Der Kreislauf des Menschen
innerhalb der Sinnes Seelen und Geisteswelt
GA 68b
17 Februar 1908, Leipzig
35. Die Naturwissenschaft am Scheidewege
[ 1 ] Es ist nun mehr als 100 Jahre her, seit Schiller den bedeutsamen Ausspruch tat: Naturwissenschaft und Philosophie werden noch lange getrennte Wege gehen, um sich dann in einer fernen Zeit in Harmonie zusammenzufinden.
[ 2 ] Sind wir in einer gewissen Beziehung dem Zeitraum der Versöhnung näher gerückt? Als Philosoph kam Schiller seinerzeit zu dem Bekenntnis und der Beobachtung, dass hinter dem Physischen geistiges Leben sei.
[ 3 ] Was wir Theosophie heute nennen, bringt uns eine andere Art der Erkenntnis der geistigen Welt. Auch die Naturwissenschaft hat in einem Jahrhundert viel erlebt. Jene Erkenntnis der geistigen Welt leuchtet hinein in das, was für uns wichtig ist, sie spricht in unsere Gefühls- und Gemütswelt. Es könnte nun scheinen, dass wir von Verständigung zwischen Naturwissenschaft und Philosophie entfernt wären. Solche, die nur mit halbem Verständnis irgendeinen theosophischen Vortrag hören oder darüber lesen, meinen oft, Theosophie sei leeres Geschwätz, sei Phantasterei, und der Theosoph, der unter dem Einfluss und der Hypnose des naturwissenschaftlichen Glaubensbekenntnisses steht, findet das auch gerechtfertigt. Theosophie gilt bei vielen als vorübergehende Modetorheit.
[ 4 ] Heute will ich Ihnen ein Bild geben, wie es heute wirklich steht zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. In großen Zügen will ich Ihnen das Bild der naturwissenschaftlichen Anschauungen aufrollen, und Ihnen zeigen erstens den Widerspruch und wie Theosophie dazu steht, und zweitens wollen wir sehen, wie das menschliche Leben dazu steht.
[ 5 ] Was liegt eigentlich dieser Welt zugrunde? Zuerst wollen wir sehen, was der Verstand daraus machen kann. Blicken wir hinaus, so umgibt uns die Tonwelt, die Farbenwelt, die Welt der Geruchs, Geschmacks- und Gefühlswahrnehmungen. Alles das stürmt auf unsere Sinne ein. Nun hat sich im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts ein gewisses naturwissenschaftliches Glaubensbekenntnis gebildet. An unsern Bildungsanstalten wird heute das Bild nicht mehr so stark betont, aber durch Bücher und so manche Kanäle hat es sich so verbreitet, dass im Allgemeinen angenommen wird, dem sei so. Da fragt man, was liegt hinter diesen Wahrnehmungen? Aus scheinbar vollwichtig naturwissenschaftlicher Voraussetzung nimmt man an, dass alle diese Mannigfaltigkeit eigentlich nur in unserer Sinneswahrnehmung vorhanden ist.
[ 6 ] Viele betonen, dass zum Beispiel Farbe nur in uns liegt, draußen lebt schwingende bewegte Materie. Farbe entspringe aus Ätherschwingungen. Schließen wir das Auge, so sei kein Rot da, es sei farblos bewegte Materie. Gehen wir in dieser Richtung weiter und nehmen an, alle Wesen verlören die Augen, so gäbe es kein Rot mehr, nur farblos schwingende Äthermaterie.
[ 7 ] So ist es nicht nur in Bezug auf Farbe vorgestellt worden, sondern auf alle Sinneswahrnehmungen. Damals sagte man zum Beispiel: Wenn du deine Hände in einen Kessel mit heißem Stoff tauchst und Wärme spürst, so ist diese Wahrnehmung nur in deinem Gefühl enthalten, im Kessel ist nur bewegte Materie. Wenn kein Auge da wäre, wäre die Welt finster und farblos, nur bewegte Materie. Nehmen Sie alle Wesen weg, bleibt bewegte Materie. — Sie sagten ferner: Hinter der Mannigfaltigkeit unserer Wahrnehmungen ist die Welt angefüllt mit sich stoßenden Materieteilchen; die geben Farbe und Wärme.
