Spiritual and Social Transformations
in Human Evolution
GA 196
14 February 1920, Dornach
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Spiritual and Social Transformations in Human Evolution, tr. SOL
Vierzehnter Vortrag
Fourteenth Lecture
[ 1 ] Ich werde ganz kurz noch einmal wiederholentlich auf dasjenige aufmerksam machen, was ich gestern vor Ihnen hier vorgetragen habe, weil ich Weiteres, auf das Wesen des Menschen Bezügliches heute werde daranzuknüpfen haben. Das, was ich Ihnen gestern zu sagen hatte, bestand in folgendem: Wir haben unseren Blick gewendet zunächst auf die drei mehr der Erkenntnis gewidmeten Fähigkeiten der Menschenseele. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß in dieser Menschenseele wesentlich drei erkennende Fähigkeiten sind, zunächst dasjenige, was Erinnerungsfähigkeit oder Gedächtnis ist, dann dasjenige, was Intelligenz ist, und dann dasjenige, was Sinnestätigkeit ist. Nun machte ich Sie darauf aufmerksam, daß diese drei Seelenfähigkeiten nur verstanden werden können, wenn man auf ihre Entwickelung blickt. Um das Gedächtnis zu verstehen, das verhältnismäßig eine der jüngeren Fähigkeiten der menschlichen Wesenheit ist, muß man aber doch den Blick zurückwenden zu Zeiten, in denen die Erde noch nicht dasjenige war, was sie heute ist, in denen die Erde ihre Entwickelung als der der Erde vorangehende Mond durchmachte. So daß die ersten Anlagen zu dem, was heute in uns Gedächtnisfähigkeit geworden ist, in der alten Mondenzeit zu suchen sind und dort aufgetreten sind nicht als Gedächtnis, sondern als die den Menschen durchsetzende traumhafte Imagination, die ich ja in andern Zusammenhängen öfter beschrieben habe. Was also bei jenen Wesen, aus denen der Mensch geworden ist, während der alten Mondenzeit traumhafte Imagination war, das ist während der Erdenzeit die Fähigkeit des Gedächtnisses geworden. Dieses Gedächtnis, sagte ich Ihnen, ist von allen erkennenden Seelenfähigkeiten am meisten verwoben mit der physischen Leiblichkeit. Die Intelligenz ist schon weniger verwoben mit der physischen Leiblichkeit. Sie ist mehr davon losgelöst in der Art, wie ich das gestern beschrieben habe. Um aber ihre ersten Anlagen zu entdecken, muß man weiter zurückgehen als bis zur alten Mondenzeit, man muß zurückgehen bis zur alten Sonnenzeit und findet dann die erste Anlage zu dem, was heute in uns als Intelligenz vorhanden ist, in der schlafenden Inspiration. Am weitesten zurückgehen muß man für dasjenige, was am meisten, wie ich gestern ausgeführt habe, losgelöst ist von unserer Leiblichkeit, obwohl man das am wenigsten glauben will aus der materialistischen Anschauung unserer Zeit heraus: Für die Sinnestätigkert muß man zurückgehen bis zur alten Saturnzeit. Und man findet als denersten Ursprung dieser Sinnestätigkeit beiden Wesen, aus denen nachher der Mensch geworden ist, eine dumpfe Intuition.
[ 1 ] I would like to very briefly reiterate what I presented to you here yesterday, because today I will be building on that with further remarks concerning the nature of the human being. What I had to say to you yesterday was as follows: We first turned our attention to the three faculties of the human soul that are more devoted to cognition. We pointed out that there are essentially three cognitive faculties in the human soul: first, what is known as the faculty of memory; second, what is known as intelligence; and third, what is known as sensory activity. I then drew your attention to the fact that these three soul faculties can only be understood by examining their development. To understand memory—which is, relatively speaking, one of the younger faculties of the human being—one must, however, turn one’s gaze back to times when the Earth was not yet what it is today, when the Earth was undergoing its development as the Moon that preceded it. Thus, the earliest seeds of what has become our capacity for memory today are to be found in the ancient Lunar era, where they appeared not as memory but as the dreamlike imagination pervading human beings—a phenomenon I have often described in other contexts. What was dreamlike imagination during the ancient Lunar era in those beings from whom human beings evolved has become the capacity for memory during the Earth era. This memory, as I told you, is, of all the soul’s cognitive faculties, the most closely interwoven with physical embodiment. Intelligence, on the other hand, is less closely interwoven with the physical body. It is more detached from it in the way I described yesterday. But to discover its earliest origins, one must go further back than the ancient Lunar Era; one must go back to the ancient Solar Era, where one then finds the earliest seed of what exists within us today as intelligence in the form of dormant inspiration. One must go back the farthest for that which, as I explained yesterday, is most detached from our physicality—even though this is the hardest to believe given the materialistic worldview of our time: for sensory activity, one must go back to the ancient Saturn era. And as the very first origin of this sensory activity in both beings from which human beings later emerged, one finds a dull intuition.
[ 2 ] Weiter haben wir gesehen, daß, indem wir diese drei Seelenfähigkeiten in uns tragen, wir in der Organisation, die zugrunde liegt diesen Seelenfähigkeiten, zugleich die Beherberger sind für Wesen höherer Hierarchien. So daß wir sind durch die Organisation unserer Sinnestätigkeit die Beherberger der Archai, der Zeitgeister. Die wohnen in unserer Menschlichkeit. Durch dasjenige, was wir an uns als Intelligenz haben, insofern diese Intelligenz gebunden ist an den Spiegelungsapparat in uns, der uns unsere Begriffe, unsere Ideen, die aber aus der geistigen Welt kommen, zurückstrahlt und sie uns so zum Bewußtsein bringt, sind wir die Beherberger der Archangeloi. Und durch dasjenige, was da arbeitet in unserer Organisation und unser Gedächtnis vermittelt, sind wir die Beherberger der Angeloi. So stehen wir mit der Vergangenheit durch unsere erkennenden Fähigkeiten in Beziehung, so stehen wir zu den Wesen höherer Hierarchien durch unsere erkennenden Fähigkeiten in Beziehung.
[ 2 ] Furthermore, we have seen that, by possessing these three soul faculties within us, we simultaneously serve as hosts to beings of higher hierarchies within the organization that underlies these soul faculties. Thus, through the organization of our sensory activity, we are the hosts of the Archai, the spirits of time. They dwell within our humanity. Through that which we possess as intelligence—insofar as this intelligence is linked to the reflective apparatus within us, which reflects back to us our concepts and ideas (which, however, come from the spiritual world) and thus brings them to our consciousness—we are the hosts of the Archangeloi. And through that which operates within our organization and mediates our memory, we are the hosts of the angels. Thus, through our cognitive faculties, we stand in relation to the past; through our cognitive faculties, we stand in relation to the beings of higher hierarchies.
[ 3 ] Einem alten Gebrauche gemäß nennt man diese drei Fähigkeiten des Menschen die oberen Fähigkeiten. Und soll ich den Menschen vor Ihnen etwa schematisch entwerfen, soll ich Ihnen das Menschenbild wie in einem Schema vor Augen stellen, so müßte ich etwa das Folgende zeichnen als dieses Schema des Menschen. Ich müßte zeichnen zunächst die Fähigkeit der Sinnestätigkeit. Ich werde es so versuchen, indem ich einen weißen Untergrund mache (siehe Zeichnung, weiß schraffiert). Ich müßte zuerst die Sinnestätigkeit schematisch in der menschlichen Organisation zeichnen, müßte das etwa, damit ich das richtige Verhältnis herausbekomme, in dieser Weise zeichnen (blau). Die hauptsächlichste Sinnestätigkeit ist ja im Haupt entfaltet. Es ist allerdings der ganze Mensch von Sinnestätigkeit durchzogen, aber ich möchte zunächst die HauptSinnesorganisation hier einzeichnen (blau).
[ 3 ] According to an ancient custom, these three human faculties are called the higher faculties. And if I were to sketch out the human being before you schematically—if I were to present you with a diagrammatic image of humanity—I would have to draw something like the following as this diagram of the human being. First, I would have to draw the faculty of sensory perception. I will try to do this by creating a white background (see drawing, white hatching). First, I would have to sketch sensory activity schematically within the human organism; to get the proportions right, I would have to draw it something like this (blue). The primary sensory activity is, of course, centered in the head. Although the entire human being is permeated by sensory activity, I would like to begin by sketching the main sensory organization here (blue).
