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Spiritual Scientific Insight into the
Fundamental Impulses of Social Organization
GA 199

7 August 1920, Dornach

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] Ich habe gestern in einem bestimmten Zusammenhange darauf hingewiesen, was eigentlich Parteimeinungen hier auf dem physischen Plane sind. Und da unser gegenwärtiges Leben durchaus beherrscht ist von Parteimeinungen aller Nuancen, so gehört es schon einmal zu den notwendigen Erkenntnissen, daß man sich mit dem Wesen der Parteimeinungen etwas befaßt. Ich habe gestern auch darauf hingewiesen, wie die Menschen heute, im abstrahierenden Zeitalter, geneigt sind, sich immerhin im allgemeinen zu einem solchen Satze zu bekennen: Alles ist Erscheinung, was man mit den Sinnen wahrnehmen oder mit dem gewöhnlichen Verstand begreifen kann, alles das ist Maja. — Aber wenn es dann darauf ankommt, solch eine allgemeine, abstrakte Wahrheit, zu der man vorgibt, sich zu bekennen, im Leben umfassend anzuwenden, dann reißt sozusagen der Lebensfaden, durch den bei den meisten Menschen heute die Seele verbunden wird mit der Lebenswirklichkeit. Parteimeinungen auf dem physischen Plane muß man ebenso als Abbilder auffassen von etwas, was übersinnlicher Natur ist, was in den geistigen Welten seine Wirklichkeit hat, hier in der physischen Welt nur sein Bild hat, wie man das zum Beispiel bei Naturerscheinungen oder für die kompliziertesten Naturerscheinungen für den physischen Menschen anerkennen muß. Ich sagte schon gestern: Parteimeinungen bilden sich dadurch, daß sich eine Anzahl von Menschen unter irgendeinem mehr oder weniger klar umrissenen, abstrakten Programm zusammentun. Man stellt eine Anzahl von Forderungen auf, die erfüllt werden sollen durch das oder jenes, man tut dann das oder jenes — meistens redet man das oder jenes —, um solchen Programmen, solchen Parteiideen zur Verwirklichung zu verhelfen. Also Menschengruppen, vereinigt gewissermaßen unter der Flagge einer abstrakten Idee, von der man aber hofft, daß sie sich verwirklichen könne: das ist dasjenige, was eine Partei ausmacht.

[ 1 ] Yesterday, in a specific context, I pointed out what party opinions actually are here on the physical plane. And since our present life is thoroughly dominated by party opinions of every shade, it is certainly one of the necessary insights to examine the nature of party opinions to some extent. I also pointed out yesterday how people today, in this age of abstraction, are inclined, at least in general, to subscribe to the following statement: Everything that can be perceived by the senses or grasped by ordinary reason is mere appearance; all of that is Maya. — But when it comes to comprehensively applying such a general, abstract truth—to which one purports to subscribe—in life, then, so to speak, the thread of life through which, for most people today, the soul is connected to the reality of life snaps. Party opinions on the physical plane must likewise be understood as reflections of something of a supersensible nature, something that has its reality in the spiritual worlds and has only its image here in the physical world—just as one must acknowledge this, for example, in the case of natural phenomena, or even the most complex natural phenomena, as they appear to the physical human being. As I said yesterday: Party opinions arise when a number of people come together under some more or less clearly defined, abstract program. They set forth a number of demands that are to be fulfilled by one means or another; they then take one course of action or another—most often they merely talk about one thing or another—in order to help bring such programs, such party ideas, to fruition. So groups of people, united, as it were, under the banner of an abstract idea—one that they hope, however, can be realized—that is what constitutes a party.

[ 2 ] Für denjenigen, der tiefer, vor allen Dingen geisteswissenschaftlich in die Dinge hineinschauen will, kommt nicht so sehr das Programmmäßige in Betracht, denn das Wesen dieses Programmäßig en in seinem Weltzusammenhang muß er erst untersuchen. Für ihn kommt zunächst als äußere Erscheinung in Betracht, daß sich Menschengruppen bilden.

[ 2 ] For those who wish to examine matters more deeply—especially from a humanities perspective—the programmatic aspect is not the primary consideration, since they must first investigate the nature of this programmatic aspect within its global context. For them, the initial consideration—as an external phenomenon—is the formation of human groups.

[ 3 ] Nun sagte ich gestern: Wenn man von dem physischen Plan in die höheren Welten, in die Welten jenseits der Schwelle aufsteigt, dann gibt es nicht Abstraktionen, dann gibt es nicht abstrakte Forderungen, wie man sie als Parteiprogramme aufstellt, sondern sobald man die Schwelle übertritt, sobald man vorbeikommt an dem Hüter der Schwelle und nicht bei ihm stehenbleibt, was sehr viele tun, dann findet man, daß jenseits der Schwelle nur Wesenheiten sind. Da kann man gar nicht einem Programm folgen, da kann man nur dieser oder jener Wesenheit folgen, da kann man sich nicht gruppieren nach Maßgabe einer abstrakten Idee, sondern da muß man sich gruppieren um eine Wesenheit herum. In bezug auf solche Sachen wäre heute der Menschheit ein Wissen intensiv notwendig. Aber gerade in bezug auf solche Dinge sträuben sich heute die Menschen in ganz erheblichem Maße gegen ein solches Wissen. Denn es ist dem Menschen der Gegenwart einmal ans Herz gewachsen, sich unter abstrakten Programmen zu vereinigen und nach einer gewissen Verwirklichung solcher abstrakter Programme zu sehnen. Daß abstrakte Programme nur in der physischen Welt existieren, daß dasjenige, was man in abstrakte Ideen fassen kann, nur Gegenstand der physischen Welt sein kann, das wollen die Menschen, sie wollen es nicht einsehen, denn es ist ihnen unbequem. So vereinigen sich die Menschen — wenn ich hier durch diese Linie die Schwelle anzeige (siehe Zeichnung Seite 30), hier die Parteigruppen (blaue Kreise), hier ihre Programme (X) —, so vereinigen sich diese Menschen zu Gruppen unter Parteiprogrammen. Aber diesen Parteiprogrammen entsprechen in der geistigen Welt Wesen (orange), und damit hängen diejenigen, die sich an ein Parteiprogramm ketten, gewissen Wesen der übersinnlichen Welt an. Wir haben entsprechend dem, was in der physischen Welt bloß Bild ist, in der überphysischen Welt Gruppierungen um Wesen (rote Kreise).

[ 3 ] Now, yesterday I said: When one ascends from the physical plane to the higher worlds, to the worlds beyond the threshold, there are no abstractions, there are no abstract demands like those set forth in party platforms; rather, as soon as one crosses the threshold—as soon as one passes the Guardian of the Threshold and does not stop there, as so many do—one finds that beyond the threshold there are only beings. There, one cannot follow a program at all; there, one can only follow this or that being; there, one cannot group oneself according to an abstract idea, but must instead group oneself around a being. With regard to such matters, humanity today has an urgent need for knowledge. But it is precisely with regard to such things that people today resist such knowledge to a very considerable degree. For people today have come to cherish the idea of uniting under abstract programs and longing for a certain realization of such abstract programs. That abstract programs exist only in the physical world, that whatever can be grasped as an abstract idea can be only an object of the physical world—people do not want to acknowledge this; they do not want to see it, for it is inconvenient for them. Thus people unite—if I indicate the threshold here with this line (see drawing on page 30), here the party groups (blue circles), here their programs (X)—thus these people unite into groups under party programs. But in the spiritual world, these party programs correspond to beings (orange), and thus those who chain themselves to a party program attach themselves to certain beings of the supersensible world. Corresponding to what is merely an image in the physical world, we have groupings around beings (red circles) in the supersensible world.

