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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume I
GA 235

16 February 1924, Dornach

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Erster Vortrag

First Lecture

[ 1 ] Ich möchte nun beginnen, zu Ihnen über die Bedingungen und Gesetze des menschlichen Schicksals zu sprechen, das man ja gewohnt worden ist, das Karma zu nennen. Dieses Karma ist aber nur zu verstehen, zu durchschauen, wenn man sich darauf einläßt zunächst, die verschiedenen Arten der Weltgesetzmäßigkeit überhaupt erkennen zu lernen. Und so möchte ich denn heute vielleicht — es ist das notwendig — in einer etwas abstrakteren Form über die verschiedenen Arten der Weltgesetzmäßigkeit zu Ihnen sprechen, um dann die besondere Form, die als menschliches Schicksal, als Karma angesprochen werden kann, gewissermaßen herauszukristallisieren.

[ 1 ] I would now like to begin speaking to you about the conditions and laws of human destiny, which we have come to call karma. However, this karma can only be understood and grasped if one first sets out to learn to recognize the various kinds of universal laws. And so today I would like—as is necessary—to speak to you in a somewhat more abstract form about the various types of universal laws, in order to then, so to speak, crystallize the specific form that can be referred to as human destiny, as karma.

[ 2 ] Wir sprechen, wenn wir sowohl die Erscheinungen der Welt umfassen wollen, wie auch, wenn wir die Erscheinungen im Menschenleben selber ins Auge fassen wollen, von Ursachen und Wirkungen. Und heute ist man ja gewöhnt, besonders in der Wissenschaft, ganz im allgemeinen zu sprechen von Ursachen und Wirkungen. Aber gerade dadurch kommt man der wahren Wirklichkeit gegenüber in die größten Schwierigkeiten hinein. Denn die verschiedenen Arten, in denen Ursachen und Wirkungen in der Welt auftreten, werden dabei nicht berücksichtigt.

[ 2 ] We speak of causes and effects both when we wish to encompass the phenomena of the world and when we wish to consider the phenomena of human life itself. And today, especially in science, people are accustomed to speaking of causes and effects in very general terms. But it is precisely this that leads to the greatest difficulties when confronting true reality. For the various ways in which causes and effects manifest in the world are not taken into account.

[ 3 ] Zunächst können wir uns die sogenannte leblose Natur ansehen, die uns ja am deutlichsten im mineralischen Reiche entgegentritt, in allem dem, was im Gestein in oft so wunderbaren Gestalten uns entgegentritt, aber auch in allem dem, was, man möchte sagen, zu Pulver zerrieben, dann wiederum zusammengebacken im formlosen Gestein uns entgegentritt. Das sehen wir uns zuerst an, meine lieben Freunde, was in dieser Art als Lebloses in der Welt auftritt.

[ 3 ] First, let us consider what is called inanimate nature, which appears most clearly to us in the mineral kingdom—in all that we encounter in rocks, often in such wondrous forms, but also in all that, one might say, has been ground to powder and then baked back together into formless rock. Let us first look at this, my dear friends—at what appears in the world as “inanimate” in this sense.

[ 4 ] Wenn wir das Leblose, ausnahmslos das Leblose betrachten, dann finden wir nämlich, daß wir die Ursachen, von denen in dem Reiche dieses Leblosen geredet werden kann, überall innerhalb dieses Leblosen selber suchen können. Wo Lebloses ist als Wirkung, da können wir in demselben Reiche des Leblosen auch die Ursachen suchen. Und man verfährt wirklich nur erkenntnisgemäß, wenn man das tut; wenn man also für die Vorgänge des Leblosen auch die Ursachen innerhalb des leblosen Reiches sucht.

[ 4 ] When we consider the inanimate—and I mean the inanimate without exception—we find that the causes of which one can speak in the realm of the inanimate can be sought entirely within the inanimate itself. Where the inanimate exists as an effect, there we can also seek the causes within the same realm of the inanimate. And one is truly proceeding in accordance with knowledge only when one does this—that is, when one seeks the causes of the processes of the inanimate within the realm of the inanimate itself.

[ 5 ] Wenn Sie einen noch so schön geformten Kristall vor sich haben, so sollen Sie die [Ursachen der] Formen dieses Kristalls im leblosen Reiche selber suchen. Und damit erweist sich dieses leblose Reich als etwas in sich Abgeschlossenes. Wir können zunächst nicht sagen, wo wir die Grenzen dieses Leblosen finden. Die können unter Umständen sehr entfernt in den Weltenweiten sein. Aber auch wenn für irgendein Lebloses, das vor uns steht, wenn es sich um seine Wirkungen handelt, Ursachen gesucht sein sollen, werden wir diese Ursachen wiederum im Reiche des Leblosen selber suchen. Damit aber stellen wir das Leblose schon neben etwas anderes hin. Und damit eröffnet sich uns zugleich eine gewisse Perspektive.

[ 5 ] No matter how beautifully formed a crystal may be, you must seek the [causes of] its forms within the inanimate realm itself. And thus this inanimate realm proves to be a self-contained entity. At first, we cannot say where the boundaries of this inanimate realm lie. Under certain circumstances, they may lie very far away in the vastness of the universe. But even if, for any inanimate object standing before us, we are to seek causes for its effects, we will in turn seek these causes within the realm of the inanimate itself. In doing so, however, we are already placing the inanimate alongside something else. And this, at the same time, opens up a certain perspective for us.

[ 6 ] Betrachten Sie den Menschen selber. Betrachten Sie ihn, wie er durchgeht durch die Pforte des Todes. Alles, was gewirkt und gewest hat in ihm, bevor er durch diese Pforte des Todes gegangen ist, das ist aus der sichtbar greiflichen Gestalt, die übrigbleibt, wenn des Menschen Seele durch die Pforte des Todes geschritten ist, das ist aus dieser nunmehr übriggebliebenen Gestalt weg, und wir sagen auch gegenüber dieser Gestalt: sie ist leblos. Und geradeso wie wir von dem Leblosen sprechen, wenn wir hinschauen auf das Gestein des Gebirges mit seinen Kristallgestalten, so müssen wir vom Leblosen sprechen, wenn wir hinschauen auf den entseelten, entgeistigten Leichnam des Menschen. Und jetzt erst tritt für den Leichnam des Menschen ganz dasselbe ein, was von vornherein da war für die übrige leblose Natur.

[ 6 ] Consider the human being himself. Consider him as he passes through the gate of death. Everything that has acted and existed within him before he passed through this gate of death—all of that has vanished from the visible, tangible form that remains once the human soul has passed through the gate of death; it has vanished from this form that now remains, and we also say of this form: it is lifeless. And just as we speak of the lifeless when we look upon the rock of the mountains with its crystalline forms, so must we speak of the lifeless when we look upon the soulless, spiritless corpse of a human being. And only now does the very same thing occur for the human corpse that has existed from the very beginning for the rest of lifeless nature.

[ 7 ] Wir konnten nicht für das, was an der menschlichen Gestalt geschieht als Wirkung während des Lebens, bevor die Seele durch das Tor des Todes gegangen ist, die Ursache suchen in dem Leblosen selber. Nicht nur, daß, wenn sich ein Arm hebt, wir vergeblich suchen werden in den leblosen physikalischen Gesetzen der menschlichen Gestalt nach den Ursachen dieses Armhebens, wir werden auch vergeblich suchen in den chemischen, in den physikalischen Kräften, die in der menschlichen Gestalt vorhanden sind, nach den Ursachen, sagen wir, des Herzschlages, der Blutzirkulation, irgendeines Vorganges, der auch gar nicht dem Willen unterliegt.

[ 7 ] We could not find the cause of what happens to the human form as an effect during life—before the soul has passed through the gate of death—in the inanimate itself. Not only will we search in vain among the inanimate physical laws of the human form for the causes of, say, an arm being raised, but we will also search in vain among the chemical and physical forces present in the human form for the causes of, say, the heartbeat, blood circulation, or any process that is not at all subject to the will.

[ 8 ] In dem Augenblicke aber, wo die menschliche Gestalt Leichnam geworden ist, wo die Seele durchgeschritten ist durch die Pforte des Todes, beobachten wir auch eine Wirkung an dem menschlichen Organismus. Wir sehen meinetwillen: Es verändert sich die Hautfarbe, es werden die Glieder welk, kurz, es tritt alles das ein, was man gewöhnt ist, am Leichnam zu sehen. Wo suchen wir die Ursache? Im Leichnam selber, in den chemischen, physikalischen, in den leblosen Kräften des Leichnams selber.

