Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I
Human Beings as Physical and Spiritual Entities
in Their Relationship to the World
GA 205
10 July 1921, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Gestern am Schlusse habe ich aufmerksam darauf gemacht, daß der Frühlingspunkt der Sonne seit jener Zeit, seit welcher wir nach geisteswissenschaftlicher Anschauung die Entwickelung der Menschheit auf Erden zu rechnen haben, einen Umkreis von den Fischen zu den Fischen gemacht habe. Wenn ich in diesem Zusammenhange gesprochen habe von der Entwickelung der Menschheit auf Erden, so muß das selbstverständlich richtig verstanden werden. Wir sprechen ja von der Gesamtentwickelung der Menschheit so, daß wir sie ihrem Wesen nach beginnen lassen schon in der alten Saturnzeit, und daher kann es sich natürlich nur um eine Teilentwickelung der Menschheit handeln, wenn hier gesprochen wird von der Entwickelung der Menschheit auf Erden. Aber man kann ja die Sache sich so vorstellen: Der Mensch hat ganz selbstverständlich während der eigenen Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit eine wesentlich andere Gestaltung gehabt, eine Gestaltung, die gar nicht zu vergleichen ist mit derjenigen, welche die jetzige Menschengestaltung ist. Und wenn hier jetzt von der Gestaltung der Menschheit auf Erden gesprochen wird, so bedeutet es, daß eben die Vorbereitungen zu dieser physischen Menschengestaltung damals am Ende des lemurischen Zeitalters begonnen haben, daß sie sich herausgebildet haben so, wie ich das ja in meinen Schriften beschrieben habe, in der atlantischen Zeit, also gerade in derjenigen Zeit, die einen solchen vollen Umlauf des Frühlingsaufgangspunktes der Sonne darstellt.
[ 1 ] Yesterday, at the end of my lecture, I pointed out that the vernal equinox has completed a full cycle from Pisces to Pisces since the time from which, according to the spiritual-scientific view, we must date the development of humanity on Earth. When I have spoken in this context of the development of humanity on Earth, this must of course be understood correctly. We speak of the overall development of humanity in such a way that we trace its origins back to the ancient Saturn era; therefore, when we speak here of the development of humanity on Earth, we are naturally referring only to a partial phase of that development. But one can, of course, picture the matter this way: Human beings naturally had a fundamentally different form during their own Saturn, Sun, and Moon periods—a form that cannot be compared at all to the form of human beings today. And when we speak here of the form of humanity on Earth, it means that the preparations for this physical human form began back then at the end of the Lemurian epoch, and that they took shape, as I have described in my writings, during the Atlantean epoch—that is, precisely during the period that represents one full cycle of the spring vernal equinox.
[ 2 ] Nun wollen wir uns heute einmal darüber verbreiten, welchen Verhältnissen der Mensch eigentlich in dieser Zeit, in der er also gewissermaßen wiederum an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt ist, unterworfen war. Ich möchte schematisch noch etwas vor Sie hinstellen, damit Sie im völligen Bilde desjenigen sind, was ich eigentlich mit diesen Ausführungen meine. Wir können nicht sagen: Die Menschenentwickelung sei so abgelaufen seit der letzten lemurischen Zeit, wo der Frühlingsaufgangspunkt der Sonne auch in den Fischen war, daß wir diese Entwickelung als einen Kreislauf so zeichnen, daß er einfach in sich selbst zurückläuft. Das würde falsch sein. Wir müssen uns diesen Kreis, denn selbstverständlich gebe ich damit nur ein Bild der Entwickelung, wir müssen uns ihn spiralförmig denken. Wir müssen uns also denken, daß, wenn der Ausgangspunkt der Entwickelung in der alten lemurischen Zeit hier liegt, diese Entwickelung so zurückkehrt, daß der Mensch natürlich auf eine höhere Stufe seines Wesens gestiegen ist, aber auf dieser höheren Stufe in bezug auf sein Verhältnis zum Kosmos gewissermaßen zu seinem Ausgangspunkte im gegenwärtigen Zeitalter zurückgekehrt ist. Und wie er in diesen Verhältnissen drinnen zu leben hatte, das wollen wir uns heute einmal vor die Seele führen.
[ 2 ] Today, let us take a closer look at the conditions to which human beings were actually subject during this period, in which they have, so to speak, returned to their starting point. I would like to present a schematic overview so that you have a complete picture of what I actually mean by these remarks. We cannot say that human evolution has proceeded in such a way since the last Lemurian epoch—when the spring vernal equinox was also in Pisces—that we can depict this evolution as a cycle that simply loops back on itself. That would be incorrect. We must conceive of this cycle—for, of course, I am merely presenting an image of evolution—as spiral-shaped. We must therefore imagine that, if the starting point of evolution in the ancient Lemurian era lies here, this evolution returns in such a way that humanity has naturally ascended to a higher stage of its being, but at this higher stage—in terms of its relationship to the cosmos—has, in a sense, returned to its starting point in the present age. And how human beings had to live within these conditions—let us bring that to mind today.


[ 3 ] Ich habe vor einiger Zeit vor einem engeren Kreise in Stuttgart Vorträge gehalten über ein mögliches astronomisches Weltenbild. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja durch lange Zeiträume hindurch das sogenannte Ptolemäische Weltenbild von der Menschheit als richtig angesehen worden ist. Dieses Ptolemäische Weltenbild ist durchaus geistreich, ist durchaus so, daß es, ich möchte sagen, in gewissen Linienformen geometrisch dasjenige zusammenfaßt, was zusammengefaßt werden muß, wenn wir den Anblick, den wir von den Sternen, ihren Stellungen und ihren Bahnen haben, durch bildliche Gestaltungen ausdrücken wollen. Dann, aus gewissen Verhältnissen heraus, die ja auch öfter von mir geschildert worden sind, ist dies Ptolemäische Weltensystem ersetzt worden durch dasjenige, das im wesentlichen, wenn auch mit gewichtigen Veränderungen, heute noch als das richtige angesehen wird, durch das Kopernikanische. Ich habe nun in Stuttgart gezeigt, daß auch dieses Kopernikanische Weltensystem ja nichts anderes ist, als eine durch Linien bewirkte Zusammenfassung dessen, was wir eben sehen, wenn wir unsere Augen oder Fernrohre oder etwas anderes in den Kosmos hinausrichten, und ich habe gezeigt, daß man keineswegs sagen kann, dieses Kopernikanische Weltensystem sei nun etwa um so viel richtiger als das Ptolemäische Weltensystem; es ist nur eine andere Art Zusammenfassung der Erscheinungen. Und ich habe dann versucht, selbst zusammenzufassen diese Erscheinungen in Anknüpfung an dasjenige, was der Mensch — der ja, wenn zum Beispiel die Erde eine Bewegung hat, diese Bewegung mitmachen muß — in sich selber erfahren kann. Ich will heute nur das Ergebnis, das andere ist ja heute für uns nicht wichtig, vor Ihre Seele hinstellen.
[ 3 ] Some time ago, I gave lectures to a small group in Stuttgart on a possible astronomical worldview. I pointed out how, over long periods of time, the so-called Ptolemaic worldview had been regarded by humanity as correct. This Ptolemaic worldview is thoroughly ingenious; indeed, I would say that, in certain geometric lines and forms, it summarizes what must be summarized if we wish to express, through visual representations, the view we have of the stars, their positions, and their orbits. Then, due to certain circumstances—which I have, in fact, described on several occasions—this Ptolemaic system of the world was replaced by the one that, in essence—albeit with significant modifications—is still regarded today as the correct one: the Copernican system. I have now shown in Stuttgart that this Copernican system of the world is, in fact, nothing other than a summary—achieved through lines—of what we actually see when we direct our eyes, telescopes, or other instruments out into the cosmos, and I have shown that one cannot by any means say that this Copernican system of the world is, say, that much more correct than the Ptolemaic system of the world; it is merely a different way of summarizing the phenomena. And I then attempted to summarize these phenomena myself, drawing on what human beings—who, after all, must participate in a movement if, for example, the Earth is in motion—can experience within themselves. Today I wish only to present the result to you; the rest is not important for us today.
[ 4 ] Wenn man nämlich anfängt, diese Erscheinungen nicht in einseitiger Weise, wie es sowohl vom Ptolemäischen wie vom Kopernikanischen Weltensystem geschieht, zusammenzufassen, sondern wenn man alles berücksichtigt, was einem vorliegt, dann kommt man zu der Überzeugung, diese Zusammenfassung werde zuletzt so kompliziert, daß man eigentlich gar nicht mehr mit einem einfachen Weltensystem, welches man durch den Stift oder mit dem Planiglobium darstellt, auskommen kann. Es ist gar nicht möglich im Grunde genommen, die Dinge in so einfacher Weise zusammenzufassen, wie man sie gewöhnlich zusammenfassen möchte. Und man kann ja auf diesem Wege zu etwas sehr Merkwürdigem kommen, das ich ganz einfach vor Sie hinstellen möchte, weil schon einmal auch, so paradox sie den Menschen der Gegenwart erscheinen mögen, diese Dinge besprochen werden müssen.
[ 4 ] For when one begins to summarize these phenomena not in a one-sided manner—as is done in both the Ptolemaic and Copernican world systems—but rather takes into account everything that is available, one comes to the conclusion that this summary ultimately becomes so complicated that one can no longer make do with a simple world system depicted by pen or on a planisphere. It is, in fact, not at all possible to summarize things in such a simple way as one would usually like to. And one can indeed arrive at something very remarkable in this way, which I would simply like to present to you, because—as paradoxical as they may seem to people today—these things must be discussed.
