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Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 208

29 October 1921, Dornach

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Sechzehnter Vortrag

Lecture V

[ 1 ] Wir haben gestern gesprochen von der Formung des Menschen und haben gesehen, wie die innere und äußere Form des Menschen herausgebildet wird aus dem Weltenall, und haben zugleich gesehen, wie bedeutsam in Zeiten älteren instinktiven Erkennens die Menschen diesen Zusammenhang der menschlichen Form mit dem ganzen Weltenall durchschaut haben. Wir müssen aber dabei doch das Folgende festhalten. Ich habe in einer der Zeichnungen gezeigt, wie man einzeichnen kann in die menschliche Gestalt den ganzen Tierkreis. Aber wir mußten als menschliche Gestalt dann eigentlich die Embryonalform des Menschen aufzeichnen. Und wenn wir diese Embryonalform aufzeichnen, dann haben wir förmlich in der Gestalt des Menschen selber die Tierkreisform nachgebildet. Der Mensch aber reißt sich gewissermaßen in seinem Leben hier auf der Erde zwischen Geburt und Tod aus dieser Embryonalform heraus. Er ist während der Embryonalzeit durchaus aus dem Weltenall heraus geformt. Ich möchte sagen: Er streckt sich dann während seiner Erdenzeit. Dadurch hebt er sein Haupt heraus aus dem Kreise, der dem Tierkreis nachgebildet ist. Und dadurch, daß er sein Haupt heraushebt, daß er also während seiner physischen Lebenszeit zwar noch die Form hat, die er embryonal veranlagt bekommt, aber sie nicht mehr eingliedert in den Fixsternhimmel, dadurch bekommt der Mensch zunächst in bezug auf die Hauptesform die Möglichkeit, in diese Hauptesform aufzunehmen dasjenige, was er herüberbringt aus dem vorigen Erdenleben.

[ ] Yesterday we discussed the way the inner and outer human form is created out of the universe. We also found that this was something people knew instinctively in earlier times. It is important, however, to note the following. In one of my drawings I showed that the whole zodiac can be seen to lie in the human form, but this had to be the form of the human embryo. If we draw this we have literally recreated the zodiac within the human form. During life on earth between birth and death, human beings tear themselves away from this embryonic form. They certainly have their form given by the universe during the embryonic period, but they “stretch” during their time on earth, lifting the head up and out of the circle that reflects the zodiac. They then have the form given to them as embryos, but no longer allow it to relate to the fixed stars, and this means that human beings become able to take into the form of the head what they have brought with them from their previous life on earth.

[ 2 ] Das Tier behält seine horizontale Rückgratlage. Der Kopf hängt vorne nur an dem Rückgrat daran. Das Tier behält im Grunde genommen viel mehr bei von dieser Tierkreisstellung. Dadurch aber kann das Tier auch mit Hilfe seines Hauptes nichts aufnehmen von einem vorigen Erdenleben. Das ist so, wenn wir die Form des Menschen nach der einen Seite betrachten, wenn wir uns also sagen: Würde der Mensch genau dem Tierkreis nachgebildet sein, würde er diese Form haben ink (Embryo). Dann, wenn er während des Lebens diese Form beibehielte, würde er nicht sein Wesen aus der vorigen Inkarnation durch die Hauptesform aufnehmen können. Dadurch, daß er das Haupt heraushebt aus dieser Stellung, dadurch wird die Form in die Möglichkeit versetzt, Umhüllung zu sein für das, was aus dem vorigen Erdenleben kommt.

[ ] Animals keep their backbones horizontal, and essentially continue much more in the position given by the zodiac, with the head merely attached to the front part of the backbone. This means that animals are not able to use the head to take in anything from a previous life. The situation is such that if we consider the human form in one respect, we would have to say that the human form based entirely on the zodiac would be like this (embryo). And if human beings continued to have this form throughout life, the form of the human head would not be able to take in the essential nature of a person which comes from the previous incarnation. By lifting the head out of that position, it becomes possible for the form to hold and protect the element that comes from the previous life.

embryo
Fig. 12

[ 3 ] Ebenso aber hebt der Mensch dann die andere Seite heraus, die nach den letzten Tierkreisbildern hin orientiert ist, nach dem Schützen, dem Steinbock, dem Wassermann und den Fischen, also, wie wir gestern gesagt haben, nach dem äußeren Leben, nach den älteren äußeren Lebensverhältnissen: der Jagd, der Tierzüchtung, dem Ackerbau und dem Handel, der Schiffahrt. Dadurch, daß der Mensch wiederum diese Verrichtungen aus seinem Wollen heraus bildet, also aus seinem Gliedmaßensystem, das er aus der Tierkreisorientierung herausgehoben hat, dadurch bleibt ihm in alldem, was diese seine Verrichtungen, was überhaupt menschliche Verrichtungen sind, die Möglichkeit, der Keim zu späteren Erdenleben. Das Tier bleibt durchaus im Tierkreis drinnen orientiert. Dadurch hat das Tier keine Möglichkeit, von einem vorigen Erdenleben irgend etwas aufzunehmen oder nach einem folgenden Erdenleben hinüberzublicken. Daher wird auch das, was wir als den Orientierungskreis, den Tierkreis bezeichnet haben, aus einer tiefen Weisheit der älteren instinktiven Erkenntnis heraus eben der Tierkreis genannt.

[ ] Human beings also lift the other side out of the embryonic form, which is the side that takes its orientation from the last four signs of the zodiac, from Archer, Goat, Water Carrier and Fishes. As we saw yesterday, this relates to life and conditions of life in the outside world—to hunting, animal breeding, agriculture and trade, or shipping. Human beings follow these pursuits out of will impulses, out of the system of limbs which they have lifted out of its orientation on the zodiac. The result is that everything people do holds the potential, or seed, for future lives on earth. Animals retain their orientation on the zodiac and are therefore unable to take in anything from a previous life on earth or to look towards any future life on earth. Out of the profound wisdom people had as instinctive knowledge in the past they called the circle of constellations “the zodiac”.13Zodiac from the Greek and Latin zodiakus, derived from “circle of the figures”, being the Greek for the sculptured figure of an animal.

[ 4 ] Aus alldem ersehen Sie, wie gründlich eigentlich diese ältere instinktive Weisheit war, und wie wir, wenn wir heute wiederum Geisteswissenschaft treiben, jetzt nicht aus Instinkt, sondern aus einem klaren Bewußtsein heraus zu denselben Tatsachen kommen und dadurch wieder erkennen, was in einer alten instinktiven Erkenntnis so gelebt hat, wie ich es in den letzten Vorträgen hier angedeutet habe, und wovor wir immer mehr und mehr Respekt bekommen, je mehr wir Einblick gewinnen in diese Urweisheit der Menschen. Das ist es, was ich Ihnen zunächst über die Form sagen möchte.

[ ] Today we use not instinct but clear thinking to discover the same truths, and we consider the original wisdom human beings once possessed with growing respect. So much, then, about the human form.

[ 5 ] Was nun in diese Form beim Menschen gewissermaßen einfließt, was in diese Form ergossen ist, das ist das Leben. Dieses Leben des Menschen, das finden wir ebenso im Ätherleib des Menschen lokalisiert, wie wir die Form im physischen Leib lokalisiert finden. Und es ist durchaus das Richtige, wenn man den physischen Leib des Menschen betrachtet, ihn seiner Form nach zu studieren, denn die Form ist das Wesentliche an dem physischen Leibe. Zu dem physischen Leibe kommt der Ätherleib hinzu, und dieser Ätherleib des Menschen, der repräsentiert vorzugsweise dasjenige, was das Leben ist. Wir haben also gestern die Form besprochen und wollen heute das Leben beoben Mitte sprechen.

