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The Rudolf Steiner Archive

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The Riddle of Man
The Spiritual Background of Human History
GA 170

7 August 1916, Dornach

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Es mag manchem kompliziert vorkommen, was gesagt werden muß, wenn man immer wieder auf die menschliche Wesenheit und ihren Zusammenhang mit dem Weltenall zu sprechen kommt. Was ist da alles an dem Menschen! — könnte mancher sagen. Allein die Tatsache, daß der Mensch in einer komplizierten Weise aus dem Weltenall heraus gebildet ist, liegt nun einmal vor, und man muß sich damit abfinden. Man muß insbesondere in der gegenwärtigen Zeit sich mit dieser Tatsache abfinden aus dem Grunde, weil es sonst — es muß das schon gesagt werden — zu spät werden könnte. Die Menschen leben gegenwärtig in Inkarnationen, in denen es gerade noch geht, nicht viel zu wissen von der komplizierten Menschennatur; aber es werden Zeiten kommen — die Menschenseelen werden in diesen Zeiten wieder inkarniert sein —, da wird es nicht gehen. Da werden die Seelen beginnen müssen, endlich zu wissen, wie der Mensch zusammenhängt mit dem Weltenall. Man kann sagen, gegenwärtig durchschreiten wir gerade noch jenes Zeitalter, in dem es dem Menschen noch nicht selbst überlassen ist, die verschiedenen Glieder seiner Natur, die wir gestern von einem gewissen Gesichtspunkte aus aufzeichnen konnten, zusammenzuhalten, wir leben in einer Zeitepoche, in der diese verschiedenen Glieder noch zusammengehalten werden ohne unser Zutun, wo der Bequemling kommen kann und sagen: Ach, wie kompliziert ist diese anthroposophische Weisheit; Wahrheit aber ist einfach, und was nicht einfach ist, das ist nicht die wirkliche Wahrheit! — Heute kann man diesen Ausspruch noch vielfach hören. Diejenigen, die diesen Ausspruch unter der luziferischen Verführung tun, haben keine Ahnung davon, wie sie sich gerade mit solchem Ausspruch von der sogenannten Einfachheit der Wahrheit benebeln, wie sie sich damit etwas vormachen. Denn es werden eben Zeiten kommen, in denen der Mensch sich durch Erfahrung recht kompliziert finden wird, und in denen er sich nur aus der Erkenntnis heraus wird zusammenhalten können. AlleZukunft aber muß vorbereitet werden, und vorbereiten die Erdenkultur-Entwickelung für jenes Zeitalter, in dem der Mensch wird wissen müssen, wie er sich zusammenzuhalten hat aus seinen verschiedenen Teilen, das ist die Aufgabe der geisteswissenschaftlichen Weltanschauungsströmung. Erinnern wir uns nun an diese Grundwahrheit, die wir in diesen Tagen im einzelnen etwas weiter ausgeführt haben, daß der Mensch im wesentlichen eine Doppelnatur genannt werden kann, und daß schon sein Äußeres zeigt, daß er eine Doppelnatur ist, indem der Kopf, das Haupt des Menschen, man möchte sagen, von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus gebaut ist als der übrige Organismus. Wenn wir das Haupt eines Menschen betrachten, wie er es heute hat, so ist es im wesentlichen das Ergebnis dessen, was aus dem Leibe der vorhergehenden Inkarnation geworden ist. Und aus unserem jetzigen Leibe, mit Ausschluß des Hauptes, wird, wenn wir durchgegangen sein werden durch den Zeitraum zwischen Tod und neuer Geburt, unser Haupt der nächsten Inkarnation. So daß wir also schematisch den Fortgang des Menschen durch die Inkarnationen so zeichnen könnten: Der Mensch hat sein Haupt, er hat seinen übrigen Leib. Dasjenige, was jetzt sein Haupt ist, verliert er im wesentlichen; was sein übriger Leib ist, das wird in der nächsten Inkarnation umgewandelt erscheinen als sein Haupt, und seinen Leib wird er wiederum von der Erde bekommen. Dieser Leib wird dann wieder Haupt in der nächsten Inkarnation, und seinen Leib bekommt er dann wiederum von den Vorfahren, von der Erde, Das Haupt geht immer verloren. Natürlich handelt es sich dabei um die Kräfte. Die Materie des übrigen Leibes geht selbstverständlich auch verloren. Aber nicht um diese äußere Materie handelt es sich — die ist eigentlich im wirklichsten Sinne eine Maja —, sondern um all die Kräfte, die in dem Leib mit Ausschluß des Kopfes sitzen; die werden umgewandelt während unseres Durchgangs durch die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt in die Kräfte des Hauptes. Und jetzt haben wir wahrhaft in unserem Haupte diejenigen Kräfte, die in unserer vorhergehenden Inkarnation an unseren Leib gebunden waren. Das war die Grundvorstellung, die wir im einzelnen mehr ausgearbeitet haben.

