Der Kreislauf des Menschen
innerhalb der Sinnes Seelen und Geisteswelt
GA 68b
17 Januar 1909, Pforzheim
36. Die Naturwissenschaft am Scheidewege
[ 1 ] Sagen und Märchen drücken oftmals in ihrer Einfachheit das Sehnen und Suchen der menschlichen Seele besser aus als die Probleme, Philosophien und Fragen, die der Verstand aufstellt. Deshalb darf es vielleicht auch gestattet sein, heute, wo wir Betrachtungen anstellen wollen über das Verhältnis von naturwissenschaftlichem Bekenntnis und geisteswissenschaftlicher Weltanschauung, an ein uns allerdings weit entlegenes Märchen zu erinnern, an ein mongolisches Märchen, das einem wirklich ein Gefühl davon erwecken kann, was der Mensch bei all seinem Erkennen und Forschen ersehnt. Dieses mongolische Märchen sagt: Eine Frau, die ein Auge an der Stirn hat, also kein zweites Auge, nur ein Auge, durchwandert die weite Welt, und alles, was ihr begegnet, jeder Stein, jeder Gegenstand, wird von ihr aufgenommen, gehoben zu dem einen Auge, angesehen und dann weit weggeschleudert, und ein Gefühl bitterer Enttäuschung drückt sich dabei auf dem Antlitz der Frau aus. Das Märchen sagt uns weiter, dass die Frau ihr einziges Kind verloren hat, darüber zum großen Teil um die Besinnung gekommen ist, und nun durch die weite Welt wandert, ihr Kind wieder zu suchen. In jedem Stein, in jedem Gegenstand glaubt sie, ihr Kind aufheben zu können, und immer wieder und wieder muss sie merken, wie sie sich getäuscht hat, und schleudert den Gegenstand aus ihrer Enttäuschung heraus weit von sich weg.
[ 2 ] Mit einer gewissen Wehmut kann dieses Märchen anklingen lassen in unserer Seele jene Stimmung, die wohl der Mensch des Öfteren entwickeln kann, jene Stimmung, die aus dem Suchen und Sehnen der menschlichen Seele nach Wahrheit kommt. Etwas sucht der Mensch; er weiß, dass er in einer gewissen Beziehung ohne den Gegenstand dieses Suchens nicht leben kann, dass dieser Gegenstand zusammenhängt mit dem, was ihm das Wichtigste, das Bedeutungsvollste ist. Und er sucht und sucht in der ganzen Welt. Alle Dinge greift er auf, weil er ahnt, dass hinter allen Dingen etwas Geheimnisvolles sich verbergen muss, was ihm endlich die Wahrheit enthüllen soll. Und immer wieder und wiederum kann es sein, dass der Mensch durch die Gegenstände, die er da und dort findet und durch die er die Erkenntnis der Lebensrätsel finden wollte, dass er sich getäuscht sieht und diese Gegenstände wieder wegwerfen muss.
[ 3 ] Und fast könnte man meinen, wenn man die Dinge oberflächlich besieht — mit Bedacht sei es gesagt —, fast könnte man versucht sein, zu glauben, dass die menschliche Seele seit der Entwicklung der Menschheit, da, wo es sich um die tieferen Wahrheiten handelt, selbst eine solche Sucherin sei wie jenes Weib im mongolischen Märchen. Insbesondere wird heute gegenüber dem, was die Zeitkultur dem Menschen bieten kann für sein Streben und Suchen nach Wahrheit, insbesondere wird heute bei vielen eine solche Stimmung auftauchen können, denn wir leben in einer Zeit, in welcher in weitesten Kreisen jene Befriedigung und jene Seligkeit aus den Herzen gewichen ist, die einstmals den Menschen überkam, wenn er aus den alten Überlieferungen, aus den religiösen Überlieferungen heraus sich Antwort suchte auf die großen Rätselfragen des Daseins.
[ 4 ] Viele unserer Zeitgenossen sagen sich, ach, was da die Menschen geglaubt haben über geistige, über seelische Welten hinter dem physischen Dasein, das seien doch nichts anderes als kindliche Phantasien gewesen, die Menschheit sei nun eingetreten in das Mannesalter, in das Reifestadium; bewunderungswürdige Ergebnisse habe die äußere Wissenschaft, insbesondere im letzten Jahrhundert, dem Menschengeist gegeben, und es gezieme sich heute für den Menschen nur, sich auf Grundlage dieser sicheren Ergebnisse der Naturwissenschaft eine Weltanschauung aufzubauen. Und es müssten schwinden aller alter Glaube und Vorurteile, alle alten Phantasievorstellungen der Völker. Und wir haben es gehört von manchem echten und ehrlichen Wahrheitsstreben in der Zeit, in der die sogenannte Aufklärung die weitesten Kreise ergriffen hat, dass derjenige, der auf die Ergebnisse der Naturwissenschaft schaut, nicht anders kann als über Bord werfen die überkommenen alten Naturanschauungen und sich einzig halten an das, was der feste Boden der Tatsachen zeigt.
[ 5 ] Aber manche Seele hat demgegenüber das Gefühl niemals überwinden können, dass — so bewunderungswürdig und großartig die Ergebnisse der Naturwissenschaft, so gedankentief und gedankeneinschneidend die Bekenntnisse sind, die kühne Geister aus diesen Tatsachen gezogen haben —, dass denn doch diese äußere Wissenschaft dem Menschen eher die Rätsel vermehrt als vermindert hat. Und so steht denn mancher, wenn er irgendein populäres Buch über diese Dinge, zum Beispiel Haeckels «Welträtsel» oder seine «Natürliche Schöpfungsgeschichte», etwa in die Hand nimmt, da und sagt sich: Ja, eigentlich ist das, was mir hier geboten wird, nicht eine Lösung der großen Rätselfragen des Daseins, sondern ein noch größeres Rätsel selbst.
[ 6 ] Auf der anderen Seite aber müssen wir sagen — und es ist wichtig, dass wir es nicht außer Acht lassen — dass derjenige, der sich heute einlebt in das naturwissenschaftliche Gebiet, der ehrlich und aufrichtig sich aus diesem naturwissenschaftlichen Gebiet heraus eine Weltanschauung zu erringen bestrebt ist, dass der es im Grunde genommen mit all dem sehr schwer hat, was in einer gewissen Beziehung noch von anderen Voraussetzungen ausgeht als die Naturwissenschaft. Da sehen wir in der heutigen Zeit zwei Richtungen: Die eine ist diejenige, die sich ein Weltgebäude bilden will allein auf Grundlage der äußeren naturwissenschaftlichen Tatsachen. Und wir sehen eine andere Geistesrichtung, welche geradezu die geisteswissenschaftliche, oder - wie man gewohnt geworden ist, sie zu nennen — theosophische ist, eine Geistesrichtung, welche wiederum hinweisen will auf die geistigen Tatsachen und geistigen Wesenheiten hinter der physisch-sinnlichen Welt. Diese Geisteswissenschaft sagt uns: Gewiss, bewunderungswürdig sind die großen Leistungen der Naturwissenschaft, und besonders im neunzehnten Jahrhundert sind großartige, bewunderungswürdige Instrumente und Methoden erfunden worden, durch welche der Mensch in die fernsten Himmelsräume hineinzuschauen vermag. Alles das ist gewiss bewunderungswürdig, aber das entbehrt alles doch eines Instrumentes: desjenigen, durch das der Mensch in die geistige Welt hineinschauen kann.