[ ] Into this form is poured life, and we find this life localized in the human ether body just as we find form localized in the human physical body. It is quite right to consider the human physical body with regard to its form, for that is the essence of it. The ether body essentially represents life, and this is what we want to consider today.

[ 6 ] Wir haben gestern gesehen, wie die Form sich eigentlich aus zwölf verschiedenen Formen zusammensetzt, und wir haben versucht, diese zwölf verschiedenen Formen zu studieren. Die Gesamtform des Menschen, innerlich und äußerlich, ergibt sich, wie wir gesehen haben, aus zwölf einzelnen Formen. Ebenso ergibt sich das Leben des Menschen aus einer Reihe von einzelnen Lebensstufen. Und diese einzelnen Lebensstufen, sie kann man sich in der folgenden Weise zunächst vor die rechts Seele stellen (siehe Aufstellung Seite 86).

[ ] Yesterday we saw that the human form is really made up of twelve different forms and we made the attempt to study those forms. The human form as a whole, in its inner and outer aspects, arises from twelve individual forms. Human life also has a number of levels, and in the first place these may be considered as follows.

[ 7 ] Das erste, was der Mensch in seinem alltäglichen Bewußtsein gewöhnlich noch nicht als eine Lebensstufe ansieht, das ist das Sinnesleben. Die Sinne sind ja eingegliedert in die gesamte menschliche Wesenheit, aber sie liegen so sehr an der Peripherie, im Umkreis des Menschen, daß der Mensch eigentlich im alltäglichen Leben vergißt, daß dieses Sinnesleben die äußerste Schichte seines Lebens ist. Wir haben aber im Umkreise diese äußerste Schichte unseres Lebens, das Sinnesleben.

[ ] The first, and to our everyday thinking this is not yet a level of life, is the life of the senses. Although they are part of the whole human being, the senses are so much at the periphery that we tend to forget that the life of the senses is the outermost layer of our life.

[ 8 ] Gehen wir weiter nach dem Inneren, dann kommen wir, indem wir uns auf die Betrachtung des Lebens beschränken, zu der Fortsetzung des Sinneslebens nach innen, und dieses Sinnesleben, das setzt sich nach innen fort in dem Nervenleben. Die Nerven gehen ja von den Sinnesorganen nach innen. Das Nervenleben setzt das Sinnesleben fort.

[ ] Moving inwards from the periphery—now thinking only in terms of life—we come to the life of the nerves, which is an inward continuation of the life of the senses just as the nerves go inwards from the sense organs.

[ 9 ] Das Nervenleben kommt nun aber seinerseits in Berührung mit einem anderen Leben, mit einer anderen Lebensstufe, die sich im menschlichen Lebewesen entfaltet. Von gewissen Gesichtspunkten aus habe ich dieses schon bei früheren Anlässen charakterisiert. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch einatmet. Indem er einatmet, nimmt er die Atemluft auf. Diese Atemluft, die versetzt zunächst den Menschen in eine Art inneren Rhythmus. Der setzt sich fort durch den Rückenmarkskanal bis in das Gehirn. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, was auf diesen Fortsetzungen beruht. Da kommt das Nervenleben in Kontakt mit dem Atmungsleben. Und die nächste Lebensstufe, wenn wir nach innen gehen, ist in der Tat das Atmungsleben.

[ ] The life of the nerves in turn is in touch with another level that develops in the living human being. I have shown some aspects of it on earlier occasions, when I drew your attention to the way we draw breath. We take in air and the air we inhale creates a kind of inner rhythm which continues through the spinal canal and on into the brain. There the life of the nerves comes in contact with the life of our breathing, which is the next level as we move inwards.

[ 10 ] Das Atmungsleben seinerseits wiederum, das schließt sich zusammen mit einer anderen Lebensstufe. Der Atem erneuert, wenn wir so sagen dürfen, beständig das Blut. Damit steht der Atmungsrhythmus mit dem Blutrhythmus in einem Zusammenhang, und wir können hinübergehen vom Atmungsleben in das Zirkulationsleben, in das Leben, das im Zirkulationsrhythmus enthalten ist.

[ ] The life of breathing in turn connects with another level of life. The breath, we may say, continually renews the blood. Thus the breathing rhythm is connected with the blood rhythm and we can move on from the life of our breathing to the life that exists in the rhythm of the circulation.

[ 11 ] Die Zirkulation wiederum, sie steht nach der anderen Seite im Zusammenhang mit dem gesamten Stoffwechsel. Die Zirkulation nimmt den Stoffwechsel auf, so daß wir zur nächsten Lebensstufe, zum Stoffwechsel kommen.

[ ] The circulation, however, is also connected with the whole of metabolism; it takes in metabolism, and we thus come to the next level, the life of metabolism.

[ 12 ] Der Stoffwechsel hinwiederum, der regt an, was wir in der äußeren Bewegung vollziehen. Nur dadurch, daß der Mensch im Stoffwechsel lebt, kann er sich äußerlich bewegen. Der menschliche Stoffwechsel — und auch der tierische — ist ja so geartet, daß des Menschen Seele das, was im Stoffwechsel vor sich geht, verwenden kann, um dadurch Bewegungen hervorzubringen, und wir kommen dann zu dem Bewegungsleben. Da ordnen wir uns schon wiederum in die Außenwelt ein. Da nehmen wir mit dem, was wir hervorbringen, an der Außenwelt teil.

[ ] Metabolism stimulates the movements we make in the world around us. It is thanks to our metabolism that we are actually able to move around. The nature of the human—and also the animal—metabolism is such that the soul is able to use the metabolic processes to produce movements. In the life of movement we are again becoming part of the outside world, for anything we achieve at that level of life connects us with the outside world.

[ 13 ] Und dann gibt es noch eine weitere Lebensstufe. Das ist das Reproduktionsleben, das Fortpflanzungsleben. In der Bewegung verbraucht der Mensch in der Tat fortwährend sich selber, und eine innere Reproduktion muß stattfinden eben deshalb, weil der Mensch in Bewegung ist. So daß man statt Bewegungsleben auch sein Korrelat schreiben könnte: innere Reproduktion, wenn man innerhalb der Haut des Menschen stehenbleiben würde. Und wenn dann diese Reproduktion selbständig auftritt, so tritt sie auf im Fortpflanzungs-, im eigentlichen Reproduktionsleben.

[ ] There is one more level of life: the life of reproduction. In movement we continually use ourselves up, and internal “reproduction” has to take place for the very reason that we are in motion. Instead of “life of movement”, we may thus also put “internal reproduction, or regeneration”, providing we remain inside the human skin. And when this reproduction occurs independently, it becomes life of reproduction in the true sense.

1. Sinnesleben
2. Nervenleben
3. Atmungsleben
4. Zirkulationsleben
5. Stoffwechselleben
6. Bewegungsleben
7. Reproduktionsleben

  1. Life of the senses
  2. Life of the nerves
  3. Life of breathing
  4. Life of circulation
  5. Life of metabolism
  6. Life of movement
  7. Life of reproduction

[ 14 ] Wir haben auf diese Weise, wie wir gestern zwölf Formelemente der Gesamtform des Menschen entwickelten, heute sieben Lebensstufen entwickelt. Diese sieben Lebensstufen, sie sind in der Tat so, daß der Mensch mit Bezug auf seinen Ätherleib in verschiedener Weise lebt auf diesen verschiedenen Lebensstufen. Wir können nicht von einem einzelnen, verwaschenen Leben reden, wenn wir die Dinge im Ernste ins Auge fassen wollen.

[ ] Yesterday we had twelve elements of form, today we have evolved seven levels of life, and it is true to say that in terms of the ether body, human beings live differently on each of these seven levels. If we are to take these things seriously, we cannot speak of a single kind of life that is all at the same level.