[ 4 ] Wollte ich einzeichnen die Intelligenz, so müßte ich diese in der folgenden Art einzeichnen, um sie zur Anschauung zu bringen: die Sinnestätigkeit mehr nach außen (blau); die Intelligenz (grün) hat ihren Spiegelungsapparat mehr im Gehirn. Tiefer liegt dann dasjenige, was dem Gedächtnis zugrunde liegt, schon sehr mit der körperlichen Organisation verbunden. In Wahrheit ist das Gedächtnis (rot) an die niedersten Nervenorganismen und an den übrigen Organismus gebunden. Übergänge könnte ich dann schaffen zwischen der Sinnestätigkeit und der Intelligenz, indem ich etwa noch hier (indigo) dieses als Übergang hineinzeichne. Sie wissen ja, daß wir auch Begriffe und Ideen haben, die gewissermaßen anschaulicher Natur sind. Während ich die Sinnestätigkeit als solche einzuzeichnen habe mit Blau, müßte ich hierher ein Indigo zeichnen als Übergang. Für die mehr abstrakten Begriffe würde ich Grün einzuzeichnen haben, und für dasjenige, was als gedächtnismäßige Begriffe in uns ist, würde ich als Übergang von Grün zu Rot durch das Orange zu zeichnen haben das Gelb. Auf diese Weise würde ich von außen nach innen gehend die menschliche Wesenheit in ihrer Organisation in bezug auf die Erkenntnisfähigkeit zu zeichnen haben. So bekommen Sie in der Aufeinanderfolge dieser Farben, wenn Sie sich die Organisation namentlich von Augen und Ohren blau nuanciert denken und indem die Sinnestätigkeit übergeht in die Intelligenz, das Indigo gegen das Grün hin, sich aufhellend durch das Gelb zum Rot zu dem Gedächtnis hin, eine Art Schema, das aber sehr stark die Wirklichkeit abschattet von dem, was menschliche Seelenerkenntnisfähigkeiten oder Erkenntnisfähigkeiten sind.
[ 4 ] If I were to illustrate intelligence, I would have to depict it in the following way to make it clear: sensory activity is directed more outward (blue); intelligence (green) has its reflective apparatus located more within the brain. Deeper still lies that which underlies memory, already very closely connected to the physical organization. In truth, memory (red) is bound to the lowest nerve organisms and to the rest of the organism. I could then create transitions between sensory activity and intelligence by, for example, drawing this here (indigo) as a transition. As you know, we also have concepts and ideas that are, in a sense, of a more concrete nature. While I must depict sensory activity as such in blue, I would have to draw indigo here as a transition. For the more abstract concepts, I would have to use green, and for what exists within us as concepts related to memory, I would have to draw yellow as a transition from green to red via orange. In this way, moving from the outside in, I would have to depict the human being in its organization with regard to its capacity for cognition. Thus, in the sequence of these colors—if you imagine the organization of the eyes and ears, in particular, in shades of blue, and as sensory activity transitions into intelligence, with indigo shifting toward green, lightening through yellow to red toward memory— a kind of schema—one that, however, falls far short of the reality of what the human soul’s cognitive faculties or cognitive abilities actually are.
[ 5 ] Nun spielt in der menschlichen Natur alles durcheinander. Das ist es ja, was dem matertalistisch denkenden Menschen die Arbeit so schwer macht, daß in der menschlichen Natur alles durcheinander spielt. Man kann nicht schön fein säuberlich räumlich das eine von dem andern abgrenzen. Es ist auch in der menschlichen Natur nicht so abgegrenzt, aber man kann, wenn man eben schematisch zeichnen will, doch verhältnismäßig allerlei herausbekommen. So kann man in der Tat sehen, daß so, wie sich die Farbe Rot zu der Farbe Grün verhält, so verhalten sich durch ihre inneren Eigenschaften die Erinnerungsfähigkeit zur Intelligenzfähigkeit; und wie sich das Grün verhält zum Blau, so verhält sich die Intelligenz zur Sinnestätigkeit. Nun haben wir aber andere Fähigkeiten in der menschlichen Seele, Fähigkeiten, die bei uns als Erdenmenschen mehr oder weniger im strengsten Sinne an die physische Leiblichkeit gebunden sind. Dazu gehört zunächst das Fühlen. Während Gedächtnis, Intelligenz, Sinnestätigkeit stufenweise an das wachende Bewußtsein gebunden sind, ist das Fühlen schon etwas sehr 'Traumhaftes in der menschlichen Wesenheit. Das habe ich ja öfter ausgeführt. Während nun das Gedächtnis etwas ist, was in ferner Vergangenheit auf dem alten Monde seiner Anlage nach sich entwickelt hat, die Intelligenz auf der Sonne, Sinnestätigkeit auf dem Saturn, gehört das Fühlen, so wie wir es heute haben — obwohl schon Ansätze dazu früher während der Mondenzeit vorhanden waren, aber die kommen weniger in Betracht —, dem Erdenmenschen an. Es ist im wesentlichen etwas, was gebunden ist an die menschliche Erdenorganisation. Was wir als Erdenmenschen einorganisiert bekamen, machte uns eigentlich erst zum fühlenden Wesen. Aber so, wie das Gedächtnis etwas ist, was über seine erste Anlage hinausgegangen ist und auf der Erde auf eine höhere Entwickelungsstufe gekommen ist, und man es, wenn man übersinnliches Schauen genug dazu hat, dem Gedächtnis anerkennt, daß es gewissermaßen eine alte Fähigkeit des Menschen ist, erkennt man es dem Fühlen an, daß es erst in der Anlage vorhanden ist. Man schaut es dem, was der Mensch heute sein Fühlen nennt, an, wenn man das nötige Verständnis dafür hat, daß aus ihm in der Zukunft etwas ganz, ganz anderes wird. So wie wenn man als Beobachter während der alten Mondenzeit das träumende Imaginieren angeschaut hätte, man sich hätte sagen müssen: Daraus wird später das Gedächtnis des Menschen —, so muß man dem heutigen Fühlen gegenüber als Verstehender sagen: Wenn die Erde einmal nicht mehr sein wird, sondern etwas anderes aus ihr geworden ist, wenn aus der Erde der künftige Jupiter geworden ist, dann wird das Fühlen erst das geworden sein, was es werden kann. — Das Fühlen ist heute erst im Menschen etwas Embryonales, etwas, was als Keim vorhanden ist. Aus dem Fühlen wird erst aufgehen dasjenige, was aus ihm werden kann. $o tragen wir in dem Gefühle etwas in uns, was sich verhält zu dem, was es auf dem Jupiter wird, wie ein im Mutterschoße befindliches Kind sich zu dem nach außen geborenen Menschen verhält. Etwas Embryonales ist unser Fühlen, und es wird erst später während der Jupiterzeit dasjenige werden, was als vollständige, vollbewußte Imagination erblühen wird.
[ 5 ] Now, everything is all mixed up in human nature. That is precisely what makes the task so difficult for those who think in materialistic terms: that everything is all mixed up in human nature. One cannot neatly and precisely separate one thing from another in space. Nor is it so clearly separated in human nature, but if one wishes to draw a schematic diagram, one can still make out quite a lot. Thus, one can indeed see that, just as the color red relates to the color green, so too do the capacity for memory and the capacity for intelligence relate to one another through their inner qualities; and just as green relates to blue, so does intelligence relate to sensory activity. But we also have other faculties in the human soul—faculties that, for us as earthly human beings, are more or less bound in the strictest sense to our physical body. First and foremost among these is feeling. While memory, intelligence, and sensory activity are gradually bound to waking consciousness, feeling is already something very “dreamlike” in the human being. I have explained this on several occasions. While memory is something that developed in its basic form in the distant past on the ancient Moon, intelligence on the Sun, and sensory activity on Saturn, feeling—as we experience it today—belongs to the earthly human being, even though early signs of it were already present during the Lunar period; however, these are of lesser significance. It is essentially something bound up with the human earthly constitution. What we, as earthly human beings, received as an integral part of our constitution is what actually made us feeling beings in the first place. But just as memory is something that has gone beyond its initial potential and reached a higher stage of development on Earth—and, if one possesses sufficient supersensible insight, one recognizes that memory is, in a sense, an ancient human capacity—so too does one recognize that feeling is currently present only in potential. One can see this in what human beings today call “feeling,” if one has the necessary understanding to realize that it will become something quite, quite different in the future. Just as if, as an observer during the ancient Lunar Age, one had looked upon dreamlike imagination and had to say to oneself: “This will later become human memory”—so, as one who understands, one must say of today’s feeling: When the Earth ceases to exist and has become something else—when the Earth has become the future Jupiter—only then will feeling have become what it is capable of becoming. — Today, feeling is still only embryonic in human beings, something present as a seed. Only then will what feeling is capable of becoming blossom forth from it. $o in our feelings we carry within us something that relates to what it will become on Jupiter in the same way that a child in the womb relates to the human being born into the world. Our feeling is something embryonic, and it will only later, during the Jupiter era, become what will blossom as complete, fully conscious imagination.
