The Bridge Between the Spiritual and
Physical Realms of Human Beings
GA 202
28 November 1917, Dornach
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The Bridge Between the Spiritual and Physical Realms of Human Beings, tr. SOL
Dritter Vortrag
Third Lecture
[ 1 ] Wenn wir noch einmal zurückblicken auf das, was wir gestern und vorgestern besprochen haben, so muß sich uns ein intimeres Verhältnis des Menschen zum umliegenden Weltenall enthüllen. Und wir haben den physischen Leib des Menschen nach der Kopforganisation, der rhythmischen Organisation, der Stoffwechselorganisation auf den ganzen Kosmos beziehen können; wir haben auch den seelischen Menschen und den geistigen Menschen auf den ganzen Kosmos beziehen können. Was Ihnen da erscheinen kann als das Verhältnis des Menschen zum Kosmos, als das ganze Drinnenstehen des Menschen in der Welt, das mußte in alten Zeiten anders angesehen werden, als es jetzt angesehen werden muß und als es wird immer mehr und mehr angesehen werden müssen, je weiter die Menschheit der Zukunft entgegenschreitet. Wir haben es ja oftmals erwähnt, wie in alten Zeiten ausgebreitet war über die Menschheit eine instinktive Urweisheit; eine Weisheit, die sich der Mensch nicht innerlich erarbeitet hat, sondern die er, man möchte sagen, wie halb im Traume in sich aufgehen gefühlt hat. Sie ward ihm gegeben, und er hatte eigentlich nichts zu tun, als seine seelischen Aufnahmeorgane zu öffnen und das, was ihm als Göttergeschenk aus dem Kosmos kam, entgegenzunehmen.
[ 1 ] If we look back once more at what we discussed yesterday and the day before, a more intimate relationship between the human being and the surrounding cosmos must be revealed to us. And we have been able to relate the human physical body—in terms of its head organization, its rhythmic organization, and its metabolic organization—to the entire cosmos; we have also been able to relate the soul-being and the spirit-being of the human being to the entire cosmos. What may appear to you here as the relationship of the human being to the cosmos—as the human being’s complete immersion in the world—had to be viewed differently in ancient times than it must be viewed now, and than it will have to be viewed more and more as humanity strides further into the future. We have, after all, often mentioned how, in ancient times, an instinctive primordial wisdom was widespread among humanity—a wisdom that human beings did not develop inwardly, but which they felt, one might say, as if it were rising up within them as if in a dream. It was given to them, and they had, in fact, nothing to do but open their soul’s receptive faculties and receive what came to them from the cosmos as a gift from the gods.
[ 2 ] Da der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist, so mußte auch dieser instinktiven Urweisheit das Gesamtverhältnis des Menschen gewissermaßen als ein dreifaches erscheinen. Indem der Mensch seine Aufmerksamkeit mehr zuwandte demjenigen, dem er angehörte vor seiner Geburt und das als ein Geistiges hereinleuchtete in die Zeit zwischen Geburt und Tod, das im wesentlichen dasjenige ist, was in der Ausbreitung des Kosmos erscheint, sprach der Mensch davon, daß es Schönheit ist, was sich ihm da zeigt; der Kosmos in Schönheit, und der Mensch in bezug auf seine Kopforganisation, in bezug auf seine Vorstellungsorganisation, in bezug auf sein Wachsein herausgeboren aus dieser Welt der Schönheit. So hat es der Urmensch empfunden, daß es gütige geistige Wesenheiten waren, welche sich offenbarten um ihn herum; denn der Urmensch sah ja nicht die Naturerscheinungen so trocken und nüchtern, wie wir sie sehen in der heutigen Zeit, wenn wir uns nur dem gewöhnlichen Bewußtsein hingeben. Der Urmensch sah überall sich offenbarende Geistigkeit und sich offenbarendes Seelisches. Das enthüllte sich ihm. Und diesen Kosmos, der die Offenbarung war des Geistigen und Seelischen und der sich seinem instinktiven Bewußtsein enthüllte wie in mächtigen Traumesbildern, den nannte der Mensch der Urzeit den Kosmos in Schönheit.
[ 2 ] Since human beings are threefold beings, this instinctive primordial wisdom must also have perceived the totality of the human being, so to speak, as threefold. As human beings turned their attention more toward that to which they belonged before their birth—and which shone into the time between birth and death as a spiritual reality, essentially corresponding to what appears in the expanse of the cosmos—they spoke of the beauty that revealed itself to them; the cosmos as beauty, and humanity—in terms of its mental organization, its capacity for imagination, and its waking consciousness—born out of this world of beauty. This is how primitive man perceived it: that it was benevolent spiritual beings revealing themselves all around him; for primitive man did not view natural phenomena as dryly and soberly as we do today when we surrender ourselves solely to ordinary consciousness. Primitive man saw spirituality and the soul manifesting everywhere. This revealed itself to him. And this cosmos—which was the manifestation of the spiritual and the soul and which revealed itself to his instinctive consciousness as in powerful dream images—was called by the people of primeval times the “cosmos of beauty.”
[ 3 ] Dann fühlte sich der Mensch gewissermaßen stehend auf seinem Planeten. Er fühlte sich verbunden mit seinem Planeten. Aus ihm kamen ihm die Nahrungsmittel, auf ihm hatte er seinen Standort. Er fühlte gewissermaßen seine Kraft, die ihn körperlich durchdrang, die sich in der Seele offenbarte als Wille, die ihn stärkte aus dem Schlafeszustand heraus. Er fühlte diese Kraft wiederum als die Gabe gütiger göttlichgeistiger Wesenheiten und nannte das Stärke. Der Planet in Stärke durchkraftet mich —, so etwa empfand der Urmensch dasjenige, was er allerdings nicht in scharf modulierten Worten zum Ausdruck bringen konnte.
[ 3 ] Then, in a sense, the human being felt as if he were standing on his planet. He felt connected to his planet. It provided him with food, and it was his home. In a sense, he felt its power coursing through his body, revealing itself in his soul as will, which strengthened him as he emerged from sleep. He, in turn, perceived this strength as a gift from benevolent, divine-spiritual beings and called it “strength.” “The planet, imbued with strength, flows through me”—this is roughly how primitive man perceived what he could not, however, express in precisely articulated words.
