Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350
25 June 1923, Dornach
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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being, tr. SOL
7. Die Einwirkung der Gestirnkonstellationen auf die Erde und auf den Menschen
7. The Influence of Celestial Constellations on the Earth and on Humans
[ 1 ] Fragestellung bezüglich Erdbeben.
[ 1 ] Questions regarding earthquakes.
[ 2 ] Dr. Steiner: Sie meinen wohl die Erdbeben, die jetzt in Amerika sind? Von ganz besonderer Bedeutung in bezug auf solche Fragen sind immer jene vulkanischen Erscheinungen, die, ich möchte sagen, nicht so intensiv, nicht so stark gleich auftreten, sondern die im einzelnen zeigen, daß auch im Laufe der Zeit von der Weltumgebung der Erde aus etwas geschieht. Und da möchte ich Sie auf etwas anderes aufmerksam machen, das ja vielleicht weniger auffällig ist, aber das doch für viele Menschen noch mehr erlebbar ist als diese einzelnen Erscheinungen, die ja natürlich diejenigen, die in der Nähe waren, furchtbar trafen, die aber für den größeren Teil der Menschheit eben doch die geringere Bedeutung haben. Und da erinnern Sie sich doch nur, daß man schon in den letzten Jahren davon sprechen konnte, daß außerordentliche Witterungsverhältnisse herrschen. Wir können nicht ableugnen, daß in den letzten Jahren so richtig ordentliche, andauernde Sommer nicht vorhanden waren, besonders nicht in unseren Gegenden. Aber das breitet sich aus über einen großen Teil von Europa und weiter darüber hinaus.
[ 2 ] Dr. Steiner: You are probably referring to the earthquakes currently occurring in America? Of particular significance in relation to such questions are always those volcanic phenomena which—I would say—do not occur all at once with such intensity or strength, but which, when examined individually, show that something is also happening over time within the Earth’s global environment. And here I’d like to draw your attention to something else—something that may be less conspicuous, but which is actually more tangible for many people than these individual phenomena, which, of course, had a terrible impact on those who were nearby, but which are of lesser significance for the majority of humanity. And just think back to how, even in recent years, people have been talking about extraordinary weather conditions. We cannot deny that in recent years there have been no truly proper, sustained summers—especially not in our regions. But this phenomenon is spreading across a large part of Europe and beyond.
[ 3 ] Nun sprechen die Leute, wenn von so etwas die Rede ist, gewöhnlich davon, wie in den nördlichen Meeresgebieten große Eisberge schwimmen und wie sogenannte Kältewellen dann ausgehen von diesen mächtigen schwimmenden Eisbergen. Sie werden sich ja vielleicht auch erinnern, daß bei der vorjährigen sogenannten Kältewelle dann gemeldet worden ist von den Schiffen, daß wenn sie nur ein wenig diesen Kurs nordwärts nehmen, überall im Atlantischen Ozean diese riesigen schwimmenden Eisberge anzutreffen seien.
[ 3 ] Now, when people talk about something like this, they usually mention how large icebergs float in the northern ocean regions and how so-called cold waves then emanate from these massive floating icebergs. You may also recall that during last year’s so-called cold wave, ships reported that if they veered even slightly northward, they would encounter these enormous floating icebergs everywhere in the Atlantic Ocean.
[ 4 ] Wir müssen uns aber klar sein, daß die Dinge, die in dieser Weise auftreten, durchaus nicht von der Erde allein herkommen, sondern daß sie zusammenhängen mit der ganzen Weltenentwickelung. Und da müssen wir uns fragen: Wie steht es denn überhaupt mit der Wärme- und Kälteverteilung auf unserer Erde?
[ 4 ] We must, however, be clear that the phenomena occurring in this way do not originate solely from the Earth, but are connected to the development of the entire universe. And so we must ask ourselves: What is the situation, in fact, regarding the distribution of heat and cold on our Earth?
[ 5 ] Da möchte ich Sie auf etwas aufmerksam machen, was ich vielleicht schon einmal erwähnt habe, aber in einem anderen Zusammenhange, was uns aber bei der Betrachtung dieser Frage wichtig sein kann. Sie werden vielleicht schon gehört haben, daß sich namentlich im Norden von Sibirien, also in Asien drüben, in dem Erdboden ganz besondere Verhältnisse finden. Damit Sie orientiert sind, möchte ich nur das Folgende bemerken. Wenn wir also die Karte von Europa so haben (es wird gezeichnet), so ist hier Norwegen, hier die Nordküste von Deutschland, hier geht es dann herüber nach Holland und so weiter, da wäre Irland, England, und da kämen wir dann über die große Halbinsel nun schon herüber nach Asien. Da ist die Grenze zwischen Asien und Europa. Da ist Rußland. Hier kommen wir herüber nach Asien und haben hier Sibirien. Da drüben ist das sogenannte Nördliche Eismeer. Das ist nur gezeichnet, damit Sie sich orientieren. Nun hat man in diesem Boden von Sibirien vor langer Zeit schon elefantenartige Tiere gefunden, die heute nicht mehr vorkommen, die also vor sehr, sehr langer Zeit auf der Erde vorgekommen sind. Und Sie wissen ja auch, daß elefantenartige Tiere heute nicht mehr da oben am Eismeere leben. Elefantenartige Tiere gehören viel wärmeren Gegenden an. Aber das Kuriose ist, daß diese elefantenartigen Tiere, die da tief im Erdboden drinnen sind, im eisigen Erdboden drinnen so frisch waren, daß man das Fleisch noch hätte essen können, wenn man gerade gern Elefantenfleisch ißt. Gerade so waren diese Tiere in dem eisigen Erdboden drinnen, wie wenn man das Fleisch noch hätte essen wollen und man die Tiere dazu drinnen aufbewahrt hätte. Da sind also durch viele, viele Jahrtausende diese Tiere da im Norden von Sibirien einfach konserviert worden, wie man sagt, also im Fleisch frisch erhalten worden.
[ 5 ] I’d like to draw your attention to something I may have mentioned before—though in a different context—that could be important as we consider this question. You may have already heard that, particularly in northern Siberia—that is, over in Asia—there are very special conditions in the ground. To give you a sense of the layout, I’d just like to point out the following. So if we look at a map of Europe like this (it is being drawn), here is Norway, here is the northern coast of Germany, then it goes over here to the Netherlands and so on; there would be Ireland, England, and then, crossing the large peninsula, we’d come over to Asia. There is the border between Asia and Europe. There is Russia. Here we cross over into Asia, and here we have Siberia. Over there is the so-called Arctic Ocean. This is just a sketch to help you get your bearings. Now, a long time ago, elephant-like animals were found in the soil of Siberia—animals that no longer exist today, meaning they lived on Earth a very, very long time ago. And as you know, elephant-like animals no longer live up there by the Arctic Ocean. Elephant-like animals belong in much warmer regions. But the curious thing is that these elephant-like animals, buried deep in the ground—in the frozen ground—were so fresh that you could still have eaten the meat, if you happened to like elephant meat. These animals were preserved in the frozen ground just as if someone had wanted to eat the meat and had kept the animals there for that purpose. So, over many, many millennia, these animals in northern Siberia were simply preserved—as they say—with their meat remaining fresh.
[ 6 ] Nun, sehen Sie, meine Herren, es ist unmöglich, daß sich das irgendwie langsam einmal vollzogen hat. Denn wenn die Tiere da oben gelebt hätten, einfach gestorben und in den Boden hineingekommen wären, so müßten sie natürlich längst verfault sein und man könnte höchstens Knochenüberreste, wie man sie ja sonst auch findet, haben. Nun findet man da ganze frische Tiere. Das ist gar nicht anders möglich, als daß da einmal diese Tiere gelebt haben und riesig schnell eine Eiswelle gekommen ist, die sich über diese Tiere hinüber ergossen hat, sie eingeschlossen hat, so daß sie Jahrtausende in demselben Zustand mit dem frischen Fleisch erhalten bleiben konnten. Sie können also sehen: Es muß einmal auf der Erde einen Zustand gegeben haben, daß einfach von Süden her ein mächtiger Stoß gekommen ist, der da in die Eisregion hinauf das Wasser geworfen hat. Das Wasser ist momentan gefroren, diese Tiere sind momentan in diesen riesigen sibirischen Eiskeller hineingekommen und haben sich da jahrtausendelang erhalten können.
[ 6 ] Well, you see, gentlemen, it’s impossible that this could have happened gradually over time. Because if the animals had lived up there, simply died, and ended up in the ground, they would naturally have decayed long ago, and at most we would find skeletal remains, as is usually the case. Yet whole, fresh animals are found there. The only possible explanation is that these animals once lived there and a massive wave of ice swept in at tremendous speed, engulfing them and trapping them, so that they could be preserved for millennia in the same condition, with their flesh still fresh. So you can see: There must once have been a condition on Earth where a powerful surge simply came from the south, hurling water up into the ice region. The water froze instantly; these animals were instantly trapped in this vast Siberian ice chamber and were able to remain preserved there for millennia.