[ 8 ] But at the very moment when the human form has become a corpse, when the soul has passed through the gate of death, we also observe an effect on the human organism. We see, for my part: the skin color changes, the limbs wither—in short, everything that one is accustomed to seeing in a corpse occurs. Where do we look for the cause? In the corpse itself, in the chemical, physical, and lifeless forces of the corpse itself.

[ 9 ] Nun, wenn Sie sich das, was ich da andeute — ich brauche es nur anzudeuten —, wenn Sie das nach allen Seiten und Richtungen zu Ende denken, so werden Sie sich sagen: Der Mensch ist in bezug auf seinen Leichnam, nachdem seine Seele durch die Pforte des Todes geschritten ist, der leblosen Natur gleich geworden. Das heißt, wir müssen die Ursachen für Wirkungen nunmehr in demselben Gebiete suchen, wo die Wirkungen selber liegen. Das ist sehr wichtig.

[ 9 ] Now, if you take what I am hinting at here—I need only hint at it—and think it through to its logical conclusion in every direction, you will say to yourself: Once the soul has passed through the gate of death, the human being, in relation to his physical body, has become like lifeless nature. This means that we must now seek the causes of effects in the same realm where the effects themselves lie. This is very important.

[ 10 ] Aber gerade wenn wir auf diese besondere Artung des menschlichen Leichnams hinschauen, dann finden wir etwas anderes, was außerordentlich bedeutsam ist. Sehen Sie, der Mensch wirft gewissermaßen mit dem Tode seinen Leichnam ab. Und wenn man mit jener Beobachtungsgabe, die dazu fähig ist, beobachtet, was nunmehr der eigentliche Mensch, das geistig-seelische Menschenwesen geworden ist, nachdem es durch die Pforte des Todes geschritten ist, dann muß man eben sagen, die Sache ist doch so, daß der Leichnam abgeworfen ist, und daß nunmehr für dieses eigentliche geistig-seelische Menschenwesen, das angekommen ist jenseits des Tores des Todes, dieser Leichnam keine Bedeutung mehr hat. Er ist etwas Abgeworfenes.

[ 10 ] But precisely when we look at this particular form of the human corpse, we find something else that is extraordinarily significant. You see, with death, the human being, so to speak, casts off his physical body. And if one observes—with the kind of perceptive faculty capable of doing so—what the true human being, the spiritual-soul being, has now become, after it has passed through the gate of death, one must simply say that the fact is that the physical body has been cast off, and that for this true spiritual-soul being, which has arrived beyond the gate of death, this physical body no longer has any significance. It is something that has been cast off.

[ 11 ] Anders ist das mit der leblosen äußeren Natur. Und schon wenn man, ich möchte sagen, oberflächlich betrachtet, tritt einem dieses andere entgegen. Betrachten Sie einen menschlichen Leichnam. Sie können ihn ja am besten betrachten da, wo er gewissermaßen luftbeerdigt wird. Man findet in unterirdischen Gewölben, die namentlich gewisse Gemeinschaften früher als Begräbnisstätten gehabt haben, die Leichname von Menschen zum Beispiel einfach aufgehängt. Sie vertrocknen, und sie kommen in diesem Vertrocknen so weit, daß sie vollständig mürbe geworden sind, daß man dann eigentlich nur etwas anzutippen braucht, und sie zerfallen in Staub auseinander.

[ 11 ] The situation is different with lifeless, external nature. And even when one looks at it—I would say—superficially, this difference becomes apparent. Consider a human corpse. You can best observe it where it is, so to speak, buried in the open air. In underground vaults—which certain communities in the past used as burial sites—one finds, for example, human corpses simply suspended. They dry out, and as they dry out, they become so brittle that one need only touch them lightly, and they crumble into dust.

[ 12 ] Das ist anders, was wir da als Lebloses erhalten haben, als dasjenige, was wir draußen in unserer Umgebung als leblose Natur finden. Diese leblose Natur, sie gestaltet sich, sie bildet Kristallgestalten. Sie ist überhaupt in einer merkwürdigen Veränderung befindlich. Wenn wir absehen von dem eigentlichen Erdigen und sehen auf das, was ja auch leblos ist, auf Wasser, Luft, so finden wir, daß eine regsame Verwandlung und Metamorphose in diesem Leblosen vorhanden ist.

[ 12 ] What we have received here as inanimate matter is different from what we find out there in our surroundings as inanimate nature. This inanimate nature takes shape; it forms crystalline structures. It is, in fact, undergoing a remarkable transformation. If we look beyond the actual earthly realm and consider what is also inanimate—water and air—we find that a dynamic transformation and metamorphosis is taking place within this inanimate realm.

[ 13 ] Nun wollen wir uns das zunächst einmal vor die Seele stellen, wir wollen die Gleichheit des menschlichen Leibes, wenn ihn die Seele abgelegt hat, in seiner Leblosigkeit, mit der außermenschlichen leblosen Natur einmal vor unsere Seele gestellt sein lassen.

[ 13 ] Let us first bring this to mind; let us allow the similarity between the human body—once the soul has departed from it—in its lifelessness, and lifeless nature outside of humanity, to come before our minds.

[ 14 ] Und gehen wir jetzt weiter. Betrachten wir das Pflanzenreich. Da kommen wir in die Sphäre des Lebendigen. Wenn wir eine Pflanze so richtig studieren, dann werden wir niemals finden, daß wir imstande sind, die Wirkungen, die in der Pflanze auftreten, bloß aus den Ursachen heraus zu suchen, die im Pflanzenreiche, also in demselben Reiche, wo die Wirkungen auftreten, selber liegen. Gewiß, es gibt heute eine Wissenschaft, die das versucht. Aber diese Wissenschaft ist eben auf dem Holzwege, denn sie kommt zuletzt darauf, zu sagen: Ja, man kann die physischen, in der Pflanze wirkenden Kräfte und Gesetze untersuchen, man kann die chemisch wirksamen Kräfte und Gesetze untersuchen; und es bleibt etwas übrig. — Da scheiden sich dann die Leute in zwei Parteien. Die einen sagen: Das, was da übrigbleibt, ist überhaupt nur eine Zusammenstellung, so eine Art Form, Gestalt; das Wirksame sind nur die physischen und chemischen Gesetze. — Die anderen sagen: Nein, es ist noch etwas anderes darinnen, das hat nur die Wissenschaft noch nicht erforscht; sie wird schon darauf kommen. — Sie wird das noch lange sagen. So ist die Sache eben nicht, sondern wenn man das Pflanzliche untersuchen will, so kann man es nicht verstehen, wenn man nicht das ganze Weltenall zu Hilfe nimmt, wenn man nicht auf die Pflanzen so hinsieht, daß man sich sagt: Die Kräfte der Pflanzenwirksamkeit liegen im weiten Weltenall. Alles, was da in der Pflanze geschieht, ist Wirkung des weiten Weltenalls. Es muß erst die Sonne zu einer bestimmten Position kommen im weiten Weltenall, damit irgendwelche Wirkungen im Pflanzenreiche auftreten. Es müssen andere Kräfte aus dem weiten Weltenall wirken, damit die Pflanze ihre Form, damit die Pflanze ihre inneren Triebkräfte und so weiter bekommt.

[ 14 ] And now let’s move on. Let’s consider the plant kingdom. There we enter the realm of the living. If we study a plant thoroughly, we will never find that we are able to trace the effects that occur in the plant solely to causes that lie within the plant kingdom itself—that is, within the very same kingdom where the effects occur. Certainly, there is a science today that attempts to do this. But this science is simply on the wrong track, for it ultimately comes to the conclusion: Yes, one can investigate the physical forces and laws at work in the plant; one can investigate the chemically active forces and laws; and something remains. — At that point, people split into two camps. Some say: What remains is merely a combination, a kind of form or shape; the active factors are only the physical and chemical laws. — The others say: No, there is something else in there; science just hasn’t researched it yet; it will get there eventually. — Science will keep saying that for a long time. But that’s not how it is; rather, if one wants to study the plant kingdom, one cannot understand it unless one draws on the entire universe, unless one looks at plants in such a way that one says to oneself: The forces behind plant activity lie in the vast universe. Everything that happens within the plant is an effect of the vast universe. The sun must first reach a specific position in the vast universe for any effects to occur in the plant kingdom. Other forces from the vast universe must be at work for the plant to acquire its form, its inner driving forces, and so on.