[ 4 ] So fühlte er sich gewissermaßen mitten drinnenstehend in dem, was sich gestaltete in seinem Haupte, verbildlichte in seinen Vorstellungen, durchleuchtete in seinem wachenden Bewußtsein. Und er fühlte sich stehend auf dem Planeten in bezug auf das, was als Kraft lebte in seinen Gliedmaßen, eine Kraft, von der er fühlte, daß sie sich ihm aus dem Planeten heraus mitteilte. Er sagte sich: Dasselbe, was im Stein als Kraft wirkt, wenn er zu Erde fällt, was ein Loch schlägt, wenn der Stein auffällt, das lebt in meinen Beinen, wenn ich schreite. Das verbindet mich durch meine Beine mit dem Erdenplaneten als meine Stärke. Das lebt auch in meinen Armen, wenn ich arbeite, das durchdringt meine Muskelkraft.—Und er fühlte sich drinnenstehend zwischen Schönheit und Stärke, und fühlte sich die Aufgabe zuerteilt, im Rhythmus den Ausgleich zu bewirken zwischen dem Oben, der Schönheit, und dem Unten, der Stärke, in der Weisheit. Und wiederum fühlte er sich getragen, indem er diesen Ausgleich zu bewirken hatte zwischen der Schönheit und der Stärke, von den geistigen Wesenheiten, die die Träger der Weisheit waren, die ihn mit Weisheit durchleuchteten.
[ 4 ] In a sense, he felt as if he were standing right in the midst of what was taking shape in his mind, taking form in his imagination, and being illuminated by his waking consciousness. And he felt himself standing on the planet in relation to the force that lived in his limbs—a force he sensed was being imparted to him from the planet itself. He said to himself: The same force that acts in a stone as it falls to the ground—the force that creates a hole when the stone strikes—that same force lives in my legs when I walk. “This connects me through my legs to the Earth as my strength. It also lives in my arms when I work; it permeates my muscular strength.”—And he felt himself standing within, between beauty and strength, and felt that he had been entrusted with the task of bringing about, in rhythm, a balance between the Above—beauty—and the Below—strength—in wisdom. And in turn, as he worked to bring about this balance between beauty and strength, he felt supported by the spiritual beings who were the bearers of wisdom, who illuminated him with wisdom.
[ 5 ] So fühlte der Mensch das, was ihm der Kosmos gab, als Schönheit, Weisheit und Stärke. Schönheit, Weisheit und Stärke war dem Urmenschen aus dem weithin leuchtenden Mysterienunterrichte heraus das, wodurch er sich mit dem ganzen Weltenall verbunden fühlte, wodurch er sich selber durchkraftet fühlte. Gewissermaßen das Äußere, das ihn umgab, das Innere, das er in sich verspürte, und den Ausgleich von beiden, er fühlte das als Schönheit, Weisheit, Stärke.
[ 5 ] Thus, human beings perceived what the cosmos gave them as beauty, wisdom, and strength. For early humans, drawing on the mystery teachings that shone far and wide, beauty, wisdom, and strength were what made them feel connected to the entire universe and empowered themselves. In a sense, the external world that surrounded him, the inner world he sensed within himself, and the balance between the two—he experienced all of this as beauty, wisdom, and strength.
[ 6 ] In den verschiedenen geheimen Vereinigungen ist dann geblieben, was als Schlagworte Weisheit, Schönheit, Stärke fortfigurierte, wobei sich manchmal recht deutlich zeigt, wie eigentlich nur die Worte geblieben sind, wie das tiefere Verständnis fehlt. Denn eine Zeit ist angebrochen für die Menschheit, welche dieses Erfühlen und dieses Wissen, wenn es auch instinktives Wissen ist, von unseren Zusammenhängen mit dem Kosmos mehr in die Finsternis hinuntergedrängt hat. Der Mensch lebte gewissermaßen in untergeordneten Vorstellungen, in untergeordneten Empfindungen. Er trieb die Impulse seines Willens aus untergeordneten Elementen seines eigenen Wesens heraus. Er vergaß, was er einstmals erfühlte in Schönheit, Weisheit und Stärke, denn er sollte ein freies Wesen werden. Da mußte eine Zentralkraft gewissermaßen aus seinem inneren Chaos hervorgehen, dem sich nicht enthüllte, was lichtvoll und kraftvoll sich enthüllte dem Urmenschen. Aber die neuere Menschheit wird nicht vorwärtskommen, wenn sie nicht aus dem Inneren wieder auferstehen läßt, was einstmals aus dem Weltenall sich geoffenbart hat als Schönheit, Weisheit und Stärke. Von außen wird sich der Menschheit, solange sie Erdenmenschheit ist, der Kosmos nicht wieder von selbst in Schönheit offenbaren. Diese Zeiten sind die Zeiten der instinktiven Urweisheit. Diese Zeiten sind vergangene Zeiten. Diese Zeiten sind nicht diejenigen, in denen der freie Mensch sich entfaltet hat, sondern in denen der Mensch sich nur entfalten konnte, der gewissermaßen getrieben wurde in Unfreiheit, in Instinkten. Diese Zeiten werden nicht wiederkommen, sondern aus dem eigenen Inneren heraus muß der Mensch wieder auferstehen lassen, was ihm so von außen zugekommen ist an Weisheit, Schönheit und Stärke.
[ 6 ] What has remained in the various secret societies are the catchphrases “wisdom,” “beauty,” and “strength,” though it sometimes becomes quite clear that only the words themselves have remained, while a deeper understanding is lacking. For a time has dawned for humanity in which this sense of feeling and this knowledge—even if it is instinctive knowledge—of our connections with the cosmos has been pushed further into the darkness. Human beings lived, so to speak, in subordinate ideas, in subordinate feelings. They drew the impulses of their will from subordinate elements of their own being. They forgot what they had once sensed in beauty, wisdom, and strength, for they were to become free beings. Thus, a central force had to emerge, as it were, from their inner chaos—a force to which was not revealed what had revealed itself, luminous and powerful, to the primordial human. But modern humanity will not progress unless it allows what once revealed itself from the cosmos as beauty, wisdom, and strength to rise again from within. As long as humanity remains earthly, the cosmos will not reveal itself anew in beauty from without. Those times are the times of instinctive primordial wisdom. These times are times of the past. These are not the times in which the free human being unfolded, but rather those in which only the human being who was, so to speak, driven by a lack of freedom and by instincts could unfold. These times will not return; rather, from within themselves, human beings must once again allow to rise what came to them from without in the form of wisdom, beauty, and strength.