[ 4 ] Es ist durchaus zu beachten, daß zu einer gedeihlichen Entwickelung in die Zukunft hinein dieses Wissen durchaus notwendig ist, weil immer mehr und mehr die Bewußtheit an die Stelle des Instinktes treten muß, wenn die Menschheit in ihrer Entwickelung voranschreiten will. Es ist durchaus noch ein Überbleibsel alter instinktiver Zusammenrottungen, wenn die Menschen sich heute unter Parteiprogrammen vereinigen und glauben, das, was sie da tun mit den Gruppierungen, das sei erschöpft mit ihrer Zusammenrottung und mit ihrem Bekenntnis zu dem entsprechenden Programm und mit ihren Taten oder meistens Worten, welche zur Verwirklichung dieses Programms getan oder gesprochen ' werden. Die Menschen geben vor, anzugehören irgendeiner Partei, einer sozialistischen oder liberalen Partei, einer Frauenbewegungspartei, einer spiritistischen Partei und so weiter; es würde, wenn ich Ihnen nur einen kleinen Teil von allen heute existierenden Parteien aufzählen würde, den heutigen Abend furchtbar in die Länge ziehen. Indem die Menschen glauben, mit dem, was sie da tun und reden innerhalb einer Partei, erschöpfe sich das Wesen dessen, was sie hier treiben auf dem physischen Plan, folgen sie unbewußt einer Wesenheit in der übersinnlichen Welt, die sie nicht kennen wollen. Denn dadurch, daß die Menschen etwas nicht wissen, macht das ja nicht, daß es nicht real ist. Wenn irgend jemand ein Liberaler ist und einem liberalen Programm angehört, wenn irgend jemand ein Frauenrechtler ist und einem Frauenrechtlerprogramm angehört, so bedeutet das deshalb, weil er nicht weiß, daß er da gewissen Wesenheiten der übersinnlichen Welt folgt, nicht, daß er ihnen nicht in Wirklichkeit folgt. Er folgt ihnen in Wirklichkeit, er bildet die Gefolgschaft. Dadurch aber widerstrebt er gerade dem ganzen Geiste der Fortentwickelung unseres Zeitalters. Denn dieser Geist fordert die Umwandlung alles instinktiv Unbewußten und Unterbewußten in ein bewußtes Wollen, in ein bewußtes Tun und Reden und Denken.

[ 4 ] It is certainly worth noting that this knowledge is absolutely necessary for a prosperous development into the future, because consciousness must increasingly take the place of instinct if humanity is to advance in its development. It is still very much a remnant of old, instinctive banding together when people today unite under party platforms and believe that what they are doing with these groups is exhausted by their gathering together, their commitment to the corresponding platform, and their actions—or, more often than not, their words—which are done or spoken to bring this platform to fruition. People claim to belong to some party—a socialist or liberal party, a women’s rights party, a spiritualist party, and so on; if I were to list even a small fraction of all the parties existing today, it would drag out this evening terribly. By believing that what they do and say within a party exhausts the essence of what they are doing here on the physical plane, people unconsciously follow an entity in the supersensible world that they do not wish to acknowledge. For the fact that people do not know something does not mean that it is not real. If anyone is a liberal and adheres to a liberal program, if anyone is a women’s rights advocate and adheres to a women’s rights program, this does not mean—simply because they do not know that they are following certain beings of the supersensible world—that they are not in fact following them. They are in fact following them; they form the following. But in doing so, they are directly opposing the very spirit of progress in our age. For this spirit demands the transformation of everything instinctively unconscious and subconscious into conscious will, into conscious action, speech, and thought.

[ 5 ] Wir kennen ja auch ältere Gruppierungen von Menschen, ältere Gruppierungen von Rassenzusammenhängen, und dann diejenigen Gruppierungen von Menschen, die heute noch ein ephemeres Schattendasein, aber ein deshalb nicht weniger lautes und wahnbehaftetes Dasein führen: die Gruppierungen in Völker, wir kennen es ja. Und wenn Sie sich an den Zyklus erinnern, den ich 1910 in Kristiania gehalten habe über das Wesen der Volksseelen, dann werden Sie finden, daß man, wenn man diese Zusammenhänge von Rassen und Völkern ins Auge fassen will, auch nicht auf dem physischen Plan stehenbleiben kann, daß man auch dann nötig hat, in die überphysischen Welten hinaufzusteigen. Wir haben in diesem Vortragszyklus ja angeführt, wie solche Menschengruppierungen zusammengehalten und geführt sind von Wesen, die wir zu der Hierarchie der Archangeloi zu rechnen haben. Wir haben da gesehen, wie auch in solchen Völkergruppierungen eben übersinnliche Wesen unter den Menschen stehen.

[ 5 ] We are, of course, familiar with older groupings of people, older groupings based on racial connections, and then those groupings of people who still lead an ephemeral, shadowy existence today—an existence that is no less vociferous or delusional for that: the groupings into nations; we know this, of course. And if you recall the lecture series I gave in Kristiania in 1910 on the nature of national souls, you will find that if one wishes to grasp these connections between races and nations, one cannot remain on the physical plane; one must also ascend into the superphysical worlds. In this lecture series, we have indeed explained how such human groupings are held together and guided by beings whom we must count among the hierarchy of the Archangels. We have seen there how, even within such national groupings, supersensible beings stand among human beings.

[ 6 ] Stellen wir uns jetzt vor das Seelenauge den Unterschied zwischen dem Verhältnis, in dem die Menschengruppen als Rassen, als Völker zu ihren übersinnlichen Wesenheiten stehen, und demjenigen Verhältnis, in welchem die Parteigruppen zu den übersinnlichen Wesenheiten stehen, so ist es so, daß die ersteren durchaus die Impulse, die ihnen gegeben werden von diesen übersinnlichen Wesenheiten, instinktiv zur Ausführung, zur Verwirklichung bringen. Und da ist es berechtigt, daß Instinktivität waltet in dem Befolgen der Impulse dieser übersinnlichen Wesenheiten. Die Menschheit mußte sich herausarbeiten aus diesem instinktiven Folgen gegenüber den übersinnlichen Wesenheiten. — Es ist ja selbstverständlich, daß die Menschheit nicht gleich vom Anfange an in einer bewußten Weise etwa Völkergeistern, Erzengeln folgen konnte, sondern daß da instinktive Kräfte in dieses Folgen hineinspielen mußten. Die Menschen mußten gewissermaßen erst nach und nach zur Bewußtheit erzogen werden.

[ 6 ] Let us now visualize with the eye of the soul the difference between the relationship that groups of people—as races and as nations—have to their supersensible beings, and the relationship in which political parties stand to these supersensible beings, we see that the former instinctively carry out and realize the impulses given to them by these supersensible beings. And so it is justified that instinctivity prevails in the following of the impulses of these supersensible beings. Humanity had to work its way out of this instinctive following of the supersensible beings. — It goes without saying that humanity could not, from the very beginning, consciously follow, for example, national spirits or archangels, but that instinctive forces had to play a role in this following. In a sense, human beings first had to be gradually educated toward consciousness.