[ 7 ] Es gibt ein solches Instrument, aber dieses Instrument muss nicht minder sorgfältig hergerichtet werden, wenn es brauchbar sein soll, als irgendein Instrument der äußeren Wissenschaft. Dieses Instrument ist kein anderes als der Mensch selbst.
[ 8 ] Von zwei Grundsätzen geht alle Geisteswissenschaft aus: erstens, dass es eine geistige Welt hinter der sinnlichen gibt; zweitens, dass der Mensch imstande ist, in diese geistige Welt mit seinem Erkenntnisvermögen einzudringen, einzudringen allerdings nicht, wenn man auf dem Standpunkte steht, dass man so bleiben will, wie man eben jetzt ist. Denn dazu ist notwendig, dass der Mensch gewisse Kräfte und Fähigkeiten, die für das gewöhnliche Leben in seiner Seele schlummern, erst erwecke, dass er zuerst sich hinaufentwickelt zu diesen Fähigkeiten, zu dem Standpunkte, den wir nicht anders bezeichnen können als den der «Erweckung».
[ 9 ] Es kann für den Menschen der große Moment eintreten, wo es ihm in Bezug auf das Seelisch-Geistige so gehen wird wie einem Blindgeborenen, der operiert wird.
[ 10 ] Wenn wir in diesen Saal hereinführen einen Blindgeborenen — der sieht nichts von dem Licht und den Farben, die uns umgeben. Wenn wir nun aber das Glück hätten, ihm hier das Augenlicht zu geben, sodass er dann plötzlich eine Welt um sich erblickte, die zwar vorher auch um ihn gewesen ist, wenn er sie auch nicht hat wahrnehmen können — eine physische Erweckung zum Sehvermögen würde für ihn eingetreten sein.
[ 11 ] In keinem anderen Sinne behauptet die Geisteswissenschaft die Wirklichkeit, die Tatsächlichkeit der geistigen Welt, als wie der Blinde von einer Welt von Licht und Farben umgeben ist, wenn er sie auch nicht wahrnimmt. Um uns herum, innerhalb unserer gewöhnlichen Welt ist auch die geistige Welt, die höhere Welt. Es handelt sich nur darum, dass der Mensch sie sehen lernt, dass er zu dem vordringt, was Goethe die Augen des Geistes, die Ohren des Geistes nennt. Dann gestaltet sich der Mensch zu einem Instrument, um sozusagen Neues um sich herum zu sehen.
[ 12 ] Wenn wir in diesem Sinne von der geistigen Welt sprechen und dann dasjenige mitteilen, was der Seher, der Erweckte, in dieser geistigen Welt schaut, was er erkennen lernt, was er als die Urgründe dieses Daseins dort kennenlernt, dann hat derjenige, der heute fest auf dem Boden der Naturwissenschaft steht, große Schwierigkeiten des Verständnisses gegenüber solchen Mitteilungen. Es hieße nun aber ganz und gar ungerecht sein, wenn man bösen Willen oder derartiges voraussetzen wollte bei dem, der den Geisteswissenschafter für einen Träumer oder Phantasten hält. Denn das, was man nennt «Feststehen auf dem Boden der Naturwissenschaft», das lässt den Menschen sehr schwer los von den Denkgewohnheiten und lässt ihn sehr schwer das anerkennen, was zunächst in der Geisteswissenschaft anerkannt werden muss.
[ 13 ] Gewiss, man kann sagen: Was hilft es uns, wenn sich einzelne Menschen zu einem solchen Instrument machen und uns das oder jenes erzählen aus der geistigen Welt, was nützt das einem, wenn man es nicht selbst schauen kann? Aber sagen Sie nun doch, hat denn derjenige, der Naturwissenschaft studiert, alles das selbst gesehen, was er da lernt? Das ist gewiss nicht der Fall. Wie man sich da auf die Richtigkeit der Methoden verlässt, wie man sich an das hält, was man durch die Instrumente, das Mikroskop und so weiter wahrnimmt, so könnte es wohl auch in der Geisteswissenschaft sein. Aber so liegen die Sachen nicht einmal. In der Geisteswissenschaft wird es dem Menschen sogar leichter gemacht als in der gewöhnlichen Naturwissenschaft. Es kann nicht oft genug betont werden, dass man forschen und untersuchen in der geistigen Welt nur kann, wenn man diejenige Methode anwendet, die für diese Forschung angewendet werden muss und die in «Lucifer - Gnosis» geschildert ist in dem Aufsatz «Wie erlangt man Erkenntnis der höheren Welten». Wenn man das auf sich anwendet, dann merkt man schon, wie wenig das Phantastik oder Träumerei ist.
[ 14 ] So kommt man denn dazu, die geistige Welt hinter der sinnlichen zu sehen. Gewiss, man kann es, aber wenn dann diejenigen, die dieses auf sich angewendet haben, die Ergebnisse erzählen, dasjenige erzählen, was sie geschaut und erlebt haben, dann reicht der ganz gewöhnliche, vorurteilslose Menschenverstand hin, um es auch zu begreifen. Forschen, untersuchen kann man nur, wenn man diese Methode auf sich angewendet hat. Um zu erkennen, dass das Erzählte richtig ist, dazu gehört nur ein vorurteilsloser, gesunder Menschenverstand. Dieser Menschenverstand darf allerdings nicht getrübt werden durch allerlei Suggestionen und Vorurteile. Die Geisteswissenschaft macht es im Grunde genommen den Menschen leichter als die Naturwissenschaft. Sie fordert nur, dass das, was der Seher zu erzählen weiß, vorurteilslos, logisch geprüft werde, dann wird man schon finden, dass es innerlich zusammenstimmt und logischer Prüfung standhält.
[ 15 ] Trotzdem wird es schwer, den Ergebnissen der Geisteswissenschaft seine Zustimmung zu geben, wenn man auf dem Boden einer mehr materialistischen Weltauffassung steht. Das kann uns in einer gewissen Beziehung durch unsere heutige Betrachtung klar werden.
[ 16 ] Zuerst wollen wir dasjenige vor unser Auge hinstellen, wodurch sich die beiden Geistesströmungen, die in unsere Gegenwart hereinspielen, unterscheiden: Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft — diejenige Wissenschaft, die auf bloß äußere Tatsachen aufgebaut ist.
[ 17 ] Gehen wir einmal von einem Punkte aus. Gehen wir von demjenigen aus, was mit unserer eigenen Menschwerdung zusammenhängt. Durch gewaltige Fortschritte hat es das neunzehnte Jahrhundert dazu gebracht, nachzuweisen, dass Verwandtschaft zwischen den Menschen und den höheren Tieren besteht. Wer wollte gegen den umfassenden Tatsachensinn und das ungeheure Kombinationstalent Charles Darwins irgendetwas einwenden? Wer wollte leugnen, dass durch Ernst Haeckel ganz Gewaltiges geleistet worden ist in der Durchdringung der inneren Tatsachen in der Entwicklung der Lebewesen bis herauf zum Menschen? Soweit es sich um Tatsachen handelt, müssen wir vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus voll anerkennen, was Großes und Bedeutsames geleistet worden ist. Gegen Tatsachen etwas einzuwenden, das hieße nicht Wissenschaft treiben, sondern das hieße wahnsinnig sein.
