Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

A Spiritual Scientific View
of Nature and Man
GA 352

20 February 1924, Dornach

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

A Spiritual Scientific View of Nature and Man, tr. SOL
  1. Natur und Mensch in geisteswissenschaftlicher Betrachtung

8. Über die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib — Über die Wirkung von Opium und Alkohol

8. On the Connection Between the Higher Levels of Being and the Physical Body — On the Effects of Opium and Alcohol

[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Nun, Sie haben vielleicht wieder eine Frage?

[ 1 ] Good morning, gentlemen! Well, perhaps you have another question?

[ 2 ] Herr Müller fragt, wovon es herrühren könnte, wenn eine Veränderung der Pupillen stattfindet?

[ 2 ] Mr. Müller asks what might cause a change in the pupils.

[ 3 ] Dr. Steiner: Das ist schon eine sehr persönliche Frage! Sie müßten einmal hinunterkommen ins Klinisch-Therapeutische Institut; wenn ich einmal wieder hinuntergehe, werde ich es Ihnen sagen, damit Sie dann hinkommen können. Das ist eine ärztliche Sache.

[ 3 ] Dr. Steiner: That’s quite a personal question! You should come down to the Clinical-Therapeutic Institute sometime; when I go down there again, I’ll let you know so you can come along. It’s a medical matter.

[ 4 ] Weitere Frage: Was der Längsstreifen bedeutet an den Seiten der Fische?

[ 4 ] Another question: What do the longitudinal stripes on the sides of the fish mean?

[ 5 ] Weitere Frage: Ein Mann hat furchtbar viel Alkohol getrunken, ist vor acht Wochen jetzt gestorben. In den letzten Tagen, bevor er gestorben ist, hat er Schokolade und Zukker gegessen, was er sein Lebtag nicht getan hatte. Wie kam das wohl?

[ 5 ] Another question: A man drank an enormous amount of alcohol and died eight weeks ago. In the last few days before he died, he ate chocolate and sugar, something he had never done in his entire life. Why do you think that happened?

[ 6 ] Dr. Steiner: Nun, was die Frage wegen des Längsstreifens bei den Fischen betrifft, so müssen Sie sich über folgendes ganz klar sein. Wenn man irgendeines der Wesen betrachtet, sei es der pflanzlichen, sei es der tierischen Welt, so muß man sich fragen, wie diese Wesen der Außenwelt gegenüberstehen. Sehen Sie, die Pflanzen haben ihre grüne Farbe zunächst in den Blättern. Diese grüne Farbe in den Blättern rührt davon her, daß die Pflanze ein ganz bestimmtes Verhältnis zum Licht und zu der Wärme hat. Die Pflanze nimmt auf der einen Seite dasjenige, was aus dem Licht kommt, auf und gibt anderes zurück, nimmt es nicht auf. Und davon rührt die grüne Farbe der Pflanze her.

[ 6 ] Dr. Steiner: Well, as far as the question about the longitudinal stripe on fish is concerned, you must be very clear about the following. When you observe any being—whether from the plant or animal kingdom—you must ask yourself how these beings relate to the external world. You see, plants initially have their green color in their leaves. This green color in the leaves stems from the fact that the plant has a very specific relationship to light and heat. On the one hand, the plant absorbs what comes from the light and reflects other things back; it does not absorb them. And that is where the plant’s green color comes from.

[ 7 ] Ebenso können Sie sich fragen: Woher rührt das eine oder das andere bei den Fischen? Nun mache ich Sie nur darauf aufmerksam, daß Sie sehen werden, daß Fische, welche mehr im trüben Wasser leben, eine viel dunklere Farbe haben als diejenigen, die im durchhellten Wasser leben. Diejenigen Fische, die mehr die Dunkelheit aufsuchen, sind so bläulich, schwarz sogar. Diejenigen Fische, die mehr das Helle aufsuchen, sind selbst in ihrer Farbe heller. Man kann daher schon sehen, wie der äußere Einfluß von Licht und Wärme auf die Fische wirkt.

[ 7 ] You might also ask yourself: What causes one trait or another in fish? Well, I’ll just point out that you’ll see that fish that live mostly in murky water have a much darker color than those that live in clear water. The fish that tend to seek out darkness are bluish, even black. The fish that tend to seek out light are lighter in color. You can therefore already see how external influences such as light and heat affect the fish.

[ 8 ] Und betrachten Sie einmal andere Tiere, die in Gegenden leben, wo viel Schnee ist, zum Beispiel die Eisbären. Sie nehmen selber eine weiße Farbe an. Alles dasjenige, was lebt, ist irgendwie der Umgebung ausgesetzt.

[ 8 ] And just consider other animals that live in areas with a lot of snow, such as polar bears. They, too, take on a white color. Everything that lives is, in some way, subject to its environment.

[ 9 ] Nun, bei den Fischen ist es ein ganz deutliches Verhältnis ihrer eigenen Wesenheit zu ihrer Umgebung. Und diese Streifen am Rand sind dazu da, um die Fische in feiner Weise empfindlich zu machen für Licht und Wärme, die in ihrer Umgebung sind. Die Fische werden also dadurch besonders empfindlich. Nicht so sehr nützt ihnen das - ich habe schon einmal davon gesprochen - für die Art, wie sie sich fortbewegen, wohl aber für die Art, wie sie innerlich Licht und Wärme verarbeiten, so daß das also eine Art von Nervenorgan ist.

[ 9 ] Well, in the case of fish, there is a very clear relationship between their own nature and their environment. And these stripes along the edges serve to make the fish subtly sensitive to the light and heat present in their environment. This makes the fish particularly sensitive. As I’ve mentioned before, this isn’t so much of use to them in terms of how they move, but rather in terms of how they process light and heat internally, so it is, in a sense, a kind of sensory organ.

[ 10 ] Was Ihre andere Frage betrifft über den Mann, der das ganze Leben Alkohol getrunken hat und nun anfing, vor seinem Ende ganz fromm zu werden und die fromme Schokolade und Zucker aß - Sie sagen: die letzten Tage vor seinem Tode -, nun, diese Erscheinung kann man leicht verstehen, wenn man sie mit zahlreichen anderen vergleicht, die durchaus im Leben vorkommen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die alt geworden sind. Indem sie alt geworden sind, haben sie zum Beispiel ihre Schrift immer mehr und mehr zitterig werden sehen. Die Schrift wurde zitterig; sie konnten nicht mehr recht schreiben, und man merkte gerade an der Schrift, daß sie alt geworden sind. Sie hatten früher vielleicht eine Schrift, wobei sie schrieben, sagen wir: Lehfeld (scharf, deutlich), und dann schrieben sie: Lehfeld (zitterig). Dann aber, die letzten Tage vor ihrem Tode, stellte sich heraus, daß sie wieder in eine gewisse scharfe Schrift hineinkamen; sie konnten plötzlich wiederum gut schreiben. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die ihre früheren scharfen Schriftzüge vor dem Tode wiederum bekommen hatten. Ebenso ist in zahlreichen Fällen beobachtet worden - ich teile Ihnen da nicht gerade eine eigene Beobachtung auf diesem Gebiete mit, aber gut beglaubigte Beobachtungen, die gemacht worden sind -, daß Menschen, die als Kind irgendeine Sprache gelernt haben - als Kind sind sie vielleicht in irgendeinem fremden Land gewesen, haben eine Sprache gelernt und haben sie wieder vergessen; das kommt ja vor; nehmen wir an, sie hätten so als vierzig-, fünfzigjähriger Mann durchaus keine Möglichkeit gehabt, in dieser Sprache sich mit irgend jemand anderem zu verständigen -, plötzlich ein paar Tage vor ihrem Tode anfangen, in dieser Sprache wiederum ganz verständlich zu reden. Es kam wiederum heraus! Ja, sehen Sie, das sind doch sehr bedeutsame Erscheinungen. Was geht denn da eigentlich vor? Dieses geht vor, daß der Mensch, wenn er stirbt, seinen physischen Leib, also das eine Glied seines Wesens, für die Erde zurückläßt; das löst sich in der Erde auf, das wird in der Erde zerstört. Vom nächsten Glied seines Wesens, dem Ätherleib, habe ich Ihnen gesagt, daß er ein paar Tage nach dem Tode sich allmählich im allgemeinen Weltenäther auflöst. Und dann bleiben vom Menschen noch zurück, um durch die geistige Welt zu gehen, der astralische Leib und das eigentliche Ich. Die gehen dann durch die geistige Welt.