[ 8 ] In der Zeit gab es einige folgerichtige Gelehrte, die heute nicht sehr hoch stehen, die aber den Mut hatten, diese Anschauungen folgerichtig durchzudenken und Schlüsse zu ziehen. Büchner, [Vogt], Moleschott: Wie ist ihnen das Bild der Welt erschienen? Es ergibt sich die notwendige Folge, dass auch der Mensch aus nichts anderem besteht als aus bewegten Atomen und Molekülen.
[ 9 ] Was geschieht da? Hier stehen Sie, dort steht die Welt, und da steigt die ganze Welt auf, die Sie sich einbilden. Es ist unmöglich, dass das bloß Theorie blieb. Für diese Denker blieb es nicht Theorie. Sie sagten: Wenn der Mensch nichts anderes ist als wirbelnder Stoff, dann ist Tod ein Auseinanderfallen, und alles Sein, das sich fortsetzen soll, ist ein Wahn. Sie betrachteten alles Reden über Unsterblichkeit als ein Spielen mit Worten, was der Vergangenheit angehören sollte.
[ 10 ] Helmholtz, ein vorsichtiger Denker, nennt alle Sinneswahrnehmungen Zeichen des objektiven Daseins.
[ 11 ] Nun fand man, dass diese Stoffe, welche die Materie umgeben, sich zergliedern lassen, und unterschied 70 verschiedene Stoffe. Man sagte sich: Aller Stoff im Raume ist in kleinste Teile zerteilt, in körnchenartigen Stoff. Man stellte sich vor, dass Wasser so entsteht: Sauerstoff und Wasserstoff stehen sich in kleinsten Teilen gegenüber, und wenn sie durcheinandermarschieren, dann umhalsen sie sich und sind Wasser.
[ 12 ] Was ist denn nun eigentlich ewig? Ewig ist nur das Atom eines einfachen Elementes. Die Wissenschaft macht das Atom zu seinem Fetisch, zu seinem Götzen. Alles andere ist ein Auf- und Abwogen von Materie. Alles verschwindet im Tode, die Welt ist Dunst und Nebel, dahinter liegt das ewige Atom.
[ 13 ] Nun wollen wir die zweite Frage betrachten und wollen sehen, wie das menschliche Leben dazu steht. Als die Frage entstand: Woher ist der Mensch gekommen, woher stammt er? — hat man gefunden: Der Mensch entstand aus niedrigen, unvollkommenen Lebewesen. Man hat gesagt, Sprechen, Denken, sittliches Empfinden ist nur Ausgestaltung dessen, was das Tier auch hat. Das Tier hat Stimme, zeigt Erinnerung; einen Anklang an religiöse Gefühle zeigt der Hund in der Treue, mit der er seinen Herrn verehrt; es sind Anklänge an des Menschen Gefühle seinem Gott gegenüber.
[ 14 ] Stellen wir dagegen die zwei Bilder der theosophischen Weltanschauung an die Stelle. Für sie sind Farbe, Wärme, Eigenschaften, wirklich Daseiendes. Erleben können wir Farbe, Ton, Geruch, Geschmack, Gefühl; und wenn wir sie wie Farbe, Härte und so weiter an einem Dinge finden, so erkennen wir einen materiellen Körper. Für den Theosophen sind heute diese Sinnesempfindungen etwas, was erlebt, erfahren werden kann. Wer geistig sieht, sieht den wirkenden Geist.
[ 15 ] Wie sich das Eis zum Wasser verhält, so verhält sich für die geistige Forschung das Materielle zum Geist. Theosophie sieht, grob gesprochen, in allem Materiellen verdichteten Geist. Ton, Farbe, selbst Bewegung ist verdichteter Geist. Was wir dahinter sehen, wissen wir, da wir es selbst erleben. Forschen wir in unserem Inneren, so spüren wir Geist; wir sehen den wirksamen Geist in den Dingen, den Geist, aus dessen Substanz wir selbst bestehen.
