Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I
Human Beings as Physical and Spiritual Entities
in Their Relationship to the World
GA 205
16 July 1921, Dornach
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Human-Becoming, World-Soul and World-Spirit I, tr. SOL
Zwölfter Vortrag
Twelfth Lecture
[ 1 ] Gestern habe ich hier damit geschlossen, daß im Laufe der neueren Zeit eine Verwirrung eingetreten ist in bezug auf die Auffassung, was der in der persischen Dualität sich auslebende Ormuzd-Ahriman eigentlich ist. Ich habe auch darauf aufmerksam gemacht, wie zurückgegangen werden kann zu den älteren europäisch-germanischen Anschauungen, wie zum Beispiel in dem Gedichte, das bekanntgeworden ist als «Muspilli»-Gedicht, als das Gedicht von dem Firmament, der Erde, in durchaus christlicher Form der Gegensatz eines oberen, luziferischen, und eines unteren, ahrimanischen Prinzips zum Ausdrucke gekommen ist. Ich sage, in durchaus christlicher Form, denn es ist nicht infiziert worden von demjenigen, aus dessen Seelenverfassung der Gegensatz des Oben und Unten im Sinne des «Muspilli»-Gedichtes geschwunden ist. Es ist nicht vorausgesetzt worden, daß gewissermaßen zu der oberen Geistigkeit das Christus-Prinzip gehört, sondern es ist zu der oberen Geistigkeit das Elias-Prinzip erhoben, und Elias ist es, der da kämpft mit seinem herabträufelnden Blute gegen den Antichrist, was ja nichts anderes ist, als in christlicher Form das ahrimanische Prinzip ausdrückend. Es ist also in diesen älteren europäisch-germanischen Vorstellungen noch ein deutliches Bewußtsein davon vorhanden, daß man zu unterscheiden habe ein oberes Prinzip und ein unteres Prinzip, obere Kräfte und untere Kräfte, und daß gewissermaßen in dem ChristusPrinzip die Ausgleichung, die Harmonisierung der beiden Prinzipien zu suchen ist. Man wird auch leicht einsehen können, wenn man das Elias-Prinzip nach oben versetzt hat, das Antichristprinzip nach unten, daß dann in dem oberen Prinzip gewissermaßen dasjenige gegeben ist, was nach dem moralischen Impuls der Weltenordnung geht, in dem ahrimanischen Prinzip das, was nach dem intellektuellen Impuls der Weltenentwickelung geht.
[ 1 ] Yesterday I concluded here by noting that, in recent times, confusion has arisen regarding the understanding of what Ormuzd-Ahriman—who manifests himself in the Persian duality—actually is. I also pointed out how one can return to the older European-Germanic views, such as in the poem known as the “Muspilli” poem—the poem about the firmament and the earth—in which the contrast between an upper, Luciferic principle and a lower, Ahrimanic principle is expressed in a thoroughly Christian form. I say “in a thoroughly Christian form” because it has not been tainted by that state of mind from which the contrast between above and below, as expressed in the “Muspilli” poem, has vanished. It has not been assumed that the Christ principle, so to speak, belongs to the upper spirituality; rather, the Elijah principle has been elevated to the upper spirituality, and it is Elijah who fights there with his blood dripping down against the Antichrist, which is nothing other than the Ahrimanic principle expressed in a Christian form. Thus, in these older European-Germanic conceptions, there is still a clear awareness that one must distinguish between a higher principle and a lower principle, higher forces and lower forces, and that, in a sense, the balancing and harmonization of the two principles is to be found in the Christ principle. One can also easily see that, once the Elias principle has been placed above and the Antichrist principle below, the upper principle embodies, so to speak, that which follows the moral impulse of the world order, while the Ahrimanic principle embodies that which follows the intellectual impulse of world development.
[ 2 ] In einem solchen Bewußtsein vom Oberen und vom Unteren hat man überhaupt eine Polarität gesehen, die in der Weltenordnung vorhanden ist. Wenn man sagt oben und unten, so ist das ja natürlich in einer gewissen Weise auf den Menschen projiziert. Und wir wissen ja, daß der Mensch das Oben und Unten dadurch bestimmt, daß er die wesentlichste Richtung seines Rückgrats vertikal orientiert hat. Dadurch entsteht das Oben und Unten. Das ist also durchaus relativ gemeint. Aber das, worauf heute hingedeutet wird, ganz abgesehen von dem Oben und Unten, das ist ein gewisser polarischer Gegensatz. Dieser polarische Gegensatz tritt uns ja im Menschen in einer außerordentlich komplizierten Weise entgegen. Aber man kann diesen polarischen Gegensatz, ich möchte sagen, mehr veräußerlicht, auch in der Welt studieren, und es ist außerordentlich nützlich, die Weltenordnung gewissermaßen so zu betrachten, daß sie einem durch ganz besondere Erscheinungen, in denen sich gewisse Kräfte radikal ausbilden, verrät, welche Geheimnisse eigentlich in ihr walten.
[ 2 ] In this understanding of “above” and “below,” people have generally perceived a polarity that exists within the order of the world. When we speak of “above” and “below,” this is, of course, projected onto human beings in a certain way. And we know, of course, that human beings define “up” and “down” by orienting the most essential axis of their spine vertically. This is what gives rise to “up” and “down.” So this is meant to be entirely relative. But what is being pointed to today—quite apart from “up” and “down”—is a certain polar opposition. This polar opposition presents itself to us in human beings in an extraordinarily complex way. But one can study this polar opposition—I would say, in a more externalized form—in the world as well, and it is extremely useful to view the world order, so to speak, in such a way that it reveals to us, through very special phenomena in which certain forces manifest themselves radically, what secrets actually govern it.
[ 3 ] Nun, im Menschen drückt sich ein gewisser Gegensatz weniger deutlich aus, der Ihnen aber sehr deutlich vor das Auge treten kann, wenn Sie die Organisation nur völlig ins Auge fassen. Geradeso wie der Mensch ist ja natürlich auch das Vogelgeschlecht aus der ganzen Weltenordnung herausgewachsen. Aber dieses Vogelgeschlecht, das zeigt uns die in der Welt waltenden Geheimnisse nach einer gewissen Richtung hin wesentlich deutlicher, als wir das zunächst beim Menschen sehen können, bei dem wir es erst dann wiederum in einer komplizierteren Weise anwenden müssen.
[ 3 ] Well, in human beings a certain contrast is expressed less clearly, but it can become very evident to you if you simply take a comprehensive look at the organism. Just as with human beings, the bird kingdom has, of course, also grown out of the entire world order. But this bird kingdom reveals to us the mysteries at work in the world in a certain direction much more clearly than we can initially see in human beings, where we must then apply this understanding in a more complex way.
[ 4 ] Was ist denn das Charakteristische des Vogelgeschlechtes? Das Charakteristische des Vogelgeschlechtes ist, daß der Vogel vor unsere Weltenordnung, insoweit sie uns in der physischen Sphäre gegeben ist, zunächst in der Eiform an die äußere Weltöffentlichkeit tritt, wenn ich so sagen darf. Der Vogel tritt in der Eiform vor die Weltöffentlichkeit. Dann muß das Ei zerschlagen werden. Der Vogel entwickelt sich aus dem Ei heraus, und es wird Ihnen ja bekannt sein — denn das werden Sie ja doch wohl schon gesehen haben, wie solch ein Hühnchen aussieht, wenn es eben aus dem Ei geschlüpft ist —, es wird Ihnen schon aufgefallen sein, wie eigentlich erst mit dem Ausschlüpfen aus dem Ei so recht lebendig wird das Wachstum dessen, was Federn sind und so weiter. Nun, diesen Gegensatz, wenn ich so sagen darf, des Eidaseins und des äußeren Daseins dann mit den Federn, den finden wir ja beim Menschen zunächst nicht so deutlich zum Ausdrucke gekommen. Der Mensch wird ja nicht im Ei in die Weltöffentlichkeit versetzt, und es wird ihm ja auch später erlassen, mit einer solchen Vorbereitung diese Welt zu betreten, daß ihm Federn wachsen. Aber was haben wir da für einen Gegensatz im Vogelgeschlecht in bezug auf die Eiform und auf die spätere Lebensform?