[ 15 ] Und die Sache ist ja so: Wenn wir in die Lage kämen, meine lieben Freunde, nun zu wandern, nicht bloß wie Jules Verne es gemacht hat, sondern wirklich zu wandern, sagen wir bis zum Monde, bis zur Sonne und so weiter, so würden wir gar nicht viel gescheiter werden in bezug auf dieses Ursache-Suchen, als wir auf der Erde selber sind, wenn wir uns keine anderen Erkenntniskräfte aneignen als diejenigen, die wir schon haben. Wir würden nirgends zurechtkommen, wenn wir etwa sagen wollten: Nun schön, im Pflanzenreiche der Erde selber sind nicht die Ursachen für die Wirkungen, die im Pflanzenleben auftreten, also wandern wir zur Sonne, da werden wir die Ursachen finden. — Da finden wir sie auch nicht. Dagegen finden wir sie, wenn wir uns zur imaginativen Erkenntnis aufschwingen, wenn wir eine ganz andere Erkenntnis haben. Dann brauchen wir aber nicht zur Sonne zu wandern, wir finden sie im Erdenbereiche selber. Nur finden wir, daß wir nötig haben, von einer gewöhnlichen physischen Welt in eine Ätherwelt überzugehen, und daß in den Weiten der Welt überall der Weltenäther mit seinen Kräften wirkt, und daß er eben aus den Weiten hereinwirkt. Überall aus den Weiten herein wirkt der Äther.

[ 15 ] And the thing is: If we were able, my dear friends, to travel—not merely as Jules Verne did, but to actually travel, say, to the Moon, to the Sun, and so on—we would not become any wiser in this search for causes than we are here on Earth itself, if we did not acquire any powers of cognition other than those we already possess. We wouldn’t get anywhere if, for example, we were to say: “Well then, in the plant kingdom of Earth itself, the causes for the effects that occur in plant life are not to be found, so let’s travel to the Sun—there we will find the causes.” — We wouldn’t find them there either. On the other hand, we do find them when we rise to imaginative cognition, when we have a completely different kind of insight. But then we do not need to journey to the sun; we find them within the earthly realm itself. We simply find that we need to transition from the ordinary physical world into an etheric world, and that throughout the vastness of the world, the world ether with its forces is at work everywhere, and that it is precisely from this vastness that it exerts its influence. The ether exerts its influence everywhere from the vastness.

[ 16 ] Wir müssen also tatsächlich zu einem zweiten Reiche der Welt übergehen, wenn wir für das Pflanzenreich zu den Wirkungen die Ursachen suchen wollen.

[ 16 ] We must therefore indeed move on to a second kingdom of the world if we wish to seek the causes of the effects in the plant kingdom.

[ 17 ] Nun, der Mensch nimmt teil an dem selben, an dem da die Pflanze teilnimmt. Diejenigen Kräfte, die aus der Ätherwelt hereinwirken in die Pflanzen, sie wirken auch im Menschen. Der Mensch trägt in sich die ätherischen Kräfte, und wir nennen die Summe dieser ätherischen Kräfte, die er in sich trägt, den Ätherleib. Und ich habe Ihnen bereits angeführt, wie dieser Ätherleib wenige Tage nach dem Tode immer größer und größer wird und sich zuletzt verliert, so daß der Mensch nur in seinem astralischen Leib und in seiner Ich-Wesenheit übrigbleibt. Das also, was der Mensch ätherisch in sich getragen hat, wird immer größer und größer und verliert sich in den Weltenweiten.

[ 17 ] Well, human beings share in the same forces that plants share in. The forces that act upon plants from the etheric world also act upon human beings. Human beings carry these etheric forces within themselves, and we call the sum of these etheric forces that they carry within themselves the etheric body. And I have already explained to you how, a few days after death, this etheric body grows larger and larger and is ultimately lost, so that the human being is left with only his astral body and his I-being. Thus, what the human being has carried within himself in the etheric form grows larger and larger and is lost in the vastness of the worlds.

[ 18 ] Vergleichen Sie jetzt wieder dasjenige, was wir vom Menschen sehen können, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist, mit dem, was wir im Pflanzenreiche sehen. Wir müssen vom Pflanzenreiche sagen: seine Ursachenkräfte kommen aus den Raumesweiten auf die Erde herein. Wir müssen vom menschlichen Ätherleib sagen: die Kräfte dieses Ätherleibes gehen in die Raumesweiten hinaus, das heißt, sie gehen dorthin, woher die Pflanzenwachstumskräfte kommen, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist. Hier wird die Sache schon, ich möchte sagen, deutlicher. Wenn wir bloß den physischen Leichnam anschauen und sagen, er wird ein Lebloses, dann wird es uns schwer, herüberzukommen zu der übrigen leblosen Natur. Aber wenn wir das Lebendige anschauen, das Pflanzenreich, und gewahr werden: Aus dem Äther der Weltenweiten kommen die Ursachen, kommen die Kräfte für das Pflanzenreich — dann sehen wir, indem wir uns imaginativ in das Menschenwesen vertiefen, daß dorthin, woher die Kräfte, die Ätherkräfte für das Pflanzenreich kommen, der menschliche Ätherleib hingeht, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist.

[ 18 ] Now compare once again what we can observe in a human being who has passed through the gate of death with what we see in the plant kingdom. We must say of the plant kingdom: its causal forces enter the Earth from the vastness of space. We must say of the human etheric body: the forces of this etheric body extend out into the vastness of space—that is, they go to the place from which the forces of plant growth come once a human being has passed through the gate of death. Here the matter already becomes, I would say, clearer. If we merely look at the physical corpse and say that it becomes lifeless, then it becomes difficult for us to make the connection to the rest of lifeless nature. But when we look at the living—the plant kingdom—and realize: The causes and forces for the plant kingdom come from the ether of the vastness of the world—then, as we immerse ourselves imaginatively in the human being, we see that the human etheric body goes to the very place from which the forces—the etheric forces—for the plant kingdom originate, once a human being has passed through the gate of death.

[ 19 ] Aber noch etwas ist charakteristisch. Ich möchte sagen: Dasjenige, was auf die Pflanzen als Ursachenkräfte wirkt, mit dem geht es verhältnismäßig schnell, denn auf die Pflanze, die aus dem Boden herauswächst, die Blüte bekommt, die Frucht bekommt, hat die Sonne von vorgestern nicht viel Einfluß. Da kann sie mit ihren Ursachen nicht viel wirken. Sie muß heute scheinen, sie muß wirklich heute scheinen. Das ist wichtig. Und Sie werden sehen in unseren folgenden Betrachtungen, daß es wichtig ist, daß wir uns das merken.

[ 19 ] But there is something else that is characteristic. I would like to say: The forces that act on plants as causal forces work relatively quickly, because the sun from the day before yesterday does not have much influence on the plant that grows out of the ground, blooms, and bears fruit. It cannot exert much of an effect with its causal forces in that case. It must shine today; it must truly shine today. That is important. And you will see in our subsequent reflections that it is important for us to keep this in mind.

[ 20 ] Die Pflanzen mit ihren Ätherursachen haben zwar innerhalb des Irdischen ihre eigentlichen Fundamentalkräfte, aber sie haben sie in dem, was gleichzeitig im Weltenall mit der Erde ist. Und wenn der menschliche Ätherleib, nachdem der Mensch als geistig-seelisches Wesen durch die Pforte des Todes geschritten ist, sich auflöst, so dauert das auch nur sehr kurze Zeit, tagelang nur. Wiederum ist Gleichzeitigkeit da, denn die Tage, die es dauert, sind eigentlich für die Zeit des Weltgeschehens eine Kleinigkeit.

[ 20 ] Plants, with their etheric causes, do indeed have their true fundamental forces within the earthly realm, but they possess them in that which exists in the universe alongside the Earth. And when the human etheric body dissolves after the human being, as a spiritual-soul being, has passed through the gate of death, this process lasts only a very short time—merely a few days. Here again, simultaneity is at work, for the days it takes are, in the grand scheme of world events, a mere trifle.

[ 21 ] Wiederum haben wir es, wenn der Ätherleib zurückkehrt zu dem, woraus die Pflanzenwachstumskräfte als Ätherkräfte kommen, damit zu tun, daß wir sagen können: Sobald der Mensch im Äther lebt, ist seine Ätherwirksamkeit zwar nicht auf die Erde beschränkt, sie geht ja von der Erde fort, aber sie entwickelt sich mit Gleichzeitigkeit.

[ 21 ] Once again, when the etheric body returns to that from which the forces of plant growth—as etheric forces—arise, we can say: As soon as the human being lives in the ether, his etheric activity is not limited to the Earth—it does, after all, extend beyond the Earth—but it develops simultaneously.