[ 15 ] Unser Ätherleib lebt zunächst, wenn ich so sagen darf, in der Sinnenschichte. Er lebt in der Sinnenschichte das Sinnesleben. Dieses Leben in der Sinnenschichte, das ist das Leben, das wir in der Tat kaum mehr als Leben empfinden. Wir nehmen dadurch an der Außenwelt teil. Unser Ätherleib, sagen wir, wenn wir da zum Beispiel das Auge haben, durchdringt das Auge. Er ist lebendig. Er belebt dadurch in einer gehalblinks issen Weise das Auge. Aber er berührt sich mit einem Substantiellen im Auge, das nahe dem Sterben ist. Nur dadurch, daß der Ätherleib dieses Auge noch durchdringt, ist es ein lebendiges Organ. Es ist eigentlich, abgesehen von dem es durchdringenden Ätherleib, ein physikalischer Apparat.

[ ] In the first place, then, our ether body may be said to live at the level of the senses, and this is a form of life that barely feels like life to us. Through it, we are involved in the outside world. If we take the eye, for example, we say the ether body is alive in the eye and in a manner of speaking enlivens it. It does however come in touch with a form of matter that is close to death in the eye, which is a living organ only in so far as the ether body enters into it. Apart from the ether body, the eye is really a physical apparatus.

[ 16 ] Nun ist das bei den verschiedenen Sinnen in der verschiedensten Weise ausgebildet, daß sie auf der einen Seite ein physikalischer Apparat sind und dann vom Ätherleib durchdrungen sind. Aber im großen und ganzen ist es doch durchaus so, daß die Sinnesorgane eigentlich tote Organe sind, die eben nur einfach vom Ätherleib durchdrungen sind. So daß man das Sinnesleben schon nennen kann das ersterbende Leben (siehe Aufstellung Seite 89).

[ ] Individual sense organs are always both a physical apparatus and penetrated by the ether body, each in its own particular way. Generally speaking, however, our sense organs are dead organs, except that the ether body enters into them. It would therefore be reasonable to say that the life of the senses is life in the process of dying.

[ 17 ] Das Nervenleben hingegen, das bildet aus dem, was in den Sinnen erlebt wird, das, was das Sinnesleben dann bewahren kann. Auf dem Nervenleben beruhen alle Nachklänge, Nachwirkungen zum Beispiel, wenn wir das Auge betrachten, so daß wir im Nervenleben eine Art von ruhendem Leben haben, ein, wir können sagen, ruhendes oder bewahrendes Leben.

[ ] The life of the nerves takes the experiences gained through the senses and makes them into something that can preserve the life of the senses. All lingering effects are due to the life of the nerves, therefore—lingering sounds, for example, and in the case of the eye, after-images. The life of the nerves, then, is a kind of resting life, or a life that holds and keeps.

[ 18 ] Das Atmungsleben dagegen, das bringt dieses flüchtige und sich bewahrende Sinnesleben zur Bildhaftigkeit. Auf der Berührung des Atmungsrhythmus mit den Nervenströmungen beruht es, daß wir uns Bilder machen können von der äußeren Welt. Gedanken, abstrakte Gedanken sind noch durchaus an das Nervenleben gebunden, aber das Bildhafte ist an das Atmungsleben gebunden. So daß man sagen kann: Hier haben wir das bildende Leben. — Wir haben also, indem wir atmen, bildendes Leben in uns. Dieses bildende Leben lebt natürlich in der menschlichen Form. Dadurch, daß es in der menschlichen Form lebt, nimmt es teil an der menschlichen Form.

[ ] The life of breathing gives image quality to the fleeting life of the senses that tends to preserve itself. We are able to have images of the outside world because the breathing rhythm is in touch with the currents that pass through the nerves. Ideas and abstract thoughts are still entirely bound to the life of the nerves, but anything to do with images is connected with the life of breathing. When we breathe we have creative life in us, a life we may call the image-creating life. This lives in the human form and therefore also takes part in the human form.

[ 19 ] Die menschliche Form, sie ist, wie wir gesehen haben, gebildet nach dem Tierkreis. Indem gerade dieses bildende Leben, das durch das Atmen vermittelt wird, in der Form des Menschen lebt, nimmt es auch teil an der gesamten äußeren, aus dem Sternenhimmel herausgebildeten Form. Dadurch gliedert sich diese Form auch in das Innere des Menschen hinein. Und es beruht dann auf dem Atmen, daß aus dem Atmungsprozeß nicht nur herauskommt, was der Mensch im Bewußtsein hat, sondern daß herauskommen aus dem Atmungsprozeß zunächst die Bilder sämtlicher innerer Organe in der Nachbildung an die äußere Form. Die inneren Organe werden also auf dem Umwege durch den Atmungsprozeß zunächst als Bilder gebildet. Da sind sie noch nicht substantiell. Der Atem bildet zunächst ein Bild des Menschen, ein Bild des inneren Menschen. Indem wir atmen — wir atmen ja in der Welt, bewegen uns mit der Erde im Tierkreis —, atmen wir fortwährend die Bilder unserer inneren Organisation ein. Aus dem äußeren Leben atmen wir die Bilder unserer inneren Organisation ein. So daß wir sagen können: Hier haben wir das bildende Leben. — Diese Bilder, die da eingeatmet werden, die werden nun durch das Zirkulationsleben über den ganzen Organismus verbreitet. Zirkulationsleben und Atmungsleben zusammen führen den Menschen dazu, innerlich Bild der Welt zu sein. Wir können also sagen: Hier das bildende Leben, und dann können wir sagen: die sich verbreitenden Bilder, das sich Verbreitende, die sich verbreitenden Organbilder.

[ ] We have seen that the human form arises out of the zodiac, and because the creative life that comes with our breathing lives in the human form, it also has part in the whole outer form that has been created out of the starry heavens. This form is therefore also part of the inner aspect of the human being. And it is thanks to our breathing that we have not only the contents of our conscious mind but also images of all our internal organs, images based on the outer form. Our internal organs therefore arise at first in a roundabout way—as images created in the breathing process. They do not yet have substance at this point. The breath creates an image of the internal human being. With our breathing we are in the outside world, moving within the zodiac with the earth, and we are continually inhaling the images of our internal organization. These images are inhaled from life outside us. This, then is our creative life. The images we inhale are spread through the whole organism by the life of circulation. This and the life of breathing take human beings to the point where they are inwardly image of the world. Thus we may say: “This is the creative life”, and then say: “These are images that spread, something that spreads out, images of our organs.”

zodiac
Fig. 13

[ 20 ] Dadurch nun, daß das Zirkulationsleben an den Stoffwechsel sich anschließt, wird der Stoff eingefügt diesen Bildern, und es entstehen bei der fünften Lebensstufe die stofflichen Organe. Es schiebt sich der Stoff in die Bilder hinein. Er tingiert die Bilder. Wir haben also durch unseren oberen Menschen, durch unser Atmungsleben unser inneres Bild, und die Bilder machen wir gewissermaßen zu Wirklichkeiten durch den tingierenden Stoff, der sich da hineinschiebt.

[ ] The life of circulation is in touch with the life of metabolism, with the result that the images are given physical substance and physical organs develop on the fifth level of life. Matter infiltrates the images; it suffuses or tinges them. Thus the upper human being creates images in the life of breathing and these images are made tangible reality by the matter that infiltrates and tinges them.

[ 21 ] Aus dem Bewegungsleben schiebt sich in die stofflichen Organe die Kraft ein. So daß wir sagen können: Wir haben die stofflichen Organe, und hier haben wir das kraftende Leben in den Organen. Und das Reproduktionsleben ist dann das sich erneuernde Leben.

[ ] Energy then enters into the physical organs from the life of movement. We may put it like this: We have physical organs and here we have life that generates power in the organs. The life of reproduction, finally, renews itself.