[ 4 ] What, then, is the defining characteristic of the bird kingdom? The defining characteristic of the bird kingdom is that, within our world order—as it is given to us in the physical sphere—the bird first appears to the outside world in the form of an egg, if I may put it that way. The bird appears to the world in the form of an egg. Then the egg must be broken. The bird develops from within the egg, and as you are no doubt aware—for surely you have already seen what a chick looks like when it has just hatched from the egg—you will have noticed how the growth of feathers and so on only truly comes to life once the chick hatches from the egg. Well, this contrast—if I may put it that way—between existence within the egg and external existence with feathers, we do not initially find it expressed so clearly in human beings. After all, a human being is not brought into the world inside an egg, and later on, they are spared the need to enter this world with such preparation that feathers grow on them. But what kind of contrast do we see in the bird kingdom with regard to the egg form and the later form of life?
[ 5 ] Wenn Sie das Ei ganz äußerlich betrachten, so tritt Ihnen ja natürlich zunächst die kalkige Schale entgegen. Diese kalkige Schale hat eine gewisse Form. Aber im Grunde genommen können Sie nicht diese kalkige Schale zu etwas Wesentlichem beim Vogel rechnen, denn sonst könnte man sie nicht abfallend haben. Sie kann nicht zu etwas Wesentlichem beim Vogel gehören. Man kann sie, wenn man trivial spricht, eine Schutzhülle des jungen Wesens nennen. Aber jedenfalls, in die Form des Vogels hinein wirkt ja eigentlich nicht etwas, was in der Kalkschale besonders lokalisiert ist. Wir haben also diese Absonderung der Materie in der äußeren Schale. Diese Absonderung der Materie haben wir wie etwas, was aus der Organisation des Vogels herausgestoßen wird, wie etwas, was abgeworfen wird, etwas, was gewissermaßen der Vogel in der späteren Zeit zu seiner Entwickelung nicht brauchen kann; es ist also etwas, was herausgeworfen wird. Es müssen also in dem Wesen dadrinnen Kräfte sein, welche dasjenige, was da im Ei ist, absondern, aus sich herauswerfen.
[ 5 ] If you look at the egg from the outside, the first thing you notice, of course, is the calcareous shell. This calcareous shell has a certain shape. But strictly speaking, you cannot consider this calcareous shell to be an essential part of the bird, because otherwise it could not be shed. It cannot be an essential part of the bird. To put it simply, one could call it a protective covering for the young creature. But in any case, nothing specifically localized within the calcareous shell actually influences the bird’s form. So we have this secretion of matter in the outer shell. We see this secretion of matter as something that is expelled from the bird’s organism, as something that is cast off, something that the bird, so to speak, no longer needs for its later development; it is therefore something that is cast out. There must therefore be forces within the being that secrete what is inside the egg and expel it from itself.


[ 6 ] Wenn man diese ganze Sache betrachtet, so kommt man eigentlich innerhalb dessen, was sich an Naturgesetzlichkeit innerhalb des Irdischen darbietet, nicht damit zu Rande. Man muß da zu Hilfe nehmen, was in der «Geheimwissenschaft im Umriß» gesagt ist. In der «Geheimwissenschaft» haben Sie ja den Hinweis darauf, wie in einer gewissen Epoche der Entwickelung unserer Erde sich der Mond absondert von der Erde, wie die Materie des Mondes herausgesondert wird aus der Erde. Diesen Prozeß ahmt eigentlich dasjenige nach, was hier stattfindet in einer gewissen Weise. Geradeso wie die Bildungskräfte des ganzen Erdenkosmos einstmals die Mondenkräfte von sich abgesondert haben, so sondert die Materie des Vogels diese Kalkschale ab als etwas, man möchte sagen, Übermineralisches. Und was ist denn das, was da in dieser Kalkschale zunächst drinnen war? (Siehe Zeichnung, rot.)
[ 6 ] When one considers this whole matter, one cannot actually come to terms with it within the framework of the natural laws that apply to the earthly realm. One must draw upon what is stated in Outline of Esoteric Science. In Esoteric Science, you will find a reference to how, during a certain epoch in the development of our Earth, the Moon separated from the Earth—how the Moon’s matter was separated from the Earth. What is taking place here actually mimics that process in a certain way. Just as the formative forces of the entire Earth cosmos once separated the lunar forces from themselves, so the bird’s matter secretes this calcareous shell as something one might call “super-mineral.” And what, then, was it that was initially contained within this calcareous shell? (See drawing, red.)


[ 7 ] Dasjenige, was in dieser Kalkschale zunächst drinnen war, das ist ja durch diese Kalkschale geschützt gewesen vor den Kräften, die im Umkreis der Erde wirken. Würde das Hühnchen zu früh diesen Kräften ausgesetzt sein, sagen wir, der Sonne zu früh ausgesetzt sein, so würde es ja selbstverständlich absterben. Es würde nicht aushalten die Kräfte, die im Umkreis der Erde sind. Es handelt sich also darum, daß das Wesen, das da durch die Kalkschale geschützt ist, in einer Welt lebt, die eigentlich nicht die irdische ist.
[ 7 ] What was initially inside this calcareous shell was, of course, protected by that shell from the forces acting in the Earth’s atmosphere. If the chick were exposed to these forces too early—say, exposed to the sun too early—it would, of course, die. It would not be able to withstand the forces surrounding the Earth. The point, then, is that the being protected by the calcareous shell lives in a world that is not actually the earthly one.
[ 8 ] Was ist das für eine Welt, in der dieses durch die Kalkschale geschützte Wesen lebt? Diese Welt ist diejenige, die wir durchgemacht haben durch Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung und die aufgehört hat, die jetzt als Erdenentwickelung nicht mehr da ist. Es ist eben durchaus die Vergangenheit in dem Gegenwärtigen noch darinnen. Und wenn wir uns sagen: Alles, was außerhalb einer Eischale ist, gehört zur Erde —, so haben wir in dem, was innerhalb einer Eischale ist, alles das, was nicht zur Erde gehört, was mit der Erde selber nichts zu tun haben will, was gewissermaßen nicht mitmachen will die Erdenentwickelung. Denn es muß erst heranreifen, die Schale zerbrechen und dann reif geworden sein zur Erdenentwickelung.
[ 8 ] What kind of world is this in which this being, protected by the calcareous shell, lives? This world is the one we have passed through—the Saturn, Sun, and Moon stages of development—and which has ceased to exist; it is no longer present as the Earth’s development. Indeed, the past is still very much present within the present. And when we say to ourselves: Everything outside an eggshell belongs to the Earth—then within the eggshell we have everything that does not belong to the Earth, that has nothing to do with the Earth itself, that, so to speak, does not wish to participate in Earth’s evolution. For it must first mature, break through the shell, and then be ready for Earth’s evolution.
[ 9 ] Hier ist auch der Punkt, wo man auf etwas anderes aufmerksam machen darf. Man darf auf folgendes aufmerksam machen: Nicht wahr, nicht alle Wesen, die veranlagt sind im Ei, werden wirklich geboren. Eine ganze Menge von Vogeleiern gehen zugrunde, und gar erst von den Eiern zum Beispiel von Fischen und dergleichen, das geht ja alles zugrunde. Und außerdem — ich weiß nicht, ob es immer opportun ist, die Dinge so ganz trocken auseinanderzusetzen, die Menschheit liebt ja, vieles im Unbewußten zu lassen, aber gegenüber den kommenden Zeiten ist der Menschheit eine gewisse Summe von Erkenntnissen notwendig, und man muß sich eben nicht weiter verschließen vor diesen Erkenntnissen —, außerdem geht ja eine große Zahl von Vogeleiern auch dadurch zugrunde, daß die Menschen sie essen. Die erreichen ja ihr Ziel nicht. Und es ist nun die Frage: Was geht mit alledem vor, was also einschließlich des letzteren Faktums sich entwickelt vom Eiinhalt, ohne daß es zum reifen Hühnchen oder reifen Vogel oder reifen Fisch auf der Erde wird, was geht mit alldem vor? — Der gewöhnliche Materialist wird sagen: Nun ja, da schafft die Natur halt unsinnig, ins Blinde hinein, und so und so viel von dem, was die Natur schafft, geht eben einfach zugrunde. — Das ist aber nicht richtig, sondern diejenigen Wesenssubstanzen, die da in der Eischale drinnen sind in irgendeiner Weise, die werden nur nicht reif für das Erdendasein, aber sie sind reif in ihren Kräften für das vorirdische Dasein, für das Dasein, das wir selbst, das die Erdenwesen durchgemacht haben während der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit. Und das ist das luziferische Dasein. Sie werden Substanzen, aus denen sich das luziferische Dasein weiter nährt. Alles, was an Eiern zugrunde geht, gibt den Wesenheiten, gibt gewissen geistigen Wesenheiten Nahrung. Nun wollen wir aber dasjenige betrachten, was die Erde betrifft.