[ 7 ] Nun werden Sie alle zugeben, natürlich hat die Erde gar keine Veranlassung dazu, plötzlich so etwas zu tun. Denn wo sollten in der Erde selber die Kräfte herkommen, daß sie so etwas ausführen könnte? Diese Dinge können nur kommen von den außerirdischen Gestirneinflüssen. Wenn Sie sich also vorstellen, daß da die Erde ist (es wird gezeichnet), “da hier die südlichen Gegenden, die Äquatorgegenden sind — südlich natürlich nur in bezug auf den Norden —, so muß hier einmal eine solche Gestirnkonstellation gewesen sein, die einfach das Wasser wieder heraufgeworfen hat. Also durch die Gestirnkonstellation, durch die Stellung der Gestirne ist dieses Wasser hinaufgeworfen worden, ist da sofort gefroren und hat diese Tiere begraben. Sie sehen gerade aus solchen Dingen, daß die Gestirnkonstellation auf die Verteilung von Land und Wasser und Eis auf der Erde einen mächtigen Einfluß hat.
[ 7 ] Now, you will all admit that, of course, the Earth has absolutely no reason to suddenly do something like that. For where within the Earth itself would the forces come from that would enable it to carry out such a thing? These things can only come from extraterrestrial celestial influences. So if you imagine that here is the Earth (it is drawn), “with the southern regions, the equatorial regions, here—‘southern’ of course only in relation to the north—then there must once have been a celestial constellation here that simply threw the water back up. So, due to the celestial constellation—due to the position of the celestial bodies—this water was hurled upward, froze immediately, and buried these animals. You can see from such phenomena that the celestial constellation has a powerful influence on the distribution of land, water, and ice on Earth.
[ 8 ] Nun habe ich Ihnen ja neulich einmal dargestellt, wie auch die Vulkane herrühren von dem, was außer der Erde ist, wie sozusagen dasjenige, was da unter der Erde ist, herausgeholt wird aus dem Inneren der Erde. So daß wir auch sagen können, daß wenn zum Beispiel jetzt der mächtige Ätna-Ausbruch ist, nicht von unten her die Dinge herausgeschleudert werden, sondern von oben herunter wirkt eine Gestirnstellung, und diese bringt diese feurigen Massen aus dem Inneren der Erde heraus.
[ 8 ] Now, I explained to you the other day how volcanoes, too, originate from what lies outside the Earth—how, so to speak, what is there beneath the Earth is drawn out from the Earth’s interior. So we can also say that when, for example, there is a powerful eruption of Mount Etna, things are not hurled out from below, but rather a celestial alignment acts from above, and this brings these fiery masses out from the Earth’s interior.
[ 9 ] Daraus sehen wir, daß heute sehr vieles zusammenwirkt, und das bewirkt auf der einen Seite, daß wir diese Kältewellen haben. Die Kältewellen sind also durchaus auch von dem Außerirdischen bewirkt. Auch daß wir diese Vulkanausbrüche und Erdbeben haben, rührt von dem Außerirdischen her. Nun aber kann man eine solche Erscheinung niemals ganz beurteilen, wenn man sich nicht klar darüber ist, daß der Mensch selber mit diesen ganzen außerirdischen Verhältnissen in einem innigen Zusammenhange steht.
[ 9 ] From this we can see that many factors are at play today, and on the one hand, this is what causes these cold spells. The cold spells are therefore certainly also caused by extraterrestrial forces. The fact that we have these volcanic eruptions and earthquakes also stems from extraterrestrial forces. However, one can never fully assess such a phenomenon unless one is clear about the fact that human beings themselves are intimately connected to all these extraterrestrial conditions.
[ 10 ] Sehen Sie, Sie haben gewiß schon etwas gehört von sogenannten Blutstürzen, wo also der Mensch dazu kommt, daß das Blut in ihm nicht mehr den richtigen Weg nimmt, daß er aus dem Munde heraus Blut speit, statt daß das Blut im ganzen Körper sich verteilen könnte. Man nennt das einen Blutsturz. Solche Blutstürze kommen ja namentlich dann leicht vor, wenn der Mensch in bestimmten Lebensabschnitten ist. Wir müssen uns fragen: Welche Beziehung ist denn nun eigentlich zwischen einem Blutsturze und dem, was außerhalb vorgeht? — Nun, wenn Sie sich erinnern, daß der Mensch nicht bloß aus seinem physischen Körper besteht, den wir mit Händen angreifen können, sondern daß der Mensch aus dem physischen Körper, dem Ätherkörper und dem Astralkörper und Ich-Körper besteht, dann werden Sie sich sagen müssen: Gewiß, den physischen Körper, den können wir ablegen. Der ist schwer, der ist schwere Masse, der steht mit der Erde in Zusammenhang. Aber der Ätherkörper steht mit der Umgebung in Zusammenhang. — Und wenn nun beim Menschen die Dinge angeschaut werden, dann ist es so, daß auf den Menschen namentlich der Mond einen riesigen Einfluß hat. Aber nicht so sehr hat der Mond, wie er jetzt ist, einen Einfluß auf den Menschen, sondern da werden wir wiederum zurückgeführt in sehr alte Zeiten. In alten Zeiten hatte auf den Menschen der Mond einen ungeheuer starken Einfluß. Der Mensch mußte bei zunehmendem Mond etwas Bestimmtes tun, bei abnehmendem Mond etwas Bestimmtes tun und so weiter. Und namentlich richtete sich in jenen älteren Zeiten durchaus die Fortpflanzung der Menschheit nach dem Monde, Da ist so interessant zu sehen, wie solche Menschen, die noch Überlieferungen aus alten Zeiten haben, über diese Dinge denken. Die denken durchaus, daß es von einer großen Bedeutung ist, ob ein Mensch bei zunehmendem Mond oder abnehmendem Mond empfangen ist zum Beispiel. Das ist in alten Überlieferungen eine sehr wichtige Sache. Und der Mond übt dann seinen Einfluß auch aus auf die ganze Entwickelung des Menschen, aber so, daß der Mensch diese Mondeneinflüsse in sich trägt. Also nicht, daß das unmittelbar auf den Menschen einen Einfluß hat, wenn jetzt Vollmond ist oder so etwas; aber wir sehen den Mond zunehmen, abnehmen; das hat einmal einen Einfluß auf den Menschen gehabt, und das ist geblieben und setzt sich fort. Also nicht der jetzige Mondenlauf hat einen großen Einfluß, aber etwas, was ähnlich ist dem alten Mondenlauf und was ein altes Erbstück ist, das hat einen großen Einfluß. Und so kann man schon sagen: Der Mond hat einen gewissen Einfluß.
[ 10 ] You’ve surely heard of what are called “hemoptyses,” where a person’s blood no longer follows its proper course, causing them to cough up blood from their mouth instead of the blood circulating throughout the body. This is called a hemoptysis. Such hemoptyses occur particularly easily when a person is in certain stages of life. We must ask ourselves: What is the actual connection between a hemoptysis and what is happening on the outside? — Well, if you recall that a human being does not consist solely of the physical body, which we can touch with our hands, but that a human being consists of the physical body, the etheric body, the astral body, and the I-body, then you will have to say to yourself: Certainly, we can shed the physical body. It is heavy; it is dense matter; it is connected to the Earth. But the etheric body is connected to the environment. — And when we consider human beings, it is the case that the Moon, in particular, exerts an enormous influence on them. But the Moon, as it is now, does not exert such a strong influence on human beings; rather, we are led back to very ancient times. In ancient times, the Moon had an immensely strong influence on human beings. People had to do certain things during the waxing moon, certain things during the waning moon, and so on. And in those earlier times, human procreation was very much governed by the moon. It is so interesting to see how people who still hold onto traditions from ancient times think about these matters. They firmly believe that it is of great significance whether a person is conceived during a waxing moon or a waning moon, for example. This is a very important matter in ancient traditions. And the moon then exerts its influence on the entire development of the human being, but in such a way that the person carries these lunar influences within themselves. So it’s not that the full moon or something like that has a direct influence on a person right now; but we see the moon waxing and waning—that once had an influence on people, and that influence has remained and continues. So it is not the current lunar cycle that has a major influence, but rather something similar to the ancient lunar cycle—an ancient legacy—that exerts a major influence. And so one can certainly say: The moon does have a certain influence.