[ 18 ] Aber nun kommt etwas anderes in Betracht. Die Naturwissenschaft des neunzehnten Jahrhunderts hat aus dieser Summe von Tatsachen eine Art Glaubensbekenntnis hergeleitet, ein Glaubensbekenntnis, welches im Grunde genommen durchaus nicht ein notwendiges Ergebnis der Tatsachen ist, aber von vielen geglaubt wird als solches. Es wird da gesagt: Der Mensch mit seinen von uns anerkannten Vollkommenheiten, er hat sich herausentwickelt aus der niederen Tierwelt, und es wird die Linie verfolgt von dem einfachsten, untergeordnetsten Lebewesen bis herauf zum Menschen. Und es soll dargetan werden, dass diese einfachsten Lebewesen bis herauf zum Menschen sich immer mehr und mehr gliedern und immer mehr Organe bekommen und dass der Mensch durch äußere Durchdringung von Tatsachen sich so entwickelt habe.
[ 19 ] Man sucht den Menschen immer mehr und mehr anzugliedern an die Tierwelt. Man sucht seine Lebensäußerungen, seine Seelen- und Geistesäußerungen nahezubringen dem, was man auch in der Tierwelt findet. Selbst das Gefühl des Menschen und seine Willensimpulse sollten nur höhere Ergebnisse der tierischen Vorfahren sein, auf höherer Stufe durch unsere Organe bewirkte Vervollkommnung, Abartung dessen, was man auch im Tierreich findet. Ja, selbst das sittliche Leben des Menschen soll nur ein Ausbau gewisser Instinkte sein. Man ist sogar so weit gegangen, von der Anhänglichkeit der Tiere den Ursprung der religiösen Bestrebungen beim Menschen abzuleiten.
[ 20 ] Wir können sagen: Derjenige, der auf dem Boden der äußeren Wissenschaft steht, denkt sich die Entwicklung etwa so: Sehen wir heute unsere Umwelt, so schauen wir die verschieden gearteten Tiere bis herauf zum Menschen. Wir verfolgen die Entwicklung zurück und wir kommen immer weiter und weiter zurück zu immer unvollkommeneren und unvollkommeneren Menschen, endlich zu Menschen, die auf sehr tiefer Stufe der Menschenkultur stehen. Dann endlich weiter rückwärts dringend würden wir zu Wesen kommen, die noch nicht Menschen genannt werden können. Wir würden zu Wesen zwischen Menschen und affenähnlichen Tieren kommen, dann zu Epochen, wo zwar der Mensch noch nicht vorhanden war, aber wo alles das physisch-sinnlich auf der Erde vorhanden war, woraus sich der Mensch physisch entwickelt hat. Und man möchte sagen: Wenn ein solcher Betrachter einen Stuhl nehmen könnte und in den Weltenraum hinausstellen, und sich darauf setzen, so würde er glauben, sehen zu können, wie das alles rein äußerlich vor sich gegangen ist. Das ist das Bild dieser Anschauung.
[ 21 ] Fragen wir nun: Wie ist das Bild vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus? Wir wollen sehen, wie diese Schlussfolgerung vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aussieht. Wir wollen uns möglichst wenig heute auf die bloße Erzählung der Tatsachen einlassen, sondern auch hinweisen darauf, wie diese Geisteswissenschaft in Bezug auf ihre Schlussfolgerungen und Gedanken ganz naturwissenschaftlich vorgeht. Vorerst muss vorausgesetzt werden, dass die Geisteswissenschaft den Geist, das eigentlich Geistige durchaus als das Ursprüngliche ansieht, und alles Materielle sieht sie als Wirkung des Geistigen an. So sagt sie: Nehmen wir einmal an, vor uns wäre ausgebreitet eine große Wolke oder Wasser. Dadurch, dass die durchsichtig ist, sieht man sie zunächst nicht. Derjenige, der sich also hinstellt und sich auf nichts anderes als auf seinen Augenschein verlassen will, würde die Wolke nicht sehen. Nehmen wir nun an, die Teile dieser Wassermassen verdichteten sich durch irgendwelche Vorgänge zu Eisballen, da würde derjenige, der sich nur auf den Augenschein verlässt, sehen, wie aus dem Nichts Eisstücke herauskommen, und er würde sagen: Es ist nichts da um die Eisballen herum, die sind das Wirkliche.
[ 22 ] Die Geisteswissenschaft sagt: Um uns herum ist die geistige Welt, und zwar in einem viel weiteren Umkreis als die physische Welt, die geistige Welt voller Tatsachen, voller Wirklichkeiten. Diese geistige Welt ist eine reale. Aus ihn treten wie durch eine Verdichtung die Tatsachen, die Ereignisse und Geschehnisse der physisch-sinnlichen Welt heraus. Derjenige nun, der sich nur auf die physischen Sinne verlässt, der sieht nur die Wirkungen, aber nicht die Ursachen. Die physisch-sinnliche Materialität ist wie eine Verdichtung des Geistigen. In dem Geistigen sieht die Geisteswissenschaft die Ursache des PhysischSinnlichen.
[ 23 ] Und nun wollen wir anknüpfen an eine altbekannte Tatsache, um darlegen zu können, wie die Geisteswissenschaft über diese Dinge denkt. Nehmen wir zwei Gefühle der menschlichen Seele, die jeder kennt: das Furchtund das Schamgefühl. Furchtgefühl tritt auf in der menschlichen Seele, macht den Menschen erblassen. Was ist denn da geschehen? Dadurch, dass der Mensch von Furcht befallen worden ist, dadurch ist eine Veränderung in den Vorgängen seines Blutes eingetreten. Das Blut ist zurückgetreten. Also ein Inneres, das Furchtgefühl des Menschen, hat eine Umlagerung seiner stofflichen Teile hervorgebracht. Materielles Geschehen ist Folge seiner seelischen Ursache. Ebenso ist es beim Schamgefühl. Wenn die Seele irgendetwas in sich verbergen möchte, dann tritt Schamröte dem Menschen ins Gesicht, wiederum eine Umlagerung des Blutes. Durch seelisch-geistige Vorgänge sind so körperliche Vorgänge dirigiert. Da haben wir etwas im Kleinen, im ganz Kleinen, woran wir sehen, wie physisch-sinnliche Vorgänge die Wirkung sein können von Seelisch-Geistigem.