[ 6 ] Eine andere Seelenfähigkeit, die an unsere Organisation gebunden ist, ist die Begierde, das Begehren. Dieses Begehren ist noch viel embryonaler als das Fühlen. Alles, was in uns Begierdenwelt ist, das wird erst während der künftigen Venuszeit dasjenige werden, zu dem es heute keimhaft veranlagt ist. Unsere Begierden sind heute sehr stark an unsere Leibesorganisation gebunden. Sie werden sich loslösen. So wie unsere Intelligenz während der alten Sonnenzeit gebunden war an die Leibesorganisation der Sonne, wie ich sie beschrieben habe in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», so ist die Begierdenwelt des Menschen heute an die Leibesorganisation gebunden. Sie wird losgelöst erscheinen von der Leibesorganisation während der künftigen Venuszeit, und sie wird dann auftreten als vollbewußte Inspiration.
[ 6 ] Another faculty of the soul that is bound to our physical organization is desire. This desire is even more embryonic than feeling. Everything within us that constitutes the world of desire will only become, during the future Venusian era, what it is today merely in embryonic form. Our desires are very strongly bound to our physical organization today. They will break free. Just as our intelligence was bound to the physical organization of the Sun during the ancient Sun era—as I described in my *Outline of Esoteric Science*—so too is the human world of desire bound to the physical organization today. It will appear detached from the physical organization during the future Venus era, and it will then emerge as fully conscious inspiration.
[ 7 ] Am allerembryonalsten ist unter unseren Seelenfähigkeiten das Wollen. Das Wollen ist in Zukunft berufen, etwas ganz Gewaltiges, Kosmisches zu werden, etwas zu werden, wodurch der Mensch in der Zukunft dem ganzen Kosmos angehören wird, ein individuelles Wesen sein wird und dennoch seine individuellen Impulse als Weltentatsache ausleben wird. Das wird aber erst sein während der Vulkanzeit, wo das Wollen vollbewußte Intuition sein wird.
[ 7 ] Of all our soul faculties, the will is the most embryonic. In the future, the will is destined to become something truly immense and cosmic—something through which human beings will belong to the entire cosmos, will be individual beings, and yet will live out their individual impulses as a fact of the world. But this will only come to pass during the Volcanic Age, when the will will be fully conscious intuition.
[ 8 ] Obere Fähigkeiten
[ 8 ] Advanced Skills
| Sinnestätigkeit | Saturn [dumpfe Intuition] | Archai |
| Intelligenz | Sonne [schlafende Inspiration] | Archangeloi |
| Gedächtnis | Mond [traumhafte Imagination] | Angeloi |
| Sensory Activity | Saturn [dull intuition] | Archai |
| Intelligence | Sun [dormant inspiration] | Archangeloi |
| Memory | Moon [dreamlike imagination] | Angeloi |
[ 9 ] Untere Fähigkeiten: Soziale Welt
[ 9 ] Lower-Level Skills: Social World
| Fühlen | Jupiter [vollbewußte Imagination] | Mineralreich |
| Begehren | Venus [vollbewußte Inspiration] | Pflanzenreich |
| Wollen | Vulkan [vollbewußte Intuition] | Tierreich |
| Feeling | Jupiter [fully conscious imagination] | Mineral Kingdom |
| Desire | Venus [fully conscious inspiration] | Plant Kingdom |
| Will | Vulcan [fully conscious intuition] | Animal Kingdom |
[ 10 ] So gehören wir durch unser Fühlen, Begehren und Wollen wiederum Zukunftszeiten an. Diese Fähigkeiten sitzen in uns, indem der Mensch durch sie vorbereitet wird für seine zukünftige Wesenheit. Aber auch da stehen wir mit der Welt in einem Verhältnisse, in dem diese Fähigkeiten des Menschen ihre Beziehungen haben zur Umwelt. So wie in bezug auf die geistige Umwelt Gedächtnis, Intelligenz und Sinnestätigkeit zu den Angeloi, Archangeloi, Archai in Beziehungen stehen, so steht zur physischen Umwelt Fühlen, Begehren und Wollen in Beziehung, aber so, daß unser Fühlen so in Beziehung steht zu der Welt, die uns umgibt, daß es während der Erdenzeit nach und nach aufzehrt die mineralische Welt. Alles dasjenige, was mineralische Welt um uns herum ist, wird mit dem Ende der Erdenzeit verschwinden, und die Kräfte, welche vom Menschen aus die mineralische Welt aufzehren werden, das sind die Gefühlskräfte. So daß wir ein besonderes Verhältnis des Fühlens zum Mineralreich annehmen müssen (siehe Schema). Fin besonderes Verhältnis des Begehrens müssen wir zum Pflanzenreich annehmen. Wie es auf dem Jupiter, der da als zukünftiger Planet die nächste Verkörperung unserer Erde sein wird, kein Mineralreich geben wird, weil während des Erdendaseins das Fühlen das Mineralreich aufgezehrt haben wird, so wird es während der Venuszeit kein Pflanzenreich mehr geben, weil das menschliche Begehren während der Jupiterzeit dieses Pflanzenreich aufzehrt, und das menschliche Wollen wird während der Venuszeit das Tierreich aufzehren. Und wenn herangerückt sein wird die Vulkanzeit, wird diese künftige Vulkanverkörperung unserer Erde die drei Reiche nicht mehr enthalten, sondern nur dasjenige von den jetzigen Reichen, was dann aus dem Menschenreiche geworden sein wird.
[ 10 ] Thus, through our feelings, desires, and will, we in turn belong to future times. These faculties are inherent in us, for through them human beings are prepared for their future being. But here, too, we stand in a relationship with the world in which these human faculties are connected to the environment. Just as, in relation to the spiritual environment, memory, intelligence, and sensory activity are related to the Angeloi, Archangeloi, and Archai, so too are feeling, desire, and will related to the physical environment—but in such a way that our feeling is related to the world around us in a manner that, during the Earth period, gradually consumes the mineral world. Everything that constitutes the mineral world around us will disappear at the end of the Earth era, and the forces that will consume the mineral world through human activity are the forces of feeling. Thus, we must assume a special relationship between feeling and the mineral kingdom (see diagram). We must assume a special relationship between desire and the plant kingdom. Just as there will be no mineral kingdom on Jupiter—which, as a future planet, will be the next incarnation of our Earth—because feeling will have consumed the mineral kingdom during Earth’s existence, so too will there be no plant kingdom during the Venusian era, because human desire will consume this plant kingdom during the Jovian era, and human will will consume the animal kingdom during the Venusian era. And when the volcanic era draws near, this future volcanic embodiment of our Earth will no longer contain the three kingdoms, but only that which, of the present kingdoms, will then have become the human kingdom.
[ 11 ] Demgegenüber, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, können Menschen kommen aus der Gegenwart und können sagen: Mich interessiert das wenig, was ich da einmal war mit meinem Erinnern, mit meiner Intelligenz und mit meiner Sinnestätigkeit auf dem guten alten Saturn und der Sonne und dem Monde; ich freue mich meines Daseins als Erdenbürger, was kümmert mich dasjenige, was die Dinge, von denen ich nichts mehr weiß, auf früheren planetarischen Verkörperungen unserer Erde durchgemacht haben? Das interessiert mich nicht! Und erst recht interessiert es mich nicht, was aus meinem Fühlen, das mich jetzt gar sehr interessiert, einmal auf dem Jupiter wird oder gar auf der fernen Venus, was da aus meinen Begierden wird. Diese Begierden, die treiben mich jetzt, aber die Dame Venus, die interessiert mich jetzt noch nicht, denn sie ist Ja keine gegenwärtige, und ich interessiere mich nur für gegenwärtige Damen. Und so, nicht wahr, erst mit dem Wollen in einer so fernen, fernen Zukunft!