[ 22 ] Sie sehen da zu gleicher Zeit, wie der dreigegliederte Mensch gebildet ist: der Nerven-Sinnesmensch, der Zirkulationsmensch, der Mensch des Rhythmus, und der Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch oder Stoffwechsel-Bewegungsmensch. Durch die Reproduktion entsteht ja wiederum erst der neue Mensch.

[ ] You can also see how the threefold human being arises: nerves and senses, circulation and rhythm, and metabolism and limbs, or metabolism and movement. Reproduction, finally, gives rise to a new human being.

chart
Fig. 14

[ 23 ] Diese Attribute, die ich Ihnen hier rechts dazugeschrieben habe, die geben Ihnen eine Vorstellung von den Unterschieden, die zwischen den Lebensstufen bestehen. Indem unser Ätherleib in den Sinnen lebt, lebt er in einer Art ersterbendem Leben. In einem bewahrenden Leben lebt er, indem er im Nervenleben, in den Nervenströmen ist. Im Atmungsleben wird eigentlich unser Ätherleib der richtige Bildekräfteleib, der die Bilder entwirft. Und daß diese Bilder dann wirklich zur gesamten inneren Organisation werden, das vermittelt das Zirkulationsleben. Mit Stoff füllt sich das aus vom Stoffwechselleben. Indem der Ätherleib den Stoffwechsel durchdringt, tingiert er den eigentlichen Bildekräfteleib. Und dann kommt die subjektive menschliche Kraft hinein durch das Leben der Gliedmaßen und so weiter.

[ ] The attributes I have added on the right (Fig. 14) give you an idea of the differences between the levels of life. Living in the senses, our ether body is in a kind of life that is dying. In the life of the nerves, the currents in the nerves, it is in a life that holds and keeps. The breathing life is where our ether body truly becomes a body of creative powers that designs images. The life of circulation ensures that those images become our whole internal organization. Physical substance is then brought in through the life of metabolism. The ether body enters into metabolism and suffuses the actual body of creative powers with matter. Subjective human energy is added through the life of the limbs, and so on.

[ 24 ] Auch diese Zusammenhänge hat eine alte instinktive Weisheit durchschaut. Sie wußte, daß der Mensch das Leben von außen aufnimmt und innerlich weiterbildet, richtig innerlich weiterbildet. So etwa dachten sich diese älteren Weisen die Sache. Sie sagten sich: Nehmen wir eine äußerste Schichte des Erdenumkreises, der Weltensphäre, nehmen wir eine nächste Schichte, nehmen wir eine weitere Schichte — so haben wir die äußerste Schichte zunächst am nächsten dem Fixsternhimmel, also demjenigen im Weltenall, dem der Mensch seine Form verdankt. Sein Leben, sagte nun diese ältere instinktive Weisheit, erfließt ihm nicht aus dem Fixsternhimmel, sondern aus dem planetarischen Himmel. Da unterschied er zunächst den Saturn, den Jupiter, den Mars, die Sonne. Wenn wir die Sonne in ihrer wahren Wesenheit ins Auge fassen, ich habe ja über diese wahre Wesenheit der Sonne des öfteren gesprochen, so unterscheidet sie sich — man nennt sie deshalb in der populären Astronomie einen Fixstern — von den übrigen Gliedern des Planetensystems, das zur Erde gehört, dadurch, daß sie als Lichtquelle erscheint. Sie erscheint als Lichtquelle. Sie ist insofern von den anderen Gliedern verschieden, als die anderen Glieder nicht als Lichtquellen erscheinen, sondern sie erscheinen als Bilder. Man sagt ja deshalb auch in der populären Astronomie: Sie haben das erborgte Licht, sie strahlen das Licht der Sonne zurück. — Die Sonne selbst erzeugt, im populären Sinne gesprochen, das Licht; die anderen planetarischen Körper strahlen das Licht zurück.

[ ] The instinctive wisdom of old gave people understanding of this, too, and they knew, therefore, that human beings take in the life that is outside and develop it further inside them. That is more or less how the sages of old would see it. They would say: Let us take the outermost layer of the universe that is around the earth, then the next, and the next. The outermost layer is closest to the fixed stars in the sky, to the universe to which we owe the human form. Human life, they would say, does not come from the fixed stars, however, but from the planets in the sky. (Fig. 15). They would first of all speak of Saturn, Jupiter, Mars and the sun. If we consider the true nature of the sun—this is something I have said many times before—it differs from the other planets in so far as it presents itself as a source of light. This is also why in popular astronomy it is called a fixed star. The other planets do not appear as light sources but as images. This is why it is said in popular astronomy that their light is borrowed light, for they reflect the light of the sun.

planets
Fig. 15

[ 25 ] Vergegenwärtigen Sie sich den Unterschied: ob man Sonne hat, die das eigene Wesen aus sich hervorgehen läßt in dem Lichte, oder ob man die anderen Himmelskörper, die Planeten hat, die nur das Bild des äußeren Wesens zeigen, gewissermaßen nur, was sie an der Oberfläche tragen, dadurch sichtbar machen, daß sie das Sonnenlicht zurückwerfen. Es ist ein wesentlicher Unterschied.

[ ] Just consider the difference between the sun, which lets its own essential nature emerge with the light, and the other heavenly bodies, the planets, which merely present an image of their outer nature, or of whatever they have on the surface, making this visible by reflecting the light of the sun.

[ 26] Und indem die Sonne gewissermaßen die Quelle des Lichtes ist, ist sie auch die Quelle des Lebens. Und sie ist auch noch eine andere Quelle. Zu allen Zeiten hat man schon innerhalb der instinktiven Erkenntnis gesprochen von einer dreifachen Sonne, von der Sonne als Lichtquelle, Lebensquelle, Liebesquelle. Diese Trinität ist durchaus in der Sonne enthalten.

[ ] It is a major difference. And being the source of light, the sun is also the source of life. It is also the source of something else. At all times, even when people had only instinctive knowledge, it was said that the sun was threefold, the source of light, life and love. This trinity is to be found in the sun.

sun

[ 27 ] Nun brauchen Sie heute gar nicht zu sündigen wider das kopernikanische Weltensystem, sondern Sie können es durchaus beibehalten und können dennoch aus diesem kopernikanischen Weltensystem heraus einsehen, was die Alten, die eine instinktive kosmische Erkenntnis gehabt haben, mit ihrem Weltensystem gemeint haben. Nehmen wir also an, kopernikanisch gedacht in der Mitte, oder meinetwillen in einem Brennpunkte, aber das können wir jetzt unbeachtet lassen, da stehe die Sonne; es drehen sich Merkur, Venus, Erde, Mars — die Planetoiden können wir heute unberücksichtigt lassen —, Jupiter, Saturn um sie herum.

[ ] No need to go against the Copernican system today, you can keep it and still understand what the ancients meant with their system, based on instinctive perception of the cosmos. Let us assume that, in Copernican terms, we have the sun at the centre—or at a focal point, if you like, but we can ignore that for the moment. Mercury, Venus, earth and Mars—we can ignore the minor planets for present purposes—Jupiter and Saturn are in orbit around the sun. But now we’ll look at it like this:

solar system
Fig. 16

[ 28 ] Nun nehmen wir die Sache aber so; Nehmen wir hier die Stellung, die ja durchaus auch möglich ist, daß wir hier (oben) haben Saturn, Jupiter, Mars, und nun kommen wir zu Sonne, Merkur, Venus, Erde mit dem Mond aber, den wir hier so aufstellen.

[ ] Let us say, and this is certainly also possible, that we have Saturn, Jupiter and Mars here, and then come sun, Mercury, Venus and earth, with the moon, however, which we’ll position here.