[ 7 ] Aber je mehr man zurückgeht in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit, desto mehr findet man, daß die Menschen alter Zeiten, wenn auch ein instinktives, so doch ein deutliches Bewußtsein gehabt haben, daß sie als Menschengruppen, als Rassegruppen, als Völkergruppen solchen übersinnlichen Wesenheiten folgten. Gewiß, in der mittleren Zeit, an die sich unsere neueste anschließt, ist solches Bewußtsein zum Teil verlorengegangen. Die Menschen haben ja immer mehr und mehr ihr Wissen von den übersinnlichen Welten abstellen müssen; aber eben, je mehr wir zurückgehen, desto mehr finden wir, wie die Menschen — wenn auch, wie gesagt, nur instinktiv — ihre Zusammengehörigkeit zu Rassen und Völkern so deuten, daß sie als Führer eine geistige, eine übersinnliche Wesenheit anerkennen. In älteren Zeiten, wenn auch ein sichtbarer Führer von Menschengruppen anerkannt wird, so ist es doch bei dem weitaus größten Teil derjenigen, die einem solchen sichtbaren Führer folgten, in ihrem deutlichen Bewußtsein gelegen, daß in diesem sichtbaren Führer inkarniert, verkörpert war der Volksgeist, so daß solche Menschengruppen fühlen, wie auch das, was sie sehen, die äußere Menschengestalt nur, gewissermaßen innerlich besessen ist von dem übersinnlichen Führer. Man mag das heute ansehen, wie man will, man mag das für einen alten Aberglauben halten: diejenigen, die über diese Dinge vom alten Aberglauben anders denken, die können ja warten bis in das dritte Jahrtausend, ob unsere Chemie, unsere Botanik, unsere Zoologie auch als ein Aberglaube des 19. und 2o. Jahrhunderts angesehen werden von denjenigen, die dem Geiste derjenigen gleichkommen, die heute von altem Aberglauben in dem Falle sprechen.

[ 7 ] But the further back one goes in the history of human development, the more one finds that the people of ancient times had—if only an instinctive, yet distinct—awareness that, as groups of people, as racial groups, and as ethnic groups, they followed such supersensible beings. Certainly, in the Middle Ages, which preceded our own era, such an awareness was partly lost. People have, after all, had to rely less and less on their knowledge of the supersensible worlds; but precisely the further back we go, the more we find that people—even if, as mentioned, only instinctively—interpreted their belonging to races and nations in such a way that they recognized a spiritual, a supersensible being as their guide. In earlier times, even when a visible leader of human groups was recognized, it was nevertheless clearly in the consciousness of the vast majority of those who followed such a visible leader that the spirit of the people was incarnated, embodied in this visible leader, so that such groups of people felt that what they saw—the outward human form—was, in a sense, inwardly possessed by the supersensible leader. One may view this today however one wishes; one may regard it as an old superstition: those who think differently about these matters of “old superstition” can, after all, wait until the third millennium to see whether our chemistry, our botany, and our zoology will also be regarded as superstitions of the 19th and 20th centuries by those whose mindset resembles that of those who today speak of “old superstition” in this context.

[ 8 ] Aber was ist denn nun für ein Unterschied zwischen der Art, wie solche Menschengruppen zu ihrer geistigen Führung stehen, und derjenigen Stellung, welche heute Parteimeinungen zu ihrer geistigen Führung haben? Parteiprogramme, die man in abstrakten Ideen umrissen entwickelt, die hatten diese alten Menschen nicht. Timur-Khan, oder Dschingis-Khan oder einem dergleichen wäre es schlecht bekommen, wenn er erst ein Parteiprogramm vor seine Menschengruppierungen hingestellt hätte wie etwa Dschingis-Khan, der gegenwärtige, den man heute Lenin nennt, etwa erst ein Parteiprogramm zwischen sich und die Seinigen hinstellt! Das ist ein beträchtlicher Gegensatz. Die Groß-Khane der ehemaligen Mongolen waren ohne Programm, aber diejenigen, die etwas wußten, die sahen in ihnen die lebendigen Verkörperungen übersinnlicher Wesenheiten. Die Groß-Khane der Gegenwart, Lenin und Trotzkij, tragen statt des Bewußtseins, die Sendboten eines höheren Wesens zu sein, ein abstraktes Parteiprogramm in ihrer Seele herum. Das ist ein beträchtlicher Unterschied, denn dadurch ist ja gesagt: diejenigen, die da unten im Parteiwesen herumlungern, die haben in ihrem Bewußtsein nur die abstrakten Ideen und sie leugnen es bewußt sich selber ab, daß sie in der Gefolgschaft irgendwelcher übersinnlicher Wesenheiten stehen.

[ 8 ] But what, then, is the difference between the way such groups of people relate to their spiritual leadership and the stance that party ideologies take toward their spiritual leadership today? These ancient people did not have party platforms developed through abstract ideas. Timur Khan, or Genghis Khan, or anyone like them, would have fared poorly if he had first placed a party platform between himself and his people—just as Genghis Khan, the contemporary figure now called Lenin, first placed a party platform between himself and his followers! That is a significant contrast. The Great Khans of the ancient Mongols had no program, but those who were knowledgeable saw in them the living embodiments of supernatural beings. The Great Khans of the present day—Lenin and Trotsky—carry in their souls not the awareness of being messengers of a higher being, but an abstract party program. This is a significant difference, for it effectively means: those who loiter down there in the party apparatus have only abstract ideas in their consciousness and consciously deny to themselves that they are followers of any supernatural beings.

[ 9 ] Nur einzelne Menschengruppierungen lassen sich auf derlei Dinge nicht ein. Eine solche Gruppe habe ich Ihnen ja gestern bereits angeführt, die Gruppe der Jesuiten. Sie läßt sich auf die Kinderei von Parteiprogrammen nicht ein. Lesen Sie eben jenen Vortragszyklus, den ich unter dem Titel «Von Jesus zu Christus» in Karlsruhe gehalten habe, und der ja unserer hiesigen Klerisei ausgeliefert worden ist, dann werden Sie die Übungen verfolgen können, welche der Jesuit zu machen hat, um auf seinem Posten der rechte Mann zu sein. Dem überträgt man kein Parteiprogramm, dem kleidet man nicht irgendwelche abstrakte Forderungen in abstrakte Formeln, sondern dem zeigt man in Übungen, wie er dem geistigen Führer nachzufolgen hat; den erzieht man dazu, sich in der Gefolgschaft gegenüber einem übersinnlichen Wesen zu wissen. Und so wiederum ist es bei andern, sich mehr oder weniger geheimhaltenden Gruppierungen von Menschen in der Gegenwart, auch bei denjenigen, die vom Westen aus die große Politik machen, die ja fast Schritt für Schritt sich buchstäblich so verwirklicht, wie sie seit langer Zeit von diesen Trägern einer gewissen okkulten Politik im Westen vorgezeichnet worden ist. Das aber ist es, worauf es ankommt, daß man beachte den Geist des Fortschritts für unsere Zeit, daß man wiederum ein Bewußtsein erlange von dem Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt und auch von dem Zusammenhange all desjenigen, was der Mensch hier auf Erden tut, mit Geschehnissen, mit Wesenhaftem in der geistigen Welt. Suchen sollte man nach denjenigen Wesenheiten in der geistigen Welt, welche an der Konstitution, an der Führung unserer Welt beteiligt sind, damit man wissen könne, in welche Gefolgschaft man sich mit dem einen oder dem andern, was man tut, wirklich begibt. Und man kann nicht heute irgend etwas für den gedeihlichen Fortschritt der Menschheit tun, ohne daß man auch nicht nur für die egoistischen Innenbedürfnisse der Seelen sich des Zusammenhanges mit der geistigen Welt bewußt wird, sondern man kann nur dann für diesen gedeihlichen Fortschritt der Menschheit etwas tun, wenn man sich voll bewußt wird, daß man auch mit denjenigen äußeren Taten, die sich zum Beispiel ausdrücken in den Parteimeinungen und ihren Nuancierungen, einen Zusammenhang mit der geistigen Welt schafft. Geisteswissenschaft soll nicht nur unsere Seele gewissermaßen beruhigen über die engsten Angelegenheiten unserer individuellen Persönlichkeit, sondern Geisteswissenschaft soll Impulse liefern für die ganze Gestaltung des Lebens. Das ist es, was in den letzten Zeiten wie ein Grundton durch alle meine Vorträge durchging. Denn wir sind nun einmal zur Abstraktheit gekommen und müssen aus der Abstraktheit heraus. Wir sind insbesondere in dem sogenannten praktischen Leben tief, tief in der Abstraktheit darinnen und insbesondere in dem Parteiwesen sind wir in der Abstraktheit darinnen. Wir müssen aus diesem abstrakten Wesen heraus, wenn die europäische Katastrophe nicht zu einer vollständigen werden soll. Es handelt sich auf allen Gebieten darum, richtig zu sehen.