[ 10 ] As for your other question about the man who drank alcohol his whole life and then, toward the end, began to become quite pious and ate “pious” chocolate and sugar—you say: the last days before his death—well, this phenomenon is easy to understand when compared to numerous others that occur in life. I have known many people who grew old. As they grew old, for example, they saw their handwriting become more and more shaky. Their handwriting became shaky; they could no longer write properly, and one could tell precisely from their handwriting that they had grown old. They may have once had a handwriting style—let’s say “Lehfeld” (sharp, clear)—and then they wrote “Lehfeld” (shaky). But then, in the last days before their death, it turned out that they returned to a certain sharp handwriting; they were suddenly able to write well again. I have met many people who regained their former sharp handwriting before their death. Likewise, it has been observed in numerous cases—I’m not exactly sharing my own observation in this area with you, but rather well-documented observations that have been made—that people who learned a certain language as children—perhaps they had been in a foreign country as children, learned a language, and then forgot it; which does happen; let’s assume that as a man in his forties or fifties, they had absolutely no way of communicating with anyone else in that language—suddenly, a few days before their death, they begin to speak quite intelligibly in that language again. It came back! Yes, you see, these are indeed very significant phenomena. What is actually happening there? What is happening is that when a person dies, they leave their physical body—that is, one aspect of their being—behind on Earth; it dissolves into the Earth, it is destroyed in the Earth. As for the next aspect of a person’s being—the etheric body—I have told you that it gradually dissolves into the general world ether a few days after death. And then what remains of the person, to journey through the spiritual world, are the astral body and the actual “I.” These then journey through the spiritual world.

[ 11 ] Da findet ja eine vollständige Trennung der einzelnen Glieder des Menschen statt. Und derjenige, der dafür ein Auge hat, kann schon beobachten an jemandem, dessen Tod nahe ist, wie sich die verschiedenen Glieder, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib, voneinander lösen. Nun, was ist das, wenn einer seine Schrift ändert ein paar Tage vor seinem Tode? Ja, meine Herren, mit dem physischen Leib schreiben wir nicht! Womit schreiben wir denn eigentlich? Wir schreiben mit dem Ich! Wir bedienen uns des physischen Leibes nur als Werkzeug des Ichs, wenn wir schreiben. Und unser Ich, das wird ja nicht alt! Mit Ihrem Ich sind Sie heute noch so jung wie Sie geboren worden sind. Das Ich wird ja nicht alt. Der astralische Leib wird auch nicht in demselben Maße alt wie der physische Leib. Aber der physische Leib ist es, dessen man sich bedienen muß als Werkzeug, wenn man schreiben will, Also der physische Leib, der muß mit seiner Hand die Feder ergreifen. Nun wird der Mensch, indem er alt wird, immer schwächer und schwächer, und er kann nicht mehr recht an seinen physischen Leib heran. Aber nicht nur das, sondern im physischen Leib selber lagert sich allerlei ab. Und die Folge davon ist, daß der Mensch seine Finger nicht mehr recht gebrauchen kann. Er wird ungeschickt, zittert, statt daß er feste Striche macht, wenn er schreibt. Ist nun der Mensch dem Tode nahe, dann lockert sich schon der Ätherleib vom physischen Leib heraus. Da geschieht eine Lockerung. Das kann zuweilen ein paar Tage vor dem Tode geschehen; manchmal geschieht es im letzten Augenblick. Man darf nicht sagen, daß man etwa einen Menschen, dem man tagelang vor seinem Tode ansieht, er könnte auch sterben, nicht mehr versuchen sollte zu heilen; es kann wiederum das, was sich gelockert hat, zusammengefügt werden. Man muß immer, solange ein Mensch lebt, unter allen Umständen versuchen, ihn zu heilen. Aber die Sache ist doch so, daß bei vielen Menschen tagelang vor dem Tode sich der Ätherleib lockert.

[ 11 ] There, a complete separation of the individual members of the human being takes place. And anyone with a keen eye can already observe in a person whose death is near how the various members—the physical body, the etheric body, and the astral body—separate from one another. Now, what does it mean when someone changes their handwriting a few days before their death? Yes, gentlemen, we do not write with the physical body! With what, then, do we actually write? We write with the “I”! We use the physical body only as a tool of the “I” when we write. And our “I”—it does not grow old! With your “I,” you are still as young today as you were when you were born. The “I” does not grow old. Nor does the astral body age to the same extent as the physical body. But it is the physical body that one must use as a tool when one wants to write; thus, the physical body must grasp the pen with its hand. Now, as a person grows old, they become weaker and weaker, and they can no longer properly control their physical body. But not only that—all sorts of deposits accumulate within the physical body itself. And the result is that a person can no longer use their fingers properly. They become clumsy, tremble, and instead of making firm strokes, their writing becomes shaky. When a person is near death, the etheric body begins to detach from the physical body. A loosening occurs. This can sometimes happen a few days before death; sometimes it happens at the very last moment. One must not say that one should no longer attempt to heal a person whom one has seen for days before their death as being on the verge of death; what has become loosened can, in turn, be brought back together. As long as a person is alive, one must always try to heal them under all circumstances. But the fact remains that for many people, the etheric body begins to detach itself days before death.

[ 12 ] Nun, wenn sich der Ätherleib lockert, dann wird der Mensch stärker. Daß der Mensch stärker wird, wenn sich sein Ätherleib lockert, das können Sie auch noch aus etwas anderem sehen. Es gibt eine Sorte von Verrückten, die entwickeln eine ungeheure Stärke, eine ganz außerordentliche Stärke. Sie könnten oftmals erstaunt sein über das, was ein solcher Verrückter an Stärke leisten kann. Nicht nur, daß die Prügel, die er verabreicht, furchtbar viel stärker sind als diejenigen von andern, sondern Möbelstücke, bei denen es keinem Menschen einfällt, daß er sie heben kann, die hebt zuweilen ein Verrückter mit Leichtigkeit. Also Sie sehen, da tritt etwas Merkwürdiges ein, was einen solchen Menschen von einem normalen Menschen unterscheidet. Was tritt beim Verrückten ein? Nun, beim Verrückten ist der Ätherleib immer etwas locker, oder der Astralleib ist gelockert. Nun ist der Mensch durch den physischen Leib nicht gerade stark, sondern schwach. Er muß den physischen Leib bedienen durch den Äther- oder Astralleib. Man sagt ganz richtig im Volksmund: «Es ist eine Schraube bei ihm los» - es ist etwas gelockert. Das Volk spricht zuweilen sehr richtig, weil ein Instinkt des Übersinnlichen beim Volke vorhanden ist, und in solchen alten Volksaussprüchen sollte man nicht etwas Verächtliches sehen, sondern etwas, was durchaus stimmt. Wenn nun der Verrückte seinen Äther- oder Astralleib gelockert hat und dadurch stark wird, so ist er eben als Verrückter in derselben Lage, in der einer ist, dessen Ätherleib sich schon gelockert hat, weil er in ein paar Tagen stirbt. Und wenn er im Ätherleib stärker wird, kann er wieder besser schreiben. Wenn er im astralischen Leib stärker wird — da ist ja alles drinnen, was man vergessen hat -, da zieht er dann aus dem astralischen Leib heraus, was er vergessen hat und kann wiederum die früher gehandhabte Sprache sprechen.