[ 29 ] Nun ist eine solche Stellung natürlich nicht notwendig ins Auge zu fassen, sondern ich stelle sie nur deshalb hin, um Ihnen zu zeigen, daß in der Tat, trotz des kopernikanischen Systems, auch die Reihenfolge möglich ist, welche die Alten angenommen haben: Mond, Venus, Merkur, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn. Man braucht nur die Konstellationen so zu nehmen, daß eben die Erde auf einer Seite von der Sonne steht und irgendwo auf der anderen die äußeren Planeten. Es ist ja gar nicht nötig, daß eine solche Oppositions- oder Konjunktionsstellung stattfindet, das kann ja auch alternierend geschehen, abwechselnd, aber diese Reihenfolge ist eben durchaus auch denkbar. Und an diese Reihenfolge hat eine alte instinktive Weisheit gedacht.

[ ] It is not essential, of course, to take this particular position, I am merely presenting it to show you that even with the Copernican system it is possible to get the sequence that was thought to be the right one in ancient times: moon, Venus, Mercury, sun, Mars, Jupiter, Saturn. All we need is for the relative positions to be such that the earth is to one side of the sun and the outer planets are somewhere on the other side. It is not necessary to have this kind of opposition or conjunction—which may happen in alternation—but the sequence is certainly feasible. And it is the sequence that was in people’s minds out of the old instinctive wisdom. This sequence seemed important to them.

[ 30 ] Warum? Weil ihr diese Reihenfolge wichtig erschien. Der alte Mensch sagte sich: Nehmen wir an, hier auf der Erde lebe der Mensch. Der Mensch ist ausgesetzt dem Universum. Er erlebt die Sonnenstrahlen. Die Sonnenstrahlen sind ihm zunächst Lichtquelle, Lebensquelle, Liebesquelle. Dadurch kommt Licht, Leben, Liebe in ihn hinein. Die Sonne ist die Quelle von diesen dreien. Nun ist aber der Mensch nicht nur ausgesetzt dem Sonnenleben, der Sonnenliebe, dem Sonnenlichte, sondern auch dem Bildhaften des Saturn. Wenn der Mensch bloß, auf der Erde sich entwickelnd, dem Sonnenleben ausgesetzt wäre, dann würde er das Leben seiner Sinne nicht entwickeln können. Nehmen wir die Augen — einen Sinn: sie würden sich nicht als physikalische Apparate absondern. Sie würden so wie irgendein anderer Teil des menschlichen Körpers dadrinnen sitzen. Sie würden etwa Muskelorgane oder so etwas sein, Gefäße. Also wenn der Mensch fortwährend der Sonne ausgesetzt wäre, würde er eben seine Augen, aber auch die anderen Sinne nicht entwickeln können. Daß er die Sinne entwickeln kann, das verdankt er dem Umstande, daß den Sonneneinfluß abschwächt der Saturn, der in der äußersten Sphäre sich herumbewegt. Also dieser Saturn trocknet gewissermaßen das Gefäß aus, und es entsteht dadurch der physikalische Apparat, grob gesprochen. So daß aus dieser instinktiven Erkenntnis heraus, auf die wir heute wieder kommen, der alte Mensch sagte: Das Sinnesleben ist hereingewirkt vom Saturn.

[ ] The ancients would say: Let us think of the human beings here on earth. They are exposed to the universe. They experience the rays of the sun as their source of light, life and love. These three enter into them from the sun. Yet human beings are also exposed to the image quality of Saturn. If they were only exposed to the life of the sun as they developed on earth they would not be able to develop the life of the senses. Thus the eyes would not become a distinct physical apparatus but would be just like any other part of the human body—muscular organs, or vessels, or the like. Continuously exposed to the sun, human beings would not be able to develop eyes, nor any other senses. They are able to do develop them because Saturn, the outermost planet, reduces the influence of the sun. Saturn dries the vessel out, as it were, and this, roughly speaking, produces the physical apparatus. The ancients had as instinctive knowledge what we are discovering again today: The life of the senses develops under the influence of Saturn.

[ 31 ] Und ein Zweites: Der Mensch ist nun nicht bloß dem Saturnleben ausgesetzt. Wenn er dem Sonnenleben fortwährend ausgesetzt wäre, würde er nicht nur keine Sinne entwickeln können, sondern er würde auch sein Nervenleben nicht entwickeln können. Das Nervenleben, das trocknet aus, sonst würde es überwuchern. Die Nerven würden auch Organe sein so wie etwa die Muskeln. Dieses Austrocknende im Nervenleben, das ist der Einwirkung von Jupiter entsprechend. So daß der alte Mensch gesagt hat: Das Nervenleben wird angeregt vom Jupiter.

[ ] Human beings also would not be able to develop the life of the nerves if they were continuously exposed to the sun. Thanks to the influence of Jupiter, the life of the nerves dries up and does not become as vital as the muscles and similar organs. The ancients would say: The life of the nerves is stimulated by Jupiter.

[ 32 ] Sehen Sie, der Saturn kreist um die Sonne herum in dreißig Jahren etwa annähernd. Da erlebt natürlich der Mensch, wenn er auf der Erde lebt, einmal annähernd, daß der Saturn gewissermaßen von der Sonne zugedeckt ist. Wenn der Mensch das Glück hat, den Saturn von der Sonne besonders stark zugedeckt zu erhalten, dann dämmert in sein Sinnesleben hinein ein starkes Sonnenleben. Man möchte sagen: Die Augen oder andere Sinne — die Augen kommen dabei allerdings am wenigsten in Betracht, aber wir können an ihnen, weil sie am deutlichsten sind, am besten exemplifizieren —, die Augen bekommen dann eine Anregung. Wenn der Mensch also während seines Erdenlebens einmal die Konstellation erlebt, daß gewissermaßen der Saturn auf seine Sinne nicht wirkt, dann kann es sein, daß er die Entdeckung macht, wie gerade durch seine Sinne eine besondere kosmische Einwirkung geschieht. Er bekommt eine Anregung. Er wird sinnlich stärker. Solche Dinge gibt es. Die wollen dann die Menschen als alles mögliche erklären, nur nicht als das, was sie sind.

[ ] Saturn orbits the sun in about 30 years. During their life on earth, human beings have it happen about once that Saturn is blocked out by the sun, in a way. If someone has the good fortune to have Saturn blocked out very strongly by the sun, a powerful sun life dawns in their life of the senses. We might say that their eyes or other senses are stimulated—the eyes are in fact least affected, but they make the best example, being so obvious. So if once during life on earth a person is in the position where Saturn does not influence the senses, that person may discover that a specific cosmic influence comes in through the senses. The individual is given a stimulus and is strengthened in the sphere of the senses.

[ 33 ] Es gibt heute eine ganz große amerikanische Literatur über diese Dinge. Da kommt William James und redet von allerlei «Erweckungen». Er redet davon, wie es Menschen gibt, in denen das Leben eine besondere Erweckung erfährt. Lesen Sie nur einmal nach in den Büchern dieses William James und in denen seiner Schüler, da werden Sie finden, daß das ein besonderes Phänomen ausmacht, daß der Mensch zu irgendeiner Zeit eine besondere Anregung erfährt. Natürlich wissen diese Leute nicht, wovon das kommt, wissen nicht, daß das davon kommt, daß solch eine Konstellation eintritt entweder mit Saturn oder Jupiter. Wenn das Saturnleben verdeckt wird, wird das Sinnesleben besonders angeregt; wenn das Jupiterleben verdeckt wird, was noch leichter sein kann übrigens, weil Jupiter alle zwölf Jahre, also schneller herumkreist, da findet der Mensch eine Anregung seines Nervenlebens.