[ 7 ] Das, was da aufgenommen, ich möchte sagen, eingesogen worden ist als Kraft der Schönheit aus dem Weltenall, das hat der Mensch gewissermaßen in sich aufgenommen in alten, in uralten Erdenleben. In den mittleren Erdenleben, die dann gefolgt sind, die wir durchgemacht haben in der ägyptischen, in der griechischen, in der modernen Zeit, in diesen Erdenleben war das eingesogen, aber es trat nicht vor das menschliche Bewußtsein. Jetzt ist die Menschheit reif, das aus dem Bewußtsein herauszuholen, und es wird herausgeholt. Was eingesogen worden ist als Kraft der Schönheit, das wird wieder erstehen aus dem Menscheninneren, und Geisteswissenschaft ist die Anleitung dazu, wie es entstehen soll aus dem menschlichen Inneren. Das wird entstehen von innen heraus durch die Imagination. Und alles das, was nun bewußt durch die Imagination in der Geisteswissenschaft vermittelt wird, das ist nichts anderes als das wieder auferstandene Leben der Schönheit, wie es vorhanden war innerhalb der Urweisheit. Und das, was der Mensch in sich erlebt hat im Erfühlen der Kraft seines Planeten, in dem aber beschlossen war alles das, was Kraft des Kosmos war, nur daß es zentriert war im Planeten oder zentriert ist im Planeten, alles das, es muß wieder auferstehen, indem der Mensch es aus dem Inneren heraus begreift durch die Erkenntnis der Intuition. Schönheit, aus dem Weltenall herausgesogen, wird Imagination für die Menschheitszukunft von der Gegenwart an. Stärke wird Intuition, durch eigene freie Menschenkraft ergriffen, und Weisheit wird Inspiration.
[ 7 ] What was absorbed—I would say, drawn in—as the power of beauty from the universe, humanity took this into itself, so to speak, in ancient, in very ancient Earth lives. In the middle Earth lives that followed—which we experienced during the Egyptian, Greek, and modern eras—this force was absorbed, but it did not come to the fore of human consciousness. Now humanity is ready to bring this out of consciousness, and it is being brought out. What has been absorbed as the power of beauty will arise anew from within the human being, and spiritual science provides the guidance on how it is to emerge from within the human being. This will arise from within through imagination. And everything that is now consciously conveyed through imagination in spiritual science is nothing other than the resurrected life of beauty, as it existed within primordial wisdom. And what the human being has experienced within themselves in sensing the power of their planet—in which, however, everything that was the power of the cosmos was concentrated, only that it was centered in the planet or is centered in the planet—all of that must rise again as the human being comprehends it from within through the insight of intuition. Beauty, drawn from the universe, becomes imagination for humanity’s future, beginning in the present. Strength becomes intuition, grasped through humanity’s own free power, and wisdom becomes inspiration.
[ 8 ] So hat der Mensch ein Zeitalter verlassen, in dem ihm von außen Schönheit, Weisheit, Stärke geworden ist. Ich möchte sagen, nur nachplappernd sind diese Schlagworte von Weisheit, Schönheit, Stärke in gewissen Geheimgesellschaften, in Freimaurerorden und so weiter, ohne das innere Verständnis weiter fortgepflegt worden. Würde man die Sache innerlich verstehen, so würde man wissen, daß das alte Überlieferungen sind, die wieder aufleben müssen als Imagination, als Inspiration, als Intuition. Es ist daher eine ziemlich untergeordnete Weisheit, wenn allerlei Mitglieder dieser oder jener Orden kommen und eine Ähnlichkeit finden zwischen dem, was in der Geisteswissenschaft auftritt und demjenigen, was sie als ihre Tradition haben, die sie zumeist nicht verstehen. In der Geisteswissenschaft wird der Zusammenhang aus der Geist-Erkenntnis selbst herausgehoben.
[ 8 ] Thus, humanity has left behind an era in which beauty, wisdom, and strength were bestowed upon it from outside. I would say that in certain secret societies, in Masonic orders, and so on, these buzzwords—wisdom, beauty, strength—have merely been parroted without any deeper inner understanding being cultivated. If one were to understand the matter inwardly, one would know that these are ancient traditions that must be revived as imagination, as inspiration, as intuition. It is therefore a rather superficial form of wisdom when all sorts of members of this or that order come and find a similarity between what appears in spiritual science and what they have as their tradition—a tradition they mostly do not understand. In spiritual science, the connection is drawn from spiritual knowledge itself.
[ 9 ] Ein uraltes Zeitalter also haben die Menschen verlassen, in dem sich ihnen die Geheimnisse des Weltenalls offenbarten in Schönheit, Weisheit, Stärke. Einem Zeitalter müssen die Menschen entgegengehen, in dem sich ihnen die Geheimnisse des Weltalls offenbaren aus der Imagination, Inspiration und Intuition derer heraus, die zu diesen Erkenntniskräften kommen wollen oder sollen und die sie auf irgendeine Weise erreichen können. Verstehen kann dasjenige, was aus der Inspiration, Intuition, Imagination heraus geholt wird, heute schon ein jeder, wenn er nur will.
[ 9 ] Humankind has thus left behind an ancient age in which the mysteries of the universe were revealed to them through beauty, wisdom, and strength. Humanity must now move toward an age in which the mysteries of the universe are revealed to them through the imagination, inspiration, and intuition of those who wish to—or are meant to—attain these powers of insight and who can achieve them in some way. Anyone can already understand today what is drawn from inspiration, intuition, and imagination, if only they are willing.
[ 10 ] Nun war aber das alte Zeitalter ausgesetzt einer gewissen Gefahr. Und diese Gefahr, möchte ich sagen, trat am stärksten herauf so etwa gegen das Ende des 2. vorchristlichen Jahrtausends in der damals zivilisierten Welt, über Ägypten, Vorderasien, Indien und so weiter. Die Gefahr war diese, daß man nicht in der richtigen Weise empfing, was sich aus dem Weltenall her, ich möchte sagen, durch Gnade wie von selbst dem Menschen offenbarte, der es nur in seinem Erkenntnisinstinkt zu empfangen hatte. Man konnte dieser Gefahr in der folgenden Weise unterliegen.
[ 10 ] But the ancient age was now exposed to a certain danger. And this danger, I would say, became most acute toward the end of the second millennium B.C. in the then-civilized world—spanning Egypt, the Near East, India, and so on. The danger was that people did not receive in the proper way what was revealed from the universe—I would say, through grace, as if of its own accord—to human beings, who had only to receive it through their instinct for knowledge. One could fall prey to this danger in the following way.