[ 5 ] Die Menschen glauben ja, die Wissenschaft der Gegenwart sei das Allergescheiteste, was es jemals gegeben habe, es könne im Grunde genommen nichts Gescheiteres geben. Und aus diesem Glauben heraus geht allerdings die Menschheit einem furchtbaren Kulturschicksal entgegen. Aber es muß schon einmal das Richtige auch in einer gewissen Weise hingestellt werden. Wenn man nämlich immer weitere und weitere Umstände berücksichtigt, so kommt man zuletzt in eine solche Seelenverfassung gegenüber der Kompliziertheit des Weltensystems hinein, daß diese Seelenverfassung sehr ähnlich ist derjenigen, welche man hat, wenn man gerade eben aufgewacht ist und die chaotischen Seelenbilder erlebt, von denen ich gestern und vorgestern gesagt habe, daß sie als Unterströmung in uns selber sitzen. Ich habe Ihnen schematisch den menschlichen Organismus aufgezeichnet nach Ätherleib und Physischem Leib und sagte: Es tauchen aus ihm diese chaotischen Bilder auf, die eigentlich auch während des Tages immer da sind. Man kann sie bei träumerisch veranlagten Naturen sehr wirksam finden, aber jeder bemerkt sie auf dem Grund seiner Seele. Und insbesondere können sie stark bemerkt werden, wenn der Mensch morgens untertaucht mit seinem Ich und astralischen Leib in seinen physischen Leib und Ätherleib. — Nun meine ich nicht diese Bilder selber — diese Bilder sind natürlich bei den entsprechenden Menschen entsprechend ihrer Vollkommenheit oder Unvollkommenheit sehr dichterisch, phantasievoll, oder sie sind urchaotisch, das letztere jedenfalls in den häufigeren Fällen —, aber ich meine die Seelenstimmung, in die man kommt, wenn man sich als leidlich logisch denkender Mensch, aus der Gewöhnung, in Logik zu denken, nun in diese Bilderwelt hineinversetzt fühlt. Es ist die Seelenstimmung gemeint, in die jener kommt, der sich nun nicht mit all den Vorurteilen und Vereinfachungsfaxereien, die da herrschen, wenn man sich Weltensysteme konstruiert, sondern der sich ganz vorurteilslos an die Sache heranmacht. Dann kommt man gegenüber dem, was man zuletzt erreicht, gegenüber der Kompliziertheit, gegenüber dem Auseinandergewobensein, in eine ähnliche Seelenstimmung hinein.
[ 5 ] People believe, after all, that modern science is the most intelligent thing that has ever existed, and that, fundamentally, there could be nothing more intelligent. And based on this belief, humanity is indeed heading toward a terrible cultural fate. But the truth must also be presented in a certain way. For when one takes more and more circumstances into account, one ultimately arrives at a state of mind—in the face of the complexity of the world system—that is very similar to the one one experiences when one has just awakened and encounters the chaotic mental images that I spoke of yesterday and the day before, which lie within us as an undercurrent. I have outlined the human organism schematically for you, distinguishing between the etheric body and the physical body, and I said: These chaotic images emerge from it—images that are actually always present, even during the day. They can be observed very clearly in people with a dreamy disposition, but everyone perceives them in the depths of their soul. And they can be perceived particularly strongly when, in the morning, a person immerses their ego and astral body into their physical body and etheric body. — Now I do not mean these images themselves—these images are, of course, in people of a certain disposition, depending on their perfection or imperfection, either very poetic and imaginative, or they are primal chaos, the latter being the case in most instances— but I am referring to the state of mind one enters when, as a reasonably logical thinker accustomed to thinking in logical terms, one now finds oneself transported into this world of images. What is meant is the state of mind into which one enters who does not approach the matter with all the prejudices and simplistic nonsense that prevail when constructing worldviews, but who approaches it entirely without prejudice. Then, in the face of what one has most recently attained—in the face of its complexity, in the face of its intricate interweaving—one enters a similar state of mind.
[ 6 ] Gewiß, unsere Zeit hat es dahin gebracht — und das ist sogar gegenüber der Seelenveranlagung der meisten Menschen eine große Wohltat —, daß jeder Schulbub ganz genau weiß: Im Brennpunkt einer Ellipse steht die Sonne, da drehen sich die Planeten herum, die Fixsterne stehen still und so weiter. — Jeder Schulbub weiß das, und das ist ungeheuer einfach. Wenn man aber vorurteilslos und ohne theoretische Faxereien an diese Dinge herangeht, findet man nicht diese Einfachheit, sondern es komplizieren sich in einer ungeheuren Weise die Dinge, und man kommt eben zuletzt in eine solche Seelenstimmung hinein, wie ich sie geschildert habe, in der man sich sagt: Man muß auslaufen in etwas, was aus dem Bestimmten ins Unbestimmte, aus den bestimmt gezogenen Linien in problematisch gezogene Linien übergeht. — Man kommt eben in eine Seelenstimmung hinein, die einem sagt: Was du da in deinen Kopf hereinnimmst, das ist im Grunde genommen ein Bild, ein Bild, das gewoben ist und das du zwar vereinfachen kannst, wie wenn du dir, sagen wir, von der Raffaelschen Madonna ein Schema machst. Aber geradeso wie man da von der Raffaelschen Madonna nicht das Ganze haben würde, das man in dem Bilde vor sich hat, ebensowenig hat man im Kopernikanischen System dasjenige vor sich, was da im Weltenraum eigentlich in Form eines Bildes, das eine Unendlichkeit von Details und Einzelheiten in sich schließt, vor uns steht. Gerade wenn Sie solch eine Erwägung anstellen, werden Sie begreifen: Wenn man gegenüber den Erscheinungen des Weltenalls sich zuletzt so etwas sagen muß, dann kann man ja eigentlich der Realität als solcher nicht gegenüberstehen; denn man steht dem, was sich einem darbietet, in einer Seelenstimmung gegenüber wie der Bilderwelt, die wir antreffen, wenn wir des Morgens aus dem Kosmos in unseren Leib hineingehen. Also es kann keine Rede davon sein, daß man da der Realität gegenübersteht.
[ 6 ] Certainly, our age has brought it to the point—and this is actually a great boon, even given the disposition of most people’s souls—that every schoolboy knows exactly: The sun is at the focus of an ellipse; the planets revolve around it; the fixed stars stand still; and so on. — Every schoolboy knows this, and it is incredibly simple. But if one approaches these things without prejudice and without theoretical nonsense, one does not find this simplicity; rather, things become immensely complicated, and one ultimately arrives at a state of mind such as I have described, in which one says to oneself: One must move toward something that transitions from the definite to the indefinite, from clearly drawn lines to lines drawn in a problematic way. — One simply enters a state of mind that tells one: What you’re taking into your head there is, at the root of it, an image—an image that is woven and that you can, of course, simplify, as if you were, say, drawing a schematic of Raphael’s Madonna. But just as you would not have the whole of Raphael’s Madonna in that sketch—the whole that stands before you in the actual painting—so too, in the Copernican system, you do not have before you what actually stands before us in the universe in the form of an image that encompasses an infinity of details and particulars. It is precisely when you make such a consideration that you will understand: If, in the face of the phenomena of the universe, one ultimately has to say something like this to oneself, then one cannot actually face reality as such; for one faces what presents itself to us in a state of mind akin to the world of images we encounter when we enter our bodies from the cosmos in the morning. Thus, there can be no question of one actually facing reality.
[ 7 ] Das sind solche Erwägungen, die angestellt werden müssen, wenn man im vollen Sinne des Wortes eine Anschauung davon haben möchte, was das eigentlich heißt: Wir leben mit unserem Bewußtsein in der Welt der Täuschung, der Maja. Wir leben auch gegenüber dem Bilde, das wir uns vom Weltenraum und seinen Erscheinungen machen, eben in Maja. Und wir können schließlich auch die Erscheinungen, welche die Sinneswelt um uns herumwebt, betrachten, und wir kommen zu etwas ähnlichem. Wir kommen zwar nicht zu dem, wozu eine, ich möchte sagen, tolpatschige Erkenntnistheorie am Ende des 18. und im Verlaufe des 19. Jahrhunderts gekommen ist, die ja immer fort und fort wiederholt: Ja, da draußen sind die Erscheinungen, etwa durch mechanische und dynamische Gesetze zu begreifende Wellenschwingungen, oder wie man neuerdings sagt, Elektronen, und die üben einen Eindruck auf unsere Sinne, und das, was da von uns dann wahrgenommen wird, das ist nur eine Wirkung desjenigen, was da draußen ist; aber das ist eben nur die Erscheinung für uns. — In diesem Sinne von Erscheinungen für uns zu sprechen, ist eben durchaus eine tolpatschige Erkenntnistheorie. Mit solch einer Anschauung kann man ja so seine sonderbaren Erfahrungen machen.
[ 7 ] These are the kinds of considerations that must be made if one wishes to have, in the fullest sense of the word, an understanding of what it actually means: We live with our consciousness in the world of illusion, of Maya. We also live within Maya in relation to the image we form of the universe and its phenomena. And finally, we can also observe the phenomena that the sensory world weaves around us, and we arrive at something similar. We do not, however, arrive at what a—I might say—clumsy theory of knowledge arrived at at the end of the 18th century and throughout the 19th century, which, after all, repeats over and over again: “Yes, out there are the phenomena—wave oscillations to be understood through mechanical and dynamic laws, or, as they say these days, electrons—and these exert an impression on our senses; and what we then perceive is merely an effect of what is out there; but that is precisely just the phenomenon as it appears to us.” — To speak of “phenomena for us” in this sense is, in fact, a thoroughly clumsy theory of knowledge. With such a view, one can indeed have some rather strange experiences.