[ 9 ] Only a few groups of people refuse to get involved in such things. I already mentioned one such group to you yesterday: the Jesuits. They refuse to get caught up in the childishness of party platforms. If you read the very series of lectures I gave in Karlsruhe under the title “From Jesus to Christ”—which, as you know, has been made available to our local clergy—you will be able to follow the exercises a Jesuit must undergo in order to be the right man for his post. They are not given a party platform; they are not clothed in abstract demands expressed in abstract formulas; rather, they are shown through exercises how to follow the spiritual leader; they are trained to recognize themselves as followers of a supernatural being. And so it is, in turn, with other, more or less secretive groups of people in the present day, including those who shape major political policy from the West—a policy that is, step by step, literally coming to fruition just as it has long been mapped out by these proponents of a certain occult politics in the West. But this is what matters: that we heed the spirit of progress for our time, that we once again gain an awareness of humanity’s connection to the spiritual world and also of the connection between everything humanity does here on Earth and events and spiritual beings in the spiritual world. One should seek out those beings in the spiritual world who are involved in the constitution and guidance of our world, so that one may know into whose company one is truly entering through one action or another. And one cannot do anything today for the flourishing progress of humanity without becoming aware of the connection with the spiritual world—not merely for the selfish inner needs of the soul—but one can only do something for this beneficial progress of humanity when one becomes fully aware that even through those outward actions—which are expressed, for example, in party opinions and their nuances—one creates a connection with the spiritual world. Spiritual science is not meant merely to soothe our souls, so to speak, regarding the most immediate concerns of our individual personalities; rather, spiritual science is meant to provide impulses for the entire shaping of life. This is what has run like a underlying theme through all my lectures in recent times. For we have, after all, arrived at a state of abstractness and must emerge from it. We are deeply, deeply entrenched in abstractness, especially in so-called practical life, and we are particularly entrenched in abstractness within the party system. We must break free from this abstract nature if the European catastrophe is not to become a total one. In all areas, the task is to see things correctly.

[ 10 ] Vor allen Dingen aber ist das in Betracht zu ziehen, was ich einer Anzahl der Hiersitzenden schon vor meiner Reise nach Stuttgart gesagt habe, was ich aber auch heute wiederholen möchte aus dem Grunde, weil so zahlreiche fremde Gäste anwesend sind, und weil eigentlich für solche Dinge, die heute einmal in die Seelen einziehen müssen, jede Gelegenheit zu ergreifen ist, um sie geltend zu machen. Ich sagte gestern: Was als Geisteswissenschaft getrieben wird, muß eine ganz andere Art der Erkenntnis sein als das, was man heute gewöhnt ist, Erkenntnis oder Wissen zu nennen. Es muß eine Erkenntnis als Tat sein. Man muß sich bewußt sein, daß, indem man Erkenntnisse anstrebt, man von Realitäten zu reden hat, nicht von bloßen logischen Schemen. Ich sagte, man ist heute gewöhnt zu sagen: Der bekennt sich zum Materialismus, der Materialismus ist falsch, also widerlegt man ihn, und man glaubt, mit dieser Widerlegung habe man etwas getan. Ich habe gestern Beispiele dafür angeführt, wie solche Begriffe wie «richtig» und «unrichtig» weichen müssen viel realeren Begriffen auf dem Gebiete anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft. «Gesund» und «ungesund», das ist etwas, was auf Reales im Menschenleben hindeutet. Wir erkennen nicht bloß richtige und falsche Erkenntnisse an, wir erkennen gesunde und kranke Erkenntnisse an. Wir tauchen ein, indem wir die bloße Abstraktheit abstreifen, in das Gebiet der konkreten Wirklichkeit.

[ 10 ] Above all, however, we must take into consideration what I told a number of those present here even before my trip to Stuttgart—and what I would like to repeat today as well, because so many guests from out of town are present, and because, when it comes to matters such as these that must take root in people’s souls today, every opportunity must be seized to bring them to light. I said yesterday: What is pursued as spiritual science must be a completely different kind of knowledge than what people are accustomed to calling knowledge or understanding today. It must be knowledge as action. One must be aware that, in striving for knowledge, one is dealing with realities, not mere logical schemes. I said that people today are accustomed to saying: “Someone professes materialism; materialism is false; therefore, one refutes it,” and they believe that with this refutation they have accomplished something. Yesterday I cited examples of how concepts such as “right” and “wrong” must give way to much more real concepts in the field of anthroposophically oriented spiritual science. “Healthy” and “unhealthy”—these are terms that point to something real in human life. We do not merely recognize right and wrong insights; we recognize healthy and unhealthy insights. By shedding mere abstractness, we immerse ourselves in the realm of concrete reality.