[ 22 ] Ich will Ihnen dafür ein Schema aufschreiben. Wir können sagen: Mineralreich: Gleichzeitigkeit des Physischen für Ursachen und Wirkungen. Also im wesentlichen haben wir es mit Gleichzeitigkeit zu tun der Ursachen im Physischen. Sie werden sagen: Ja, für manches, was im Physischen geschieht, sind ja die Ursachen der Zeit nach früher gelegen. — Das ist nicht in Wirklichkeit der Fall. Wenn Wirkungen entstehen sollen im Physischen, müssen die Ursachen andauern, müssen fortwirken. Wenn die Ursachen aufhören, treten keine Wirkungen mehr ein. Also wir können durchaus dieses Diktum hinschreiben: Mineralreich: Gleichzeitigkeit der Ursachen im Physischen.

[ 22 ] I’ll write out a diagram for you to illustrate this. We can say: The mineral kingdom: simultaneity of physical causes and effects. So essentially, we are dealing with the simultaneity of causes in the physical realm. You might say: Yes, for some things that happen in the physical realm, the causes are, chronologically speaking, earlier in time. — That is not actually the case. If effects are to arise in the physical realm, the causes must persist; they must continue to have an effect. When the causes cease, no further effects occur. So we can certainly write down this dictum: Mineral Kingdom: Simultaneity of causes in the physical realm.

[ 23 ] Kommen wir aber in das Pflanzenreich — und damit stehen wir auch in dem, was im Menschen selber als Pflanzliches zu verfolgen ist —, dann haben wir es zu tun mit Gleichzeitigkeit im Physischen und Überphysischen. Pflanzenreich; Gleichzeitigkeit der Ursachen im Physischen und Überphysischen.

[ 23 ] But when we enter the plant kingdom—and in doing so, we also enter into what can be traced as the plant-like aspect within human beings themselves—we are dealing with simultaneity in the physical and supraphysical realms. The plant kingdom; simultaneity of causes in the physical and supraphysical realms.

[ 24 ] Nun treten wir an das Tierreich heran. Beim Tierreiche werden wir ganz vergeblich dasjenige, was als Wirkungen auftritt, solange das Tier lebt, im Tier selber suchen können. Wenn das Tier auch nur kriecht, um seine Nahrung aufzusuchen, in den chemischen, physischen Vorgängen, die sich innerhalb des tierischen Leibes finden, werden wir ganz vergeblich suchen nach den Ursachen. Wir werden auch ganz vergeblich suchen in den Weiten des Ätherraumes, wo wir die Ursachen für das Pflanzliche finden, wir werden da auch vergeblich suchen nach den Ursachen der tierischen Bewegung und der tierischen Empfindung. Für alles das, was im Tiere vorgeht mit Bezug auf das, was im Tiere pflanzlich ist, finden wir allerdings auch die Ursachen innerhalb des Ätherraumes, und wenn das Tier stirbt, geht ja auch der Ätherleib in die Weiten des Weltenäthers hinaus. Aber für das, was Empfindung ist, finden wir nimmermehr innerhalb dessen, was irdisch, was physisch oder was überphysisch-ätherisch ist, die Ursachen, können sie nicht finden.

[ 24 ] Now let us turn to the animal kingdom. In the animal kingdom, we will search in vain within the animal itself for that which manifests as effects while the animal is alive. Even if the animal merely crawls to seek out its food, we will search in vain for the causes within the chemical and physical processes taking place inside the animal’s body. We will also search in vain in the vastness of the etheric realm—where we find the causes for the plant kingdom—for the causes of animal movement and animal sensation. For everything that takes place within the animal in relation to its plant-like nature, however, we do find the causes within the etheric realm; and when the animal dies, its etheric body, too, goes out into the vastness of the world ether. But for what constitutes sensation, we can never find the causes within what is earthly, physical, or supersensible-etheric; we simply cannot find them.

[ 25 ] Hier tritt allerdings etwas ein, wo die moderne Anschauung wiederum sehr stark auf dem Holzwege ist. Das muß sich ja diese moderne Anschauung auch für viele Erscheinungen, die an einem Tier auftreten — Empfindungserscheinungen, Bewegungserscheinungen —, sagen: Untersuche ich das Tier in seinem Inneren nach seinen physischen, chemischen Kräften, da finde ich nicht die Ursachen. Aber auch in den Weiten des Weltenalls, in den Ätherweiten des Weltenalls finde ich nicht die Ursachen. Wenn ich eine Blüte erklären will, muß ich in das weite Weltenall, in das Ätherweltenall gehen, und ich werde die Blüte aus dem Ätherweltenall erklären können. Ich werde manches auch im Tier, was pflanzengleich ist, aus dem Ätherweltenall erklären können, aber nimmermehr das, was in dem Tier als Bewegungen auftritt, und nimmermehr das, was auftritt in dem Tier als Empfindung.

[ 25 ] Here, however, we encounter an area where modern thinking is once again very much on the wrong track. After all, when it comes to many phenomena that occur in an animal—sensory phenomena, motor phenomena—this modern way of thinking must say: If I examine the animal internally for its physical and chemical forces, I will not find the causes there. Nor will I find the causes in the vastness of the universe, in the etheric expanses of the universe. If I want to explain a flower, I must go into the vast universe, into the etheric universe, and I will be able to explain the flower from the etheric universe. I will also be able to explain many things in the animal that are plant-like from the etheric universe, but never what occurs in the animal as movements, and never what occurs in the animal as sensation.

[ 26 ] Wenn ich am 20. Juni ein Tier betrachte in bezug auf seine Empfindungen, dann werde ich in allem dem, was irdisch ist und außerirdisch ist im Raume, die Ursachen für die Empfindungen nicht am 20, Juni finden. Gehe ich weiter zurück, werde ich sie auch nicht finden. Ich werde sie nicht im Mai, nicht im April und so weiter finden.

[ 26 ] If, on June 20, I consider an animal in terms of its sensations, then I will not find the causes of those sensations on June 20 in anything that is earthly or extraterrestrial in space. If I go further back in time, I will not find them there either. I will not find them in May, nor in April, and so on.

[ 27 ] Das spürt auch die moderne Anschauung. Daher erklärt diese moderne Anschauung das, was sich so nicht erklären läßt, wenigstens vieles davon, durch Vererbung, das heißt durch ein Wort: Es ist «vererbt», es stammt von den Vorfahren. — Natürlich nicht alles, weil das doch zu grotesk wäre, aber vieles. Es ist vererbt.

[ 27 ] Modern thinking recognizes this as well. That is why modern thinking explains what cannot be explained in this way—or at least much of it—through heredity; in other words, with a single phrase: It is “inherited”; it comes from our ancestors. — Not everything, of course, because that would be too grotesque, but a great deal. It is inherited.

[ 28 ] Was heißt vererbt? Es führt der Begriff der Vererbung zuletzt darauf zurück, daß dasjenige, was einem als mannigfaltig gestaltetes Tier entgegentritt, im Eikeim des Muttertieres enthalten war. Und das ist ja das Bestreben der modernen Anschauung, einen Ochsen äußerlich in seiner mannigfaltigen Gestaltung zu betrachten und dann zu sagen: Nun ja, der Ochse kommt aus dem Eikeim; da waren die Kräfte drinnen, die dann ausgewachsen den Ochsen geben. Daher ist der Eikeim ein außerordentlich komplizierter Körper. Er müßte auch furchtbar kompliziert sein, dieser Eikeim des Ochsen, denn nicht wahr, da ist alles drinnen, was nach vielen Seiten drängt und gestaltet und bildet und wirkt, damit aus dem kleinen Eikeim der vielgestaltete Ochse wird.

[ 28 ] What does “inherited” mean? Ultimately, the concept of inheritance boils down to the idea that what we perceive as a multifaceted animal was contained within the mother’s germ. And that is precisely the aim of the modern view: to observe an ox externally in its diverse form and then to say, “Well, the ox comes from the germ; the forces were contained within it that, once fully developed, produce the ox.” Therefore, the germ is an extraordinarily complex entity. This germ of the ox must indeed be terribly complex, for, after all, everything is contained within it that pushes, shapes, forms, and acts in many ways so that the small germ can become the multifaceted ox.

