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Truths Regarding Humans Development
The Karma of Materialism
GA 176

7 August 1917, Berlin

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Das Karma des Materialismus II

The Karma of Materialism II

[ 1 ] Ich sagte, daß ich aphoristische Ergänzungen zu mancherlei bringen wollte, das in der letzten Zeit betrachtet worden ist. Diese Betrachtungen gingen ja vorzugsweise darauf hinaus, zu zeigen, was gegenüber den geistigen Zeitströmungen, gegenüber dem Grundcharakter der geistigen Zeitströmungen vonnöten ist. Sie gingen darauf hin, zu zeigen, wie aus der Geisteswissenschaft, wie wir sie hier meinen, dasjenige kommen könne, was einfließen muß in das Denken, Fühlen und Wollen der Zeit. Denn daß solches einfließen muß, das könnte ja heute schon manchen auch aus einer oberflächlichen, aus einer äußeren Betrachtung der Zeitereignisse klar sein.

[ 1 ] I said that I wanted to offer aphoristic additions to various topics that have been considered recently. These reflections were primarily intended to show what is necessary in light of the current intellectual trends—specifically, the fundamental character of those trends. They were aimed at showing how spiritual science—as we understand it here—can provide what must flow into the thinking, feeling, and willing of our time. For the fact that such things must flow in could already be clear to many today, even from a superficial, external observation of current events.

[ 2 ] Beginnen möchte ich damit, zu zeigen, wie einem, ich möchte sagen, heute auf Schritt und Tritt entgegenkommt dasjenige, was durch Geisteswissenschaft allein geheilt werden kann. Ich könnte ja, um dies zu zeigen, zu zeigen in Verbindung mit mancherlei in der letzten Zeit Gesagtem, selbstverständlich auch irgend etwas anderes herausgreifen; ich will einen Aufsatz, der in den letzten Tagen hier in einer Berliner Zeitung erschienen ist, herausgreifen, und der überschrieben ist «StaatsPhysiologie». Es ist ja notwendig, wenn man eine Betrachtung der Zeit anstellt, auf solche Symptome wohl zu achten, denn in ihnen spricht sich ja aus die Art und Weise, wie die Zeitgenossen denken, fühlen, was sie wollen und dergleichen. Wenn man sich nicht in einer einseitigen Weise bloß in eine Polemik oder dergleichen über einen solchen Aufsatz ergeht, sondern wenn man ihn betrachtet wie herausfließend aus der ganzen Natur und dem ganzen Wesen unseres Fühlens und Denkens, so kann man an einer solchen Erscheinung gar mancherlei zeigen. Der Aufsatz hat zum Verfasser Max Verworn, den ich hier oftmals genannt habe, Max Verworn, der in seinem Fache als höchste Autorität geltende Max Verworn. Und Verworn, der berühmte Professor der Physiologie, setzt sich zur Aufgabe, zu zeigen, wie die Politik beeinflußt werden müsse durch dasjenige Denken, an das er gewöhnt ist. Man kann sich das schon denken, es ist fast selbstverständlich, denn wie sollte nicht jeder glauben, daß sein Denken das beste sei, und daher gerade sein Denken als dasjenige anempfehlen, nach dem sich die wichtigsten Angelegenheiten der Zeit zu richten haben. Nun, wenn man diesen Aufsatz «Staats-Physiologie» durchliest, bekommt man ein eigentümliches Gefühl. Zunächst erinnert einen dieser Aufsatz wiederum einmal daran, wie unrecht diejenigen haben, die da glauben, daß der krasseste Materialismus aus der Wissenschaft heute schon vertilgt sei. Manche sagen das, manche, die gerade vollständig in den Klauen dieses Materialismus sind, und nur weil sie sich ein paar Begriffe hingezimmert haben, die sie als Philosophie anschauen, glauben sie, den Materialismus überwunden zu haben. Wie wenig sie den Materialisimus überwunden haben, das zeigen einige Sätze dieses Aufsatzes einer der naturwissenschaftlichen Autoritäten der Gegenwart. Wir brauchen nur solche Sätze vor unsere Seele zu führen: «Die Tierwelt stellt den allgemeineren Begriff vor, der auch den speziellen Fall des Menschen mit einschließt, sowie die Tierwelt selbst wieder einen speziellen Fall des noch umfassenderen Begriffs der Organismenwelt bildet.» Das heißt: Will man etwas wissen über den Menschen, so wendet man sich an die Tierwelt; will man etwas wissen über die Tiere, so wendet man sich an den allgemeinen Begriff des Organismus. Jedenfalls findet diese bedeutende Autorität, daß man vor allen Dingen die Verhältnisse im politischen Leben studieren müsse nach dem Muster, wie man studiert, das heißt, wie er, der Professor Max Verworn, die Verhältnisse innerhalb der Tierwelt studiert. Denn er entdeckt das Bedeutsame:

[ 2 ] I would like to begin by showing how—I would say—what can be healed only through spiritual science is encountered at every turn today. To illustrate this, in connection with various things that have been said recently, I could, of course, also single out something else; but I want to single out an essay that appeared here in a Berlin newspaper in the last few days, titled “StaatsPhysiologie.” When one reflects on the times, it is indeed necessary to pay close attention to such symptoms, for they reveal the way in which our contemporaries think, feel, what they want, and so on. If one does not merely engage in one-sided polemics or the like regarding such an essay, but rather views it as flowing from the very nature and essence of our feelings and thoughts, then one can demonstrate many things through such a phenomenon. The essay was written by Max Verworn, whom I have mentioned here many times—Max Verworn, who is regarded as the supreme authority in his field. And Verworn, the famous professor of physiology, sets out to demonstrate how politics must be influenced by the very way of thinking to which he is accustomed. One can well imagine this; it is almost self-evident, for how could anyone not believe that his own way of thinking is the best, and therefore recommend precisely his own way of thinking as the one by which the most important affairs of the day should be guided? Well, when one reads through this essay, “State Physiology,” one gets a peculiar feeling. First of all, this essay reminds one once again how wrong those are who believe that the most blatant materialism has already been eradicated from science today. Some say this—some who are themselves completely in the clutches of this materialism—and simply because they have cobbled together a few concepts that they regard as philosophy, they believe they have overcome materialism. Just how little they have overcome materialism is demonstrated by a few sentences from this essay by one of the leading authorities in the natural sciences today. We need only bring such sentences to mind: “The animal world represents the more general concept, which also includes the specific case of humans, just as the animal world itself constitutes a specific case of the even more comprehensive concept of the world of organisms.” That is to say: If one wants to know something about humans, one turns to the animal world; if one wants to know something about animals, one turns to the general concept of the organism. In any case, this eminent authority believes that, above all, one must study the conditions in political life according to the same model used to study—that is, as he, Professor Max Verworn, studies—the conditions within the animal world. For he discovers what is significant:

[ 3 ] «Diese Tatsache kann heute» — nämlich daß der Mensch dieser spezielle Fall der Tierwelt ist — «niemand mehr verkennen, der nicht an der gesamten Entwickelung der Biologie ahnungslos vorbeigegangen ist. Der Mensch steht der übrigen Tierwelt nur insofern gegenüber, als er sich von ihr durch gewisse besondere Merkmale unterscheidet, zum Beispiel auch durch seine Kulturproduktion, aber deshalb ist und bleibt er doch ein tierischer Organismus, der in seinem gesamten Verhalten den allgemeinen Gesetzen unterworfen ist, die jeden tierischen Organismus beherrschen.» — Man kann schon sagen: dies ist, mehr oder weniger ausgesprochen, trotz aller Gegendeklamationen dennoch die Grundüberzeugung der heutigen offiziellen Wissenschaft. Und wenn sie auch theoretisch mit dieser oder jener Bemerkung oftmals darüber hinausgeht, so muß man sich dennoch klar sein darüber, daß die ganze Art und Weise des Denkens, die ganze Art und Weise Wissenschaft zu treiben, heute in dem Lichte einer solchen Betrachtungsweise steht. Und die Konsequenz ist, daß Verworn dazu kommt, zu sagen, «man könne sich davon überzeugt halten, daß unsere ganze Kulturentwickelung nichts anderes ist als ein spezieller Fall der organischen Entwickelung überhaupt.» — Also alles das, was unsere Kulturentwickelung einschließt, ist ein spezieller Fall der organischen Entwickelung überhaupt. Das heißt: studieren wir, wie das Tier frißt, wie es verdaut, wie es sich nach und nach entwickelt, wie die einzelnen Zellen im tierischen Organismus miteinander arbeiten und übertragen wir dann diesen Begriff auf das Leben der Familie, der Korporationen, sonstiger kleinerer Organismen im großen Organismus Staat, so haben wir eine richtige Grundlage für eine theoretische Politik, im Sinne Verworns. «Wir werden nur gesund denken auf diesem Gebiet», meint er, «wenn wir versuchen, den «politischen Staat » — wie er ihn nennt «uns zu denken als einen großen Organismus.» — Denn er findet, daß, wenn man die Zellen und Zellenverbände, die sich vorfinden in einem tierischen Organismus, betrachtet — und seiner Ansicht nach ist der menschliche Organismus nichts anderes als der tierische Organismus —, daß sie dann in einem solchen Zusammenhang stehen, gegenseitig voneinander abhängig sind und so weiter, wie die einzelnen Körperschaften innerhalb eines politischen Staates. Nun, meint Verworn, unterliege die tierische Organisation zunächst der Entwickelung. Die Entwickelung stellt er sich allerdings in einer eigentümlichen Weise vor. Er sagt: «Eine allgemeine Eigentümlichkeit alles Lebendigen ist die Tatsache der Entwickelung.» Worin besteht bei ihm aber die Entwickelung? Die Entwickelung besteht bei ihm darin, daß sich dasjenige, was er Organismus nennt, an die Lebensverhältnisse anpaßt. Entwickelung ist also dasjenige, was entsteht, indem das Organische, das Lebewesen, sich an die Lebensverhältnisse änpäßt. Ja, nun stolpert er ja gleich in den ersten Spalten, denn da sagt er: «Eine der niederen Organismen, zum Beispiel die Amöbe ist ja zweifellos auch schon ihren Lebensbedingungen angepaßt, sonst würde sie ja nicht lebensfähig sein, sondern zugrunde gehen.» — Nun entsteht der Haken: Der niederste Organismus ist schon den Lebensverhältnissen angepaßt; warum entwickelt er sich denn weiter, wenn er doch angepaßt ist, wenn Entwickelung die Anpassung an die Lebensverhältnisse ist? Sehen Sie, in der Verwertung der Begriffe und Vorstellungen kennt dasjenige, was heute Wissenschaft ist, nicht einmal die allerersten Anfangsimpulse, die in uns sein müssen, denn es würde sofort der ganze Begriff der Entwickelung zerfallen, wenn man solch einen Satz ernst nehmen würde, wie Verworn ihn hier selber ausspricht. Aber das hindert nicht, nachdem er diesen ausgesprochen hat, einen anderen darauf zu bauen: «Ein Vergleich der verschiedenen Organisationsstufen, die wir in der Organismenwelt finden, zeigt uns nun, daß die zunehmende Vervollkommnung besteht in der immer reicheren und besseren Ausgestaltung der physiologischen Mittel zur Erhaltung des Lebens bei den verschiedenartigsten Änderungen der Lebensbedingungen.» Aha! während die Amöbe, der niederste Organismus, schon angepaßt ist an die Lebensbedingungen und daher nicht nötig hat, sich zu entwickeln, konstruiert Verworn den Begriff dahin, daß er sagt: Es soll aber immer besser angepaßt werden. Woher kommt denn ein solcher Impuls des BesserAnpassens? Es ist kein Grund vorhanden in der Amöbe, denn «wenn sie nicht angepaßt wäre, müßte sie zugrunde gehen», sagt er selbst. Das heißt: Die Leute sind in jedem Augenblick bereit, solches Zeug auszusprechen und das gesamte Publikum ist darauf dressiert — weil man ja gar nicht autoritätsgläubig ist —, solche Gedanken-Bocksprünge in aller Geduld hinzunehmen und sie für den Ausfluß großer Wissenschaft zu halten und darauf allerlei anderes Zeug zu bauen. Mit solchen Begriffen wird nun gearbeitet auf dem Gebiete der Physiologie. Im einzelnen schadet es nicht viel, denn das, was die Physiologie zu verarbeiten hat, hat man unter dem Mikroskop. Wenn man die Tatsachen erzählt, kann man noch so falsche Begriffe aufbauen, man kann die schönsten Entdeckungen machen, weil das, was man unter dem Mikroskop hat, die Entdeckungen zeigt; man kann ein großer Physiologe sein und kann ein Dummkopf in bezug auf die Verarbeitung von irgendwelchen Begriffen sein. Aber der Schaden wird ungeheuer, wenn man dann die Prätention hat, zu glauben, daß man solche Begriffe, deren Torheit nicht zutage tritt, wenn man die Objekte vor sich hat, in das sozialpolitische Leben einführen könne, wo die Begriffe selbst das Richtunggebende sein müssen, wo sie, wenn sie sich verwirklichen, zur verwirklichten Torheit werden. Das ist eines, was in Betracht gezogen werden muß, wo die große Lebenstragik beginnt.