[ 12 ] Well, when the etheric body loosens up, the human being becomes stronger. You can also see from something else that a person becomes stronger when their etheric body loosens up. There is a certain type of madman who develops tremendous strength—truly extraordinary strength. You might often be amazed at the feats of strength such a person with mental illness is capable of. Not only are the blows they deliver far more powerful than those of others, but they sometimes lift pieces of furniture with ease—furniture that no one would ever think a human being could lift. So you see, something strange occurs that distinguishes such a person from a normal person. What happens in the case of the madman? Well, in the madman, the etheric body is always somewhat loose, or the astral body is loosened. Now, the human being is not exactly strong through the physical body, but rather weak. He must control the physical body through the etheric or astral body. As the saying goes quite correctly: “He’s got a screw loose”—something is loosened. The common people sometimes speak very accurately, because they possess an instinct for the supersensible, and such old folk sayings should not be viewed with contempt, but rather as something that is entirely true. Now, if the insane person has loosened his etheric or astral body and thereby becomes stronger, he is, as an insane person, in the same situation as someone whose etheric body has already loosened because he is about to die in a few days. And when he grows stronger in his etheric body, he can write better again. When he grows stronger in his astral body—for everything one has forgotten is contained within it—he then draws from the astral body what he has forgotten and can once again speak the language he used to speak.

[ 13 ] Aber nun nehmen Sie Ihren Fall. Sehen Sie, ich habe ja den Mann nicht gekannt und weiß daher nicht, wie er gelebt hat. Vielleicht haben Sie ihn gekannt? Sie können ja dann auf gewisse Fragen antworten. Haben Sie ihn gut gekannt? - Nun, sehen Sie, bei einem solchen Menschen kommt es sehr stark in Betracht, ob er vielleicht eine Frau oder jemand anders in der Umgebung gehabt hat, vielleicht könnten Sie es selber gewesen sein, der ihm fortwährend vorgeredet hat, wie schädlich es ist, so viel Alkohol zu trinken? (Das wird bestätigt.) Nun, da haben wir gleich irgend etwas, was uns auf die Spur führen wird. Er hat in seiner Umgebung Leute gehabt, die ihn immer ermahnt haben, er solle nicht so viel trinken, weil das nicht das Richtige ist und er sich damit schadet. Bei dem Mann ist das, wie man sagt, bei dem einen Ohr rein-, bei dem andern Ohr rausgegangen. Wiederum eine volkstümliche Redensart, die gar nicht so unbegründet ist. Es ist schon so, daß der Mensch für gewisse Dinge so gestimmt ist, daß sie bei dem einen Ohr rein-, bei dem andern Ohr rausgehen. Warum? Nun, weil der astralische Leib die Dinge überhört. Das Ohr ist ja nur das Werkzeug des Hörens. Der astralische Leib überhört es.

[ 13 ] But now let’s take your case. You see, I didn’t know the man, so I don’t know how he lived. Perhaps you knew him? If so, you can answer certain questions. Did you know him well?—Well, you see, with a person like that, it’s very important to consider whether he might have had a wife or someone else in his circle—perhaps it could have been you yourself who constantly warned him how harmful it is to drink so much alcohol? (This is confirmed.) Well, there we have something right away that will put us on the right track. He had people around him who were always warning him not to drink so much, because it’s not right and it’s harmful to him. With this man, as they say, it went in one ear and out the other. Yet another popular saying that isn’t entirely without foundation. It’s true that people are sometimes so disposed toward certain things that they go in one ear and out the other. Why? Well, because the astral body overlooks these things. The ear is, after all, merely the instrument of hearing. The astral body overlooks it.

[ 14 ] Nun kommt es aber doch vor, daß der astralische Leib die Sache hört, aber der physische Leib nicht mittut, weil der betreffende Mensch zu schwach ist. Nun denken Sie jetzt. der Mann hat meinetwillen von Herrn Erbsmehl selber gehört: Du bist ein ganz verrückter Kerl - ich sage es jetzt ganz radikal, nicht wahr —, weil du dich alle Augenblicke besäufst! Das geht nicht, das ist menschenunwürdig! - und so weiter, und der Mann hat das alles heruntergeschluckt. Das ist so geschehen, das geschieht ja schon einmal im Leben, daß die Leute die Sache herunterschlucken und dann wieder weitermachen. Aber sein astralischer Leib hat etwass davon behalten. Vielleicht haben Sie es so stark gesagt und so oft, daß der astralische Leib und der Ätherleib gar nicht wegkommen konnten, ohne das zu behalten. Solange die im physischen Leib drinnen ganz ohne Hindernis steckten, so lange haben sie nichts gehört. In dem Augenblick, wo der physische Leib so wurde, daß der Ätherleib und der astralische Leib gelockert wurden, ja, da plötzlich kam durch den Ätherleib und den Astralleib der Gedanke in den Menschen hinein: Der Herr Erbsmehl könnte doch recht gehabt haben! Vielleicht ist das ganz verrückt, daß ich das ganze Leben hindurch so viel getrunken habe. Jetzt will ich einmal — nun, das können Sie sich ja denken, wenn die Dinge gelockert sind - Buße tun! - Da sagen dann der astralische Leib und der Ätherleib: Aha, jetzt trinkt er keinen Alkohol, jetzt trinkt er Schokolade und Zuckerwasser! — Vielleicht hätte er auch Limonade getrunken, wenn welche dagewesen wäre. Dadurch, daß so etwas auftreten kann, wird gerade für den, der die Dinge verständig ansieht, der Beweis geliefert, daß da im Menschen allerlei sitzen kann, was nicht herauskommt. Den gegenteiligen Fall habe ich Ihnen auch einmal erzählt. Der gegenteilige Fall war, wo die Geschichte nicht im Astralleib und Ätherleib drinnenblieb, sondern zu stark in den physischen Leib hineinging, wo man gewissermaßen viel zu viel auf die Sache hinhörte. Der gegenteilige Fall ist der: Einem ehemaligen Bekannten von mir — er war ein sehr gelehrter Herr — passierte es eines Tages, daß ihn das Bewußtsein und das Gedächtnis verließen. Er wußte nicht mehr, wer er einmal war, was er getan hat; von seiner ganzen Gelehrsamkeit wußte er nichts mehr. Alles hatte er vergessen. Er wußte nicht einmal, daß er er selbst ist, daß er er ist. Aber trotzdem, sein Verstand war klar. Der Verstand wirkte ganz klar. Er ging zum Bahnhof, löste sich ein Eisenbahnbillett und fuhr weit. Geld hatte er sich auch mitgenommen, das, was er noch gehabt hat. Er konnte weit fahren. Als er angekommen war an der Station, wohin das Billett gelautet hatte, kaufte er sich ein neues. Und das tat er mehrmals, wußte gar nichts von dem, was er tat. Der Verstand ist aber so abgesondert vom eigentlichen Menschen, daß alles ganz verständig geschah, wie die Tiere verständig handeln - wie ich Ihnen oftmals an manchem guten Beispiel gezeigt habe -, ohne daß sie ein Ich haben. Nun, da fand er sich einmal wiederum, das Gedächtnis kam wiederum. Er wußte, wer er ist, Seine Gelehrsamkeit rückte auch wiederum im Kopfe herauf; aber er befand sich in Berlin in einem Obdachlosenasyl! Da ist er zuletzt gelandet. Abgereist ist er von Stuttgart. Man konnte nachher konstatieren, daß er dort abgereist ist. In bewußtlosem Zustande ist er in Budapest und so weiter gewesen. Den Weg von Berlin nach Stuttgart hat er wiederum machen können. Dann hat ihn jemand von seiner Familie abgeholt, die furchtbar in Ängsten war. Er hat das wieder machen können. Er hat dann allerdings durch Selbstmord geendet. Das eine Mal kam es durch Bewußtlosigkeit heraus, das andere Mal durch Selbstmord.