[ 11 ] Aber wir würden in unserem Kopf überhaupt kein Blut haben, wenn nicht dieser Mond da wäre. Wir würden alle herumgehen mit ganz blassen Gesichtern, scheußlich blassen Gesichtern, wenn kein Mondeneinfluß da wäre. Der Mond zieht unser Blut in unserem Körper nach unserem Kopf hinauf. Das ist der Mondeneinfluß, daß das Blut sich überhaupt bequemt, in den Kopf zu gehen. Das ist außerordentlich interessant. Das Blut geht nur dadurch in den menschlichen Kopf hinauf, daß der Mondeneinfluß da ist. Sonst würde das Blut immer heruntergehen. Wenn nun ein Mensch so schwach wird in seinem ganzen Körper, daß er diesen Kräften des Mondes, die da das Blut hinaufziehen, nicht mehr genügend Widerstand leisten kann, so stürmt das Blut zu stark in den menschlichen Kopf, und dadurch entsteht der Blutsturz. Diesen Einfluß müssen wir immer haben, aber wenn er zu stark wird, stürmt das Blut zu stark nach dem menschlichen Kopf und dadurch kommt das Blut heraus.
[ 11 ] But we wouldn’t have any blood in our heads at all if it weren’t for the moon. We’d all be walking around with very pale faces—horribly pale faces—if there were no influence from the moon. The moon draws the blood in our bodies up toward our heads. That is the influence of the moon—it is what causes the blood to even bother going up to the head at all. This is extraordinarily interesting. Blood only rises to the human head because of the moon’s influence. Otherwise, the blood would always flow downward. Now, when a person becomes so weak throughout their entire body that they can no longer offer sufficient resistance to these forces of the moon that draw the blood upward, the blood rushes too strongly into the human head, and this causes a nosebleed. We must always have this influence, but when it becomes too strong, the blood rushes too strongly toward the human head, and as a result, the blood comes out.
[ 12 ] Und sehen Sie, was der Blutsturz beim einzelnen Menschen ist, das ist eine solche Geschichte, wie zum Beispiel, daß da Wasser heraufschlägt [auf Sibirien deutend] oder das Herauskommen aus einem Vulkan in der großen Natur draußen. Nur ist es da nicht der Mondeneinfluß, sondern der Einfluß der weiteren Gestirne. Sie müssen sich vorstellen, daß wir ja, wenn wir einfach als Menschen uns entwickeln, fortwährend anderen Einflüssen ausgesetzt sind. Ich will Ihnen das einmal veranschaulichen. Denken Sie sich noch einmal, hier wäre die Erde (es wird gezeichnet), hier geht um die Erde der Mond herum. Ich will es so zeichnen, wie es aussieht. Da geht also um die Erde der Mond herum, der hat seinen großen Einfluß auf den Menschen zunächst, Aber außerhalb des Mondes sind dann die anderen Sterne, Venus, Merkur, da ist die Sonne, Mars, Jupiter und so weiter und dann die Fixsterne. Nun müssen Sie sich ja darüber klar sein: Es ist etwas anderes, ob, sagen wir, der Mars hinter der Sonne steht, oder ob der Mars schon weitergegangen ist und er schon neben der Sonne steht. Wenn der Mars hinter der Sonne steht, dann wirkt er auf die Erde weniger, weil die Sonne seine Wirkung zudeckt. Wenn der Mars so steht [neben der Sonne], wirkt er stärker auf die Erde. Und so hängt es immer von der Stellung der Sterne ab, wie stark auf die Erde gewirkt wird. Diese Wissenschaft von der Stellung der Sterne ist ja heute fast gar nicht ausgebildet, und daher sehen die Menschen nur auf das, was auf der Erde vor sich geht, Eisberge und so weiter, aber sie sehen nicht auf die Sterne hinaus.
[ 12 ] And you see, what a hemorrhage is for an individual human being is like, for example, water surging upward [pointing to Siberia] or the eruption of a volcano out in the vast natural world. Only there, it is not the influence of the Moon, but the influence of the other celestial bodies. You must imagine that, as we develop simply as human beings, we are constantly exposed to other influences. Let me illustrate this for you. Imagine once again that here is the Earth (a diagram is drawn), and here the Moon orbits the Earth. I’ll draw it as it appears. So the Moon orbits the Earth, and it has a major influence on human beings to begin with. But beyond the Moon are the other planets—Venus, Mercury, the Sun, Mars, Jupiter, and so on—and then the fixed stars. Now you must be clear about this: It makes a difference whether, say, Mars is behind the Sun, or whether Mars has moved on and is already next to the Sun. When Mars is behind the Sun, it has less of an effect on Earth because the Sun masks its influence. When Mars is positioned like this [next to the Sun], it exerts a stronger influence on Earth. And so the strength of the influence on Earth always depends on the position of the stars. This science of the stars’ positions is hardly studied at all today, and that is why people look only at what is happening on Earth—icebergs and so on—but they do not look out at the stars.
[ 13 ] Nun kann man auch nicht von der Erde aus diese Dinge erforschen, sondern man muß sich klar darüber sein, daß man diese Dinge vom Menschen aus erforschen muß. Diese Dinge muß man durchaus vom Menschen aus erforschen.
[ 13 ] Now, one cannot explore these things from the perspective of the Earth; rather, one must be clear that these things must be explored from the perspective of the human being. These things must definitely be explored from the perspective of the human being.
[ 14 ] Nun möchte ich Ihnen etwas sagen: Wenn Sie die Entwickelung der Menschheit in der neueren Zeit durchgehen, dann finden Sie ja riesige Veränderungen in dieser Menschheitsentwickelung. Wir wollen nicht weit zurückgehen, aber wir wollen zurückgehen, sagen wir, sechshundert Jahre nur. Wenn wir sechshundert Jahre zurückgehen — heute haben wir 1923 —, so haben wir 1323. Da müssen Sie bedenken: Wenn Sie da gelebt hätten, so hätten Sie noch keine Ahnung davon gehabt, daß es Amerika gibt, Australien gibt. Das alles wußten die Menschen nicht, sie wußten nur von Europa und Asien und einem Stückchen von Afrika, ganz wenig von Afrika. Also sechs Jahrhunderte vor unserer Zeit, denken Sie sich, da wußten die Menschen nur von einem kleinen Fleck Erde. Und über dieser Erde sahen sie den Mond auf— und untergehen, die Sonne auf- und untergehen, die Sterne, und alles war so, daß sich das ganze Leben nur auf einem kleinen Raum abgespielt hat. Ja, meine Herren, dazumal haben die Menschen wenig von der Erde gewußt und haben auch keine Ahnung gehabt von der Bewegung der Gestirne. Aber sie haben etwas gewußt von den geistigen Einflüssen der Sterne. Das hängt damit zusammen, daß die Menschen in kleinen Verhältnissen lebten. Die Menschen bekamen ihren Einfluß von diesen kleinen Verhältnissen.
[ 14 ] Now I would like to tell you something: If you trace the development of humanity in modern times, you will indeed find enormous changes in this human development. We don’t want to go back very far, but let’s go back, say, only six hundred years. If we go back six hundred years—today is 1923—that brings us to 1323. You have to consider this: If you had lived back then, you would have had no idea that America or Australia existed. People didn’t know any of that; they only knew about Europe and Asia and a small part of Africa—very little of Africa. So six centuries before our time—just imagine—people knew only of a small patch of earth. And above that earth, they saw the moon rise and set, the sun rise and set, the stars, and everything was such that their entire lives unfolded within a very small space. Yes, gentlemen, back then people knew little about the Earth and had no idea about the movements of the celestial bodies. But they did know something about the spiritual influences of the stars. This is connected to the fact that people lived on a small scale. People derived their influence from these small-scale circumstances.
[ 15 ] Nun, Sie wissen ja, es dauerte nicht lange: 1492 machte sich der Genuese Christoph Kolumbus auf mit einer kleinen Anzahl von Schiffen, und er hatte die Ansicht, man kann um die Erde herumfahren. Christoph Kolumbus hat nämlich gar nicht Amerika entdecken wollen, sondern er bekam die Ansicht, die Erde muß kugelig sein. Vorher hatte man die Erde für eben gehalten. Nun bekam er die Ansicht, die Erde muß kugelig sein. Und da hat er sich mit einer Anzahl von Schiffen ausgerüstet. Es gab ja Widerstände, aber er hat dann doch von der Regierung diese Schiffe bekommen, sie ausgerüstet, hat geglaubt, er kann um die Erde herumfahren. So hat er gedacht. Er hat sich gesagt: Wenn wir von Europa da herübergehen nach Osten, da finden wir (auf die Zeichnung deutend) Asien, da unten ist Vorderindien, da ist Hinterindien. — Also er wußte, wenn man da hinübergeht auf dem Landweg, da kommt man nach Indien. Nun wollte er von Spanien aus um die Kugel der Erde herumfahren und von der anderen Seite nach Indien kommen. Das wollte der Kolumbus. Er wollte um die Erde herumfahren, weil er sozusagen die erste praktische Anwendung von der Rundheit der Erde erhofft hat. Er wollte herumfahren und wollte Indien von der anderen Seite entdecken. Nun ist er da fortgefahren und auf Amerika gestoßen, hat überhaupt geglaubt: Das ist die andere Seite von Indien. — Daher hat man diese Gegend auch Westindien genannt, wie sie heute noch zum Teil heißt.