[ 1 ] It may seem complicated to some what needs to be said whenever the topic of the human being and its connection to the universe comes up again and again. “There is so much to the human being!”—some might say. But the fact remains that human beings are formed in a complex way out of the universe, and we simply have to accept this. We must come to terms with this fact, especially in the present age, because otherwise—and this must be said—it could be too late. People are currently living in incarnations in which it is still just about possible not to know much about the complex nature of the human being; but times will come—and human souls will be incarnated again in those times—when that will no longer be possible. Then the souls will have to begin to finally understand how the human being is connected to the universe. One could say that we are currently just barely passing through that age in which it is not yet left up to human beings themselves to hold together the various aspects of their nature—which we were able to outline yesterday from a certain perspective; we are living in an epoch in which these various aspects are still held together without our intervention, where the complacent person can come along and say: “Oh, how complicated this anthroposophical wisdom is; but truth is simple, and what is not simple is not the real truth!” — Today, one can still hear this statement quite often. Those who utter this statement under Luciferic seduction have no idea how, precisely through such a statement, they are deluding themselves with the so-called simplicity of truth, how they are deceiving themselves with it. For there will indeed come times when human beings will find themselves quite complicated through experience, and when they will be able to hold themselves together only through knowledge. But the entire future must be prepared, and the task of the spiritual-scientific worldview movement is to prepare the development of earthly culture for that age in which human beings will have to know how to hold themselves together from their various parts. Let us now recall this fundamental truth, which we have elaborated on in some detail in recent days: that human beings can essentially be described as having a dual nature, and that even their outward appearance reveals this dual nature, in that the head—one might say—is constructed from a completely different perspective than the rest of the organism. When we look at a person’s head as it is today, it is essentially the result of what has become of the body from the previous incarnation. And our present body—excluding the head—will, once we have passed through the period between death and rebirth, become the head of our next incarnation. Thus, we could schematically depict the human being’s progression through the incarnations as follows: The human being has his head; he has the rest of his body. What is now his head he essentially loses; what is the rest of his body will appear transformed in the next incarnation as his head, and he will again receive his body from the earth. This body will then become the head again in the next incarnation, and he will again receive his body from his ancestors, from the earth. The head is always lost. Of course, what is at stake here are the forces. The matter of the rest of the body is, of course, also lost. But it is not this outer matter that is at issue—which is, in the truest sense, a maya—but rather all the forces that reside in the body, excluding the head; these are transformed during our passage through the time between death and new birth into the forces of the head. And now we truly possess within our head those forces that were bound to our body in our previous incarnation. That was the basic concept, which we have elaborated on in more detail.

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[ 2 ] Nun wollen wir andere Vorstellungen, die wir gewonnen haben, zu Hilfe nehmen, um diese Dinge immer besser und besser zu verstehen, Wodurch, fragen wir uns zunächst, wird denn eigentlich unser Leib von jetzt, werden die Kräfte unseres Leibes von jetzt umgewandelt, so daß er ein Kopf werden kann in der nächsten Inkarnation? Das ist ja schon immerhin etwas, was zunächst schwer zu denken ist, daß unser Leib umgewandelt werde in einen Kopf. Was macht diese Umwandlung möglich? — so müssen wir fragen.

[ 2 ] Now let us draw on other insights we have gained to understand these things better and better. We must first ask ourselves: What actually transforms our present body—and the powers of our present body—so that it can become a head in the next incarnation? After all, it is difficult at first to conceive of our body being transformed into a head. What makes this transformation possible? — that is the question we must ask.

[ 3 ] Um uns diese Frage zu beantworten, müssen wir einmal unseren Seelenblick werfen auf das, was wir über das Vorstellungsmäßige, Erkenntnismäßige in der menschlichen Seele, das nun an das Haupt gebunden ist, über das Wahrheitsmäßige, Weisheitsmäßige gesagt haben. Gewöhnlich glaubt der heutige Mensch, das, was wir in der Erkenntnis erwerben, sei nur dazu da, um uns Bilder von der Außenwelt zu machen, um von der Außenwelt etwas wissen zu lernen. Es gibt philosophische Erkenntnistheoretiker, die immer und immer wieder theoretisieren, wie eigentlich Begriffe oder Vorstellungen zusammenhängen, welche geheimnisvolle Beziehung besteht zwischen der Natur des Begriffs und der Sache, die durch den Begriff abgebildet wird. Solche Theorien kranken alle an einem gemeinsamen Fehler. Ich kann Ihnen diesen Fehler zunächst nur klarmachen, indem ich mich bildhaft ausdrücke. Denken Sie sich einmal, ein Botaniker, ein Gärtner, wollte die Natur des Weizenkorns untersuchen, und er würde das so anstellen, daß er sagt: Ich nehme die Chemie zu Hilfe und untersuche das Weizenkorn,inwiefern es die Bestandteile enthält, die der Mensch braucht, um sich durch Weizenkorn, Weizenmehl oder dergleichen zu nähren. Und in dieser Beziehung, die das Weizenkorn zur menschlichen Ernährung hat, würde der Botaniker das Wesen des Weizenkorns suchen, das heißt die Gründe, warum es aus gewissen Bestandteilen besteht. In einem recht kuriosen Irrtum wäre ein solcher Mensch, der glaubte, dadurch über die Wesenheit des Weizenkorns etwas zu erfahren, daß er untersucht, inwieferne es ein gutes Nahrungsmittel für den Menschen ist. Das Weizenkorn entsteht innerhalb der ganzen Weizenpflanze als die Frucht der Weizenpflanze, und nur derjenige kann erfahren, warum das Weizenkorn seiner Wesenheit nach ist, wie es ist, der es daraufhin untersucht, inwiefern aus dem Weizenkorn wiederum eine neue Weizenpflanze sich herausentwickelt. Und es ist eine vollständige Nebenströmung, die hinzukommt zum Wesen des Weizenkorns, daß es die Bestandteile für die menschliche Ernährung enthält; das hat mit der inneren Natur des Weizenkorns gar nichts zu tun. Wer alles nur nach seiner Utilität betrachtet und die Utilitätserkenntnisse zu der eigentlichsten Wissenschaft machen möchte, der wird eben das Weizenkorn chemisch untersuchen und finden: da entsteht etwas in der Natur, das zur menschlichen Nahrung dienen kann. — Das hat aber gar nichts zu tun mit dem Innenwesen des Weizenkorns, daß der Mensch sich davon nährt. Mit dem Innenwesen hat es, wie gesagt, zu tun, daß aus dem Weizenkorn eine neue Weizenpflanze entstehen kann.