[ 8 ] Man braucht nur mit einigen Linien sich da oder dort heute gegen diese Erkenntnistheorie zu wenden, dann taucht irgendeiner auf und sagt: Aber Kant hat gesagt...! — In den Kantianismus haben sich nämlich die Leute so eingesponnen, daß sie ihn für eine Art von Bibel halten; viele wenigstens. Sie ändern das oder jenes, aber im ganzen halten sie ihn für eine Art von Bibel. Da kann man ja seine merkwürdigen Erfahrungen machen. Ich habe über solche Fragen einmal Kurse in Berlin gehalten, es war im Winter von 1900 auf 1901, in demselben Winter, von dem dann Herr von Gleich verkündigt hat, daß ein gewisser Winter mich über Theosophie unterrichtet hat — er hat den Winter 1900 auf 1901 verwechselt mit einem Herrn Winter, der mich unterrichtet haben soll über Theosophie! Ich weiß nicht, ob er es gelesen hat, oder man es ihm erzählt hat, daß ich einmal im Winter diese Vorträge gehalten habe, die dann gedruckt wurden, sie sind in Berlin im Winter 1900 auf 1901 gehalten, und da wurde das Wort «Winter» für den Namen des Herrn Winter genommen. Ja, es ist dieses Argument nicht gescheiter als die andern dummen und verlogenen Argumente des Generals von Gleich. Aber sehen Sie, bei diesen Vorträgen in Berlin saß auch ein ausgepichter Kantianer. Ich kann nicht sagen, er hörte zu, denn er schlief meistens, und ich weiß ja nicht, wie viele Leute beim Schlafen zuhören können, aber ich konnte dazumal konstatieren, daß der Herr nur aufwachte, wenn er irgendwie Kant anbringen konnte. Und da passierte es einmal, daß ich ein Argument wiederholte — es war gar nicht von mir —, in dem gesagt wird: Wenn man nun wirklich von dem Ding an sich so spricht wie Kant, daß es völlig unbekannt ist, da könnte es ja aus Stecknadeln bestehen, so daß hinter den Sinneserscheinungen überall nur Stecknadeln sein könnten. — Als ich dies aber sagte, fuhr der Betreffende wie von einer Tarantel gestochen auf und sagte: Hinter den Erscheinungen ist nicht Raum und Zeit. Stecknadeln sind doch im Raume, also kann das Ding an sich nicht aus Stecknadeln bestehen! — Es ist nur eines von den Beispielen, die einem so häufig begegnen, wenn die Leute glauben, daß an ihrer Bibel, an ihrer Kantischen Bibel irgendwie gerührt wird.
[ 8 ] All it takes is a few lines here and there today to speak out against this theory of knowledge, and then someone pops up and says, “But Kant said…!” — People have become so entangled in Kantianism that they regard it as a kind of Bible; many of them, at least. They may change this or that, but on the whole they regard it as a kind of Bible. That’s where one can have some curious experiences. I once gave a series of lectures on such topics in Berlin; it was in the winter of 1900–1901, the very same winter about which Mr. von Gleich later claimed that a certain “Winter” had taught me about theosophy—he confused the winter of 1900–1901 with a Mr. Winter who was supposedly supposed to have taught me about theosophy! I don’t know whether he read about it or was told that I once gave these lectures in the winter—which were later published; they were held in Berlin during the winter of 1900–1901—and that the word “Winter” was taken to refer to Mr. Winter’s name. Yes, this argument is no more sensible than General von Gleich’s other foolish and mendacious arguments. But you see, there was also a die-hard Kantian sitting in on those lectures in Berlin. I can’t say he was listening, because he was asleep most of the time, and I don’t know how many people can listen while sleeping, but I was able to observe at the time that the gentleman only woke up when he could somehow bring Kant into the discussion. And it happened once that I repeated an argument—it wasn’t even mine—which goes like this: If one really speaks of the thing-in-itself as Kant does, in the sense that it is completely unknown, then it could consist of pins, so that behind the sensory phenomena there could be nothing but pins everywhere. — But when I said this, the man in question jumped up as if stung by a tarantula and said: “There is no space or time behind the phenomena. Pins are in space, after all, so the thing-in-itself cannot consist of pins!” — It is just one of the examples one so often encounters when people believe that their Bible—their Kantian Bible—is somehow being tampered with.
[ 9 ] Nun, es ist also nicht so, daß gewissermaßen irgendwelche «Dinge an sich» Wirkungen in uns hereinwerfen, die dann bloß Sinnesqualitäten auslösen, so daß wir eigentlich nur in unsere Sinnesqualitäten eingesponnen wären; so ist es nicht. Aber etwas anderes ist richtig. Ich bitte, nehmen Sie nur einmal das Folgende: Stellen Sie sich dadraußen auf, sagen wir, um elf Uhr vormittags und schauen Sie sich die umliegende Gegend an, aber schauen Sie sie genau an, nicht so, wie manche Leute sie zeichnen, denn das ist ja nur ein Unsinn, was da gezeichnet wird, das gibt ja natürlich nicht den Sinnesschein wieder, sondern schauen Sie sie um elf Uhr an, um zwölf Uhr an mit all ihren Beleuchtungseffekten. Der ganze Sinnesteppich hat sich um zwölf Uhr völlig verändert, um fünf Uhr, um acht Uhr völlig verändert. Das Bild, das um Sie ist, verändert sich fortwährend. Sie haben es niemals mit irgend etwas anderem als mit ineinandergesponnenen Wirkungen, Effekten zu tun. Ein Baum — was sehen Sie vom Baume? Sie sehen das zurückgeworfene Licht, Sie sehen vielleicht die vom Winde bewegten Blätter und so weiter, kurz, Sie sehen niemals irgend etwas Bleibendes. Sie sehen einfach eine objektive Erscheinung. Während die tolpatschige Erkenntnistheorie von einer subjektiven Erscheinung spricht, sehen Sie eine objektive Erscheinung, und diese objektive Erscheinung teilt sich natürlich auch dem Auge mit. Geradeso wie der Baum die Lichtstrahlen in einer Weise auffängt, zurückwirft und so weiter, so steht auch das Auge in einer gewissen Beziehung zu den Lichtstrahlen, und wir können sagen: Das Phänomenale, das Erscheinhafte, das Scheinhafte, die Maja-Natur, die ausgebreitet ist in der Sinneswelt um uns herum, die ist natürlich auch vorhanden in unserem subjektiven Bild; aber weil sie objektiv veränderlich ist, ist sie auch in dem subjektiven Bild veränderlich.
[ 9 ] Well, it’s not as if, so to speak, certain “things-in-themselves” were to project effects into us that then merely trigger sensory qualities, so that we would actually be trapped within our sensory qualities; that’s not how it is. But something else is true. Please, just consider the following: Stand out there, let’s say, at eleven o’clock in the morning, and look at the surrounding area—but look at it closely, not the way some people draw it, because what’s drawn there is just nonsense; of course, it doesn’t reflect sensory appearance—but look at it at eleven o’clock, at twelve o’clock, with all its lighting effects. The entire tapestry of sensory impressions has completely changed by twelve o’clock, by five o’clock, by eight o’clock—completely changed. The image around you is constantly changing. You are never dealing with anything other than interwoven effects. A tree—what do you see of the tree? You see the reflected light; you may see the leaves moving in the wind, and so on; in short, you never see anything permanent. You simply see an objective phenomenon. While clumsy epistemology speaks of a subjective phenomenon, you see an objective phenomenon, and this objective phenomenon naturally reveals itself to the eye as well. Just as the tree captures and reflects the rays of light in a certain way, so too does the eye stand in a certain relationship to the rays of light, and we can say: The phenomenal, the apparent, the illusory—the nature of Maya that is spread out in the sensory world around us—is, of course, also present in our subjective image; but because it is objectively changeable, it is also changeable in the subjective image.
[ 10 ] Das ist dasjenige, was ich zum Beispiel gerade erhärten wollte in der ersten Abteilung meiner «Philosophie der Freiheit» oder in meinem Büchelchen «Wahrheit und Wissenschaft» und so weiter. Also auch dann, wenn wir der Welt gegenüberstehen, haben wir es nicht mit einer bleibenden, dauerhaften Realität zu tun, wir haben es mit einem, man möchte sagen, im Augenblicke Kommenden und Vorübergehenden zu tun. Wir haben es mit Erscheinungen zu tun. Und wollten wir dieses Bild theoretisch konstruieren, dann kämen wir wiederum auf nichts anderes als auf die paar Linien in der Sixtinischen Madonna. Und so ist es in allem, wo wir drinnenstehen. Wir stehen in der Welt der Phänomene, der Maja drinnen, aber trotzdem wir so mit all unserem Wahrnehmungsvermögen in dieser Welt der Maja drinnenstehen, sind wir nicht angewiesen auf diese Welt. Denn ganz klar ist es uns, wenn wir des Morgens mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib aus dem Kosmos herauskommen und in unseren Ätherleib und in unseren physischen Leib untertauchen, daß dasjenige, in das wir da untertauchen, ein Objektives, ein Wahres enthält. Gewiß, das, was uns da als chaotische Bilder entgegenwirbelt, das ist nur eine Erscheinung; aber dasjenige, in das wir untertauchen, das enthält ein Wahres. Und in dem Augenblicke, wo wir so untertauchen, gleichgültig ob wir durch das: Ich will meine Glieder bewegen —, oder daß wir durch das: Ich will meine Vorstellungen in Phantasiegestaltungen bringen —, oder sagen wir durch das: Ich will meine Vorstellungen in logische Denkzusammenhänge bringen —, in demjenigen, was uns da wird, indem wir in unseren Leib untertauchen, in dem, wissen wir, haben wir etwas, was nicht von uns abhängt, was wir empfangen, was uns aufnimmt. Und der Moment des Aufwachens, er ist derjenige, der uns unser Seinsgefühl mitteilt.