[ 11 ] Das müssen wir noch in einem viel höheren Sinne betrachten. Wir wissen ja aus der jetzt schon so zahlreich veröffentlichten anthroposophischen Literatur, daß der Mensch aus einem geistig-seelischen Teil besteht — ich will ihn skizzenhaft hier so andeuten (siehe Zeichnung, blau) — und aus einem physischen Teil (rot). Wir wissen nun, daß gewisse theoretische Materialisten des 19. Jahrhunderts gesagt haben: Ach was, geistig-seelisch, das ist etwas, wovon man nicht zu sprechen hat, das ist etwas, was gegenüber der menschlichen Erkenntnis nirgends auftritt. Was in der sogenannten Menschenseele lebt als Denken, Fühlen und Wollen, das ist ja nur das Ergebnis des physischen Nervensystems, des physischen Gehirnes. Sie wissen, diesen theoretischen Materialismus müssen wir unterscheiden von dem praktischen Materialismus, der noch etwas ganz anderes ist und der insbesondere heute ganz kraß immer noch waltet. Der theoretische Materialismus hat seine Hochflut gehabt im 19. Jahrhundert. Derjenige, der nun nur gewöhnt ist, sich in den Vorstellungsarten zu bewegen, die man heute eben hat, der sagt: Nun ja, der Materialismus, der da behauptet, menschliche Gedankenempfindungen, Willensimpulse, seien nur der Ausfluß des Nervensystems, des Gehirns, dieser Materialismus ist falsch. Man muß ihn widerlegen. Und wenn man ihn widerlegt hat, so hat man bewiesen, daß der Mensch eben nicht bloß aus seinem physischen Leibe mit dem Nervensystem und dem Gehirn bestehe, sondern daß er ein Geistig-Seelisches habe. — Aber bei solcher Widerlegung kann die hier gemeinte Geisteswissenschaft nicht stehenbleiben, denn sie ist nicht bloß etwas, was in Logizität abläuft, sondern sie ist etwas, was im Tatsächlichen abläuft. Alles, was hier in der physischen Welt lebt, ist ein Abbild der geistigen, der seelischen Welt, aber nicht nur etwa so, wie man ein Bild hat, das man an die Wand malt, sondern es ist ein Abbild auch mit allen seinen Tätigkeiten, mit allen seinen Lebensäußerungen. So ist es in bezug auf den Menschen so: Der Mensch steigt herab aus der geistig-seelischen Welt durch die Konzeption oder durch die Geburt in die physische Welt; was er sich mitbringt aus der geistig-seelischen Welt, dieser Zusammenhang von Kräften, der arbeitet an jenem physischen Leib, der aus der Vererbungsströmung übernommen wird. Dieser Leib mit seiner ganzen Konfiguration wird ausgebildet durch das Geistig-Seelische, das herabsteigt (siehe Zeichnung Seite 35). Er wird aber nicht nur ausgebildet in bezug auf seine äußere Form, sondern auch mit Bezug auf seine inneren Tätigkeiten. So daß, wenn Sie dasjenige nur denken, was in Ihrer äußeren sinnlichen Wirklichkeit ist, Sie das ganz gut mit dem bloßen Gehirn denken können. Denn dieses Gehirn ist auch mit seinen Fähigkeiten ein Abbild des Geistig-Seelischen. Und wer sich einfach darauf beschränkt, nur das zu verarbeiten, was die äußere Sinneswelt gibt, oder was die gegenwärtigen Wissenschaften geben, der denkt eben bloß mit dem Gehirn, der ist bloß denkende Materie. Da ist gar nichts darüber zu sagen, der ist bloß denkende Materie. Heute ist die Zeit, wo man darüber hinauskommt, bloß denkende Materie zu sein, dadurch, daß man solche Gedanken denkt, die nicht aus der Sinneswelt gewonnen sind, wie zum Beispiel die anthroposophisch orientierten Gedanken. Diejenigen Menschen, die heute durchaus sich nur an die Sinneswelt halten wollen, finden diese anthroposophischen Gedanken verrückt, irreal, phantastisch, weil sie in dem Momente, wo sie diese Gedanken denken sollen, eine starke Kraft anwenden müssen; sie müssen loskommen. Sie wollen diese Gedanken mit ihrem Gehirn denken. Damit kann man aber nur die äußeren physischen Gedanken denken, das äußere Physische. Mit diesen Gedanken kann man ganz gut Atome und Moleküle denken nach Art des gestern angeführten Schwachsinns; aber was in einem solchen Buche wie die «Geheimwissenschaft im Umriß» steht, das denkt sich nicht durch dieses Gehirn. Also ist es für sie eine Phantasie. Man muß sich einen Ruck geben, um loszubekommen das Geistig-Seelische. Dann kann man diese Gedanken schon denken, dann findet man diese Gedanken gar nicht mehr phantastisch und absurd, dann kann man sie denken, dann findet man sie in vollem Einklange mit dem Leben.

[ 11 ] We must consider this in a much higher sense. We know, after all, from the now extensive body of published anthroposophical literature that the human being consists of a spiritual-soul aspect—I will sketch it out here in outline form (see drawing, blue)—and a physical aspect (red). We know that certain theoretical materialists of the 19th century said: “Oh, come on, the spiritual-soul aspect—that’s something we shouldn’t even talk about; it’s something that doesn’t appear anywhere in human knowledge.” What lives in the so-called human soul as thinking, feeling, and willing is, after all, merely the result of the physical nervous system, of the physical brain. As you know, we must distinguish this theoretical materialism from practical materialism, which is something entirely different and which, especially today, still prevails quite blatantly. Theoretical materialism reached its peak in the 19th century. Anyone who is now accustomed to thinking only in the ways we do today will say: Well, materialism—which claims that human thoughts, feelings, and impulses of will are merely the product of the nervous system and the brain—is false. It must be refuted. And once it has been refuted, one has proven that human beings do not consist merely of their physical body with its nervous system and brain, but that they possess a spiritual and soul aspect. — But spiritual science, as understood here, cannot stop at such a refutation, for it is not merely a matter of logical reasoning but a matter of reality. Everything that lives here in the physical world is a reflection of the spiritual and soul world, but not merely in the sense that one has a picture painted on a wall; rather, it is a reflection that includes all its activities and all its expressions of life. This is how it is with regard to the human being: The human being descends from the spiritual-soul world into the physical world through conception or birth; what he brings with him from the spiritual-soul world—this interplay of forces—works upon that physical body which is received through the stream of heredity. This body, with its entire configuration, is formed by the spiritual-soul aspect that descends (see drawing on page 35). But it is not only formed in terms of its outer form; it is also formed in terms of its inner activities. So that if you think only of what is present in your outer sensory reality, you can do so quite well with the brain alone. For this brain, with all its faculties, is also a reflection of the spiritual-soul aspect. And anyone who limits themselves to processing only what the external sensory world provides, or what current sciences provide, is thinking merely with the brain; such a person is merely thinking matter. There is nothing more to say about it: they are merely thinking matter. Today is the time to move beyond being merely thinking matter by entertaining thoughts that are not derived from the sensory world—such as anthroposophically oriented thoughts. Those people who today insist on limiting themselves solely to the sensory world find these anthroposophical thoughts crazy, unreal, and fantastical, because the moment they are supposed to think these thoughts, they must exert a strong effort; they must break free. They want to think these thoughts with their brains. But with that, one can think only of external physical thoughts—the external physical realm. With these thoughts, one can quite well conceive of atoms and molecules in the manner of the nonsense mentioned yesterday; but what is written in a book such as *Outline of Esoteric Science* cannot be conceived through this brain. So for them, it is a fantasy. One must make an effort to tap into the spiritual-soul aspect. Then one can actually think these thoughts; then one no longer finds them fantastical or absurd at all; then one can think them, and then one finds them in complete harmony with life.

[ 12 ] Aber im Laufe der letzten Jahrhunderte, seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, ist die Menschheit immer mehr dazu gekommen, ich möchte sagen, in sich selbst zusammenzusinken, das Geistig-Seelische einschlafen zu lassen und sich hineinsinken zu lassen in die Materialität des Körperlichen und nur zu denken mit dem physischen Gehirn, dieses physische Gehirn automatisch ablaufen zu lassen nach dem, was der Professor, wenn er da oben sitzt auf dem Katheder, in seinem eigenen Gehirn ebenso automatisch ablaufen läßt. Da oben der Gehirnautomat — da unten der Gehirnautomat folgt dem Automaten. Und ganze Gruppierungen von Menschen gehen über zu einem bloßen materiellen Funktionieren des Gehirnes, was ja das physische Denken ist, sinken in die Körperlichkeit hinein, geben sich nicht den Ruck von innen heraus, um dasjenige zu erfassen, was aus der übersinnlichen Welt gewonnen ist. So ist es immer mehr und mehr mit den Menschen der sogenannten zivilisierten Welt seit der Mitte des i5. Jahrhunderts geworden. Und in der Mitte des 19. Jahrhunderts war gerade derjenige Teil der Menschheit, den man innerhalb dieses zivilisierten Teiles von Europa und Amerika die Intellektuellen nennt, physische Denker geworden.