[ 3 ] “This fact—namely, that humans are this special case within the animal kingdom—can no longer be overlooked by anyone who has not remained completely oblivious to the entire development of biology. Humans stand in contrast to the rest of the animal kingdom only insofar as they differ from it in certain specific characteristics—for example, through their cultural achievements—but for that reason they are and remain an animal organism whose entire behavior is subject to the general laws that govern every animal organism.” — One can certainly say that this is, more or less explicitly, despite all counter-arguments, nevertheless the fundamental conviction of today’s official science. And even if it often goes beyond this in theory with one remark or another, one must nevertheless be clear that the entire way of thinking, the entire way of conducting science, is today viewed in the light of such a perspective. And the consequence is that Verworn goes so far as to say, “one can be convinced that our entire cultural development is nothing other than a special case of organic development in general.” — In other words, everything that our cultural development encompasses is a special case of organic development in general. This means: if we study how an animal eats, how it digests, how it develops gradually, and how the individual cells in the animal organism work together—and then apply this concept to the life of the family, corporations, and other smaller organisms within the larger organism that is the state—then we have a sound foundation for a theoretical politics, in Verworn’s sense. “We will only think clearly in this area,” he says, “if we try to ‘conceive of the “political state”—as he calls it—as a large organism.’” — For he believes that when one considers the cells and cell groups found in an animal organism—and in his view, the human organism is nothing other than the animal organism—they are related to one another, mutually dependent, and so on, just like the individual bodies within a political state. Now, Verworn argues, the animal organism is, first and foremost, subject to development. He conceives of development, however, in a peculiar way. He says: “A general characteristic of all living things is the fact of development.” But what does development consist of, according to him? For him, development consists in what he calls the organism adapting to the conditions of life. Development, then, is what arises when the organic—the living being—adapts to its living conditions. Yet he stumbles right from the very beginning, for there he says: “One of the lower organisms, for example the amoeba, is undoubtedly already adapted to its living conditions; otherwise it would not be viable but would perish.” — Now here’s the catch: The simplest organism is already adapted to its living conditions; why, then, does it continue to develop if it is already adapted, if development is adaptation to living conditions? You see, in its use of concepts and ideas, what we call science today does not even recognize the very first initial impulses that must exist within us; for the entire concept of evolution would immediately collapse if one were to take seriously a statement such as the one Verworn himself makes here. But that does not prevent him, having uttered this, from building another statement upon it: “A comparison of the various levels of organization that we find in the world of organisms now shows us that increasing perfection consists in the ever richer and better development of the physiological means for sustaining life amid the most diverse changes in living conditions.” Aha! While the amoeba, the simplest organism, is already adapted to its living conditions and therefore has no need to evolve, Verworn constructs the concept in such a way that he says: It must, however, become ever better adapted. Where, then, does such an impulse toward better adaptation come from? There is no reason for this within the amoeba, for “if it were not adapted, it would perish,” he himself says. In other words: People are ready at any moment to spout such nonsense, and the entire audience has been conditioned—since we certainly do not blindly follow authority—to patiently accept such mental somersaults, to regard them as the outpouring of great science, and to base all sorts of other nonsense on them. Such concepts are now being used in the field of physiology. In the details, it doesn’t do much harm, because what physiology has to deal with is right there under the microscope. When you present the facts, you can construct even the most erroneous concepts; you can make the most wonderful discoveries, because what you see under the microscope reveals those discoveries; you can be a great physiologist and yet a fool when it comes to dealing with certain concepts. But the harm becomes immense when one then has the pretension to believe that one can introduce such concepts—whose folly does not become apparent when one has the objects right before one’s eyes—into sociopolitical life, where the concepts themselves must serve as the guiding principles, where, if they are put into practice, they become folly made real. This is something that must be taken into account—it is here that the great tragedy of life begins.

[ 4 ] Derjenige, der ein wenig etwas weiß von der geistigen Entwickelung der Gegenwart, der muß freilich erstaunt sein über die Ignoranz, über die Unwissenheit, die gerade bei bedeutenden Forschern heute herrscht. Gedankenlosigkeit auf der einen Seite, Unwissenheit auf der anderen Seite. Denn von einer berühmten Autorität tritt einem solch eine Forderung entgegen, wie ich es charakterisiert habe. Man fragt sich vergeblich: Weiß ein solcher Herr nicht, daß der Versuch vor nicht so langer Zeit, aus ebenso unklaren Begriffen heraus allerdings, gemacht worden ist? Man nehme sich die drei Bände Schäffles, des einstigen österreichischen Ministers: «Bau und Leben des sozialen Körpers.» Da wurde versucht, den Staat nach dem Muster des Zellenorganismus zu denken. Die Sache ist also schon gemacht und hat Fiasko erlebt. Es ist derselbe Schäffle, der dann ein Buch geschrieben hat, welches betitelt ist «Die Aussichtslosigkeit der Sozialdemokratie», worauf Hermann Bahr als ganz junger Mann eine Gegenschrift geschrieben hat: «Die Einsichtslosigkeit des Herrn Schäffle.»

[ 4 ] Anyone who knows even a little about contemporary intellectual development must surely be astonished by the ignorance and lack of knowledge that prevail today, even among prominent researchers. Thoughtlessness on the one hand, ignorance on the other. For a renowned authority puts forward a demand such as the one I have described. One wonders in vain: Does such a gentleman not know that an attempt was made not so long ago—albeit based on equally unclear concepts? Take the three volumes by Schäffle, the former Austrian minister: The Structure and Life of the Social Body. There, an attempt was made to conceive of the state according to the model of a cellular organism. The matter has thus already been attempted and ended in fiasco. It is the same Schäffle who later wrote a book titled The Hopelessness of Social Democracy, to which Hermann Bahr, as a very young man, wrote a rebuttal: The Lack of Insight on the Part of Mr. Schäffle.

[ 5 ] Das ist die Unwissenheit, daß man heute immer wieder und wiederum an derselben Stelle anfängt, ohne zu ahnen, daß derlei Dinge längst Fiasko gemacht haben. Würde man nicht einen allgemeinen Einfall einfach so hinwerfen, so würde man, bevor man einen solchen Gedanken hat, so etwas vornehmen wie Schäffles Werk «Bau und Leben des sozialen Körpers». Man kann fragen: Wie kommt denn Verworn überhaupt dazu, diesen Gedanken zu fassen? Das ist nun ganz besonders interessant. Denn, sehen Sie, einmal, vor nicht zu langer Zeit, vor ein paar Jahrzehnten, hat Virchow über den Aufbau des menschlichen Organismus, überhaupt des tierischen Organismus sprechen wollen. Im tierischen Organismus sind verschiedene Zellensysteme, die zusammengehören, zusammenarbeiten. Was hat er getan, um einen Begriff zu haben, eine Vorstellung, die zusammenfaßt diese einzelnen Zellensysteme? Nun, Virchow hat, um einen Begriff, ein Wort dafür zu bekommen, den tierischen Organismus einen «Zellenstaat» genannt. Das heißt, er hat den Begriff des Staates genommen, wie er um uns herum liegt, und hat den tierischen Organismus mit dem Staate verglichen. Was tut Verworn? Weil Virchow den Begriff des Staates genommen hat, um den tierischen Organismus zu charakterisieren, macht Verworn sich wiederum daran — nachdem nun der Begriff des Staates hineingenommen ist —, diesen Staat wiederum herauszuklauben, und vom tierischen Organismus aus nun die ganze Geschichte auf den Staat anzuwenden. Ist das nicht wie eine Geschichte des berühmten Münchhausen, der sich am eigenen Schopf in die Höhe zieht?