[ 10 ] That is precisely what I sought to demonstrate, for example, in the first section of my Philosophy of Freedom or in my little book Truth and Science, and so on. So even when we face the world, we are not dealing with a permanent, enduring reality; we are dealing with something—one might say—that arises and passes in the very moment. We are dealing with phenomena. And if we were to construct this image theoretically, we would once again arrive at nothing other than those few lines in the Sistine Madonna. And so it is in everything we are immersed in. We are immersed in the world of phenomena, in Maya, but even though we are immersed in this world of Maya with all our powers of perception, we are not dependent on this world. For it is perfectly clear to us when, in the morning, we emerge from the cosmos with our “I” and our astral body and immerse ourselves in our etheric body and our physical body, that that into which we immerse ourselves contains something objective, something true. Certainly, what swirls toward us there as chaotic images is merely an appearance; but that into which we immerse ourselves contains a Truth. And at the very moment we immerse ourselves in this way—whether through the thought, “I want to move my limbs,” or through the thought, “I want to transform my ideas into imaginative forms,” or, let us say, through the thought: “I want to organize my ideas into logical thought structures”—in whatever arises within us as we immerse ourselves in our body, we know that we have something that does not depend on us, something we receive, something that receives us. And the moment of waking is the one that imparts to us our sense of being.
[ 11 ] Dieses Seinsgefühl, das ist gewissermaßen etwas, was durchwellt und durchzieht unser gesamtes Vorstellen. Aber unser Vorstellen selbst bewegt sich mehr in der Welt der Phänomene, des Scheins, der Maja. Und dehnen wir dasjenige, was ich so aus den gewöhnlichen Erlebnissen heraus darstelle, dehnen wir das einmal aus auf den ganzen Menschen.
[ 11 ] This sense of being is, in a sense, something that ripples through and permeates our entire imagination. But our imagination itself operates more in the world of phenomena, of appearances, of Maya. And if we extend what I have described here based on ordinary experiences—if we extend that to the whole human being.
[ 12 ] Wer mit Hilfe solcher Erkenntnisse, wie sie gewonnen werden können auf Grundlage meiner Darstellungen in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», den ganzen Menschen betrachten kann, der weiß bald, wie dasjenige vom Menschen, was als seelischgeistiges Wesen den Zustand durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wie das hereindringt in die physische Welt, sich verleiblicht, um den Zustand zwischen der Geburt und dem Tode durchzumachen, und dann neuerdings einen Zustand zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Einige wichtige Details gerade über diese Vorgänge habe ich ja in den letzten Vorträgen hier entwickelt. Wenn dann erkenntnismäßig der Moment eintritt, wo man zurückschauen kann in die Welt, die vor der Geburt oder vor der Empfängnis liegt, da merkt man: Die Welt, aus der eigentlich dasjenige aufgebaut ist, aus dem uns unser Seinsgefühl kommt, diese Welt haben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgemacht. Das richtige Seinsgefühl, das gar keiner Zweifelsucht, gar keinem Skeptizismus ausgesetzte Seinsgefühl bekommt man auch erst dann, wenn man zurückblickt in diese vor der Empfängnis liegende Daseinswelt.
[ 12 ] Anyone who, with the help of such insights—which can be gained on the basis of my explanations in How Does One Attain Insights into the Higher Worlds?— can view the whole human being, will soon understand how that part of the human being—which, as a soul-spiritual being, passes through the state between death and a new birth—enters the physical world, incarnates, in order to pass through the state between birth and death, and then once again a state between death and a new birth. I have, in fact, elaborated on some important details regarding these very processes in my recent lectures here. When the moment of insight arrives when one can look back into the world that lies before birth or before conception, one realizes: The world from which that which actually constitutes our sense of being is built—this world—is the one we have passed through between death and a new birth. The true sense of being—a sense of being that is not subject to any doubt or skepticism—is attained only when one looks back into this world of existence that lies before conception.
[ 13 ] Aber nun zeigt sich etwas Bedeutsames, Sie können das schon aus meinen Wiener Vorträgen vom Frühling 1914 entnehmen, ich will es jetzt in einer andern Form vor die Seele hinstellen, da zeigt sich nämlich etwas, was uns entgegentritt, bevor der Mensch zu seiner physischen Verkörperung herunterkommt aus dem Zustande zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. In dieser Zeit schwindet nämlich immer mehr und mehr dem Menschen die Lust am Sein, die Lust am Dasein. Der Mensch geht ja, indem er zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sich entwickelt, ich möchte sagen, durch eine absolute Sättigung mit Seinsgefühl hindurch. Das gehört zu den Errungenschaften, die der Mensch an sich zieht zwischen Tod und neuer Geburt, daß er, nachdem er die ersten Stadien nach dem Tode durchgemacht hat, immer mehr und mehr durch das Verhältnis zur Welt, in das er dann hineinkommt, zu einem stark durchdringenden Seinsgefühl kommt, zu einem — wenn ich mich des Ausdruckes bedienen darf — Verankertsein in dem Sein der Welt. Und das wird immer stärker und stärker, bis eine Art Übersättigung mit Seinsgefühl eintritt, und dann, gegen das Ende der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt, tritt, ich möchte sagen, eine wahre Übersättigung mit Seinsgefühl ein. Ich könnte es auch anders nennen. Ich könnte sagen, ein wahrer Hunger nach Nichtsein tritt in dem Wesen des Menschen ein. Diejenigen geistig-seelischen Wesenheiten, die als Menschen auf die Erde herunterkommen, die zeigen tatsächlich, bevor sie auf die Erde herunterkommen, einen starken Hunger nach Nichtsein. Und aus dieser Seelenverfassung oder Geistesverfassung könnten wir sagen: Indem da der Mensch hungernd ist nach Nichtsein, stürzt er sich in dieser Verfassung in die Maja, in diejenige Welt, die wir eben vor uns haben sowohl der Sternenwelt gegenüber wie der irdisch-phänomenalen Welt gegenüber. Es ist eine Sehnsucht nach dieser nichtseienden Welt, nach dieser Welt, der gegenüber man in Seelenstimmungen ist wie den chaotischen Vorstellungen gegenüber, wenn man auf ihren Grund geht, dieser Welt, die eigentlich in jedem Augenblicke einen andern Aspekt uns darbietet. Wir sind ja, indem wir uns hereinleben in diese Welt, ganz und gar in einer Scheinwelt, in einer Majawelt. In diese Majawelt will das Geistig-Seelische untertauchen, und damit haben wir es eigentlich zu tun. Das andere sind mehr oder weniger Nebenwirkungen. Das ist der stärkste Impuls, der im geistigseelischen Menschen lebt, wenn er sich dem Erdendasein nähert: diese Sehnsucht nach der Maja, diese Sehnsucht, in dem weichen, durchdringlichen Phänomen zu leben, nicht im durchsättigten intensiven Sein. Und dasjenige, was den Menschen dann als Ätherleib und als physischen Leib umhüllt, das ist herausgeboren aus dem Kosmos, mit dem wird er umkleidet. Ich habe ja in diesen Tagen dargestellt, wie der Embryo im mütterlichen Leibe aus dem Kosmos herausgestaltet wird.
[ 13 ] But now something significant is becoming apparent—you can already glean this from my Vienna lectures in the spring of 1914—and I would like to present it to your soul in a different form. For there is something that confronts us before the human being descends into physical embodiment from the state between death and a new birth. During this time, the human being’s desire to be, the desire for existence, gradually fades away more and more. As the human being develops between death and a new birth, I would say they pass through a state of absolute saturation with the sense of being. This is one of the achievements that a person attains between death and a new birth: that, after passing through the first stages following death, they increasingly arrive—through their relationship to the world into which they then enter—at a deeply penetrating sense of being, at—if I may use the expression—a sense of being anchored in the world’s existence. And this becomes stronger and stronger until a kind of oversaturation with the sense of being sets in, and then, toward the end of the period between death and rebirth, there occurs—I would say—a true oversaturation with the sense of being. I could also call it something else. I could say that a true hunger for non-being arises within the human being. Those spiritual-soul entities that descend to Earth as human beings actually display, before they descend to Earth, a strong hunger for non-being. And from this state of the soul or spirit, we might say: Because the human being is hungry for non-being, in this state he plunges into Maya—into that world we have before us, both in relation to the world of the stars and to the earthly phenomenal world. It is a longing for this non-existent world, for this world toward which one’s soul dispositions are akin to chaotic images when one delves to their very core—this world that actually presents a different aspect to us at every moment. After all, as we immerse ourselves in this world, we are entirely within an illusory world, within a world of Maya. It is into this world of Maya that the spiritual-soul aspect seeks to plunge, and this is what we are actually dealing with. The rest are, more or less, side effects. This is the strongest impulse that lives within the spiritual-soul human being as he approaches earthly existence: this longing for Maya, this longing to live within the soft, pervasive phenomenon, rather than within the saturated, intense being. And that which then envelops the human being as the etheric body and the physical body—that is born out of the cosmos; with it, the human being is clothed. I have, after all, described in recent days how the embryo is formed out of the cosmos within the mother’s womb.