[ 12 ] But over the course of the last few centuries, since the mid-15th century, humanity has increasingly come to I would say, to sink into itself, to let the spiritual-soul aspect fall asleep, and to allow itself to sink into the materiality of the physical, thinking only with the physical brain—letting this physical brain run automatically according to what the professor, as he sits up there at the lectern, lets run just as automatically in his own brain. Up there, the brain automaton—down here, the brain automaton follows the automaton. And entire groups of people are shifting to a purely material functioning of the brain—which is, after all, physical thinking—sinking into physicality, failing to muster the inner impulse to grasp what has been gained from the supersensible world. This has become increasingly the case with the people of the so-called civilized world since the middle of the 15th century. And by the middle of the 19th century, it was precisely that segment of humanity—referred to as the “intellectuals” within this civilized part of Europe and America—that had become physical thinkers.

[ 13 ] Wenn nun Büchner oder Moleschott oder der dicke Vogt kamen und ein bißchen nachdachten und sich nicht bewußt wurden, daß da in ihrem eigenen Denken doch etwas dahintersteckt, was sich einen Ruck geben sollte, dann schauten sie sich die Menschen ihrer Gegenwart an und sie interpretierten sie ganz richtig, indem sie sagten: Individualismus, Spiritualismus — falsch; die Gehirne denken! — Es dachten ja auch nur die Gehirne, der Materialismus hatte ja recht. Das ist gerade das Geheimnis, daß die theoretischen Materialisten des 19. Jahrhunderts nichts Falsches sagten, sondern daß sie durchaus Richtiges sagten. Es wäre sogar eine Beleidigung gewesen, wenn der Kollege X von dem Kollegen Y gesagt hätte, er hätte Geist und Seele, denn jener konnte von ihm der Wahrheit gemäß nur sagen, daß da ein Hirn automatisch denkt. Es war also der Materialismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Grunde genommen richtig, denn er bezieht sich auf ein gewisses Stadium in der Entwickelung der Menschheit, das dadurch charakterisiert ist, daß die Menschen eben materiell geworden sind, daß ihr Denken, Empfinden und Wollen aus der Materie heraus aufsteigt. Es sind dann sogar Mystiker gekommen, die sich in ihr Inneres vertieft haben; aber wir wissen ja: gerade diese Mystiker beobachteten nur das innere Kochen der Materialität innerhalb der Haut, bis es zur Flamme wird und ins Bewußtsein hineinleuchtet.

[ 13 ] Now, if Büchner or Moleschott or the portly Vogt came along and gave it a little thought, yet failed to realize that there was something underlying their own thinking that needed a jolt, then they looked at the people of their time and interpreted them quite correctly by saying: Individualism, spiritualism—wrong; the brains are thinking!—After all, it was only the brains that were thinking; materialism was right, after all. That is precisely the secret: that the theoretical materialists of the 19th century did not say anything wrong, but rather that they said things that were entirely correct. It would even have been an insult if colleague X had said of colleague Y that he had a mind and a soul, for, in truth, X could only say of him that there was a brain thinking automatically. So materialism in the mid-19th century was, in essence, correct, for it refers to a certain stage in the development of humanity, characterized by the fact that people had indeed become material, that their thinking, feeling, and willing arise from matter. There were even mystics who delved into their inner selves; but as we know, these very mystics observed only the inner seething of materiality beneath the skin, until it becomes a flame and shines into consciousness.

[ 14 ] Geisteswissenschaft würde Unrecht tun, wenn sie sich nun auf einen bloß logischen Standpunkt stellen würde. Sie darf nicht sagen: Der Materialismus ist falsch, man widerlege ihn. — Solches Widerlegen ist die Sehnsucht unseres abstrahierenden Zeitalters. Geisteswissenschaft muß in der Erkenntnis Taten verrichten. Also erstens: die Widerlegung des Materialismus für die materiell gewordenen Menschen ist nicht wahr, zweitens ist nichts getan, wenn man den Materialismus bloß widerlegt, sondern es handelt sich darum, daß man heute unter die Menschen dasjenige bringt, was sie dazu veranlaßt, sich einen Ruck zu geben und wiederum herauszukommen aus der Materialität, Gedanken zu hegen und zu pflegen, die nachgedacht sind übersinnlichen Ergebnissen. Nicht zu widerlegen, sondern zu überwinden ist der Materialismus! Die Menschen müssen wiederum geistig-seelisch werden, müssen wiederum aufwecken ihr Geistig-Seelisches. Tat muß es sein, den richtigen Materialismus zu überwinden, nicht irgendwie ihn falsch zu widerlegen. Daß der Materialismus für die neuere Kulturentwickelung richtig geworden ist, das eben ist die üble Tatsache, nicht daß er eine falsche Weltanschauung ist. Und nicht darum kann es sich handeln, eine falsche Weltanschauung zu widerlegen, sondern den Menschen in bezug auf ihre seelischen Taten das an die Hand zu geben, daß sie das Materiellwerden der Menschheit überwinden, sich herausholen aus dem Materiellen. Tat muß die hier gemeinte Erkenntnis sein, nicht bloße Logik. Das ist es, um was es sich handelt.

[ 14 ] Spiritual science would be doing itself a disservice if it were now to adopt a purely logical standpoint. It must not say: “Materialism is wrong; let us refute it.” — Such refutation is the longing of our abstract-minded age. Spiritual science must take action based on its insights. So, first of all: refuting materialism for people who have become materialistic is not the answer; second, nothing is accomplished by merely refuting materialism—rather, the task today is to bring to people that which prompts them to pull themselves together and emerge once more from materiality, to cherish and nurture thoughts that are the result of reflection on the supersensible. Materialism is not to be refuted, but overcome! People must once again become spiritual and soulful; they must once again awaken their spiritual and soulful nature. The task must be to overcome true materialism, not to refute it in some false way. The fact that materialism has become the norm in recent cultural development—that is precisely the problem, not that it is a false worldview. And the point is not to refute a false worldview, but to provide people—in terms of their soulful actions—with the means to overcome humanity’s materialization and to extricate themselves from the material. The insight referred to here must be action, not mere logic. That is what is at stake.

[ 15 ] Das aber will man so schwer einsehen heute, wie der Unterschied ist zwischen einem bloßen Herumreden in Bejahungen oder Verneinungen, wobei man nur in der Sphäre abstrakter Begriffe bleibt, und dem, was Tat ist, die unmittelbar aus dem Geistigen herausquillt. Man mache sich nur einmal klar, wie es etwas anderes ist, den Materialismus bloß logisch zu widerlegen, weil man der Meinung ist, er sei falsch, oder den richtigen Materialismus, der die Menschheit als eine Krankheit ergriffen hat, zu überwinden, damit die Gesundung durch die Spiritualität eintrete. Diesen Unterschied muß man sich klarmachen, denn darauf kommt es heute an, daß spirituelle Taten verrichtet werden und diese spirituellen Taten auch hineingetragen werden in das soziale Leben. Dieser Unterschied ist ein ganz intensiver zwischen dem Sich-Wohlgefallen in theoretischer Weltanschauung und dem aktiven Drinnenstehen in der Erkenntnis als Tat.