[ 14 ] However, it does happen that the astral body hears what is said, but the physical body does not participate because the person in question is too weak. Now think about this: the man heard from Mr. Erbsmehl himself, on my behalf: “You’re a completely crazy guy—I’m putting it quite bluntly now, aren’t I—because you’re getting drunk all the time! That won’t do; it’s degrading!”—and so on, and the man swallowed it all. That’s how it happened; it does happen once in a while in life that people swallow it all and then carry on as before. But his astral body retained something of it. Perhaps you said it so forcefully and so often that the astral body and the etheric body couldn’t get away without retaining it. As long as they were inside the physical body without any hindrance, they heard nothing. The moment the physical body reached a state where the etheric body and the astral body were loosened—yes, suddenly the thought entered the person through the etheric and astral bodies: Mr. Erbsmehl might have been right after all! Perhaps it’s completely crazy that I’ve drunk so much my whole life. Now I want to—well, you can imagine, once things have loosened up—do penance!—Then the astral body and the etheric body say: “Aha, now he’s not drinking alcohol; now he’s drinking chocolate and sugar water!” — Perhaps he would have drunk lemonade, too, if there had been any. The fact that something like this can happen provides proof—especially for those who view things sensibly—that all sorts of things can be lodged within a person that don’t come out. I’ve also told you about the opposite case once. The opposite case was one where the story did not remain within the astral and etheric bodies, but penetrated too deeply into the physical body—where, so to speak, one paid far too much attention to the matter. The opposite case is this: It happened one day to a former acquaintance of mine—he was a very learned gentleman—that his consciousness and memory deserted him. He no longer knew who he once was or what he had done; he knew nothing more of all his learning. He had forgotten everything. He didn’t even know that he was himself, that he was who he was. Yet despite this, his intellect remained clear. His intellect functioned perfectly clearly. He went to the train station, bought a train ticket, and traveled far. He had also taken money with him—whatever he still had. He was able to travel far. When he arrived at the station where the ticket was valid, he bought a new one. And he did this several times, knowing absolutely nothing of what he was doing. But the mind is so separate from the person himself that everything happened quite rationally, just as animals act rationally—as I have often shown you with many good examples—without having a sense of self. Well, then he found himself there once again; his memory returned. He knew who he was; his erudition also came back to him; but he found himself in Berlin at a homeless shelter! That is where he ultimately ended up. He had departed from Stuttgart. It was later established that he had left from there. While unconscious, he had been in Budapest and other places. He was able to make his way from Berlin to Stuttgart again. Then someone from his family, who were terribly anxious, picked him up. He was able to do that again. However, he ultimately ended his life by suicide. One time it happened as a result of unconsciousness; the other time, by suicide.

[ 15 ] Aber was geht denn da vor in einem solchen Fall? Ja, sehen Sie, diesen Mann, von dem ich Ihnen jetzt erzählt habe, den habe ich tatsächlich so vor mir, daß ich ihn eigentlich jederzeit malen könnte. Der Mann hatte Augen, von denen man glauben konnte, sie wollten immer mehr tiefer in den Kopf hinein. Er hatte hier vorne so etwas, wie wenn die Nase sich eingegraben hätte - das alles natürlich sehr leise angedeutet - in den physischen Leib. Er sprach mit einem in einer ganz merkwürdigen Weise. Er sprach mit einem so, daß er ganz anders überzeugt war von seinen Worten als ein anderer Mensch. Man hatte das Gefühl, der schmeckt seine eigenen Worte immer auf der Zunge und verschluckt sie, so gern hat er sie. Es gefällt ihm so, wenn er etwas spricht, er schluckt das alles in sich hinein. Und wenn man ihm irgendwie widersprach, da wurde er recht böse. Aber er zeigte äußerlich nicht viel von diesem Bösewerden, sondern sein Gesicht verzerrte sich. Wenn irgendwo auf der Straße ein Wagen knatterte, dann fuhr er furchtbar zusammen; wenn Sie ihm irgendeine Neuigkeit erzählten, dann fuhr er ebenso zusammen, ob sie nun freudig oder traurig war.

[ 15 ] But what exactly happens in a case like that? Well, you see, I can picture this man I’ve just told you about so clearly in my mind that I could actually paint him at any moment. The man had eyes that made you think they were constantly trying to sink deeper into his head. He had something here in the front, as if his nose had burrowed—all of this, of course, very subtly suggested—into his physical body. He spoke to you in a very strange way. He spoke to you in such a way that he was convinced of his words in a completely different way than any other person. You got the feeling that he was always savoring his own words on his tongue and swallowing them—that’s how much he loved them. He enjoyed it so much when he spoke; he swallowed it all up inside himself. And if you contradicted him in any way, he would get quite angry. But he didn’t show much of this anger outwardly; instead, his face would contort. If a car rattled by somewhere on the street, he would startle terribly; if you told him any news, he would startle just as much, whether it was joyful or sad.

[ 16 ] Sehen Sie, dieser Mensch hatte zuviel zugehört, und alles drückte sich gleich in seinem physischen Leibe aus. Und dadurch hatte er die Gewohnheit, daß der astralische Leib immer ganz tief in den physischen Leib sich eingrub; er behielt nichts für sich, wie Ihr Alkoholiker, sondern alles grub sich in den physischen Leib ein, bis der physische Leib soweit war, daß er auch sein eigenes Ich eine Zeitlang verrückte.

[ 16 ] You see, this person had listened too much, and everything immediately manifested itself in his physical body. And because of this, he had developed the habit of his astral body always burrowing very deeply into his physical body; he kept nothing to himself, like your alcoholic, but everything burrowed into the physical body until the physical body reached the point where it even displaced his own self for a time.

[ 17 ] Da haben Sie den entgegengesetzten Fall. Bei diesem Alkoholiker blieben die Ermahnungen im astralischen Leib sitzen und kamen hervor, als er sich lockerte. Bei jenem anderen, von dem ich Ihnen erzählt habe, setzte sich der astralische Leib so tief in den physischen Leib hinein, daß der physische Leib dann auch für sich fortging.

[ 17 ] Here you have the opposite case. In this alcoholic, the admonitions remained embedded in the astral body and emerged when he let his guard down. In the case of that other person I told you about, the astral body sank so deeply into the physical body that the physical body then went on by itself.

[ 18 ] Sie sehen also, es sind im Menschen überall die Anzeichen dafür vorhanden, daß diese höheren Glieder, diese übersinnlichen Glieder mit seinem physischen Leib und mit seinem Ätherleib in einer innigen Verbindung stehen. Dieses alles zeigt Ihnen aber, daß man das Leben wirklich nur kennenlernen kann, wenn man auf solche Lebenszusammenhänge hinschaut, die einem direkt verraten: Da ist ein physischer Leib im Menschen, da ist ein Ätherleib im Menschen, da ist ein astralischer Leib, da ist ein Ich.

[ 18 ] So you see, there are signs everywhere within the human being that these higher bodies—these supersensory bodies—are intimately connected with the physical body and the etheric body. All of this shows you, however, that one can truly come to know life only by looking at such connections within life that directly reveal to us: There is a physical body in the human being, there is an etheric body in the human being, there is an astral body, and there is an “I.”