[ 11 ] In contrast to what I have just told you, people living in the present might say: I care little about what I once was—with my memories, my intelligence, and my sensory faculties—on good old Saturn, the Sun, and the Moon; I’m happy with my existence as an Earthling—why should I care about what things I no longer remember went through on earlier planetary incarnations of our Earth? That doesn’t interest me! And I’m certainly not interested in what will become of my feelings—which interest me very much right now—on Jupiter or even on distant Venus, or what will become of my desires there. These desires drive me now, but Lady Venus—she doesn’t interest me yet, for she is, after all, not a present lady, and I’m only interested in present ladies. And so, isn’t that right, only with desire in such a distant, distant future!
[ 12 ] Gewiß, so empfinden viele Menschen der Gegenwart, und es ist die Kultur sehr, sehr dafür, daß sie am liebsten alles dasjenige, was geltend machen will von der Gegenwart an diese Erkenntnis, verschlafen möchten, daß sie nicht wach werden möchten gegenüber diesen Erkenntnissen. Aber die Menschenentwickelung wird sich nicht führen lassen in die Zukunft hinein, ohne solche Erkenntnisse zu haben. Denn es ist tief richtig, daß im menschlichen Organismus, im physischen, im seelischen, im geistigen Organismus alles durcheinander wirkt; aber man muß doch auch die Dinge unterscheiden können. Wie da die oberen Fähigkeiten schematisch aufgezeichnet werden konnten, von der Sinnestätigkeit einrückend bis zur Erinnerung, so kann ich jetzt die unteren speziell auf der Erde gebildeten Fähigkeiten hier einzeichnen (siehe Zeichnung Seite 213). Das muß ich dann in der folgenden Weise tun: Ein etwas tieferes Rot- ich habe hier die Unterschiede leider nicht — würde unserem Fühlen entsprechen. Aber dieses Fühlen, das erstreckt sich in die Intelligenz, in die Sinnestätigkeiten überall hinein, auch durch das Gedächtnis hindurch. Ich müßte dann, wenn ich die Begierdentätigkeit zeichne, ein eigentliches Rotviolett zeichnen. Und wollte ich das Wollen, so wie es heute ist, zeichnen, so müßte ich ein Blaugrün zeichnen. So daß der Mensch ein Doppelwesen ist, ein oberer Mensch (Kreis oben), der im wesentlichen Erkennender ist, und ein unterer Mensch (Kreis unten), der im wesentlichen Begehrender ist, Fühlen und Wollen als die beiden Pole des Begehrens betrachtet.
[ 12 ] Certainly, this is how many people today feel, and the prevailing culture is very, very much in favor of letting them sleep through everything that seeks to assert itself from the present into this insight—so that they do not wake up to these insights. But human development cannot be guided into the future without such insights. For it is profoundly true that in the human organism—the physical, the psychological, and the spiritual—everything interacts in a complex interplay; yet one must still be able to distinguish between these things. Just as the higher faculties could be schematically depicted—proceeding from sensory activity inward toward memory—so I can now depict here the lower faculties specifically formed on Earth (see diagram on page 213). I must then do this in the following way: A somewhat deeper red—unfortunately, I do not have the distinctions here—would correspond to our feeling. But this feeling extends into intelligence, into all sensory activities, and even through memory. If I were to depict the activity of desire, I would have to draw a true red-violet. And if I wanted to depict volition as it is today, I would have to draw a blue-green. Thus, the human being is a dual being: an upper human (circle above), who is essentially a knower, and a lower human (circle below), who is essentially a desirer, with feeling and volition regarded as the two poles of desire.
[ 13 ] Nun wirkt in der Tat beim Erdenmenschen dasjenige, was der untere Mensch ist, in den oberen Menschen hinein, sowohl das Wollen, wie das Begehren, wie das Fühlen, wirken in den oberen Menschen hinein (Pfeil aufwärtsgehend T). Mit andern Worten, unsere Sinnestätigkeit ist eine solche, daß wir in ihr haben alles dasjenige, was aus der dumpfen Intuition des alten Saturn nach und nach geworden ist. Aber würden wir in uns durch unsere Augen, durch unsere Ohren, nur dasjenige tragen, was aus der dumpfen Intuition des alten Saturn kommt, so wären wir recht trockene Wesen. Wir nähmen, wie durch automatisch wirkende Sinne, die äußere Welt wahr. Wir dächten nüchtern und trocken über diese äußere Welt, und wir erinnerten uns ohne Wärme an dasjenige, was wir erlebt haben. Daß wir dasjenige, was wir erlebt haben, als unsere eigene Angelegenheit erleben, daß wir gewissermaßen nicht bloß in unsere Erlebnisse hineinblicken mit Gleichgültigkeit und uns an sie erinnern, unser persönliches Leben wie die einzelnen Steine eines Kaleidoskops anschauend, das macht, daß in unsere erinnerten Gedanken, in unser intelligentes Wesen, in unsere Sinneswahrnehmungen, unser Fühlen, Begehren und Wollen aufsteigen. Indem wir die Dinge äußerlich anschauen, gefallen sie uns. Sie gefallen uns durch unser Begehren, durch unser Fühlen oder durch unser Wollen. Indem wir denken, denken wir nicht bloß nüchtern und trocken, sondern wir bringen einen gewissen Enthusiasmus in unsere Ideen hinein. Den würden wir nicht hineinbringen, wenn wir nur dasjenige hätten, was uns die Sonne als Intelligenzkraft gegeben hat, den haben wir in unserem Denken dadurch drinnen, daß uns die Erde ausgestattet hat mit Wollen, Begehren und Fühlen, wenn diese auch jetzt embryonal sind. Ebenso auch bei der Erinnerungsfähigkeit. In unsere oberen Seelenfähigkeiten spielen immer diejenigen hinein, die man einem alten Gebrauche gemäß die unteren Fähigkeiten nennt, weil sie mehr an den Leib gebunden sind. Das wollen wir zunächst festhalten. In unsere oberen Seelenfähigkeiten, die uns wie ausgetrocknete Därme in die Welt hineinstellen würden, wenn sie bloß dasjenige wären, was sie durch Saturn, Sonne und Mond geworden sind, leuchten und glühen die unteren Seelenfähigkeiten, das Wollen, Begehren und Fühlen hinein, und wir werden warme, fühlende Menschen, auch wenn wir denken. Es gibt allerdings heute eine ganze Menge von Menschen, die Objektivität dadurch anstreben, daß sie aus ihrer Intelligenz das Fühlen, das Begehren herauswerfen; aber das ist entweder bloß eine Illusion, wenn die Leute glauben, daß sie aus der Sinnestätigkeit, der Intelligenz und der Erinnerung die niederen Seelenfähigkeiten herauswerfen können, oder wenn man sie wirklich herauswirft — zu einem gewissen Teile kann man das ja nur —, dann wird man aber auch danach! Es gelingt nämlich immer nur bis zu einem gewissen Grade, die unteren Seelenfähigkeiten aus den oberen herauszuwerfen. Man kann sie zum Beispiel herauswerfen, wenn man auf das Katheder tritt und den Füchsen und andern, späteren Studenten allerlei Wissenschaften auseinandersetzt. Da kann man aus der Intelligenz herauswerfen die niederen, die eigentlich irdischen Seelenfähigkeiten. Aber man kann sie nicht ganz herauswerfen. Kommt man dann von seinen Philosophien nach Hause und schmeckt einem das Mittagsmahl nicht, dann durchziehen reale Begierden und Gefühle, indem man über dasjenige, was die Hausfrau bereitet hat, schimpft, die Intelligenz, und namentlich auch die Sinnestätigkeit des Geschmacks, des Geruchs und so weiter. So besteht manchmal ganz durcheinander in dem Menschen der trockene Philister, der aus seinen oberen Seelenfähigkeiten die niederen herausgeworfen hat, und der recht sehr des Enthusiasmus fähige Mensch, wenn ihm irgend etwas verpfeffert oder versalzen oder gar angebrannt oder sonst in irgendeiner Weise nicht richtig gekocht ist!