[ 15 ] Well, as you know, it didn’t take long: In 1492, the Genoese Christopher Columbus set sail with a small number of ships, convinced that it was possible to sail around the world. Christopher Columbus didn’t actually set out to discover America; rather, he had come to believe that the Earth must be spherical. Previously, people had thought the Earth was flat. Now he came to believe that the Earth must be spherical. And so he equipped himself with a number of ships. There was resistance, of course, but he eventually obtained these ships from the government, equipped them, and believed he could sail around the world. That’s what he thought. He told himself: If we travel from Europe over there to the east, we’ll find (pointing to the drawing) Asia; down there is the Near East, and there is the Far East. — So he knew that if you travel over there by land, you’ll reach India. Now he wanted to sail around the globe from Spain and reach India from the other side. That’s what Columbus wanted. He wanted to sail around the globe because he hoped, so to speak, to be the first to put the idea of the Earth’s roundness into practical use. He wanted to sail around and discover India from the other side. So he set sail and stumbled upon America, believing it was the other side of India. — That’s why this region was also called the West Indies, as it is still partly known today.
[ 16 ] Also Sie sehen, wie eigentlich ganz allmählich durch das Denken der Menschen die Kugelgestalt der Erde für die Erkenntnis erobert worden ist, wie man allmählich erst darauf gekommen ist, daß man nach der anderen Seite von Amerika gekommen ist und gemerkt hat, daß da nicht Indien ist, sondern ein neues Land ist. Also 1492, das ist ja erst 431 Jahre her, daß überhaupt die Leute Amerika entdeckt haben.
[ 16 ] So you see how, little by little, through human thought, the spherical shape of the Earth was gradually accepted as fact; how people gradually came to realize that they had reached the other side of America and realized that it was not India, but a new land. So 1492—that was only 431 years ago—is when people first discovered America.
[ 17 ] Aber die Entdeckung von Amerika bedeutet noch etwas ganz, ganz anderes. Und wenn Sie verstehen wollen, was die Entdeckung von Amerika bedeutet, dann bitte überlegen Sie sich das Folgende. Sehen Sie, 1492, sagte ich Ihnen, hat also Christoph Kolumbus sich zuerst aufgemacht und hat Amerika entdeckt. 1543 trat Kopernikus auf und hat zuerst die Weltanschauung aufgestellt, daß die Sonne stillstehe und die Erde sich um die Sonne bewege wie die anderen Planeten. Also dasjenige, was heute jedes Kind in der Schule lernt, das ist ja erst seit dieser Zeit da. Denken Sie sich, wieviele Jahre sind das wiederum? Das sind ja erst 380 Jahre! Seit der Zeit ist es erst so, daß die Menschen überhaupt eine Ahnung haben von dem, was man heute schon in der Volksschule lernt. Vorher haben die Menschen ja von all diesen Verhältnissen nichts gewußt. Aber sie haben um so mehr darüber nachgedacht, was der Mond für einen Einfluß auf den Menschen hat. Das haben die Leute gewußt, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, daß der Mond das Blut nach dem Kopfe treibt. Den Einfluß auf den Menschen haben die Leute erkannt.
[ 17 ] But the discovery of America means something else entirely. And if you want to understand what the discovery of America means, please consider the following. You see, in 1492—as I told you—Christopher Columbus set out and discovered America. In 1543, Copernicus came along and first proposed the theory that the sun is stationary and the Earth orbits the sun like the other planets. So what every child learns in school today has only been around since that time. Just think—how many years is that, after all? It’s only been 380 years! It’s only since then that people have had even the slightest idea of what is taught in elementary school today. Before that, people knew nothing about any of these matters. But they thought all the more about the influence the Moon has on human beings. People knew what I’ve just told you—that the Moon draws blood to the head. They recognized the Moon’s influence on human beings.
[ 18 ] Jetzt müssen Sie sich überlegen, was die Entdeckung von Amerika eigentlich bedeutet. Sehen Sie, man redet so gedankenlos und die Geschichte stellt das auch so dar: Entdeckung Amerikas, die Menschen haben doch Genie besessen! — Ja, meine Herren, Sie müssen sich das aber noch ganz anders vorstellen. Was glauben Sie, was für Leute gelebt haben in Amerika in der Zeit, als Kolumbus darauf gestoßen ist? Also vor nicht einmal fünfhundert Jahren haben da drüben die kupferroten Indianer gelebt, und diese Indianer, die haben nicht etwa so gedacht, wie Sie heute in Europa denken. Die haben viel gewußt von dem Einfluß der Gestirne. Also da lebte in ganz Amerika in der Zeit eine Bevölkerung, die außerordentlich viel wußte von dem Einfluß der Gestirne. Die richteten sich ganz nach dem Einfluß der Gestirne. Und dann kamen die Europäer, die zivilisierte Menschheit. Nun, sehen Sie, noch im 19. Jahrhundert haben die Indianer gesagt, daß die Europäer immer so etwas Komisches mitbrächten, das wäre etwas Weißes und darauf seien kleine Geister. Aber das seien sehr schädliche Geister, furchtbar schädliche Geister, und mit denen würden die Europäer die Amerikaner beschwören. So meinten die Indianer. Und wissen Sie, was das war, was die Indianer so furchtbar gefürchtet haben, weswegen sie meinten, daß die Europäer so gräßliche Kerle seien, die mit dem so viel Unheil anrichteten? Das waren die Bücher, die weißen Papierblätter mit den Buchstaben darauf! Das haben die Indianer angeschaut, für Zauber gehalten und haben gesagt: Damit verzaubern uns diese Menschen.
[ 18 ] Now you need to consider what the “discovery of America” actually means. You see, people talk about it so thoughtlessly, and history portrays it that way too: “The discovery of America”—those people must have been geniuses! — Yes, gentlemen, but you need to imagine it quite differently. What kind of people do you think were living in America at the time Columbus stumbled upon it? Not even five hundred years ago, the copper-red Indians lived over there, and these Indians didn’t think the way you do in Europe today. They knew a great deal about the influence of the stars. So at that time, throughout all of America, there lived a population that knew an extraordinary amount about the influence of the stars. They organized their lives entirely according to the influence of the stars. And then came the Europeans—civilized humanity. Well, you see, even in the 19th century, the Native Americans said that the Europeans always brought something strange with them—something white with little spirits on it. But these were very harmful spirits, terribly harmful spirits, and the Europeans used them to cast spells on the Native Americans. That’s what the Native Americans believed. And do you know what it was that the Native Americans feared so terribly—the reason they thought the Europeans were such dreadful fellows who caused so much mischief with it? It was the books—those white sheets of paper with letters on them! The Native Americans looked at them, mistook them for magic, and said, “These people are bewitching us with these.”
[ 19 ] So stießen die Menschen aufeinander. Und dann kam die Ausrottung der Indianer. Aber woher kamen denn die Menschen, die die Indianer ausgerottet haben? Die kamen ja von Europa! Und wenn die Menschen, die noch 1323 in Europa gelebt haben, da hinübergekommen wären, da wären ihre Anschauungen viel ähnlicher gewesen denen der Indianer. Denn diese Menschen haben 1323 in Europa auch noch gewußt von dem Einfluß der Gestirne. Die hätten sich noch viel besser verstehen können. Aber jene Menschen, die dann hinüberkamen, die verstanden sich gar nicht mehr mit den Indianern, die konnten sie nur ausrotten. Und auf der Stelle, wo die ausgerotteten Indianer waren, entwickelte sich ja die europäische Menschheit. Sie müssen nur bedenken: Die Amerikaner, die sich dort entwickelt haben, sind ja Europäer. — Nicht wahr, die Vorstellungen überhaupt, die sich die Menschen oftmals machen nach dem, was sie in der Schule gelernt haben, die sind ja wirklich manchmal ganz blödsinnig dumm.
[ 19 ] That’s how the two groups came into contact. And then came the extermination of the Native Americans. But where did the people who exterminated the Native Americans come from? They came from Europe, after all! And if the people who were still living in Europe in 1323 had come over there, their views would have been much more similar to those of the Native Americans. For these people in Europe in 1323 were still aware of the influence of the celestial bodies. They would have been able to understand one another much better. But those people who eventually crossed over could no longer get along with the Native Americans at all; they could only exterminate them. And in the very place where the exterminated Native Americans had lived, European civilization developed. Just think about it: The Americans who developed there are, after all, Europeans. — Isn’t it true that the ideas people often form based on what they learned in school are sometimes really, truly absurdly stupid?