[ 3 ] To answer this question, we must first turn our inner gaze to what we have said about the imaginative and cognitive aspects of the human soul—which are now connected to the head—and about the aspects of truth and wisdom. People today generally believe that what we acquire through cognition serves only to form images of the external world and to learn something about it. There are philosophical epistemologists who theorize over and over again about how concepts or ideas are actually connected, and what mysterious relationship exists between the nature of the concept and the thing represented by the concept. Such theories all suffer from a common flaw. For now, I can only make this flaw clear to you by using a metaphor. Imagine, for a moment, a botanist or a gardener who wanted to investigate the nature of a grain of wheat, and he would go about it by saying: “I will use chemistry to examine the grain of wheat to determine to what extent it contains the components that humans need to nourish themselves through wheat grains, wheat flour, or the like.” And in this context—the relationship the wheat grain has to human nutrition—the botanist would seek the essence of the wheat grain, that is, the reasons why it consists of certain components. Such a person would be laboring under a rather curious misconception if they believed they could learn anything about the essence of the wheat grain by investigating to what extent it is a good food source for humans. The grain of wheat arises within the entire wheat plant as the fruit of the wheat plant, and only the one who investigates to what extent a new wheat plant develops from the grain of wheat can discover why the grain of wheat is, in its essence, as it is. And the fact that it contains the components necessary for human nutrition is merely a secondary aspect added to the essence of the wheat grain; this has absolutely nothing to do with the inner nature of the wheat grain. Anyone who views everything solely in terms of its utility and wishes to make the knowledge of utility the truest science will simply examine the grain of wheat chemically and find: something arises in nature that can serve as human food. — But the fact that humans feed on it has absolutely nothing to do with the inner nature of the grain of wheat. As I said, what has to do with its inner nature is that a new wheat plant can grow from the grain of wheat.

[ 4 ] Für den, der die Dinge mit der Erkenntnis, mit dem Vorstellungsmäßigen durchschaut, für den nehmen sich die verschiedenen philosophischen Erkenntnistheoretiker ebenso aus wie die Leute, die das Weizenkorn untersuchen nach seiner Fähigkeit, den Menschen zu ernähren. Denn wenn man das Weizenkorn nach seiner ursprünglichen Aufgabe fragen würde, wozu es da ist, so würde es nicht antworten: um den Menschen zu ernähren, sondern um eine neue Weizenpflanze entstehen zu lassen. Die das Erkenntnismäßige, das Vorstellungsmäßige durchschauen, die erblicken einen solchen Fehler, wie ich ihn jetzt charakterisiert habe, bei den philosophischen Erkenntnistheoretikern. Denn das, was wir das Erkenntnismäßige nennen, was als Vorstellung, als Wahrheit, als Weisheit in uns lebt, das ist ursprünglich gar nicht dazu da, die Dinge draußen abzubilden. Dieses Abbilden der Dinge draußen, das ist ebenso ein Nebenstrom, wie es ein Nebenstrom ist für die Weizenkörner, den Menschen zu ernähren. Die Erkenntnis ist gar nicht dazu da, um Abbilder nur zu schaffen von den äußeren Dingen, sondern sie ist zu etwas anderem da. Sie ist dazu da, daß sie im Menschen in einer gewissen Weise wirkt und webt und lebt. Indem wir hier in dem Dasein zwischen Geburt und Tod leben, häufen wir uns nach und nach Weisheit an, und wir verwenden die Weisheit zu gleicher Zeit so, daß sie Abbild sein kann für die äußere Welt, so wie wir das Weizenkorn anwenden als Nahrungsmittel. Aber das Weizenkorn, das wir als Nahrungsmittel anwenden, entziehen wir seiner ihm innewohnenden Bestimmung, eine neue Pflanze zu bilden. So entziehen wir der eigentlichen Aufgabe der Weisheit alles das, was wir verwenden, um die äußere Welt zu erfassen. Denn das Vorstellungsmäßige, das Wahrheitsgemäße ist zunächst gar nicht dazu bestimmt. Wozu ist dieses Wahrheitsgemäße bestimmt — ich meine in dem Sinne, wie das Weizenkorn bestimmt ist, eine neue Weizenpflanze herbeizuführen? Bestimmt ist nämlich unsere erkenntnismäßige Betätigung, unser wahrheitsmäßiges Arbeiten dazu, Kräfte in uns zu entwickeln zwischen Geburt und Tod, welche umwandeln unseren Organismus nach dem Tode, das heißt seine Kraftgestalt, in die Kraftgestalt des Kopfes! Das ist der merkwürdige Zusammenhang, den man entdeckt, wenn man den Durchgang des Menschen einerseits zwischen Geburt und Tod, andererseits zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ins Auge faßt. Was der Mensch an Erkenntnissen erwirbt, dient zunächst dazu, daß umgestaltet werden kann sein Organismus außer dem Kopf in einen Kopf, der dann der Kopf der nächsten Inkarnation ist. Sie werden sagen: Es gibt doch so viele Menschen, die erwerben sich gar keine Erkenntnisse, und die bleiben so furchtbar dumm; nur wenige werden gescheit — zu denen man sich gewöhnlich selbst rechnet. — Aber es haben schon diejenigen ein bißchen recht, die da gesagt haben — und es haben es mehrere Menschen gesagt, unabhängig voneinander —, daß der Mensch in seinen drei, vier ersten Lebensjahren mehr lernt, mehr an Weisheit aufnimmt, als — jedenfalls in den drei akademischen Jahren. In den drei ersten Lebensjahren lernen wir wirklich recht viel, was wir nur durch unser Haupt auf der Erde lernen können. Wir erwerben uns diejenigen Kenntnisse, die notwendig sind, um zu sprechen, das Gesprochene zu verstehen, und vieles, vieles andere. Wir lernen wirklich da sehr viel. Und das gehört zu dem, was man Weisheitsinhalt zu nennen hat.