[ 9 ] This is also the point where one may draw attention to something else. One may point out the following: After all, not all beings that are conceived in an egg are actually born. A great many bird eggs perish, and as for the eggs of fish and the like, for example—well, they all perish. And besides—I don’t know if it’s always appropriate to analyze things so dispassionately; after all, humanity likes to leave many things in the unconscious—but in view of the times to come, humanity needs a certain body of knowledge, and we simply must not continue to shut ourselves off from this knowledge—besides, a large number of bird eggs are also lost because people eat them. They never reach their destination. And now the question is: What happens to all of this—that is, including the latter fact, what develops from the contents of the egg without becoming a mature chicken, bird, or fish on Earth—what happens to all of this? — The typical materialist will say: Well, nature is simply creating aimlessly, at random, and so much of what nature creates simply perishes. — But that is not correct; rather, those essential substances that are contained within the eggshell in some way simply do not mature for earthly existence, but they are mature in their powers for pre-earthly existence—for the existence that we ourselves, that earthly beings, have undergone during the Saturn, Sun, and Moon eras. And that is the Luciferic existence. They become substances from which the Luciferic existence continues to draw nourishment. Everything that perishes in the eggs provides nourishment for certain spiritual beings. But now let us consider what pertains to the Earth.
[ 10 ] Wir haben also, wenn wir das Vogelgeschlecht betrachten, zunächst das Luziferische in dem Ei-Inhalte gegeben, das, was als solches mit der Erde nichts zu tun haben will, was nicht auf der Erde da sein will, was sich, ich möchte sagen, mit einer Mauer umgibt gegen die Gesetze der Erde, die erst dann eingreifen, wenn dasjenige, was sonst auf der Erde wirkt, Wärme, Licht, die Hülle gesprengt hat.
[ 10 ] So, when we consider the bird kingdom, we first find the Luciferic element within the contents of the egg—that which, as such, wants nothing to do with the Earth, that which does not want to be here on Earth, that which, I might say, surrounds itself with a wall against the laws of the Earth, which only intervene once that which otherwise acts on Earth—heat, light—has burst open the shell.
[ 11 ] Und was greift da ein? Da greifen ein die entgegengesetzten Kräfte. Wenn Sie das Vogelei vor sich hinlegen, so können Sie sich sagen: Dadrinnen sitzt in seiner Wesenheit Luzifer. Wenn Sie einem Vogel die Federn auszupfen, dann können Sie sagen: Hier habe ich das reinste Bild der ahrimanischen Richtungskräfte. Da wirken die ahrimanischen Richtungskräfte, auch bei den feinen, daunenhaften Federchen, die Sie beim auskriechenden Küchlein finden. Da haben schon die ahrimanischen Kräfte durch die Schale hindurch gewirkt. Sie waren schon im Kampfe mit demjenigen, was sich durchaus nicht von Federn durchziehen lassen will. Wenn Sie also das Federkleid des Vogels betrachten, dann haben Sie das reinste Bild des Ahrimanischen.
[ 11 ] And what comes into play here? The opposing forces come into play. If you place a bird’s egg before you, you can say to yourself: Inside it sits Lucifer in his essence. If you pluck a bird’s feathers, then you can say: Here I have the purest image of the Ahrimanic forces of direction. The Ahrimanic forces of direction are at work there, even in the fine, downy feathers that you find on a hatchling as it crawls out of its shell. There, the Ahrimanic forces have already worked their way through the shell. They were already in conflict with that which absolutely refuses to be permeated by feathers. So when you look at the bird’s plumage, you have the purest image of the Ahrimanic.
[ 12 ] Daher können Sie sagen: Schaue ich ein Ei an, so verhüllt sich mir Luzifer. Er verrät sich mir nur durch die äußere Gestalt, die er abwirft, durch dasjenige, was an Materie ausgeworfen wird in gewisser Weise. — Was also abfällt, ob es eine Vogeleischale ist, ob es eine Schlangenhaut ist, die abgeworfen wird und so weiter, das ist aus dem luziferischen Prinzip, aus den luziferischen Kräften herausgeworfen. In dem, was da abgeworfen wird, kann man noch etwas sehen von der eigentlichen Gestaltung der luziferischen Kräfte. Sie wirken eigentlich, wenn sie rein wirken, in Spiralen. Und in demjenigen, was Sie als Federkleid haben, oder was Sie überhaupt so haben, daß es von außen sich in das Leibliche hineinversetzt, da haben Sie das Ahrimanische. Das wirkt in seinen Richtungskräften tangential. Nehmen Sie einen Pfauenschwanz und betrachten Sie ihn recht genau und denken Sie sich dabei: Das ist das reinste Bild von ahrimanischen Richtekräften.
[ 12 ] Therefore, you can say: When I look at an egg, Lucifer conceals himself from me. He reveals himself to me only through the outer form that he sheds, through that which is, in a certain sense, cast off as matter. — So whatever is shed—whether it is a bird’s eggshell, a snake’s skin that is shed, and so on—is cast off from the Luciferic principle, from the Luciferic forces. In what is shed there, one can still see something of the actual form of the Luciferic forces. When they act purely, they actually work in spirals. And in what you have as plumage, or whatever you have that extends from the outside into the physical body, there you have the Ahrimanic. This acts tangentially in its directional forces. Take a peacock’s tail and look at it very closely, and think to yourself: This is the purest image of Ahrimanic directional forces.
[ 13 ] Nun, natürlich müssen Sie sich klar sein darüber, daß überall Luzifer und Ahriman ineinander- und durcheinanderwirken, daß wir also nur Bilder davon haben. Aber diese Bilder sind tatsächlich im Vogelgeschlechte am allerschönsten zu haben; denn wir brauchen nur dieses Vogelgeschlecht so zu betrachten, wie ich es eben hingestellt habe.
[ 13 ] Well, of course you must realize that Lucifer and Ahriman are constantly interacting and intermingling everywhere, so that we have only images of them. But these images are indeed most beautifully represented in the bird kingdom; for we need only view the bird kingdom as I have just described it.
[ 14 ] Nun bleiben aber natürlich die Kräfte, die innerhalb der Eischale sind, im Vogel drinnen auch tätig. Der Vogel hat also diese Kräfte, die da innerhalb der Eischale drinnen waren (rot), ringsherum die ahrimanischen Kräfte (blau) im Federkleide. Beim Vogel haben Sie auch noch die Möglichkeit, geradezu lokalisieren zu können das Ätherische und das Physische. Wenn Sie nämlich all das nehmen, was der Vogel behält von dem Luziferischen, das erst in der Eischale drinnen war, was er da behält an Wachstumkräften, dann haben Sie dasjenige, was dem Atherleib unterliegt. Also das, was ich rot gezeichnet habe, das sind diese Kräfte, und das unterliegt namentlich der Tätigkeit der Ätherkräfte. So daß man beim Vogel auch sagen kann: Was der Vogel mitbekommt an Erbschaft aus dem Ei, das steht zeitlebens, zeitvogellebens unter dem Einfluß der Lebenskräfte, der ätherischen Kräfte. Und was er sich angliedert als sein Federkleid, das steht zeitlebens unter dem Einfluß der physischen Kräfte (Pfeile). Und das, was dazwischen ist, sein Fleisch, die Muskeln und so weiter, das steht zeitlebens unter dem Einfluß der astralischen Kräfte (gelb). Beim Vogel haben wir also eine Möglichkeit, gewissermaßen zu lokalisieren: das Astralische im Fleisch und den Muskeln, das Physische im Federkleide und das Ätherische in demjenigen, was ihm als Wachstumskräfte aus dem Ei-Inhalte bleibt.