[ ] People try to explain these things in all kinds of ways. There is a considerable literature on the subject in America. William James, for instance, wrote of all kinds of “awakenings” that happened in people’s lives.14William James (1842–1910), American physiologist and pragmatic philosopher, in his book The Varieties of Religious Experience (1902), chapter 3: The Reality of the Unseen. If you read his books and those of his followers you’ll find that a particular phenomenon occurs when someone receives a special stimulus at some point in time. These people have no idea as to the cause; they do not know that this is due to the position relative to Saturn or Jupiter. When the life of Saturn is blocked out, the life of the senses receives a special stimulus; when the life of Jupiter is blocked out, which happens all the more easily because Jupiter takes only 12 years to orbit, the life of the nerves is stimulated.

[ 34 ] Alle diese Dinge, die da verzeichnet werden, die werden ins Unterbewußtsein verlegt. Dieses Unterbewußtsein, das ist das reine Faulbett heute für alle Leute von der Sorte des William James, von der Sorte der Psychoanalytiker. Dieses Unterbewußtsein, es ist ja ein rein negativer Begriff, es ist ein Spucknapf, in den man alles hineinspucken kann, wofür man gar keine Erklärung mehr hat im Leben. Ein reiner Spucktopf ist dieses Unterbewußtsein. Da muß alles herein, ’rein, ’rein; da sind die verborgenen Seelen-«Provinzen», nicht wahr, drinnen, die dann gelegentlich reagieren und so weiter. Es wäre schon im höchsten Grade wünschenswert, daß alle diese sowohl pragmatischen wie psychoanalytischen Theorien einmal eine gründlichere Beleuchtung erfahren würden.

[ ] All these things are said to be in the subconscious, which is an absolute sludge tank today for people like William James and all psychoanalysts. This subconscious of theirs is a negative term, a waste bin for all the things that cannot be explained. Everything has to go in there; there you’ll find the hidden “provinces” of the soul that will react occasionally, and so on. It would certainly be highly desirable to take a good look at those pragmatic and psychoanalytical ideas one of these days.

[ 35 ] Der dritte Planet ist dann der Mars. Er schwächt das wuchtende Leben zur Atmung ab. Auch bei ihm kann natürlich das der Fall sein, daß die Sonne ihn zudeckt. Dann kann das Atmungsleben eine besondere Anregung erfahren. Da der Mars aber sehr rasch, etwa in zwei Jahren herumkreist, so ist das so, daß das fast jeder Mensch erfährt, und daher jeder Mensch in seinem Atmungsleben, in seinem Bild-Erleben gewisse Anregungen bekommt. Sie sind ja nicht immer allerersten Ranges, aber die Menschen werden dann Dichter oder so was dergleichen, oder Komponisten, die Anregungen in ihrem Atmungsleben empfangen. Da geht es dann nicht so tief, daß dann Leute wie James dem nachspekulieren. Das findet man als etwas Erklärliches. Also den Mars betrachteten die alten instinktiven Weisen als Anreger für das Atmungsleben.

[ ] The third planet, Mars, reduces heaving life to the point where breathing becomes possible. Mars, too, may be blocked out by the sun, and the life of breathing then receives a special stimulus. Mars orbits quite rapidly, taking about two years, and everybody therefore gets certain stimuli in the breathing life, the life of images. These stimuli are not always of the first quality, but people become poets or composers, or something like that, through receiving this stimulus in their breathing life. It does not go deep enough to make people like William James want to investigate and speculate; it seems quite clear to them. People with the old, instinctive wisdom thus felt that Mars stimulated the breathing life.

[ 36 ] Dann ist es das Sonnenleben selber, welches den Menschen anregt, die Sonne selber, die Sonne als das Leben-, Liebe-, Licht-Erregende, äußerlich Licht-Erregende, innerlich Liebe-Erregende und im Verkehr mit der Außenwelt Leben-Erregende. Das wird nun in die Mitte zwischen Atmungsleben und Zirkulationsleben versetzt, wohin es auch die alte Weisheit versetzt hat. Zwischen dem Atmungsleben und dem Zirkulationsleben liegt ja das Herz, der Ausdruck, nicht der Motor, aber der Ausdruck für das, was zwischen Zirkulation und Atmung sich abspielt.

[ ] The life of the sun arouses light in the outside world, love in our hearts, and life in our dealings with the outside world. The location for this is midway between the life of breathing and the life of circulation, as the ancients also knew. Between those two lives lies the heart, which does not act as a motor but reflects the interplay between circulation and breathing.

[ 37 ] Und wir kommen dann zum Stoffwechsel. Wie gesagt, die alte Wissenschaft hat nun die Konstellation so betrachtet: den Merkur hat sie nun nicht so betrachtet, daß sie das Hauptaugenmerk darauf legte, inwiefern die Sonne ihn zudecken kann wie die anderen Planeten, sondern inwiefern er die Sonne zudeckt gegenüber der Erde, also daß er die Sonne zudeckt. Für den Merkur betrachtete die alte Weisheit die Stellung zwischen Sonne und Erde als das Wesentliche. Für den Jupiter betrachtete die alte Weisheit die Stellung außerhalb der Sonne als das Wesentliche. Für den Merkur fand sie wichtig für die Entwickelung des Lebens des Menschen die Stellung zwischen Sonne und Erde. Da deckt der Merkur die Sonne zu. Sonst hat immer die Sonne die anderen zugedeckt; hier deckt der Merkur die Sonne zu, das heißt, er schwächt das Leben ab. Indem dadurch eine Wirkung ausgeübt wird, daß also das Sonnenleben abgeschwächt wird, regt sich das abgeschwächte Leben im Inneren. Der Mensch würde — wenn sich dieses Leben nicht abschwächen würde —, er würde, wenn er irgend etwas zu sich nehmen würde, es — verzeihen Sie — sofort wieder ausspeien; er würde gar nichts von äußerem Stoff in sich dulden, er würde fortwährend speien. Er würde sich dann das Essen abgewöhnen, weil das ja zu langweilig wäre. Das Leben der Sonne ist eben so stark im Menschen. Wenn also nur Herz-, das heißt Sonnenleben wäre, würde der Mensch nichts in sich verarbeiten können von Stoffen. Er würde alles gleich ausspeien. Daß der Mensch einen Stoffwechsel entwickeln kann, das verdankt er lediglich dem Umstande, daß hier das Merkurleben etwas abschwächt das Sonnenleben. So daß aus diesem Grunde die alte Weisheit eingeschaltet sich dachte, als fortwirkend aus dem Kosmos, zwischen das Zirkulationsleben und das Stoffwechselleben, das Merkurwesen. Das Merkurwesen schiebt also den Stoff durch den menschlichen Organismus hindurch in die einzelnen Organe hinein. Die Kraft aber wird hineingestoßen durch das Bewegungsleben.

[ ] Next we come to metabolism. People who had the old wisdom looked at Mercury not to see how far the sun is able to block it out, the way it does with the other planets, but how far Mercury itself blocks out the sun for the earth. Its position between sun and earth was considered to be the most important aspect, just as in the case of Jupiter the position beyond the sun was considered most important. When Mercury blocks out the sun, the life of the sun is reduced. As the life of the sun is weakened, this weakened life stirs inside human beings. If it were not reduced, people would immediately spit out any food or drink they had taken; they would not tolerate anything that comes from the outside world. They would then get out of the habit of eating, finding it too much of a bore. That is how powerful the life of the sun is in us. If we had only the life of the heart, or the sun, we would not be able to digest anything and immediately spit, or indeed vomit, everything out again. We owe the development of our metabolism to the fact that the life of Mercury weakens the life of the sun a little in this respect. The ancients therefore thought that the Mercury principle came between the life of circulation and the life of metabolism. The Mercury principle thus pushes physical matter through the human organism and into its individual organs.