[ 4 ] To those who see through things with insight, with the power of imagination, the various philosophical epistemologists appear just like people who examine a grain of wheat for its ability to nourish human beings. For if one were to ask the grain of wheat about its original purpose—why it exists—it would not answer: “to nourish human beings,” but rather, “to give rise to a new wheat plant.” Those who see through the realm of knowledge and the realm of the conceptual perceive such a mistake—as I have just characterized it—in the philosophical epistemologists. For what we call the cognitive aspect—what lives within us as an idea, as truth, as wisdom—is not originally intended at all to represent external things. This representation of external things is just as much a secondary function as it is for the grains of wheat to feed human beings. Knowledge is not at all meant merely to create images of external things; rather, it is meant for something else. It is meant to work, weave, and live within the human being in a certain way. As we live here in the existence between birth and death, we gradually accumulate wisdom, and at the same time we use that wisdom in such a way that it can serve as a representation of the external world, just as we use the grain of wheat as food. But by using the grain of wheat as food, we deprive it of its inherent purpose of forming a new plant. In the same way, we deprive wisdom of its true purpose by using everything we employ to comprehend the external world. For the conceptual, the truthful, is not initially intended for that at all. What is this truthful aspect intended for—I mean in the sense that the grain of wheat is intended to bring forth a new wheat plant? For our cognitive activity, our work in accordance with truth, is intended to develop forces within us between birth and death that transform our organism after death—that is, its form of power—into the form of power of the head! This is the remarkable connection one discovers when one considers the human journey, on the one hand, between birth and death, and on the other hand, between death and a new birth. The knowledge a person acquires serves, first and foremost, to transform their organism—excluding the head—into a head, which then becomes the head of the next incarnation. You will say: But there are so many people who acquire no knowledge at all and remain so terribly stupid; only a few become intelligent—and one usually counts oneself among them. — But those who have said—and several people have said this, independently of one another—that a person learns more and absorbs more wisdom in the first three or four years of life than during the three years of academic study are, in a sense, somewhat right. In the first three years of life, we really do learn quite a lot of what we can only learn through our head while on Earth. We acquire the knowledge necessary to speak, to understand what is spoken, and much, much more. We truly learn a great deal during that time. And that is part of what must be called the content of wisdom.

[ 5 ] Durch dieses, was der Mensch als seine Weisheit erwirbt, und worin die Menschen eigentlich gar nicht so sehr verschieden sind, wallt und webt eben als Kraft dasjenige, was unseren Organismus umwandelt in einen Kopf beim Durchgang durch die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist im Grunde ein recht kompliziertes Gebilde, was wir da in uns aufnehmen mit unserem Vorstellungsmäßigen, mit unserem Erkenntnismäßigen. Und dem Menschen wird nur zuweilen in solchen Träumen, wie ich es Ihnen gestern am Schlusse von einem polnischen Dichter angeführt habe, leise etwas gezeigt von dem, was wallt und webt gewissermaßen zwischen den Vorstellungen, derer wir uns vollständig bewußt werden. Aber das, was da wallt und webt, das wirkt eben in uns, um nach dem Tode in Aktualität überzutreten und unseren Organismus umzuwandeln. Es sammelt sich alles, was durch Erkenntnis gewonnen wird, an, um unseren Organismus umzuwandeln, mit Ausnahme dessen, was wir verwenden, um die äußere Welt aufzufassen. Was wir verwenden, um im gewöhnlichen Sinne die äußere Welt aufzufassen, das geht in einer gewissen Weise verloren für unsere Entwickelung, das entziehen wir unserer Entwickelung. Geradeso, wie wir dem totalen Fortentwickelungsprozeß des Weizens alle die Weizenkörner entziehen — es sind viel mehr als diejenigen, die wieder in die Erde gestreut werden —, die wir als Nahrungsmittel verwenden, so entziehen wir uns tatsächlich auch recht viel mehr, namentlich in der gegenwärtigen Entwickelungsperiode der Menschheit, als wir behalten, indem wir Äußeres uns aneignen. Denken wir zurück an ältere Zeiten, in denen die Menschen noch mehr durch innere hellseherische Wissenschaft das wußten, was sie eben wußten. Die gaben sich nicht so aus nach der äußeren Welt. Solch eine Bevölkerung wie die alte ägyptische, die alte chaldäische, hat das, was sie gewußt hat, durch atavistisches Hellsehen gewußt, und wenig nur durch die äußere Entwickelung. Heute leben wir in einer Zeit, die gewissermaßen in dieser Beziehung entgegengesetzt ist. Heute wird viel von außen herein aufgenommen und wenig vom Innern der Entwickelung hinzugefügt. Die Griechen hielten jene wunderschöne Mitte einer gewissen Kulturentwickelung, die nicht allein dadurch bedingt war, daß diese Griechen so besonders veranlagt waren. Das waren sie ja gewiß, aber damit allein ist es nicht getan. Sie verdanken diese Geschlossenheit ihrer ganzen Kultur auch dem Umstande, daß die Erdenfläche, die das griechische Volk einnahm, eine verhältnismäßig kleine war, auch in bezug auf die Kenntnisse der übrigen Erde. Was wußten die Griechen viel von anderem als von Kleinasien, nach Asien hin, was wußten sie viel von Afrika, von Amerika schon gar nichts; von einem großen Teil von Europa wußten sie auch nichts. Daß Plato noch ein Wissen haben konnte von der Moralität, von der Sophrosyne, der Dikaiosyne, das ist vielfach dem Umstande zu verdanken, daß der Schauplatz, den die griechische Erkenntnis äußerlich umspannte, ein kleiner war. Daher war es noch möglich, viele von den Weisheits-Geisteskräften für die innere Entwickelung zu behalten. Aber sie verwendeten schon weniger für die innere Entwickelung als etwa die alten Ägypter oder Chaldäer, oder gar die alten Perser oder die alten Inder. In unserer Zeit, wo nach und nach die ganze Erde erforscht und zugänglich geworden ist, da suchen die Menschen möglichst viel an äußeren Erkenntnissen zu erwerben. Wie hat das zugenommen! Wenn es so intensiv wäre, wie es extensiv ist, dann würden die Menschen unendlich wenig, und gerade die Gebildetsten viel, viel weniger als irgendein Bauer mitnehmen, um den physischen Leib umzuwandeln in den physischen Kopf der nächsten Inkarnation. Aber Gott sei Dank, die meisten sind ja so gereist, daß sie nicht viel angeschaut haben, sondern daß sie fein nach dem Baedeker oder anderen Reisebüchern gegangen sind, und trotz des großen Umkreises doch nicht viel kennengelernt haben; so entziehen sie sich doch nicht alles. Sonst würde gerade bei denen, die überall nach Sensationen haschen, die nur alles, was sie wissen, von außen wissen wollen, die Gefahr vorliegen, daß sie in der nächsten Inkarnation mit einem Kopf zur Welt kämen, der recht wenig umgestalteter übriger Leib sein wird, das heißt, der sehr tierisch aussehen würde; denn das würde das Schicksal sein, wenn wenig Bildekräfte angesammelt würden.