[ 5 ] This is the ignorance of starting over and over again from the same place today, without realizing that such things have long since ended in failure. If one were not to simply toss out a general idea like that, one would, before conceiving such a thought, undertake something like Schäffle’s work The Structure and Life of the Social Body. One might ask: How did Verworn even come to conceive of this idea? That is particularly interesting. For, you see, not too long ago—a few decades back—Virchow sought to speak about the structure of the human organism, indeed of the animal organism in general. In the animal organism, there are various cellular systems that belong together and work together. What did he do to arrive at a concept, an idea, that would encompass these individual cellular systems? Well, in order to find a term, a word for it, Virchow called the animal organism a “cellular state.” That is, he took the concept of the state, as it exists around us, and compared the animal organism to the state. What does Verworn do? Because Virchow used the concept of a state to characterize the animal organism, Verworn, in turn—now that the concept of the state has been introduced—sets out to pick that state out again and, starting from the animal organism, apply the whole story to the state. Isn’t that like the story of the famous Münchhausen, who pulls himself up by his own hair?

[ 6 ] Das ist die Gedankenlosigkeit, nur ein Beispiel der Gedankenlosigkeit, die Sie heute auf Schritt und Tritt finden. Der eine macht sich an den Staat und trägt ihn in den Organismus hinein, der andere trägt wiederum den Organismus in den Staat hinein. Für diejenigen Menschen, die immer nur das eine mitmachen, und keinen Begriff haben davon, wann einmal irgend etwas hineingetragen ist, was der andere wieder herausholt, für diese Menschen wird die Sache allerdings undurchsichtig. Aber so ist die Sache. Die Menschen suchen heute unter dem Einfluß all der populären Anleitungen, die aus dieser «großen Wissenschaft» kommen, festen, sicheren Lebenshalt, und können ihn nicht finden. Die Seelen verlieren sich. Warum verlieren sich diese Seelen? Weil ihnen die Wissenschaft solche Münchhausenschen Helden darbietet, die allerdings nicht gut stehen können. Solche Begriffe werden als Einfälle einfach hingeworfen. Würde man im einzelnen auf die Dinge eingehen, würde man auch nur sich die Mühe nehmen, wiederum zurückzugehen zu seinen eigenen Begriffen, um diese dann anzuschauen, dann würde man finden, was man zuweilen für Tollheiten sagt. Also zum Beispiel: «Es besteht ein Abhängigkeitsverhältnis einer Zellenorganisation von der anderen. Die besteht nicht in einer Geltendmachung der Macht der einen Zellenart zur Unterdrückung der anderen, sondern in einer Förderung ihrer spezifischen Eigenart im Interesse der sozialen Gesamtheit und damit wieder jedes einzelnen Individuums.» Er meint jetzt den Organismus. Bei den Zellenverbänden soll es so sein, daß die beiden in Abhängigkeit sind, daß das eine das andere aber ganz besonders fördert. Und wie sich die Zellensysteme im Organismus gegenseitig fördern, das soll man nun als Musterbild hinstellen für einen Gedanken, der eine Staatsstruktur geben soll. Man soll zum Beispiel den Gedanken fassen, daß die Gehirnzellen, also ein Zellenverband, die Blutzellen, um tätig sein zu können, brauchen, aber sie ganz in ihren Dienst stellen. Was würde herauskommen, wenn man in einem Staatsorganismus etwas Ähnliches schaffen würde, wie den Gebrauch der Blutzellen durch die Gehirnzellen und dergleichen? Also die Sache ist so gedankenlos, daß man nur irgendwo mit einer Einzelheit anzufangen braucht, und man sieht sofort: man hat es zu tun mit einem ganz tollen Einfall, mit einem wahnsinnigen beziehungsweise schwachsinnigen Einfall; doch Schwachsinn ist ja nur ein spezieller Fall des Wahnsinns. Das Beste aber ist wohl dieses, daß Herr Verworn findet, daß, so wie sich die einzelnen Zellverbände zueinander verhalten, die einzelnen Staatsteile sich verhalten sollen, denn dann käme das richtige heraus von dem, was er den Begriff der Freiheit nennt.

[ 6 ] This is thoughtlessness—just one example of the thoughtlessness you encounter at every turn today. One person brings the state into the organism, while another brings the organism into the state. For those people who always participate in only one of these processes and have no idea when something has been brought in that the other person then takes out again, the matter certainly becomes obscure. But that is how it is. Under the influence of all the popular guidance that comes from this “great science,” people today are searching for a firm, secure foundation in life, and cannot find it. Souls are losing their way. Why are these souls losing their way? Because science presents them with such Munchausen-like heroes who, in truth, cannot stand on their own two feet. Such concepts are simply tossed out as whims. If one were to examine things in detail—if one were even to take the trouble to go back to one’s own concepts and then examine them—one would discover what nonsense one sometimes spouts. For example: “There is a relationship of dependence between one cellular organization and another. This does not consist in one type of cell asserting its power to suppress the other, but rather in fostering its specific nature in the interest of the social whole and, thereby, of each individual.” He is now referring to the organism. In the case of cellular associations, it is said that the two are interdependent, yet one fosters the other in a very special way. And the way in which the cellular systems in the organism mutually promote one another should now be held up as a model for a concept intended to define a state structure. One should, for example, conceive of the idea that the brain cells—that is, a cellular association—need the blood cells in order to function, but place them entirely at their service. What would result if one were to create something similar within a state organism—such as the way brain cells utilize blood cells and the like? The matter is so thoughtless that one need only start with a single detail, and one immediately sees: one is dealing with a completely absurd idea, a mad or, rather, idiotic idea; though idiocy is, after all, merely a special case of insanity. The best part, however, is probably this: Mr. Verworn believes that the individual parts of the state should relate to one another just as individual cell clusters relate to one another, for then the correct result would emerge from what he calls the concept of freedom.

[ 7 ] «Das ist ein ungemein wichtiges Prinzip und ein genaues Studium der speziellen Wege, welche die Entwickelung des tierischen Zellenstaates in dieser Richtung eingeschlagen hat, vermag uns eine Richtung zu geben für entsprechende Organisationsfragen im sozialen Organismus des politischen Staates. Vor allem wird hier der Begriff der «individuellen Freiheit: auf seine natürliche und einzig richtige Fassung gebracht und von dem törichten Beiwerke befreit, das so üppig an ihm emporgerankt ist.» Also der Begriff der Freiheit soll dadurch gefunden werden, daß man zum Beispiel studiert, wie die Gehirnzellen die Blutzellen brauchen — die Blutzellen haben nämlich ihre Freiheit gegenüber den Gehirnzellen! Er möchte nun die Sache durchführen. Das Nervensystem sieht er an als das, was im Organismus ist für den Verwaltungsapparat im Staate. Der oberflächlichste Vergleich, der sich nur überhaupt bieten kann. Die Nerven gehen nach den Sinnesorganen hin. Wenn man nun wirklich vergleichen würde: Wo sind nun die Augen, wo sind die Ohren des Staates?

[ 7 ] “This is an immensely important principle, and a careful study of the specific paths that the development of the animal cellular state has taken in this direction can provide us with guidance on corresponding organizational issues within the social organism of the political state. Above all, the concept of ‘individual freedom’ is here restored to its natural and only correct meaning and freed from the foolish accoutrements that have so profusely entwined themselves around it.” Thus, the concept of freedom is to be discovered, for example, by studying how brain cells depend on blood cells—for blood cells, after all, have their freedom vis-à-vis the brain cells! He now wishes to carry this line of thought through. He regards the nervous system as what, within the organism, corresponds to the administrative apparatus of the state. This is the most superficial comparison one could possibly make. The nerves lead to the sensory organs. If one were to make a genuine comparison: Where, then, are the eyes, where are the ears of the state?

[ 8 ] Treibt man Geisteswissenschaft, dann kommt man zu überragenden, zu übergeordneten Begriffen; die sind dann anwendbar auf dasjenige, was in geistigen Zusammenhängen ist, und auch auf dasjenige, was in einem solchen Zusammenhang ist, wie der tierisch-menschliche Organismus. Aber wenn man seine Begriffe — und noch dazu in einer solchen Weise, wie es hier geschehen ist — in einseitiger Weise nur vom menschlichen Organismus nimmt, dann kann man überhaupt nimmermehr zu irgend etwas kommen.

[ 8 ] When one engages in spiritual science, one arrives at transcendent, higher-order concepts; these are then applicable to that which exists within spiritual contexts, and also to that which exists within a context such as the animal-human organism. But if one derives one’s concepts—and, moreover, in the manner described here—in a one-sided way solely from the human organism, then one can never arrive at anything at all.

[ 9 ] Aber das schönste ist, daß die Gedankenlosigkeit geradezu himmelschreiend wird. Das sieht man zum Beispiel an einem solchen Satz: «Dieser Zustand wird aber in der organischen Entwickelung des tierischen Zellenstaates erst vollkommener erreicht auf einer weiteren Etappe durch das Prinzip der Zentralisation. Das ist nur möglich, wenn die Arbeit der einzelnen Zellen und Zellengruppen je nach dem momentanen Bedürfnis regulatorisch geleitet wird von einer zentralen Stelle aus, die imstande ist, die Bedürfnisse auf Grund ihrer Informationen zu beurteilen.» Das heißt ungefähr, das Gehirn informiert sich bei den anderen Zellengruppen. Und Verworn führt die kindischesten Begriffe ein. So wie wenn das Gehirn Boten ausschickte zum Magen und dergleichen. Also hier wird die Gedankenlosigkeit eine himmelschreiende Tatsache.