[ 19 ] Sie können an dem Fall, wo der Betreffende plötzlich ganz andere Appetite bekommt unter dem moralischen Druck dessen, was er im Leben im astralischen Leib gelassen hat, auch sehen, wie noch andere Erscheinungen eintreten können. Da gibt es zum Beispiel folgendes. Ich will Ihnen jetzt eine interessante Geschichte erzählen. Da gab es einmal eine Frau, die handelte mit Gemüsen und ähnlichen Dingen. Es ist noch die Zeit, die schon weit hinter uns liegt. Die Frau ging mit ihrem Gemüsekorb von Haus zu Haus. Nun, sie war immer so, daß man sie eben nahm als eine Frau, die nun so ist, wie eine Gemüsehändlerin eben das Leben auffaßt. Sie lachte, wenn irgend jemand etwas Witziges sagte; sie war sonst gleichgültig im Leben. Sie trug ihr Gemüse in die Häuser, nahm ihr Geld entgegen und verbrachte so das Leben. Da kam sie einmal in eine Wohnung und wollte Gemüse verkaufen. Es war sonst niemand da als der Herr des Hauses, der ihr aufmachte. Und dieser Herr des Hauses, der hatte einen ganz besonderen Blick. Der schaute die Leute nämlich sehr streng an und hatte schon öfter bemerkt gehabt, wenn er die Leute mit seinem besonderen Blick anschaut, dann werden die Leute über etwas gesprächig, über das sie sonst schweigen. Nun stellte sich das Folgende heraus; das ist eine sehr gut beglaubigte Sache. Diese Gemüsefrau kam zu dem Mann; der schaute sie an. Sie erschrak. Er sagte gar nichts, schaute sie nur an. Er sah, daß sie erschrak, redete kein Wort, sondern schaute sie weiter an. Nun erschrak sie nicht nur, sondern sagte: «Schauen Sie mich nicht so an! Schauen Sie mich bitte nicht so an, ich will Ihnen alles sagen!» Er sagte nichts, schaute sie aber weiter an. Da sagte die Frau: «Ja, aber ich hab’s ja nur aus Angst getan.» Er sagte wieder nichts, er schaute sie nur weiter an. «Schauen Sie mich nicht so an, ich hätte es ja wirklich nicht getan, wenn ich’s nicht aus Angst getan hätte!» Er sagte wieder nichts, schaute sie nur weiter an. «Ja, ich will Ihnen auch alles sagen, aber schauen Sie mich nicht so an!» Er schaute sie an. «Ich will Ihnen alles sagen! Ja, sehen Sie, ich hätte es ja nimmermehr ermordet, wenn ich es nicht, wenn ich es nicht aus Angst getan hätte!» Weiteres Anschauen. «Ja, ich habe mich so vor den Leuten gefürchtet, das Kind hätte etwas ganz Schlimmes von mir gesagt, und da habe ich es aus Angst getan. Ich war ja gar nicht ordentlich bei Bewußtsein!» Und sehen Sie, diese Frau hat ihm einen Kindesmord, den sie begangen hat, von A bis Z erzählt! Was ist denn da vorgegangen?

[ 19 ] You can also see, in cases where the person in question suddenly develops entirely different cravings under the moral pressure of what they have left behind in their astral body, how other phenomena can arise. Here is an example. I’d like to tell you an interesting story now. There was once a woman who sold vegetables and similar items. This was back in a time that is now far behind us. The woman went from house to house with her basket of vegetables. Well, she was always the kind of person whom people simply regarded as a woman who viewed life exactly as a vegetable vendor does. She laughed when someone said something funny; otherwise, she was indifferent to life. She carried her vegetables into people’s homes, collected her money, and spent her life that way. Then one day she came to an apartment and wanted to sell some vegetables. There was no one else there but the man of the house, who opened the door for her. And this man of the house had a very peculiar way of looking at people. He would gaze at people very sternly and had often noticed that when he looked at people with that particular gaze, they would become talkative about things they would otherwise keep to themselves. Now, the following turned out to be true; this is a very well-documented account. This vegetable vendor approached the man; he looked at her. She was startled. He didn’t say a word, just looked at her. He saw that she was startled, didn’t say a word, but continued to look at her. Now she wasn’t just startled—she said, “Don’t look at me like that! Please don’t look at me like that—I’ll tell you everything!” He said nothing, but kept looking at her. Then the woman said, “Yes, but I only did it out of fear.” He still said nothing; he just kept looking at her. “Don’t look at me like that—I really wouldn’t have done it if I hadn’t done it out of fear!” He still said nothing; he just kept looking at her. “Yes, I’ll tell you everything, but don’t look at me like that!” He looked at her. “I’ll tell you everything! Yes, you see, I would never have killed him if I hadn’t—if I hadn’t done it out of fear!” He continued to look at her. “Yes, I was so afraid of what people would say—that the child would say something really terrible about me—and so I did it out of fear. I wasn’t even fully in my right mind!” And look, this woman told him the whole story—from A to Z—of the infanticide she had committed! What on earth happened there?

[ 20 ] Die Sache ist so: Dieser Mann hatte einen gewissen scharfen Blick. Wenn der Mensch seine gewöhnlichen Augen hat, nun ja, da redet er mit den anderen, er stößt sie nicht besonders. Wenn einer einen Blick hat, den er leicht fixieren kann, der dann durchdringend wird, dann magnetisiert, könnte man sagen, dieser Blick den Ätherleib des Menschen. Und im Ätherleib sitzt das Gewissen. Wenn der Ätherleib einfach richtig eingeschaltet ist in den physischen Leib, nun ja, nicht wahr, da wird der Mensch, wenn sich so etwas regt, das gleich hinunterstoßen. Wenn aber der Ätherleib magnetisiert wird durch solch einen Blick, dann lockert sich dieser Ätherleib. Und wenn der Mensch nun etwas auf dem Gewissen hat, dann lockert sich das mit und geht herauf und beunruhigt den astralischen Leib und das Ich. Und dieFolge davon ist, daß durch diese mit dem Ätherleib geschehene Lockerung des Gewissens der Mensch Geständnisse ablegt, die er sonst nicht ablegen würde.

[ 20 ] Here’s the thing: This man had a certain sharp gaze. When a person uses their ordinary eyes—well, they talk with others, but they don’t particularly strike a chord with them. But when someone has a gaze that they can easily fix—a gaze that then becomes penetrating, even magnetizing, one might say—that gaze affects the person’s etheric body. And the conscience resides in the etheric body. When the etheric body is properly integrated with the physical body—well, don’t you think so?—then when something like that stirs, a person will immediately push it down. But when the etheric body is magnetized by such a gaze, then that etheric body loosens. And if a person has something on their conscience, it loosens along with it, rises up, and disturbs the astral body and the “I.” The result is that, due to this loosening of the conscience brought about by the etheric body, the person makes confessions they would not otherwise make.

[ 21 ] Das sind die Dinge, die wiederum zeigen, wie der Ätherleib, wenn er künstlich herausgelockert wird aus dem physischen Leib, selbständig wirkt und wie eigentlich der physische Leib vieles verbirgt im Menschen, was der Mensch in sich trägt. Und das kommt dann, wenn sich der Ätherleib lockert, unter Umständen - nicht immer, aber unter Umständen - vor dem Tode heraus.

[ 21 ] These are the things that once again show how the etheric body, when it is artificially drawn out of the physical body, acts independently, and how the physical body actually conceals much of what a person carries within themselves. And when the etheric body is detached, this may—not always, but under certain circumstances—occur before death.

