.
[ 22 ] So, we must also learn to align ourselves with this line. As human beings on Earth, we must learn to align ourselves with the vertical line. We therefore fit ourselves into this vertical line. Our entire physical body would serve no purpose at all if we did not fit into the upright position. For look at the animals that do not walk upright but walk on all fours: Yes, their toes are shaped quite differently from our fingers! So if our physical body is to have any purpose, we must fit into the upright position; that is absolutely necessary.
[ 23 ] Aber dasjenige, was da der physische Körper nötig hat, hat das auch der Ätherleib nötig? Sie wissen, ich habe Ihnen gesagt: Wir haben nicht nur diesen physischen Körper, den wir mit Augen sehen, wenn wir den Menschen ansehen, den wir mit Händen betasten können, sondern wir haben auch einen feinen Ätherleib. Ja, dieser Ätherleib, der hat nicht nötig, sich so anzupassen. Der behält andere Gewohnheiten bei. Welche Gewohnheiten? Nun, meine Herren, Sie wissen, die Erde ist rund, Tag und Nacht wechseln. Wodurch wechseln denn Tag und Nacht? Nicht wahr, die Sonne steht hier (es wird gezeichnet), und wenn die Sonnenstrahlen so auf die Erde fallen, dann ist auf der Seite Tag. Es würde immer Tag bleiben, wenn die Erde sich nicht drehen würde. Wenn dann diese Hälfte, da hier, die rot ist, hier herüberkommt, dann ist es auf dieser Hälfte Nacht und auf der anderen Hälfte — sie kommt dann hier herüber — ist es Tag.
[ 23 ] But does the etheric body need the same things that the physical body needs? You know, I have told you: We do not only have this physical body, which we see with our eyes when we look at a person and which we can touch with our hands, but we also have a subtle etheric body. Yes, this etheric body does not need to adapt in that way. It retains different habits. What habits? Well, gentlemen, you know that the Earth is round, and day and night alternate. How do day and night alternate? The sun is here (he draws a diagram), and when the sun’s rays fall on the Earth like this, it is day on that side. It would always remain day if the Earth did not rotate. When this half—the one here that is red—moves over to this side, then it is night on this half, and on the other half—which then moves over here—it is day.
[ 24 ] Also Tag und Nacht entstehen dadurch, daß sich die Erde dreht. Jetzt denken Sie sich einmal: Der Ätherleib des Menschen, dieser feine Körper, den der Mensch auch hat, der gewöhnt sich als Kind nicht so in die senkrechte Stellung hinein, sondern der will immer diese Drehung der Erde mitmachen. Dieser Ätherleib, der will sich immer um die Erde herum bewegen; so will er immer sein, diese Bewegung will er immer machen. Wenn der Ätherleib nicht diese Bewegung machen wollte, dann würden Sie, wenn Sie gerade in der Richtung der Erde gehen, weil die Erde diese Bewegung macht, fortwährend sich umdrehen wollen, weil Ihnen immer alles weh täte von dem Stoß, den Sie kriegen. Es muß etwas sein in Ihnen, was die Bewegung der Erde immer mitmacht, sonst würde Ihnen immer alles weh tun.
[ 24 ] Day and night are thus caused by the Earth’s rotation. Now just imagine: The human etheric body—this subtle body that humans also possess—does not readily adapt to an upright position as a child, but instead always wants to go along with the Earth’s rotation. This etheric body always wants to move around the Earth; that is how it always wants to be—it always wants to make this movement. If the etheric body did not want to make this movement, then when you walk in the direction of the Earth—because the Earth is making this movement—you would constantly want to turn around, because everything would always hurt from the jolts you receive. There must be something within you that always goes along with the Earth’s movement; otherwise, everything would always hurt.
[ 25 ] Daraus können Sie auch sehen, wie gedankenlos die gegenwärtige Wissenschaft ist. Die weiß ganz gut, daß die Erde sich dreht, nicht nur diese Bewegung macht, die der physische Leib macht, wo er sich angepaßt hat an diese senkrechte Lage. Aber man hat jetzt keinen Körper, der diese Bewegung mitmacht! Das ist die Geschichte.
[ 25 ] From this you can also see how thoughtless modern science is. It knows full well that the Earth rotates—not just in the way the physical body moves, having adapted to this vertical position. But we no longer have a body that goes along with this movement! That’s the story.