[ 13 ] Indeed, in the earthly human being, that which constitutes the lower human being acts upon the higher human being; will, desire, and feeling all act upon the higher human being (upward-pointing arrow T). In other words, our sensory activity is such that it encompasses everything that has gradually emerged from the dull intuition of ancient Saturn. But if, through our eyes and ears, we were to carry within us only that which comes from the dull intuition of ancient Saturn, we would be quite dry beings. We would perceive the outer world as if through automatically functioning senses. We would think soberly and dryly about this external world, and we would recall what we have experienced without warmth. The fact that we experience what we have lived through as our own affair—that we do not, so to speak, merely look into our experiences with indifference and recall them, viewing our personal life like the individual pieces of a kaleidoscope—is what causes our remembered thoughts, our intelligent being, our sensory perceptions, our feelings, our desires, and our will to rise up within us. When we view things from the outside, they appeal to us. They appeal to us through our desires, through our feelings, or through our will. When we think, we do not merely think in a sober and dry manner, but we infuse our ideas with a certain enthusiasm. We would not infuse this enthusiasm if we possessed only what the Sun has given us as intellectual power; we have it in our thinking because the Earth has endowed us with volition, desire, and feeling—even if these are still in an embryonic state. The same applies to the capacity for memory. Our higher soul faculties are always influenced by what, according to an old custom, are called the lower faculties, because they are more closely bound to the body. Let us note this first. Our higher soul faculties—which would cast us into the world like dried-up intestines if they were merely what they have become through Saturn, the Sun, and the Moon—are illuminated and enlivened by the lower soul faculties: volition, desire, and feeling; and we become warm, feeling human beings, even when we think. There are, however, quite a number of people today who strive for objectivity by expelling feeling and desire from their intellect; but this is either merely an illusion—if people believe they can expel the lower soul faculties from sensory activity, intelligence, and memory—or, if one does actually expel them—to a certain extent, one can only do so—then one becomes just that! For it is only ever possible to a certain degree to expel the lower soul faculties from the higher ones. For example, one can cast them out when one steps up to the lectern and expounds all manner of sciences to the foxes and other, later students. There, one can cast out of the intellect the lower, essentially earthly faculties of the soul. But one cannot cast them out entirely. When one then returns home from one’s philosophical musings and finds that the midday meal does not taste good, real desires and feelings—as one grumbles about what the housewife has prepared—permeate the intellect and, in particular, the sensory faculties of taste, smell, and so on. Thus, there sometimes exists within a person, in a state of complete confusion, the dry philistine—who has cast out the lower faculties from his higher soul faculties—and the person who is quite capable of enthusiasm when something is over-peppered, oversalted, or even burnt, or otherwise not cooked properly in any way!
[ 14 ] Unsere niederen Seelenfähigkeiten müssen in die höheren Seelenfähigkeiten hineinspielen. Aber es besteht tatsächlich gerade seit dem Anfange des fünften nachatlantischen Zeitraumes, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, eine Entwickelungswelle in der Menschheit, reiner und immer reiner zu machen die Sinnestätigkeit, die Intelligenz, und später wird das auch kommen in bezug auf das Gedächtnis. Das ist heute noch nicht davon ergriffen. Man will diese Eigenschaften freimachen, ja man will, daß nicht nur dasjenige, was ich eben erwähnt habe von dem trockenen Philister — das kommt nur davon her, daß dieser trockene Philister in der Tat mehr ergriffen ist von dem, was die menschliche Natur im allgemeinen doch macht —, sondern daß das Physische des Menschen überhaupt vertrocknet, wie ich schon ausgeführt habe in einer früheren Betrachtung, und immer weniger und weniger die höheren Seelenfähigkeiten wird erwärmen und durchleuchten können. Sie werden dann tatsächlich jenes Ausgetrocknete werden, wenn sie nicht erfüllt werden von dem, was aus geistiger Offenbarung kommen kann.
[ 14 ] Our lower soul faculties must contribute to the higher soul faculties. But in fact, ever since the beginning of the fifth post-Atlantean epoch—since the middle of the 15th century—there has been a wave of development within humanity aimed at making sensory activity and intelligence purer and ever purer; and later this will also apply to memory. Memory has not yet been affected by this. People want to liberate these qualities; indeed, they want not only what I just mentioned about the dry philistine—which stems solely from the fact that this dry philistine is, in fact, more caught up in what human nature generally does—but also for the physical aspect of the human being to wither away entirely, as I have already explained in an earlier reflection, and will be able to warm and illuminate the higher faculties of the soul less and less. They will then indeed become that which is parched, unless they are filled with what can come from spiritual revelation.
[ 15 ] Wir müssen in der Tat Sinnestätigkeit, Intelligenz und Gedächtnis in den folgenden Entwickelungsstadien der Erde befruchten mit dem, was aus der geistigen Welt heraus sich offenbart, weil die eigentliche Erdengabe, die da kommt für diese höheren Fähigkeiten als Wollen, Begehren und Fühlen, weil die allmählich vertrocknet. Wir wollen nicht bloß abfällig kritisieren den steifen Philister, wie wir es gerade getan haben, sondern wir wollen zu gleicher Zeit zugeben, daß er ein Pionier ist der Zukunftsvertrocknung unserer höheren Seelenfähigkeiten, daß er dasjenige, was die ganze Menschheit befallen wird, schon in seinem Leibe empfindet; nur empfindet er heute noch selten die Notwendigkeit, daß das ersetzt werden muß durch geistige Offenbarung. Es muß ersetzt werden durch geistige Offenbarung. Es muß der Mensch, so wie er bisher gewohnt war, das Hinaufströmen (Pfeil aufwärts) von Wollen, Begehren und Fühlen in Gedächtnis, Intelligenz und Sinnestätigkeit zu erleben, von oben herunter erleben die Offenbarungen der geistigen Welt durch Geisteserkenntnis (Pfeil abwärts, rechts oben), damit seine Sinnestätigkeit, seine Intelligenz, sein Gedächtnis mit dem angefüllt werden können, mit dem sie nicht mehr angefüllt werden, indem unser physischer Leib bei der Erdendekadenz immer mehr und mehr vertrocknet.
[ 15 ] We must indeed enrich sensory activity, intelligence, and memory in the Earth’s subsequent stages of development with what is revealed from the spiritual world, because the Earth’s own gift—which provides the foundation for these higher faculties of will, desire, and feeling—is gradually withering away. We do not wish merely to disparage the stiff-necked philistine, as we have just done, but we also wish to acknowledge that he is a pioneer of the future withering of our higher soul faculties, that he already feels within himself what will afflict all of humanity; only, he still rarely feels the necessity today that this must be replaced by spiritual revelation. It must be replaced by spiritual revelation. Just as human beings have been accustomed to experiencing the upward flow (upward arrow) of will, desire, and feeling in memory, intellect, and sensory activity—must instead experience the revelations of the spiritual world flowing down from above through spiritual knowledge (downward arrow, top right), so that his sensory activity, his intellect, and his memory may be filled with that which they are no longer filled with, as our physical body withers away more and more amid the decadence of the Earth.
[ 16 ] Halten wir das zunächst einmal fest, daß wir einer Zeit entgegengehen, in der alles dasjenige, was der Mensch betätigt durch die Sinneserfahrung, durch die Intelligenz, durch das Gedächtnis, geistige Offenbarung in seinem Innern empfangen muß, damit die Menschheitskultur vorwärtsschreiten kann. Wenden wir uns jetzt den niederen menschlichen Fähigkeiten, die heute erst embryonal vorhanden sind, zu. Diese niederen menschlichen Fähigkeiten sind diejenigen, die uns vorzugsweise in ein Verhältnis zu unserer Umwelt bringen. Sogar innerlich stehen sie ja zur Umwelt in Beziehung zum mineralischen Reich, Pflanzenreich, Tierreich, aus denen unsere Umwelt besteht. Indem wir fühlen, fühlen wir über die Dinge unserer Umwelt; indem wir begehren, begehren wir die Dinge unserer Umwelt; indem wir wollen, greifen wir direkt in das handelnde Wesen unserer Umwelt ein. Da stehen wir ganz drinnen in unserer Umwelt. Und was, wenn wir fragen, lebt sich denn in dem aus, was wird aus Fühlen, Begehren und Wollen der Menschen, die auf der Erde zusammenleben?