[ 38 ] Das Bewegungsleben, das ist nun ebenso abhängig von dem Venusleben wie das Stoffwechselleben von dem Merkurleben. Daher hat die alte Weisheit hier die Kraft, welche durchfließt, also dieses innerliche Sich-selbst-Erneuern, dieses Einen-zweiten-Kraftmenschen-in-sich-Fühlen, dem Venusleben zugeschrieben.

[ ] Energy comes in through the life of movement which depends on Venus life, just as the life of metabolism depends on Mercury life. The ancients therefore ascribed to Venus the power that streams through the human being, this inner self renewal, the feeling that there is another human being, an energy human being, inside one.

[ 39 ] Das Mondenleben, das nahe dem Erdenleben selber liegt, das wirkt nun nicht bloß so abschwächend, daß der Mensch Stoff, daß er Kraft verarbeitet. Ich habe das einmal auseinandergesetzt, worauf die Reproduktion beruht: Es wird ausgespart, es wird gewissermaßen organisch Materie zurückgeschoben. Darauf beruht ja die Keimesbildung im Menschen, daß organisch Materie zurückgeschoben wird und daß aus dem Kosmos heraus der Embryo eigentlich seiner Kraft nach organisiert wird. Das Reproduktionsleben beruht in dieser Beziehung auf dem Mondenleben.

[ ] The life of the moon, which is close to the life of the earth, does more than reduce the life of the sun and thus enable human beings to digest physical matter and process energies. The background to reproduction is something I have spoken of before: a space is created, with matter pushed back at the organic level, as it were. The embryo is able to develop because matter is pushed aside and in energy terms the embryo is organized from the cosmos. In this respect the life of reproduction depends on the moon life.

[ 40 ] So wie ich Ihnen gestern die Beziehung der menschlichen Form in ihren zwölf Stücken darstellen konnte in Beziehung auf den Fixsternhimmel, so habe ich mich heute bemüht, Ihnen zu zeigen, wie sowohl im Einklange mit der alten instinktiven Weisheit, wie im Einklange mit der neueren anthroposophischen Wissenschaft das Leben des Menschen in seinen verschiedenen Stufen zusammenhängt mit dem planetarisch-kosmischen Leben. Und das geschieht dadurch, daß in der Tat durch die verschiedene Stellung der Erde zu den Gliedern des Planetensystems und zu dessen Mittelpunkt, der Sonne, das Leben in der verschiedensten Weise modifiziert wird. Es wird erstorben gemacht, bewahrt, in Bildung getrieben im oberen Menschen. Es wird abgeschwächt im unteren Menschen, so daß der Mensch von der Erde aufnehmen kann das Stoffliche, die Kraft der Erde. Der Mensch nimmt einfach die Abstoßungskraft der Erde in seine eigene Kraft auf und bildet dadurch die Kraft seiner Organe aus und so weiter.

[ ] Yesterday I spoke of the relationship of the human form in its twelve aspects relating to the fixed stars. Today I have tried to show you how the new science of anthroposophy is in agreement with the instinctive wisdom of old in saying that the different levels of human life are connected with the life of the planets in the cosmos. Depending on the position of the earth in relation to the different members of the planetary system and the sun at its centre, life is modified in many different ways. Life is made to die, it is preserved and made creative in the upper human being. It is reduced in the lower human being so that physical matter and energies can be taken up from the earth. Human beings simply take the earth’s power of repulsion, make it their own and in this way develop the power that is in their own organs, and so on.

[ 41 ] So sehen wir auch das Leben des Menschen aus dem Kosmos hervorgehen (siehe Aufstellung: Planeten).

[ ] We see, then, that human life, too, comes from the cosmos.

[ 42 ] Wir haben hier die Möglichkeit, uns zu sagen: Schauen wir zum Fixsternhimmel hinauf, dann sehen wir im Fixsternhimmel die Repräsentanten, nämlich in den Tierkreisbildern die Repräsentanten der Bildung der menschlichen Form. Beobachten wir die Bewegung der Planeten, so haben wir darinnen das, was uns aus dem Kosmos heraus erklärlich macht die verschiedenen menschlichen Lebensstufen. Wir blikken bis zum Saturn, indem wir das Sinnesleben nehmen, bis zum Jupiter, indem wir das Nervenleben nehmen, bis zum Mars, indem wir das Atmungsleben nehmen. Dieses Atmungsleben wirkt in Bildern.

[ ] Looking up to the fixed stars, we see the zodiac as representing the principles that give rise to the human form. Observing the movements of the planets, we find the explanation for the different levels of human life. We look to Saturn for the life of the senses, to Jupiter for the life of the nerves, to Mars for the life of breathing, which is active in images.

[ 43 ] Nun stellen wir einmal dieses Atmungsleben besonders heraus. Ich sagte Ihnen: Die Bilder werden aufgenommen aus dem Kosmos heraus: Form. Also das, was aus dem Tierkreis heraus erlebt wird in der Bewegung, das fließt gewissermaßen als die Bilder der inneren Organe nach innen. Aber der Mensch steht zwischen Geburt und Tod auf der Erde. Das Untere wirkt nach dem Oberen hinauf. Dadurch wird immer alles polarisch ausgebildet. Diese Bilder gehen schon nach innen; sonst hätten wir eben keine Organe, wenn die Bilder nicht nach innen gehen würden und tingiert werden könnten mit dem Stoffe. Aber es findet überall ein Gegenüber statt. So daß wir sagen können: Wenn wir atmen, werden die Bilder — sagen wir also zum Beispiel das Bild der Niere — nach innen getrieben. Der Stoff, der füllt dann das aus (rot); aber es entsteht ein Gegenüber, nach oben wiederum. Das heißt, es werden gewissermaßen im Echo diese Bilder wieder zurückgeworfen. Also die Bilder, die hat der Mensch einmal aufgenommen. Sie müssen nicht an Gleichzeitigkeit denken, die Organe sind einmal da. Der Mensch hat die Dinge natürlich gebildet in den ersten Zeiten seines Erdendaseins, aber der Rückschlag kann fortwährend geschehen. Wie das Seelische dabei mitwirkt, werden wir dann morgen sehen. Der Rückschlag geschieht fortwährend. Also stellen Sie sich jedes für sich vor: Sie nehmen die Bilder für Ihre inneren Organe mit dem Lebensprozesse auf. Das wird wiederum zurückgestoßen, das heißt, es kommen wiederum herauf, zurück die Echos dieser Bilder, auch der Tierkreis, namentlich mit dem Atmungsleben darinnen. Nun, Sie brauchen bloß an Ihre Ohren zu denken, dann haben Sie diesen Rückschlag. Diese Bilder werden in die Luft hinein gebildet, das sind die Vokale, die Konsonanten! Von den Planeten kommen mehr die Vokale, von den Tierkreisbildern kommen die Konsonanten. Dieser Rückschlag ist die Sprache. Was hineingeht, bildet die Organe. Was wiederum zurückgeschlagen wird, lebt in der Sprache. Konsonanten und Vokale werden gewissermaßen in uns hineingetrieben, bilden die Grundlage unserer Organe. Was mehr Form ist in unserem Inneren, kommt mehr von den Tierkreisbildern, was mehr Leben ist, kommt mehr von den Planeten. Wenn mehr das Leben zurückgeschlagen wird, vokalisieren wir, wenn mehr die Formen zurückgeschlagen werden, konsonantisieren wir. Das alles hängt in einer gewissen Weise mit dem Atmungsleben zusammen. Nun, in der Sprache haben Sie es ja deutlich, wie sie mit dem Atmungsleben zusammenhängt.