[ 14 ] But of course, the forces that are within the eggshell remain active inside the bird as well. So the bird has these forces that were inside the eggshell (red), surrounded by the Ahrimanic forces (blue) in its plumage. With the bird, you also have the opportunity to pinpoint the ethereal and the physical. For if you take everything the bird retains of the Luciferic—which was originally inside the eggshell—and the growth forces it retains there, then you have what underlies the etheric body. So what I have marked in red are these forces, and they are specifically subject to the activity of the etheric forces. Thus, with regard to the bird, one can also say: Whatever the bird inherits from the egg remains, throughout its entire life—the bird’s entire lifespan—under the influence of the life forces, the etheric forces. And what it develops as its plumage remains under the influence of the physical forces (arrows) throughout its life. And what lies in between—its flesh, muscles, and so on—remains under the influence of the astral forces (yellow) throughout its life. In the case of the bird, we thus have a way of localizing these aspects, so to speak: the astral in the flesh and muscles, the physical in the plumage, and the etheric in what remains to it as growth forces from the contents of the egg.
[ 15 ] Beim Menschen ist das viel komplizierter. Der Mensch lebt nicht äußerlich in einem Ei. Er entwickelt im Leibe der Mutter sein Luziferisches, das der Vogel noch nach außen trägt. Daher kommt auch noch nicht Ahriman über ihn im Leibe der Mutter. Beim Vogel ist das so, daß er gewissermaßen zeigt, wie er das Luziferische, ohne daß es eigentlich auf Abwege gerät, herausträgt in die Welt, und wie er auch wiederum das Ahrimanische annimmt. Beim Menschen können Sie das einzelne an Beispielen mit besonderer Deutlichkeit sich ausprägen sehen. Zwischen den Menschen und dem Vogelgeschlecht können wir ja dann das Säugetiergeschlecht einfügen.
[ 15 ] In humans, this is much more complicated. Humans do not live externally within an egg. They develop their Luciferic nature within the mother’s womb, whereas birds still carry it outward. That is why Ahriman does not yet come upon them while they are still in the mother’s womb. In the case of birds, they demonstrate, as it were, how they carry the Luciferic nature out into the world without it actually going astray, and how they, in turn, also take on the Ahrimanic nature. In humans, you can see these individual aspects take shape with particular clarity through examples. Between humans and the bird kingdom, we can then insert the mammalian kingdom.
[ 16 ] Beim Menschen haben Sie zunächst einen sehr merkwürdigen Unterschied gegenüber dem Vogel. Nehmen Sie die Vogelbeine. Die Vogelbeine sind in der Regel, wenn Sie die Menschenbeine dagegen betrachten, eigentlich recht verkümmerte Organe. Woher mag das kommen, daß der Vogel gerade solche Beine hat, wie er hat? Nehmen SieSpatzenbeine: Was sind das für jämmerliche Stäbe gegenüber dem, was der Mensch als seine stolzen Beine hat, nicht wahr! Nehmen Sie also diese verkümmerten Vogelbeine — ja, wenn Sie die ganze verkümmerte Gestalt des Vogels betrachten, werden Sie sich sagen: Der Vogel ist ja zunächst für das Fliegen berechnet, er hebt sich von der Erde ab, daher auch die Gestalt seiner Beine. Sie sind gewissermaßen nur Andeutungen seiner Zugehörigkeit zur Erde. Der Mensch hebt nicht seine Beine von der Erde ab. Der Mensch kann nicht fliegen. Er setzt seine beiden Beine wie stolze Säulen auf die Erde hin. So wie sie ausgebildet sind, diese Beine, sind sie wesentlich eine Erdengabe. Der Vogel bekommt diese Erdengabe nicht, weil er gar nicht in dieser Weise an die Erde gebunden ist, weil er von der Erde abgesondert ist. Und der Mensch ist, indem er diese Erdengabe bekommt, in dieser Erdengabe mehr an die ahrimanischen Kräfte gebunden als der Vogel. Der Vogel bekommt gewissermaßen auch seine ahrimanischen Kräfte nicht so fertig von der Erde her wie der Mensch. Beim Menschen schießt, sproßt Ahriman in die Beine und von da aus in den ganzen übrigen Organismus herauf. Beim Vogel sproßt Ahriman in die Federn.
[ 16 ] In humans, you first notice a very peculiar difference compared to birds. Take the bird’s legs. Compared to human legs, a bird’s legs are, as a rule, actually quite stunted organs. Why is it that birds have exactly the kind of legs they do? Take a sparrow’s legs: what pitiful little sticks they are compared to the proud legs that humans have, aren’t they! So take these stunted bird legs—indeed, when you consider the bird’s entire stunted form, you’ll say to yourself: The bird is, after all, designed first and foremost for flight; it lifts itself off the ground, which explains the shape of its legs. In a sense, they are merely hints of its connection to the earth. Humans do not lift their legs off the ground. Human beings cannot fly. They plant both legs on the earth like proud pillars. As these legs are formed, they are essentially a gift from the earth. The bird does not receive this gift from the earth because it is not bound to the earth in this way at all; because it is separated from the earth. And by receiving this gift of the earth, human beings are, through this very gift, more bound to the Ahrimanic forces than the bird. In a sense, the bird does not receive its Ahrimanic forces from the earth in such a ready-made form as human beings do. In human beings, Ahriman shoots up, sprouts, into the legs and from there into the rest of the organism. In the bird, Ahriman sprouts into the feathers.
[ 17 ] Nun, wenn Sie sich den Menschen anschauen, wie er mehr für die Erde gebaut ist schon seinen Beinen nach, dann werden Sie wiederum sich sagen können: Warum hat der Mensch keine Federn? — Der Mensch hat keine Federn, weil er eben nicht als Vogel für die Erde gebaut ist. Würde der Mensch in der Luft herumfliegen, würde er eben auch Federn haben, weil dann die ahrimanischen Kräfte von ganz andern Richtungen her auf ihn wirken würden. So hat er nur diese wenigen Ansätze des Ahrimanischen, die in den Haaren vorliegen. Das sind die ahrimanischen Ansätze, die er hat. Sie sind im Kopf am stärksten, was schon ein Beweis dafür ist, daß der Kopf beim Menschen sehr viel Ahrimanisches hat, was wir ja auch aus andern Erkenntnissen bereits geschöpft haben.
[ 17 ] Well, if you look at human beings—who are, as evidenced by their legs, built more for the earth—then you will be able to ask yourself: Why don’t human beings have feathers? — Human beings do not have feathers because they are simply not built for the Earth as birds are. If human beings were to fly through the air, they would indeed have feathers, because then the Ahrimanic forces would act upon them from entirely different directions. Thus, humans have only these few traces of the Ahrimanic, which are present in their hair. These are the Ahrimanic traces that humans possess. They are strongest in the head, which is already proof that the human head contains a great deal of the Ahrimanic, something we have already deduced from other insights.
[ 18 ] Wenn Sie die Säugetiere betrachten, so werden Sie sich sagen: Die sind noch mehr an die Erde gebunden als der Mensch. Diese Säugetiere sind auch mit dem an die Erde gebunden, womit der Mensch nicht an die Erde gebunden ist, zum Beispiel mit den vorderen Gliedmaßen; denn die Affen gehen auch nur in seltenen Fällen aufrecht, und das tun selbst die Hunde, wenn sie aufwarten, aber es ist ihnen nicht natürlich. Es ist selbst dem Gorilla nicht natürlich, aufrecht zu gehen, er klettert; es sind wirkliche Greiforgane, sie sind zum Fortbewegen, diese vorderen Gliedmaßen. Der Mensch ist also halb abgehoben von der Erde, der Vogel ist ganz abgehoben von der Erde, das Säugetier ist mit seinen vorderen Gliedmaßen ebenso wie mit seinen hinteren Gliedmaßen an die Erde gebunden. Es ist also ganz und gar ein Erdenwesen in gewisser Beziehung. Der Mensch macht sich wieder frei von der Erde durch die aufrechte Stellung seines Rückgrats, das Säugetier ist ganz und gar an die Erde gebunden. Danach ist auch die ganze übrige Gestalt des Säugetieres gebaut. Das Säugetier hat von der Region, von der der Vogel seine Federn hat, gewissermaßen nur seine Haare, die eigentlich von außen eingebaut sind in den Organismus.