[ 16 ] Let us first note that we are moving toward a time in which everything that human beings engage in—through sensory experience, intelligence, and memory—must be received as spiritual revelation within them, so that human culture can move forward. Let us now turn to the lower human faculties, which today exist only in an embryonic state. These lower human faculties are the ones that primarily bring us into relationship with our environment. Even inwardly, they stand in relation to the environment—to the mineral, plant, and animal kingdoms—of which our environment is composed. When we feel, we feel about the things in our environment; when we desire, we desire the things in our environment; when we will, we intervene directly in the active essence of our environment. There we stand, fully immersed in our environment. And what, we might ask, is the outcome of this—what becomes of the feeling, desiring, and willing of the people who live together on Earth?
[ 17 ] Wenn Sie alles dasjenige mit einem geistigen Blicke umfassen, was man die soziale Welt nennt, sie ist ganz das Ergebnis von Wollen, Begehren und Fühlen der zusammenlebenden Menschen. Und dasjenige, was wir fühlend erleben als Menschen, was Menschen voneinander und von der Natur begehren und was gehandelt wird aus dem Wollen heraus, das ist eigentlich Außenwelt. Indem wir begehren, gehören wir viel mehr, als wir glauben, der sozialen Ordnung an. Wir werden zu begehrenden Wesen gemacht durch unsere Stellung in der sozialen Welt, und unser Wollen greift überall so in die soziale Welt ein, daß dasjenige, was in der sozialen Welt geschieht, aus unserem Wollen heraus geschieht. Daher lebt in dem, was wir soziale Lebensordnung nennen, ein selbständiges Leben das, was Menschen fühlen, begehren und wollen. Die heutige Sozialdemokratische Partei sagt: Dasjenige, was da außen lebt, ist das Ergebnis einer Wirtschaft, der wirtschaftlichen Kräfte, wie sie sich entwickeln. — Nein, was da außen lebt, ist die Verobjektivierung von Fühlen, Begehren und Wollen der in Sozietät zusammenlebenden Menschen. Dasjenige, was zuerst im Menschen als Fühlen auftritt, das schafft Zustände, die dann das soziale Leben der Menschen bedingen; ebenso das Begehren und erst recht das Wollen. Aber alles steht in der Menschennatur im Zusammenhange. Da unten sind die Farben eingezeichnet, welche entsprechen dem Fühlen, Begehren und Wollen. Die intelligenten Eigenschaften, die Sinnestätigkeit, die eigentliche Intelligenz, das Gedächtnis wirken hinunter und wirken durch unser Wollen heraus in die soziale Welt (Pfeil unten, nach rechts gehend).
[ 17 ] If you take in with your mind’s eye everything that is called the social world, you will see that it is entirely the result of the will, desires, and feelings of people living together. And what we experience emotionally as human beings—what people desire from one another and from nature, and what is done out of volition—that is, in fact, the external world. By desiring, we belong to the social order far more than we realize. We are made into desiring beings by our position in the social world, and our will intervenes everywhere in the social world in such a way that what happens in the social world happens as a result of our will. Therefore, within what we call the social order of life, there lives an independent existence in what people feel, desire, and will. Today’s Social Democratic Party says: “What exists out there is the result of an economy, of economic forces as they develop.” — No, what exists out there is the objectification of the feelings, desires, and will of people living together in society. That which first arises in human beings as feeling creates conditions that then determine people’s social life; the same is true of desire, and even more so of the will. But everything in human nature is interconnected. The colors shown below correspond to feeling, desire, and will. The intellectual faculties—sensory activity, actual intelligence, and memory—act downward and, through our will, extend outward into the social world (arrow below, pointing to the right).
[ 18 ] Wenn der Mensch nun in der Tat gegen die Zukunft hin immer mehr und mehr mit Bezug auf seine physische Organisation vertrocknet, dann würde aus der Leibesorganisation wenig hineinfließen können in die soziale Ordnung, dann würde Sinneserfahrung, Intelligenz und die einzelnen menschlichen Erinnerungsgedanken in die soziale Welt einfließen, ohne daß sie erst den Durchgang nehmen durch Fühlen, Begehren und Wollen der Menschen. Mit andern Worten: Wenn das sich so entwickeln würde, wie es der bloßen Erdenorganisation entspricht, daß unsere Leibesorganisation vertrocknet und nur uns zurückblieben Sinnestätigkeit, Intelligenz, Erinnerung, und diese auch nicht vom Geiste befruchtet, dann würde eine trockene Intelligenz, eine bloß äußere Sinneswahrnehmung und bloß egoistische Erinnerungen der einzelnen Menschen das soziale Leben beherrschen wollen. Das würde geben in immer weiterer Ausbildung dasjenige, was man jetzt in Rußland beginnt. In Rußland beginnt jetzt keimhaft im Leninismus, im Trotzkijismus eine soziale Ordnung sich vorzubereiten, die lediglich aus Sinneserfahrung, Intelligenz und aus den paar Erinnerungen egoistischer Natur der einzelnen Menschen stammt. Das bemerkt man noch gar nicht, daß diese Ordnung Osteuropas dahin strebt, eine rein rationalistische Ordnung zu sein, eine Ordnung, die bloß aus den erkennenden Fähigkeiten des Erdenmenschen, wie er sich ergeben hat aus dem Saturn-, Sonnen- und Mondenmenschen heraus, gestaltet werden soll, daß da bewußt ausgeschaltet werden soll alles dasjenige, was aufgenommen werden kann aus der geistigen Welt.
[ 18 ] If, in fact, human beings were to wither away more and more in terms of their physical constitution as they move toward the future, then little from the physical constitution would be able to flow into the social order; instead, sensory experience, intelligence, and individual human memories would flow into the social world without first passing through human feeling, desire, and will. In other words: If things were to develop in a way consistent with the mere organization of the Earth—that is, if our physical constitution were to wither away, leaving us with only sensory activity, intelligence, and memory, and if these were not even fertilized by the spirit—then a dry intelligence, a merely external sensory perception, and the purely egoistic memories of individual human beings would seek to dominate social life. This would, as it developed further and further, result in what is now beginning in Russia. In Russia, a social order is now beginning to take shape in its embryonic form within Leninism and Trotskyism—an order derived solely from sensory experience, intelligence, and the few memories of an egoistic nature held by individual human beings. One does not yet even notice that this order in Eastern Europe is striving to be a purely rationalistic order—an order that is to be shaped solely from the cognitive faculties of the Earth-human, as he has emerged from the Saturn-, Sun-, and Moon-human—and that everything that can be received from the spiritual world is to be consciously excluded.
[ 19 ] Jene Empfindung, die einen lehrt, zu welcher Erstarrung die Menschheitszivilisation kommt, so daß der Mensch nur noch wandelnde Maschine sein wird, jene Empfindung, die einen lehrt, was werden würde, wenn Diktatoren wie Lenin und Trotzkij weiter die Welt zu versorgen hätten, die muß kommen aus einer solchen Erkenntnis des Wesens der Menschennatur, wie wir sie in diesen zwei Tagen jetzt vor unsere Seele gestellt haben. Durch eine solche Erkenntnis wird einem gezeigt, daß es einfach in der menschlichen Natur liegt als eine Notwendigkeit, daß einziehe in die oberen Seelenfähigkeiten die Erleuchtung und Erwärmung durch die geistige Offenbarung, damit nicht hinausfließe in das soziale Leben dasjenige, was Intelligenz und Sinnestätigkeit und Gedächtnis werden würden, wenn sie sich nicht befruchten mit der geistigen Welt. Der Mensch muß fühlen lernen, was ihn zusammenhält mit dem ganzen Erdendasein, und er muß fühlen lernen aus einer geistigen Erkenntnis heraus dasjenige, was sich im Osten vorbereitet und was droht, ganz Asien zu zerfressen in immer schnellerem und schnellerem Werdegang. Das muß der Mensch fühlen lernen als die große furchtbare Krankheit der gegenwärtigen Zivilisation, die geheilt werden muß. Und sie kann nur geheilt werden, wenn sie in der richtigen Weise diagnostiziert werden kann.