[ 20 ] Ich möchte Sie nur auf eines aufmerksam machen. Heute reden die Leute so viel von den Franzosen. Aber um Nürnberg herum heißen die Leute heute noch immer Franken. Die Franzosen sind ja nur die eingewanderten Germanen, die dann die lateinische Sprache in einer Veränderung angenommen haben. Also alles das, was man so redet, wenn man nicht weiß, wie die Dinge gekommen sind, und so wütet, weil es ja so in der Geschichte dargestellt wird, das ist manchmal so grenzenlos töricht, so grenzenlos dumm. Und so ist es grenzenlos dumm auch da. Man bedenkt gar nicht, daß die Menschen von Europa, die da in den letzten drei Jahrhunderten in Europa sich entwickelt haben, daß die nach Amerika hinübergewandert sind. Die hauptsächlichste Einwanderung geschieht ja erst viel später, geschieht erst im 18., 19. Jahrhundert. Da wird Amerika erst besiedelt. Und was sind denn da für Menschen hinübergekommen? Nun, die Analphabeten sind zwar auch hinübergekommen, aber die haben keinen großen Einfluß gehabt. Diejenigen, die hinübergekommen sind und einen großen Einfluß gehabt haben, das sind diejenigen, die in Europa ausgebildet worden sind, namentlich in der Wissenschaft, die die Kopernikanische Lehre gelernt haben, die die ganz anderen Ansichten über die Gestirne gehabt haben.
[ 20 ] I’d just like to point one thing out to you. These days, people talk so much about the French. But around Nuremberg, people are still called Franconians today. The French are, after all, just Germanic immigrants who later adopted the Latin language in a modified form. So all this talk—the kind of talk people engage in when they don’t know how things came to be, and get so worked up because that’s how it’s portrayed in history—is sometimes so boundlessly foolish, so boundlessly stupid. And it’s just as boundlessly stupid in this case, too. People don’t even consider that the people of Europe—who developed there over the last three centuries—migrated to America. The main wave of immigration didn’t happen until much later, in the 18th and 19th centuries. That’s when America was first settled. And what kind of people crossed over there? Well, illiterate people did cross over as well, but they didn’t have much influence. Those who crossed over and had a major influence were the ones who had been educated in Europe—particularly in the sciences—who had learned the Copernican theory, and who held entirely different views about the celestial bodies.
[ 21 ] Denken Sie sich, wie das überhaupt zusammenstimmt in der Weltgeschichte. Auf der einen Seite wird die Kugelgestalt der Erde bewiesen, indem man überhaupt herumfahren kann um die Erde, und auf der anderen Seite, daß da nicht die Sonne aufgeht, untergeht, sondern daß da überall Raum ist und die Erde um die Sonne herumgeht, daß die Erde nicht eine Ebene ist, daß die Sonne nicht am Abend im Wasser untertaucht, sondern daß da die Erde herumgeht um die Sonne.
[ 21 ] Just think about how all of this fits together in world history. On the one hand, the spherical shape of the Earth is proven by the very fact that one can travel all the way around it; and on the other hand, it is shown that the sun does not rise and set, but rather that there is space everywhere and the Earth orbits the sun—that the Earth is not a flat plane, that the sun does not sink into the water in the evening, but rather that the Earth orbits the sun.
[ 22 ] Sehen Sie, es denken die Menschen gar nicht nach, was da eigentlich für ein Zusammenhang ist zwischen der Entdeckung Amerikas, die 1492 stattfindet, und 1543, wo Kopernikus mit der neuen Sternenansicht auftritt. Da ist ja ein inniger Zusammenhang. Glauben Sie nur ja nicht, daß das, was sich da zugetragen hat, hat kommen können, ohne daß ein Gestirneinfluß auf die Menschen stattgefunden hat. Nicht ohne den Gestirneinfluß hat der Kolumbus gedacht: Jetzt will ich da nach Westen hinüberziehen. — Sie müssen ja nur bedenken, wie nebelig das vor sich ging. Der hat gar nicht gewußt, daß er Amerika entdeckt. Er wollte nur überhaupt um die Erde herumfahren. Es ist ja so, wie wenn eine blinde Henne ein Korn findet. Da kann man auch nicht sagen, daß das sein eigener Verstand war, sondern da werden eben die Menschen getrieben durch die Einflüsse. Und was sie treibt, sind eben die Gestirneinflüsse. So daß wir uns auch sagen müssen, wenn wir uns fragen: Warum hat denn Kopernikus gerade so gedacht über die Gestirneinflüsse? — dann müssen wir selber bei den Sterneneinflüssen die Ursachen suchen.
[ 22 ] You see, people don’t even stop to think about what the actual connection is between the discovery of America, which took place in 1492, and 1543, when Copernicus presented his new view of the stars. There is, after all, a deep connection. Don’t for a moment believe that what happened there could have come about without the influence of the stars on human beings. It was not without the influence of the stars that Columbus thought: Now I want to sail westward. — You just have to consider how hazy the whole process was. He didn’t even know he was discovering America. He just wanted to sail around the world. It’s like when a blind hen finds a grain of corn. You can’t say that was his own intellect; rather, people are simply driven by these influences. And what drives them are precisely the influences of the stars. So when we ask ourselves, “Why did Copernicus think exactly that way about the influences of the stars?”—then we must look for the causes in the influences of the stars themselves.
[ 23 ] Wir haben eine Zeit im Mittelalter — ich habe Ihnen gesagt, es war vor sechshundert Jahren noch so —, da haben die Menschen noch Begriffe, die sich auf eine ganz kleine Welt beziehen. Dann bekommen sie plötzlich Begriffe, die auf der Erde rundherum gehen und am Himmel rundherum gehen. Alle Begriffe schwimmen auseinander. Ja, meine Herren, da muß man schon ein bißchen tiefer über dasjenige nachdenken, was im Menschen vor sich geht. Man muß da in diese Dinge mit wirklicher Wissenschaft eindringen. Man muß also den Menschen studieren. Nun habe ich Ihnen ja schon viele Dinge über den Menschen erzählt. Ich will Ihnen jetzt eine gut beglaubigte Sache noch einmal erzählen, damit Sie sehen, wie die Dinge sind.
[ 23 ] There was a time in the Middle Ages—as I told you, this was still the case six hundred years ago—when people still had concepts that referred to a very small world. Then, suddenly, they began to have concepts that encompassed the entire earth and the entire sky. All their concepts began to drift apart. Yes, gentlemen, one really has to think a little more deeply about what is going on inside a human being. One has to delve into these matters with true science. One must, therefore, study human beings. Now, I have already told you many things about human beings. I want to recount a well-documented fact to you once more, so that you can see how things really are.
[ 24 ] Es gab einen österreichischen Dichter, Robert Hamerling, der ist in einer bestimmten Zeit, 1855, nach Triest als Mittelschullehrer versetzt worden, und er hat sich sehr interessiert für alles, was vorgeht. Dieser Robert Hamerling hat sich dazumal auch sehr stark interessiert dafür, wie durch Triest immer durchgekommen sind zum Teil allerlei Schwindler, zum Teil aber auch solche Menschen, die Abnormes produzierten, sogenannte Medien. Nun hat er alle solche Versammlungen sehr gern besucht, war durchaus nicht abergläubisch, sondern hat wirklich gesehen, wie bei den meisten dieser Dinge Schwindelhaftigkeit vorliegt. Aber einmal dachte er sich, als er gesehen hat, da ist ein Mensch mit einem besonders merkwürdigen Medium: Jetzt will ich mich überzeugen. — Nun hat Hamerling — bevor er nach Triest gekommen war, lebte er in Graz — in Graz ein junges Mädchen gekannt, das sehr bald darnach gestorben ist, von dem er eine Haarlocke bekommen hatte. Diese Haarlocke von dem jungen Mädchen hat er zu einem kleinen Kranze gemacht, zusammengebunden aufgeheftet auf ein kleines Papierstückchen und dann in ein Schächtelchen hineingetan. Das hat er als ein Andenken bewahrt. Es war ihm besonders wertvoll geworden, als die betreffende Persönlichkeit schon gestorben war. Das hat er nach Triest mitgenommen unter seinen anderen Sachen. Kein Mensch wußte etwas davon. Er hat nie jemandem etwas davon erzählt — dessen erinnerte er sich ganz genau —, überhaupt niemals jemandem das Kästchen gezeigt. Die Verhältnisse waren außerdem so, daß er es gar nicht gern gezeigt hätte. Es war dies etwas, worüber er sich sehr geniert hat. Er hat also sozusagen ein geheimes Kästchen gehabt, wo das drinnen war. Das steckte er sich ein, als er in die Versammlung zu dem Medium ging. Und bei dem Medium war es so, daß die Leute allerlei Gegenstände gaben, die sie in Kuverts oder Schachteln taten, das Medium nahm das in die Hand, berührte es und sagte dann, was in der Schachtel drinnen ist. Nun, solche Dinge sind sehr häufig mit Schwindeleien durchsetzt; man muß in diesen Dingen durchaus einen offenen Kopf haben.