[ 11 ] Sie müssen sich eine Vorstellung machen, was es heißt, daß sich in der den Menschen umgebenden Natur nicht nur das offenbarte, was dem nüchternen heutigen Bewußtsein als Natur erscheint und als Naturgesetze entgegentritt, sondern daß sich grandiose Schönheit, das heißt, schöner Schein in mächtigen, bildhaften Offenbarungen geistiger Wesen, die aus jeder Quelle, aus jeder Wolke, aus allem herausblickten, offenbarte. Es war insbesondere in dieser Zeit, gegen das Ende des 2. Jahrtausends der vorchristlichen Zeitrechnung, nicht so wie in noch älteren Zeiten, wo natürlich das alles auch da war; aber es war, ich möchte sagen, selbstverständlicher da. In dieser Zeit mußte der Mensch dieser Gnade sich dadurch teilhaftig machen, daß er selber etwas dazu tat. Er mußte es nicht auf die Weise tun, wie wir jetzt aus dem vollen Bewußtsein heraus eine höhere geistige Entwickelung suchen, aber er konnte — und es war das sogar ein recht zweifelhaftes Können — Gelüste entwickeln nach diesem Geistigen, das in der Natur sich offenbarte, er konnte seine Bedürfniskräfte, seine Triebkräfte anfeuern; dann enthüllte sich ihm gewissermaßen aus der Natur heraus das Geistige. Und in diesem Anfeuern der Triebkräfte, der Bedürfniskräfte lag eine starke luziferische Gabe.
[ 11 ] You must try to imagine what it means that in the nature surrounding human beings, it was not only revealed what appears to today’s sober consciousness as nature and presents itself as the laws of nature, but that magnificent beauty—that is, beautiful radiance—was revealed in powerful, pictorial manifestations of spiritual beings who gazed forth from every spring, from every cloud, from everything. It was especially during this period, toward the end of the second millennium of the pre-Christian era, that things were not as they had been in even earlier times—when, of course, all of this was also present—but it was, I would say, present in a more self-evident way. During this period, human beings had to participate in this grace by doing something themselves. They did not have to do so in the way that we now seek higher spiritual development out of full consciousness, but they could—and this was, in fact, a rather dubious ability—develop a longing for this spiritual aspect that revealed itself in nature; they could stir up their forces of need, their driving forces; then, in a sense, the spiritual revealed itself to them out of nature. And in this stirring up of the driving forces, the forces of need, lay a powerful Luciferic gift.
[ 12 ] Die meisten von Ihnen wissen ja, wie selbstverständlich in der alten atlantischen Zeit das Erscheinen der elementaren Wesenheiten für den Menschen war. Aber dieses Erscheinen klingt auch für das Hellsehen der nachatlantischen Zeit noch fort. Es verlor sich aber nach und nach, und dann wußte es der Mensch, konnte es in einer gewissen Weise auch hervorzaubern aus den Naturerscheinungen durch seine Bedürfniskräfte. Das war die luziferische Gefahr, die sich ergab. Der Mensch konnte sich gewissermaßen aufrütteln, anfeuern, um Geistiges mit sich zu vereinigen. Aber diese Art der Aufrüttelung war etwas Luziferisches in ihm. Daher war die Welt der damaligen Kultur und Zivilisation gegen das Ende des 2. Jahrtausends der vorchristlichen Zeitrechnung stark luziferisch durchseucht. Wir haben ja bei anderen Gelegenheiten auf diese luziferische Durchseuchung von anderen Gesichtspunkten aus hingedeutet; ich habe sie auf ihre anderen Ursachen zurückgeführt; aber jetzt wollen wir sie einmal von dem in diesen drei Vorträgen angenommenen Standpunkte aus betrachten.
[ 12 ] Most of you know, of course, how natural the appearance of elemental beings was to human beings in the ancient Atlantean era. But this phenomenon continues to resonate even in the clairvoyance of the post-Atlantean era. It gradually faded away, however, and then human beings knew how to conjure it up in a certain way from natural phenomena through the power of their needs. That was the Luciferic danger that arose. Human beings could, so to speak, rouse and spur themselves on to unite with the spiritual. But this kind of rousing was something Luciferic within them. Consequently, the world of the culture and civilization of that time, toward the end of the second millennium of the pre-Christian era, was heavily infested with Luciferic influences. We have, of course, alluded to this Luciferic infestation from other perspectives on other occasions; I have traced it back to its other causes; but now let us consider it from the standpoint adopted in these three lectures.
[ 13 ] Dieser damaligen luziferischen Durchseuchung der Welt steht eine andere gegenüber, eine ahrimanische. Und diese ahrimanische Durchseuchung, sie ist gegenwärtig im Anzuge, mit einer riesig starken Kraft im Anzuge. Es ist ja ganz furchtbar, wie der zivilisierte Mensch der Gegenwart schläft gegenüber dem, was sich eigentlich entwickelt. Bedenken Sie nur einmal, wie sich in der neuesten Zeit die mechanischen Kräfte, die Maschinenkräfte entwickelt haben. Ich habe davon schon einmal von anderen Gesichtspunkten aus gesprochen. Es ist gar nicht so lange her, da mußten die Menschen durch ihre Muskelkräfte dasjenige tun, was sie in gewisser Beziehung in der neuesten Zeit den Maschinen überlassen können, an die sie nur tippen. Dem, was sich da in den Maschinen abspielt, dem liegen die Kräfte zugrunde, die der Mensch aus der Erde herausbringt, indem er die Kohle fördert. Die Kohle liefert die Kraft, die dann in unseren Maschinen arbeitet.
[ 13 ] This Luciferic infestation of the world at that time is countered by another, an Ahrimanic one. And this Ahrimanic infestation is currently on the rise, gaining momentum with tremendous force. It is truly appalling how oblivious modern civilized people are to what is actually unfolding. Just consider for a moment how mechanical forces—the power of machines—have developed in recent times. I have spoken of this before from other perspectives. It was not so long ago that people had to use their own muscle power to do what, in a certain sense, they can now leave to machines—machines they merely operate with a touch. What takes place within these machines is underpinned by the forces that human beings extract from the earth by mining coal. Coal provides the power that then drives our machines.