[ 5 ] Through this—which human beings acquire as their wisdom, and in which people are actually not all that different—there surges and weaves, as a force, that which transforms our organism into a head as it passes through the time between death and a new birth. It is, in essence, a rather complex structure that we take in through our imagination and our cognition. And only occasionally, in dreams such as the one I cited for you yesterday at the end—from a Polish poet—is a faint glimpse revealed to us of what, so to speak, surges and weaves between the ideas of which we become fully conscious. But what surges and weaves there is precisely what works within us to pass into actuality after death and transform our organism. Everything gained through cognition accumulates to transform our organism, with the exception of what we use to perceive the external world. What we use to perceive the external world in the ordinary sense is, in a certain way, lost to our development; we withdraw it from our development. Just as we withdraw from the overall process of the wheat’s development all the grains of wheat—far more than those that are sown back into the earth—that we use as food, so too do we in fact withdraw far more from ourselves—especially in the present period of human development—than we retain by appropriating the external world. Let us think back to earlier times, when people knew what they knew even more through inner clairvoyant knowledge. They did not rely so heavily on the external world. Peoples such as the ancient Egyptians and the ancient Chaldeans knew what they knew through atavistic clairvoyance, and only to a small extent through external development. Today we live in an age that is, in a sense, the opposite in this regard. Today, much is absorbed from the outside, and little is added from within the process of development. The Greeks occupied that wonderful middle ground of a certain cultural development, which was not determined solely by the fact that the Greeks were so uniquely gifted. They certainly were, but that alone is not enough. They also owe the coherence of their entire culture to the fact that the area of the earth occupied by the Greek people was relatively small, even in terms of their knowledge of the rest of the world. What did the Greeks really know of anything beyond Asia Minor, toward Asia? What did they know of Africa? They knew absolutely nothing of America; nor did they know anything of a large part of Europe. The fact that Plato was still able to possess knowledge of morality, of sophrosyne and dikaiosyne, is largely due to the fact that the sphere of Greek knowledge was, externally speaking, a small one. Therefore, it was still possible to retain many of the spiritual powers of wisdom for inner development. But they devoted less to inner development than, for example, the ancient Egyptians or Chaldeans, or even the ancient Persians or Indians. In our time, when the entire Earth has gradually been explored and made accessible, people seek to acquire as much external knowledge as possible. How this has increased! If it were as intensive as it is extensive, then people would take with them infinitely little—and the most educated, in particular, much, much less than any farmer—to transform the physical body into the physical head of the next incarnation. But thank God, most have traveled in such a way that they haven’t seen much, but have carefully followed the Baedeker or other guidebooks, and despite covering a wide area, have not really come to know much; thus, they do not deprive themselves of everything. Otherwise, especially for those who chase after sensations everywhere—who want to know everything they know only from the outside—there would be the danger that in their next incarnation they would be born with a head that is little more than the transformed remainder of the body, that is, one that would look very animal-like; for that would be their fate if few formative forces were accumulated.

[ 6 ] Aber nun, Vergleiche, die aus der Imagination genommen sind, können auch ausgedehnt werden. Wir können uns fragen: Wenn es sich so verhält, daß das, was wir nach außen hin zur Erkenntnis, zur Erwerbung des äußeren Wissens verwenden, seiner eigentlichen inneren Wesenheit entzogen wird — wie das Weizenkorn, das zum Nahrungsmittel gemacht wird, der inneren Natur des Weizenkorns —, welche Ähnlichkeit besteht denn nun in bezug auf das, was äußerliches Wissen ist, äußeres Wissen wird, und der Tatsache, daß Weizenkörner auch als Nahrungsmittel verwendet werden? Es besteht eine innere Ähnlichkeit, die aber herbeigeführt werden muß.

[ 6 ] But then, comparisons drawn from the imagination can also be expanded. We may ask ourselves: If it is the case that what we use outwardly for cognition, for the acquisition of external knowledge, is stripped of its actual inner essence—just as the grain of wheat, when made into food, is stripped of the inner nature of the grain of wheat—what similarity then exists with regard to what external knowledge is, what becomes external knowledge, and the fact that grains of wheat are also used as food? There is an inner similarity, but it must be brought to light.