[ 22 ] In diesen Sachen ist auch viel Mißbrauch getrieben worden. Wenn Sie so ein bißchen Lebensbeobachter gewesen sind vor dem Krieg, da konnten Sie auf den Reisen in jedem Hotel oder dort, wo sonst die Briefe aufgeschichtet sind, daß sich das die Leute abholen, daß sie es nehmen, überall immer wieder dasselbe finden: irgend etwas, was die Aufschrift hatte von einer amerikanischen Gesellschaft. Da steckte überall dasselbe. Was war dazumal geschehen? Nun, da war eine amerikanische Gesellschaft begründet worden, die hatte Filialen. In Berlin war eine solche Filiale, in Frankfurt, in den meisten größeren Städten waren solche Filialen. Es muß also das Geschäft gut gegangen sein! Da wurde angekündigt, daß derjenige, der Macht über die Menschheit gewinnen will, Büchelchen kriegt von dieser amerikanischen Gesellschaft. Er braucht nur so und so viel Geld einzuschicken, dann kriegt er Büchelchen, und in diesen Büchelchen ist die Anweisung darinnen, wie er Macht über die Menschheit kriegt. Nun, alle Reisenden, alle Agenten, die haben sich gedacht: Das ist doch eine schöne Sache, Macht über die Menschen zu gewinnen. Donnerwetter, da werden wir viel verkaufen, da wird uns kein Mensch widerstehen können! — Diese Büchelchen fingen gleich damit an, daß Anweisungen darinnen waren, wie der Betreffende seine Augen so einstellen solle, daß er dem andern nicht in die Augen schaut, sondern auf den Punkt, der zwischen den Augen liegt, soll er starr hinblicken; dann wird der andere magnetisiert, und er kommt unter seinen Einfluß und tut, was der will. Nun, wissen Sie, die Weinreisenden und die andern Reisenden haben sich das alles kommen lassen. Und man konnte sehen, daß also namentlich in Hotels, wo solche Agenten gewohnt haben, immer massenhaft diese Briefe und Sachen verschickt wurden. Die meisten haben ja deshalb doch nicht bessere Geschäfte gemacht, sondern die amerikanische Gesellschaft hat dabei die guten Geschäfte gemacht. Den meisten hat es ja nichts genützt, Einigen könnte es aber doch genützt haben; und die haben etwas getan, was unter keinen Umständen ein Mensch machen soll, denn das ist eine Versündigung gegen die menschliche Freiheit. Kein Mensch darf anstreben, über einen andern Menschen auf eine solche Art eine Macht zu bekommen! Und wenn es ihm die Natur gibt, wie jenem Menschen, von dem ich Ihnen erzählt habe, so kann es ja unter Umständen schlimm genug werden, aber es ist dann die Natur, die so etwas gibt wie einen besonderen Blick; da wird es viel weniger mißbraucht als bei demjenigen, der die Sache erlernen will. Nun, während des Krieges haben diese Torheiten abgenommen, und sie sind jetzt eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Aber man kann schon sagen, gerade von diesen Dingen kann man auf der einen Seite lernen, wie die Menschen selber das Geistige ausnützen, und wie die ärgsten Materialisten - denn das waren ja zumeist Materialisten, die sich da diese Dinge haben kommen lassen — da, wo es sich darum handelt, mit dem Geist Profit zu machen, auch an den Geist sich wenden. Sie glauben nicht an ihn, aber sie wenden sich an den Geist, wenn es sich darum handelt, mit dem Geist Profit zu machen! Ich habe Sie also darauf aufmerksam machen wollen, wie ungeheurer Mißbrauch mit diesen Dingen getrieben werden kann.

[ 22 ] There has also been a great deal of abuse in these matters. If you were even a little bit of an observer of life before the war, you would have noticed on your travels—in every hotel or wherever letters were piled up for people to pick up—that you’d find the same thing over and over again: something bearing the logo of an American company. It was the same everywhere. What had happened back then? Well, an American company had been founded that had branches. There was such a branch in Berlin, in Frankfurt—in most major cities there were such branches. So business must have been booming! It was announced that anyone who wanted to gain power over humanity would receive booklets from this American company. All they had to do was send in a certain amount of money, and then they’d receive booklets—and inside those booklets were instructions on how to gain power over humanity. Well, all the salespeople, all the agents, thought to themselves: That’s a wonderful thing, gaining power over people. Wow, we’ll sell a lot of these—no one will be able to resist us! — These booklets began right off with instructions on how the reader should position his eyes so that he doesn’t look the other person in the eyes, but instead stares fixedly at the point between their eyes; then the other person is magnetized, falls under his influence, and does whatever he wants. Well, you know, the wine salesmen and the other traveling salesmen fell for all of it. And you could see that, especially in hotels where such agents stayed, these letters and materials were constantly being sent out in droves. Most of them didn’t actually do any better business because of it; rather, American society was the one that profited from it. It didn’t benefit most of them at all, but it might have benefited a few; and they did something that no human being should ever do under any circumstances, for it is a violation of human freedom. No one should ever seek to gain power over another person in such a way! And if nature endows a person with such a gift—as it did the man I told you about—it can, under certain circumstances, become quite serious; but in that case, it is nature that grants something like a special insight, and it is far less likely to be abused than by someone who seeks to learn the art. Well, during the war, these follies subsided, and they are now virtually nonexistent. But one can certainly say that, precisely from these things, one can learn, on the one hand, how people themselves exploit the spiritual, and how even the worst materialists—for they were mostly materialists who allowed these things to happen—turn to the spirit when it comes to making a profit from it. They do not believe in it, but they turn to the spirit when it comes to making a profit from it! I therefore wanted to draw your attention to how these things can be subject to such immense abuse.

[ 23 ] Aber dabei kommt noch vieles andere in Betracht. Dasjenige, was da bewußt angestrebt wird von den Menschen und was in diesem Büchelchen bewußt angestrebt wird, das hat doch, wenn auch nicht in so hohem Grade, mancher Mensch, der damit auch etwas erreicht, für sich praktiziert. Vielleicht sind Sie doch schon ab und zu Teilnehmer gewesen von Versammlungen, wo Redner geredet haben. Nun, Sie werden mir zugestehen, daß die Überzeugung, die vom Redner ausgeht, nicht immer die einzige Rolle spielt, sondern daß da furchtbar viel von dem mitspielt, was als ein Einfluß von dem Redner ausgeht. Und das ist schon so, die beliebtesten Volksredner sind manchmal solche Leute, die auf eine unrichtige Weise Einfluß bekommen auf Volks- oder auf sonstige Menschenmassen. Man macht ja in dieser Zeit ganz besondere Erfahrungen.

[ 23 ] But there are many other factors to consider here. What people consciously strive for—and what this little book consciously strives for—is something that many people who have achieved something through it have practiced for themselves, albeit not to such a high degree. Perhaps you have, after all, occasionally attended gatherings where speakers have addressed the audience. Well, you will agree with me that the conviction emanating from the speaker does not always play the sole role, but that a tremendous amount depends on the influence the speaker exerts. And it is indeed true that the most popular public speakers are sometimes people who exert an improper influence on the masses or other large groups of people. One does, after all, have very special experiences in this day and age.