[ 14 ] Wir müssen uns also vorstellen: Der Mensch kommt im Grunde aus einer ganz andern Welt. In der bekommt er diesen Hunger nach dem Nichtsein, nach dem Leben in der Maja, indem er sich dem physischen Erdendasein nähert, und er wird aufgenommen, indem er sich in die Maja stürzt mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leib (siehe Zeichnung, rot, blau), von dem Ätherleib und von dem physischen Leib (gelb, rot); die aber werden im mütterlichen Leibe durch die Befruchtung als seine Umkleidung aus dem Kosmos heraus gebildet. Der Mensch kommt da aus einer Welt, die nicht die räumlich-zeitliche ist, die man im Raume nicht finden kann, aber er wird umkleidet im Raume mit demjenigen, was im mütterlichen Leibe ausgebildet wird. In das taucht er dann immer beim Aufwachen unter. Beim Einschlafen taucht er wiederum aus ihm empor. Da bildet sich ein Rhythmus des Untertauchens in die Leiblichkeit, des Heraus-sich-Holens aus dieser Leiblichkeit.
[ 14 ] So we must imagine: Human beings essentially come from a completely different world. In that world, he develops this longing for non-existence, for life in Maya, as he approaches physical existence on Earth, and he is drawn in as he plunges into Maya with his ego and his astral body (see diagram, red, blue), along with his etheric body and his physical body (yellow, red); but these are formed in the mother’s womb through fertilization as his garment from the cosmos. The human being comes from a world that is not the one of space and time, one that cannot be found in space, but he is clothed in space with that which is formed in the mother’s womb. He then immerges into it every time he wakes up. When falling asleep, he emerges from it again. Thus a rhythm is formed of immersing oneself in physicality and drawing oneself out of this physicality.


[ 15 ] Die heutigen Vorstellungen sind tatsächlich so, daß man mit ihnen gegenüber der Wirklichkeit große Schwierigkeiten hat. Dieses Zusammengehen zum Beispiel einer ganz andern Strömung, die der Mensch durchmacht, bevor er zu seiner Verleiblichung kommt, und des Außerlichen, das ihn dann umhüllt, das ja vorher nichts Wesentliches mit ihm zu tun hat — wie es wirklich wird, habe ich bei andern Gelegenheiten geschildert —, dieses Zusammenwirken, das kann kaum die heutige Wissenschaft in sachgemäßer Weise schildern, weil ihr dazu die Begriffe fehlen.
[ 15 ] Today’s conceptions are indeed such that they pose great difficulties in relation to reality. This convergence, for example, of a completely different current that a human being undergoes before reaching the stage of embodiment, and the external world that then envelops him—which, after all, previously had no essential connection to him—how this actually comes about, I have described on other occasions— this interplay—modern science can hardly describe it accurately because it lacks the necessary concepts.
[ 16 ] Dasselbe merkt man auf einem andern Gebiete. Wenn heute der Physiologe von Licht oder von Farbe redet, dann ist es ihm vor allen Dingen darum zu tun, da irgend etwas, was das Auge macht, zu schildern, herauszubekommen. Aber das ist in Wirklichkeit eigentlich gerade so, als wenn jemand jetzt irgendeine der Persönlichkeiten, die hier sitzen, schildern wollte und vor allen Dingen diese Schreinerei hier schildern würde, weil Sie hier hereingegangen sind. Im Grunde genommen hat das Licht, das da im Auge ankommt und im Auge sich geltend macht, nicht viel mehr mit dem Auge zu tun als Sie mit der Schreinerei, wenn Sie hereingegangen sind und die Schreinerei Sie jetzt auch umhüllt. Schildert jemand die Schreinerei und Sie, so schildert er natürlich das auch als ein Ganzes. Aber das ist nicht so. Man hat es eben schwer, wenn man die Wahrheit gegenüber den heutigen vertrackten Vorstellungen finden will.
[ 16 ] The same thing can be observed in another field. When a physiologist today speaks of light or color, his primary concern is to describe and uncover something that the eye does. But in reality, this is actually just as if someone wanted to describe any of the people sitting here and, above all, were to describe this carpenter’s shop here simply because you walked in. Basically, the light that enters the eye and makes its presence felt there has no more to do with the eye than you have with the carpentry shop once you’ve walked in and the shop now surrounds you as well. If someone describes the carpentry shop and you, they naturally describe it as a whole. But that’s not the case. It’s just difficult to find the truth in the face of today’s convoluted ideas.
[ 17 ] Und so können wir sagen: Dasjenige, was Geistig-Seelisches des Menschen ist, das kommt vor allen Dingen aus einem Drang nach dem Nichtsein in diese Welt des Irdischen herein. Und jeder wachlebende Zustand, also jeder Zustand, der vom Aufwachen bis zum Einschlafen durchgemacht wird, der ist eine neue Erziehung zum Sein, eine Neuimprägnierung des Bewußtseins mit dem Sein.
[ 17 ] And so we can say: That which constitutes the spiritual-soul aspect of the human being enters this earthly world, above all, out of a longing for non-existence. And every waking state—that is, every state experienced from waking up until falling asleep—is a new education in being, a renewed imbuing of consciousness with being.
[ 18 ] Der Mensch ist in dem Zustande, in dem er zuletzt ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ich möchte sagen, so froh, wenn er ankommen kann bei seiner physischen Verkörperung, er ist so froh. — Ich habe Ihnen oftmals geschildert, wie das Gehirn im Gehirnwasser schwimmt. Wenn das ganze Gewicht, eintausenddreihundertfünfzig Gramm oder so etwas, auf die Adern unter dem Gehirn drücken würde, da würden die Adern zerquetscht werden, könnten nicht bestehen; aber das Gehirn drückt ja nur mit zwanzig Gramm etwa. Warum? Weil das Gehirn im Gehirnwasser schwimmt. Und Sie kennen das Archimedische Prinzip. Nicht wahr, es ist von Archimedes gefunden worden. Er war einmal in einer Wanne und badete, da fühlte er, wie er da immer leichter wird im Bade, und da war er über diese Entdeckung so erfreut, daß er sogleich nackt durch die Straßen lief — man konnte das im Altertum eher als heute, wenn man wissenschaftlicher Forscher war — und rief: Ich hab’s, ich hab’s! —, nämlich, daß jeder Körper in einer Flüssigkeit so viel von seinem Gewicht verliert, als das Gewicht des Wasserkörpers ist, das man verdrängt. Also wenn Sie ein Gefäß mit Wasser haben und Sie geben einen festen Körper hinein, so wird er leichter, als er in Wirklichkeit außerhalb des Wassers ist, und zwar wird er um so viel leichter, als die von ihm verdrängte Wassermenge wiegt, das heißt, um sein eigenes Gewicht, wenn Sie ihn aus Wasser sich gestaltet denken. Wenn also hier zum Beispiel ein Würfel wäre und Sie denken sich denselben als Wasserwürfel und wiegen ihn, so würde der wirkliche Würfel um das Gewicht des Wasserwürfels leichter. Und so wird das Gehirn leichter bis auf zwanzig Gramm, drückt nur mit zwanzig Gramm, weil es im Gehirnwasser schwimmt. Das Gehirn folgt also nicht seiner vollen Schwere. Es wird nach aufwärts getrieben. Man nennt das auch Auftrieb, diese Kraft, die nach oben treibt. Darauf freut sich der Mensch, daß er in etwas kommt, das ihn eigentlich nach oben zieht, das ihn richtig nach oben zieht. Und er lernt an den zwanzig Gramm wiederum schwer sein, und an der Schwere lernen wir das Seinsgefühl. Der Mensch wird wiederum mit Seinsgefühl durchdrungen zwischen der Geburt und dem Tode. Und das wird ihm dann ausgebildet und vermehrt in der Entwickelung nach dem Tode.
[ 18 ] Human beings, in the state they are in between death and a new birth—I would say they are so happy when they can arrive at their physical embodiment; they are that happy. — I have often described to you how the brain floats in cerebrospinal fluid. If its entire weight—one thousand three hundred fifty grams or so—were to press down on the veins beneath the brain, those veins would be crushed and could not survive; but the brain exerts a pressure of only about twenty grams. Why? Because the brain floats in cerebrospinal fluid. And you’re familiar with Archimedes’ principle. Isn’t that right? It was discovered by Archimedes. He was once in a bathtub taking a bath when he felt himself becoming lighter and lighter in the water, and he was so delighted by this discovery that he immediately ran naked through the streets—which was more acceptable in ancient times than it is today if you were a scientific researcher—and shouted: “I’ve got it, I’ve got it!”—namely, that every object in a liquid loses as much of its weight as the weight of the volume of water it displaces. So if you have a container of water and you place a solid object inside it, it becomes lighter than it actually is outside the water, and indeed it becomes lighter by the weight of the volume of water it displaces—that is, by its own weight, if you imagine it as a cube of water. So if, for example, there were a cube here and you imagined it as a cube of water and weighed it, the actual cube would be lighter by the weight of the water cube. And so the brain becomes lighter by up to twenty grams; it exerts a force of only twenty grams because it floats in the cerebrospinal fluid. The brain, therefore, does not follow its full weight. It is driven upward. This force that drives it upward is also called buoyancy. People look forward to entering something that actually pulls them upward—that truly pulls them upward. And through those twenty grams, they learn to be heavy again, and through that heaviness, we learn the sense of being. Between birth and death, a person is once again permeated with a sense of being. And this is then developed and enhanced in the process of evolution after death.