[ 24 ] Geisteswissenschaft sagt nun: Was heute uns in diesen zwei Beispielen entgegentritt, dass Seelisch-Geistiges physische Vorgänge bewirkt, das ist ein letzter Rest uralter geistig-seelischer Vorgänge, die in einem umfassenderen Sinn dasselbe darstellten. Sie zeigt nun —- wie sie das zeigt, das soll uns heute nicht beschäftigen —, sie zeigt das auch im Einklang mit heute noch bestehenden Tatsachen. Sie sagt: Gehen wir zurück in weite, weite Fernen der Vergangenheit, so haben wir es zu tun mit einfacheren materiellen Vorgängen als heute, aber dafür mit umfassenderen geist-seelischen Vorgängen. Heute ist der Mensch physisch-sinnlich ein kompliziertes Wesen. Heute kann der Mensch durch seine seelische Erregung körperliche Vorgänge nur noch so im Kleinen dirigieren wie beim Scham- und Furchtgefühl. Gehen wir aber weit, weit zurück in der Erdentwicklung, so finden wir, dass nunmehr das Geistig-Seelische nicht nur Prozesse, Geschehnisse und Tatsachen hervorruft, sondern dass es auch durch seine eigene Verdichtung die Materie selbst aus sich hat hervorgehen lassen. Und noch weiter zurück kommen wir zu uralten Zeiten, wo vom Menschen nur Geistig-Seelisches vorhanden war. Und dann sehen wir aus dem Geiste zuerst seine physische Gestalt in einfacher Weise hervorgehen — das Physische wurde durch Geistig-Seelisches dirigiert - und dadurch, dass das Geistige kompliziert ist, ist nach und nach auch das Physische immer komplizierter geworden.
[ 25 ] Naturwissenschaft sagt: Gehen wir zurück in die Vergangenheit, so kommen wir in nicht allzu ferner Zeit an einen Zeitpunkt, wo die Menschen noch nicht vorhanden waren, wo nur Tiere vorhanden waren. Und aus den höheren Tieren hat sich dann der Mensch entwickelt.
[ 26 ] Geisteswissenschaft sagt: Ja, wenn wir weit genug in der Erdentwicklung zurückgehen, so sehen wir allerdings, dass physisch-sinnlich die Erde nur bevölkert ist von Tieren und Pflanzen. Der Mensch ist in der Zeit, wo er noch nicht als physisch-sinnliches Wesen auftritt, eben mit der Erde geistig-seelisch verbunden. Unsere Erde war umgeben von unserem Geistig-Seelischen, wie wir heute von der Luft. Wir gehen immer weiter und weiter zurück. Zu einer Zeit, wo die Erde ohne Menschen war, kommen wir nicht, denn der Mensch ist mit unserem Erdenkörper weit früher verbunden gewesen als alle anderen Wesen: Tiere, Pflanzen, Mineralien.
[ 27 ] Wodurch sind Tiere, Pflanzen, Mineralien überhaupt entstanden? Ursprünglich hat es eigentlich nichts gegeben als die Anlage zum Menschen. Ja, wir wollen uns eine Vorstellung bilden, wie eigentlich die niedrigen Wesen im Laufe der Erdenentwicklung entstanden sind. Der Vorgang ist ein sehr komplizierter und ist in meiner «Geheimwissenschaft» ausführlich geschildert. Wir gehen davon aus, dass es auf der Erde gibt niedere und höhere Kulturvölker. Wir wollen uns jetzt nicht über den Unterschied streiten, wir nehmen das so, wie es eben im gewöhnlichen Leben nebeneinandersteht. Wir wollen ein konkretes Beispiel nehmen, meinetwegen den Untergang der Indianer Amerikas und die Europäer. Da wird derjenige, der im Sinne der heutigen, mehr materialistischen Einstellung denkt, der wird sagen: Alle Menschen, die heute in Völkern leben, die auf höheren Kulturniveau stehen, gehörten ursprünglich Völkern an, die auf niederen Kulturstufen standen, sie haben sich einfach zu einer höheren Kulturstufe entwickelt.
[ 28 ] Geisteswissenschaft sagt: Diejenigen Völker, die heute «primitive», sogenannte wilde Völker sind, die würden sich nie als Völker zu höherer Kulturstufe unmittelbar entwickeln können, sondern die Sache ist so, dass im Fortgang der Menschheitsentwicklung in gewissen Völkern die Anlagen vorhanden waren, sich höher zu entwickeln. Die haben sozusagen gewartet mit ihrer Entwicklung bis zu einer späteren Zeit. Sie ließen die Anlagen mehr im Innern bleiben, haben sie erst herausgebracht in einer späteren Zeit. Diejenigen Völker, die auf niedrigerer Stufe stehen geblieben sind, sind sozusagen zu früh in die dichte Erdensphäre eingetreten. Sie haben sich zu früh in das physisch-sinnliche Dasein verloren, haben nichts zurückbehalten. Sie sind mit all ihren Anlagen stehen geblieben, die andern sind fortgeschritten. Ja, wir müssen sagen: Je unentwickelter eine Menschenart ist, desto weniger hat sie es erwarten können, herunterzusteigen ins Physische, während andere gewartet haben, bis auf der Erde günstige Verhältnisse waren.
[ 29 ] Jetzt wenden wir diesen Gedanken auf die ganze Erdenentwicklung an: Blicken wir auf den Zeitpunkt, wo unsere Erde noch im Anfang ihrer Entwicklung und der Mensch geistig-seelisch ist. Nun, gewisse geistig-seelische Anlagen, sie können es nicht erwarten, bis günstige Erdenverhältnisse da sind, sie treten zu früh ins Dasein, sie werden niedrige Wesen. Andere warten, treten wiederum zu einer bestimmten Zeit ins Dasein, und so sehen wir, dass zu einer gewissen Zeit jene Wesen, aus denen sich unser Affengeschlecht entwickelt hat, zu früh herunterstiegen in die physische Entwicklung. Und weiter sehen wir, dass der Mensch dasjenige Wesen ist, das am spätesten sich verkörpert hat, das am längsten seine Geistigkeit bewahrt hat. Dadurch sind die anderen niederen Wesen zurückgeblieben, dass sie zu früh in das physisch-sinnliche Dasein getreten sind.
[ 30 ] So sehen wir, dass der Mensch geistig-seelisch früher veranlagt ist als alle übrigen Geschöpfe, dass er aber am längsten wartete, bis er ins physische Dasein trat. Er entwickelte sich aus dem Geistigen heraus, aber später als die anderen Wesen, die sich auch aus dem Geistigen heraus entwickelt haben. Im Geistigen liegt also die Differenzierung begründet, dass die Wesen auf verschiedenen Entwicklungsstufen stehen. Wir dürfen also nicht sagen: Der Mensch hat sich aus einer niederen Tierform heraus entwickelt, sondern wir müssen sagen: Der Mensch stammt direkt aus dem Geistigen, und auch die niederen Tierformen haben sich aus dem Geistigen heraus entwickelt, sind aber zu früh ins physische Dasein getreten. Dadurch können wir auch die Verwandtschaft der Tiere mit den Menschen ins richtige Licht bringen. Die Tiere müssen ja dieselben Formen und Züge tragen wie die Menschen, denn sie haben ja dieselbe Entwicklungslinie durchgemacht, haben sich aber zu früh verdichtet.
[ 31 ] Das ist allerdings ein Bild, welches sehr schwer verständlich ist für diejenigen, die nur physisch-sinnliche Tatsachen für die Menschenentwicklung gelten lassen wollen. Noch ein anderes Beispiel, eine zweite Tatsache sei angeführt, um zu zeigen, wie so gänzlich verschieden die Naturwissenschaft und geisteswissenschaftliche Tatsachen sind.