[ ] Let us take a special look at this life of breathing. I told you that the images are received from the cosmos: form. The movements experienced in the zodiac stream inwards as images of our internal organs. Between birth and death, human beings are on earth, however, and the lower acts into the upper, with the result that everything has its polar opposite. The images enter into us and become suffused with matter, otherwise we would have no internal organs. But there is also always a counter process. So we are able to say that when we breathe, the images are pushed inwards, the image of the kidney, for example. Matter then fills this out (red); but the opposite also happens, this time in an upward direction, with the images thrown back, as it were, like an echo, but do not think of this as a once-only event. The organs are in existence, having been developed in the early stages of earth existence; but the counter action may go on all the time.—The role played by the soul element in this will be considered tomorrow. Consider each on its own, therefore. You take in the images of your internal organs with the life process. Then comes the counter action, in which the echoes of those images rise up again, as does the zodiac, especially with the life of breathing in it. Well, just think of your ears, and there you have the counter process. These images are created and go out into the air—they are the vowels and consonants! The vowels come more from the planets, the consonants from the zodiac. The counter process to the images coming in is reflected in speech. Consonants and vowels are pushed into us, as it were, to be the foundation for our organs. Anything that is more by way of form inside us comes essentially from the zodiac, anything that is more by way of life comes essentially from the planets. If the counter action relates more to life, we produce vowels, if it relates more to form, we produce consonants. All this is to some extent connected with the life of breathing, and we can see that quite clearly in speech.

solar system
Fig. 17

[ 44 ] Sehen Sie, es ist schon nichts damit, den Menschen so erklären zu wollen, daß man ihn auf den Seziertisch legt und untersucht, was innerhalb seiner Haut ist. Das gibt nichts anderes, als wenn jemand eine Magnetnadel nimmt und absehen will davon, daß die Erde selber ein oben halb links (rot) großer Magnet ist, so daß das eine Ende nach Norden getrieben wird, das andere nach Süden getrieben wird von außerhalb. Wenn einer durchaus erklären möchte, warum diese Magnetnadel in sich just die Tendenz hat, sich in eine Richtung zu stellen — denn drehe ich sie, sie dreht sich immer wieder um —, wenn man ihr das zuschreibt, wenn man also eine Theorie erfindet, warum die Magnetnadel aus sich heraus sich so stellt, wenn man keine Rücksicht darauf nehmen will, daß die Erdenkräfte sie richten, dann tut man genau dasselbe, was man heute tut innerhalb der Anatomie und Physiologie, wenn man den Menschen erklären will aus dem, was innerhalb seiner Haut liegt. Es ist nicht zu erklären aus dem, was innerhalb seiner Haut liegt. Alle die Leute, die da zum Beispiel die Sprache erklären wollen aus dem, was innerhalb des Menschen ist, die stehen auf der Stufe dieser Magnetnadelerklärung, während die Wahrheit diese ist, daß der Mensch in sich aufnimmt der Form nach das Fixsternleben, es wiedergibt im Echo, dadurch Konsonanten bildet. Er nimmt auf die Bewegungen des planetarischen Lebens, die sein eigenes Leben bewirken. Da wird namentlich durch das Atmungsleben in Bildern gebildet. Es wird aber zurückgeschlagen; dadurch entstehen die Vokale. Der Mensch in seiner Sprache ist nur erklärbar, wenn man die Konsonanten aus den Fixsterngruppierungen, die Vokale aus den Planetenbewegungen beziehungsweise aus den Übereinanderlagerungen der Planeten erklärt, wenn man also das, was der Mensch spricht, aus dem ganzen Kosmos erklärt.

[ ] You see, it is not really a good idea to try and understand the human being by putting him on the dissecting table and investigating what lies inside the skin. The result of this is no better than if someone were to take a magnetic needle and ignore the fact that the earth itself is a large magnet, making one end point north and the other south. If anyone were to insist on producing a theory that the magnetic needle takes that position of its own accord, ignoring the fact that the forces of the earth give it that particular direction, it would be just like anatomists and physiologists trying to understand the human being on the basis of what is to be found inside the skin. You cannot understand the human being on the basis of what lies inside the skin. All the people who seek to explain speech and language on the basis of what lies inside the human being are also working at the level of that explanation for the function of a magnetic needle. The truth is that human beings take their form from the life of the fixed stars and reproduce this as an echo, which gives rise to the consonants. They take in the movements of planetary life which influence their own life. The life of breathing in particular creates images of all this. The counter action then produces the vowels. Human speech can only be understood if consonants are seen in relation to the constellations of fixed stars and the vowels in relation to planetary conjunctions and oppositions. Thus human speech and language is seen to derive from the whole cosmos.

[ 45 ] Sie haben hier in der Sonne (siehe Zeichnung Seite 89, waagrechter Strich) gewissermaßen die Mitte. Nehmen Sie die drei oberen Glieder, so haben Sie den oberen Menschen. Nehmen Sie die drei unteren Glieder, so haben Sie den unteren Menschen. Das Reproduktionsleben bringt ja den neuen Menschen hervor. Nehmen Sie nun das Atmungsleben und Zirkulationsleben. Das Zirkulationsleben ist es namentlich, welches die planetarische Bewegung abbildet. Unser Blutkreislauf ist im Grunde genommen nichts als eine Abbildung des planetarischen Lebens. So daß wir auch sagen können: Aus dem Zirkulationsleben kommen die Vokale, aus dem Atmungsleben kommen die Konsonanten. Und nun bekommen Sie wieder eine merkwürdige Zuordnung. Das Stoffwechselleben können Sie dem Nervenleben zuordnen; das Bewegungsleben können Sie dem Sinnesleben zuordnen. Das Sinnesieben aber, das ist zugeordnet dem Saturn, der Saturnbewegung. Die Saturnbewegung geht, wenn ich so sagen darf, am nächsten vorbei an dem Tierkreise, geradeso wie im Bewegungsleben der Mensch sich am besten nach außen hinaus abbildet. Will man daher die kosmischen Geheimnisse durch den Menschen abbilden lassen, so hat man zu dem einen Pol das Sinnesleben, zu dem anderen Pol das Bewegungsleben, und man bekommt daraus — die Eurythmie. In der Eurythmie ist also unmittelbar ein Abbild der peripherisch kosmischen Beziehung des Menschen zu sehen. Das wollte ich nur zunächst andeuten.

[ ] The sun, here (horizontal line in Fig 14), marks the middle. Take the three upper principles and you have the upper human being. Take the three lower principles and you have the lower human being. The reproductive life then gives rise to a new human being. Take the life of breathing and the life of circulation. The latter essentially reflects the planetary movements. Our blood circulation is basically no more than an image of planetary life. We may thus also say that the vowels come from the life of the circulation and the consonants from the life of breathing. And now we get another strange relationship. We can relate the life of metabolism to the life of the nerves and the life of movement to the life of the senses. The life of the senses, however, relates to the movements of Saturn, which may be said to be closest to the zodiac, just as human beings present themselves most clearly to the outside world in their life of movement. If we want to show how human beings reflect the secrets of the cosmos, we have on the one hand the life of the senses and on the other hand the life of movement and this gives us—eurythmy. Eurythmy is the direct image of the relationship human beings have to the cosmic periphery. I just wanted to mention this briefly.

[ 46 ] Was ich Ihnen also heute habe entwickeln wollen, das ist der Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos in bezug auf sein Leben. Gestern wollte ich Ihnen den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos in bezug auf seine Form darlegen. Morgen werden wir nun dazu übergehen, das dritte Element des Menschen im Verhältnis zur Welt zu betrachten, die Seele. Dann haben wir betrachtet: Form, Leben und Seele. Also morgen wollen wir die Seele des Menschen dem kosmischen Leben zuteilen.

[ ] My purpose today has been to show you how the human being relates to the cosmos in regard to life. Yesterday it was my purpose to show the relationship of the human being to the cosmos in regard to form. Tomorrow we’ll consider the third aspect of the relationship between human being and cosmos—the soul. After considering the human soul in relation to the life of the cosmos we will have the three aspects of form, life and soul.