[ 9 ] But the most striking thing is that the lack of thought becomes downright outrageous. This can be seen, for example, in a sentence like this: “However, in the organic development of the animal cellular state, this condition is only fully achieved at a later stage through the principle of centralization. This is only possible if the work of the individual cells and cell groups is regulated according to current needs from a central location capable of assessing those needs based on the information it receives.” This roughly means that the brain gathers information from the other cell groups. And Verworn introduces the most childish concepts—as if the brain were sending messengers to the stomach and the like. So here, thoughtlessness becomes a glaring fact.

[ 10 ] Was ist nach Verworn Kultur? Die Ohren kann man sich verstopfen, um nicht zu hören, die Augen kann man sich verbinden; man denke sich einmal hypothetisch, es könne sich jemand den Verstand verstopfen, dann könnte man ungefähr eine solche Definition von Kultur geben: «Die Mittel, die sich der Mensch für diese vollbewußte Stellungnahme zu den Vorgängen in seiner Umgebung selbst geschaffen hat, und die er als Mittel seiner Anpassung an alle Vorkommnisse in seinem Leben benutzt, bilden in ihrer Gesamtheit seine Kultur: denn die Kultur ist nichts anderes, als die Gesamtheit der vom Menschen selbst geschaffenen Werte zur Erhaltung und Förderung seines Lebens.» Also die Kultur ist die Gesamtheit der von Menschen geschaffenen Werte zur Erhaltung und Förderung des Lebens. Man muß den Verstand verstopft haben, denn zweifellos hängt es auch mit der Kultur zusammen, daß man heute so vorzügliche Mordinstrumente hat. Man schaue sich den ganzen Prozeß an, in den die Kultur da hineingelaufen ist, und definiere einmal, daß das alles geschaffen ist von Menschen zur Erhaltung und Förderung des Lebens. Würde jemand diesen Teil der Kultur etwa so schildern, daß er geschaffen ist zur Bedrängung und Vernichtung des Lebens, dann würde er von einem Teil der Kultur wenigstens das Richtige aussagen. Man muß also den Verstand verloren haben, um solche Worte zusammenzustellen. Aber das ist doch auf Schritt und Tritt so zu finden in dem, was heute sich Wissenschaft nennt. Und dann kommt solche Wissenschaft und findet: «Die Produktion von Kulturwerten ist aber durchaus nicht bloß eine physiologische Funktion des einzelnen Individuums, sondern sie ist zum großen Teil eine spezifische Funktion des politischen Staates, nämlich insofern, als viele Kulturwerte überhaupt nicht von einem einzelnen Individuum, sondern als soziale Leistung durch das Zusammenwirken zahlreicher Einzelindividuen hervorgebracht werden können. Der politische Staat ist also als Ganzes ebenso ein Kulturorganismus wie der einzelne Mensch.

[ 10 ] What is culture, according to Verworn? One can plug one’s ears so as not to hear, and one can blindfold one’s eyes; let us imagine, hypothetically, that someone could block their mind—then one could offer a definition of culture something like this: “The means that human beings have created for themselves to take a fully conscious stance toward the events in their environment—and which they use as a means of adapting to all occurrences in their lives—constitute, in their entirety, their culture: for culture is nothing other than the totality of values created by human beings themselves for the preservation and promotion of their lives.” So culture is the totality of human-created values for the preservation and promotion of life. One must have lost one’s mind, for it is undoubtedly also connected to culture that we have such exquisite instruments of murder today. Just look at the entire process into which culture has strayed, and try to define how all of this was created by humans for the preservation and promotion of life. If someone were to describe this aspect of culture as having been created to oppress and destroy life, then at least they would be stating the truth about one part of culture. One must therefore have lost one’s mind to string such words together. Yet this is to be found at every turn in what is called science today. And then such science comes along and concludes: “The production of cultural values, however, is by no means merely a physiological function of the individual; rather, it is to a large extent a specific function of the political state, namely insofar as many cultural values cannot be produced by a single individual at all, but rather as a social achievement through the interaction of numerous individuals. The political state as a whole is therefore just as much a cultural organism as the individual human being.”

[ 11 ] Nach alle dem liegen die engen Beziehungen der Politik zur Physiologie auf der Hand, und es wird Zeit, daß man daraus die praktischen Folgerungen zieht, indem man in der Politik den physiologischen Grundlagen des menschlichen Staates Rechnung trägt und sich für alle organisatorischen Probleme des Staatslebens Rat holt beim lebendigen Organismus.» Besser gesagt, meint natürlich Verworn, bei Verworn, nach dem was er ja weiß über den menschlichen Organismus.

[ 11 ] After all this, the close relationship between politics and physiology is obvious, and it is time to draw practical conclusions from it by taking into account the physiological foundations of the human state in politics and seeking guidance from the living organism for all organizational problems of state life.» Or rather, Verworn naturally means, from Verworn, based on what he knows about the human organism.

[ 12 ] Ja, man muß manchmal solche Symptome herausholen, denn sie sind ja dasjenige, dem die heutige Menschenseele ausgesetzt ist. Diese unglückselige Menschenseele der Gegenwart, die gerne etwas wissen möchte über die Art und Weise, wie sie selber hineingestellt ist in diesen großen Weltorganismus, und der man dann von der Art und Weise, wie sie in den großen Weltorganismus hineingestellt ist, derlei Dinge erzählt. Es ist deshalb außerordentlich schwierig, sich heute überhaupt mit einer großen Anzahl von Menschen, die gerade tonangebend sind auf dem wissenschaftlichen Gebiet, auch nur irgendwie zu verständigen, denn kann man sich überhaupt nur dem Wahn hingeben, daß so jemand wie Verworn auch nur die allergeringsten elementaren Sachen aus der Geisteswissenschaft irgendwie verstehen kann? Daran ist ja gar nicht zu denken. Nur daran ist zu denken, daß Geisteswissenschaft durch ihre eigene Kraft immer mehr und mehr Menschenseelen tragen muß, damit dann überwunden werden solche wissenschaftlichen Torheiten mit ihren ungeheuerlichen Prätentionen. Widerlegen oder sich verständigen ist da aussichtslos. Hier kann es sich nur um Überwindung handeln, indem eine genügend große Anzahl von Menschen verstehen lernt, wohin die Menschheit geführt wird, wenn noch weiterhin dasjenige, was sich heute Wissenschaft nennt, tonangebend bleiben darf und sich gar hineinnisten darf in diejenigen Lebensimpulse, in denen die Begriffe selber Gestalt gewinnen, Tatsachen werden. Es ist eine sehr ernste Sache, die durchaus ernst ins Auge gefaßt werden muß. Die Gedankenlosigkeit zum Beispiel, sie liegt schon in den allerersten Anfängen. Wo man hinsieht, überall tritt einem die Sache entgegen. Und das möchte man so gerne erreichen, daß eine genügend große Anzahl von Menschen da wäre, welche das, was einem sozusagen jeden Tag dreimal ins Haus geschickt werden kann, betrachtet mit dem Geiste, der jetzt ein wenig charakterisiert worden ist.

[ 12 ] Yes, sometimes one must bring such symptoms to light, for they are precisely what the human soul of today is exposed to. This unfortunate human soul of the present, which would like to know something about the way it is itself situated within this great world organism, and to which one then tells such things about the way it is situated within the great world organism. It is therefore extraordinarily difficult today to communicate in any way at all with a large number of people who are currently setting the tone in the scientific field, for can one even entertain the delusion that someone like Verworn could possibly understand even the very most elementary aspects of spiritual science? That is simply unthinkable. The only thing to consider is that spiritual science, through its own power, must support more and more human souls, so that such scientific follies, with their monstrous pretensions, may then be overcome. Refuting them or reaching an understanding is futile in this context. Here, the only option is to overcome this situation by ensuring that a sufficiently large number of people come to understand where humanity is being led if what is today called “science” is allowed to continue setting the tone—and is even permitted to nestle itself within those life impulses in which concepts themselves take shape and become facts. This is a very serious matter that must be taken absolutely seriously. Thoughtlessness, for example, is already present from the very earliest beginnings. Wherever one looks, one encounters this phenomenon everywhere. And one would so dearly like to achieve a situation in which a sufficiently large number of people would regard what, so to speak, is delivered to one’s doorstep three times a day with the spirit that has now been briefly characterized.

[ 13 ] Gerade auf die richtige Bewertung dieser Dinge kommt ungeheuer viel an. Man liest eine berühmte Rede von Virchow. Wie geht man heute vor? Virchow ist ein berühmter Mann, ein ungeheuer bedeutender Mann gewesen. Man stellt sich von vornherein — autoritätsgläubig ist man heute ja nicht — auf den Standpunkt: Ja, was ein so berühmter Mann sagt, ist selbstverständlich ein Dogma; das muß absolut stimmen. Aber sagen wir, es stimmt einmal. Dann kann man auch noch eine Torheit begehen, wenn man dieses Stimmen wiederum nicht in der richtigen Weise zu seiner Vorstellungskonsequenz weiterleitet. Da gab es einmal auf einer Münchener Naturforscherversammlung von Haeckel und von Virchow eine Rede über die Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehren. Virchow sprach sich darüber aus, daß man nicht aus der Entwickelungslehre weitere Schlüsse ziehen solle. Er hatte manches Berechtigte gegen Haeckel gesagt, sich vor allen Dingen gewendet dagegen, daß man den Darwinismus sogleich in die Schule hineintragen soll, wo er doch nur dazu dienen könne, Mucken in die Gemüter der Menschen zu setzen. In dieser Rede kann man den folgenden Satz lesen:

[ 13 ] An immense amount depends on the correct assessment of these matters. One reads a famous speech by Virchow. How does one approach this today? Virchow was a famous man, an immensely significant man. From the outset—since we no longer blindly trust authority today—one adopts the following standpoint: “Yes, what such a famous man says is, of course, a dogma; it must be absolutely correct.” But let’s say, for the sake of argument, that it is correct. Even then, one can still commit a folly if one fails to apply this correctness in the proper way to draw the logical conclusions in one’s own mind. Once, at a meeting of natural scientists in Munich, Haeckel and Virchow each gave a speech on the freedom of science and its teachings. Virchow argued that one should not draw further conclusions from the theory of evolution. He had made several valid points against Haeckel, objecting above all to the idea that Darwinism should be immediately introduced into schools, where it could only serve to sow discord in people’s minds. In this speech, one can read the following sentence:

[ 14 ] «Das, was mich ziert, ist die Kenntnis meiner Unwissenheit. Das ist das Wichtigste, daß ich genau weiß, was ich von Chemie nicht verstehe. Wüßte ich das nicht, dann würde ich allerdings immer hin und her schaukeln.» Nun, das ist schön, wenn der Virchow gesteht, daß er weiß, daß er von Chemie nichts versteht. Aber diejenigen, die Virchowianer sind, werden es zwar ablehnen, in chemische Dinge sich einzulassen, weil sie sagen, daß sie nichts davon verstehen, aber sie werden jeden für einen Narren oder Phantasten halten, der zur Geisteswissenschaft sich bekennt. Würden sie dasjenige, was Virchow selber in bezug auf die Chemie gesagt hat, auf die Geisteswissenschaft ausdehnen, so würden sie sagen: Es ist das Wichtigste, daß ich genau weiß, was ich von der Geisteswissenschaft nicht verstehe. Aber da handeln sie nicht so. Da ist vor allen Dingen eine gleiche Gesinnung nicht vorhanden. Also auch bei den Dingen, die gesagt werden, handelt es sich darum, daß man die richtigen Konsequenzen zu ziehen vermag.