[ 26 ] Jetzt denken Sie sich einmal, daß Sie in Ohnmacht fallen. Wenn Sie in Ohnmacht fallen, dann geht aus Ihrem physischen Leib und dem Ätherleib etwas heraus, das Ich und der astralische Leib, also das eigentliche Geistig-Seelische. Und dabei verspüren Sie, daß der Ätherleib sich drehen will. Da drehen Sie sich zunächst seelisch-geistig geradeso wie am Morgen beim Traum, wo Sie gespürt haben, da ist der Erdboden nicht unter Ihnen. Also wenn Sie in Ohnmacht fallen, drehen Sie sich zunächst geistig. Wenn der Mensch Schwindel hat zum Beispiel, da will sich bloß das drehen, was seelisch ist. Denken Sie sich aber, Sie gehen jetzt gedankenlos fort. Ja, wenn Sie gedankenlos fortgehen, da bewegen Sie mechanisch den physischen Leib. Da denken Sie gar nicht an Ihr Gehen, und insbesondere, wenn es im Walde neblig ist, da können Sie nicht an Ihr Gehen denken; Sie wissen ja nicht wo aus, wo ein — wo soll ich hin? Sie richten sich ja, wenn Sie mit dem physischen Körper gehen, nach einem bestimmten Punkt. Manchmal wissen Sie es gar nicht, aber der Weg selber leitet Sie an, an einen bestimmten Punkt hinzugehen. Wenn es aber neblig ist, sehen Sie nichts; da kennt sich Ihr physischer Leib nicht aus. Dann kommt Ihr Ätherleib; der will nur seine Bewegung machen, und die ist eine runde Bewegung. Da folgt er der runden Bewegung, da zieht er den physischen Leib mit! Wenn Sie bloß träumen oder Schwindel haben, da macht der astralische Leib die Bewegung. Wenn Sie aber im Gang sind, da zieht der Ätherleib die physische Bewegung hinein in den physischen Leib, und Sie machen das mit. Daraus aber ersehen Sie, daß der Ätherleib gar nicht erdgebunden ist. Der Ätherleib im Menschen macht also nicht mit, was auf der Erde ist.
[ 26 ] Now imagine that you are about to faint. When you faint, something leaves your physical body and your etheric body—namely, the “I” and the astral body, that is, the actual spiritual-soul aspect. And as this happens, you sense that the etheric body wants to spin. At first, you spin spiritually and soulfully, just as you do in the morning during a dream when you’ve sensed that the ground isn’t beneath you. So when you faint, you spin spiritually at first. When a person feels dizzy, for example, it is only the soul aspect that wants to spin. But imagine that you are now walking away without thinking. Yes, when you walk away without thinking, you are moving your physical body mechanically. You aren’t thinking about your walking at all, and especially when it’s foggy in the forest, you can’t think about your walking; after all, you don’t know which way to go—where should I go? When you walk with your physical body, you orient yourself toward a specific point. Sometimes you aren’t even aware of it, but the path itself guides you toward a specific point. But when it’s foggy, you can’t see anything; your physical body doesn’t know its way. Then your etheric body takes over; it simply wants to carry out its movement, which is a circular motion. It follows that circular motion, dragging the physical body along with it! When you’re merely dreaming or feeling dizzy, the astral body performs the movement. But when you’re walking, the etheric body draws the physical movement into the physical body, and you go along with it. From this, however, you can see that the etheric body is not at all bound to the earth. The etheric body within a human being, therefore, does not participate in what takes place on earth.
[ 27 ] Nun denken Sie sich einmal: Der Mensch ist ja als solcher ein Erdenwesen zwischen der Geburt und dem Tode. Da muß er arbeiten. Aber Sie wissen ja, immer geht es nicht mit der Arbeit. Der physische Leib würde abgenutzt und so weiter. Da will der Mensch nun seinen physischen Leib zwar bewegen, aber er will ihn nicht so bewegen, wie sich der physische Leib an die Erde angepaßt hat, er will sich nach dem Ätherleib richten. Der Ätherleib will aber runde Bewegungen machen, und da tanzt der Mensch. Und der gewöhnliche Tanz besteht eben einfach darinnen, daß der Mensch nicht seinem physischen Leib folgen will, sondern seinem Ätherleib. Die Begierde, zu tanzen, ist gerade dazu da, daß der Mensch seinen physischen Leib vergessen kann und sich fühlen kann als ein Wesen, das der Welt angehört.
[ 27 ] Now just think about it: As a human being, one is, after all, an earthly being between birth and death. One has to work. But as you know, one can’t work all the time. The physical body would wear out, and so on. So while a person wants to move their physical body, they do not want to move it in the way the physical body has adapted to the Earth; instead, they want to align it with the etheric body. But the etheric body wants to make circular movements, and that is why people dance. And ordinary dance simply consists of the fact that people do not want to follow their physical body, but rather their etheric body. The desire to dance exists precisely so that people can forget their physical body and feel themselves to be beings that belong to the world.
[ 28 ] Allerdings würde der Mensch nach seinem inneren Gefühl viel zu viel der Welt angehören wollen und seinem Ätherleib folgen. Eigentlich möchte der Mensch meistens sich nicht so bewegen, wie es die Erde von ihm haben will, sondern er möchte eigentlich seinem Ätherleib folgen. Und es könnte ihm recht gut gefallen, recht viel sich in der Runde zu bewegen, wie der Ätherleib sich bewegen will. Daher muß der Mensch sich gewöhnen an solche Bewegungen, die der Erde angehören. Und diese gewöhnlichen Bewegungen haben wir auch in die Erziehung aufgenommen: man turnt. Warum turnt man? Das Turnen besteht darin, daß der Mensch sich noch mehr anpaßt der Erde, als er sich sonst der Erde anpassen kann. Daß der Mensch also mehr abkommt von seinem Ätherleib, nicht immer seinem Ätherleib folgt, deshalb turnt er. Aber der Mensch muß natürlich auch, damit er nicht ganz entfremdet wird der großen Welt, der Außenwelt, auch solche Bewegungen machen, die ihn nicht an die Erde binden.