[ 32 ] Sie alle wissen gewiss, dass der Gang der naturwissenschaftlichen Glaubensbekenntnisse im neunzehnten Jahrhundert — vornehmlich gegen die Mitte des Jahrhunderts — dazu geführt hat, dass man sich eine sogenannte atomistische Weltanschauung aufgebaut hat. Wir wollen uns dies in möglichster Einfachheit einmal vor die Seele rücken, wie dieses atomistische Glaubensbekenntnis entstanden ist. Da hört der Mensch einen Ton und er sagt sich: Den Ton höre ich mit meinem Ohr, und da merke ich, dass die Luft in einer gewissen Erschütterung ist. Entfernt von mir ist eine Kanone abgeschossen worden. Die Erschütterung hat sich fortgepflanzt. Mein Ohr empfindet diese Lufterschütterung als Töne. Man kann auch sagen: Nimm einmal eine Saite und streiche sie mit dem Bogen, und du kannst nachweisen, dass die Saite in Schwingungen ist in regelmäßiger Weise, und du empfindest die Schwingungen als Ton. Da sagt sich der Mensch leicht, wenn er diese anschaulichen Tatsachen sich vor die Seele treten lässt: Außer mir ist überhaupt nichts vorhanden als schwingende Materie, und das Ohr und das Gehör empfindet die schwingende Luft als ein Tönen.
[ 33 ] Nun ist aber der Gang des naturwissenschaftlichen Glaubensbekenntnisses so gewesen, dass man diese Tatsache nach und nach auf das Gebiet des Sehens, also namentlich auf das Gebiet des Lichtes und der Farben übertragen hat. In zahlreichen Schriften können Sie es immer wieder nachlesen, wie dasjenige, was Farbe ist, etwas ist, was außer uns gar nicht existiert. Außer uns, so sagt die Naturwissenschaft, ist nichts als bewegter Stoff. So, wie die Luft schwingt, wenn wir Töne hören, so schwingt feiner Stoff, den man Äther nennt, bei Farbenund Lichtwahrnehmungen. Dieser Äther macht gewisse Bewegungen und unser Auge empfindet eine gewisse Anzahl von Schwingungen als Blau, als Rot. Außer uns ist nicht Blau oder Rot, außer uns ist nicht Licht, außer uns ist schwingender Stoff, und das, was wir als Farbe und Licht empfinden, das wird hervorgerufen durch uns dadurch, dass diese Schwingungen an unser Auge herankommen und sich fortpflanzen bis zum Gehirn.
[ 34 ] Ähnliches hat man auch für andere Gebiete behauptet, zum Beispiel in dem, was im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts aufgetreten ist als sogenannte mechanische Wärmetheorie. Man sagt zum Beispiel bei Gas, die Wärme des Gases sei nicht außerhalb uns, und wenn unsere Hand mit Gas in Berührung kommt und Wärme empfindet. Im Gase selbst sind Millionen und Abermillionen Teile, die sich bewegen, und diese Bewegung ruft das Gefühl der Wärme in unserem Inneren hervor. So konnte sich eine merkwürdige Lehre entwickeln, die man eine atomistische Weltanschauung nennen könnte.
[ 35 ] Wenn man diese Lehre bis in ihre letzten Konsequenzen verfolgt, so sagt man sich zum Schluss: Alles, was wir wahrnehmen, alle die auf- und abwogenden Töne, all der bunte und wunderbare Teppich von Farbe und Licht, alle Wärme und Kälte, alles, was wir durch die Sinne wahrnehmen, das alles ist nur etwas, was wir in unserem Innern erleben, und außer uns ist nichts als bewegte Materie, schwingende Atome. Wenn draußen nichts anderes ist, was muss dann der nächste Schluss sein? Dann ist in unserem Gehirn auch nichts als schwingende Materie. Nun, wozu kommen wir da?
[ 36 ] Da haben wir uns den wahrnehmbaren Raum ausgefüllt mit Atomen und denken, die schwingen, die tanzen, die wirbeln sich zu den mannigfaltigsten Geweben zusammen, die auf unsere Augen und Ohren einwirken und Töne und Farben hervorrufen. Das ergibt natürlich den Schluss, dass die Welt der Wirklichkeiten aus Atomen zusammengesetzt sei, dass sie nichts sei als eine in Bewegung begriffene Atomwelt. Und in dieser Welt bewegter Atome ergibt sich als Phantom das, was man als inneres Leben der verschiedenen Wesenheiten ansieht.
[ 37 ] Wenn man solche Theorie als Wissenschaft aufstellt, so kann dies ja in gewisser Beziehung nützlich sein; wenn man sie aber als Weltanschauung aufstellt, so müsste man auch die Konsequenzen aufstellen, und diese können nichts anderes sein, als dass das einzig Wirkliche in der Welt eine Welt von Atombewegungen ist, und dann wäre auch der Mensch nichts anderes als eine Summe bewegter Atome.
[ 38 ] Was bleibt dann vom Menschen, wenn er stirbt? Wenn er stirbt, so zerstieben diese Atome, es bleibt nichts von dem Menschen, es bleibt nichts von dem, was seine Seele, nichts von dem, was sein Geist war, nur das Atom ist ewig. Die Atome sind das Einzige, was ewig und unzerstörbar ist. So wird dieser Gedankengang, wenn man ihn ausdenkt, zum Glaubensbekenntnis von der Ewigkeit des Gleichgültigsten: des kleinen atomistischen Götzen.
[ 39 ] Es war im Grunde genommen nur aus einem gewissen Gefühl des Unzulänglichen heraus, als Du BoisReymond in seiner berühmten Rede sagte: Naturwissenschaft kann zu nichts anderem führen als zu einer Erklärung aller Tatsachen der Welt durch Bewegung der Atome. - Er sagte: Den Menschen naturwissenschaftlich erklären heißt, diese Atombewegungen bis ins Letzte hinein verstehen. - Aber er fand das Unzureichende dieser Erklärung, und er sagte sich: Aber es ist doch etwas anderes, ob ich Bewegungen sche, bewegte Atome, oder ob ich die einzigartige Tatsache in mir erlebe: Ich sehe Rot, oder ich rieche Rosenduft, oder höre Orgelton.
[ 40 ] Du Bois-Reymond hat hier auf etwas aufmerksam gemacht, was der deutsche Philosoph Leibniz schon ausgesprochen hatte, indem er sagte: Stellt euch einmal das menschliche Gehirn vor als eine Riesenmaschine, und zwar so groß, dass ihr darin spazieren gehen könnt. Während ich nun denke, «ich sehe Rot», beobachtet ihr nun, was da vorgeht. Wie die Räder und Riemen an einer Maschine könnt ihr nun sehen alle die Bewegungen der Atome meines Gehirns, während ich das denke. Aber was da denkt, aber was die Seele erlebt, während diese Bewegungen vor sich gehen, das seht ihr nicht. Die Tatsache wird euch nicht klar, warum ich fühle: «ich sehe Rot». Das fühlte auch Du Bois-Reymond, und er sagte: Naturwissenschaft kann nichts anderes geben als die Bewegung der Atome und Moleküle für irgendein inneres Erlebnis —, und das nannte er die astronomische Erkenntnis des Menschen. Er sagte, unmöglich könne die Wissenschaft vorrücken von dem, was bloß Bewegungen der Atome sind, zu einer wirklichen Erklärung dessen, was doch vorhanden ist als bestimmte Vorstellungen in der Seele. Warum sollte es auch einer Gruppe von Atomen nicht gleichgültig sein, wie sie lagern oder lagern werden, wie sie wirbeln und tanzen? Warum sollten sie hervorrufen die Vorstellungen, die nicht wegzuleugnenden: Das eine Mal sehe ich Rot, das andere Mal Blau und so weiter? Niemals werde die Naturwissenschaft imstande sein, die Brücke zu schlagen von äußerer Wahrnehmung zu meiner inneren Vorstellung, meinte Du Bois-Reymond.