[ 19 ] Das ist dasjenige, was, ich möchte sagen, so dem Bewußtsein der modernen Menschheit entschwunden ist, daß der größte Philosoph im Beginn dieser neueren Zeit, Cartesius oder Descartes, die Formel geprägt hat: Cogito ergo sum — Ich denke, also bin ich. — Es ist die unsinnigste Formel, die man sich denken kann, denn gerade indem man denkt, ist man nicht. Man ist gerade außer dem Sein. Cogito ergo non sum — ist die wirkliche Wahrheit. So weit sind wir heute entfernt von der wirklichen Wahrheit, daß eben der größte neuzeitliche Philosoph an die Stelle der Wahrheit das Gegenteil gesetzt hat. Wir eignen uns das Seinsgefühl gerade dann an, wenn das Denken sich erfühlt im Organismus, wenn das Denken sich eingebettet fühlt in dem, was schwer ist. Das ist nicht bloß ein populäres Bild, das ist die Realität gegenüber den Erscheinungen.
[ 19 ] This is precisely what, I would say, has so vanished from the consciousness of modern humanity that the greatest philosopher of the early modern era, Cartesius or Descartes, coined the phrase: Cogito ergo sum — I think, therefore I am. — It is the most nonsensical formula one can imagine, for it is precisely when one thinks that one does not exist. One is precisely outside of being. “Cogito ergo non sum”—that is the real truth. We are so far removed from the real truth today that even the greatest modern philosopher has substituted the opposite for the truth. We acquire the sense of being precisely when thinking feels itself within the organism, when thinking feels embedded in that which is heavy. This is not merely a popular image; it is reality as opposed to appearances.
[ 20 ] Aber das kann uns lehren, wie der Mensch, so wie er sich zunächst weiß, sich wissend zu der Erde herunterbegibt, eigentlich untertaucht in die Maja und innerhalb der Maja dasjenige lernt, was er wiederum braucht nach dem Tode: das Seinsgefühl.
[ 20 ] But this can teach us how human beings, as they initially understand themselves, descend to Earth in a state of self-awareness—in fact, immerse themselves in Maya—and within Maya learn what they will need after death: the sense of being.
[ 21 ] Nun, wenn man das schildert, was ich Ihnen jetzt geschildert habe, dann hat man etwas, was spezifisch menschlich in der menschlichen Entwickelung ist. Dieses, ich möchte sagen, rhythmische Sich-Bewegen zwischen Seinsgefühl und Nichtseinsgefühl, Sie können es sich für die Meditation in der folgenden Weise vor Augen führen. Sie können sagen, wenn man in bloßen Gedanken lebt: Ich bin nicht. — Wenn man mit Bezug auf den Willen lebt, der physisch ruht im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen, dann sagt man: Ich bin. — Und zwischen beiden, zwischen dem Stoffwechselmenschen und dem reinen Gehirnmenschen, der sagt: Ich bin nicht —, wenn er sich versteht, denn dasjenige, was im Gehirn lebt, sind bloß Bilder; das, was dazwischen liegt, ist die rhythmische Abwechslung zwischen: Ich bin und Ich bin nicht. — Dafür ist das äußere Physische die Atmung. Die Ausatmung erfüllt den Atmungsprozeß mit demjenigen, was aus dem Stoffwechsel kommt, mit der Kohlensäure. Ich bin — ist Ausatmung. Ich bin nicht — ist Einatmung. Ich bin nicht
[ 21 ] Well, when one describes what I have just described to you, one has something that is specifically human in human development. This—I would say—rhythmic movement between a sense of being and a sense of non-being—you can visualize it for meditation in the following way. You can say, when living in mere thought: “I am not.” — When living in relation to the will, which physically rests in the metabolic-limb human, then one says: “I am.” — And between the two—between the metabolic human and the purely cerebral human, who says, “I am not”—if one understands oneself, for what lives in the brain are merely images; what lies in between is the rhythmic alternation between “I am” and “I am not.” — The external physical counterpart to this is breathing. Exhalation fills the breathing process with what comes from metabolism—with carbon dioxide. “I am”—is exhalation. “I am not”—is inhalation. “I am not
[ 22 ] Ich bin nicht
Ich bin — Ich bin nichtAusatmung — Einatmung
Ich bin
[ 22 ] I am not
I am — I am notExhale — Inhale
I am
[ 23 ] Die Einatmung ist verwandt dem: Ich bin nicht — des Denkens. Die Einatmung verläuft ja so, daß wir die Atemluft in unsere Rippen aufnehmen, das Wasser des Arachnoidealraumes nach oben drängen, dadurch das Gehirnwasser nach oben drängen. Wir bringen die Schwingung des Atmungsprozesses ins Gehirn. Das ist das Organ des Gedankens. Der Einatmungsprozeß dem Gehirn übertragen: Ich bin nicht. Wiederum Ausatmen, das Gehirnwasser — durch den Arachnoidealraum — drückt auf das Zwerchfell, Ausatmung, die mit Kohlenstoff geschwängerte, zu Kohlensäure gewordene Luft: Ich bin — aus dem Willen heraus. Ausatmung: aus dem Willen heraus.
[ 23 ] Inhalation is related to the thought: “I am not.” Inhalation works in such a way that we draw air into our ribs, pushing the fluid in the arachnoid space upward and thereby pushing the cerebrospinal fluid upward as well. We bring the vibration of the breathing process into the brain. This is the organ of thought. Transmitting the inhalation process to the brain: “I am not.” Then exhalation: the cerebrospinal fluid—through the arachnoid space—presses on the diaphragm; exhalation of the air saturated with carbon, now turned into carbon dioxide: “I am”—out of will. Exhalation: out of will.
[ 24 ] Das alles ist, so aufgefaßt, ein rein menschlicher Vorgang, denn derjenige, der das auf das Tier übertragen will, etwa weil das Tier auch atmet, gleicht eben einem Menschen, der ein Rasiermesser nimmt, um sich das Fleisch zu zerschneiden, weil es eben ein Messer ist. Gewiß atmen die Tiere auch, aber die tierische Atmung ist eben etwas anderes als die menschliche Atmung, so wie ein Rasiermesser etwas anderes ist als ein Tischmesser. Wer seine Definitionen von dem äußeren Anblick der Sache hernimmt, der wird niemals zu irgendeiner brauchbaren Welterklärung kommen. Der Tod ist etwas anderes beim Menschen, etwas anderes beim Tier, etwas anderes bei der Pflanze. Wer von einer Definition des Todes ausgeht, kommt ebensowenig zu irgendeiner brauchbaren Erklärung wie derjenige, der von der Definition eines Messers ausgeht und etwa sagt: Ein Messer ist etwas, das auf der einen Seite so fein ist, daß es andere Gegenstände durchschneidet. — Das gibt natürlich einen schönen Allgemeinbegriff, aber man kann nichts verstehen von dem, was wirklich ist. Also es sind spezifisch menschliche Vorgänge, die ich Ihnen geschildert habe. Es sind diejenigen menschlichen Vorgänge, die der Mensch durchgemacht hat, während der Frühlingspunkt den Umkreis gemacht hat von den Fischen zu den Fischen. Das ist gerade die Zeit in der Erdenentwickelung, wo der Mensch in den führenden Teilen der Völker im allerwesentlichsten das alles durchgemacht hat, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, und was alles dahin tendiert, daß man sieht, wie es eigentlich zugeht, wie der Mensch, indem er in die physische Welt sich durch die Geburt herunterversetzt, sich in die Maja stürzt, und mit dem Tode aus der Maja wieder herausgeboren wird, bereichert durch das Seinsgefühl, das er braucht für das weitere Leben nach dem Tode. Das ist eine allerwichtigste Tatsache, dieses Herausgeborensein durch den Tod mit dem Seinsgefühl, während das Geborenwerden das Sich-stürzen der geist-seelischen Wesenheit des Menschen in die Maja hinein ist. Gerade dadurch, daß wir in die Maja, also in eine Bilderwelt hinein uns stürzen, sind wir frei. Niemals könnten wir frei sein, wenn wir mit unserem Bewußtsein zwischen Geburt und Tod in einer Tatsachenwelt wären. Nur dadurch sind wir frei, daß wir in einer Bilderwelt sind. Bilder, die im Spiegel sind, die determinieren uns nicht kausal. Eine Tatsachenwelt würde uns kausal determinieren. Was Sie dem Bild, das vor einem hängt, entgegenbringen, das muß aus Ihnen stammen. Die Erscheinungen der Welt determinieren uns als Menschen in demjenigen nicht, was ich in meiner «Philosophie der Freiheit» das reine Denken genannt habe, das nicht aus dem Organismus herauskommt. Was aus dem Organismus herauskommt, ist, wie Sie gesehen haben, mit dem Seinsgefühl durchtränkt, wenn auch im Gehirn dieses Seinsgefühl in einem so geringen Prozentsatze vorhanden ist, daß es etwa zwanzig zu eintausenddreihundertfünfzig ist. Auf das muß man immer wieder und wieder hinblicken, wie der Mensch eigentlich die Sehnsucht nach der Maja entwickelt, indem er zum irdischen Leben geboren wird, und wie das irdische Leben ihn erzieht zum Seinsgefühl. Das ist dasjenige, was wir durchgemacht haben während der Zeit von der letzten lemurischen Periode bis in unsere Periode hinein, wo ein Sonnenzyklus von 25920 Jahren, wo ein großer Weltenzyklus durchgemacht worden ist. Nun aber stehen wir eben in derjenigen Zeit, in welcher die Entwickelung wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen ist, aber ich habe sie so gezeichnet, daß ich sagte: Spiralförmig müssen wir sie schematisch andeuten (siehe Zeichnung Seite 170). — Die Entwickelung der Menschheit ist zwar an ihrem Ausgangspunkt angekommen, aber auf einer höheren Stufe. Diese höhere Stufe, was bedeutet sie aber? Diese höhere Stufe bedeutet, daß wir uns als Menschheit bis jetzt mit dem Geborenwerden immer in die Maja gestürzt haben und dann aus dem physischen Dasein heraus das Seinsgefühl bekommen haben. Aber die Erde hat sich ja auch mittlerweile verwandelt, die Erde ist heute nicht mehr derselbe Organismus, der sie war in der lemurischen Zeit oder in der atlantischen Zeit. Die Erde ist heute, wie ich oftmals ausgeführt habe, bereits in einem Auflösungsprozeß begriffen.