[ 18 ] If you look at mammals, you will say to yourself: They are even more bound to the earth than humans are. These mammals are also bound to the earth in ways that humans are not—for example, through their front limbs; for even monkeys walk upright only rarely, and even dogs do so when they’re waiting to be fed, but it is not natural to them. It is not even natural for a gorilla to walk upright—it climbs; these front limbs are true grasping organs; they are meant for locomotion. Human beings are thus half-raised above the earth; birds are completely raised above the earth; mammals are bound to the earth by their front limbs just as they are by their hind limbs. In a certain sense, therefore, they are entirely earthly beings. Humans free themselves from the earth again through the upright position of their spine; the mammal is entirely bound to the earth. The entire rest of the mammal’s form is structured accordingly. In the region where the bird has feathers, the mammal has, so to speak, only its hair, which is actually incorporated into the organism from the outside.
[ 19 ] Wenn Sie das alles berücksichtigen, so werden Sie sich sagen: Man kann, wenn man die Beziehungen eines Wesens — eines Säugetieres, Vogels, Menschen, und man könnte jetzt auch auf die andern Wesen übergehen —, man kann, wenn man das Verhältnis dieser Wesen zur Umwelt betrachtet und einen vollständigen Überblick hat, aus dem Verständnisse für das Verhältnis zur Umwelt die Gestalt des Wesens finden. — Sie können sich die Gestalt konstruieren. Sie können sich sagen, der Vogel hat in sich das luziferische Prinzip, welches die Erde ganz und gar nicht mag, daher sondert sich der Vogel in seinem Ei solang als möglich von der Erde ab; dann gelangt er dazu, daß die Erde möglichst wenig auf ihn wirkt. Seine Beine bleiben verkümmert, und die die Erde umgebenden Kräfte, die nächsten Kräfte der Erde, die in dem Wärmemantel die Erde umgeben, die wirken dann auf den Vogel. Er wird daher diejenige Gestalt bekommen müssen, die er eben hat: verkümmerte Beine und so weiter. Der Mensch ist an die Erde gebunden durch die unteren Gliedmaßen; er macht sich frei. Das Säugetier steht mitten drinnen, steht mit vier Säulen auf der Erde auf: es wird aus der Erde herausgebildet. Es sind also die aus der Erde direkt herauswirkenden Kräfte, die vorzugsweise auf das Säugetier wirken.
[ 19 ] If you take all of this into account, you will say to yourself: It is possible—when you consider the relationships of a being—a mammal, a bird, a human, and you could now also turn to other beings— one can—if one considers the relationship of these beings to their environment and has a complete overview—derive the form of the being from an understanding of its relationship to the environment. — You can construct the form for yourself. You can say to yourself: The bird possesses within itself the Luciferic principle, which does not like the Earth at all; therefore, the bird isolates itself from the Earth as long as possible while still in its egg; then it manages to ensure that the Earth exerts as little influence on it as possible. Its legs remain stunted, and the forces surrounding the Earth—the forces closest to the Earth, those that surround it in the heat shield—then act upon the bird. It will therefore have to take on the form it actually has: stunted legs and so on. Human beings are bound to the earth through their lower limbs; they free themselves. The mammal stands right in the middle, resting on the earth with four pillars: it is formed from the earth itself. It is therefore the forces acting directly from the earth that primarily affect the mammal.
[ 20 ] Solche Dinge hat eine ältere, instinktive Wissenschaft sehr gut gekannt. Daher hat sie in dem, was beim Menschen sich am unabhängigsten von der Erde bildet, weil es eigentlich nur eine Metamorphose des früheren Erdenlebens ist, daher hat eine frühere Anschauung im Kopfe des Menschen einen Vogel, einen Adler gesehen. In dem GliedmaßenStoffwechselmenschen, der ganz zur Erde hin organisiert ist, hat eine frühere Anschauung gesehen einen Ochsen oder einen Stier oder eine Kuh, weil das ein Tier ist, das nun ganz zur Erde hin organisiert ist. In dem mittleren Teile des Menschen, der gewissermaßen das Verbindungsglied zwischen dem Adler und der Kuh oder dem Kalb ist, in diesem mittleren Menschen hat man dasjenige gesehen, was allerdings sich loslöst in einer gewissen Weise gerade durch den Stoffwechsel von dem Irdischen; das können Sie daraus sehen, nicht wahr, daß der Löwe einen sehr kurzen Darm hat. Sein Stoffwechselsystem ist außerordentlich primitiv, dagegen ist sein Brustsystem, sein Herzsystem in ganz besonderer Weise ausgebildet. Daher auch seine Leidenschaft, seine Wut und so weiter. Den Löwen hat die ältere, instinktive Anschauung in dem mittleren Teil des Menschen gesehen. Das waren durchaus Anschauungen, die auf etwas fußten.
[ 20 ] An older, instinctive science understood such things very well. That is why, in what develops in humans most independently of the Earth—because it is, in fact, merely a metamorphosis of earlier earthly life—an earlier worldview saw a bird, an eagle, in the human head. In the human being whose metabolism is entirely oriented toward the earth, an earlier worldview saw an ox, a bull, or a cow, because this is an animal that is now entirely oriented toward the earth. In the middle part of the human being—which is, so to speak, the connecting link between the eagle and the cow or calf—in this middle part of the human being, people saw that which, in a certain sense, detaches itself from the earthly realm precisely through metabolism; you can see this, can’t you, in the fact that the lion has a very short intestine. Its metabolic system is extraordinarily primitive, whereas its chest system—its heart system—is developed in a very special way. Hence its passion, its rage, and so on. The older, instinctive view saw the lion in the middle part of the human being. These were certainly views that were based on something.
[ 21 ] Nun müssen wir in einer andern, ich möchte sagen, viel bewußteren Weise wiederum auf diese Dinge zurückkommen. Wir müssen uns zum Beispiel klarwerden, daß wir Menschen mit unserem Ich uns von allen Tieren unterscheiden. Unser Ich ist ja für die weitaus meisten Menschen heute noch ein sehr schlafendes Organ. Wenn man glaubt, das Ich wache sehr stark, so irrt man sich eigentlich. Denn in dem Willen — das habe ich Ihnen schon auseinandergesetzt — schläft der Mensch eigentlich ja auch, und indem das Ich sich willentlich betätigt, haben wir es zu tun nicht mit etwas, was als Ich vor uns steht, sondern vielmehr mit etwas, was so vor uns steht, wie eigentlich die Nacht vor uns steht. Wir rechnen, obwohl die Nacht dunkel ist, ja auch mit der Nacht in unserem Leben. Wenn Sie wirklich zurückschauen auf Ihr Leben, dann besteht es nicht nur aus demjenigen, was taghell war, sondern es besteht auch aus den Nächten. Aber sie sind gewissermaßen immer ausgestrichen aus dem Zeitenverlaufe. Ähnlich ist es mit unserem Ich. Unser Ich ist für das gewöhnliche Bewußtsein eigentlich dadurch bemerkbar, daß es für das Bewußtsein nicht da ist; es ist schon da, aber für das Bewußtsein ist es nicht da. Es fehlt einem etwas an der Stelle, und daher sieht man das Ich. Es ist wirklich so, wie wenn man eine weiße Wand hat und eine Stelle nicht mit Weiß bestrichen hat; dann sieht man das Schwarze. Und so sieht man als das Ausgelöschte eigentlich unser Ich im gewöhnlichen Bewußtsein. Und so ist es auch während des Wachens: das Ich ist eigentlich zunächst immer schlafend; aber es scheint durch als Schlafendes durch die Gedanken, die Vorstellungen und durch die Gefühle, und daher wird das Ich auch im gewöhnlichen Bewußtsein wahrgenommen, das heißt, es wird vermeint, daß es wahrgenommen werde. Wir können also sagen: Unser Ich wird eigentlich zunächst nicht unmittelbar wahrgenommen.