[ 28 ] However, according to his inner feelings, a human being would want to belong far too much to the world and follow his etheric body. In fact, most of the time a human being does not want to move the way the Earth wants him to, but rather wants to follow his etheric body. And they might quite enjoy moving about in a circle, just as the etheric body wants to move. Therefore, human beings must accustom themselves to the kinds of movements that belong to the Earth. And we have also incorporated these ordinary movements into education: we do gymnastics. Why do we do gymnastics? Gymnastics consists of human beings adapting themselves to the Earth even more than they otherwise can. So that a person may detach more from his etheric body—and not always follow his etheric body—that is why he does gymnastics. But of course, so that he does not become completely estranged from the greater world, the external world, a person must also perform movements that do not bind him to the earth.
[ 29 ] Nun, sehen Sie, wir leben heute in der Zeit des Materialismus. Diejenigen Menschen, die am meisten Sehnsucht haben nach dem Materialismus, die leben im Westen. Die Morgenländer, die eine alte Kultur gehabt haben, die Asiaten, die haben keine große Sehnsucht, der Erde anzugehören. Die betrachten die Erde als ein rechtes Jammertal, viel mehr als der Christ, und diejenigen, die im Orient, in Asien leben, die möchten sich so schnell als möglich wieder aus dem Staube machen.
[ 29 ] Well, you see, we live in an age of materialism today. The people who yearn most for materialism are those who live in the West. The people of the East, who have an ancient culture—the Asians—do not have a great longing to belong to the earth. They regard the earth as a veritable vale of tears, much more so than Christians do, and those who live in the East, in Asia, want to get out of here as quickly as possible.
[ 30 ] Aber die westlichen Leute, die haben die Erde so gern, furchtbar gern. Nicht, daß sie sich das sagen, aber sie möchten eigentlich immer auf der Erde bleiben. Deshalb möchten sie auch folgendes. Und jetzt muß ich Ihnen etwas sagen: Der Ätherleib, der will sich himmelsgemäß bewegen. Die Planeten bewegen sich im Kreis, also die Erde bewegt sich im Kreis. Der Ätherleib möchte sich im Kreis bewegen, der physische Leib möchte aus diesem Kreis heraus. Wenn er viel zu arbeiten hat, kommt er schon aus diesem Kreis heraus; aber nehmen wir an, die höheren Stände im Westen, die nichts zu arbeiten haben, wie kommt es denen vor? Denen kommt es etwas eigentümlich vor, die fühlen sich unbehaglich, weil der Ätherleib sie fortwährend sekkiert. Wenn so ein beefsteakessender Mensch durch die Welt geht, da sekkiert ihn, da quält ihn fortwährend der Ätherleib, und er möchte runde Bewegungen machen. Und dieser beefsteakessende Mensch will dann diesen runden Bewegungen vom Ätherleib folgen. Donnerwetter, das ist so unangenehm! Der Ätherleib will fortwährend tanzen, runde, schön runde Bewegungen machen, und der Beefsteakessende, der kann nicht nach. Nun will er seinen physischen Leib gewöhnen, daß er stark genug ist, sich nicht immerfort vom Ätherleib in die Runde reißen zu lassen. Jetzt macht er Sport; nicht nur Turnen, sondern Sport. Und dieser Sport hat das Ergebnis, daß der Mensch ganz herauskommt aus seinem Ätherleib, ganz nur den physischen Erdenbewegungen folgt. Dadurch wird der Mensch immer mehr der Erde befreundet und kommt ab von der geistigen Welt.
[ 30 ] But Western people—they love the Earth so much, terribly much. It’s not that they admit it to themselves, but they actually want to stay on Earth forever. That’s why they also want the following. And now I have to tell you something: The etheric body wants to move in a way that is in harmony with the heavens. The planets move in circles—so the Earth moves in a circle. The etheric body wants to move in a circle, while the physical body wants to break out of this circle. When it has a lot of work to do, it does break out of this circle; but let’s take the upper classes in the West, who have nothing to do—how do they feel? It seems a bit strange to them; they feel uncomfortable because the etheric body is constantly pestering them. When such a steak-eating person walks through the world, the etheric body pesters him, torments him constantly, and he wants to make circular movements. And this steak-eating person then wants to follow these circular movements of the etheric body. Good heavens, that’s so unpleasant! The etheric body wants to dance constantly, to make circular, beautifully circular movements, and the steak-eater can’t keep up. Now he wants to train his physical body so that it is strong enough not to let itself be constantly dragged into circles by the etheric body. Now he does sports—not just gymnastics, but sports. And the result of this sport is that the person completely steps out of his etheric body and follows only the physical movements of the earth. Through this, the person becomes increasingly attuned to the earth and turns away from the spiritual world.