[ 41 ] Das war dazumal das eine Bekenntnis des Naturforschers über die Grenzen der Naturwissenschaft. Es war zu gleicher Zeit das Bekenntnis, das diesen Atomismus in FCSSCII'I gcschlagen hat
[ 42 ] Nun, da, wo Naturwissenschaft aufhört, da setzt Geisteswissenschaft ein. Was sagt Geisteswissenschaft zu all dem? Sie hat dazu zu sagen: Ja, wenn du noch so viel konstatierst, dass da draußen nur bewegte Luft ist, wenn du einen Ton hörst, so darfst du daraus nicht schließen, dass das Ohr den Ton erschafft. Das ist ungefähr ebenso gescheit, wie das Folgende: Angenommen, ich bekomme ein Telegramm aus Amerika: «Schicke mit sofort das und das», und ich gehe und untersuche den Draht und finde da materielle Vorgänge und wollte daraus schließen: Also schafft mir mein eigenes Innere oder der Telegrammbeamte den Inhalt des Telegrammes.
[ 43 ] Es wird hier — vernünftigerweise — der Draht, das Materielle benützt zur Vermittlung zwischen Empfänger und Absender. Wir haben nie das Recht, wenn wir einen materiellen Vorgang sehen, zu glauben, dass nur dieser als Realität vorhanden wäre. Wir dürfen über ein Gebiet nicht urteilen, für das wir uns noch keine Wahrnehmungsorgane erschaffen haben, dazu haben wir ebenso wenig ein Recht zu urteilen wie ein Blinder über Farbe und Licht.
[ 44 ] Geisteswissenschaft sagt: Der Ton gehört der realen Welt an, und er war es, der die Erschütterungen der Luft hervorgerufen hat.
[ 45 ] Was ist ein Atom? Wodurch wissen wir nun, dass ein Ding im Raum vor uns ist und ein materielles Dasein hat? Wir wissen es zunächst durch unsere äußere Sinneswahrnehmung, dadurch, dass es uns erscheint mit einer bestimmten Farbe oder einem gewissen Glanze, oder so, dass es tönen kann, oder uns eine gewisse Wärme zeigt, riecht oder schmeckt; wir nehmen es wahr durch seine Eigenschaften, die es unseren Sinnen offenbart und durch die es uns Farben-, Ton-, Geruchs-, Geschmacksund Wärmeempfindungen anregt.
[ 46 ] Was ist nun ein Atom? Ein Atom ist kein wirkliches Ding des Raumes. Eigene Wärme hat es nicht, denn Wärme entsteht erst durch die Bewegung der Atome; eine Farbe hat es nicht, die Farbe wird erst hervorgerufen durch die Bewegung der Atome, auch andere Eigenschaften hat es keine, denn alle diese Eigenschaften werden erst hervorgerufen durch die Bewegung der Atome. Dieses Atom, das keine Wirklichkeit hat, ist überhaupt nichts für den, der real denkt. Es ist etwas, was zu den Dingen hinzu erfunden worden ist, eine Rechnungsmünze der Forschung, ein menschlicher Gedanke, der es uns möglich macht, aus einem gewissen Schema heraus die Welt zu begreifen.
[ 47 ] Träumerei ist die Atomwelt, die reinste Phantasie, nicht einmal so wirklich wie Farbe und Licht, sondern nur zu allem hinzugedacht.
[ 48 ] Geisteswissenschaft steht so ganz auf dem Boden Goethes, von dem die wenigsten Leute wissen, dass er ein ebenso großer Naturforscher wie Dichter war, und so wie er sicht derjenige, der geisteswissenschaftlich denkt, Wirklichkeit in dem, was vor unseren Sinnen steht. Er sieht in der Sinnenwelt nichts anderes als Zusammenfügen von dem, was wir in der geistigen Welt erleben.
[ 49 ] Wenn wir eine Rose sehen, und sie ist gelb, so sehen wir eine gewisse Form, eine Farbe, nehmen einen gewissen Wärmegrad wahr, einen bestimmten Geruch und so weiter, und dann müssen wir uns sagen: Willst du hinter die Dinge schauen, so musst du nicht die Atome untersuchen, die du erfunden hast, sondern den Geist, der hinter den Dingen steht und den deine Seele erleben kann. Die Erscheinung selbst ist die Realität, der Geist in ihr, das ist dasjenige, was wir suchen können im Raume ausgebreitet. Wie das Eis sich aus dem Wasser heraus verdichtet hat, so hat aus dem Geistigen heraus sich die physisch-sinnliche Welt verdichtet.
[ 50 ] Das naturwissenschaftliche Denken und Geisteswissenschaft, sie stehen einander gegenüber: Geisteswissenschaft, sie erfindet nicht hinter der physisch-sinnlichen Welt phantastische Atomtänze, sondern sie sieht hinter Farben, hinter Tönen, hinter Wärme und so weiter geistige Wesenheiten.
[ 51 ] Schwer ist eine Verständigung zwischen den beiden Strömungen möglich, aber schwer nur, wenn man auf dem Boden des materialistischen Denkens stehen bleibt. Gehen wir einmal an der Hand eines Beispieles an die Tatsachenwelt heran, so finden wir gerade als Geisteswissenschafter, als wahre Bekenner der geistigen Welt, wie gerade das, was gegolten hat als festes Fundament für das naturwissenschaftliche Glaubensbekenntnis, Stück um Stück in den letzten Jahren abgebröckelt ist. Noch vor zwei Jahren wurde behauptet, dass der Mensch von den höheren Tieren abstamme.
[ 52 ] Legen wir uns einmal die Frage vor: Wie steht es mit der Abstammung des Menschen von den höheren Tieren, von den Affen? Es besteht zwar zwischen dem Körper eines Menschen und eines höheren Affen eine gewisse Ähnlichkeit. Das hat der mehr oberflächlich gebliebenen Betrachtung Huxleys den Satz eingegeben, dass zwischen dem Bau eines Menschen und dem Bau des höheren Affen ein geringerer Unterschied sei als zwischen den höheren und niederen Affenarten. In den letzten Jahren hat sich aber die Unmöglichkeit gezeigt, den Menschenbau an den Affenbau anzulehnen. In gewisser Beziehung hat allerdings der Mensch mit dem Gibbon große Ähnlichkeit, nur hat der Gibbon furchtbar große Vorderfüße, fast bis auf den Boden. In Bezug darauf ist er viel ähnlicher viel niedriger stehenden Affenarten als dem Gibbon.