[ 21 ] Now we must return to these matters in a different—I would say, much more conscious—way. We must, for example, realize that we humans differ from all animals in our “I.” For the vast majority of people today, our “I” is still a very dormant faculty. If one believes that the “I” is very much awake, one is actually mistaken. For in the will—as I have already explained to you—human beings are actually also asleep; and when the “I” acts of its own volition, we are not dealing with something that stands before us as the “I,” but rather with something that stands before us just as night actually stands before us. Even though the night is dark, we do indeed reckon with the night in our lives. If you truly look back on your life, it consists not only of what was as bright as day, but also of the nights. Yet, in a sense, they are always erased from the flow of time. It is similar with our “I.” Our “I” is actually perceptible to ordinary consciousness precisely because it is not there for consciousness; it is already there, but for consciousness it is not there. Something is missing in that spot, and that is why one sees the “I.” It is really like having a white wall where one spot has not been painted white; then one sees the black. And so, in ordinary consciousness, we actually perceive our “I” as that which has been erased. And this is also the case during wakefulness: the “I” is actually always asleep at first; but it shines through as something asleep through thoughts, ideas, and feelings, and that is why the “I” is also perceived in ordinary consciousness—that is to say, it is assumed to be perceived. We can therefore say: Our “I” is not, in fact, immediately perceived at first.
[ 22 ] Nun glaubt eine vorurteilsvolle Psychologie, Seelenlehre, daß dieses Ich eigentlich im Menschen drinnensitzt; da, wo seine Muskeln sind, sein Fleisch ist, seine Knochen sind und so weiter, da sei auch das Ich drinnen. Wenn man das Leben nur ein wenig überschauen würde, so würde man sehr bald wahrnehmen, daß es nicht so ist. Aber es ist schwer, eine solche Überlegung heute vor die Menschen hinzubringen. Ich habe es im Jahre 1911 schon versucht in meinem Vortrage auf dem Philosophenkongreß in Bologna. Aber diesen Vortrag hat ja bis heute keiner noch verstanden. Ich habe da versucht zu zeigen, wie es eigentlich mit dem Ich ist. Dieses Ich liegt eigentlich in jeder Wahrnehmung, das liegt eigentlich in alldem, was Eindruck auf uns macht. Nicht dadrinnen in meinem Fleische und in meinen Knochen liegt das Ich, sondern in demjenigen, was ich durch meine Augen wahrnehmen kann. Wenn Sie irgendwo eine rote Blume sehen: in Ihrem Ich, in Ihrem ganzen Erleben, das Sie ja haben, indem Sie an das Rot hingegeben sind, können Sie ja das Rot von der Blume nicht trennen. Mit alldem haben Sie ja zugleich das Ich gegeben, das Ich ist ja verbunden mit Ihrem Seeleninhalt. Aber Ihr Seeleninhalt, der ist doch nicht in Ihren Knochen! Ihren Seeleninhalt, den breiten Sie doch aus im ganzen Raume. Also dieses Ich, das ist noch weniger als die Luft in Ihnen, die Sie eben einatmen, noch weniger als die Luft, die vorher in Ihnen war. Dieses Ich ist ja verbunden mit jeder Wahrnehmung und mit alldem, was eigentlich im Grunde genommen außer Ihnen ist. Es betätigt sich nur im Inneren, weil es aus dem Wahrnehmen die Kräfte hineinschickt. Und ferner ist das Ich noch verbunden mit etwas anderem: Sie brauchen nur zu gehen, das heißt, Ihren Willen zu entwickeln. Da allerdings geht Ihr Ich mit, beziehungsweise das Ich nimmt an der Bewegung teil, und ob Sie langsam schleichen, ob Sie laufen, ob Sie im Kiebitzschritt sich bewegen oder irgendwie sich drehen und dergleichen, ob Sie tanzen oder springen, das Ich macht alles das mit. Alles was an Betätigung von Ihnen ausgeht, macht das Ich mit. Aber das ist ja auch nicht in Ihnen. Denken Sie, es nimmt Sie doch mit. Wenn Sie einen Reigen tanzen — glauben Sie, der Reigen ist in Ihnen? Der hätte ja gar nicht Platz in Ihnen! Wie hätte der Platz? Aber das Ich ist dabei, das Ich macht den Reigen mit. Also in Ihren Wahrnehmungen und in Ihrer Betätigung, da sitzt das Ich. Aber das ist eigentlich gar nie in Ihnen im vollen Sinne des Wortes, etwa so, wie Ihr Magen in Ihnen ist, sondern das ist eigentlich immer etwas, dieses Ich, was im Grunde außerhalb Ihrer ist. Es ist ebenso außerhalb des Kopfes, wie es außerhalb der Beine ist, nur daß es im Gehen sich sehr stark beteiligt an den Bewegungen, welche die Beine machen. Das Ich ist wirklich sehr stark beteiligt an der Bewegung, welche die Beine machen. Der Kopf aber, der ist an dem Ich weniger beteiligt.
[ 22 ] Now, a prejudiced psychology—the study of the soul—believes that this “I” is actually located inside the human being; that where the muscles, flesh, and bones are, the “I” is also there. If one were to take even a brief look at life, one would very soon realize that this is not the case. But it is difficult to convey such a line of thought to people today. I already attempted to do so in 1911 in my lecture at the Philosophers’ Congress in Bologna. But to this day, no one has yet understood that lecture. There I tried to show what the “I” is really like. This “I” actually lies in every perception; it actually lies in everything that makes an impression on us. The “I” does not lie inside my flesh and bones, but rather in that which I can perceive through my eyes. When you see a red flower somewhere: in your “I,” in your entire experience—which you have precisely because you are absorbed in the red—you cannot separate the red from the flower. With all of that, you have simultaneously given the “I”; the “I” is, after all, connected to the content of your soul. But the content of your soul—that is certainly not in your bones! The content of your soul—you spread it out throughout the entire space. So this “I”—it is even less than the air inside you that you are just now inhaling, even less than the air that was inside you before. This “I” is, after all, connected to every perception and to everything that is, in essence, outside of you. It is active only within because it sends forces inward from perception. And furthermore, the “I” is connected to something else: you need only to walk—that is, to exercise your will. But when you do that, your “I” goes along with you—or rather, the “I” participates in the movement—and whether you’re creeping slowly, running, moving in a lark-like step, or turning in some way or the like, whether you’re dancing or jumping, the “I” does all of that along with you. Everything that emanates from you as an action, the “I” does along with you. But that, too, is not within you. Think about it—it carries you along. When you dance a round dance—do you believe the round dance is inside you? It wouldn’t even have room inside you! How could it fit? But the “I” is there; the “I” participates in the round dance. So in your perceptions and in your actions, that’s where the “I” resides. But it’s actually never inside you in the full sense of the word—not in the same way that your stomach is inside you—but rather, this “I” is actually always something that is, fundamentally, outside of you. It is just as much outside the head as it is outside the legs, except that when walking, it is very strongly involved in the movements the legs make. The “I” is indeed very much involved in the movements the legs make. The head, however, is less involved with the “I.”
[ 23 ] Aber wovon unterscheiden sich des ferneren die Beine beziehungsweise überhaupt dieGliedmaßen mit dem Stoffwechsel von dem Kopfe? Beim Kopfe ist auch der ätherische Leib und der astralische Leib verhältnismäßig selbständig, der Kopf ist am meisten physischer Leib. Dieser Kopf, der also schon ein so alter Kerl ist, daß er aus der vorhergehenden Inkarnation stammt, der ist am meisten physisch geworden, der ist wirklich der ärgste Erdenbewohner. Dagegen bei den Beinen beziehungsweise bei den Gliedmaßen und bei dem Stoffwechsel ist es so, daß der ätherische Leib und der astralische Leib innig verbunden sind mit dem physischen Leib. So daß wir sagen können: Bei den Beinen ist es so, daß der ätherische Leib und der astralische Leib verbunden sind mit dem physischen Leib; nur das Ich ist relativ frei von den Beinen und nimmt die Beine nur mit, wenn sich die Beine bewegen. Und beim Stoffwechsel ist es auch so: die Stoffwechselorgane sind im wesentlichen mit dem ätherischen und mit dem astralischen Leib verbunden.
[ 23 ] But how, furthermore, do the legs—or the limbs in general—differ from the head in terms of metabolism? In the head, the etheric body and the astral body are also relatively independent; the head is the most physical of all the bodies. This head, which is already such an old fellow that it dates back to the previous incarnation, has become the most physical; it is truly the worst inhabitant of the earth. In contrast, with the legs—or rather, the limbs—and the metabolism, the etheric body and the astral body are intimately connected with the physical body. So we can say: In the case of the legs, the etheric body and the astral body are connected to the physical body; only the “I” is relatively free from the legs and carries them along only when the legs move. And the same is true of metabolism: the metabolic organs are essentially connected to the etheric and astral bodies.