[ 7 ] Wenden wir noch einmal den Blick hin auf diese eigentümliche Tatsache, daß eine große Anzahl von Weizenkörnern nicht wieder zur Hervorbringung von Weizenpflanzen verwendet wird, sondern als menschliches Nahrungsmittel hingegeben wird! Dann können wir sagen: Es wird da das Weizenkorn entzogen seiner geradlinig fortschreitenden Entwickelung. Nicht wahr, wir haben ein Weizenkorn, das bringt ein Korn hervor, von dem kommt wiederum ein Korn und so weiter. Aber da splittern sich zahlreiche Weizenkörner ab; die gehen eigentlich in einen ganz anderen Bereich über, in den Bereich der Menschennahrungsmittel, der gar nichts zu tun hat mit der fortlaufenden Strömung.

[ 7 ] Let us once again turn our attention to this peculiar fact: that a large number of wheat grains are not used to produce more wheat plants, but are instead consumed as human food! Then we can say: The wheat grain is thus removed from its linear course of development. Isn’t that right? We have a grain of wheat that produces a grain, which in turn produces another grain, and so on. But numerous grains of wheat are diverted; they actually pass into an entirely different realm—the realm of human food—which has nothing to do with the ongoing flow.

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[ 8 ] Da haben Sie an der Natur die Möglichkeit, einen Begriff zu bilden von etwas, das sehr, sehr berücksichtigt werden muß, wenn man wirkliche Weltanschauung erwerben will. Unsere äußere Wissenschaft hat es nach und nach zu dem Schrecklichen gebracht, daß man alles so erklären will, daß sich immer das Folgende als ein Ergebnis des Früheren herausstellen soll, Wirkung immer auf Ursache. Es gibt nichts Törichteres als dieses Uniformieren der Welt in der Vorstellung, als ob immer aus der Wirkung auf die Ursache, und von der Ursache auf die Wirkung gegangen werden soll. Es entstehen spätere Wirkungen, die gar keinen direkten ursächlichen Zusammenhang mit einer vorhergehenden Ursache haben; denn wie sollte denn im Weizenkorn die Ursache liegen, daß es menschliches Nahrungsmittel werden wird? Höchstens nach der billigen Teleologie, die im achtzehnten Jahrhundert zum Teil noch gang und gäbe war, wonach man das Vorhandensein gewisser korkartiger Stoffe in der Natur damit erklärt hat, daß geheimnisvolle Geister diese Dinge geschaffen haben, damit man Champagnerpfropfen machen könnte. Nein, es geht wirklich da die Weizenfrucht über in eine andere Sphäre.

[ 8 ] Nature offers you the opportunity to form a concept of something that must be taken very, very seriously if you wish to acquire a true worldview. Our external science has gradually led to the terrible situation where everything is explained in such a way that the latter is always supposed to be the result of the former—effect always following cause. There is nothing more foolish than this standardization of the world in the imagination, as if one must always proceed from effect to cause and from cause to effect. Later effects arise that have no direct causal connection whatsoever to a preceding cause; for how could the cause that a grain of wheat will become human food possibly lie within the grain itself? At most, according to the simplistic teleology that was still partly in vogue in the eighteenth century—according to which the presence of certain cork-like substances in nature was explained by the notion that mysterious spirits had created these things so that champagne corks could be made—no, the wheat grain truly transcends into another sphere.

[ 9 ] Und so ist es auch, wenn wir Erkenntnisse der äußeren Natur, der äußeren Dinge erwerben. Die Dinge gehen da in eine andere Sphäre über. Und ich bitte Sie, diese Wahrheit recht, recht tief zu nehmen. Wir Menschen können uns eine ganz große Summe dessen entziehen, was wahrheitsgemäß in uns ist, was wir verwenden müssen, um übergehen zu lassen unseren Leib der gegenwärtigen Inkarnation in den Kopf der nächsten Inkarnation. Wir können uns viel entziehen, um gegenwärtige Kenntnisse zu erwerben, aber wir müssen beachten, daß diese Kenntnisse zu etwas anderem da sein müssen. Wie die Weizenkörner gewissermaßen geadelt werden dadurch, daß sie zur menschlichen Nahrung verwendet werden — es wird ihnen da etwas Angemessenes gegeben dafür, daß sie ihrer ursprünglichen Wesenheit entzogen werden —, so muß es auch mit der menschlichen äußeren Erkenntnis sein, die ganz wider die Natur des Vorstellungsmäßigen, des Wahrheitsmäßigen entwickelt wird. Alles das, was der Mensch als Wahrheit erwirbt, die in Bildern der Außenwelt besteht, das soll er in seiner Gemütsempfindung den Göttern übergeben. Er soll das Bewußtsein immer in sich tragen: Erwirbst du Erkenntnisse, die du dem fortlaufenden Strom entziehst, so sei dir klar, daß Erkenntnis-Erwerben ein Götterdienst sein muß. Was an Erkenntnis erworben wird, ohne daß wir uns bewußt sind, daß das ein heiliger Dienst in der Entwickelung der Menschheit ist, ohne daß wir das, was wir uns aneignen von der Außenwelt, den höheren Geistern übergeben, die sich davon nähren, die das in sich aufnehmen — was wir an solcher Erkenntnis erwerben, die wir nicht mit dieser Empfindung begleiten, die wir einfach gedankenlos erwerben, das ist wie Weizenkörner, die in die Erde fallen und verfaulen, das heißt, die keine Ziele erreichen, nicht die ihren und nicht die anderen, die zur menschlichen Nahrung dienen.