[ 31 ] Sie dürfen nicht glauben, daß man von der geistigen Welt bloß dadurch abkommt, daß man nicht über sie nachdenkt, sondern auch durch solche Sachen: wenn man viel zu viel Sport treibt, wenn man also den physischen Leib ganz und gar abbringt vom Ätherleib. Das ist für den Menschen schrecklich, und das ist sogar etwas, was eine, ich möchte sagen, ganz besorgliche Sache ist. Je mehr Sport getrieben wird, desto mehr vergessen die Menschen das Geistige und kommen nach ihrem Tode sogleich, in ganz kurzer Zeit, wieder zurück aus der geistigen Welt. So daß also, wenn alles das, was im Westen ist, nicht etwas Geist empfangen würde, nach und nach die Erde überhaupt nur von Menschen bewohnt würde, die schon gar nicht mehr zurück wollen in die geistige Welt. Aber da würden ja auf der Erde nach und nach nur Menschen sein, die die Erde allmählich ganz zugrunde richten. Ein bißchen fangen wir ja schon an damit. Das bißchen ist für die Menschen der Gegenwart schon recht stark. Aber wenn die Menschen anfangen, sich gar nicht mehr nach ihrem Ätherleib zu richten, sondern nur nach ihrem physischen Leib, das ist etwas, was auf der Erde furchtbare Zustände hervorrufen wird. Und da muß man wiederum mit der Geisteswissenschaft eingreifen. Das kann man nur dadurch, daß man nun den Bewegungen, die ganz und gar darauf angelegt sind, den Menschen in seinen physischen Leib hereinzutreiben, ganz zum Erdenmenschen zu machen, auch andere Bewegungen entgegensetzt.
[ 31 ] You must not believe that one can detach oneself from the spiritual world simply by not thinking about it, but also through such things as engaging in far too much sports—that is, by completely separating the physical body from the etheric body. This is terrible for human beings, and it is even something that is, I would say, quite alarming. The more sports people engage in, the more they forget the spiritual realm and return from the spiritual world immediately after their death—in a very short time. So that if everything in the West were not to receive any spirit at all, little by little the Earth would come to be inhabited only by people who no longer want to return to the spiritual world at all. But then, little by little, there would only be people on Earth who would gradually bring about its complete ruin. We’re already starting to do that to some extent. That “some extent” is already quite significant for people today. But if people begin to orient themselves no longer at all toward their etheric body, but only toward their physical body, that is something that will bring about terrible conditions on Earth. And that is where spiritual science must intervene once again. This can only be done by countering the forces that are entirely geared toward driving people into their physical bodies—toward making them purely earthly beings—with other forces as well.
[ 32 ] Jetzt sind die Menschen schon so gesinnt, daß ihnen das Wichtigste ist, Erdenmenschen zu werden. Sie werden schon jetzt, nachdem ich Ihnen so viele Vorträge gehalten habe, begreifen, daß einem bei solchen Dingen, ohne daß man ein Philister ist, das Herz weh tut.
[ 32 ] People are already so inclined that becoming earthly human beings is the most important thing to them. Even now, after I have given you so many lectures, you will understand that such matters can break one’s heart—even if one is not a philistine.
[ 33 ] Sehen Sie, ich war im letzten Sommer auch in England. Gerade als wir abreisten, war ganz England voll von Erregung, wartete auf die Blätter, die abends erscheinen sollten über das wichtigste Ereignis. Alles wartete gespannt auf die Abendblätter. Auf was warteten sie? Auf den Ausgang des Fußballspieles!
[ 33 ] You see, I was in England last summer, too. Just as we were leaving, the whole of England was abuzz with excitement, waiting for the evening papers that were to be published that night about the most important event. Everyone was eagerly awaiting the evening papers. What were they waiting for? The outcome of the soccer game!
[ 34 ] Jetzt sind wir gerade von Norwegen heruntergefahren. Wie wir einstiegen, waren viele da, die uns begleiteten. Der Bahnsteig stand voller Menschen. Und als der Zug sich in Bewegung setzte, erscholl es: Hurrah! Hurrah! — Und auf der nächsten Station schrien sie: Hoch soll er leben! — Ja, unseretwegen geschah das natürlich nicht, sondern es frägt sich, was da war. Ich konnte gerade noch erfahren: Das waren Fußballer, die von Mitteleuropa da hinaufgekommen waren und nun wieder zurückfuhren.
[ 34 ] We have just arrived from Norway. When we boarded the train, there were many people there to see us off. The platform was packed with people. And as the train began to move, the crowd erupted: “Hurrah! Hurrah!” — And at the next station, they shouted: “Long live!” — Well, of course that wasn’t because of us; the question is, what was going on there. I just managed to find out: They were soccer players who had come up there from Central Europe and were now heading back.
[ 35 ] Ja, wofür interessieren sich heute die Menschen? Also viel mehr als für irgendein Ereignis, das mit Wohl und Wehe von Millionen Menschen etwas zu tun hat, interessieren sich heute die Leute für diese Dinge, die nach und nach den physischen Leib wegziehen vom Ätherleib, so daß der Mensch überhaupt nurmehr ein Erdentier wird.