[ 19 ] That feeling which teaches one to what state of stagnation human civilization is coming, so that human beings will become nothing more than walking machines—that feeling which teaches us what would happen if dictators like Lenin and Trotsky were to continue to rule the world—must arise from such an understanding of the essence of human nature as we have now set before our souls over these past two days. Such an insight shows us that it is simply a necessity of human nature for the higher faculties of the soul to be illuminated and enlivened by spiritual revelation, so that what intelligence, sensory activity, and memory would become if they were not enriched by the spiritual world does not spill over into social life. Human beings must learn to feel what binds them to the whole of earthly existence, and they must learn to feel—out of spiritual insight—what is brewing in the East and what threatens to consume all of Asia at an ever-accelerating pace. Humanity must learn to perceive this as the great, terrible disease of our present civilization, which must be healed. And it can only be healed if it can be diagnosed correctly.
[ 20 ] Geisteswissenschaft treiben heißt heute, aufsuchen den Heilungsprozeß der erkrankten Zivilisation. Das müßte empfunden werden von einer genügend großen Anzahl von Menschen, und das müßte ganz tief und gründlich empfunden werden. Ohne geistige Wissenschaft wird man das nicht empfinden. Und jetzt geschehen alle tonangebenden Ereignisse ohne eine Empfindung für dasjenige, was man eigentlich tut. Das Ereignis von Versailles war nichts anderes und ist nichts anderes als die Einimpfung eines Zivilisationsgiftes, eines Giftstoffes, der die Menschheit noch kranker machen muß, als sie vorher war. Denn alles dasjenige, was ohne die Erkenntnis der zukünftigen Lebensbedingungen der Erde geschaffen wird, ist Krankheitsstoff für die sich entwickelnde Menschheit.
[ 20 ] To pursue spiritual science today means to seek out the healing process for our ailing civilization. This must be felt by a sufficiently large number of people, and it must be felt very deeply and thoroughly. Without spiritual science, people will not feel this. And now all the events that set the tone are taking place without any sense of what is actually being done. The event at Versailles was nothing other than—and is nothing other than—the inoculation of a poison of civilization, a toxin that is bound to make humanity even sicker than it was before. For everything that is created without an understanding of the future living conditions on Earth is a source of disease for evolving humanity.
[ 21 ] Solche Dinge ist man heute gewohnt als aus dem Gefühl, aus der Empfindung heraus gesagt entgegenzunehmen. Hier werden sie nicht aus einer solchen Quelle heraus gesagt. Hier werden sie aus der Erkenntnis des Wesens der Menschennatur abgeleitet. Und hier kann gezeigt werden, daß das geistige Leben der Menschen, dessen Träger Gedächtnis, Intelligenz und Sinnestätigkeit sind, fernerhin nicht bestehen kann, ohne daß es befruchtet wird von der geistigen Welt aus. Das gibt man heute nicht zu. Aber warum gibt man es nicht zu? Man gibt es nicht zu aus einem historischen Grund heraus. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts sind immer mehr und mehr herausgebildet worden diejenigen Gebilde, die man heute als die eigentlichen Träger der Zivilisation empfindet, die modernen Staaten. Diese modernen Staaten, sie können aber in der Zukunft nur dasjenige sein, was sich — ich habe das in anderem Zusammenhange hier ausgeführt — bezieht auf das Leben des Menschen zwischen der Geburt und dem Tode. Sie dürfen sich in nichts hineinmischen, was Beziehung gibt zwischen dem Menschen und den geistigen Welten. Der Mensch muß in der Zukunft fähig werden, als individueller Mensch in sein Gedächtnis, in seine Intelligenz, in seine Sinnestätigkeit die geistige Welt hereinzubekommen. Das kann er nur als individueller Mensch, das kann nur der einzelne. Der einzelne muß in der Zukunft der Vermittler werden zwischen dem Himmel und der Erde, zwischen der geistigen Welt und der physischen Welt. Und mit Recht empfinden es die Menschen heute, obwohl sie geradezu verkehrte Empfindungen haben in der Art, wie sie es empfinden, aber sie empfinden es doch als etwas Ungehöriges, wenn in sogenannte öffentliche Staatsangelegenbeiten hereinspielen diejenigen Strömungen, die nur in den individuellen Menschen hineinspielen sollen. Wenn sich der russische Zar und die russische Zarin zu ihren Regierungshandlungen der inneren Erlebnisse eines Rasputin bedient haben, so fürchteten sich davor die Menschen mit Recht, denn Offenbarungen aus der geistigen Welt dürfen nur in das geistige Leben hineinspielen, dürfen nicht in das Staatsleben hineinspielen. Da darf nur dasjenige hineinspielen, was unsere gesunde Vernunft geworden ist durch die geistigen Offenbarungen. Nun, bis zur gesunden Vernunft hat es Rasputin nicht gebracht, wenn auch bis zur Offenbarung.
[ 21 ] Today, we are accustomed to accepting such things as statements arising from feeling or emotion. Here, however, they are not derived from such a source. Here they are derived from an understanding of the essence of human nature. And here it can be shown that the spiritual life of human beings—which is sustained by memory, intelligence, and sensory activity—cannot continue to exist without being nourished by the spiritual world. People do not admit this today. But why do they not admit it? They do not admit it for a historical reason. Since the middle of the 15th century, the structures that are today regarded as the true bearers of civilization—the modern states—have become increasingly established. These modern states, however, can in the future be only that which—as I have explained here in another context—pertains to human life between birth and death. They must not interfere in anything that relates to the connection between human beings and the spiritual worlds. In the future, human beings must become capable, as individual human beings, of bringing the spiritual world into their memory, their intelligence, and their sensory activity. They can do this only as individual human beings; only the individual can do this. In the future, the individual must become the mediator between heaven and earth, between the spiritual world and the physical world. And people today rightly feel—even though their perceptions are virtually inverted in the way they experience it—that it is inappropriate when currents that should only influence the individual human being come to play a role in so-called public affairs of state. If the Russian tsar and tsarina made use of the inner experiences of a Rasputin in their acts of governance, people were right to fear this, for revelations from the spiritual world may only influence spiritual life; they must not influence state affairs. Only that which has become our sound reason through spiritual revelations may influence state affairs. Well, Rasputin did not reach the level of sound reason, even if he did reach the level of revelation.
[ 22 ] Auf der andern Seite im sozialen Leben draußen kann sich nur dasjenige finden, was Zusammenhang hat mit den unteren Fähigkeiten der Menschen, mit den Fähigkeiten, die sich auf der Erde entwickeln, mit Begehren, Fühlen, Wollen. Die entwickeln sich im Umgang von Mensch zu Mensch; und sie entwickeln sich im Umgange nicht mit der abstrakten ganzen Menschheit, sondern nur mit den Kreisen, die durch Interessen verbunden sind, mit den Kreisen, die durch ihre besonders gearteten Begierdeninteressen, durch ihr besonders geartetes Fühlen oder durch das Wollen, das sie entwickeln müssen, zusammenhängen.
[ 22 ] On the other hand, in social life out in the world, one can find only that which is connected to people’s lower faculties—the faculties that develop on Earth, such as desire, feeling, and will. These develop through human interaction; and they develop not through interaction with abstract humanity as a whole, but only with groups connected by common interests—groups bound together by their specific desires and interests, by their specific feelings, or by the will they must develop.
[ 23 ] Das aber begründet die Notwendigkeit einer Dreigliederung der öffentlichen Angelegenheiten. In der Zukunft wird der Staat, der in seine Angelegenheiten das unmittelbare geistige Leben gar nicht hereinlassen darf, sich nicht auf das geistige Leben erstrecken dürfen. Das Geistesleben wird seine selbständige Verwaltung haben müssen, weil es nicht vorwärtskommen kann, wenn es nicht geistige Offenbarungen empfängt. Der Staat muß, wenn er gesund ist, auf die geistigen Offenbarungen verzichten. Lenkt er daher nach dem, was für ihn gut ist, das geistige Leben, so macht er es so schlecht als möglich. Es muß von ihm getrennt werden, ein selbständiges Glied werden. Aber es kann auch das wirtschaftliche Leben nicht zusammenhängen mit dem, was das staatliche Leben ist, denn dieses wirtschaftliche Leben muß eng an die Interessengemeinschaften der einzelnen, in Interessenkreisen zusammengebundenen Menschen wurzeln in dem Fühlen, Begehren und Wollen, wie es sich herausbildet in den Assoziationen, in den engeren Gemeinschaften.