[ 14 ] Wenn nun der Mensch es dahin bringt, daß neben ihm eine Maschine arbeitet, so ist das ja so, daß er das, was er früher selber tun mußte, gewissermaßen an die Maschine ausliefert. Die Maschine tut es. Neben ihm steht die Maschine und verrichtet die Arbeit, die er vorher selber verrichten mußte. Man mißt, was da die Maschine erarbeitet, nach Pferdekräften, und wenn man im großen messen will, so mißt man, was man erarbeitet innerhalb eines gewissen Territoriums, nach der Kraft, die ein Pferd in einem Jahre aufbringt, wenn es seine tägliche Arbeitszeit verrichtet. Nun nehmen Sie das Folgende: 1870 — man kann das aus der Kohlenförderung berechnen — haben innerhalb Deutschlands — ich wähle ausdrücklich das Kriegsjahr, ganz absichtlich — gearbeitet sechs ganze und sieben Zehntel Millionen Pferdekraftjahre. Das heißt, außer dem, was die Menschen gearbeitet haben, haben die Maschinen sechs ganze und sieben Zehntel Millionen Pferdekraftjahre gearbeitet. Das ist also eine Kraft, die aus den Maschinen selber heraus gearbeitet worden ist. 1912 wurden in demselben Deutschland durch die Maschinenkraft 79 Millionen Pferdekraftjahre gearbeitet!
[ 14 ] Now, when a person reaches the point where a machine is working alongside him, what happens is that he, in a sense, hands over to the machine what he used to have to do himself. The machine does it. The machine stands beside him and performs the work that he previously had to do himself. The output of the machine is measured in horsepower, and when measuring on a large scale—that is, the output within a certain territory—it is measured in terms of the power a horse produces in a year while performing its daily work. Now consider the following: In 1870—this can be calculated from coal production—six and seven-tenths million horsepower-years were worked within Germany—I am deliberately choosing the year of the war, quite intentionally. That means that, in addition to what people worked, the machines worked six and seven-tenths million horsepower-years. This, then, is a force that was generated by the machines themselves. In 1912, in the same Germany, 79 million horsepower-years were produced by machine power!
[ 15 ] Da Deutschland fast 79 Millionen Einwohner hat, arbeitet also neben jedem Menschen ein Pferd das ganze Jahr hindurch. Und bedenken Sie die Zunahme von 6,7 Millionen Pferdekraftjahren zu 79 Millionen Pferdekraftjahren innerhalb weniger Jahrzehnte!
[ 15 ] Since Germany has a population of nearly 79 million, that means there is one horse working alongside every person throughout the year. And just consider the increase from 6.7 million horse-power-years to 79 million horse-power-years in just a few decades!
[ 16 ] Und betrachten Sie jetzt diese Verhältnisse in bezug auf den Ausbruch der furchtbaren Kriegskatastrophe. In demselben Jahre 1912 konnten Frankreich, Rußland, Belgien zusammen 35 Millionen Pferdekraftjahre aufbringen; Großbritannien 98 Millionen Pferdekraftjahre. Im wesentlichen wurde ja der Krieg im Jahre 1870 durch Menschen ausgetragen, denn man konnte nicht viel mobil machen von den mechanischen Kräften. Es waren ja in Deutschland erst 6,7 Millionen Pferdekraftjahre da. In den wenigen Dezennien war es anders geworden. Sie wissen, in diesem Kriege haben ja im wesentlichen die Maschinen gegeneinander gearbeitet. Was an den Fronten sich gegenübertrat, stammte aus den Maschinen heraus, so daß eigentlich zur Front geführt wurden die Pferdekraftjahre der Mechanismen.
[ 16 ] And now consider these circumstances in light of the outbreak of the terrible catastrophe of war. In that same year, 1912, France, Russia, and Belgium together could muster 35 million horsepower-years; Great Britain, 98 million horsepower-years. Essentially, the war in 1870 was fought by people, since not much of the mechanical power could be mobilized. After all, Germany had only 6.7 million horsepower-years at that time. Things had changed in the few decades since then. As you know, in this war it was essentially the machines that pitted themselves against one another. What faced off against each other on the front lines came from the machines, so that it was actually the horsepower-years of the machinery that were brought to the front.
[ 17 ] Nun war allerdings die Sache so, daß Großbritannien erst im Laufe längerer Zeit seine 98 Millionen Pferdekraftjahre mobil machen konnte. Aber dann standen zusammen in demjenigen, was aus der mechanischen Kraft dieser Reiche kam, 133 Millionen Pferdekraftjahre gegen 79 Millionen Pferdekraftjahre von Deutschland; etwa 92 Millionen Pferdekraftjahre würde man herausbekommen, wenn man noch Österreich hinzuzählte. Nun wurde dadurch zunächst etwas ausgeglichen, daß eben, wie gesagt, Großbritannien seine Pferdekraftjahre nicht so schnell umwandeln konnte von der Landbearbeitung zur Front hin. Es standen in dieser furchtbaren Kriegskatastrophe einander gegenüber wirklich nicht etwa die Weisheiten der Generäle — die gaben gewisse Richtungen. allerdings an —, aber das Wesentliche, was sich gegenüberstand, waren die mechanischen Kräfte, die aufeinanderprallten in den Fronten, und die nicht abhingen von den Generälen, sondern die abhingen von den Erfindungen, die vorher der Mensch aus seiner Naturwissenschaft heraus gemacht hatte.
[ 17 ] The fact of the matter, however, was that Great Britain was only able to mobilize its 98 million horsepower-years over the course of a longer period of time. But then, when combined, the mechanical power generated by these empires totaled 133 million horsepower-years, compared to Germany’s 79 million horsepower-years; and if one were to add Austria to the mix, the total would come to about 92 million horsepower-years. At first, this was somewhat offset by the fact that, as mentioned, Great Britain could not convert its horsepower-years from agricultural use to the front lines so quickly. In this terrible catastrophe of war, it was certainly not the wisdom of the generals that stood opposed to one another—they merely provided certain directions. —though they did provide certain directions—but what truly stood opposed to one another were the mechanical forces that clashed on the front lines, forces that did not depend on the generals, but rather on the inventions that humanity had previously made based on its natural sciences.
[ 18 ] Und was mußte denn gewissermaßen mit eiserner Notwendigkeit schicksalsmäßig geschehen? Nehmen wir an, daß jetzt noch an die Front geschickt wurden die Pferdekraftjahre der Vereinigten Staaten von Amerika mit 139 Millionen Pferdekraftjahren.
[ 18 ] And what, so to speak, was bound to happen with iron necessity, as if by fate? Let’s assume that the United States of America’s 139 million horsepower-years were now being sent to the front.