[ 15 ] But what people find so difficult to grasp today is the difference between mere talk—whether in the form of affirmations or negations, which remains entirely within the realm of abstract concepts—and action that springs directly from the spiritual. One need only realize how different it is to merely refute materialism logically—because one believes it to be false—from overcoming the actual materialism that has gripped humanity like a disease, so that healing through spirituality may take place. One must grasp this difference, for what matters today is that spiritual deeds be performed and that these spiritual deeds also be carried into social life. This is a very profound distinction between taking pleasure in a theoretical worldview and actively standing within knowledge as action.

[ 16 ] Auf diese Dinge muß das Augenmerk gerichtet werden, damit man den Unterschied zwischen anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft und andern ähnlichen Bestrebungen heute gewahr werde. Denn diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß durchaus begriffen werden als etwas, was mit den realen Kräften des Auf- und Niederganges im sozialen Leben zusammenhängt, real zusammenhängt.

[ 16 ] Attention must be focused on these matters so that one may recognize the difference between anthroposophically oriented spiritual science and other similar endeavors today. For this anthroposophically oriented spiritual science must certainly be understood as something that is connected—truly connected—to the real forces of rise and decline in social life.

[ 17 ] Blicken wir heute nach dem europäischen Osten, da sehen wir, wie sich über dem russischen Wesen, von dem sich der Mensch des Westens und Mitteleuropas heute kaum ordentliche Begriffe macht, etwas ausbreitet, was der mitteleuropäische und westeuropäische Mensch gut verstehen kann, wenn er es auch verabscheut, was sich da ausbreitet als Leninismus, als Trotzkiismus. Es gibt viele Menschen, die glauben, mit dem, was da im Osten einmal entstehen werde, habe dieser Leninismus und Trotzkiismus irgend etwas zu tun. Gar nichts haben sie zu tun mit dem, was da im Osten entstehen soll, sondern lediglich mit dem, was im Osten zugrunde geht, was weiter zugrunde gerichtet wird durch den Leninismus und Trotzkiismus. Das sind bloß zerstörende Kräfte, und was im Osten entstehen soll, muß sich gegen diese zerstörenden Kräfte herausentwickeln, Man möchte sagen: Da im Osten hat man irgend etwas als Grundlage (siehe Zeichnung, grün), das beachtet man heute weniger. Darüber hat sich gebreitet in den letzten Jahren. dieser Bolschewismus, Leninismus, Trotzkiismus als zerstörende Kräfte (weiß). Aber das, was ich hier grün angedeutet habe, das will an die Oberfläche. Leninismus und Trotzkiismus sind lediglich die Fortsetzung des alten Zarismus, und Lenin ist, was ich hier schon einmal betont habe, der Zar, bloß in einem andern Gewande, im Grunde ganz dasselbe. Der Zarismus stirbt im Leninismus, aber als Zarismus stirbt er im Leninismus. Aber schon seit Jahrhunderten arbeitet sich auch gegen den Zarismus im Osten etwas heraus, was jetzt sein eigenes Dasein nur mißversteht, wenn es irgendwie dem Leninismus und dem Trotzkiismus entgegenkommt, und bis weit nach Asien hinein geschieht das. Die Menschen werden erst sehen, vor welchen Umwälzungen sie stehen; es ist nur eine Ruhepause zwischen der letzten Katastrophe und der folgenden. Die schlafenden Seelen werden eines Tages recht unsanft aufgeweckt werden aus ihrem Schlaf während der Ruhepause, werden sich die Augen wischen und die Zipfelmütze wegziehen, wenn sich die Katastrophe fortsetzt. Aber was sich trotzdem da herausarbeitet, das ist die Dorfgemeinde. Und nur derjenige versteht, was im Osten als eine soziale Konstitution sich herausarbeitet, der das Wesen der einzelnen Dorfgemeinden versteht. Die Dorfgemeinde ist das einzig Reale im Osten. Alles übrige ist Institution, die zugrunde geht.

[ 17 ] If we look toward Eastern Europe today, we see something spreading over the Russian spirit—a spirit that people in the West and Central Europe today can scarcely grasp—something that Central and Western Europeans can understand well, even if they abhor it: what is spreading there is Leninism and Trotskyism. There are many people who believe that this Leninism and Trotskyism have something to do with what will one day emerge in the East. They have absolutely nothing to do with what is to emerge in the East, but only with what is being destroyed there—what is being further ruined by Leninism and Trotskyism. These are merely destructive forces, and what is to emerge in the East must develop in opposition to these destructive forces. One might say: In the East, there is something serving as a foundation (see diagram, green), which is given less attention today. Over the past few years, Bolshevism, Leninism, and Trotskyism have spread over it as destructive forces (white). But what I have indicated here in green is striving to come to the surface. Leninism and Trotskyism are merely the continuation of the old tsarism, and Lenin is—as I have already emphasized here—the tsar, merely in a different guise, essentially the very same. Tsarism dies in Leninism, but it dies as tsarism in Leninism. Yet for centuries now, something has also been emerging in the East in opposition to tsarism—something that now merely misunderstands its own existence when it somehow aligns with Leninism and Trotskyism—and this is happening far into Asia. People will only come to see what upheavals they are facing; this is merely a lull between the last catastrophe and the next. The slumbering souls will one day be rudely awakened from their sleep during this lull; they will rub their eyes and pull off their pointed caps when the catastrophe resumes. But what is nevertheless emerging there is the village community. And only those who understand the nature of individual village communities can grasp what is emerging in the East as a social constitution. The village community is the only real thing in the East. Everything else is an institution that is falling apart.

[ 18 ] Im Westen wird man zu verstehen haben, wodurch dieses Aggregat der Dorfgemeinde organisiert werden kann. Und wodurch das in einzelne Menschenindividualitäten verfallende Meinungsgewebe des Westens auch organisiert werden kann, das ist lediglich die Dreigliederung des sozialen Organismus. Die Dreigliederung des sozialen Organismus muß aufnehmen die einzelnen Glieder der östlichen Dorfgemeinden und muß die zerfallenden alten Organismen des Westens, die sich individualisieren, die als Aggregate in ihre Einzelheiten zerfallen, vor dem Untergang bewahren.

[ 18 ] In the West, people will have to understand how this aggregate of the village community can be organized. And the only way to organize the fabric of opinion in the West—which is disintegrating into individual human personalities—is through the threefold structure of the social organism. The threefold structure of the social organism must incorporate the individual members of the Eastern village communities and must save the disintegrating old organisms of the West—which are becoming individualized and, as aggregates, are breaking down into their constituent parts—from ruin.

[ 19 ] Für die nächste Zeit blüht der sogenannten zivilisierten Welt nur eine Alternative: das ist auf der einen Seite Bolschewismus, auf der andern Seite Dreigliederung. Und wer nicht einsieht, daß es nur diese zwei Dinge gibt für die nächste Zeit, der versteht heute von dem Gang der Ereignisse im großen eben nichts. Aber ein wirkliches Verständnis von diesen Dingen kann man sich ja nur verschaffen dadurch, daß man versucht, jene innere Erziehung, die man sich durch Geisteswissenschaft aneignet, auch anzuwenden auf die Betrachtung und die Handhabung der öffentlichen sozialen Verhältnisse.