[ 16 ] Was hat die Geisteswissenschaft gegen die atomistische Weltanschauung zu sagen? Wir fragen: Was soll das Atom sein? Was nicht gefärbt, was nicht schmeckt, das können wir nicht als Realität ansehen, als Wirklichkeit. Farbe hat ja das Atom nicht, nein, denn diese wird durch die Bewegung der Materie hervorgerufen. Atom wäre Hirngespinst, wenn es als Wirklichkeit hingestellt würde.
[ 17 ] Wie hat sich die Naturwissenschaft zu dieser atomistischen Weltanschauung gestellt? Du Bois-Reymond sprach sich in einem Vortrage dahin aus, was ich hier kurz andeute, dass der echte, wahre Naturforscher alles auf bewegte Materie zurückführt, was er in der Welt wahrnimmt. Er sagte damals etwas, was heute für die Geisteswissenschaft wichtig ist. Er wiederholte Leibniz, welcher sagt: Man denke sich, dass das menschliche Gehirn so groß sei, dass man sich hineinversetzen könnte. Wenn nun die Seele die Wahrnehmung hat, ich sehe Rot, ich rieche Rosenduft, ich höre Orgelton, da würde man untersuchen können, wie sich gewisse Teile von Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff bewegen. Die Bewegung im Gehirn wäre auch zu sehen, aber die Empfindung «ich sehe Rot» ist nicht zu verstehen. Du Bois-Reymond sagt: Niemals wird eine Brücke geschlagen werden, es ist nie einzusehen, wie die Atome sich bewegen. Er schloss die Betrachtung daran: Betrachten wir einmal einen schlafenden Menschen. Für ihn ist in ein unbewusstes Dunkel hinuntergesunken: ich sehe Rot. Was da im Bett liegt, kann der Naturforscher erklären, wenn aber morgens auftaucht: «ich sehe Rot», so können wir keine Brücke schlagen zu dieser Empfindung. «Ignorabimus» — wir werden niemals erkennen. Der Naturforscher kann niemals eine Brücke schlagen zum Geistigen.
[ 18 ] Hier folgt eine andere Anschauung. Ich will anknüpfen an eine Naturforscherversammlung. Der Chemiker Ostwald zeigte in seiner Rede «Überwindung des Materialismus»: Die Annahme von einem Materiellen hinter der Erscheinung hat keinen Sinn. Was dahinter liegt, sind Kräfte, Energie. Beim Schlag, den du empfängst, interessiert dich zunächst die Kraft des Schlages. So trat eine Summe von Kraft an die Stelle von einer Summe von Atomen. Wir sehen daran, wie einem denkenden Naturforscher Zweifel kamen. Hierauf kam ein Naturforscher mit der Anschauung, der Mensch stamme vom Affen ab, von unvollkommenen Lebewesen.
[ 19 ] Was hat die Geisteswissenschaft anstelle dieses Bildes zu setzen? Was ist der Geistesforschung der schlafende Mensch? Es wäre doch Unsinn, wenn die ganze Summe von Erlebnissen am Abend verginge, um am nächsten Morgen sich wieder einzustellen. Was Träger ist von «ich sehe Rot», ist nicht vereinigt mit dem schlafenden Menschen. In der theosophischen Weltanschauung kennen wir vier wirkliche Glieder der menschlichen Wesenheit: Physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und das «Ich». Physischer und Ätherleib sind für uns, grob gesprochen, verdichteter astralischer Leib. Der astralische Leib ist nichts anderes als das Durcheinanderfluten von Schmerz, Freude, Leid, von inneren Erlebnissen. — Materielle Vorgänge sind die Wirkungen geistiger Vorgänge.
[ 20 ] Hierauf ist gesagt worden: Ihr werdet euch doch nicht einbilden, dass Schmerz und Leid frei im Raume herumschwingen? — Diese «große Dummheit» ist wahr.