[ 24 ] Wir können jetzt sagen: Wodurch unterscheidet sich der Kopf des Menschen von ‚dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen? — Dadurch, daß der Kopf eigentlich freien Atherleib, freien Astralleib und freies Ich hat; der Gliedmaßen-Stoffwechselmensch hat nur freies Ich, währenddem der Atherleib und der Astralleib im Gliedmaßen-Stoffwech selmenschen an den physischen Leib gebunden sind; sie sind nicht frei von ihm.
[ 24 ] We can now ask: How does the human head differ from “the metabolic-limb human”? — In that the human head actually has a free etheric body, a free astral body, and a free “I”; the “limb-metabolic human,” on the other hand, has only a free “I,” while the etheric body and the astral body in the “limb-metabolic human” are bound to the physical body; they are not free from it.
[ 25 ] Vielleicht ist Ihnen die Sache noch verständlicher, wenn ich Ihnen das Folgende sage. Denken Sie sich, es fiele Ihrem astralischen Leib oder Ihrem Atherleib, dem Teil, der Ihren Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen zu versorgen hat, einmal ein, sich ebenso zu benehmen, wie sich der Ätherleib und der astralische Leib des Kopfes benehmen: der wollte auch frei werden. Denken Sie, der hätte diese sonderbare Idee, er wollte auch frei werden. Sagen wir zum Beispiel, der astralische Leib Ihres Stoffwechselmenschen wollte sich so benehmen, wie sich sein Kollege, der astralische Leib des Kopfes benehmen darf — er ist nur ein anderer Teil, also sage ich: sein Kollege. Was entsteht da? Da entsteht — was gar nicht sein darf, weil es der Gestalt des Menschen widerspricht — das, daß unser Unterleib ein Kopf werden will, daß er dem Kopfe ähnlich werden will. Und das Eigentümliche ist, was beim Kopfe gesund ist, das macht den Unterleib krank. Im Grunde genommen ist es eine Generaleigenschaft aller Krankheiten des Unterleibs, daß der Unterleib die Konfiguration des Kopfes annimmt.
[ 25 ] Perhaps the matter will become even clearer to you if I tell you the following. Imagine if your astral body or your etheric body—the part responsible for supplying your physical, metabolic, limb-bearing human form—were to suddenly decide to behave just as the etheric body and astral body of the head do: it, too, would want to become free. Imagine if it had this strange idea: it, too, wanted to become free. Let’s say, for example, that the astral body of your metabolic human wanted to behave the way its counterpart—the astral body of the head—is allowed to behave—it is just another part, so I say: its counterpart. What happens then? What arises—which must not be at all, because it contradicts the human form—is that our lower abdomen wants to become a head, that it wants to become similar to the head. And the peculiar thing is that what is healthy for the head makes the lower abdomen sick. Basically, it is a general characteristic of all diseases of the lower abdomen that the lower abdomen takes on the configuration of the head.
[ 26 ] Es ist das ja nur ein Spezialfall, was ich zum Beispiel ausgeführt habe für das Karzinom in einem Stuttgarter oder Zürcher Vortrag, wo ich gezeigt habe, daß die Karzinombildung darauf beruht, daß an einem Teil des menschlichen Leibes, wo sich nach innen keine Sinnesorgane ausbilden sollen, plötzlich der astralische Leib anfängt, Sinnesorgane ausbilden zu wollen. Das Karzinom ist ja nur ein an einer unrechten Stelle sein wollendes Ohr oder Auge. Das wächst hinein. Da will sich ein Ohr oder Auge bilden. Wenn sich also dieser astralische Leib oder auch der Ätherleib des Unterleibes so benehmen will, wie sich der astralische oder der ätherische Leib im Kopfe benimmt, dann entsteht die Krankheit des Unterleibes.
[ 26 ] This is, of course, only a special case—one that I discussed, for example, regarding carcinoma in a lecture in Stuttgart or Zurich, where I demonstrated that the formation of carcinoma is based on the fact that in a part of the human body where no sensory organs are supposed to develop inwardly, the astral body suddenly begins to attempt to form sensory organs. A carcinoma is, after all, nothing more than an ear or an eye that wants to be in the wrong place. It grows inward. An ear or an eye wants to form there. So when this astral body—or even the etheric body—of the lower abdomen tries to behave the way the astral or etheric body in the head behaves, then the disease of the lower abdomen arises.
[ 27 ] Und umgekehrt, wenn der Kopf auch anfängt — leise fängt er es an bei den migräneartigen Zuständen — so leben zu wollen wie der Unterleib, daß er seinen astralischen Leib oder seinen Ätherleib hereinzieht in seine Angelegenheiten, dann wird der Kopf krank. Wenn er seinen Ätherleib hereinzieht, so entstehen die migräneartigen Zustände. Wenn er seinen astralischen Leib hereinzieht, entsteht noch Schlimmeres.
[ 27 ] And conversely, when the head also begins—it starts subtly with migraine-like states—to want to live like the lower abdomen, drawing its astral body or its etheric body into its affairs, then the head becomes ill. When it draws in its etheric body, migraine-like conditions arise. When it draws in its astral body, something even worse arises.
[ 28 ] Das sind die Dinge, die Ihnen zeigen, wie kompliziert diese menschliche Natur ist. Diese menschliche Natur kann man nicht so studieren, wie es die heutige triviale Wissenschaft macht, sondern man muß sie so studieren, daß man sie in all ihrer Komplikation betrachtet, daß man also sich sagt: Der Kopf kann nicht sein wie der Unterleib, denn wenn der Kopf ist wie der Unterleib, kann er nur krank sein. Wenn also zum Beispiel das Großhirn anfängt, zu stark seinen Stoffwechsel zu entwickeln, wenn es anfängt, zu stark Absonderungsprozesse zu entwickeln, so entstehen eben Krankheiten. Und diese starken Absonderungsprozesse rühren eben davon her, daß der Kopf zu stark seinen Atherleib in Anspruch nimmt. Sobald aber unser Unterleib sich selbst überlassen wird, wenn er also sozusagen kopfähnlich wird, Anlage kriegt, etwa Sinnesorgane auszubilden, dann bilden sich seine Krankheiten aus. Sie können also sagen: Der Kopf des Menschen hat freien Ätherleib, freien Astralleib, freies Ich. Der Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch hat gebundenen Ätherleib, das heißt, an die physische Materie gebundenen Ätherleib, gebundenen astralischen Leib und nur freies Ich. Und der mittlere Mensch, der rhythmische Mensch hat gebundenen Ätherleib, freien Astralleib und freies Ich.
[ 28 ] These are the things that show you just how complex human nature is. You cannot study human nature the way today’s trivial science does; rather, you must study it in such a way that you consider it in all its complexity—that is, you must tell yourself: The head cannot be like the abdomen, for if the head were like the abdomen, it could only be sick. So, for example, if the cerebrum begins to develop its metabolism too vigorously, if it begins to develop secretory processes too vigorously, then diseases arise. And these intense secretory processes stem precisely from the fact that the head places too great a demand on its etheric body. But as soon as our lower body is left to its own devices—that is, when it becomes, so to speak, head-like, acquiring the capacity to develop sensory organs, for example—then its own diseases develop. So you can say: The human head has a free etheric body, a free astral body, and a free “I.” The metabolic-limb human has a bound etheric body—that is, an etheric body bound to physical matter—a bound astral body, and only a free ego. And the middle human, the rhythmic human, has a bound etheric body, a free astral body, and a free ego.