[ 53 ] Wenn man nun dabei bleiben wollte, dass der Mensch vom Gibbon abstamme, so müsste man denken: Nun, die Geschichte ginge so: Zunächst haben sie, die Affen, kurze Hände, dann aber, als der Gibbon-Affe entstanden ist, haben sie lange Hände bekommen, und dann wieder sind sie kurz geworden beim Menschen. So ist man allmählich darauf gekommen, zu sagen, dass, trotzdem der Gibbon in Bezug auf gewisse Eigenschaften am ähnlichsten dem Menschen ist, dieser Mensch hinwiederum von einem niedriger stehenden Affen abstammen müsse, und der Gibbon nur eine Art Seitenlinie wäre, die besonders lange Hände bekommen habe.
[ 54 ] Das ist ein einfacher Fall; aber in Bezug auf solche Vergleiche ist man weitergegangen, und da hat es sich gezeigt, dass es ganz unmöglich ist, gerade aus den höheren Affen den Menschen herzuleiten. Da müsste man schon zurückgehen auf niedrigere Affen, sodass alle höheren Affen nur Seitenlinien wären. Doch immer weiter will es nicht stimmen. Ja, es haben sich gewichtige Stimmen erhoben, dass der Mensch auf viel niedrigere Tierformen zurückgehen müsste, und man ist gezwungen worden sozusagen, diejenigen Tiergruppen, die dem Menschen am nächsten stehen, immer mehr abzurücken vom Menschen. Dieser Weg wird weitergehen, und man wird herausfinden, dass alles dasjenige, was unmittelbare Verwandtschaft ist mit dem Menschen, nicht gefunden wird, und man wird die Entwicklungslinie weiter und weiter zurückverfolgen müssen, und man wird darauf kommen, dass überhaupt das Wesen, von dem der Mensch hergeleitet ist, gar nicht physisch, sondern geistig war.
[ 55 ] Die Naturwissenschaft weiß es noch nicht, aber sie ist durch die Tatsachen auf den Weg gedrängt, der seinem Ziele nach durch die Geisteswissenschaft vorgezeichnet ist. Die physische Tatsachenwelt wird sich immer mehr und mehr als eine Bestätigung der Geisteswissenschaft ergeben.
[ 56 ] Und nun fragen wir uns: Wie steht es in Bezug auf unser anderes Beispiel, die Atomwelt? Schon aus gewissen tiefer eindringenden Theorien heraus hat ein neuerer Naturforscher, der Chemiker Ostwald, überhaupt die ganze Atomistik verworfen. Auf der Lübecker Naturforscherversammlung hatte Ende der Achtzigerjahre Ostwald über die Überwindung des Materialismus gesprochen und da auf das Widerspruchsvolle derselben hingewiesen. Er vertrat da nicht die Anschauung von dem ewigen materiellen Atomklümpchen, vielmehr sagt er: Alles, was als Atome auftrete, seien Kraftenergiezentren.
[ 57 ] Er gebrauchte einen Vergleich und sagte: Wenn ich einen Schlag mit einem Stock bekomme, ist mir da nicht die Materie des Stockes ganz gleichgültig und nur die Kraft, mit der ich den Schlag erhielt, das Wesentliche? Die Energie, die auf dich losgelassen wird? Überall sind es Kräfte, Energien, und wenn der Mensch die Kräfte als raumerfüllend empfindet, dann empfindet er Materie.
[ 58 ] Das war noch eine Spekulation, andere sind schon durch die Tatsachen noch weitergeführt worden. Nehmen wir an, es verbinden sich Kupfer und Chlor. Diese verbinden sich unter Feuererscheinungen. Wärme tritt auf. Wenn man nun diese Körper wieder trennen will, so muss man dieselbe Wärme wieder zuführen. Da erweist sich also diese Wärme als etwas sehr Reales, die doch nur Bewegung sein soll.
[ 59 ] Gewisse Forscher, die tiefer nachdachten, haben sich nun gesagt: Also Wärme tritt auf, wenn gewisse Atome sich verbinden, sich aneinanderlegen; will man diese wieder trennen, so muss man die Wärme wieder zuführen. Daraus haben sie nun geschlossen: Wir müssen uns die Atome also ähnlich vorstellen wie solche Kinderballons, die mit Luft gefüllt sind. Wenn man diese zusammendrückt, so geht die Luft heraus. Will man sie wieder prall haben, so muss man Luft hineinleiten. Wie die Luft in diesen Kinderballons, so müsse man sich — meinten sie — die Wärme in den Atomen vorstellen. Atome und Moleküle selbst müssen wir uns vorstellen als eine Art Säcke, und die Wärme ist das, was die Säcke ausfüllt, wie Mehl die Mehlsäcke. Bei freiem Kupfer und Chlor, da sind nun diese Säcke mit Wärme ganz angefüllt. Verbinden sich aber diese Körper, dann pressen sich diese Säcke zusammen und die Wärme wird ausgetrieben. Bringen wir sie durch irgendetwas wieder auseinander, dann müssen wir auch wieder die Wärme hinzufügen.
[ 60 ] Solche Denker sind so dazu gezwungen worden, die Wärme — etwas, was sonst bloß als eine Bewegung angesehen wird — als etwas Wirkliches, Reales anzuerkennen, die sich allerdings noch in einer Schale befinden soll. Der Geisteswissenschafter würde nun sagen: Du rechnest also mit der Wärme als mit etwas Wirklichem, Realem, und nur damit du dein Atom noch retten kannst, fügst du die Schale hinzu. Ich schenke dir auch noch die Schale. — Geisteswissenschaft ist der Anschauung, dass das Atom und Molekül nichts anderes als die kondensierte Qualität Wärme selbst ist, und zwar nicht nur die Füllung, sondern auch die Säcke dazu. Wenn wir die Schale weglassen, dann bleibt geformte Wärme, und wir stellen uns unter einem materiellen Teilchen nichts anderes vor als die geformte Sinnesempfindung. Das ist dann dasjenige, was wirklich real ist.
[ 61 ] Andere haben noch einen Schritt weiter gemacht. Leitet man einen elektrischen Strom durch ausgepumpte Glasröhren, sogenannte Geißler’sche Röhren, dann treten darin Lichterscheinungen auf.
[ 62 ] Dadurch ist man darauf gekommen, anzunehmen, dass da nicht bloß bewegte Materie darinnen sei, sondern es hat sich gezeigt, dass man gar nicht anders denken kann, als dass die Elektrizität sich loslöst von der Materie und selbstständig weiterfließt. Man hat gesehen, es gibt überhaupt fließende Elektrizität. Das, was man früher nur als eine Eigenschaft der Materie angesehen hat, das sah man nun schon als etwas Selbstständiges an. Die Eigenschaft selbst fließt dahin in der Elektrizität und Elektronen nannte man solche fließende Elektrizität.
[ 63 ] Der ehemalige englische Premierminister Balfour hat 1904 in einer Rede darauf aufmerksam gemacht, dass durch solche Anschauungen wesentlich veränderte Betrachtungsformen in Bezug auf die Materie eintreten müssen ... /Lücke] dass Materie überhaupt nichts anderes sei als in gewisser Beziehung gefrorene Elektrizität.