[ 35 ] Yes, what are people interested in today? Rather than any event that has to do with the welfare or misfortune of millions of people, people today are interested in those things that gradually draw the physical body away from the etheric body, so that human beings become nothing more than earthly creatures.
[ 36 ] Das ist der Grund, warum den Bewegungen, die heute in aller Welt gemacht werden und die immer weiter und weiter sich verbreiten, andere entgegengesetzt werden müssen: das sind die eurythmischen Bewegungen. Die richten sich nach dem Ätherleib. Wenn Sie Eurythmie sehen, da werden Sie alle diejenigen Bewegungen sehen, die der ätherische Leib ausführt. Wenn Sie Sport sehen, werden Sie alle diejenigen Bewegungen sehen, die der physische Leib ausführt.
[ 36 ] That is why the movements being performed all over the world today—and which are spreading farther and farther—must be countered by others: these are the eurythmic movements. These are aligned with the etheric body. When you watch eurythmy, you will see all the movements that the etheric body performs. When you watch sports, you will see all the movements that the physical body performs.
[ 37 ] Ja, meine Herren, das ist außerordentlich wichtig, denn zugleich gibt es die Sehnsucht nach dem Sport. Ich will nun nicht gegen den Sport im allgemeinen reden. Der Sport ist natürlich, wenn er getrieben wird von Menschen, die außerdem arbeiten, ganz gut, denn in der Arbeit muß man sich mehr unnatürliche Bewegungen angewöhnen; wenn man dann im Sport natürliche Bewegungen hineinbringt, die mehr dem physischen Menschen angepaßt sind, dann ist das Erholen im Sport gut. Aber dieses heutige Treiben von Sport, wo auch viele Menschen teilnehmen, die gar nicht sich zu erholen brauchen, was ist denn dies? Ja es gibt heute Sportsleute, die gehen unter Umständen — natürlich nicht alle, aber einzelne gibt es schon — rasch einmal morgens in die Kirche, da beten sie: Ich glaube an einen Gott im Himmel und so weiter. Dann gehen sie auf den Sportplatz. Ja, da sprechen sie es nicht mit Worten aus, aber was sie da tun, wenn man es in Worte faßt, so heißt das: Ich glaube ja nicht an einen Gott im Himmel. Der hat mir den Ätherleib gegeben, aber von dem will ich nichts wissen. Ich glaube an Fleisch und Knochen, das ist meine einzige Seligkeit. — Sehen Sie, das ist natürlich die notwendige, unbewußte Folge desjenigen, was heute getrieben wird. Nicht bloß dadurch, daß man sagt, man will nichts wissen vom Geistigen, ist man Materialist, sondern durch solche Sachen, durch die man den ganzen Menschen losreißt vom Geistigen.
[ 37 ] Yes, gentlemen, this is extremely important, because at the same time there is a longing for sports. I don’t want to speak out against sports in general. Sport is, of course, quite beneficial when practiced by people who also work, because at work one has to get used to more unnatural movements; if one then incorporates natural movements into sport that are better suited to the physical human being, then recreation through sport is beneficial. But this current craze for sports, in which many people participate who don’t even need to relax—what is this? Yes, there are athletes today who, under certain circumstances—not all of them, of course, but there are certainly some—quickly pop into church in the morning, where they pray: “I believe in a God in heaven,” and so on. Then they head to the sports field. Yes, they don’t say it in so many words, but what they’re doing there—if you put it into words—means: “I don’t really believe in a God in heaven. He gave me the etheric body, but I want nothing to do with it.” I believe in flesh and bones; that is my only bliss.” — You see, this is, of course, the inevitable, unconscious consequence of what is being done today. One is not a materialist merely by saying that one wants nothing to do with the spiritual, but through such actions, through which one tears the whole human being away from the spiritual.
[ 38 ] So daß man in bezug auf Ihre Fragestellung vorhin sagen kann: Wenn einer in den Wald geht und es ist neblig, und er verirrt sich, da kommt es vor, daß er einmal seinem Ätherleib nachläuft. Das ist nicht so schlimm, er kommt eben wieder an denselben Ort zurück. Wenn man sich dreht — das ist nicht so schlimm, da ist viel hin- und hergependelt, einmal hin- und hergependelt zum Ätherleib, einmal hin- und hergependelt zum physischen Leib. Das ist, weil der Mensch alle zwei hat und auch alle zwei ausbilden soll. Das ist da drinnen enthalten. Aber daß heute im allgemeinen im Westen eine Neigung ist, sich ganz loszureißen vom Ätherleib und den physischen Leib allein zu pflegen, das macht den furchtbaren Materialismus aus, der der eigentlich schädliche Materialismus ist. Denn der Gedanken-Materialismus ist nicht einmal der allerschädlichste. Der allerschädlichste ist der Materialismus, wo der ganze Mensch zum Tier herunterkommt. Das ist ja das, was man bedenken muß.