[ 29 ] Kopf: freier Atherleib, freier Astralleib, freies Ich
Rhythmischer Mensch: gebundener Ätherleib, freier Astralleib, freies Ich
Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch: gebundener Ätherleib, gebundener Astralleib, freies Ich
[ 29 ] Head: free etheric body, free astral body, free I
Rhythmic Human: bound etheric body, free astral body, free ego
Metabolic-Limb Human: bound etheric body, bound astral body, free ego
[ 30 ] Hier haben Sie eine Übersicht über die menschliche Konstitution von einem Gesichtspunkte aus, der außerordentlich wichtig ist, denn dadurch bekommen Sie einen Eindruck von dem, wie das Ich eigentlich gegenüber dem ganzen Menschen etwas Freies hat, wie das Ich eigentlich, und zwar vom Aufwachen bis zum Einschlafen, hineinwirkt in den Menschen, aber wie es verhältnismäßig immer frei von dem Menschen bleibt, wie es eigentlich verbunden ist mit der äußeren Wahrnehmung sowohl wie mit dem, was der Mensch als äußere Bewegung macht, wie es aber nicht eigentlich vollständig aufgeht in den menschlichen Leib. Worin lebt das Ich des Menschen? Kann man irgendwie das sehen, worin das Ich des Menschen lebt?
[ 30 ] Here you have an overview of the human constitution from a perspective that is extraordinarily important, for it gives you an impression of how the “I” actually possesses a certain freedom in relation to the whole human being, how the “I” actually influences the human being—from waking to falling asleep— yet how it remains, relatively speaking, always free from the human being; how it is actually connected to both external perception and to the human being’s external movements; and yet how it does not actually merge completely with the human body. In what does the human ego live? Is it possible to see, in some way, in what the human ego lives?
[ 31 ] Nun, etwas annähernd kann man es schon sehen in dem, was sich entwickelt in den Federn der Vögel. Der Mensch bekommt keine Federn, aber sein Ich lebt in den Kräften, die in unserer Umgebung sind und die beim Vogel die Richtkräfte für seine Federn sind. Darin lebt das Ich äußerlich. Und wir können diese Richtkräfte noch deutlicher sehen. In den Vogelfedern sehen wir sie gewissermaßen festgehalten durch den Vogelkörper; aber diese Kräfte bilden zu gleicher Zeit die Richtlinien für frei sich bewegende Wesen: das sind die Insekten. Wenn Sie die herumschwirrenden Insekten sehen und sie imaginativ erfassen, dann haben Sie in diesem ein Bild von dem, worin Ihr Ich lebt. Denken Sie sich einmal in Ihrer Umgebung herumschwirrende Insekten: Käfer, Fliegen, schöne Schmetterlinge, häßliche Bremsen und Hummeln und alles mögliche; denken Sie sich das alles, was da in den verschiedensten Richtlinien um Sie herumschwebt: da wird äußerlich sichtbar dasjenige, in dem Ihr Ich tatsächlich drinnen lebt. Und es ist mehr als ein bloßes Bild, wenn man sagt: Da leben häßliche Gedanken, wie Hummeln, wie Bremsen, schöne Gedanken wie Schmetterlinge; manches Menschen Gedanken beißen einen wie böse Fliegen und so fort. Nur ist das eine geistig, das andere physisch. Des Menschen Ich lebt eben durchaus in der Umgebung.
[ 31 ] Well, we can already see something of this in the development of birds’ feathers. Human beings do not grow feathers, but their “I” lives in the forces that exist in our environment and that serve as the guiding forces for a bird’s feathers. The “I” lives outwardly within these forces. And we can see these guiding forces even more clearly. In the birds’ feathers, we see them, as it were, held in place by the bird’s body; but at the same time, these forces form the guiding principles for freely moving beings: namely, insects. When you see the insects flitting about and grasp them imaginatively, you have in this a picture of what your “I” lives in. Just imagine insects flitting about in your surroundings: beetles, flies, beautiful butterflies, ugly horseflies and bumblebees, and all sorts of creatures; imagine all of this, floating around you in the most varied patterns: there, what your “I” actually lives within becomes outwardly visible. And it is more than just a metaphor when one says: Ugly thoughts live there, like bumblebees or horseflies; beautiful thoughts, like butterflies; some people’s thoughts bite you like vicious flies, and so on. It’s just that one is spiritual, the other physical. The human “I” truly lives within its surroundings.
[ 32 ] Das hat eine außerordentlich starke Tragweite, und es beruht vieles von wirklicher Weltenerkenntnis darauf, daß man dasjenige, was man sieht, richtig taxiert, daß man nicht bloß im allgemeinen von einem Geiste schwefelt und schwabelt, sondern daß man dasjenige, was man in abstrakt-geistiger Form meinetwillen innerhalb seines Ich erlebt, auch im Bilde draußen sehen kann. Denn alles, was geistig vorhanden ist, ist auch im Bilde in der Welt vorhanden. Irgendwo ist das, was bloß geistig vorhanden ist, auch im Bilde vorhanden. Man muß nur richtig das Bild zu taxieren wissen. Und wenn da das Ahrimanische in unser Ich hereinkommt, indem das Ich sich in den Schmetterlingen und in den Vogelfedern dadraußen, das heißt, in den Richtkräften da draußen findet, so hat unser Ich aber wiederum die Fähigkeit, sich allerlei Formen von innen zu bilden. Wir konstruieren uns ja den Kreis, wir konstruieren die Eiform, das Dreieck; wir bauen uns auch aus dem Inneren eine Welt auf. Und wenn wir darnach forschen, so werden wir finden: Das sind gerade diejenigen Kräfte, die herausgeworfen werden aus dem luziferischen Prinzip.
[ 32 ] This has extraordinarily far-reaching implications, and much of true knowledge of the world depends on correctly assessing what one sees—not merely rambling and babbling in general terms about a “spirit,” but being able to see in the external world the very thing one experiences within one’s own “I” in an abstract, spiritual form. For everything that exists spiritually also exists in the world as an image. Somewhere, what exists purely spiritually also exists as an image. One must simply know how to assess the image correctly. And when the Ahrimanic enters our “I”—as the “I” finds itself in the butterflies and bird feathers out there, that is, in the formative forces out there—then our “I” in turn has the ability to form all manner of shapes from within. After all, we construct the circle for ourselves, we construct the egg shape, the triangle; we also build a world for ourselves from within. And if we investigate this, we will find: These are precisely the forces that are cast out of the Luciferic principle.
[ 33 ] Ich habe neulich gesagt: Die Mathematiker, wenn sie den Raum studieren, sollten die Beziehung der Raumdimensionen zum Hühnerei einmal ins Auge fassen; da würde etwas sehr Interessantes herauskommen. Das ist der Gegensatz: Wir leben mit dem Ich sowohl in den Formen, die wir in dieser Weise in die Welt hineinkonstruieren können, wie in demjenigen, was aus der Welt herauskonstruiert ist. Wir leben auf der einen Seite in dem, was sich im Hühnerei von der Welt abschließt durch die Schale, im Luziferischen; wir erleben in demjenigen, was sich einsetzt in’ dem Vogelleib in den Federn und was herumflattert in den Schmetterlingen und in den Insekten überhaupt, mit unserem Ich die Wahrnehmung und die Teilnahme an unseren Bewegungen.
[ 33 ] I said the other day: When mathematicians study space, they should consider the relationship between the dimensions of space and a chicken egg; something very interesting would come of it. This is the contrast: We live with the “I” both in the forms we can construct into the world in this way and in that which is constructed out of the world. On the one hand, we live in that which is separated from the world by the shell of the chicken egg—in the Luciferic; we experience, with our “I,” the perception and participation in our movements in that which takes shape in the bird’s body through its feathers and in what flutters about in butterflies and insects in general.
[ 34 ] Ja, wer die verschiedenen wunderbaren Schattierungen der Vogelwelt versteht, der versteht auch manches von der Beschaffenheit der Menschenseele in ihrem Verhältnis zur Welt. Denn was der Vogel in seinem Gefieder nach außen kehrt, was er uns entgegenschimmern läßt, das schimmert durch unser Ich in dem verflimmernden, verschillernden, verglitzernden Wahrnehmen von außen nach innen.
[ 34 ] Indeed, whoever understands the various wonderful nuances of the bird world also understands something of the nature of the human soul in its relationship to the world. For what the bird reveals outwardly through its plumage—what it allows to shimmer toward us—shimmers through our “I” in the flickering, shimmering, glittering perception from the outside in.
[ 35 ] So muß man versuchen, die Welt mit Hilfe der Bilder zu erfassen. Unsere heutige abstrakte Wissenschaft erfaßt eben das Allerwenigste von der wirklichen Welt.
[ 35 ] So we must try to understand the world with the help of images. Our modern abstract science grasps only the very least of the real world.