[ 23 ] But this justifies the need for a threefold division of public affairs. In the future, the state—which must not allow direct spiritual life to enter into its affairs at all—must not be allowed to extend into spiritual life. Spiritual life will have to have its own independent administration, because it cannot progress unless it receives spiritual revelations. If the state is to be healthy, it must refrain from interfering with spiritual revelations. If, therefore, it directs spiritual life according to what is good for itself, it makes it as bad as possible. It must be separated from the state and become an independent sphere. But economic life, too, cannot be intertwined with the life of the state, for this economic life must be deeply rooted in the communities of interest formed by individuals bound together by shared interests—in their feelings, desires, and will—as these take shape in associations and smaller communities.
[ 24 ] Kurz, wie der Physiker aus den einfachen Erfahrungen, die er macht, die komplizierten Erscheinungen der physikalischen Natur begreift, so muß man heute begreifen aus der Menschennatur mit ihren oberen Fähigkeiten: Gedächtnis, Intelligenz und Sinnestängkeiten, ihren unteren Fähigkeiten: Wollen, Begehren und Fühlen — dasjenige, was zu geschehen hat in der Entwickelung der Menschheit. Und derjenige, der sich heute mit aus dem starken, aber leeren Selbstbewußtsein herausgeholten sozialen Wollen und mit dem Tone, den man den Brustton der Überzeugung bei vielen Menschen heute nennt, hinstellt und soziale Ideen entwickelt, der gleicht einem Menschen, der sich hinstellt vor eine Telegraphenanlage, keinen Dunst hat von Elektrizität und Magnetismus, diesen einfachen Tatsachen, und nun aus seiner Nichtkenntnis heraus eine Telegraphenanlage erklärt. Die Menschen, die heute über Soziologie sprechen, die reden zumeist ungefähr aus einem solchen Geiste heraus — wenn es auch für viele Menschen noch so gelehrt klingt —, wie einer, der niemals etwas von dem Wesen der Elektrizität gehört hat und sich in einer Telegraphenstation eine Morseanlage ansieht und sagt: Da drinnen sind eben ganz kleine Reiterchen, die sieht man nicht, die reiten auf die andere Station, man sieht das nur alles nicht. — Und da erklärt er das alles ganz ordentlich. So erklärt der Marxismus die sozialen Tatsachen, so erklären unsere Universitätssoziologen die sozialen Tatsachen. Die Wirklichkeit ergibtsich erst, wenn man die Menschennatur erkennt. Aber die Menschennatur kann man nur erkennen aus der ganzen kosmischen Ordnung heraus. Denn Gedächtnis hängt zusammen mit Außerirdischem, Intelligenz hängt zusammen mit Außerirdischem, Sinnestätigkeit hängt zusammen mit Außerirdischem. Fühlen ist erst etwas, was, nachdem die Erde nicht mehr sein wird, das sein wird, was es werden soll; Begehren und Wollen ebenso in einer noch ferneren Zukunft. So wie man, um Physiker zu sein, die einfache Tatsache der Wärmelehre des Organismus, die einfache Tatsache der Akustik kennen muß, so muß man, um heute mitzureden, und es müssen möglichst viele Menschen mitreden mit Bezug auf soziale Tatsachen, muß man eingehen auf die einfachen elementaren Zusammenhänge zwischen dem Menschenwesen und der Welt, denn dasjenige, was sozial begründet wird, das trägt der Mensch in die soziale Ordnung. Der Mensch aber trägt hier in seiner eigenen Wesenheit das ganze Weltenall herein. Darum steht es auch schlimm um jene Schwätzer, welche aus allerlei alten Überlieferungen heraus davon reden, der Mensch istein Mikrokosmos, eine kleine Welt gegenüber dem Makrokosmos, und die bei diesen Abstraktionen bleiben. Ein wirkliches Recht, von Makrokosmos und Mikrokosmos zu reden, hat erst der, der da weiß, es hat einstmals Vorfahren des Menschen als Mondenmenschen gegeben, die hatten traumhafte Imaginationen. Der Mond ist vergangen, die Erde ist geworden. Aus dem, was nicht mehr da ist, was aber einmal dagewesen ist, ist das menschliche Gedächtnis entstanden. Das hat keinen Erdenursprung. Erdenursprung hat nur das menschliche Ich und sein Ansdruck, der gegenwärtige physische menschliche Körper mit seiner Gestalt. Im Konkreten fassen muß man das, was man sonst kein Recht hat, bloß einen Mikrokosmos zu nennen.
[ 24 ] In short, just as the physicist understands the complex phenomena of the physical world from the simple experiences he has, so must we today understand human nature—with its higher faculties: memory, intelligence, and sensory perceptions; and its lower faculties: will, desire, and feeling—what is to come to pass in the development of humanity. And anyone who today presents himself with a social will drawn from a strong but empty sense of self-consciousness, and with the tone that many people today call the “voice of conviction,” and who develops social ideas, is like a person who stands before a telegraph system, has no clue about electricity and magnetism—these simple facts—and now, out of his ignorance, attempts to explain a telegraph system. People who speak about sociology today usually speak from roughly such a mindset—even if it sounds very scholarly to many people—like someone who has never heard of the nature of electricity and looks at a Morse code apparatus in a telegraph station and says: “There are just these tiny little riders in there—you can’t see them—riding over to the other station; you just can’t see any of it.” —And he explains it all quite neatly. That is how Marxism explains social facts; that is how our university sociologists explain social facts. Reality only becomes apparent when one recognizes human nature. But human nature can only be understood within the context of the entire cosmic order. For memory is connected to the extraterrestrial, intelligence is connected to the extraterrestrial, and sensory activity is connected to the extraterrestrial. Feeling is only something that, once the Earth is no more, will become what it is meant to be; desire and will likewise in an even more distant future. Just as one must, in order to be a physicist, know the simple facts of the organism’s thermodynamics and the simple facts of acoustics, so too must one—in order to have a say today, and so that as many people as possible may have a say regarding social facts—delve into the simple, elementary connections between the human being and the world; for whatever is socially grounded, the human being carries into the social order. But human beings bring the entire universe into this world through their very nature. That is why those chatterers are in such a sorry state—those who, drawing on all sorts of old traditions, speak of human beings as a microcosm, a small world in contrast to the macrocosm, and who remain stuck in these abstractions. Only those who know that there were once human ancestors—the “lunar beings”—who possessed dreamlike imaginations have a true right to speak of the macrocosm and the microcosm. The moon has passed away; the Earth has come into being. Human memory arose from that which is no longer there but once existed. It has no earthly origin. Only the human “I” and its manifestation—the present physical human body with its form—have an earthly origin. One must grasp concretely that which one otherwise has no right to call merely a microcosm.
[ 25 ] Meine lieben Freunde, aufgeholfen werden kann der dekadenten Zivilisation nur, wenn endlich eingesehen wird, daß vom Menschen als einem kosmischen Wesen gesprochen werden muß von denjenigen Anstalten aus, in denen heute Philosophie gelehrt wird als eine bloße Summe von ausgeprefßten Abstraktionen. Dasjenige, was geworden ist aus der abstrahierenden, aus der bloß abstrahierenden Menschheit, das erscheint nur in Symptomen in solchen Philosophien, wie die des Amerikaners William James, des Engländers Spencer, des Franzosen Bergson oder des Deutschen, Königsbergschen Kant. Diese Abstraktionen, die verhüllen der Menschheit dasjenige, was sie ist. Aber die lebendige Erkenntnis des Geistigen, die durch Geisteswissenschaft angestrebt werden soll, die kann den Menschen zur Selbsterkenntnis bringen.
[ 25 ] My dear friends, this decadent civilization can only be saved if it is finally recognized that we must speak of human beings as cosmic beings—especially in those institutions where philosophy is taught today as a mere sum of forced abstractions. What has become of humanity—a humanity that is abstracting, that is merely abstracting—appears only in symptoms in philosophies such as those of the American William James, the Englishman Spencer, the Frenchman Bergson, or the German Kant of Königsberg. These abstractions conceal from humanity what it truly is. But the living knowledge of the spiritual, which spiritual science seeks to attain, can lead human beings to self-knowledge.
[ 26 ] Davon dann morgen weiter.
[ 26 ] More on that tomorrow.