[ 38 ] So, with regard to the question you asked earlier, one could say: If someone goes into the forest and it is foggy, and they get lost, it can happen that they end up following their etheric body. That’s not so bad; they’ll just end up back at the same place. If one turns around—that’s not so bad; there’s a lot of back-and-forth oscillation—sometimes oscillating back and forth toward the etheric body, sometimes toward the physical body. That’s because a person has both and is meant to develop both. That’s inherent in the process. But the fact that there is a general tendency in the West today to tear oneself completely away from the etheric body and to cultivate the physical body alone—that is what constitutes the terrible materialism that is actually the most harmful kind of materialism. For intellectual materialism is not even the most harmful of all. The most harmful of all is the materialism in which the whole human being is reduced to the level of an animal. That is precisely what one must bear in mind.
[ 39 ] Man kommt sehr leicht dazu, daß einem die Leute sagen: Ja, der ist ein Philister, der wettert gegen den Sport! Sport ist etwas außerordentlich Nützliches. — Aber ich wettere gar nicht gegen den Sport. Die Leute sollen nur Sport treiben, sie sind eben freie Wesen. Aber sie werden sich dann eben ganz und gar als Menschen zugrunde richten, wenn sie bloß den sportlichen Dingen huldigen.
[ 39 ] It’s very easy to end up in a situation where people say to you: “Yeah, he’s a philistine—he rails against sports! Sports are extraordinarily useful.” — But I’m not railing against sports at all. People should certainly engage in sports; they are, after all, free beings. But they will completely ruin themselves as human beings if they devote themselves solely to athletic pursuits.
[ 40 ] In dieser Beziehung muß man sich nur klar sein darüber, daß das, was ich in dem ersten Kapitel der «Kernpunkte» gesagt habe, im weitesten Umfange gilt. Ich habe natürlich gedacht, als ich diese «Kernpunkte» geschrieben habe, ich werde so schreiben, daß die Leute darüber nachdenken. Nun, sie haben sich ja einen Deut darum gekümmert! Sie haben gar nicht nachgedacht, und die «Kernpunkte» sind gar nicht verstanden worden. Ich habe gesagt: Gewiß, wir haben eine große demokratische, proletarische Bewegung, aber wenn man hinschaut, so machen ja die meisten Proletarier heute das nach, was die Bourgeois früher ihnen vorgemacht haben, so machen sie alles der Wissenschaft nach und glauben an dasjenige, was ihnen an den Universitäten vorgebracht wird. Manchmal sind die proletarischen Parteien die ersten, die Gesetzen zustimmen — ich erinnere an die Kurierfreiheit —; die Sozialisten sind meistens die ersten, die sagen: Ja, da muß ein Sachverständigenkollegium sein und dergleichen. — Und in bezug auf Sport: Der Sport ist natürlich eine Bourgeois-Erfindung, die wird womöglich auch nachgemacht! Es wird ja natürlich nicht ganz gehen; aber immerhin, in der Gesinnung macht man das einfach nach und betrachtet es als etwas, was das einzig Heilsame ist, währenddem tatsächlich die proletarische Bewegung erst etwas werden kann, wenn sie einen eigenen Impuls bekommt, wenn sie nicht das nachmacht, was die früheren Klassen gemacht haben. Deshalb habe ich gerade dieses erste Kapitel geschrieben. Überall konnte man sehen, wie die proletarische Bewegung leider überall unter den Einfluß des Autoritätsglaubens kommt. Deshalb habe ich dieses erste Kapitel in den «Kernpunkten» geschrieben und habe gedacht, daß man darüber nachdenkt.
[ 40 ] In this regard, one must simply be clear that what I said in the first chapter of “Key Points” applies to the greatest extent. Of course, when I wrote these “Key Points,” I thought I would write them in such a way that people would reflect on them. Well, they didn’t care one bit! They didn’t think about it at all, and the “Key Points” were not understood at all. I said: Certainly, we have a great democratic, proletarian movement, but if you look closely, most proletarians today are simply imitating what the bourgeoisie used to show them; they follow everything science dictates and believe what is taught to them at the universities. Sometimes the proletarian parties are the first to approve laws—I’m thinking of freedom of the press—; the socialists are usually the first to say: “Yes, there must be a panel of experts” and the like. — And as for sports: Sports are, of course, a bourgeois invention, and they’re probably being imitated as well! Of course, it won’t work entirely; but still, in terms of mindset, people simply imitate it and regard it as the only thing that is beneficial, whereas in reality the proletarian movement can only become something when it gains its own momentum, when it does not imitate what the earlier classes have done. That is precisely why I wrote this first chapter. Everywhere, one could see how the proletarian movement, unfortunately, falls under the influence of a belief in authority. That is why I wrote this first chapter in Key Points and hoped that people would reflect on it.
[ 41 ] Aber natürlich, das Nachdenken ist etwas, was die sporttreibenden Leute überhaupt nicht gern haben; denn wenn einer so recht Sport treibt, so ist es ja so, daß er aus dem Nachdenken herauskommt. Denken kann man nämlich nur mit dem Ätherleib. Sie können sich noch so anstrengen, mit dem physischen Leib können Sie nicht denken. Daher kann man nur sagen, wenn gefragt wird: Soll man nun Fleisch essen oder bloß Pflanzen, um besser denken zu können? — so kann man immer nur sagen: Durch das Essen kann man nicht das Denken kultivieren; das müßt ihr durch den Ätherleib machen. Da müßt ihr in den Ätherleib hineingehen.