[ 14 ] “What sets me apart is the awareness of my own ignorance. That is the most important thing—that I know exactly what I do not understand about chemistry. If I did not know that, I would indeed be constantly wavering back and forth.” Well, it’s nice that Virchow admits he knows he understands nothing about chemistry. But those who are Virchowians will, admittedly, refuse to get involved in chemical matters because they say they understand nothing about them, yet they will consider anyone who professes to be a spiritual scientist a fool or a dreamer. If they were to extend what Virchow himself said about chemistry to the spiritual sciences, they would say: The most important thing is that I know exactly what I do not understand about the spiritual sciences. But they do not act that way. Above all, there is no common mindset. So even with regard to the things that are said, the point is to be able to draw the correct conclusions.

[ 15 ] Das neunzehnte Jahrhundert war in vieler Beziehung dennoch groß, aber man muß dasjenige, was in ihm groß war, in der richtigen Weise verstehen. Und man muß vieles von dem, was jetzt allgemeines Menschheitsschicksal ist, in Zusammenhang bringen mit der Entwickelung des neunzehnten Jahrhunderts. Haltlose Seelen, Seelen, die sich nicht zurechtfinden in der Welt, sie sind jetzt sehr zahlreich. Es sind zumeist Seelen, welche aus einem instinktiven Bedürfnis heraus nach etwas anderem dürsten als ihnen nach den traditionellen Überlieferungen gebracht wird; Seelen, die sich in vielem umgeschaut haben, die aber irgend etwas, von dem sie verspüren würden, daß es ihnen sicheren Halt gibt, nicht finden können. Was braucht der Mensch, um — ich will nicht sagen, um in einem Augenblick einen sicheren Halt zu bekommen, das haben wir ja genügend zurückgewiesen in den letzten Betrachtungen hier, das ist nicht möglich, so wie man sich nicht durch eine Mahlzeit für das ganze Leben ernähren kann —, was braucht der Mensch, um auf einem sicheren Wege zu gehen? — das ist vielleicht besser gesagt. Nun, was er vor allen Dingen braucht, das ist das Bewußtsein des Drinnenstehens im Weltenall. Alle Schwachheiten der Seele, alle Unbefriedigtheiten der Seele, sie kommen aus dem seelischen Sich-allein-Fühlen, aus dem Sich—nicht—drinnenstehend—Fühlen in der Welt. Es ist gewissermaßen die große Frage des Lebens: Wie stehe ich in der Welt darinnen? — Es ist zunächst recht abstrakt ausgesprochen, aber in diesem abstrakten Satze liegt ungeheuer Bedeutungsvolles, liegt ungeheuer viel, es liegt das tiefste menschliche Schicksal darin.

[ 15 ] The nineteenth century was, in many respects, a great one after all, but one must understand what was great about it in the right way. And one must connect much of what is now the common fate of humanity with the development of the nineteenth century. Souls adrift, souls who cannot find their way in the world—they are now very numerous. For the most part, these are souls who, out of an instinctive need, thirst for something other than what traditional teachings offer them; souls who have looked around in many directions but cannot find anything that they feel would give them a secure foothold. What does a person need in order to—I won’t say to find a secure foothold in an instant, for we have sufficiently rejected that idea in our recent reflections here; it is not possible, just as one cannot sustain oneself for a lifetime with a single meal—what does a person need in order to walk a secure path?—perhaps that is a better way of putting it. Well, what they need above all else is the awareness of being part of the universe. All the weaknesses of the soul, all the dissatisfactions of the soul, stem from the soul’s feeling of isolation, from the feeling of not being part of the world. It is, in a sense, the great question of life: How do I stand within the world? — At first glance, this is expressed quite abstractly, but within this abstract statement lies something immensely significant; it contains an immense amount—it contains the deepest human destiny.

[ 16 ] Wenn heute aber der Mensch bei den naturwissenschaftlichen Vorstellungen anfragt, um eine Befriedigung zu erlangen für die Frage: Wie stehe ich im Weltenall darinnen? — da gibt ihm im besten Falle diese naturwissenschaftliche Weltanschauung die Möglichkeit, eine Antwort zu bekommen auf die Frage, wie der physische Leib in der ganzen Entwickelung, im ganzen Weltenall drinnen steht. Das kann man ja bis zu einem gewissen Grade heute wissen, wie der physische Leib im Weltenall drinnen steht. Aber nichts, auch nicht das allergeringste sagt diese naturwissenschaftliche Weltanschauung über das Darinnenstehen der Seele oder gar des Geistes im Weltenall. Vergleichen Sie die geisteswissenschaftliche Entwickelungslehre mit der naturwissenschaftlichen Entwickelungslehre von heute. Die naturwissenschaftliche Entwickelungslehre führt auf tierische Gebiete — wie man sich die Vorstellung macht, mag Nebensache sein —, Geisteswissenschaft stellt den menschlichen Leib in das ganze Weltenall hinein. Geisteswissenschaft führt uns zurück durch die verschiedenen Phasen der irdischen Entwickelung, der Mondenentwickelung, der Sonnenentwickelung bis zur Saturnentwickelung, und sie zeigt uns, daß dasjenige, was in uns als Menschen seelisch—geistig lebt, zur Zeit der Saturnentwickelung schon veranlagt war. Vom ganzen Physischen war dazumal überhaupt nichts vorhanden als Wärmezustände. In Zusammenhang werden wir gebracht mit Wärmezuständen der Ururzeit, die durchwogt und durchwellt war von den einzelnen Wesenheiten der Hierarchien, die heute noch um uns leben. In ein Weltenall werden wir hineingestellt, worinnen Geist und Seele stehen. Das ist der große Unterschied. Geisteswissenschaft stellt unsere Seele und unseren Geist in ein großes All hinein, das sie im einzelnen zu beschreiben vermag. Sie allein kann daher der Seele dasjenige geben, ohne das sich die Seele selbst vernichtet denken muß. Und die Unbefriedigtheiten, die Haltlosiigkeiten der heutigen Seelen, sie sind nur der Reflex des heutigen Denkens. Das Denken erklärt nur den menschlichen Leib als im Weltenall drinnenstehend. Es übersieht die Seele. Das ist der eine Aspekt. Der andere ist der, daß sich die Seele nun auch nicht erfühlt, daß sie nichts an sich hat, an das sie sich selber halten kann. Das verhindert aber, daß die Seelen in sich Gemütsstärke finden; das kann nicht kommen, ohne daß wir zu Vorstellungen gelangen über das Weltenall, die den Menschen enthalten in seinem Seelisch-Geistigen, so wie die naturwissenschaftlichen Vorstellungen den physischen Menschen enthalten als einen Teil des physischen Weltenalls in seiner physischen Entwickelung.

[ 16 ] But when people today turn to scientific concepts in search of an answer to the question: How do I fit into the universe? — then, at best, this scientific worldview offers the possibility of an answer to the question of how the physical body fits into the entire process of evolution and into the universe as a whole. To a certain extent, we can indeed know today how the physical body fits into the universe. But this scientific worldview says nothing—not even the very slightest thing—about the soul’s or, even less, the spirit’s place within the universe. Compare the spiritual-scientific theory of evolution with today’s scientific theory of evolution. The scientific theory of evolution leads to the animal realm—how one conceives of this may be a matter of secondary importance—whereas spiritual science places the human body within the entire universe. Spiritual science leads us back through the various phases of earthly evolution, lunar evolution, solar evolution, all the way to Saturn evolution, and it shows us that what lives within us as human beings in a soul-spiritual sense was already predisposed during the time of Saturn evolution. At that time, nothing of the physical realm existed at all except states of heat. We are connected to the thermal states of primeval times, which were permeated and suffused by the individual beings of the hierarchies that still live among us today. We are placed within a universe in which spirit and soul exist. That is the great difference. Spiritual science places our soul and our spirit within a vast universe, which it is able to describe in detail. It alone can therefore give the soul that without which the soul must imagine itself destroyed. And the dissatisfactions, the rootlessness of today’s souls, are merely a reflection of today’s thinking. Thinking explains only the human body as existing within the universe. It overlooks the soul. That is one aspect. The other is that the soul does not feel that it has anything within itself to which it can cling. But this prevents souls from finding inner strength; this cannot come about unless we arrive at conceptions of the universe that encompass the human being in his soul-spiritual nature, just as scientific conceptions encompass the physical human being as a part of the physical universe in his physical development.