[ 19 ] Sie sehen, durch dasjenige, was der Mensch in wenigen Jahrzehnten an Maschinenkraft hergestellt hatte, war ganz abgesehen von der Genialität der Generäle, das Schicksal der Welt vorbestimmt. Gegen dieses Schicksal der Welt, gegen diese Notwendigkeit, wo an den Fronten einfach die Ergebnisse der mechanischen Kräfte aufeinanderprallten, war nichts zu machen.
[ 19 ] You see, the fate of the world was predetermined by the mechanical power that humankind had created in just a few decades—quite apart from the genius of the generals. There was nothing that could be done against this fate of the world, against this inevitability, where the results of mechanical forces simply clashed on the battlefronts.
[ 20 ] Ja, was liegt denn da eigentlich vor? Der Mensch hat aus seinem Denken heraus die Mechanismen konstruiert. Indem er sie konstruiert hatte, hatte er seinen Verstand, seinen aus der Naturwissenschaft heraus gewonnenen Verstand, in die Mechanismen hineingelegt. Es war gewissermaßen aus seinem Kopfe davongelaufen der Verstand und war zu den Pferdekraftjahren in seiner Umgebung geworden. Die arbeiteten jetzt, davongelaufen, selbst. Mit welch rasender Schnelligkeit dieses Schaffen einer Welt, die unmenschlich-außermenschlich ist, in den letzten Jahrzehnten durch Menschen geschehen ist, von dem macht sich ja der schlafende zivilisierte Mensch der Gegenwart nicht leicht eine Vorstellung.
[ 20 ] Yes, what exactly is going on here? Humans constructed these mechanisms based on their own thinking. By constructing them, they had imbued the mechanisms with their intellect—the intellect they had derived from the natural sciences. In a sense, reason had run away from his head and had become the horsepower-years in his surroundings. Now, having run away, they were working on their own. The sleeping, civilized human beings of the present day find it hard to even imagine the breakneck speed with which this creation of a world—one that is inhuman and superhuman—has been carried out by humans in recent decades.
[ 21 ] Jener Mensch, auf den ich Sie hingewiesen habe, am Ende des 2. Jahrtausends der vorchristlichen Zeit, der hatte die luziferische Verseuchung um sich; die geistigen Wesenheiten, für die er seine Bedürfnisse entwickelte und die außerhalb seiner aus der Natur ihm erschienen. Wenn das ein Naturobjekt ist, erschien darin das geistige Wesen (es wird gezeichnet). Jetzt läßt der Mensch einströmen in die Materie seinen Geist, in Mechanismen. Der wird da drinnen so, daß zum Beispiel in Deutschland jeder Mensch noch ein Pferd neben sich aus dem menschlichen Verstande heraus geschaffen hat, das nun neben ihm arbeitet, das kein Pferd war, sondern das Maschinenkraft war. Das ist abgesondert vom Menschen, wie einstmals diese Elementarwesenheiten abgesondert waren vom Menschen, nur in anderem Sinne. Die waren so abgesondert, daß der Mensch seine luziferische Kraft darauf wenden mußte. Jetzt wendet er seine ahrimanische Kraft darauf. Jetzt verahrimanisiert er es, mechanisiert es. Wir leben im Zeitalter der ahrimanischen Verseuchung. Die Menschen merken gar nicht, daß sie eigentlich zurücktreten aus der Welt, und daß sie ihren Verstand der Welt einverleiben und neben sich eine Welt, die selbständig wird, schaffen. Und das große, ich möchte sagen, teuflische Experiment ist ausgeführt worden seit dem Jahre 1914; daß die eine ahrimanische Wesenheit gegen die andere ahrimanische Wesenheit im Grunde genommen den Ausschlag gegeben hat. Wir haben es mit einem ahrimanischen Kampfe fast über die ganze Erde zu tun gehabt. Den ahrimanischen Charakter hat er angenommen dadurch, daß der Mensch eben in dem Mechanismus, der ihn umgibt, eine neue ahrimanische Welt geschaffen hat. Und es ist eine neue ahrimanische Welt. Wenn Sie auf die Zahlen sehen: Von 6,7 Millionen auf 79 Millionen Pferdekraftjahre in wenigen Jahrzehnten ist die außermenschliche mechanische Kraft gestiegen das Verhältnis ist in den übrigen Ländern dasselbe —, wie rasch ist der Ahriman gewachsen in den letzten Jahrzehnten!
[ 21 ] That person I mentioned to you, at the end of the second millennium B.C., was surrounded by the Luciferic contamination; the spiritual beings for whom he developed his needs and who appeared to him from outside himself, from nature. If it was a natural object, the spiritual being appeared within it (it is depicted). Now, however, human beings allow their spirit to flow into matter, into mechanisms. It becomes such that, for example, in Germany every person has created a horse beside themselves out of human intellect—one that now works alongside them, which was not a horse but rather mechanical power. This is separated from the human being, just as these elemental beings were once separated from the human being—only in a different sense. They were separated in such a way that the human being had to direct his Luciferic power toward them. Now he directs his Ahrimanic power toward them. Now he Ahrimanizes it, mechanizes it. We live in the age of Ahrimanic contamination. People do not even realize that they are actually withdrawing from the world, and that they are incorporating their intellect into the world and creating alongside themselves a world that is becoming independent. And the great—I would say diabolical—experiment has been carried out since the year 1914; that one Ahrimanic entity has, in essence, tipped the balance against the other Ahrimanic entity. We have been dealing with an Ahrimanic struggle across almost the entire Earth. It has taken on an Ahrimanic character precisely because human beings have created a new Ahrimanic world within the very machinery that surrounds them. And it is a new Ahrimanic world. If you look at the figures—from 6.7 million to 79 million horsepower-years in just a few decades, non-human mechanical power has increased (the ratio is the same in other countries)—how rapidly Ahriman has grown in recent decades!
[ 22 ] Darf da nicht die Frage entstehen, ob der Mensch ganz verlieren soll, was in seinen Willen gestellt ist, was in seine Initiativkraft gestellt ist? Die Frage kann gestellt werden, ob denn der Mensch immer mehr und mehr der Illusion entgegengeführt werden soll, er mache die Dinge, während in Wahrheit die ahrimanischen Kräfte, die man nach Pferdekraftjahren berechnen kann, gegeneinander arbeiten? Denjenigen, der die Welt überschaut, interessiert nur vom moralischen Standpunkte aus etwa Foch und Ludendorff und Haig. Vom Standpunkte der vollen Realität interessieren ihn diejenigen Kräfte, die aus der Kohle kommen und die an den Fronten aufeinanderprallen, die aus den mechanischen Werkstätten an die Fronten geführt werden, je nach den Erfindungskräften der vorherigen Jahre, und die zu einem einfachen Rechenexempel machen, was geschehen muß.