[ 41 ] But of course, thinking is something that people who engage in sports do not like at all; for when someone is really engaged in sports, they actually step out of the realm of thinking. For one can think only with the etheric body. No matter how hard you try, you cannot think with the physical body. Therefore, when asked, “Should one eat meat or just plants in order to think better?”—one can only say: You cannot cultivate thinking through eating; you must do that through the etheric body. You must enter into the etheric body.
[ 42 ] Also Sie sehen, der Ätherleib zeigt geradezu seine Anwesenheit im Menschen durch diese runden Bewegungen, die der Mensch machen will, durch die Sehnsucht zu tanzen oder durch dieses Sich-Verirren und Im-Kreise-Gehen.
[ 42 ] So you see, the etheric body practically reveals its presence in the human being through these circular movements that the person feels compelled to make, through the longing to dance, or through this tendency to lose one’s way and walk in circles.
[ 43 ] Ja, meine Herren, wenn Sie zum Beispiel einmal in Wien gelebt haben, dann wissen Sie: die Wiener sind leichtlebige Menschen. Das sind sie schon; sie sind ja gemütlich, aber sie sind leichtlebige Menschen. In Wien gibt es den Prater. Das ist ein großer Lustgarten, ein riesiger Lustgarten. Der Prater ist etwas, wissen Sie, wo man eigentlich am Sonntag hingeht, wenn man nicht ein Taugenichts war, der jeden Tag in den Prater ging. Würstl gibt es im Prater, Bajazzi und so weiter, alles mögliche. Aber die Wege sind im Prater schon in einer eigentümlichen Weise als Wege eingerichtet. Dort kommen Sie nämlich, weil die Wege schon so eingerichtet sind, immer wieder an denselben Ort. Man geht durch eine lange Straße, geht irgendwo in den Wald hinein; ja, nach einiger Zeit ist man wieder dort, wo man gewesen war! War man bei einer Würstlbude, so ist man jetzt wieder da. Da sind schon die Wege so angelegt. Sehen Sie, die haben sich natürlich nicht gesagt: Da werden wir die Wiener herauslocken, daß sie sich belustigen — aber sie haben es gefühlt, empfunden, und deshalb haben sie die Wege schon so angelegt, daß die Leute gar nicht den Nebel brauchen, um wieder an denselben Ort zurückzukommen, sondern sie haben solche kreisförmige Wege gemacht, die der Ätherleib will, wo der Mensch sich schon ganz entrückt fühlt dem physischen Leib. Man kann sich nämlich auch entrückt fühlen, so daß man in ein rechtes Wohlgefühl hineinkommt. Wenn man keine Orientierung hat, dann geht man im Kreis. Wenn man aber schon so die Wege hat, daß man von selbst im Kreis geht, so hat man auch das Wohlgefühl. Und das wollten die Leute, die den Prater angelegt haben, bei den Wienern hervorrufen: daß ihr Ätherleib da ein rechtes Wohlgefühl hat, wenn sie immer wieder bei einer solchen Würstlbude zurückkommen. Das ist sehr raffiniert eingerichtet. Das besteht ja jetzt noch. Sie können es sich anschauen, wie immer die Wege so gehen. Wenn man sich hineinverliert — man kommt schon wieder zurück, aber man dreht sich. Und dieses Drehen, das ist etwas, was die Leute, namentlich wenn sie es so den ganzen Sonntagnachmittag machen, in ein richtiges Wohlgefühl hineinführt.
[ 43 ] Yes, gentlemen, if you’ve ever lived in Vienna, for example, then you know: the Viennese are easygoing people. They certainly are; they’re laid-back, but they’re easygoing people. In Vienna, there’s the Prater. It’s a large amusement park—a huge amusement park. The Prater is, you know, the place where you actually go on Sundays—unless you were a good-for-nothing who went to the Prater every day. There are sausages in the Prater, Bajazzi, and so on—all sorts of things. But the paths in the Prater are laid out in a peculiar way. Because the paths are laid out that way, you always end up back at the same spot. You walk down a long street, head into the woods somewhere; sure enough, after a while you’re back where you started! If you were at a sausage stand, you’re back there now. That’s just how the paths are laid out. You see, of course they didn’t say to themselves: “We’ll lure the Viennese out here to amuse themselves”—but they sensed it, felt it, and that’s why they laid out the paths in such a way that people don’t even need the fog to return to the same spot; rather, they created circular paths that the etheric body desires, where a person already feels completely detached from the physical body. For one can also feel detached in such a way that one enters into a true sense of well-being. If one has no sense of direction, then one walks in circles. But if the paths are laid out in such a way that you walk in a circle of your own accord, you also experience that sense of well-being. And that is what the people who designed the Prater wanted to evoke in the Viennese: that their etheric body would experience a genuine sense of well-being whenever they returned again and again to a sausage stand like that. It’s very ingeniously designed. It still exists today. You can see for yourself how the paths wind their way. When you lose yourself in it—you end up back where you started, but you’ve been circling. And this circling is something that leads people—especially when they do it all Sunday afternoon—into a real sense of well-being.