[ 21 ] Wie ist die materielle Wirkung [des] Geistigen? Zwei Vorgänge will ich erwähnen: Das Schamgefühl und das Angst- und Schreckgefühl. Es sind seelische Vorgänge. Das Blut kommt in eine andere Verteilung im Organismus.
[ 22 ] Es gibt eine materialistische Weltanschauung: Pragmatismus — nach ursächlicher Wirkung Zusammengestelltes —, welche sagt: Der Mensch weint nicht, weil er traurig ist, sondern er ist traurig, [weil] er weint.
[ 23 ] Sie wissen, dass der seelische Vorgang des Angstgefühles materielle Wirkungen hervorruft. Dasjenige, was heute nur als eine Art Rest erscheint, war in der Vorzeit in einem viel größeren Maße vorhanden.
[ 24 ] Was ist uns der schlafende Mensch für die Geisteswissenschaft? Physischer und Ätherleib. Der Astralleib mit dem Ich ist herausgehoben. In Zukunft, wenn wir astrale Eigenschaften entwickelt haben, dann werden wir im Schlaf mehr wissen wie am Tag. Was hat der astrale Leib zu tun in der Nacht? Er ist beschäftigt, die Ermüdung, die sich anhäufte, wegzuschaffen. Der Materialist wird auch da sagen: Weißt du nicht, dass die Wissenschaft die Ermüdungsgründe kennt? Hierauf ist zu antworten - ein [Gleichnis]: Ein Mensch gibt einem andern eine tüchtige Ohrfeige. Ein Dritter sagt: Ich weiß ganz genau, Zorn ist der Grund. Der andere sagt: Du Phantast, du redest von seelischem Geschehen, ich habe nur gesehen, wie er die Hand hob und zuschlug.
[ 25 ] Physische Vorgänge sind nur der Ausdruck geistiger Vorgänge. Diese Arbeit des Astralleibes betrachten wir nur als Nachzügler von bedeutsamen Vorgängen der Vorzeit. Beim heutigen Menschen arbeitet den dritten Teil des Tages der Astralleib von außen. Gehen wir zurück in der Zeit, da arbeitete er die weitaus größere Zeit außer dem Leibe, da hatte er nicht Zeit, die Ermüdung fortzuschaffen, sondern arbeitete daran, die Form umzubilden. Damals hat er den unvollkommenen Leib herausgestaltet. Aber, wenn er auch früher nur kurz untertauchte, hatte er doch eine mächtige Wirkung auf die Umgestaltung des physischen Leibes. Früher war er noch ganz astralischer Leib.
[ 26 ] Der Mensch hat begonnen als Geist. Ein Bild der Entwicklung will ich Ihnen geben: Denken Sie sich viele Klumpen Wassers. Nehmen wir an, ein Teil im Innern bilde sich zu Eisklümpchen; bei einigen würde das Eisklümpchen herausfallen, bei andern würde es drin behalten. Bei diesen Letzteren kann das Eisklümpchen größer und größer werden. Nun ließen einige von diesen wieder ein größeres Eisklümpchen herausfallen. Die Herausfallenden blieben auf ihrer Stufe stehen, die Drinbleibenden entwickelten sich weiter, bis ein jedes im Wasser sein eigenes Abbild geschaffen hatte. Das ist das Bild des Menschen.
[ 27 ] Der astralische Mensch bildet sich einen winzigen physischen Leib. Bei einem Teil fiel er heraus. Das sind heute die unvollkommensten Lebewesen. Bei anderen, bei denen die Entwicklung weiterging, wo mehr hineingekraftet wurde, ergaben sich die Fische; dann folgten andere Tiere bis zur Entwicklung des Menschen. Die Stufen seiner fortlaufenden Entwicklung ließ er zurück in den Tieren. Sie sind entartete Entwicklung des Menschen.
[ 28 ] Die Vervollkommnung besteht darin, dass er das, was er vorher nur innerlich hatte, in einem äußeren materiellen Bilde zum Ausdruck bringt.