[ 24 ] Viewed in this way, all of this is a purely human process, for anyone who wishes to apply this to animals—say, because animals also breathe—is like a person who takes a razor to cut up meat simply because it is a knife. Certainly, animals breathe as well, but animal respiration is simply something different from human respiration, just as a razor is something different from a table knife. Anyone who bases their definitions on the outward appearance of a thing will never arrive at any useful explanation of the world. Death is one thing in humans, another in animals, and yet another in plants. Anyone who starts from a definition of death will arrive at no more of a useful explanation than someone who starts from the definition of a knife and says, for example: “A knife is something that is so sharp on one side that it cuts through other objects.” — Of course, that provides a nice general concept, but one cannot understand anything about what really is. So these are specifically human processes that I have described to you. They are the human processes that humanity has undergone while the vernal equinox has completed its cycle from Pisces to Pisces. This is precisely the period in the Earth’s evolution when humanity, in the leading segments of the peoples, essentially went through everything I have just described to you—and all of this points to an understanding of how things actually unfold: how human beings, by descending into the physical world through birth, plunge into Maya, and is reborn out of Maya through death, enriched by the sense of being that he needs for his further life after death. This is a most important fact—this being reborn through death with the sense of being—whereas being born is the plunging of the human being’s spiritual-soul entity into Maya. It is precisely because we plunge into Maya—that is, into a world of images—that we are free. We could never be free if our consciousness were situated in a world of facts between birth and death. We are free only because we are in a world of images. Images reflected in a mirror do not determine us causally. A world of facts would causally determine us. What you bring to the image hanging before you must come from within you. The phenomena of the world do not determine us as human beings in what I have called, in my Philosophy of Freedom, “pure thinking”—that which does not arise from the organism. What emerges from the organism, as you have seen, is imbued with the sense of being, even though this sense of being is present in the brain in such a small percentage—roughly twenty to one thousand three hundred and fifty. We must keep returning to this point again and again: how human beings actually develop a longing for Maya by being born into earthly life, and how earthly life educates them in the sense of being. This is what we have gone through during the period from the last Lemurian epoch into our own epoch—a period spanning a solar cycle of 25,920 years, during which a great world cycle has been completed. But now we find ourselves precisely in that time when evolution has returned to its starting point; however, I have depicted it as follows: We must schematically depict it as a spiral (see diagram on page 170). — The evolution of humanity has indeed arrived at its starting point, but at a higher level. What, however, does this higher level mean? This higher level means that, as humanity, we have until now always plunged into Maya upon being born and then attained the sense of being from within physical existence. But the Earth, too, has undergone a transformation in the meantime; the Earth today is no longer the same organism it was in the Lemurian or Atlantean eras. As I have often explained, the Earth is already in the process of dissolution.
[ 25 ] Das weiß auch die Geologie. Lesen Sie es nach in den schönen geologischen Ausführungen von Eduard Sueß, «Das Antlitz der Erde»: Die Erde ist in einem Zerbröckelungsprozesse, die Erde ist in einem Auflösungsprozesse. — Das bewirkt, daß wir jetzt nicht mehr alle Möglichkeiten bekommen, um uns das Seinsgefühl in genügender Weise wiederum anzueignen. Und die Menschheit steht jetzt, wo ein Zyklus vollendet ist in der Weise, wie ich das eben und gestern dargelegt habe, vor der Gefahr, durch Tode zu gehen, in denen sie ein zu geringes Seinsgefühl entwickelt hat, weil einfach unsere Erde nicht mehr die nötige Intensität des Seinsgefühls hergibt. Es eröffnet sich mit dieser neuen Periode, die ich Ihnen jetzt als eine Periode des ganzen Kosmos dargelegt habe, die Aussicht für die Menschheit, mit einem, wenn ich mich so ausdrücken darf, zu großen Leichtigkeitsgefühl durch den Tod hindurchzugehen. Die Menschheit mag materialistischer und immer materialistischer werden, die Folge davon, wenn sie immer materialistischer wird, wird sein, daß sie ein nicht genügendes Schwere- oder Seinsgefühl durch die Pforte des Todes trägt.
[ 25 ] Geology confirms this as well. You can read about it in Eduard Sueß’s beautiful geological treatise, The Face of the Earth: The Earth is undergoing a process of disintegration; the Earth is undergoing a process of dissolution. — As a result, we no longer have all the opportunities we need to sufficiently reclaim our sense of being. And now that a cycle has come to an end—as I explained just now and yesterday—humanity faces the danger of undergoing deaths in which it has developed too weak a sense of being, simply because our Earth no longer provides the necessary intensity of that sense of being. With this new period—which I have now described to you as a period affecting the entire cosmos—the prospect opens up for humanity to pass through death with, if I may put it this way, an excessive sense of lightness. Humanity may become more and more materialistic; the consequence of this increasing materialism will be that it carries an insufficient sense of gravity or being through the gate of death.
[ 26 ] Das ist etwas, was für den Kenner der Weltenverhältnisse heute schon ganz klar ist: Seelen gehen heute durch die Pforte des Todes, die gewissermaßen durch ihr eigenes Nichtseinsgefühl emporgetragen werden, so daß sie das Entgegengesetzte durchmachen, was ein Mensch, der ins Wasser fällt und nicht schwimmen kann, durchmacht — der versinkt. Diese Seelen sinken, wenn sie durch die Pforte des Todes gehen, nach oben, durch das geringe Schwergewicht, das sie haben. Wie man in der geistigen Welt den Ausdruck Schwergewicht gebraucht, das tritt einmal an einer wichtigen Stelle in meinen Mysterien auf. Sie steigen nach oben, verlieren sich. Das kann nur dadurch paralysiert werden, daß die Menschen von den Begriffen, die heute einfach von selbst erlangt werden können und die in unserem ganzen Leben figurieren, zu dem sich erheben, was mit einer gewissen Anstrengung des physischen Lebens erreicht werden muß: das ist, solche Begriffe, die eben nicht das physische Leben allein hergibt, die man durch Geisteswissenschaft erwirbt.
[ 26 ] This is something that is already quite clear to those familiar with the state of the world today: Souls today pass through the gate of death, carried upward, as it were, by their own sense of non-existence, so that they experience the opposite of what a person who falls into water and cannot swim experiences—that person sinks. As they pass through the gate of death, these souls rise upward because of their light weight. The way the term “weight” is used in the spiritual world is mentioned at a key point in my Mysteries. They rise upward and lose themselves. This can only be counteracted if people rise from the concepts that can be acquired quite naturally today—and which feature throughout our entire lives—to that which must be attained through a certain effort in physical life: namely, those concepts that physical life alone does not provide, but which are acquired through spiritual science.
[ 27 ] Was sagen Ihnen die Leute, die durchaus beim heutigen Denken stehenbleiben wollen, über die Geisteswissenschaft? Sie sagen Ihnen: Ja, was da geschildert wird zum Beispiel in dieser Steinerschen «Geheimwissenschaft», das ist ja phantastisch, das ist ja willkürlich, das kann man sich ja nicht vorstellen! — Warum sagen das die Leute? Die Leute können Kreide sehen, Tische sehen, Beine sehen, und sie können nur das vorstellen, was ihnen einmal in dieser Weise vor die Seele getreten ist; sie wollen sich nichts anderes vorstellen, als was sie sich von dem Leithammel der äußeren physischen Wirklichkeit angeeignet haben. Sie wollen keine innere Aktivität entwickeln im Vorstellen. Wer die «Geheimwissenschaft im Umriß» studieren will, der muß sich selber anstrengen. Wenn er einen Ochsen anglotzt, da hat er allerdings eine Wirklichkeit, er braucht sich nicht anzustrengen, sondern er braucht ihn nur anzuglotzen und sich dann einen sogenannten Begriff zu bilden, der gar kein Begriff ist. Um was es sich handelt, ist, daß eben die Begriffe, die durch die Geisteswissenschaft, also zum Beispiel durch meine «Geheimwissenschaft» oder «Theosophie» oder durch die andern Bücher angedeutet werden, diese innere Aktivität fordern. Ein großer Teil der Menschheit, der heute erst recht materialistisch ist, weil er die Geisteswelt materialistisch bilden will, die Spiritisten, die möchten sich erst recht nicht einlassen auf dieses Durchdenken, Durcharbeiten der «Geheimwissenschaft»; die lassen sich lieber irgend etwas vorzaubern durch Schrenck-Notzing oder andere, wo ihnen solche Klumpen, die menschenähnlich geformt sind oder dergleichen, so vor die Seele treten, daß sie wiederum ganz passiv bleiben können; sie brauchen sich dabei gar nicht anzustrengen.