[ 24 ] Es ist zum Beispiel jetzt dieses der Fall, daß ich Aufsätze über mein eigenes Leben schreibe im «Goetheanum». Diese Aufsätze, die vielleicht der eine oder andere von Ihnen gelesen hat, die streben mit einer gewissen Absicht an, möglichst einfach zu erzählen, ohne Schmuck, höchst einfach, nirgends besonders stark aufgetragen. Nun hat sich schon ein Kritiker gefunden, der das besonders tadelt, der da sagt, ich bringe nicht wie Goethe Dichtung und Wahrheit, sondern Wahrheit mit aller Nüchternheit. Ja, das strebe ich gerade an! Und ich strebe gar nicht an, dasjenige zu erreichen, was von einem solchen Kritiker verlangt wird. Bei einem solchen Kritiker heute ist gerade dasjenige vorhanden, was gegenüber einem nüchternen Stil ein «besoffener» Stil ist. Und, nicht wahr, dieser besoffene Stil, der ist nämlich heute überhaupt fast überall vorhanden. Es kommt den Leuten gar nicht mehr darauf an, irgendwie durch das, was sie sagen, zu wirken, sondern sie brauchen Worte, die den andern überwältigen. Da fängt schon der unrichtige Einfluß an. Wenn man nämlich so schreibt, wie ich mich bestrebe zu schreiben, dann wirkt man auf das Ich, das einen freien Willen hat. Wenn man aber einen besoffenen Stil schreibt, dann wirkt man auf den astralischen Leib, der nicht so frei ist, sondern der unfrei ist. Man kann auf den astralischen Leib namentlich dann wirken, wenn man den Leuten gegenüber so redet, daß man weiß, das hören sie gern.

[ 24 ] For example, this is currently the case: I am writing essays about my own life in *The Goetheanum*. These essays—which perhaps one or two of you have read—aim, with a certain intention, to tell the story as simply as possible, without embellishment, in the simplest way, without ever being particularly heavy-handed. Now, a critic has already come forward who particularly criticizes this, saying that, unlike Goethe, I do not present “poetry and truth,” but rather truth with complete sobriety. Yes, that is precisely what I am striving for! And I am not at all striving to achieve what such a critic demands. Such a critic today embodies precisely what constitutes a “drunken” style in contrast to a sober one. And, isn’t it true, this drunken style is, in fact, present almost everywhere today. People no longer care at all about making an impact through what they say; rather, they need words that overwhelm others. That is where the harmful influence begins. For when one writes as I strive to write, one influences the “I,” which possesses free will. But when one writes in a drunken style, one influences the astral body, which is not so free—but rather unfree. One can influence the astral body, in particular, when one speaks to people in a way that one knows they will enjoy hearing.

[ 25 ] Solche Leute, die auf diese Weise nicht überzeugen, sondern überreden wollen, die gebrauchen meistens das als Sätze und Worte, was den andern gefällt, während der, der die Wahrheit sagen will, nicht immer das sagen kann, was den andern gefällt. Denn in unserer Zeit ist es sogar so, daß die Wahrheit den Menschen in der Regel nicht gefällt. Also schon an der Art und Weise, wie der Mensch seine Sätze schreibt, kann man sehen: Wenn der Mensch seine Sätze so schreibt, daß sie logisch sind, daß der eine Satz aus dem andern folgt, dann wird er auf das Ich des andern Menschen wirken, das frei ist. Wenn der Mensch seine Sätze so schreibt, daß er nicht logisch ist, sondern vor allen Dingen darauf bedacht ist, das zu schreiben, was dem andern gefällt, was bei dem andern die Begierden, Triebe, Instinkte, Leidenschaften erregt, dann wirkt er auf den Astralleib des andern, der nicht frei ist. Und das ist ein Kennzeichen unserer Zeit, daß so vielfach von Freiheit geredet wird, und daß die größte Sünde gegen die Freiheit eigentlich heute ausgeht von dem öffentlichen Reden in Wort und Schrift. Es wird eigentlich überall im öffentlichen Reden Wort und Schrift, Wort und Schreiben mißbraucht.

[ 25 ] People who seek not to convince but to persuade in this way usually use phrases and words that please others, whereas those who wish to speak the truth cannot always say what pleases others. For in our time, it is even the case that people generally do not like the truth. So even from the way a person writes their sentences, one can see: If a person writes their sentences in such a way that they are logical—so that one sentence follows from the next—then they will have an effect on the other person’s free “I.” If a person writes their sentences in a way that is not logical, but is primarily concerned with writing what pleases others—what stirs their desires, drives, instincts, and passions—then they influence the other person’s astral body, which is not free. And this is a hallmark of our time: that there is so much talk of freedom, and that the greatest sin against freedom actually stems today from public discourse, both spoken and written. In fact, spoken and written language is being misused everywhere in public discourse.

[ 26 ] Also sowohl die gewöhnlichen Lebensverhältnisse verstehen Sie besser, wenn Sie unterscheiden können zwischen Ich und astralischem Leib so, daß man auf das eine oder andere wirkt, wie Sie auch besser verstehen können eine solche Erscheinung, wenn vor dem Tode der Mensch wieder anfängt seine Schriftzüge zu kriegen, oder eine Sprache wieder anfängt zu sprechen, die er vergessen hat, oder unter einem moralischen Einfluß, den er sein ganzes Leben nicht beachtet hat, dasjenige ißt, was er sonst nie gegessen hat. Da können Sie sehen, wie das Ich in dem physischen Leib drinnensteckt und sich lockert.

[ 26 ] You will also gain a better understanding of ordinary life circumstances if you can distinguish between the “I” and the astral body in such a way that you can influence one or the other; likewise, you will be better able to understand a phenomenon such as when, before death, a person begins once again to recognize their own handwriting, or begins to speak a language they had forgotten, or, under a moral influence they had ignored their entire life, eats something they would otherwise never have eaten. There you can see how the “I” is embedded within the physical body and begins to loosen its grip.

[ 27 ] Weitere Frage: Herr Doktor hat das letzte Mal von Arsenik gesprochen. Heute ist in der Schweiz die Opiumfrage aktuell geworden. Im «Goetheanum- ist vor einiger Zeit ein Artikel von Dr. Usteri gestanden über die Mohnpflanze in Verbindung mit dem Opium. Könnte man über das Opium etwas hören?

[ 27 ] Another question: Last time, the doctor spoke about arsenic. Today, the issue of opium has become a topical one in Switzerland. Some time ago, the *Goetheanum* published an article by Dr. Usteri about the poppy plant in connection with opium. Could we hear something about opium?

[ 28 ] Weitere Frage: Vor ungefähr zwei Jahren ist die Einstein-Theorie in das Publikum gekommen. Heute hört man wenig mehr davon. Hat sich eigentlich diese Theorie bewährt, oder ist sie auch hinuntergeschwommen?

[ 28 ] Another question: About two years ago, Einstein's theory became widely known. Today, you hardly hear anything about it anymore. Has this theory actually stood the test of time, or has it also fallen by the wayside?

[ 29 ] Dr. Steiner: Nun, nicht wahr, über die Einsteinsche Theorie müßte ich lange reden, denn es ist schwer, die Einsteinsche Theorie kurz auseinanderzusetzen. Wenn man sie richtig verstehen will, braucht man nämlich mathematische Kenntnisse. Aber bei der Einsteinschen Theorie war das Merkwürdige dieses, daß alle Leute davon geredet haben und nichts davon verstanden haben, sondern nur auf Autorität hin darüber geredet haben, denn wie gesagt, man braucht einige mathematische Kenntnisse. Aber insofern man ohne mathematische Kenntnisse etwas verstehen kann - es ist heute dazu nicht mehr die Zeit —, will ich doch etwas auseinandersetzen, damit Sie sehen, inwiefern sie auf der einen Seite auf Wahrheit beruht, auf der andern Seite ein großer Irrtum ist. Gesprochen wird heute immer noch davon. Beim großen Publikum ist es so, daß es anbeißt, wenn irgend etwas durch die Zeitung verbreitet wird; aber es hält nichts fest. Das Publikum hat es heute vergessen, aber die einschlägigen Universitätsprofessoren sind heute Einsteinianer. Also bei den eigentlichen Gelehrten ist die Einsteinsche Theorie heute viel verbreiteter als vor Jahren. Ich werde das nächste Mal, soweit man es ganz populär tun kann, einiges davon auseinandersetzen. Ich muß dazu nur mehr Zeit haben, als wir es heute haben. — Hat jemand noch eine Frage sonst?