[ 44 ] Nun ist das ein viel unschuldigeres Wohlgefühl als manches andere Wohlgefühl. Sie wissen, daß auch sonst die Orientierung aufhört, ich habe Ihnen die Geschichte schon einmal erzählt: Wenn man abends spät nach Hause kommt und man nicht recht weiß, ob man betrunken ist oder nicht, so legt man sich den Zylinderhut aufs Bett. Sieht man ihn einmal, ist man nicht betrunken, sieht man ihn doppelt, so ist man betrunken. Das ist dadurch, daß es sich dreht. Sehen Sie, da dreht sich auch etwas: der Astralleib. Wenn der, der im Bett liegt, betrunken ist, so dreht sich sein Astralleib. Wenn aber einer auf mehr geistige Art, dadurch, daß er auf runden Wegen geht, den Ätherleib hineinbringt, da dreht sich der Ätherleib. Das ist die mehr unschuldige Art des Drehens.
[ 44 ] Now, this is a much more innocent feeling of well-being than many other kinds of well-being. You know that your sense of orientation disappears in other situations as well; I’ve told you this story before: When you come home late at night and aren’t quite sure whether you’re drunk or not, you put your top hat on the bed. If you see it as a single image, you’re not drunk; if you see it double, you’re drunk. That’s because it’s spinning. You see, something is spinning there, too: the astral body. If the person lying in bed is drunk, their astral body spins. But if someone brings in the etheric body in a more spiritual way—by following circular paths—then the etheric body spins. That is the more innocent kind of spinning.
[ 45 ] Das Trinken geht in den Astralleib, das Drehen geht mehr in den Ätherleib. Da versteht man auch, was für ein Unterschied da ist. Denn schaue ich hin auf einen, der betrunken ist: Ja, der dreht sich nicht wie einer, der auf runden Wegen geht, sondern bei dem dreht sich ja alles, wie wenn sein Astralleib selber nun die Erdkugel geworden wäre. Der dreht sich, wie die Erde sich dreht. Das ist der astralische Leib, der sich dreht.
[ 45 ] Drinking affects the astral body; spinning affects the etheric body more. Then one also understands what a difference there is. For when I look at someone who is drunk: Yes, he does not walk in a straight line like someone who walks along straight paths, but rather everything spins around him, as if his astral body itself had now become the globe. He spins just as the Earth spins. It is the astral body that is spinning.
[ 46 ] Wenn aber die Leute tanzen oder sich im Wiener «Wurstl-Prater» herumdrehen, dann dreht sich der Ätherleib. Der nimmt den physischen Leib mit; das ist das unschuldigere. Man kann sagen: Bei einem, der tanzt, da dreht sich der Ätherleib, bei einem, der betrunken ist, da dreht sich der Astralleib. — Man kann also am Leben unterscheiden, an dem, was der Mensch tut, ob es der Ätherleib ist, der das macht, oder der Astralleib.
[ 46 ] But when people dance or spin around in Vienna’s “Wurstl-Prater,” the etheric body spins. It carries the physical body along with it; that is the more innocent of the two. One could say: When someone is dancing, the etheric body spins; when someone is drunk, the astral body spins. — One can therefore tell from a person’s actions whether it is the etheric body or the astral body that is doing the acting.
[ 47 ] Sehen Sie, auf solche Sachen geht die heutige Wissenschaft noch nicht ein. Daher kann sie auch die großen Fragen der Zivilisation gar nicht beantworten, denn die Leute wissen nicht, wie man die Dinge einrichten muß, damit der Mensch nicht ganz und gar unmenschlich wird. Die Menschheit wird immer tierischer, wenn die heutige Sportsucht so bleibt, wie sie ist.
[ 47 ] You see, modern science does not yet address such matters. That is why it cannot answer the great questions of civilization, because people do not know how to organize things so that human beings do not become completely inhuman. Humanity will become increasingly animal-like if today’s obsession with sports remains as it is.
[ 48 ] Es muß schon etwas Geistiges in die Menschheit hineinkommen. Und ich bin überzeugt davon, daß diejenigen Menschen, die auf der einen Seite die Erde kennenlernen durch die Arbeit, daß sie auch auf der anderen Seite die Sehnsucht haben werden, hineinzukommen in das Geistige, und nach und nach verstehen lernen werden, daß man eben auch das Geistige durchaus pflegen muß, daß das notwendig ist.
[ 48 ] Something spiritual must indeed find its way into humanity. And I am convinced that those people who, on the one hand, come to know the Earth through their work will, on the other hand, also have a longing to enter into the spiritual realm and will gradually come to understand that one must indeed cultivate the spiritual as well—that this is necessary.
[ 49 ] Nun, das ist zunächst einmal dasjenige, was ich Ihnen sagen wollte. Wir wollen schon von diesen Dingen recht viel weiter reden, damit die Sachen allen klar werden.
[ 49 ] Well, that’s basically what I wanted to tell you. We’ll talk about these things in much greater detail so that everything is clear to everyone.