[ 17 ] Dazu ist es notwendig, daß der Mut, der sich heute in äußeren Dingen in so glorioser Weise zeigt, nun wirklich auch auftritt in bezug auf das menschliche Innere. Denn vor dem Verfolgen des inneren Lebens erweist sich die heutige Seele des Menschen ganz und gar nicht mutig. Es ist überall ein Zurückweichen vor dem geistigen Inhalte der Welt. Und das führt dann zu so unzähligen Beispielen von Seelenhaltlosigkeiten, die uns heute überall begegnen. Es ist freilich vieles notwendig, wenn die vertrackten Vorstellungen der Gegenwart einmal gesunden Vorstellungen weichen sollen. Es sind ja heute noch immer auf der einen Seite, sagen wir, die atomistischen Vorstellungen vorhanden, wenn man auch von der alten Klotzatomistik übergegangen ist zu der heutigen Ionen- und Elektronenatomistik. Aus Atomen besteht dasjenige, was wir um uns haben. Das meint die heutige Weltanschauung. Und viele stellen sich ja vor, alles müßten sie zurückführen auf kleinste atomistische Gebilde. Ja, so stellen sich die Menschen dasjenige vor, was sie den Stoff nennen, Stoff: aus kleinsten Teilen, aus Atomen bestehend. Manche, sogar die größere Zahl, fügt dann zu dem Stoff noch die Kraft hinzu, daß Stoffteile sich anziehen und abstoßen; aber dann glauben sie sich genug getan zu haben. Und wir haben ja im neunzehnten Jahrhundert gesehen, die ganze bedeutungsvolle Periode durch die Entwickelung der Menschheit ziehen, die ihren klassischen Ausdruck gefunden hat in all den Werken, welche das Weltenall erklärt haben aus dem Aufbau von Kraft und Stoff.

[ 17 ] To this end, it is necessary that the courage which today manifests itself so gloriously in external matters now truly emerge in relation to the inner life of the human being. For when it comes to pursuing the inner life, the modern human soul proves to be anything but courageous. Everywhere there is a retreat from the spiritual content of the world. And this then leads to countless examples of spiritual weakness that we encounter everywhere today. Of course, much is required if the convoluted ideas of the present are ever to give way to sound ideas. After all, on the one hand, let us say, atomistic ideas still persist today, even though we have moved on from the old block atomism to today’s ion and electron atomism. Everything around us consists of atoms. That is the view of the world today. And many people imagine that they must reduce everything to the smallest atomistic entities. Yes, that is how people imagine what they call matter: matter consisting of the smallest parts, of atoms. Some—indeed, the majority—then add to matter the force by which particles of matter attract and repel one another; but they believe they have done enough with that. And we saw in the nineteenth century this entire significant period unfold in the development of humanity, a period that found its classic expression in all the works that explained the universe in terms of the structure of force and matter.

[ 18 ] Nun wollen wir einmal an diesem Beispiel uns klarmachen, wie man wird umlernen müssen, um zu ermessen, was eigentlich heute alles vonnöten ist. Halten wir daran fest: Die Stoffler — so nennen wir sie einfach — stellen sich vor, die Welt bestände aus Atomen. Was zeigt uns Geisteswissenschaft? Gewiß, die Naturerscheinungen führen uns auf solche Atome zurück, aber was sind sie, diese Atome? Sobald die erste Stufe der schauenden Erkenntnis eintritt, die allererste Stufe, die imaginative Stufe, da entpuppen sich die Atome als dasjenige, was sie sind. Ich habe ja vor vielen Jahren schon in öffentlichen Vorträgen darauf hingewiesen, als was sie sich entpuppen, in verschiedenen Zusammenhängen. Sie entpuppen sich nämlich in einer ganz eigentümlichen Weise, diese Atome. Nach den Stofflern ist der Raum leer, und da drinnen, da wackeln die Atome herum. Also sie sind das Allerfesteste. Aber so ist es nicht, das Ganze beruht auf Täuschung. Die Atome sind nämlich Blasen vor der imaginativen Erkenntnis, und da, wo der leere Raum ist, da ist die Wirklichkeit; und die Atome bestehen gerade darin, daß sie zu Blasen aufgetrieben sind. Blasen sind das. Da ist gerade nichts, gegenüber ihrer Umgebung. Wissen Sie, wie in einer Selterswasserflasche die Perlen: es ist nichts im Wasser, wo die Perlen sind, aber man sieht dort die Perlen. So sind die Atome Blasen. Da ist der Raum hohl, da ist nichts drinnen. Ja, aber man kann doch darauf stoßen! Das Daraufstoßen, das besteht aber gerade darin, daß man an die Hohlheit stößt, und daß einem die Hohlheit, indem man darauf stößt, eine Wirkung verursacht. Ja, aber das Nichts soll eine Wirkung verursachen? Nehmen Sie einmal den fast luftleeren Raum in dem Luftpumpen-Rezipienten, da können Sie sehen, wie die Luft hineinfließt in das Nichts. Wenn Sie es falsch interpretieren wollen, können Sie das, was in der Glocke der Luftpumpe nicht darinnen ist, eine Substanz nennen und sagen, es schieße die Luft herein.

[ 18 ] Let us now use this example to clarify how we will have to rethink our understanding in order to grasp what is actually necessary today. Let us keep this in mind: The materialists—let us simply call them that—imagine that the world consists of atoms. What does spiritual science show us? Certainly, natural phenomena lead us back to such atoms, but what are they, these atoms? As soon as the first stage of intuitive knowledge sets in—the very first stage, the imaginative stage—the atoms reveal themselves for what they truly are. I have, in fact, pointed out in public lectures many years ago, in various contexts, what they turn out to be. For these atoms reveal themselves in a very peculiar way. According to the materialists, space is empty, and in there, the atoms wobble about. So they are the very solidest things. But that is not the case; the whole thing is based on an illusion. For the atoms are actually bubbles to the imaginative mind, and where there is empty space, there is reality; and the very nature of the atoms consists in their being inflated into bubbles. That is what they are: bubbles. There is precisely nothing there in relation to their surroundings. You know, like the bubbles in a bottle of seltzer water: there is nothing in the water where the bubbles are, but you can see the bubbles there. So atoms are bubbles. The space is hollow; there is nothing inside. Yes, but you can still bump into them! That “bumping into them,” however, consists precisely in the fact that you bump into the hollowness, and that the hollowness, when you bump into it, causes an effect. Yes, but can nothingness cause an effect? Take, for example, the nearly airless space inside the bell jar of an air pump; there you can see how the air flows into the nothingness. If you want to misinterpret it, you can call what is not inside the bell jar of the air pump a substance and say that it pushes the air in.

[ 19 ] Gerade dieselbe Täuschung besteht in bezug auf die Atome. Es ist gerade das Gegenteil wahr. Sie sind leer — und doch wiederum nicht leer. Es ist doch etwas darinnen, in diesen Blasen. Was ist in diesen Blasen darinnen? Nun, auch darüber habe ich schon Betrachtungen angestellt, was in diesen Blasen darinnen ist, das ist nämlich die Substanz des Ahriman, da steckt er drinnen, da ist er eigentlich in seinen einzelnen Teilen drinnen, Ahriman. Das ganze Atomsystem ist ahrimanische Substantialität, Ahriman. Denken Sie, zu welcher merkwürdigen Metamorphose der Stoffleridee wir da kommen. Wir müssen an diejenigen Stellen des Raumes, wohin die Stoffler ihren Stoff setzen, den Ahriman setzen. Da ist überall Ahriman.

[ 19 ] The very same illusion exists with regard to atoms. The exact opposite is true. They are empty—and yet, at the same time, they are not empty. There is, after all, something inside them, inside these bubbles. What is inside these bubbles? Well, I have already reflected on this as well: what is inside these bubbles is, in fact, the substance of Ahriman; he is in there—Ahriman is actually present in his individual parts. The entire atomic system is Ahrimanic substance—Ahriman. Just think of the remarkable metamorphosis of the materialists’ idea that we are witnessing here. We must place Ahriman in those parts of space where the materialists place their “matter.” Ahriman is everywhere.

[ 20 ] Kraft, das ist der andere Begriff, den die Kraftler, wie man sie auch genannt hat, zur Konstitution ihres Weltall-Bildes aufrufen. Wiederum zeigt die erste Stufe der schauenden Erkenntnis, daß man es bei dem, was als Kraft wirkt, gar nicht zu tun hat mit etwas, sondern da,wo die Kraft nicht ist, außer der Kraft, da wirkt etwas. Es ist gerade so, wie wenn zwei Menschen gehen würden und einer beobachtet jetzt: da gehen zwei Menschen dahin. Er guckt und guckt nun zwischendurch, Sie gehen ein bißchen voneinander entfernt, er guckt auf das und zeichnet nun auf, nicht den einen und den anderen Menschen, sondern die Grenzen des Raumes, der da zwischen beiden ist; er guckt auf das, was zwischen beiden ist. So gucken die Kraftler auf dasjenige, was zwischen der Realität ist. Wo sie sagen: Da ist Anziehungskraft, — da ist in Wirklichkeit nämlich gar nichts. Aber links und rechts davon, da ist dasjenige, was wirklich vorhanden ist. Ich müßte allerdings sehr vieles ausführen, wenn ich Ihnen das, was ich nur als Tatsachen hinstellte, in seinen Einzelheiten darlegen wollte. Aber es ist schon heute an der Zeit, daß auch von solchen Dingen gesprochen wird. Denn all der glänzende Unsinn, den man heute zum Beispiel als Relativitätstheorie verzapft, durch welchen Einstein ein großer Mann geworden ist, der wird nur zurückgewiesen werden können, wenn man über diese Dinge klare Begriffe haben wird, die den Wirklichkeiten entsprechen. Wissen Sie, die Relativitätstheorie ist ja so einleuchtend. Nicht wahr, man braucht sich nur vorzustellen, daß, nun ja, wenn in einer Entfernung eine Kanone losgeschossen ist, so hört man es erst nach einer bestimmten Zeit. Nun, nehmen wir aber an, wir bewegen uns zur Kanone hin, nicht wahr, so hört man sie früher, weil man ja näher kommt. Nun schließt der Relativitätstheoretiker: Wenn man nun ebenso schnell sich bewegt, wie der Schall geht, dann geht man mit dem Schall, dann hört man ihn nicht. Und geht man gar schneller als der Schall, dann hört man etwas, was später abgeschossen wird, früher als das, was früher abgeschossen worden ist. Das ist ja heute eine allgemein angenommene Vorstellung, nur just steht sie nicht im geringsten Verhältnis zur Wirklichkeit. Denn wenn man sich ebenso schnell bewegt wie der Schall, so kann man selber ein Schall sein, aber man kann keinen Schall hören. Diese ganzen ungesunden Vorstellungen leben aber heute als Relativitätstheorie und genießen das allergrößte Ansehen.