[ 29 ] Dr. Steiner: Well, you know, I would have to talk at length about Einstein’s theory, because it is difficult to explain it briefly. If one wants to understand it properly, one needs mathematical knowledge. But the strange thing about Einstein’s theory was that everyone talked about it without understanding a thing—they spoke about it solely on the basis of authority, because, as I said, you need some mathematical knowledge. But to the extent that one can understand something without mathematical knowledge—and there isn’t time for that today—I’d still like to explain a few things so that you can see to what extent it is, on the one hand, based on truth, and on the other hand, a great error. People still talk about it today. The general public tends to latch onto anything reported in the newspapers, but they don’t retain any of it. The public has forgotten it by now, but the relevant university professors today are Einsteinian. So among actual scholars, Einstein’s theory is much more widespread today than it was years ago. Next time, as far as I can explain it in very accessible terms, I’ll go into some of this in more detail. I just need to have more time for that than we have today. — Does anyone else have a question?

[ 30 ] Frage: Besonders den Unterschied zwischen Alkohol und dem Opium, den möchte ich wissen. Nach dem Artikel von Dr. Usteri ist anzunehmen, der Mohnsaft zieht hinauf, der Alkohol zieht hinunter.

[ 30 ] Question: I would especially like to know the difference between alcohol and opium. According to Dr. Usteri’s article, it can be assumed that poppy juice acts upward, while alcohol acts downward.

[ 31 ] Dr. Steiner: Sehen Sie, meine Herren, da müssen wir uns fragen: Wenn der Mensch Alkohol trinkt, was für ein Glied seiner Wesenheit wird da beeinflußt? Das Ich. Und das hat zu seinem Werkzeug physisch die Blutzirkulation. In der Blutzirkulation offenbart sich physisch der Einfluß des Alkohols auf das Ich. So daß der Mensch in dem, was eigentlich sein Leben ausmacht, in der Blutzirkulation, durch den Alkohol ganz besonders stark beeinflußt wird.

[ 31 ] Dr. Steiner: You see, gentlemen, we must ask ourselves: When a person drinks alcohol, which part of their being is affected? The “I.” And physically, the “I” uses the blood circulation as its instrument. The influence of alcohol on the “I” manifests physically in the blood circulation. Thus, in what actually constitutes a person’s life—the blood circulation—the person is particularly strongly influenced by alcohol.

[ 32 ] Beim Opium ist das so, daß es besonders stark gerade auf den astralischen Leib wirkt, und zwar so auf ihn wirkt, daß der Mensch ihn eben herauszieht aus dem physischen Leib. Sehen Sie, da ist es so, daß er dann dieses Herausziehen des astralischen Leibes aus dem physischen Leib als ein sehr großes Wohlgefühl empfindet. Er hat seinen physischen Leib für einige Zeit los, und das empfindet er als Wohlgefühl.

[ 32 ] With opium, the effect is such that it acts particularly strongly on the astral body—in such a way that the person actually draws it out of the physical body. You see, what happens is that the person then experiences this separation of the astral body from the physical body as a profound sense of well-being. They are free of their physical body for a time, and they experience this as a sense of well-being.

[ 33 ] Der Mensch sagt leicht, Sie werden das schon gehört haben: der Schlaf ist süß. Aber beim Schlaf ist es ja so, daß der Mensch diese SüRigkeit gar nicht so recht empfinden kann, weil er eben schläft! Er kann diese Süßigkeit nicht empfinden; er kann sie nur im Nachgeschmack haben. Und weil er sie im Nachgeschmack hat, so kommt es eben vor, daß die Leute sagen, der Schlaf ist süß. Aber wenn nun der Mensch den Mohnsaft, das Opium zu sich nimmt, dann spürt er diese Süßigkeit; denn eigentlich ist er so im Leib, wie wenn er schlafen würde, und ist zugleich wach. Dadurch kann er die Süßigkeit genießen, und dadurch fühlt er diese Süßigkeit und fühlt sich ungeheuer wohl darinnen. Es ist, wie wenn sein ganzer Leib mit Zucker durchdrungen wäre, mit einem ganz besonderen Zucker, durch und durch mit Süßigkeit. Aber zugleich ist sein astralischer Leib frei vom physischen Leib, und dadurch nimmt er, wenn auch nicht deutlich, allerlei wahr. Er hat nicht gewöhnliche Träume, sondern er nimmt die geistige Welt wahr. Er macht große Reisen durch die geistige Welt durch. Das gefällt ihm. Dadurch wird er hinaufgehoben, wie Sie sagen, in die geistige Welt. Beim Alkoholtrinken hingegen wird sein physischer Leib ganz in Anspruch genommen, bis ins Blut hinein. Da wird sein astralischer Leib nicht frei. Da wird alles noch mehr vom physischen Leib in Anspruch genommen. Daher wird der Mensch, wenn er Alkohol trinkt, eben ganz vom physischen Leib in Anspruch genommen, viel mehr als er sonst in Anspruch genommen wird. Das ist eben der Unterschied. Beim Opium wird das Geistig-Seelische frei, genießt erstens den physischen Leib in seiner SüBigkeit, zweitens aber macht es Reisen, wobei es zwar etwas ungeordner, aber immerhin in die geistige Welt hineinkommt. Und die Orientalen haben vieles von dem, was sie in nicht richtiger Weise, aber doch von der geistigen Welt beschreiben, vom Opiumgenuß, Haschisch und dergleichen.

[ 33 ] People are quick to say—as you’ve probably heard—that sleep is sweet. But the thing about sleep is that a person can’t really perceive this sweetness at all, precisely because they’re asleep! They can’t perceive this sweetness; they can only experience it as an aftertaste. And because they experience it in the aftertaste, that is precisely why people say that sleep is sweet. But when a person ingests poppy juice—opium—then they feel this sweetness; for in reality, their body is in a state as if they were sleeping, yet they are awake at the same time. This allows them to enjoy the sweetness, and through it they feel this sweetness and feel immensely at ease within it. It is as if their entire body were permeated with sugar—a very special kind of sugar—filled through and through with sweetness. But at the same time, their astral body is free from the physical body, and through this they perceive all manner of things, even if not clearly. They do not have ordinary dreams, but rather perceive the spiritual world. They undertake great journeys through the spiritual world. This pleases them. Through this, they are lifted up, as you say, into the spiritual world. When drinking alcohol, on the other hand, his physical body is completely occupied, right down to the blood. In this case, his astral body does not become free. Everything is occupied even more by the physical body. Therefore, when a person drinks alcohol, he is completely occupied by the physical body—much more so than he normally is. That is precisely the difference. With opium, the spiritual-soul aspect is set free; first, it enjoys the physical body in its sweetness, but second, it goes on journeys, entering the spiritual world—albeit somewhat haphazardly, but entering it nonetheless. And much of what the Orientals describe—not entirely accurately, but still describing the spiritual world—comes from the use of opium, hashish, and the like.

[ 34 ] Das sind die Dinge, die Ihnen wiederum zeigen, wie man solche Dinge gar nicht anders verstehen kann, als daß man eben auf die höheren Glieder der menschlichen Natur Rücksicht nimmt.

[ 34 ] These are the things that, in turn, show you that there is no other way to understand such matters than by taking into account the higher aspects of human nature.

[ 35 ] Nun wollen wir am nächsten Samstag um neun Uhr die Sache fortsetzen.

[ 35 ] Now let's continue this next Saturday at nine o'clock.

Chalkboard 1
Chalkboard 1
Chalkboard 1
Chalkboard 1