[ 24 ] There was an Austrian poet, Robert Hamerling, who was transferred to Trieste in 1855 to work as a high school teacher, and he took a keen interest in everything that was going on. At that time, Robert Hamerling was also very interested in how all sorts of charlatans—as well as people who produced the extraordinary, so-called mediums—would pass through Trieste. He enjoyed attending all such gatherings very much; he was by no means superstitious, but he truly saw how most of these phenomena were based on deception. But once, when he saw a person with a particularly strange medium, he thought to himself: Now I want to see for myself. — Now, Hamerling—who had lived in Graz before coming to Trieste—had known a young girl in Graz who died very soon afterward, and from whom he had received a lock of hair. He made a small wreath out of this lock of hair from the young girl, tied it together, pinned it to a small piece of paper, and then placed it in a little box. He kept it as a memento. It had become especially precious to him after the girl in question had already died. He took it with him to Trieste among his other belongings. No one knew anything about it. He never told anyone about it—he remembered that very clearly—and he never, ever showed the box to anyone. Moreover, the circumstances were such that he would not have wanted to show it at all. It was something he was very embarrassed about. So he had, so to speak, a secret box where it was kept. He put it in his pocket when he went to the séance with the medium. And with the medium, the way it worked was that people would bring all sorts of objects, which they put in envelopes or boxes; the medium would take them in hand, touch them, and then say what was inside the box. Well, such things are very often riddled with trickery; one must definitely keep an open mind about these matters.
[ 25 ] Ich war zum Beispiel einmal in einer Versammlung, da wurde auch ein Medium gebracht, und der Mensch, den man den Impresario nennt, der ging im Publikum herum und ließ sich allerlei aufschreiben auf Zettel. Die nahm er, blieb aber stehen. Das Medium hatte verbundene Augen. Und während er noch stand — er sagte nur: Sag mir, was habe ich in meiner Hand? — sagte das Medium sofort, was er in seiner Hand hatte. Wenn also einer seinen eigenen Namen aufschrieb, gab er das dem Impresario, der las es und dann knüllte er den Zettel zusammen. Das Medium konnte nichts sehen, aber sagte dann, was darauf stand. Nun, sehen Sie, die Leute am Tisch, an dem ich damals saß, die waren furchtbar neugierig — denn die Leute waren furchtbar verwundert — und man sagte, jetzt solle man einmal etwas aufschreiben, wo der Kerl nicht gescheit genug sei, wo er sich nicht verständigen könne, denn die glaubten alle, er verständige sich durch allerlei Zeichen mit dem Medium. Nun, da schrieb ich den Namen Spinoza auf und ein Werk von Spinoza, die «Ethik», weil die Leute glaubten, daß der Impresario dann natürlich nicht wisse, wer Spinoza sei. Er übernahm aber geradesogut den Spinoza und die «Ethik», und das Medium antwortete pünktlich darauf ganz richtig. Die Leute waren furchtbar erstaunt darüber. Aber, sehen Sie, da war die Sache sehr einfach. Der Impresario war ein Bauchredner und das Medium machte nur so, als ob es antwortete, und der Impresario sagte aus dem Bauch mit der Stimme des Mediums! Also die Dinge sind so, daß man gar nicht hereinfallen darf. Ich muß immer wieder betonen, hereinfallen darf man auf diese Dinge nicht. Das ist gerade der Unterschied zwischen abergläubischen, leichtgläubigen Leuten und denjenigen, die diese Dinge beurteilen können.
[ 25 ] For example, I was once at a gathering where a medium had been brought in, and the man they call the impresario walked around among the audience and had all sorts of things written down on slips of paper. He took them, but then stopped. The medium had his eyes covered. And while he was still standing there—he simply said, “Tell me, what do I have in my hand?”—the medium immediately said what he had in his hand. So if someone wrote down their own name, they gave it to the impresario, who read it and then crumpled the slip of paper up. The medium couldn’t see anything, but then said what was written on it. Well, you see, the people at the table where I was sitting back then were terribly curious—because they were terribly amazed—and someone suggested that we should now write down something that the guy wouldn’t be smart enough to figure out, something he couldn’t communicate, because they all believed he was communicating with the medium through all sorts of signs. Well, so I wrote down the name Spinoza and one of Spinoza’s works, the Ethics, because people believed that the impresario naturally wouldn’t know who Spinoza was. But he just as readily accepted Spinoza and the Ethics, and the medium responded to them perfectly and on the spot. People were terribly astonished by this. But, you see, the matter was very simple. The impresario was a ventriloquist, and the medium was only pretending to answer, while the impresario spoke from his stomach in the medium’s voice! So the fact is, you mustn’t fall for these things at all. I must emphasize again and again: you must not be taken in by these things. That is precisely the difference between superstitious, gullible people and those who can judge these matters.
[ 26 ] Aber Hamerling nahm sich die kleine Schachtel mit und kein Mensch wußte etwas davon. Dann gab er diese kleine Schachtel, von deren Inhalt kein Mensch wußte, unter den anderen Gegenständen hinauf. Das Medium saß vor einem Tisch. Er gab die Schachtel hinauf. Nun, zunächst wurden die anderen Dinge bestimmt. Das Medium machte das ziemlich rasch. Und in dem Augenblick, wo sie an sein Schächtelchen kam, nahm sie es in die Hand und schleuderte es weg. Jetzt dachte Hamerling schon: Jetzt ist das so, daß das natürlich bei den anderen allen Verabredung ist; bei mir kann es keine Verabredung sein, da kommt das Medium nicht darauf und schleudert es weg! — Nun ging er hin und sagte, er wolle aber doch wissen, was da drinnen sei. Da wurde das Schächtelchen noch einmal aufgenommen. Das Medium schleuderte es wieder weg. Es wurde noch einmal aufgenommen. Da sagte das Medium sehr stotternd: Eine Haarlocke und ein Papierstückchen! — Nun, jetzt war natürlich die Verwunderung auf seiner Seite. Da war jeder Schwindel ausgeschlossen, absolut ausgeschlossen. Dann fragte er, warum sie es aber immer wieder weggeschleudert habe. Da sagte sie: Weil es von einer Toten herrührt. — Nun, da war die Verwunderung noch größer. Also das ist ein Fall, wo jetzt — ich erwähne nicht andere Fälle als solche, die Sie in der Literatur verfolgen können, sonst könnte ich Hunderte andere erwähnen —, jeder Schwindel ausgeschlossen ist. Und was liegt da zugrunde? Das Medium darf nicht wissen in dem Momente, was da ist, sondern es muß das aus dem Unbewußten heraus suchen. Da liegt ein ganz bestimmter Einfluß zugrunde.
[ 26 ] But Hamerling took the little box with him, and no one knew anything about it. Then he passed this little box—whose contents no one knew—up among the other objects. The medium was sitting in front of a table. He passed the box up. Well, first the other items were identified. The medium did this rather quickly. And the moment she came to his little box, she picked it up and flung it away. Now Hamerling thought to himself: “This must be a prearranged thing among the others; it can’t be prearranged with me, because the medium wouldn’t think of that and would just fling it away!” — So he went over and said he wanted to know what was inside after all. The little box was picked up once more. The medium flung it away again. It was picked up once more. Then the medium said, stammering heavily: “A lock of hair and a small piece of paper!” — Well, now, of course, the astonishment was on his side. Any kind of trickery was out of the question—absolutely out of the question. Then he asked why she had kept flinging it away. She replied, “Because it comes from a dead person.” — Well, that made his astonishment even greater. So this is a case where—I’m not mentioning any other cases besides those you can find in the literature, otherwise I could mention hundreds of others—any deception is ruled out. And what underlies this? The medium must not know at that moment what is there, but must seek it out from the unconscious. There is a very specific influence at work here.
[ 27 ] Ich habe Ihnen einmal erzählt, daß manchmal der Einfluß von Buchweizengrütze unten im Keller sich noch im dritten Stock äußert. Erinnern Sie sich, wie ich Ihnen das erzählt habe. Solch ein Einfluß liegt zugrunde, der sich nur auf den Kopf äußert. Und das Medium sagt dann, was da drinnen ist — warum? Weil das Medium ein Mensch ist, bei dem das Blut dem Mondeneinfluß mehr unterliegt als bei anderen Menschen. Er wirkt nicht so stark, daß ein Blutsturz kommt — er könnte auch eintreten bei einem solchen wirklich nichtschwindelhaften Medium —, aber es wird das Blut gegen den Kopf gezogen, stärker als bei anderen Menschen. Dadurch kommt ein starker Einfluß zustande, dadurch kann ein Einfluß von dieser Art da sein.
[ 27 ] I once told you that sometimes the influence of buckwheat groats down in the cellar can still be felt all the way up on the third floor. Do you remember how I told you that? Such an influence is at work here, one that manifests itself only in the head. And the medium then says what’s inside there—why? Because the medium is a person whose blood is more subject to the influence of the moon than that of other people. It does not act so strongly as to cause a hemorrhage—though that could indeed occur in such a medium who does not actually suffer from vertigo—but the blood is drawn toward the head more strongly than in other people. This creates a powerful influence, which is why an influence of this kind can be present.