[ 20 ] Force—that is the other concept that the “force-theorists,” as they were also called, invoke to construct their picture of the universe. Once again, the first stage of intuitive insight reveals that what acts as “force” is not actually a “something” at all; rather, where the force is not present—apart from the force itself—that is where something acts. It is just as if two people were walking and one were now observing: there go two people. He looks and looks now in between; they are walking a little way apart; he looks at that and now takes note—not of one person or the other, but of the boundaries of the space that lies between them; he looks at what is between them. In the same way, those who study forces look at what lies between reality. Where they say, “There is a force of attraction”—in reality, there is actually nothing at all there. But to the left and right of it lies what is truly present. I would, of course, have to go into great detail if I wanted to explain to you, in all its particulars, what I have merely presented as facts. But the time has already come to speak of such things as well. For all the brilliant nonsense that is peddled today—for example, as the theory of relativity, through which Einstein became a great man—can only be refuted if one has clear concepts of these things that correspond to reality. You know, the theory of relativity is so plausible. Isn’t it true that one need only imagine that, well, if a cannon is fired at a distance, one hears it only after a certain amount of time has passed? Now, let’s suppose we’re moving toward the cannon—then we hear it sooner, because we’re getting closer. Now the relativity theorist concludes: If you move just as fast as sound travels, then you’re moving with the sound, so you don’t hear it. And if you move even faster than sound, then you hear something fired later than that which was fired earlier. This is, of course, a widely accepted notion today, but it bears absolutely no relation to reality. For if one moves as fast as sound, one can be sound oneself, but one cannot hear any sound. Yet all these unsound notions survive today as the theory of relativity and enjoy the highest possible esteem.

[ 21 ] Nun, wie gesagt, da wo die Kraftlinien sind, die man heute zeichnet in der Physik, da ist nichts; aber ringsherum ist — was denn? Das luziferische Element, Luzifer. Wollen wir also irgend etwas vorstellen der Realität gemäß, an den Stellen, wo der Kraftstoffler seine Kraft hinsetzt, dann müssen wir uns dort das Luziferische vorstellen. Schön, nun haben wir dasjenige, was an die Stelle eines anderen treten muß. Wenn also im neunzehnten Jahrhundert ein Buch geschrieben worden ist: «Kraft und Stoff», wo Kraft und Stoff als die das Weltenall konstitulerenden Dinge dargestellt sind, so muß das zwanzigste Jahrhundert an die Stelle setzen: Luzifer und Ahriman. Denn Kraft und Stoff decken sich vollständig mit Luzifer und Ahriman. Und dasjenige, was als Kraft und Stoff erklärt werden kann, wird in Wirklichkeit als Luzifer und Ahriman erklärt. Sie werden sagen: Schrecklich! Es ist nichts Schreckliches; denn Ahriman und Luzifer, ich habe es oft betont, sind nur dann schrecklich, wenn man sie im einseitigen Pendelschlag betrachtet. Im gegenseitigen Verhältnis werden sie gebraucht gerade zur weisen Weltenlenkung, indem sie das eine auf die eine Waagschale, das andere auf die andere Waagschale legt, nur muß ein Ausgleich zwischen beiden stattfinden. Auf diesen Ausgleich sind wir verwiesen, fortwährend sind wir an diesen Ausgleich gewiesen. Wir tragen diesen Ausgleich in einer gewissen Weise in uns, und in einer merkwürdigen Weise tragen wir diesen Ausgleich in uns. Erinnern Sie sich der Betrachtung, in der ich Ihnen gesagt habe, wie merkwürdig wir mit unserem Atmungsprozeß im ganzen Weltenall drinnen stehen. Wir machen in der Minute eine gewisse Zahl von Atemzügen. Rechnet man sich die Zahl von Atemzügen in einem Menschentage aus, so bekommt man, wie ich Ihnen sagte, dieselbe Zahl heraus, welche man als Zahl der Tage, die ein Mensch lebt, wenn er in die Siebzigerjahre hineinkommt, findet. Ein Wunderbares! Wir leben so viele Lebenstage, als wir Atemzüge in einem Tage haben. Das ist aber nur ein Teil einer gewaltigen Zusammenstimmung von Harmonien im Weltenall. Einer unserer Atemzüge verhält sich zu unseren Lebenstagen, wie sich ein Lebenstag verhält zu unserem gesamten irdischen Leben; und unser gesamtes irdisches Leben wiederum verhält sich zu einem großen Sonnenjahr, zum sogenannten platonischen Jahr gerade so, wie unsere Lebenstage zum gesamten menschlichen Leben und wie ein Atemzug zu einem Tage. Unser Atem nämlich steht in einer wunderbaren inneren Beziehung zu dem gesamten Kosmos. Würden wir mit unserem Erkennen in ein solches Tempo hineinkommen können, das unser Atem entwickelt, dann würden wir in einer dem Menschen angemessenen Harmonie zum Weltenall stehen. Der Morgenländer versucht es durch seine Atmungsübungen auf mancherlei Weise, die dem Abendländer aber nicht entspricht; der muß es auf geistige Weise suchen.

[ 21 ] Well, as I said, where the lines of force are—the ones we draw in physics today—there is nothing; but all around them is—what, then? The Luciferic element, Lucifer. So if we want to imagine something in accordance with reality in the places where the physicist places his force, then we must imagine the Luciferic there. Well, now we have that which must take the place of something else. So if a book was written in the nineteenth century: Force and Matter, in which force and matter are presented as the constituents of the universe, then the twentieth century must substitute: Lucifer and Ahriman. For force and matter coincide completely with Lucifer and Ahriman. And what can be explained as force and matter is in reality explained as Lucifer and Ahriman. You will say: How terrible! There is nothing terrible about it; for Ahriman and Lucifer—as I have often emphasized—are terrible only when viewed in the one-sided swing of a pendulum. In their mutual relationship, they are used precisely for the wise guidance of the world, placing one on one side of the scales and the other on the other side—but a balance must be established between the two. We are dependent on this balance; we are constantly directed toward this balance. We carry this balance within us in a certain way, and in a remarkable way we carry this balance within us. Recall the reflection in which I told you how remarkably our breathing process is connected to the entire universe. We take a certain number of breaths per minute. If you calculate the number of breaths in a human day, you arrive, as I told you, at the same number as the number of days a person lives once they reach their seventies. How marvelous! We live as many days as we take breaths in a single day. But this is only one part of a vast interplay of harmonies in the universe. One of our breaths relates to our days of life just as a single day of life relates to our entire earthly life; and our entire earthly life, in turn, relates to a great solar year—the so-called Platonic year—exactly as our days of life relate to the entire human lifespan and as a single breath relates to a day. For our breath stands in a wondrous inner relationship to the entire cosmos. If we could, through our understanding, attain the pace that our breath develops, then we would stand in harmony with the universe in a way appropriate to human beings. The Easterners attempt this in various ways through their breathing exercises, but this does not suit Westerners; they must seek it through spiritual means.

[ 22 ] Aber im Grunde genommen sind alle die Übungen, die geschildert sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», das geistige Korrelat des Abendlandes für dasjenige, was das Morgenland in der Sehnsucht hat: mit dem Erkenntnisprozeß in das Tempo des Atmungsprozesses hineinzukommen. Wären wir nämlich darinnen, würden wir mit unserem Erkennen in dem Tempo des Atmungsprozesses drinnen sein, dann würde uns das Weltenall viele seiner Geheimnisse enthüllen können; es enthüllt sie uns auch, aber leider nicht unserer Erkenntnis — wenn man in diesem Falle leider sagen kann —, sondern dunklen Gefühlen, die noch dazu manchen Täuschungen unterworfen sind. Dagegen unsere Erkenntnis, die im Vorstellen verläuft, unser Denken, ist gegenüber dem Rhythmus, in den unser Atmen hineingestellt ist, zu klein; es schlägt gleichsam zu kleine Pendelschläge unser Denken. Wir können uns mit unserem Denken im gewöhnlichen äußeren normalen Leben nicht in den großen Weltenrhythmus hineinstellen; es ist zu klein, das Denken. Etwas anderes aber ist dagegen zu groß, das wir auch haben, und das ist unser Wollen. Das schlägt zu stark aus. Das macht zu starke Amplituden. So stehen wir zwischen Denken und Wollen. Das Denken ist zu klein in seinem Pendelausschlag, das Wollen ist zu groß. Daher wird das Denken immer nur solche Vorstellungen entwickeln können, die an anderem korrigiert werden müssen. Durch die verschiedensten Standpunkte, die wir einnehmen, können wir uns allmählich einer Einsicht annähern. Das Wollen kann sich nur durch ein Zusammenschließen mit anderem — weil es zu stark ausschlägt, können wir immer nur zu kleine Teile davon einfangen —, nur durch sein Zusammenschließen mit anderem kann das Wollen zu dem kommen, zu dem es prädestiniert, vorgebildet ist. Das heißt: ein Wollen kann nur im Zusammenhang mit einem anderen Wollen zu etwas kommen; ein Wollen in einer Inkarnation mit einem Wollen in einer anderen Inkarnation zusammen und so weiter.

[ 22 ] But essentially, all the exercises described in the book How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds? are the spiritual counterpart in the West to what the East yearns for: to bring the process of cognition into sync with the rhythm of the breathing process. For if we were able to do this—if our cognition were in step with the rhythm of our breathing—then the universe could reveal many of its secrets to us; indeed, it does reveal them to us, but unfortunately not to our cognition—if one may say “unfortunately” in this case—but rather to obscure feelings that are, moreover, subject to many deceptions. In contrast, our cognition, which takes place in the process of imagination—our thinking—is too small in relation to the rhythm into which our breathing is set; our thinking, as it were, swings with pendulum strokes that are too small. In ordinary, external, normal life, we cannot attune our thinking to the great rhythm of the universe; thinking is too small. Something else, however, is too large—something we also possess—and that is our willing. It swings too strongly. It produces too great an amplitude. Thus we stand between thinking and willing. Thinking is too small in its pendulum swing; willing is too large. Therefore, thinking will always be able to develop only such concepts that must be corrected by other means. Through the wide variety of perspectives we adopt, we can gradually approach an insight. Will can only come to what it is predestined and preformed for by uniting with something else—because it swings too strongly, we can only ever capture too small a part of it—only through its union with something else can will reach its intended destination. This means: a will can only come to fruition in connection with another will; a will in one incarnation in conjunction with a will in another incarnation, and so on.