[ 22 ] Doesn’t this raise the question of whether human beings are to lose entirely what lies within their will, what lies within their power of initiative? One might ask whether human beings are to be led further and further into the illusion that they are the ones doing things, when in reality the Ahrimanic forces—which can be measured in horsepower-years—are working against one another? From a moral standpoint, those who survey the world are interested only in figures such as Foch, Ludendorff, and Haig. From the standpoint of full reality, he is interested in those forces that arise from coal and clash on the front lines—forces that are brought from the machine shops to the front lines, depending on the inventive powers of previous years—and that reduce what must happen to a simple arithmetic problem.
[ 23 ] Somit ist das Ahrimanischwerden der Welt ein einfaches Rechenexempel, um zu wissen, was geschehen muß. Und wie steht der Mensch daneben? Er kann ja als der Dumme daneben stehen, dem zuletzt seine Maschinen entgegenlaufen, wenn er noch etwas kompliziertere Kombinationen von Kräften findet.
[ 23 ] Thus, the world’s transformation into Ahriman is a simple mathematical example that shows what must happen. And how does humanity fit into this? It can, of course, stand by as the fool, whose machines will ultimately turn against him if he discovers even more complex combinations of forces.
[ 24 ] Diese Ahrimanisierung ist das moderne Gegenstück zu der Luziferisierung der Welt, von der ich vorhin gesprochen habe. Das ist es, worauf man hinschauen muß. Denn ist das nicht vielleicht das Alleralleranschaulichste, um die Notwendigkeit zu beweisen, daß der Mensch jetzt aus dem Inneren heraus schaffen muß? Diese Ahrimanisierung werden wir nicht aufhalten, sollen wir auch nicht aufhalten, sonst würden wir vor jeder neuen Mechanisierung stehen wie das Nürnberger Ärztekollegium 1839 oder wie der Berliner Postmeister vor dem Bau der Eisenbahn, der sagte: Da wollen die Leute von Berlin bis Potsdam eine Eisenbahn fahren lassen — ich lasse doch jede Woche zweimal Postwagen hinausfahren, und es sitzt kein Mensch drinnen! — Aufhalten kann man die Mechanisierung nicht, denn die Kultur muß in diesem Sinne gehen. Die Kultur verlangt die Ahrimanisierung. Aber ihr muß an die Seite gestellt werden, was nun aus dem menschlichen Inneren heraus arbeitet, was aus dem menschlichen Inneren wiederum Weisheit, Schönheit, Kraft, also Stärke schöpft in der Imagination, in der Intuition, in der Inspiration. Denn die Welten, die da aufgehen werden, die werden des Menschen Welten sein, es werden solche sein, die im Geiste, in der Seele vor uns stehen, während draußen die ahrimanischen Maschinenkräfte ablaufen. Und diese Mächte, die da aus der Imagination, aus der Inspiration, aus der Intuition aufsteigen, die werden die Macht haben, zu dirigieren, was sonst den Menschen überwältigen müßte um ihn herum aus dem rasenden Tempo der Ahrimanisierung heraus. Was aus der geistigen Welt, aus Imagination, aus Inspiration, Intuition kommt, das ist stärker als alle Pferdekraftjahre, die noch aus der Mechanisierung der Welt ersprießen können. Aber überwältigen würden den Menschen die mechanisierenden Kräfte, wenn er für sie nicht das Gegengewicht finden würde in dem, was er finden kann aus den Offenbarungen der geistigen Welt heraus, die er erstreben muß.
[ 24 ] This “Ahrimanization” is the modern counterpart to the “Luciferization” of the world I spoke of earlier. This is what we must focus on. For is this not perhaps the very clearest illustration of the necessity for human beings to create from within at this time? We will not stop this Ahrimanization, nor should we; otherwise, we would stand before every new mechanization just as the Nuremberg Medical Association did in 1839, or like the Berlin postmaster before the construction of the railroad, who said: “They want to run a railroad from Berlin to Potsdam—but I send out mail coaches twice a week, and there’s not a single person inside!” — You cannot stop mechanization, for culture must develop in this direction. Culture demands this Ahrimanization. But it must be accompanied by what now works from within the human being—that which, in turn, draws wisdom, beauty, and power—that is, strength—from within the human being through imagination, intuition, and inspiration. For the worlds that will dawn there will be the worlds of humanity; they will be worlds that stand before us in the spirit and in the soul, while outside the Ahrimanic mechanical forces run their course. And these forces that arise from imagination, inspiration, and intuition will have the power to direct what would otherwise overwhelm human beings all around them due to the frenzied pace of Ahrimanization. What comes from the spiritual world—from imagination, inspiration, and intuition—is stronger than all the horsepower-years that can still spring from the mechanization of the world. But the mechanizing forces would overwhelm human beings if they did not find a counterbalance to them in what they can discover through the revelations of the spiritual world, which they must strive to attain.
[ 25 ] Es ist nicht irgendeine Erfindung, irgendein abstraktes Ideal, irgendein Schlagwort, was mit der Geisteswissenschaft auftritt und was nach der Erkenntnis der Imagination, Inspiration, Intuition strebt, sondern es ist etwas, was in seiner Notwendigkeit handgreiflich abgelesen werden kann von dem Gang der Menschheitsentwickelung. Und man muß hinweisen darauf, daß der Mensch überwältigt werden würde durch das Außermenschliche, das er selbst geschaffen hat in einer ahrimanisierten Welt in errechenbaren Pferdekräften. Als dem Menschen von außen zukam, was ihm Weisheit, Schönheit und Stärke gab, da hatte er noch nicht um sich die ahrimanisierte Welt, da konnte er es in Gnade aufnehmen, oder durch Gnade aufnehmen, und er hatte auf der Erde, was er höchstens durch die Kraft des Feuers oder durch die einfachsten mechanischen Werkzeuge, die nicht viel hinzutaten zu seiner eigenen Kraft, sich dazu erarbeitete. Und ungefähr erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben wir eine neue Welt, ich möchte sagen, eine mächtige neue geologische Schichte die Erde bedeckend. Zu all den Schichten, Diluvium, Alluvium, kommt hinzu die ahrimanische Schichte der mechanisierten Kräfte, welche wie eine Kruste über die Erde sich bildet. Also aus den Tiefen steigt auf, was den Menschen überwältigt, wenn der Mensch sich nicht hineinstellt in die äußere Welt mit jener Welt, die ihm aus dem Geiste, das heißt aus Imagination, Intuition, Inspiration heraus kommt.