[ 28 ] Wenn Sie das ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: Ja, die mächtigen Gestirneinflüsse, die wirken natürlich fortwährend auf den Menschen. Und alles das, was Europa seit vierhundert Jahren mit Amerika und mit der ganzen Erde zusammen erlebt hat, das steht unter Gestirneinfluß. Aber wie ist dieser Gestirneinfluß? Nun, meine Herren, da müssen Sie sich folgendes denken. Denken Sie sich jetzt, hier wäre die Erde (es wird aufgezeichnet). Da war das Stückchen Erde, das die Menschen früher nur gekannt haben. Darüber sind irgendwie die Sterne, ich zeichne es Ihnen natürlich nur schematisch. Die Menschen stehen unter dem Einfluß dieser Gestirne. Das ist die Zeit vor der Entdekkung Amerikas. Die Menschen haben Begriffe, die festgefügt sind. Wenn Sie die Bilder und Porträts der alten Ratsherren anschauen, so werden Sie schon den Leuten ihre festen Begriffe ansehen, wie sie mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen. Das ist, weil dazumal eine Gestirnkonstellation vorhanden war, wo die Gestirne sehr nahe aneinander standen. Seither haben wir eine andere Sternkonstellation. Wenn da die Erde ist, stehen die Sterne sozusagen viel schiefer, natürlich wieder ganz schematisch gezeichnet. Wenn man ausführlich zeichnen würde, würde natürlich jeder sozusagen herausragen. Sie werden sagen: Aber die Fixsterne haben sich doch nicht geändert? — Sie haben sich aber auch geändert, wenn auch nicht in so starkem Maße. Also Sie sehen daran: Die Zwischenräume sind im 15., 16., 17., 18., 19. Jahrhundert größer geworden. Die Begriffe haben sich aufgelöst. Und jetzt kommt wiederum eine Zeit, wo die Zwischenräume geringer werden, wo die Sterne sich wieder zusammenziehen. Das ist bei den Fixsternen nur ganz wenig, aber es ist doch der Fall. Auch wenn man die Fixsterne aufzeichnet, sieht man, daß sich die Fixsterne verschieben müssen. Und nun sind die Menschen dem ausgesetzt, daß sie sich Begriffe angeeignet haben durch den Einfluß von weit auseinanderstehenden Sternen. Jetzt müssen sie aber Begriffe bekommen unter dem Einflusse der wieder nahe zusammenstehenden Sterne. Es ist eine ganz neue Sternkonstellation da in der Welt. Das kann man sehen, wenn man wach gelebt hat vom vorigen Jahrhundert in dieses Jahrhundert herein. Sehen Sie, ich bin 1861 geboren, habe also bewußt erlebt die Zeit in den siebziger, achtziger, neunziger Jahren und jetzt das 20. Jahrhundert. Ja, in meiner Knabenzeit war es ganz anders als heute! In meiner Knabenzeit haben die Menschen einfach ganz anders gedacht als heute. Alles ist nun anders geworden, und namentlich auf einem Gebiete ist es ganz anders geworden. Als ich ein kleiner Junge mit zwölf Jahren war, hatte ich ja nicht sehr viel Geld dazumal, um mir Bücher zu kaufen, aber wir bekamen jedes Jahr ein Schulprogramm geschenkt; darin waren die wichtigsten physikalischen Begriffe von dazumal enthalten. Nun, an denen habe ich ja zunächst herumgenagt. Sie waren schon schwer zu begreifen. Ich mußte schon dazumal die Differentialrechnung lernen, um die Dinge zu begreifen. Aber ich weiß, wie dazumal die physikalischen Begriffe waren.
[ 28 ] When you consider this, you will say to yourselves: Yes, the powerful influences of the stars naturally have a constant effect on human beings. And everything that Europe has experienced together with America and the entire world over the past four hundred years has been under the influence of the stars. But what is the nature of this influence? Well, gentlemen, you must imagine the following. Imagine now that here is the Earth (it is being drawn). There was that small piece of Earth that people used to know only. Above it, in a way, are the stars—I am, of course, only drawing this schematically for you. People are under the influence of these celestial bodies. That is the time before the discovery of America. People have firmly established concepts. If you look at the paintings and portraits of the old councilmen, you can already see their fixed concepts in the way they stand with both feet firmly on the ground. That is because back then there was a celestial constellation in which the stars were very close together. Since then, we have had a different constellation. With the Earth in the picture, the stars are, so to speak, much more slanted—though, of course, this is again a highly schematic representation. If one were to draw them in detail, each one would, so to speak, stand out. You might say: “But the fixed stars haven’t changed, have they?”—Yet they have changed as well, albeit not to such a great extent. So you can see from this: The gaps grew larger in the 15th, 16th, 17th, 18th, and 19th centuries. The boundaries have dissolved. And now there is once again a time when the gaps are becoming smaller, when the stars are drawing closer together again. This is only very slight in the case of the fixed stars, but it is indeed the case. Even when you chart the fixed stars, you can see that they must be shifting. And now people are faced with the fact that they have acquired concepts under the influence of stars that were far apart. But now they must acquire concepts under the influence of stars that are once again close together. There is an entirely new constellation of stars in the world. You can see this if you have lived consciously from the previous century into this one. You see, I was born in 1861, so I have consciously experienced the 1870s, 1880s, and 1890s, and now the 20th century. Yes, in my boyhood it was quite different from today! In my boyhood, people simply thought very differently than they do today. Everything has now changed, and in one area in particular, it has changed completely. When I was a young boy of twelve, I didn’t have much money back then to buy books, but every year we were given a school handbook as a gift; it contained the most important concepts in physics of that time. Well, I spent a lot of time poring over those at first. They were already difficult to grasp. Even back then, I had to learn differential calculus to understand things. But I know what the concepts of physics were like back then.
[ 29 ] Aber heute ist das ganz anders. Wenn heute einer auf der Hochschule Physik lernt, lernt er etwas ganz anderes, als was wir als Buben gelernt haben. Und das, was da geschehen ist, daran kann man sehen: Die physikalischen Begriffe haben sich aufgelöst. Heute weiß überhaupt kein Physiker mehr, mit welchen Begriffen er hantieren soll. Dazumal sprach man von Raum und Zeit als von zwei verschiedenen Dingen. Heute redet der Physiker von vier Dimensionen und nimmt die erste, zweite, dritte als Dimensionen des Raumes und die vierte Dimension gleichwertig mit der Zeit. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie heute der Unterricht ist. Die Leute, die außerhalb der Schulen sind, leben immer noch mit den Begriffen, die ich als Bub gelernt habe. Aber in der eigentlichen Physik redet man heute schon von etwas ganz anderem. Das zeigt, daß die Begriffe ganz. durcheinandergekommen sind. Heute weiß der Physiker am allerwenigsten, was er tun soll. Es ist alles durcheinandergekommen.
[ 29 ] But today things are completely different. When someone studies physics in college today, they learn something entirely different from what we learned as boys. And you can see from what has happened there that the concepts of physics have dissolved. Today, no physicist knows which concepts to use anymore. Back then, people spoke of space and time as two distinct things. Today, physicists speak of four dimensions, treating the first, second, and third as dimensions of space and the fourth dimension as equivalent to time. Most people have no idea what teaching is like today. People outside of schools still live with the concepts I learned as a boy. But in physics itself, people are already talking about something completely different today. This shows that the concepts have become completely jumbled. Today, physicists are the ones who know the least about what to do. Everything has become jumbled.
[ 30 ] Ja, meine Herren, da zeigt sich Ihnen im menschlichen Kopf, daß eine andere Sternkonstellation da ist. Denn die Geschichte ist so, daß die heutigen Menschen alle mehr Blut im Kopfe haben, als die Menschen durch alle Jahrhunderte im Kopfe gehabt haben, weil der Mond unterstützt wird von den wiederum näher aneinanderstehenden Sternen. Wenn man also die Menschenentwickelung studiert, dann findet man, daß eine Blutwelle nach dem Kopfe hinaufgegangen ist durch die Sternkonstellation. Aber diese Welle geht nicht nur im Menschen vor sich, sondern auf der ganzen Erde. Und dieser selbe Einfluß ist es, durch den einstmals die Kälte vom Süden nach dem Norden geworfen worden ist und der die Mammuts, die heute noch in Sibirien eben Frischfleisch sind, begraben hat wie in einer großen Eiskellerei. Wie das dazumal hinaufgeworfen worden ist, so wie das Blut durch den Mond in den Kopf hinaufgetrieben wird, so werden heute diese Vulkanausbrüche von den Sternen hinaufgeworfen. So haben wir heute die Wirkung einer Sternkonstellation, die von der anderen Seite der Erde kommt. Die geht ja durch Nordamerika herüber, durch Grönland, wirft die kalte Luft herüber, so daß heute infolge der Sternkonstellation fortwährend große Massen von kalter Luft von Westen nach Osten geworfen werden.