[ 64 ] Zeigt uns diese Umwälzung der Anschauungen nicht deutlich, wie die Naturwissenschaft auf dem Wege ist, zu der theosophischen Lehre zu kommen, dass der Geist das Ursprüngliche ist und das Übrige nur verdichteter Geist?
[ 65 ] So ist man dahin gekommen, das, was früher nur Bewegung der Materie sein sollte, bereits verselbstständigt als fließende Elektrizität anzusehen, und die Materie ist im Grunde genommen darnach nur verdichtete, fließende Elektrizität.
[ 66 ] Die Krone aber hat all dem aufgesetzt eine Entdeckung, die in den letzten Jahren erst an uns herangetreten ist: die Entdeckung des Radiums. Diese Radiumforschung, was hat sie gezeigt? Sie wissen alle, dass das Radium den Menschen aufmerksam gemacht hat darauf, dass gewisse Substanzen — die radioaktiven Substanzen — merkwürdige Ausstrahlungen haben, die nur durch ihre Wirkungen festgestellt werden können, zum Beispiel, dass sie die nicht leitende Luft elektrisch leitend machen und dass sie auf die fotografische Platte wirken. Diese Ausstrahlungen des Radiums, die waren für die betreffenden Denker, die damit zu tun hatten, auf keine andere Art zunächst erklärbar als dadurch, dass sie annahmen, die Ausstrahlung gehe bis in das Atom hinein. Das Atom ist es selbst, welches diese Ausströmungen — auch Emanation genannt — aussendet, ja, man ist zu dem Gedanken gezwungen worden, dass das Atom sich nach und nach vollständig ausstrahlt in seinen Wirkungen. Wir sehen, das Atom ist vollständig abgebaut und zersplittert, sodass wir es nur noch in seinen Wirkungen, in seinen Eigenschaften wahrnehmen können.
[ 67 ] Ja, wir sehen noch mehr. Der geniale englische Physiker Ramsay hat gezeigt, dass man eine gewisse Ausstrahlung, eine Emanation des Radiums überführen kann in eine andere Substanz, ein anderes Element, das Helium. Die Physiker fangen an zu berechnen, wann überhaupt völlig die Eigenschaften einer solchen Substanz aufhören, wann sich ein solches Atom völlig zersplittert. Wir sehen, wie heute berechnet wird — ich will nicht über die Richtigkeit der Berechnung, sondern nur über die Umwandlung der Denkweise sprechen —, wie gewisse Substanzen in 5000 Millionen Jahren so weit sein werden, dass sie alle ihre Eigenschaften verloren haben, dass sie nicht mehr da sein werden als materielle Substanz, sich aufgelöst haben werden in den Weltenraum. Ewig ist das Atom allein, das keine Eigenschaften hat, meinte man damals, nur die chemischen Elemente, die Atome sind das Ewige, alles andere vergeht.
[ 68 ] Durch diese neuen Forschungsergebnisse nun treten die Tatsachen in den Gesichtskreis der Menschen, die Tatsachenergebnisse, die zeigen, wie dasjenige, was man als das Festeste angeschen hatte, das Atom, sich auflöst, zersplittert, wie der Leib dieses Atoms dem Naturforscher unter den Händen zerfällt in die Eigenschaften, die durch seine Bewegungen allein hätten entstehen sollen. So musste der Gedanke an ein ewiges Atom zerschellen, es ist vergänglich, es zerstiebt, und nichts hat derjenige, der Atomistiker im alten Sinne sein will, mehr in den Händen.
[ 69 ] So ist die Naturwissenschaft in unserer Zeit an einen Scheideweg gestellt. Entweder kann sie ihre alten Theorien weiter fortbauen und dann Theorien haben, die mit den Tatsachen immer mehr in Widerspruch kommen, gegen welche die Tatsachen geradezu zum Spott da sind, oder aber sie kann den Weg gehen, der nach und nach dahin führt, den Vorfahren des Menschen immer weiter und weiter zurückzurücken bis in das Geistig-Seelische hinein und die Materie immer mehr aufzulösen - und das letzte Auflösungsprodukt, das wird der Geist sein. So sehen wir, wie die Geisteswissenschaft ein Pionier ist, der vorausarbeitet der Zukunft, und vor uns steht in dieser Zukunft etwas, das wir aussprechen können mit den Worten: Wir sehen voraus den Frieden zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft, zwischen dem, was Naturerkennen ist, und dem, was durch Erkenntnis des Geistes den Menschen mit Sicherheit und Seligkeit erfüllen kann.
[ 70 ] Freilich war es vor mehr als 100 Jahren noch zu früh für eine solche Verbindung dieser beiden Strömungen, und Schiller hatte recht, als er sagte: Beide müssten noch getrennte Wege gehen und erst in späterer Zeit könnten sie sich einmal vereinigen.
[ 71 ] Das neunzehnte Jahrhundert hat nunmehr den Weg gewiesen: Die Wissenschaft des Äußeren, Sinnlichen, sie hat Tatsachen gefunden und Ergebnisse gezeitigt, die selbst hinausdrängen über den Boden des rein SinnlichWirklichen. Daneben hat sich die Theosophie entwickelt. Sie, die Theosophie, wird selbst aus sich heraus, aus ihren geistigen Erkenntnissen, den Weg zu den Tatsachen zeigen können. Sie wird zeigen können, wie die äußere Sinneswelt ein Ausdruck des Geistigen ist. So wird Geisteswissenschaft herunterführen die Philosophie, die Erkenntnis des Übersinnlichen, die vor hundert Jahren noch nur in abstrakten Begriffen lebte, die in Wolkenhöhen schweb-te, sie herunterführen so, dass sie nicht nur mit abstrakten Begriffen und Ideen allein hantiert, sondern hinweist auf die wirkliche, konkrete Tatsachenerkenntnis im Geistigen, und Naturwissenschaft wird hinaufsteigen und von den nur rein äußeren Sinneserscheinungen den Weg finden zum Geiste, und so werden sich beide treffen, während vor mehr als hundert Jahren die Begriffsphilosophie nicht herunterkommen konnte zu den Tatsachen der konkreten Wirklichkeit.
[ 72 ] Darüber musste Zeit verfließen. Die ist nun verflossen. Der Geist drängt in die Wirklichkeit herunter und will anwendbar und fruchtbar werden auch in dieser äußeren Wirklichkeit. Und so können wir einen schönen Horizont, eine schöne Perspektive der Geisteswelt hinstellen und können sagen: Gerade, wenn wir uns realistisch auf den Boden der Tatsachen stellen, der sinnlichen sowohl wie der geistigen Welt, so sehen wir, wie Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft zusammenlaufen, um etwas zu geben, was für den Menschen Leben ist, was sich umwandeln wird in der menschlichen Seele und dem Menschen geben wird Kraft und Sicherheit und Zuversicht zu sich selbst im Leben und was ihm auch Kraft geben wird, in sich zu fühlen und zu empfinden und zu erkennen das, was nur durch den Geist erkannt werden kann: das Ewige in der Menschenseele.