[ 29 ] Und wie man sich auch windet — es gibt ja da viele Theorien, Evolutionstheorien, Epigenesistheorien und so weiter —, es ist immer nichts anderes, als daß man doch sich vorstellen muß: Dieser Eikeim, das kleine Ei, ist etwas furchtbar Kompliziertes. Wie alles zurückgeführt wird auf Moleküle, die in komplizierter Weise sich aus Atomen aufbauen, so stellen manche die erste Anlage dieses Eikeimes als ein kompliziertes Molekül dar. Aber das stimmt nicht einmal mit den physischen Beobachtungen überein, meine lieben Freunde.

[ 29 ] And no matter how one tries to wriggle out of it—there are, after all, many theories: theories of evolution, theories of epigenesis, and so on—it always boils down to the fact that one must ultimately imagine: this germ, this tiny egg, is something terribly complicated. Just as everything is traced back to molecules that are composed of atoms in complex ways, some people portray the initial structure of this embryo as a complex molecule. But that doesn’t even agree with physical observations, my dear friends.

[ 30 ] Die Frage entsteht: Ist denn dieser Eikeim wirklich ein so kompliziertes Molekül, ein so komplizierter Organismus schon? Das Eigentümliche des Eikeimes ist nämlich gar nicht, daß er kompliziert ist, sondern daß er die ganze Materie ins Chaos zurückwirft. Gerade der Eikeim ist etwas, was im Muttertiere nicht ein komplizierter Aufbau ist, sondern ein vollständig pulverisiertes, durcheinandergeschmissenes Materielles. Es ist gar nichts organisiert. Es ist gerade etwas, was ins absolut Unorganisierte, in sich Staubhafte zurückfällt. Und niemals würde eine Fortpflanzung entstehen, wenn nicht die unorganisierte, die leblose Materie, die ins Kristallinische, ins Gestaltige strebt, wenn nicht diese in sich ins Chaos gerade im Ei zurückfiele. Das Eiweiß ist nicht der komplizierteste Körper, sondern der allereinfachste, der gar keine Bestimmung in sich hat. Und aus diesem kleinen Chaos, das da als Eikeim besteht zunächst, könnte ewig kein Ochse werden, wirklich nicht, denn er ist eben ein Chaos, dieser Eikeim.

[ 30 ] The question arises: Is this germ really such a complex molecule, or even such a complex organism? The peculiar thing about the germ is not that it is complex, but that it throws all of matter back into chaos. The germ, in particular, is not a complex structure within the mother organism, but rather a completely pulverized, jumbled mass of matter. Nothing is organized at all. It is precisely something that falls back into the absolutely unorganized, into a dust-like state. And reproduction would never arise if the unorganized, lifeless matter—which strives toward the crystalline, toward form—did not fall back into chaos within itself, precisely within the egg. The egg white is not the most complex substance, but the simplest of all, possessing no purpose whatsoever. And from this small chaos, which initially exists as an egg germ, an ox could never emerge—truly not—for this egg germ is, after all, chaos.

[ 31 ] Warum wird dann dennoch ein Ochse daraus? Weil im mütterlichen Organismus die ganze Welt nun auf diesen Eikeim wirkt. Gerade weil er bestimmungslos geworden ist, weil er Chaos geworden ist, kann die ganze Welt auf ihn wirken. Und die Befruchtung hat kein anderes Ziel in der Welt, als die Materie ins Chaos, ins Unbestimmte, ins Bestimmungslose zurückzuführen. So daß nicht etwas anderes, sondern nur das Weltenall wirkt.

[ 31 ] Why, then, does it still develop into an ox? Because within the mother’s organism, the entire world now acts upon this single germ. Precisely because it has become indeterminate, because it has become chaos, the entire world can act upon it. And fertilization has no other purpose in the world than to return matter to chaos, to the indeterminate, to the undetermined. So that it is not something else, but only the universe itself that acts.

[ 32 ] Aber nun, wenn wir in die Mutter schauen, da sind nicht die Ursachen; wenn wir außerhalb in den Äther schauen, da sind auch im gleichzeitigen Geschehen nicht die Ursachen. Wir müssen zurückgehen bis bevor das Tier entstanden ist, wenn wir die Ursachen finden wollen für das, was da keimt als die Anlage zum empfindungs- und bewegungsfähigen Wesen. Wir müssen zurückgehen bis bevor das Leben angefangen hat! Das heißt, für das Empfindungs- und Bewegungsfähige liegt nicht in der Gleichzeitigkeit, sondern vor der Entstehung dieses Wesens die Ursachenwelt.

[ 32 ] But now, when we look within the mother, the causes are not there; when we look outward into the ether, the causes are not there either, even in the simultaneous events. We must go back to before the animal came into being if we want to find the causes for what is germinating there as the predisposition for a being capable of sensation and movement. We must go back to before life began! This means that for a being capable of sensation and movement, the world of causes does not lie in the present moment, but rather before the emergence of this being.

[ 33 ] Das ist das Eigentümliche: Wenn ich eine Pflanze anschaue, dann muß ich in dasjenige hinausgehen, was gleichzeitig ist, dann finde ich die Ursache — allerdings im weiten Weltenall. Wenn ich aber für das, was als Empfindung oder als Bewegungsfähigkeit im Tier wirkt, die Ursache finden will, so kann ich nicht ins Gleichzeitige gehen, sondern da muß ich in dasjenige gehen, was dem Leben vorangeht; die Sternkonstellation, mit anderen Worten, muß sich geändert haben, muß eine andere geworden sein. Nicht die Sternkonstellation im Weltenall, die mit dem Tiere gleichzeitig ist, hat ihren Einfluß auf das eigentlich Tierische, sondern die dem Leben vorangehende Konstellation der Sterne.

[ 33 ] This is what is peculiar: When I look at a plant, I must go out into that which is simultaneous; then I find the cause—albeit in the vast universe. But if I want to find the cause of what manifests as sensation or the ability to move in an animal, I cannot go into the simultaneous; rather, I must go into that which precedes life; in other words, the constellation of stars must have changed, must have become something else. It is not the constellation of stars in the universe that is simultaneous with the animal that exerts its influence on what is truly animal, but rather the constellation of stars that precedes life.

[ 34 ] Und jetzt schauen wir auf den Menschen hin, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist. Der Mensch muß, wenn er durch die Pforte des Todes geschritten ist, wenn er seinen Ätherleib abgelegt hat, der in die Weltenweiten an jene Stelle hingeht, von denen die Kräfte des Pflanzenwachstums, die ätherischen Kräfte kommen, der Mensch muß zurückgehen, wie ich Ihnen ausgeführt habe, bis zu seiner Geburt. Da hat er in seinem astralischen Leib alles das durchgemacht, rückwärtslaufend, was er während des Lebens im Hin-Gang durchgemacht hat. Mit anderen Worten: Der Mensch muß nicht in das Gleichzeitige hineingehen nach dem Tode mit seinem astralischen Leib, er muß zurückgehen zu dem Vorgeburtlichen, er muß dorthin gehen, wo heraus die Kräfte kommen, die die tierische Empfindungsfähigkeit und Bewegungsfähigkeit geben. Die kommen nicht aus dem Raumesreiche, nicht aus den Konstellationen der Sterne, die gleichzeitig sind, die kommen aus den Konstellationen, die vorangehend sind. — Sprechen wir also vom tierischen Reich (siehe Schema Seite 27), dann können wir nicht von der Gleichzeitigkeit der Ursachen im Physischen und Überphysischen sprechen, sondern dann müssen wir von vergangenen überphysischen Ursachen zu gegenwärtigen Wirkungen im Physischen sprechen. Tierreich: Vergangene überphysische Ursachen zu gegenwärtigen Wirkungen.

[ 34 ] And now let us turn our attention to the human being once he has passed through the gate of death. Once a person has passed through the gate of death, once they have shed their etheric body—which travels into the vastness of the cosmos to those realms from which the forces of plant growth, the etheric forces, originate—that person must return, as I have explained to you, all the way back to their birth. There, in his astral body, he experiences in reverse everything he went through during his life as he moved forward. In other words: After death, a human being does not enter the realm of the present with his astral body; he must return to the pre-birth realm; he must go to the place from which the forces emerge that give rise to animal sensibility and motor ability. These do not come from the realm of space, nor from the constellations of the stars that exist simultaneously; they come from the constellations that preceded them. — So when we speak of the animal kingdom (see diagram on page 27), we cannot speak of the simultaneity of causes in the physical and supraphysical realms; rather, we must speak of past supraphysical causes leading to present effects in the physical realm. Animal kingdom: Past supraphysical causes leading to present effects.