[ 25 ] What emerges with spiritual science—and what strives toward the knowledge of imagination, inspiration, and intuition—is not just any invention, any abstract ideal, or any catchphrase, but rather something whose necessity can be clearly discerned from the course of human development. And one must point out that human beings would be overwhelmed by the non-human forces—which they themselves have created in an Ahrimanized world—measured in calculable horsepower. When what gave humanity wisdom, beauty, and strength came to it from without, it did not yet have the Ahrimanized world around it; it could receive it in grace, or through grace, and it had on Earth what it had worked out for itself at most through the power of fire or through the simplest mechanical tools, which did not add much to its own strength. And it is only since roughly the second half of the 19th century that we have had a new world—I would say, a powerful new geological layer covering the Earth. Added to all the other strata—the diluvium and alluvium—is the Ahrimanic stratum of mechanized forces, which is forming like a crust over the Earth. Thus, rising from the depths is that which overwhelms human beings unless they bring into the outer world that inner world which arises within them from the spirit—that is, from imagination, intuition, and inspiration.
[ 26 ] Es sind wahrhaftig starke Impulse aus der Erkenntnis des Weltenganges heraus, welche hinweisen auf die Notwendigkeit geisteswissenschaftlicher Kultur und Zivilisation. Es sind heute schon errechenbare Notwendigkeiten. Denn, ist es nicht furchtbar, daß neben dem Menschen mit so rasender Eile diese, sagen wir, übergeologische Schichte heraufzieht wie eine neue Erdkruste, und daß viele Menschen heute noch so denken, wie gedacht worden ist, als zum Beispiel in Deutschland nur 6,7 Millionen Pferdekraftjahre produziert wurden durch die Mechanisierung? Denken denn die Leute daran, woher der Gang der Welt eigentlich durchkraftet wird? Ist man im Bilde, was in Wirklichkeit geschieht? Man ist es nicht, sonst würde man aus der Erkenntnis dessen, was geschieht, wirklich die Notwendigkeit ersehen, eine neue Form zu finden für die Durchtränkung des Menschen mit dem, was abgelaufene Zeiten Schönheit, Weisheit, Stärke genannt haben, und was wir nach dem Gang, den die menschliche Persönlichkeit nehmen muß, um es zu erlangen, Imagination, Inspiration, Intuition nennen müssen.
[ 26 ] These are truly powerful impulses arising from an understanding of the course of the world, which point to the necessity of a spiritual-scientific culture and civilization. These are already quantifiable necessities today. For is it not terrible that, alongside humanity, this—let us call it—“super-geological” layer is rising with such breakneck speed, like a new crust of the Earth, and that many people today still think as they did when, for example, only 6.7 million horsepower-years were produced in Germany through mechanization? Do people even think about what actually drives the course of the world? Are they aware of what is really happening? They are not; otherwise, from the realization of what is happening, they would truly see the necessity of finding a new way to imbue human beings with what past ages called beauty, wisdom, and strength—and what, given the path the human personality must take to attain it, we must call imagination, inspiration, and intuition.
[ 27 ] Wir blicken also hinein in eine Welt ahrimanischer Durchseuchung. Ich habe schon öfter gesagt: Ich möchte nicht leichtsinnig das Wort «Übergangszeit» gebrauchen, denn im Grunde ist jede Zeit eine Übergangszeit; aber eine Zeit, in der sich etwas so Besonderes wie der Ahrimanismus so rasend schnell entwickelt hat, wie seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, solch eine Zeit ist nicht immer da. Und die für einen großen Teil von Mitteleuropa unmittelbar vorangehende Biedermeierzeit, die ist wahrhaftig nicht zu vergleichen mit demjenigen, was in den letzten Jahrzehnten sich eigentlich in Wirklichkeit zugetragen hat. Man muß schon die ganze Schwere empfinden dieser neuzeitlichen Ereignisse. Und man muß folgendes empfinden.
[ 27 ] We are thus looking into a world infested by Ahriman. I have said many times before: I do not wish to use the term “transitional period” lightly, for essentially every era is a transitional period; but a time in which something as extraordinary as Ahrimanism has developed so rapidly—as it has since the last third of the 19th century—such a time does not come along often. And the Biedermeier era, which immediately preceded this for a large part of Central Europe, truly cannot be compared to what has actually taken place in reality over the last few decades. One must truly sense the full gravity of these modern events. And one must sense the following.
[ 28 ] Wenn man hinschaut auf solch ein Ereignis, wie es sich 1870/71 in Mitteleuropa als Kriegsereignis abgespielt hat: man konnte es überdenken, man konnte nachkommen mit seinen Gedanken. Aber sehen Sie sich doch nur einmal an, wie die Menschen noch immer in derselben Weise versuchen, sich die Vorgänge der letzten Jahre zu vergegenwärtigen! Sie denken ja noch immer so, wie man gedacht hat, als in Deutschland nur 6,7 Millionen Pferdekraftjahre vorhanden waren! Man begreift gar nicht, daß man anders denken muß, wenn 79 Millionen Pferdekraftjahre außer dem Menschen arbeiten! Das erfordert, daß ganz anderes Denken Platz greift. Ohne daß man sich zur Geisteswissenschaft wendet, lösen sich die Rätsel, die aus diesen Ereignissen heraus kommen, eben durchaus nicht. Wenn der Mensch um sich herum durch die äußere Wissenschaft die Welt mechanisiert, dann muß er um so mehr aus seinem Inneren heraus eine innere Wissenschaft, die wiederum Weisheit ist, erstehen lassen. Die wird die Kraft haben, das zu dirigieren, was ihn sonst überwältigen würde.
[ 28 ] When one looks at an event such as the war that took place in Central Europe in 1870–71, one could reflect on it; one could follow its course in one’s thoughts. But just look at how people are still trying, in exactly the same way, to make sense of the events of recent years! They’re still thinking the way people did back when Germany had only 6.7 million horsepower-years at its disposal! They simply don’t grasp that one must think differently when 79 million horsepower-years are at work apart from human beings! This requires a completely different way of thinking to take hold. Without turning to spiritual science, the mysteries arising from these events simply cannot be solved. When human beings mechanize the world around them through external science, they must all the more allow an inner science—which is, in turn, wisdom—to arise from within themselves. This will have the power to direct what would otherwise overwhelm them.