[ 30 ] Yes, gentlemen, this reveals to you that there is a different constellation of stars at work in the human head. For the fact is that people today all have more blood in their heads than people throughout the centuries have ever had, because the Moon is supported by stars that are, in turn, closer together. So when one studies human development, one finds that a wave of blood has surged upward toward the head due to the constellation. But this wave is not confined to human beings; it is taking place all over the Earth. And it is this very same influence that once propelled the cold from the south to the north and buried the mammoths—which are still fresh meat in Siberia today—as if in a vast ice cellar. Just as that cold was once propelled upward—much like blood is driven up into the head by the Moon—so today these volcanic eruptions are propelled upward by the stars. Thus, we now experience the effect of a constellation coming from the other side of the Earth. It passes through North America and Greenland, driving the cold air across, so that today, as a result of the constellation, large masses of cold air are constantly being driven from west to east.
[ 31 ] Und nun habe ich Ihnen gesagt: Wenn man nach Italien geht, so braucht man an gewissen Stellen des Erdbodens nur ein Papier anzuzünden, dann raucht es von unten herauf. — Da wirft nicht die Erde die Rauchdämpfe herauf, sondern dadurch, daß ich die Luft oben warm und dadurch dünn mache, dringen diese Dämpfe hinauf. Nun wirft also die Sternkonstellation diese Luftmassen von Westen nach Osten. Denen sind wir hier ausgesetzt, dadurch haben wir jetzt dieses Klima. Hier geht es von Westen nach Osten. Dadurch aber wird unten der Boden veranlaßt, seine Massen, seine Feuermassen herauszuwerfen. Zuerst wurden sie drüben in Amerika herausgeworfen bei den riesigen Vulkanen, bei den riesigen Erdbeben. Jetzt geht es immer weiter nach Osten. Der Ätna, der Vesuv fangen alle an, tätig zu sein, weil ja die Welle da herüberfließt, und unten wird das elastisch. Das wird nicht von unten herausgedrängt, sondern das wird durch die Sternkonstellationen an die Oberfläche gebracht. Beim Menschen wird das Blut in das Gehirn gedrängt, und auf der Erde werden die Luftmassen herübergeworfen und die feurigen Gasmassen unter der Erde herausgeworfen und nach anderen Stellen befördert. Das ist dieselbe Geschichte. Das geht alles von den Sternen aus.
[ 31 ] And now I have told you: When you go to Italy, in certain places on the earth’s surface, all you need to do is set a piece of paper on fire, and smoke rises from below. — It is not the earth that throws up the smoke, but rather, because I heat the air above—and thereby make it thinner—these vapors rise. Now, the constellation propels these air masses from west to east. We are exposed to them here, which is why we now have this climate. Here, the flow goes from west to east. But this causes the ground below to expel its masses—its fiery masses. At first, they were expelled over in America by the giant volcanoes and the massive earthquakes. Now the movement is continuing further and further eastward. Mount Etna and Mount Vesuvius are all beginning to become active because the wave is flowing over here, and below, the earth becomes elastic. This is not forced out from below, but is brought to the surface by the constellations. In humans, blood is forced into the brain, and on Earth, air masses are swept across the surface while fiery gas masses are expelled from beneath the ground and transported to other locations. It’s the same phenomenon. It all originates from the stars.
[ 32 ] Würden die Menschen verstehen, warum sie jetzt anders denken, dann würden sie auch verstehen, warum der Ätna Feuer speit. Aber dazu muß der Mensch erst wiederum wissen: er ist nicht etwas, was für sich betrachtet werden kann, sondern er muß im Zusammenhang mit dem ganzen Weltenall betrachtet werden. Das ist es eben. Und das haben die Menschen ganz verlernt, die Dinge im Weltenall drinnen zu betrachten. Das ist ja wirklich ganz interessant, wie die Tiere in dieser Beziehung eben, wie ich Ihnen auch einmal gesagt habe, viel gescheiter sind als die Menschen. Die Tiere wandern ja gewöhnlich sogar aus, bevor ein Vulkanausbruch oder so etwas kommt, die Menschen bleiben sitzen. Warum wandern die Tiere aus? Ja, wenn der andere Einfluß kommt, der andere Gestirneinfluß, dann ist es bei dem Tiere so: Das Tier ist ja so gebaut, daß es da seine Beine hat (siehe Zeichnung $. 138), da sein Rückgrat, die Rückenwirbel, da den Kopf. Wenn da die Sterne darübergehen, dann ist das ganze Rückgrat fortwährend den Sternen ausgesetzt, Wirbel für Wirbel den Sternen ausgesetzt, und die gehören zusammen, so stark gehören die zusammen, daß wir hier 28 bis 31 Wirbel im Rücken haben und der Mond braucht 28 bis 31 Tage, um herumzugehen. So eng hängt das zusammen.
[ 32 ] If people understood why they think differently now, they would also understand why Mount Etna spews fire. But to do that, people must first realize that they are not something that can be viewed in isolation; rather, they must be viewed in the context of the entire universe. That is precisely the point. And people have completely forgotten how to view things within the universe. It’s really quite interesting how animals, in this regard—as I’ve told you before—are much smarter than humans. Animals usually even migrate before a volcanic eruption or something like that occurs, while humans stay put. Why do animals migrate? Well, when that other influence comes—that other celestial influence—it works like this for animals: An animal is built in such a way that it has its legs there (see drawing $138), its spine, the vertebrae, and its head. When the stars pass overhead, the entire spine is constantly exposed to the stars—vertebra by vertebra—and they are so closely connected that we have 28 to 31 vertebrae in our spine, and the moon takes 28 to 31 days to complete its orbit. That’s how closely they’re linked.
[ 33 ] Aber der Mensch geht aufrecht. Bei ihm ist nur der Kopf, dieses Stückchen Kopf, ausgesetzt dem Sternenhimmel. Er hat seine Wirbelsäule herausgehoben. So daß beim Menschen nur das Blut ausgesetzt ist dem Sterneneinfluß, nicht das Nervensystem. Beim Tier aber ist das Nervensystem dem Sterneneinfluß ausgesetzt. Daher merkt das Tier den Sterneneinfluß viel eher als der Mensch und wandert aus, wenn Erdbeben und Vulkanausbrüche kommen. Der Mensch bleibt sitzen. Schon daß das Tier auswandern kann und so uns zeigt, daß der Sterneneinfluß auf das Tier wirkt, schon das ist ein Beweis dafür, daß wir es da zu tun haben nicht mit beliebig aus der Erde kommenden Wellen, sondern daß von außen her der Sterneneinfluß wirkt. Das ist das, was uns also diesen ganzen interessanten Zusammenhang mit dem ganzen Weltenall zeigt. DerMensch ist nicht bloß ein Erdenwesen, sondern der Mensch ist ein Wesen, das in die ganze Gestirnwelt hineingestellt ist.
[ 33 ] But humans walk upright. In humans, only the head—this small part of the head—is exposed to the starry sky. They have extended their spine. As a result, in humans only the blood is exposed to the influence of the stars, not the nervous system. In animals, however, the nervous system is exposed to the influence of the stars. That is why animals sense the influence of the stars much sooner than humans do and migrate when earthquakes and volcanic eruptions occur. Humans remain where they are. The very fact that animals can migrate—and thus show us that the influence of the stars affects them—is proof that we are not dealing here with arbitrary waves emanating from the Earth, but rather with the influence of the stars acting from outside. This is what reveals to us this entire fascinating connection with the entire universe. Human beings are not merely earthly beings; rather, they are beings placed within the entire celestial realm.
[ 34 ] Nun, natürlich wird man dadurch auch darauf geführt, zu begreifen, daß, nachdem die Menschen ihr altes Gestirnwissen vergessen haben, sie es wiederum bekommen müssen. Also, ich möchte sagen: Es ist schon so, daß man mit der Anthroposophie auf eine neue Art der Menschheit das wieder geben muß, was sie braucht, sonst bleibt die Menschheit in Verwirrung. Denn die näher zusammengestellten Sterne passen nicht mehr für die Begriffe aus anderen Zeiten, da passen nur wiederum die Begriffe, wie die Anthroposophie sie bringen kann.
[ 34 ] Well, of course, this also leads one to understand that, since people have forgotten their ancient knowledge of the stars, they must regain it. So, I would like to say: It is indeed the case that, through anthroposophy, we must give humanity—in a new way—what it needs; otherwise, humanity will remain in confusion. For the stars, now arranged more closely together, no longer fit the concepts of other times; only the concepts that anthroposophy can provide are suitable once again.
[ 35 ] Nun sind mir heute schon vier Fragen gegeben worden. Wir werden sehen, daß wir dann das nächste Mal weiterkommen. Ich muß eventuell am Mittwoch wegsein. Ich lasse Ihnen dann sagen, wann wir die nächste Stunde haben.
[ 35 ] I’ve already been asked four questions today. We’ll see if we can make some progress next time. I might have to be away on Wednesday. I’ll have someone let you know when our next class is.
[ 36 ] Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?
[ 36 ] How does one come to see the spiritual world?