[ 35 ] Und wir kommen auch da wiederum in den Zeitbegriff hinein. Wir müssen, wenn ich mich trivial ausdrücken darf, in der Zeit spazierengehen. Wenn wir die Ursachen suchen wollen für irgend etwas, was in der physischen Welt geschieht, gehen wir in der physischen Welt spazieren; wir brauchen nicht aus der physischen Welt herauszugehen. Wenn wir für irgend etwas, was im lebendigen Pflanzenreiche bewirkt ist, die Ursache suchen wollen, müssen wir ja recht weit gehen. Wir müssen die Ätherwelt absuchen, und erst da, wo die Ätherwelt am Ende ist, wo — märchenhaft gesprochen — «die Welt mit Brettern vernagelt ist», erst da finden wir die Ursache für das Pflanzenwachstum.

[ 35 ] And here, too, we come back to the concept of time. We must—if I may put it simply—take a walk through time. If we want to find the causes of anything that happens in the physical world, we take a walk through the physical world; we do not need to step outside the physical world. If we want to find the cause of something that takes place in the living plant kingdom, we have to go quite far. We must search the etheric world, and only there, where the etheric world ends, where—to put it in fairy-tale terms—“the world is boarded up,” only there do we find the cause of plant growth.

[ 36 ] Aber wir können da herumgehen, soviel wir wollen, da finden wir nicht die Ursache der Empfindungsfähigkeit, auch nicht der Bewegungsfähigkeit. Da müssen wir anfangen, in der Zeit spazierenzugehen. Da müssen wir in der Zeit zurückschreiten. Da müssen wir aus dem Raum herauskommen und in die Zeit hineinspazieren.

[ 36 ] But no matter how much we go around in circles there, we will not find the cause of our ability to feel, nor of our ability to move. That is where we must begin to take a walk through time. That is where we must step back in time. That is where we must step out of space and walk into time.

[ 37 ] Sie sehen, wir können nebeneinanderstellen in bezug auf dieses Verursachen den menschlichen physischen Leib in seiner Leblosigkeit mit der leblosen Natur; den menschlichen ÄÄtherleib in seinem Leben und in seinem Hinausgehen nach dem Tode in die Ätherweiten mit dem Ätherleben der Pflanzen, das auch aus den Ätherweiten hereinkommt, aber aus den gleichzeitigen Konstellationen des Überphysischen, des Überirdischen; und wir können zusammenstellen die menschliche astralische Organisation mit dem, was draußen im Tierischen ist.

[ 37 ] You see, with regard to this process of causation, we can draw a parallel between the human physical body in its lifeless state and lifeless nature; the human etheric body, in its life and in its passing into the etheric realms after death, with the etheric life of plants, which also comes from the etheric realms but from the corresponding constellations of the supraphysical, the supraterrestrial; and we can compare the human astral organization with what exists in the animal kingdom.

[ 38 ] Und wir schreiten dann fort von dem mineralischen zu dem pflanzlichen, zu dem tierischen Reiche, kommen herauf zu dem eigentlichen Menschenreiche. Sie werden sagen: Das haben wir ja schon immer berücksichtigt. Ja, aber nicht ganz. Wir haben das Menschenreich zunächst berücksichtigt, insofern der Mensch einen physischen Leib hat, dann insofern er einen Ätherleib hat, dann insofern er einen astralischen Leib hat. Aber sehen Sie, wenn der Mensch bloß seinen physischen Leib hätte, so wäre er — ein komplizierter, aber immerhin — ein Kristall. Wenn der Mensch bloß dazu noch seinen Ätherleib hätte, so wäre er vielleicht auch eine zwar schöne Pflanze, aber immerhin bloß eine Pflanze. Wenn der Mensch noch dazu einen astralischen Leib hätte, würde er auf allen vieren gehen, vielleicht Hörner haben und dergleichen, er wäre eben ein Tier. Das alles ist der Mensch nicht. Die Gestalt, die er hat als aufrechtgehendes Wesen, diese Gestalt hat er dadurch, daß er außer der physischen, ätherischen, astralischen Organisation eben noch die Ich-Organisation hat. Und erst von diesem Wesen, das auch noch die Ich-Organisation hat, können wir sprechen als dem Menschen, dem Menschenreich.

[ 38 ] And we then proceed from the mineral kingdom to the plant kingdom, to the animal kingdom, and ascend to the human kingdom proper. You will say: We have always taken that into account. Yes, but not entirely. We have considered the human kingdom first insofar as the human being has a physical body, then insofar as he has an etheric body, and then insofar as he has an astral body. But you see, if human beings had only their physical body, they would be—a complex one, to be sure, but still—a crystal. If human beings had only their etheric body in addition to that, they might be a beautiful plant, but still merely a plant. If human beings also had an astral body, they would walk on all fours, perhaps have horns and the like; they would simply be an animal. Human beings are none of these things. The form they possess as upright beings—this form—they have precisely because, in addition to the physical, etheric, and astral organizations, they also possess the “I” organization. And it is only of this being—which also possesses the “I” organization—that we can speak as the human being, the human kingdom.

[ 39 ] Betrachten wir jetzt noch einmal das, was wir schon angeschaut haben. Wenn wir die Ursachen suchen wollen für das Physische, können wir im Physischen bleiben. Wenn wir die Ursachen suchen sollen für das Pflanzliche, müssen wir in die Weiten des Ätherreiches hinausgehen, aber wir können noch im Raume bleiben, nur, wie gesagt, wird der Raum da etwas hypothetisch, denn man muß ja sogar zu Märchenbegriffen, «wo die Welt mit Brettern vernagelt ist», seine Zuflucht nehmen. Aber dennoch, die Sache ist so, daß ja wirklich sogar die rein im Sinne der gegenwärtigen Naturforschung denkenden Menschen schon darauf kommen, daß man wirklich von so etwas sprechen kann, wie «die Welt ist mit Brettern vernagelt». Es ist natürlich ein trivialer, grober Ausdruck. Aber man braucht nur daran zu denken, wie in kindlicher Weise die Menschen denken; Da ist die Sonne, die schickt ihre Strahlen fort und immer weiter fort; sie werden zwar immer schwächer und schwächer — das Licht geht da fort, fort, fort, immer weiter fort, eben ins Endlose.

[ 39 ] Let us now take another look at what we have already examined. If we want to seek the causes of the physical realm, we can remain within the physical realm. If we are to seek the causes of the plant realm, we must venture out into the vastness of the etheric realm, but we can still remain within space—only, as I said, space becomes somewhat hypothetical there, for one must even take refuge in fairy-tale concepts, such as “where the world is boarded up.” And yet, the fact is that even people who think purely in terms of contemporary natural science have already come to realize that one can indeed speak of something like “the world is boarded up.” It is, of course, a trivial, crude expression. But one need only think of how childlike people’s thinking can be: there is the sun, sending its rays out farther and farther; they do grow weaker and weaker—the light goes on and on and on, farther and farther, into infinity.

[ 40 ] Ich habe für diejenigen, die schon jahrelang die Vorträge hören, längst auseinandergesetzt, daß das ein Unding ist, sich vorzustellen, daß das Licht ins Endlose hinausgeht. Ich habe immer gesagt, die Ausbreitung des Lichtes unterliegt der Elastizität. Wenn man einen Kautschukball hat und in ihn hineindrückt, so kann man bis zu einer gewissen Stelle eindrücken, dann schnellt er wieder zurück, das heißt, der Druck für die Elastizität hat ein Ende, dann geht es zurück. So, sagte ich, ist es auch für das Licht: das geht nicht ins Endlose hinaus, sondern wenn es eine gewisse Grenze erreicht hat, kommt es wieder zurück.

[ 40 ] For those who have been listening to these lectures for years, I have long since explained that it is absurd to imagine that light extends into infinity. I have always said that the propagation of light is governed by elasticity. If you have a rubber ball and press into it, you can press it in up to a certain point, then it springs back; that is, the pressure exerted on the elasticity has a limit, and then it returns. So, I said, it is the same with light: it does not extend into infinity, but when it reaches a certain limit, it comes back.

[ 41 ] Dieses, daß das Licht nicht bis ins Endlose geht, sondern nur bis zu einer gewissen Grenze und wieder zurückgeht, das wurde nun auch zum Beispiel in England von dem Physiker Oliver Lodge vertreten; so daß heute schon die physische Wissenschaft darauf gekommen ist, das, was die Geisteswissenschaft gibt, zu vertreten, wie sie in allen Einzelheiten eben einmal ankommen wird bei dem, was die Geisteswissenschaft sagt.