[ 23 ] Ich stelle diese Dinge hier zunächst einmal, ich möchte sagen, die Sache fadenzeichnend hin; sie bedürfen alle selbstverständlich einer weiteren Ausführung, aber ich möchte dadurch einmal begreiflich machen, nach welchen Begriffen Geisteswissenschaft den Menschen hinführen muß, um ihn so, wie er es jetzt und in der Zukunft braucht, in das Weltenall hineingestellt zu denken. Gewiß, alles das, was unsere ganz gewöhnliche Erkenntnis ist, das ist zu klein. Sie hat zu kleine Schwingungen gegenüber den größeren Schwingungen, die unser Atmen durchmacht. Aber dieses Denken, von dem wissen wir, es ist nicht ein Ziel, es ist nur ein Weg. Sie alle denken. Die Menschen denken, aber sie denken nicht alles, was in ihre Seelen geht. Ein Gedanke hat sein Ziel nicht erreicht, indem er gedacht wird, sondern erst wenn er sich mit uns verbunden hat. Bewußte Gedanken werden der Erinnerungsfähigkeit mitgeteilt, aber vieles nehmen wir auch auf, das gar nicht zum Bewußtsein kommt, das aber doch in uns hineingeht. Denken Sie sich den ganzen Komplex dessen, was Sie gedacht haben und nicht gedacht haben, und was in Ihnen ist. Wo ist es? Es ist in Ihnen. Sie können sich daran erinnern. Manchmal treten sie auf, die Erinnerungen, manchmal treten sie nicht auf, aber sie sind in Ihnen. Sie sind nämlich im Ätherleibe. Nach dem Tode sondern sie sich ab, gehen in die allgemeine Welt über. Da sind sie dann dasjenige, was wir anschauen in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, was macht, daß wir da überhaupt Wirklichkeit sehen; das sondert sich von uns ab. Was wir denken, das geht mit der Außenwelt zusammen. Wir brauchen dieses in der Außenwelt. So wie wir hier in der physischen Welt Licht brauchen, so brauchen wir dort in der Außenwelt dasjenige, was sich von uns absondert. Wir haben es oftmals beschrieben, daß das in die Außenwelt übergeht; das macht, daß wir dann die Außenwelt haben.

[ 23 ] I am presenting these things here, first of all, I would say, in a very general way; they all naturally require further elaboration, but I would like to use this to make it clear to what concepts spiritual science must lead human beings in order to conceive of them as being placed within the universe, just as they need to be now and in the future. Certainly, everything that constitutes our ordinary knowledge is too limited. Its vibrations are too small compared to the greater vibrations that our breathing undergoes. But this thinking—we know it is not a goal; it is merely a path. Everyone thinks. People think, but they do not think everything that enters their souls. A thought has not reached its goal simply by being thought, but only when it has become united with us. Conscious thoughts are communicated to our memory, but we also take in much that never reaches consciousness, yet still enters within us. Imagine the entire complex of what you have thought and not thought, and what is within you. Where is it? It is within you. You can remember them. Sometimes these memories surface, sometimes they do not, but they are within you. They are, in fact, in the etheric body. After death, they separate from us and pass into the general world. There they become what we perceive in the time between death and a new birth—what enables us to perceive reality there at all; that is what separates from us. What we think is intertwined with the external world. We need this in the external world. Just as we need light here in the physical world, so do we need there in the external world that which separates itself from us. We have often described how this passes into the external world; this is what enables us to have the external world.

[ 24 ] Dasjenige, was wir wollen, das macht, daß wir dann eine Innenwelt haben. Nicht bloß das, was wir wünschen, sondern das, was wir wollen, das heißt, was wirklich Tat wird, das macht, daß wir dann eine Innenwelt haben. In der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wird dasjenige, was wir hier gewollt haben, was wir hier der Außenwelt mitgeteilt haben, was wir getan haben, das wird unsere Innenwelt. Was wir gedacht haben, was heruntergestiegen ist in uns, das beleuchtet unsere Außenwelt; das Äußere wird Innen, das Innere wird Außen. Halten Sie fest an diesem bedeutsamen Satz: das Außen wird Innen, das Innen wird Außen.

[ 24 ] What we will—that is what gives us an inner world. Not merely what we desire, but what we will—that is, what actually becomes action—that is what gives us an inner world. In the time between death and a new birth, what we have willed here, what we have communicated to the outer world here, what we have done—that becomes our inner world. What we have thought, what has descended into us, illuminates our outer world; the outer becomes the inner, the inner becomes the outer. Hold fast to this significant statement: the outer becomes the inner, the inner becomes the outer.

[ 25 ] Es wird allerdings noch manches Wasser die Spree herunterrinnen — kann man sagen, um ein beliebtes Sprichwort zu gebrauchen —, bis in dem, was man offiziell wissenschaftliche Kreise nennt, die Einsicht erwacht, daß Kraft und Stoff heißen müssen: Luzifer und Ahriman, bis die Einsicht erwacht, daß nach zwei Einseitigkeiten hin, nach der luziferischen Einseitigkeit, indem wir denken, der Atmungsprozeß sich entwickelt, und nach der anderen Einseitigkeit hin, nach dem Willensprozeß, nach der Ahrimanseite die Stoffwechselvorgänge. Wir pendeln hin und her zwischen Luzifer und Ahriman, und die Gleichgewichtslage, das Mittlere, ist der Atmungsprozeß, durch den wir in der großen Harmonie drinnenstehen. Das ist wirkliche Wissenschaft, geschaute Wissenschaft!

[ 25 ] However, a great deal of water will still flow down the Spree—as the popular saying goes—before the realization dawns in what are officially called scientific circles that “force” and “matter” must be understood as: Lucifer and Ahriman—until the realization dawns that there are two extremes: the Luciferic extreme, in which we think the respiratory process develops, and the other extreme, the process of will, the Ahrimanic side, which governs metabolic processes. We oscillate back and forth between Lucifer and Ahriman, and the state of equilibrium, the middle ground, is the respiratory process, through which we stand within the great harmony. That is true science, science as it is seen!

[ 26 ] Jetzt gehen Sie von dieser geschauten Wissenschaft zurück zu der ersten Seite des Alten Testaments und vergleichen Sie diese geschaute Wissenschaft mit dem Satz aus dem Alten Testament: «und er blies dem Menschen den lebendigen Odem ein, und er ward eine lebendige Seele». Nicht wird gesagt, er erteilte ihm das Wollen, er erteilte ihm das Denken, aber auf das Atmen wird hingewiesen; dann werden Sie etwas empfinden — wenn Sie solches empfinden! — von jener Uroffenbarung, von der heute eine einseitige Wissenschaft auch schon sprechen kann, von dem, was in alten Zeiten ein andersgeartetes Wissen war, als dasjenige ist, zu dem man heute gekommen ist. Aber Sie kommen zu der Empfindung eines wunderbaren Zusammenschlusses des heute Geschauten mit diesem größten und auch mit anderen Dokumenten der Menschheitsentwickelung, diesem größten Dokument, dem Alten Testament. Selbstverständlich wird nirgends behauptet, daß auf dieselbe Weise, wie die heutige schauende Wissenschaft, man in der Zeit zu den Dingen gekommen ist, in der das Alte Testament geoffenbart worden ist, aber um so grandioser ist die Konkordanz, ist die Übereinstimmung. Wie sich diese Übereinstimmung dann mit anderen Urkunden, namentlich mit dem Neuen Testament, mit der Erscheinung des Mysteriums von Golgatha von diesem Gesichtspunkte aus betrachten läßt, das werden wir wohl das nächste Mal uns vor die Seele führen können.

[ 26 ] Now go back from this “seen” science to the first page of the Old Testament and compare this “seen” science with the passage from the Old Testament: “And He breathed into the man the breath of life, and he became a living soul.” It does not say that He gave him the will, nor that He gave him the ability to think, but reference is made to breathing; then you will sense something—if you can sense it!—of that primordial revelation, of which even a one-sided science today can already speak, of what in ancient times was a different kind of knowledge than that which we have arrived at today. But you will come to sense a wondrous connection between what is seen today and this greatest—as well as other—documents of human development, this greatest document, the Old Testament. Of course, no one claims that people arrived at these insights in the same way as today’s intuitive science did during the time when the Old Testament was revealed; yet the concordance, the correspondence, is all the more magnificent for it. How this correspondence can then be viewed from this perspective in relation to other texts—namely, the New Testament and the manifestation of the Mystery of Golgotha—is something we will likely be able to bring before our souls next time.

[ 27 ] Ich möchte durch diese Betrachtungen eben in Ihnen Vorstellungen von dem hervorrufen, was nötig ist für unsere Zeit, aber auch davon, wie schwer es ist, sich mit denjenigen, die heute sich Wissenschafter nennen, überhaupt nur zu verständigen. Man findet sehr schwer die Möglichkeit, sich mit dem zu verständigen, der eingerostet ist in einer bestimmten Art von Begriffen, von denen er glaubt, daß sie unfehlbar sind. Ich habe einmal gesagt: das Infallibilitätsdogma des Papstes bezweifelt man, die Infallibilität vieler, vieler, die nimmt unsere autoritätslose, über jede Autorität hinaus sich wähnende Zeit, sehr gerne hin.

[ 27 ] Through these reflections, I would like to give you an idea of what is necessary for our time, but also of how difficult it is to even communicate with those who call themselves scientists today. It is very difficult to find a way to communicate with someone who is stuck in a certain set of concepts that he believes to be infallible. I once said: while people doubt the dogma of papal infallibility, our age—which lacks authority and imagines itself to be beyond all authority—is only too happy to accept the infallibility of many, many others.