[ 27 ] What do people who are determined to remain stuck in today’s way of thinking say about spiritual science? They say: “Yes, what is described, for example, in Steiner’s Occult Science—that’s just fantastical, it’s arbitrary, you can’t even imagine it!” — Why do people say that? People can see chalk, see tables, see legs, and they can only imagine what has once appeared before their soul in this way; they do not want to imagine anything other than what they have absorbed from the leading figure of external physical reality. They do not want to develop any inner activity in their imagination. Anyone who wants to study Outlines of Esoteric Science must make an effort themselves. When they stare at an ox, they certainly have a reality before them; they don’t need to make an effort, but only need to stare at it and then form a so-called concept that isn’t a concept at all. The point is that the very concepts indicated by spiritual science—for example, by my Occult Science or Theosophy or by other books—demand this inner activity. A large portion of humanity—which is all the more materialistic today because it seeks to construct the spiritual world in materialistic terms—the spiritualists, in particular, have no desire to engage in this thorough thinking through and working through of Occult Science; they would rather have something conjured up for them by Schrenck-Notzing or others, where such lumps—shaped like humans or the like—appear before their souls in such a way that they can remain completely passive; they do not need to exert themselves at all.
[ 28 ] Aber dabei wird man immer leichter und man arbeitet gegen sein Fortbestehen nach dem Tode. Dadurch aber, daß man sich hineinarbeitet in die Aktivität, dieman nötig hat, um in die Geisteswissenschaft einzudringen, dadurch muß man gerade das Physische stärker anstrengen, stärker sich verbinden mit dem Physischen, als es heute unter sogenannten normalen Verhältnissen der Fall ist. Man muß die Begriffe gewichtiger machen. Dadurch aber auch nimmt man sein Seinsgefühl mit durch den Tod und ist dann dem Leben nach dem Tode gewachsen.
[ 28 ] But in doing so, one becomes increasingly light, and one works against one’s continued existence after death. However, by immersing oneself in the activity necessary to penetrate spiritual science, one must exert the physical aspect more strongly and connect more closely with the physical than is the case today under so-called normal circumstances. One must give greater weight to concepts. In this way, one carries one’s sense of being through death and is then prepared for life after death.
[ 29 ] Das ist ja etwas, nicht wahr, was der heutige Mensch so gern hat: nichts zu dem hinzutun, was ihm im Leben entgegentritt. Wenn er etwas dazutun soll, aktiv sein soll, so wird ihm das gleich unbequem. Außerlich im sozialen Leben haben wir ja immer darnach gestrebt, soviel zu lernen und nach solchen Schablonen zu lernen, wie es der Staat vorschreibt; so daß wir, wenn wir glücklich fünfundzwanzig, sechsundzwanzig Jahre alt und referendarreif geworden sind, dann so hineingeschoben werden in irgendein Schema und Anspruch haben nach so und so viel Jahrzehnten auf Pensionierung; nun sind wir sicher. Wir sind allerdings erst in den zwanziger Jahren, aber wir sind für das ganze Leben versichert. Wir lassen unseren Leib pensionieren — das wird uns von vornherein zugesichert —, dann kommt noch die Kirche, das Kirchenbekenntnis, das fordert auch nichts anderes, als daß wir passiv dem uns hingeben, was uns da geboten wird. Und die Kirche pensioniert dann unsere Seele, wenn wir tot sind; die versichert sie uns, ohne daß wir etwas dazutun, als höchstens im Glauben leben, wie schon vorher unser Leib pensioniert worden ist. Das ist etwas, womit gebrochen werden muß, wenn die Kultur nicht an ihrem Niedergang ankommen soll. Innere Aktivität, inneres aktives Mittun mit dem, was der Mensch aus sich macht, sogar was er aus sich macht als einem unsterblichen Wesen, das ist notwendig. Der Mensch muß arbeiten an seiner Unsterblichkeit. Das ist dasjenige, was sich die meisten Menschen gern wegzaubern lassen möchten. Sie glauben, eine Erkenntnis kann einen nur etwas von dem lehren, was ja sowieso ist, kann einen höchstens lehren, der Mensch sei unsterblich. Es gibt solche, die sagen:
[ 29 ] That’s something, isn’t it, that people today are so fond of: not adding anything to what comes their way in life. If they’re supposed to add something, to be active, it immediately makes them uncomfortable. Outwardly, in social life, we’ve always strived to learn as much as the state prescribes and to learn according to its templates; so that when we’ve happily reached the age of twenty-five or twenty-six and are ready for our legal clerkship, we’re then slipped into some kind of system and are entitled to retirement after so many decades; now we’re secure. We are, of course, only in our twenties, but we are insured for our entire lives. We let our bodies “retire”—this is guaranteed to us from the outset—and then there is the church, the creed, which demands nothing more than that we passively submit to what is offered to us. And the church then “retires” our souls when we are dead; it assures us of this without our having to do anything, other than live in faith, just as our body was retired before. This is something that must be broken with if culture is not to reach its decline. Inner activity, active inner participation in what a person makes of himself—even what he makes of himself as an immortal being—that is necessary. Human beings must work on their immortality. This is precisely what most people would gladly have swept away. They believe that knowledge can only teach one something that is true anyway; at most, it can teach one that human beings are immortal. There are those who say:
[ 30 ] Ja, hier lebe ich, wie eben das Leben hier es gibt; was nach dem Tode sein wird, das werde ich ja dann schon sehen.
[ 30 ] Yes, this is where I live, just as life is here; as for what will be after death, I’ll see well enough then.
[ 31 ] Nichts wird er sehen, gar nichts wird er sehen! Denn das Argument ist ungefähr ebenso geistreich wie dasjenige der Anzengruberschen Persönlichkeit: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! — Von derselben Logik sind diese Dinge. Die Sache ist so, daß in bezug auf das Geistig-Seelische, indem wir es in unsere Erkenntnis hereinnehmen, wir den Geist reif machen, nach dem Tode nicht den entgegengesetzten Zustand von einem im Schwimmen Versinkenden, das heißt, von einem wesenlos Steigenden durchzumachen. Wir müssen arbeiten an unserer Wesenheit, damit sie in der richtigen Weise durch den Tod durchgehen kann. Und Aneignung geistiger Erkenntnis ist nicht bloß Aneignung einer abstrakten Erkenntnis, ist Durchdringung des Geistig-Seelischen des Menschen mit den Kräften, die den Tod besiegen.
[ 31 ] He will see nothing, absolutely nothing! For the argument is about as ingenious as that of Anzengruber’s character: As surely as there is a God in heaven, I am an atheist! — These things follow the same logic. The fact is that, with regard to the spiritual-soul aspect, by incorporating it into our understanding, we prepare the spirit so that after death it does not undergo the opposite state of one who is sinking while floating—that is, of one who is rising without substance. We must work on our being so that it can pass through death in the proper way. And the acquisition of spiritual knowledge is not merely the acquisition of abstract knowledge; it is the permeation of the human spiritual-soul with the forces that conquer death.
[ 32 ] Das ist im Grunde genommen in Wahrheit ja die christliche Lehre. Daher soll der Mensch nicht bloß, wie es ein neueres Bekenntnis durchaus will, den Glauben an Christus haben, sondern er soll das Pauluswort beherzigen: «Nicht ich, sondern der Christus in mir.» Die Kraft des Christus in mir, entwickelt muß sie werden wollen und ausgebildet muß sie werden! Der Glaube als solcher kann durchaus den Menschen nicht retten, sondern einzig und allein das innere Zusammenarbeiten mit dem Christus, das innere Sich-Erarbeiten der Christuskraft, die ja immer da ist, wenn man sie sich erarbeiten will, die aber erarbeitet werden muß. Initiative, Aktivität, das ist es, womit die Menschheit sich wird erfüllen müssen. Und einsehen wird sie müssen, daß der bloß passive Glaube den Menschen einfach zu leicht macht, so daß allmählich die Unsterblichkeit auf der Erde sterben würde. Das ist das Bestreben des Ahriman. Und inwiefern es das Bestreben des Ahriman ist, das wollen wir dann in einem nächsten Vortrag uns vor die Seele führen, denn wir stehen heute in dem Kampf zwischen den ahrimanischen und den luziferischen Mächten drinnen. Und ebenso wie wir in einer gewissen Weise unsere Unbewußtheit behütet haben, indem der Frühlingspunkt einen Umkreis gemacht hat, werden wir in den nächsten Umkreis hineingehen müssen so, daß wir mit vollem Bewußtsein
[ 32 ] This is, in fact, the essence of Christian doctrine. Therefore, a person should not merely have faith in Christ, as a more recent creed certainly insists, but should take Paul’s words to heart: “Not I, but Christ in me.” The power of Christ within me—it must be willing to develop, and it must be cultivated! Faith as such cannot save a person at all; rather, it is solely and exclusively the inner cooperation with Christ, the inner working out of the power of Christ—which is always there if one is willing to work for it, but which must be worked out. Initiative and activity—that is what humanity will have to fill itself with. And humanity will have to realize that merely passive faith makes life too easy for people, so that immortality on earth would gradually die out. That is Ahriman’s aim. And to what extent this is Ahriman’s aim, we shall then bring to mind in a future lecture, for today we stand in the midst of the struggle between the Ahrimanic and the Luciferic forces. And just as we have, in a certain sense, protected our unconsciousness by the vernal equinox completing a cycle, we will have to enter the next cycle in such a way that, with full consciousness
[ 33 ] 1987 uns hineinstellen in dasjenige, was die Weltenwesenheit durchwebt: der Kampf der luziferischen mit den ahrimanischen Geistern. In die Wirklichkeit, nicht bloß in eine abstrakte Erkenntnis werden wir durch Geisteswissenschaft geführt. Davon dann das nächste Mal weiter.
[ 33 ] In 1987, we were drawn into that which permeates the world: the struggle between the Luciferic and Ahrimanic spirits. Spiritual science leads us into reality, not merely into abstract knowledge. More on this next time.