[ 41 ] The idea that light does not extend to infinity, but only up to a certain limit and then turns back, has now also been advocated, for example, in England by the physicist Oliver Lodge; so that even today, physical science has come to support what spiritual science teaches, just as it will eventually arrive, in every detail, at what spiritual science says.

[ 42 ] Und so kann man schon auch sprechen davon, daß da draußen, wenn man genügend weit hinausdenkt, man wieder zurückdenken muß, nicht einfach den endlosen Raum annehmen darf, der eine Phantasterei ist, noch dazu eine Phantasterei, die man nicht fassen kann. Vielleicht werden sich einige von Ihnen erinnern, wie ich in der Beschreibung meines Lebensganges im letzten Kapitel, das vorige Woche erschienen ist, gesagt habe, daß es auf mich einen ganz besonders bedeutsamen Eindruck gemacht hat, wie ich beim Anhören der synthetischen neueren Geometrie zunächst von der Geometrie darauf hingewiesen worden bin, daß eine Gerade nicht so gedacht werden darf, daß sie da ins Endlose hinausgeht und niemals aufhört, sondern daß die Gerade, die da hinausgeht, von der anderen Seite wahrhaftig zurückkommt. Die Geometrie drückt das so aus: Die Synthese, der unendlich ferne Punkt nach rechts ist derselbe wie der unendlich ferne Punkt nach links. Das kann man ausrechnen. Das ist nicht etwa nach der bloßen Analogie, daß, wenn man einen Kreis hat und von hier ausgeht, man da wieder zurückkommt, daß, wenn der Halbbogen eine Unendlichkeit hat, er eine Gerade wäre. Das ist nicht so; das wäre eine Analogie, auf die derjenige, der exakt denken kann, nichts gibt. Das, was auf mich einen Eindruck machte, das war nicht diese triviale Analogie, sondern das wirklich rechnungsgemäße Nachweisenkönnen, daß der unendlich ferne Punkt von der einen Seite links derselbe ist wie der, der hier rechts eine Unendlichkeit ist, daß also wirklich jemand, der hier anfängt zu laufen und immerfort nach der Linie läuft, nicht ins Endlose läuft, sondern daß, wenn man nur die richtige Zeit abläuft, er einem von der anderen Seite wieder entgegenkommt. Das sieht für alles physische Denken grotesk aus. In dem Augenblicke, wo man das physische Denken ablegt, ist es eben auch eine Realität, weil die Welt nicht endlos ist, sondern so wie sie als physische Welt vorliegt, begrenzt ist. So daß man sagen kann: Man geht an die Grenze des Ätherischen, wenn man vom Pflanzlichen und von dem spricht, was im Menschen ätherisch ist. — Man muß aber herausgehen aus allem dem, was da im Raume überhaupt ist, wenn man das Tierische und im Menschen das Astralische erklären will. Da muß man in der Zeit spazierengehen, da muß man über das Gleichzeitige hinweggehen. Da muß man also vorschreiten in der Zeit.

[ 42 ] And so one can indeed say that out there, if one thinks far enough out, one must think back again; one must not simply assume the existence of endless space, which is a fantasy—and, moreover, a fantasy that cannot be grasped. Perhaps some of you will recall how, in the account of my life’s journey in the last chapter, which appeared last week, I said that it made a particularly significant impression on me when, while studying modern synthetic geometry, I was first made aware by geometry itself that a straight line must not be conceived as extending into infinity and never ending, but rather that the straight line extending outward truly returns from the other side. Geometry expresses this as follows: The synthesis—the infinitely distant point to the right—is the same as the infinitely distant point to the left. This can be calculated. This is not merely based on the analogy that, if you have a circle and start from here, you end up back there; nor is it the idea that, if a semicircle were infinitely long, it would be a straight line. That is not the case; that would be an analogy that anyone capable of precise thinking would dismiss. What made an impression on me was not this trivial analogy, but the ability to prove, through actual calculation, that the infinitely distant point on one side to the left is the same as the one that is infinitely distant here on the right—that is, that someone who starts running here and keeps running along the line does not run into infinity, but that, if one simply waits the right amount of time, one will meet them again coming from the other side. This looks grotesque to all physical thinking. The moment one sets aside physical thinking, it is indeed a reality, because the world is not endless but, as it exists as a physical world, is limited. So that one can say: One reaches the boundary of the etheric when speaking of the plant realm and of what is etheric in the human being. — But one must step outside of everything that exists in space at all if one wants to explain the animal realm and, in the human being, the astral realm. There one must take a walk through time; there one must go beyond simultaneity. There, then, one must move forward in time.

[ 43 ] Und nun kommt man an das Menschliche. Sehen Sie, wenn man in die Zeit hineinkommt, da überschreitet man eigentlich schon auf doppelte Art das Physische. Indem man das Tier begreift, muß man schon in der Zeit weitergehen. Nun muß man diese Denkweise nicht wiederum abstrakt fortsetzen, sondern konkret fortsetzen. Geben Sie jetzt einmal acht, wie man das konkret fortsetzt.

[ 43 ] And now we come to the human aspect. You see, when one enters into time, one is actually already transcending the physical in two ways. By understanding the animal, one must already move further into time. Now, one must not continue this line of thought abstractly, but rather concretely. Pay close attention now to how one continues this concretely.

[ 44 ] Nicht wahr, die Menschen denken: Wenn die Sonne Licht aussendet, so geht das Licht endlos fort. Oliver Lodge zeigt aber, daß man jetzt schon diese Denkweise verläßt, daß man weiß, das kommt an ein Ende und kommt wieder zurück. Die Sonne bekommt von allen Seiten ihr Licht wiederum zurück, wenn auch in anderer Form, in verwandelter Form; sie bekommt es aber zurück. Wenden wir nun diese Denkweise an auf das, was wir eben durchgedacht haben. Wir stehen zunächst im Raume. Der Erdenraum bleibt drinnen, wir schreiten hinaus zum Weltenraum. Das ist uns noch nicht genug, wir schreiten hinaus in die Zeit. Jetzt könnte einer sagen: Nun ja, jetzt schreiten wir immer weiter und weiter. — Nein, jetzt kommen wir wieder zurück! Wir müssen die Denkweise fortsetzen. Wir kommen wieder zurück. Wir kommen gerade so wieder zurück, wie wir, wenn wir im Raume immer weiterschreiten, an die Grenze kommen und dann wieder zurückkommen; so kommen wir auch hier wieder zurück. Das heißt, wenn wir die vergangenen überphysischen Ursachen gesucht haben in der Zeitenweite, müssen wir wieder ins Physische zurückkommen.

[ 44 ] Isn’t it true that people think: When the sun emits light, that light travels endlessly. Oliver Lodge, however, shows that we are already moving away from this way of thinking—that we know it comes to an end and returns. The sun receives its light back from all sides, albeit in a different form, in a transformed form; but it does receive it back. Let us now apply this way of thinking to what we have just considered. We begin by standing in space. Earthly space remains behind us; we step out into outer space. That is not enough for us yet; we step out into time. Now someone might say: Well, now we’re just going on and on. — No, now we’re coming back! We must continue this line of thought. We come back again. We come back in exactly the same way that, when we keep moving further and further into space, we reach the boundary and then return; in the same way, we return here as well. That is to say, once we have sought out the past supraphysical causes in the expanse of time, we must return to the physical realm.

[ 45 ] Was heißt denn aber das? Das heißt, wir müssen wieder aus der Zeit herunter, aus der Zeit wieder auf die Erde herunter. Wenn wir also für den Menschen die Ursachen suchen wollen, dann müssen wir sie wieder auf der Erde suchen. Nun sind wir zurückgeschritten in der Zeit. Wenn wir, indem wir in der Zeit zurückschreiten, wieder auf die Erde herunterkommen, dann kommen wir in ein voriges Menschenleben hinein, selbstverständlich. Wir kommen in ein voriges Menschenleben hinein. Beim Tiere schreiten wir weiter; das löst sich in bezug auf die Zeit geradeso auf, wie sich unser Ätherleib auflöst bis an die Grenze. Der Mensch löst sich da nicht auf, sondern wir kommen auf die Erde wieder zurück bis an sein voriges Erdenleben.

[ 45 ] But what does that mean? It means we have to come down from time again—back down to Earth from time. So if we want to look for the causes for human beings, we have to look for them on Earth again. Now we have moved backward in time. When we move backward in time and return to Earth, we naturally enter a previous human life. We enter a previous human life. With animals, we go further; in terms of time, this dissolves just as our etheric body dissolves right up to the boundary. The human being does not dissolve there, but we return to Earth to his previous earthly life.