[ 9 ] And the same is true when we gain insights into external nature, into external things. There, things pass into a different sphere. And I ask you to take this truth very, very deeply to heart. We humans can withdraw a very large portion of what is truly within us—what we must use to carry over from the body of our present incarnation into the head of our next incarnation. We can withdraw much in order to acquire present-day knowledge, but we must bear in mind that this knowledge must serve a different purpose. Just as grains of wheat are, so to speak, ennobled by being used as human food—they are given something appropriate in return for being removed from their original nature—so it must also be with human external knowledge, which is developed entirely contrary to the nature of the imaginative and the truthful. Everything that a human being acquires as truth, which consists of images of the external world, should be surrendered to the gods in the depths of their soul. They should always bear this awareness within themselves: If you acquire knowledge that you withdraw from the flowing stream, then be clear that the acquisition of knowledge must be a service to the gods. Whatever knowledge is acquired without our being aware that it is a sacred service in the development of humanity—without our surrendering what we appropriate from the external world to the higher spirits who nourish themselves on it and take it into themselves— — whatever knowledge we acquire that is not accompanied by this sense of reverence, that which we simply acquire thoughtlessly, is like grains of wheat that fall into the earth and rot; that is, they achieve no purpose—neither their own nor that of others, which serves as human nourishment.

[ 10 ] Hier sehen Sie einen Punkt, wo Sie fühlen müssen, wie notwendig es ist, daß ein ganz bestimmtes praktisches Resultat aus unseren geisteswissenschaftlichen Bestrebungen hervorgeht, daß wir nicht nur etwas lernend aufnehmen, nicht nur etwas zum Wissen machen, sondern daß durch die Aufnahme des Geisteswissenschaftlichen eine Gesamtempfindung in unsere Seele gelegt wird. Wir verbinden mit dem Begriff des Wissens die Empfindung, daß das Wissen ein göttlicher Dienst sein soll, und daß es im Grunde eine Versündigung ist gegen den göttlichen Sinn der Evolution, wenn man das Wissen profaniert, wenn man das Wissen herabzieht von seiner göttlichen Bestimmung.

[ 10 ] Here you see a point where you must feel how necessary it is that a very specific practical result emerge from our spiritual scientific endeavors—that we do not merely absorb something as learning, do not merely turn it into knowledge, but that, through the absorption of spiritual science, an overall feeling is instilled in our soul. We associate with the concept of knowledge the feeling that knowledge should be a divine service, and that it is, in essence, a sin against the divine purpose of evolution to profane knowledge, to lower knowledge from its divine destiny.

[ 11 ] Ich sagte: Eigentlich ist erst in der neueren Zeit die Möglichkeit eingetreten, viel äußeres Wissen zu erwerben. Bei den Ägyptern ist noch fast alles inneres Wissen gewesen, wenig äußeres Wissen; die nächsten Dinge nur bildeten das äußere Wissen. Während der griechisch-lateinischen Kulturepoche entstand für den Menschen die Möglichkeit, immer mehr und mehr äußeres Wissen zu erwerben. Das ist gar nicht so lange her. Da entstand aber auch die Möglichkeit, den Weg zu finden, das Wissen zum göttlichen Dienste umzuwandeln, indem der Christus mit seiner Verkündigung auf die Erde kam.

[ 11 ] I said: It is actually only in more recent times that the possibility of acquiring a great deal of external knowledge has arisen. Among the Egyptians, almost all knowledge was still internal, with very little external knowledge; only the most immediate things constituted external knowledge. During the Greco-Roman cultural epoch, the opportunity arose for human beings to acquire more and more external knowledge. That was not so long ago. But with it also came the opportunity to find the path to transform this knowledge into divine service, when Christ came to Earth with his message.

[ 12 ] Hier haben Sie wiederum einen Zusammenhang, der das Geschichtliche uns klarmacht. In dem Augenblick der Menschheitsentwickelung, in dem das Wissen vorzugsweise Wissen von der Außenwelt wird, in demselben Augenblick erscheint der Christus als hervorgehend aus der geistigen Welt, um die Möglichkeit herbeizuführen, daß der Mensch in seiner Empfindung der göttlichen Führung des Christus, aus dem Wissen, indem er es hinordnet zu dem Christus, einen Götterdienst macht. Wenn auch die Menschheit heute noch nicht sehr weit ist in der Entwickelung dieser Empfindung, aus dem Wissen einen Götterdienst zu machen, in dem Maße, wie die Menschheit mehr und mehr verstehen wird, wie Christus das Erdenleben vergottet, wird sie auch lernen, aus dem Wissen einen Götterdienst zu machen.

[ 12 ] Here again, we see a connection that sheds light on history. At the very moment in human development when knowledge becomes primarily knowledge of the external world, at that very moment Christ appears as emerging from the spiritual world to bring about the possibility that human beings, in their sense of Christ’s divine guidance, may transform knowledge into a form of worship by aligning it with Christ. Even if humanity today has not yet progressed very far in developing this sense of turning knowledge into a form of worship, to the extent that humanity comes to understand more and more how Christ deifies earthly life, it will also learn to turn knowledge into a form of worship.

[ 13 ] So leben wir durch alles das, wofür unser Haupt das äußere Zeichen ist, so, daß wir gewissermaßen einen kleinen Grundstock verwenden, um unseren Leib zum Haupte umzuwandeln. Und das andere, wenn wir es mit dem richtigen Gefühle begleiten, wie ich es eben charakterisiert habe, verwenden wir dazu, daß höhere geistige Wesenheiten eine bestimmte Nahrung durch unsere gefaßten Begriffe empfangen. Wir suchen ein Wissen zu erwerben für die Götter, so wie der Weizen auch für die Nahrung der Menschen wächst. Es ist schon so; aber diese Bestimmung muß ihm erst angemessen werden. So muß unserem Wissen durch unser Fühlen erst die Bestimmung, von der eben gesprochen worden ist, angemessen werden. Viel, viel wird davon abhängen, wenn die Entwickelung der Menschheit gesunden soll, daß solche Empfindungen, solche Gefühle entfaltet werden können.