[ 19 ] For the foreseeable future, the so-called civilized world has only one alternative: on the one hand, Bolshevism; on the other, the threefold social order. And anyone who fails to recognize that these are the only two options for the foreseeable future simply does not understand the course of events on a grand scale today. But a true understanding of these matters can only be gained by attempting to apply the inner education acquired through spiritual science to the observation and management of public social conditions.

[ 20 ] Es tut einem heute immer furchtbar leid, wenn man Menschen ihre geistige Kapazität verpuffen sieht in allerlei alten Programmen und wenn man so wenig sehen kann, wie die Menschen verstehen wollen, daß ein wirklich Neues notwendig ist, damit der letzte Rest des Alten, die äußerste Reaktion, der äußerste Konservativismus, nämlich der Bolschewismus überwunden werden kann. Mit denjenigen Programmen, die die heutigen mittleren und westlichen Staatsmänner machen, wird der Bolschewismus ganz gewiß nicht überwunden, denn in denen lebt nichts von dem, was in jedem Impuls der Zukunft leben muß, in denen lebt nichts von dem neuen Geist. Diesen neuen Geist aber braucht man. Und wenn dieser neue Geist nicht in den großen kulturpolitischen Unternehmungen vorhanden ist, so sind die kulturpolitischen Unternehmungen nur geeignet, die Menschheit in weitere Katastrophen dahingleiten zu lassen. Wenn dieser neue Geist nicht darinnen ist in den Parteimeinungen: die Menschheit gleitet weiter hinunter in Katastrophen.

[ 20 ] It is always terribly sad today to see people squander their intellectual capacity on all sorts of outdated programs, and to see so little willingness on their part to understand that something truly new is necessary in order to overcome the last remnants of the old—the most extreme reaction, the most extreme conservatism, namely Bolshevism. The programs devised by today’s moderate and Western statesmen will certainly not overcome Bolshevism, for they contain none of what must live in every impulse of the future; they contain none of the new spirit. Yet this new spirit is what is needed. And if this new spirit is not present in major cultural-political undertakings, then such undertakings are only capable of allowing humanity to slide into further catastrophes. If this new spirit is not present in party opinions, humanity will continue to slide deeper into catastrophes.

[ 21 ] Das ist dasjenige, was man jetzt in allen möglichen Formen überdenken und bedenken sollte. Man wird ja immer wieder gefragt: Ja, Dreigliederung ist schon schön, aber wie wird sich das und jenes ausnehmen, wenn die Dreigliederung des sozialen Organismus eingeführt sein wird? — Da meint eben der Gewürzkrämer, wie wird er dann seine Gewürze verkaufen, wenn die Dreigliederung eingeführt sein wird und so weiter. — Hier in diesem Saale selbst ist ja vor einiger Zeit die Frage gestellt worden, wie es mit dem Besitz einer Nähmaschine im dreigliedrigen sozialen Organismus stehen werde. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, diese Fragen im großen anzufassen und sich zu sagen: treten sie im großen in das soziale Leben ein, dann wird sich das einzelne schon nach ihnen ordnen, dann wird das einzelne schon seine Gestalt bekommen; wenn man nicht in der Lage ist, diese große Frage auch im großen anzufassen, so wird man sich niemals auf die Höhe der heutigen so harten Prüfungszeit der Menschheit stellen können. Aber da hat man schon nötig, seine alten, liebgewordenen Ideen heute in spiritueller Metamorphose zu sehen, Wahrscheinlich ist es auch hier noch so, daß, wenn man am Ende eines Schuljahres die Hefte der mitteleuropäischen Schüler und Schülerinnen daraufhin durchsehen würde, was für Aufsätze sie gemacht haben, man bei einer großen Anzahl den Satz als Aufsatzthema finden würde: «Ein jeglicher muß seinen Helden wählen, dem er die Wege zum Olymp hinauf sich nacharbeitet.» Darüber schreiben Pensionatstöchter, Gymnasiasten und Realschüler schöne Aufsätze. Im Leben aber laufen die Menschen abstrakten Parteiprogrammen nach. Auch so etwas wie diesen Dichterspruch, der gewiß an der Stelle, wo er in der Dichtung steht, seine gute Berechtigung hat, muß man hier in spiritueller Metarmorphose lesen. Wir müssen die Anschauung in der geistigen Welt finden, die hinführt zu den geistigen Wesenhaftigkeiten, unter denen wir uns zusammengruppieren.

[ 21 ] This is precisely what we should now be rethinking and considering in all possible ways. We are asked time and again: “Yes, the threefold social order is all well and good, but what will this or that look like once the threefold social order is introduced?” — The spice merchant, for example, wonders how he’ll sell his spices once the threefold social order is in place, and so on. — Here in this very hall, the question was raised some time ago about what would become of owning a sewing machine in the threefold social organism. If one does not have the ability to address these questions on a grand scale and tell oneself: once they are integrated into social life on a grand scale, then the individual details will naturally fall into place; then the individual details will naturally take shape—if one is not able to address this grand question on a grand scale, then one will never be able to rise to the level required by the current, such a difficult time of trial for humanity. But this requires that we view our old, cherished ideas today through the lens of spiritual metamorphosis. It is likely that even here, if one were to look through the notebooks of Central European schoolchildren at the end of the school year to see what essays they had written, one would find the following sentence as an essay topic in a large number of them: “Everyone must choose a hero, following whom they work their way up to Olympus.” Boarding school girls, high school students, and middle school students write beautiful essays on this topic. In life, however, people chase after abstract party platforms. Even something like this line of poetry—which certainly has its place in the context of the poem—must be read here in a spiritual metamorphosis. We must find the perspective in the spiritual world that leads to the spiritual essences under which we group ourselves.

[ 22 ] Was man früher als konservatives Programm, als liberales Programm anführte, was man heute als sozialdemokratisches Programm, als agrarisches Programm anführt, das alles ist Wischiwaschi, das alles ist abstrakte Formulierung ebenso wie alle Frauenvereinsprogramme, alle vegetarischen Programme und so weiter. Worauf es ankommt, ist, daß man den Gang der Welt kennt in seiner Durchpulsung durch geistige Mächte und daß man zum Beispiel sich die Antwort zu geben vermag, was waltet im Übersinnlichen über derjenigen Menschengruppe, die sich unter irgendeinem frauenvereinlerischen Programm vereinigt und so weiter. Heute muß mit einem gewissen Ernste alles hinaufgehoben werden in die Anschauung von der geistigen, von der übersinnlichen Welt, denn nur in dem Zusammenschauen der übersinnlichen mit der sinnlichen Welt ist es möglich, dasjenige zu finden, was uns in unserer heutigen Zeit schwerer Not und schwerer Prüfung wirklich vorwärtsbringen kann.

[ 22 ] What used to be called a conservative program or a liberal program, what is today called a social democratic program or an agrarian program—all of that is wishy-washy; it’s all abstract rhetoric, just like all the programs of women’s associations, all the vegetarian programs, and so on. What matters is that one understands the course of the world as it is pulsed through by spiritual forces, and that one is able, for example, to answer the question of what reigns in the supersensible realm over that group of people who have united under some women’s association-style program, and so on. Today, with a certain seriousness, everything must be elevated to a view of the spiritual, of the supersensible world; for only by bringing the supersensible and the sensible worlds together in a unified vision is it possible to find that which can truly move us forward in our present time of grave distress and severe trials.