[ 46 ] So daß wir für den Menschen sagen können: Vergangene physische Ursachen zu gegenwärtigen Wirkungen im Physischen.

[ 46 ] So that we can say of human beings: Past physical causes lead to present physical effects.

Mineralreich: Gleichzeitigkeit der Ursachen im Physischen.
Pflanzenreich: Gleichzeitigkeit der Ursachen im Physischen und Überphysischen.
Tierreich: vergangene überphysische Ursachen zu gegenwärtigen Wirkungen.
Menschenreich: vergangene physische Ursachen zu gegenwärtigen Wirkungen im Physischen.

Mineral Kingdom: Simultaneity of causes in the physical realm.
Plant Kingdom: Simultaneity of causes in the physical and supraphysical realms.
Animal Kingdom: Past supraphysical causes leading to present effects.
Human Kingdom: Past physical causes leading to present effects in the physical realm.

[ 47 ] Sie sehen, es hat heute, ich möchte sagen, Mühe gekostet, sich vorbereitend einmal in Abstraktionen hineinzuversetzen. Aber das war notwendig, meine lieben Freunde. Es war notwendig, weil ich Ihnen einmal zeigen wollte, daß es auch für diejenigen Gebiete, die man als die geistigen betrachten muß, eine Logik gibt. Nur stimmt diese Logik nicht überein mit der groben Logik, die bloß von den physischen Erscheinungen abgezogen ist und an die die Menschen gewöhnlich einzig und allein glauben.

[ 47 ] As you can see, it took—I would say—some effort today to put myself in the mindset of abstractions as part of my preparation. But that was necessary, my dear friends. It was necessary because I wanted to show you that there is a logic even for those realms that must be regarded as spiritual. It’s just that this logic does not correspond to the crude logic that is derived solely from physical phenomena and in which people usually believe exclusively.

[ 48 ] Wenn man rein logisch vorgeht und die Ursachenreihen absucht, dann kommt man auch im bloßen Gedankengang an die vergangenen Erdenleben. Und es ist notwendig, darauf aufmerksam zu machen, daß auch das Denken selber ein anderes werden muß, wenn man das Geistige begreifen will.

[ 48 ] If one proceeds purely logically and traces the chains of causality, one arrives—even in a mere train of thought—at past earthly lives. And it is necessary to point out that thinking itself must also change if one wishes to comprehend the spiritual.

[ 49 ] Nicht wahr, die Menschen meinen, man könne das nicht begreifen, was aus der geistigen Welt heraus sich offenbart. Man kann es begreifen, aber man muß seine Logik erweitern. Es ist ja auch notwendig, wenn man ein Musikstück oder ein anderes Kunstwerk begreifen will, daß man in sich die Bedingungen hat, die der Sache entgegenkommen. Wenn man diese Bedingungen nicht hat, so begreift man eben nichts davon. Dann geht die Sache als ein Geräusch vorbei. Oder man sieht in irgendeinem Kunstwerke nichts anderes als eben ein unverständliches Gebilde. So muß man auch dem, was aus der geistigen Welt heraus mitgeteilt wird, ein Denken entgegenbringen, das angemessen ist der geistigen Welt. Das aber stellt sich schon bei dem bloßen logischen Denken heraus. Man kommt, indem man die Verschiedenartigkeit der Ursachen untersucht, in der Tat dazu, die vergangenen Erdenleben auch in logischer Folge verstehen zu können.

[ 49 ] Isn’t it true that people think one cannot comprehend what is revealed from the spiritual world? One can comprehend it, but one must expand one’s logic. After all, if one wants to comprehend a piece of music or another work of art, it is also necessary to possess within oneself the conditions that are conducive to understanding it. If one lacks these conditions, then one simply does not understand any of it. Then the thing passes by as mere noise. Or one sees nothing in a work of art but an incomprehensible form. Similarly, one must approach what is communicated from the spiritual world with a way of thinking that is appropriate to the spiritual world. But this becomes evident even in mere logical thinking. By examining the diversity of causes, one does indeed come to understand past earthly lives in a logical sequence.

[ 50 ] Nun bleibt uns die große Frage, die da beginnt, wo wir den Leichnam betrachten. Er ist leblos geworden. Die leblose Natur draußen steht in ihren Kristallformen, in den verschiedenen Formen da. Die große Frage steht vor uns: Wie verhält sich die leblose Natur zum Leichnam des Menschen?

[ 50 ] Now we are left with the big question that arises when we look at the corpse. It has become lifeless. The lifeless natural world outside stands there in its crystalline forms, in its various shapes. The big question lies before us: How does the lifeless natural world relate to the human corpse?

[ 51 ] Vielleicht werden Sie schon finden, meine lieben Freunde, daß etwas beigetragen wird zu einem Sinn, der nach der Antwort dieser Frage hin liegt, wenn Sie die Sache in zweiter Etappe anfassen, wenn Sie sagen: Wenn ich die Pflanzenwelt anschaue, die um mich herum ist, so trägt diese in sich aus den Weiten des Ätherweltenalls die Kräfte, zu denen mein Ätherleib zurückkehrt. Da draußen in Ätherweiten, da ist dasjenige oben, was ursächlich den Pflanzen den Ursprung gibt, da ist dasjenige, wohin mein Ätherleib geht, wenn er meinem Leben ausgedient hat. Ich gehe dahin, woher aus den Ätherweiten das pflanzliche Leben quillt. Ich gehe dahin, das heißt, ich bin verwandt damit. Ja, ich kann geradezu sagen: Da oben ist etwas, mein Ätherleib geht dahin, die grünende, sprossende, quellende Pflanzenwelt kommt daher. — Aber es ist ein Unterschied: Ich gebe meinen Ätherleib ab, die Pflanzen empfangen den Äther zum Aufwachsen. Sie erhalten den Äther zum Leben, ich gebe den Ätherleib ab nach dem Tode. Ich gebe ihn als etwas ab, das übrigbleibt; sie, die Pflanzen, erhalten diesen Ätherleib als etwas, was ihnen das Leben gibt. Sie haben ihren Anfang von dem, wohin ich mit meinem Ende gelange. Der Pflanzenanfang gliedert sich zusammen mit des menschlichen Ätherleibes Ende.

[ 51 ] Perhaps you will already find, my dear friends, that something is contributed toward an understanding that points toward the answer to this question if you approach the matter in a second stage, if you say: When I look at the plant world around me, I see that it carries within itself, from the vastness of the etheric universe, the forces to which my etheric body returns. Out there in the etheric expanses, there is that which, from above, is the causal source of the plants; there is that to which my etheric body goes when it has served its purpose in my life. I go to the place from which plant life springs forth in the vastness of the ether. I go there—that is to say, I am connected to it. Yes, I can even say: Up there is something; my etheric body goes there; the greening, sprouting, springing plant world comes from there. — But there is a difference: I give up my etheric body; the plants receive the ether to grow. They receive the ether for life; I surrender my etheric body after death. I surrender it as something that remains; they—the plants—receive this etheric body as something that gives them life. They have their beginning in the very place where I arrive at my end. The beginning of the plant is linked to the end of the human etheric body.

[ 52 ] Dies legt Ihnen die Frage nahe: Könnte es denn vielleicht auch so sein, daß ich beim Mineral, bei den mannigfaltigst gestalteten Kristallen fragen könnte: Ist vielleicht auch das ein Anfang gegenüber dem, was ich als physischen Leichnam, als Ende von mir, hinterlasse? Gliedert sich vielleicht da Anfang und Ende zusammen?

[ 52 ] This leads you to ask: Could it perhaps also be the case that, when considering minerals—with their crystals of the most varied forms—I might ask: Is this, too, perhaps a beginning in relation to what I leave behind as a physical corpse, as the end of myself? Do beginning and end perhaps merge together there?

[ 53 ] Mit dieser Frage wollen wir heute schließen, meine lieben Freunde, und morgen anfangen, um recht gründlich einmal in die Frage des menschlichen Schicksals, des sogenannten Karmas, hineinzukommen. Ich werde also in dem folgenden Vortrage über das Karma weitersprechen. Sie werden sich dann nicht mehr durch solches Gestrüpp von Abstraktionen durchzufinden haben, aber Sie werden auch einsehen, daß dies schon für eine gewisse Entwickelung des Denkens notwendig war.

[ 53 ] Let us conclude today with this question, my dear friends, and begin tomorrow to delve thoroughly into the question of human destiny, or what is known as karma. I will therefore continue speaking about karma in the following lecture. You will then no longer have to wade through such a thicket of abstractions, but you will also realize that this was necessary for a certain development of thought.