[ 13 ] Thus, we live through everything of which our head is the outward sign, in such a way that we, as it were, use a small foundation to transform our body into a head. And the other aspect—when we accompany it with the right feeling, as I have just described—we use it so that higher spiritual beings may receive a certain nourishment through the concepts we have formed. We seek to acquire knowledge for the gods, just as wheat grows to serve as food for human beings. This is indeed the case; but this purpose must first become appropriate to it. In the same way, the purpose I have just described must first become appropriate to our knowledge through our feeling. Much, very much will depend on whether such sensations, such feelings, can be developed if the development of humanity is to be healthy.

[ 14 ] In den alten Mysterien und Mysterienschulen war es noch wie eine Selbstverständlichkeit, daß derjenige, der das Wissen erlangen durfte, dieses Wissen auch heilig gehalten hat. Denn das war ja doch mit einer der Hauptgründe, warum man nicht jeden zugelassen hat in die Mysterien. Die, welche in die Mysterien zugelassen werden sollten, mußten Garantie dafür bieten, daß sie das Wissen wirklich heilig halten, es als einen Götterdienst auffassen. Das war auch durch ein atavistisches Hellfühlen noch vorhanden. Jetzt muß es sich die Menschheit wieder erwerben. Die Menschheit hat durchgemacht eine Zeit — wir wissen, daß das begründet ist —, in der sie sich nach dem Materialismus hin entwickelt hat. Sie muß aus diesem Materialismus heraus wieder gesunden, und sie wird nur gesunden, wenn mit dem Wissen wiederum solche Gefühle eines heiligen Dienstes verbunden werden, wie sie einstmals verbunden wurden. Aber aus der Bewußtheit heraus muß das in der Zukunft geschehen. Und das wird nur geschehen können, wenn die Geisteswissenschaft sich immer weiter in der Menschheit verbreitet. Das Wissen sollte nicht dem Samenkorn gleichen, das in der Erde verfault. Was nur in den Dienst der äußeren Nützlichkeit, der äußeren mechanischen Einrichtung gestellt wird, das alles gleicht dem Samenkorn, das verfault. Was nicht gestellt wird in den göttlichen Dienst, es geht verloren. Es wird weder verwendet, um uns in der nächsten Inkarnation zu helfen, noch wird es verwendet zur Nahrung höherer geistiger Wesenheiten. Verfaulen des Samenkorns ist ein realer Prozeß; es geschieht ja etwas. Verschwendung des Wissens, ohne daß man daraus einen göttlichen Prozeß, einen Götterdienst macht, ist schon auch ein realer Prozeß. Es würde heute zu weit führen, wollte ich Ihnen ausführen, was ein Verfaulen des Weizenkorns bedeutet, aber ein wertloses Verfaulen, weil es nicht aufgehen kann, weil es zugrunde gehen muß. Das Wissen aber, das nicht in den göttlichen Dienst gestellt wird, das wird von Ahriman ergriffen, das geht in Ahrimans Dienst über und bildet Ahrimans Macht, der es durch seine geistigen Diener dem Weltenprozesse einfügt und dadurch dem Weltenprozesse mehr Hindernisse einfügt — denn Ahriman ist ja zugleich der Gott der Hindernisse —, als gerechterweise da sein dürfen, da sein müssen.

[ 14 ] In the ancient mysteries and mystery schools, it was still taken for granted that those who were permitted to acquire this knowledge would also hold it sacred. After all, that was one of the main reasons why not everyone was admitted to the mysteries. Those who were to be admitted to the mysteries had to offer a guarantee that they would truly hold the knowledge sacred, regarding it as a service to the gods. This was still present through an atavistic sense of the spiritual. Now humanity must regain this. Humanity has gone through a period—we know this is justified—in which it has developed toward materialism. It must recover from this materialism, and it will recover only if such feelings of sacred service—as were once associated with knowledge—are once again linked to it. But in the future, this must happen out of conscious awareness. And this will be possible only if spiritual science continues to spread ever more widely among humanity. Knowledge should not resemble a seed that rots in the earth. Whatever is placed solely in the service of external utility or external mechanical arrangements is like a seed that rots. Whatever is not placed in divine service is lost. It is neither used to help us in our next incarnation nor used as nourishment for higher spiritual beings. The rotting of the seed is a real process; something does indeed happen. The squandering of knowledge, without turning it into a divine process, a service to the gods, is also a real process. It would take us too far afield today if I were to explain to you what the rotting of a grain of wheat means—but it is a worthless rotting, because it cannot sprout; because it is bound to perish. But the knowledge that is not placed in divine service is seized by Ahriman; it passes into Ahriman’s service and forms Ahriman’s power, which he, through his spiritual servants, inserts into the world process and thereby introduces more obstacles into the world process—for Ahriman is, after all, also the god of obstacles—than should justly be there, than must be there.

[ 15 ] So bekommen Sie eine Ansicht von der ganzen Bedeutung dessen, was vorstellungsmäßig, wahrheitsgemäß in uns lebt. Ich werde nun in den nächsten zwei Vorträgen Ausführungen über das Schöne und über die Moralität machen, um dann die drei Dinge zusammenzufassen, um dadurch wiederum eine Möglichkeit zu erwecken, die menschliche Wesenheit noch tiefer zu erfassen.

[ 15 ] This gives you a sense of the full significance of what lives within us in terms of ideas and truth. In the next two lectures, I will discuss beauty and morality, and then summarize these three topics, thereby opening up a new possibility for understanding the human being even more deeply.