[ 29 ] Wie stellt sich die Naturwissenschaft zum eigenen Bilde der Entstehung aus dem Affen? Einige Naturforscher kamen dahin, zu sagen: Nein, wenn wir den Affen betrachten, können wir nimmermehr die Annahme rechtfertigen, dass der Affe der Vorfahre des Menschen sei. Wir können die dazwischen liegende Form nicht auffinden. Das Säugetier können wir nur nach abwärts verfolgen, der Mensch ist im Aufstieg. So ist die Naturwissenschaft richtig auf dem Wege. Nur kann sie sich noch nicht vorstellen, dass das, was den Menschen herausbildet, geistiger Art ist; wir sehen sie aber in der Richtung, des Menschen Ursprung im Geistigen zu suchen.
[ 30 ] Eine neue Entdeckung hat aber eine Revolution in der Naturwissenschaft hervorgerufen: das Radium. Was liegt in dieser Entdeckung vor uns? Die Tatsache, dass es Substanzen, Stoffe gibt, die ganz verschiedene Wirkung haben, Wirkungen auf fotografische Platten u.a. Auf diese wirken Gasausströmung, elektrische Luft. Diese Eigenschaft verliert es nach einiger Zeit und gewinnt es dann wieder. Es ist das Uransalz.
[ 31 ] Ich erwähne hier, was die Naturforschung an Umbildung gelernt hat. Sie hat sich gezwungen gesehen zu Folgendem: Früher verkündete sie: Atom ist das Ewige, ist unzerstörbar. Nun hat sie gelernt: Dieses Atom zerfällt, wird zerklüftet.
[ 32 ] Und die Sache ging weiter. Der englische Gelehrte Ramsay zeigt, wie abgezweigter Stoff in ganz anderen Stoff übergeht, an dem Metall Helium. Hier möchte man sagen: Da sind die Träume der alten Alchemisten erfüllt. Wenn aber ein Stoff in den andern übergeht, wo bleibt denn da das Ewige?
[ 33 ] Balfour, der englische Minister, erklärte in seinem Vortrag über Weltanschauung, Atom wäre eine im Raume hinfließende Elektrizität.
[ 34 ] Andere haben gesagt: Wenn Chlor und Kupfer sich miteinander verbinden, dann geht noch etwas anderes vor. Wenn sie ineinandermarschieren, dann wird Wärme frei, die strömt heraus. Das Eigentümliche ist, dass diese Wärme die gleiche sein muss, wenn Chlor und Kupfer sich trennen. Wir stellen uns das vor wie Säcke, die aufgeplustert sind von Wärme. Wenn man sie frei macht und ihnen dann wieder die Wärme gibt, dann werden sie wieder aufgeplustert. Atome sind Hüllen, ihr Inneres ist Wärme. Sie selbst sind nichts anderes als verdichtete Wärme. Heute nennt die Naturwissenschaft Materie verdichtete Elektrizität. Sie ist auf dem Wege, Materie als verdichteten Geist zu erkennen.
[ 35 ] So haben wir auf zwei Gebieten gesehen erstens, ein durchsichtiges klares Bild der Welt, und zweitens, dass die naturwissenschaftlichen Tatsachen hinausdrängen auf das Geistige.
[ 36 ] Die Lehre der Atomwelt steht auf dem Boden der Phantastik. Die Theosophie ist eine Auflösung jeglicher Phantastik. Die Tatsachen selbst werden hereinleuchten und zeigen, wie das Atom zerklüftet wird. Die Naturwissenschaft ist auf dem Wege hinauf zur Geisteswissenschaft. Wir sehen, wie Theosophie hineinleuchtet, und was unsere Augen sehen, wird erklärbar bis zu unserm physischen Dasein.
[ 37 ] Wir stehen an der Schwelle einer neuen Zeit. Damals war die Naturwissenschaft erdgebunden, heute wird sie durch die neuesten Forschungen hinauf zum Geistigen gedrängt.
[ 38 ] Naturwissenschaft und Philosophie müssen Versöhnung erleben. Sie wird kommen zum wahren Heil und zum Fortschritt des Menschengeschlechts.
