Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236
11 May 1924, Dornach
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Esoteric Considerations of Karmic Connections, tr. SOL
Neunter Vortrag
Ninth Lecture
[ 1 ] Es werden uns nun noch eine Zeit hindurch die gesetzmäßigen Zusammenhänge innerhalb der menschlichen Karmaentwickelung beschäftigen, und ich werde heute zunächst die innere Konfiguration in der Bildung des Karma etwas auseinandersetzen, und zwar desjenigen Teiles des Karma, der es vorzugsweise mit der moralischen, mit der ethischen und mit der geistigen Seite des menschlichen Lebens zu tun hat.
[ 1 ] For some time to come, we will continue to examine the lawful interrelationships within the development of human karma, and today I will begin by elaborating somewhat on the inner structure of karma formation—specifically, that part of karma which primarily concerns the moral, ethical, and spiritual aspects of human life.
[ 2 ] Nur müssen Sie dabei berücksichtigen, daß in dem Augenblicke, wo man hinausschaut aus der physischen Welt — und das tut man ja, indem man das Karma betrachtet, und die karmischen Zusammenhänge sind geistige, auch wenn sie sich im Physischen, sagen wir zum Beispiel in Krankheiten ausleben —, dann dasjenige, was dem Karma angehört bei einer Krankheit, eben geistig verursacht ist. Also unter allen Umständen kommt man in das Geistige hinein, wenn man an die karmische Betrachtung heranrückt. Aber wir wollen heute einmal den ethisch-geistigen, den seelischen Teil des Karma besonders ins Auge fassen.
[ 2 ] You must simply bear in mind that the moment one looks beyond the physical world—and one does so, after all, by considering karma, and karmic connections are spiritual, even if they manifest in the physical realm, for example, in illnesses—then that which pertains to karma in an illness is, in fact, spiritually caused. So in all cases, one enters the spiritual realm when approaching the consideration of karma. But today we want to focus particularly on the ethical-spiritual, the soul-related aspect of karma.
[ 3 ] Es ist ja schon einmal von mir darauf aufmerksam gemacht worden, wie das Karma, die Karmabildung, zusammenhängt mit jenen Wesenheiten auf der Erde, welche in sehr alten Zeiten der Erdenentwickelung auf der Erde selbst vorhanden waren, und die dann mit dem Mondenaustritt von der Erde weggegangen sind, um weiter im Weltenall als eine Art von Mondbewohner, Mondwesenheiten eben auf dem Monde ihren Wohnplatz zu haben.
[ 3 ] I have already pointed out how karma—the formation of karma—is connected to those beings on Earth who were present on Earth itself in the very early stages of Earth’s evolution and who then left Earth when the Moon separated from it, to continue living in the cosmos as a kind of lunar inhabitant—lunar beings—on the Moon itself.
[ 4 ] Wir müssen dasjenige, was wir Mond nennen, wovon ja der physische Teil, der gewöhnlich beschrieben wird, nur, ich möchte sagen, eine Andeutung ist, wir müssen ja den Mond ansehen als den Träger gewisser geistiger Wesenheiten, von denen eben die wichtigsten diese sind, die einmal als die großen Urlehrer die Erde bewohnt haben, die auf der Erde jene Urweisheit unter den Menschen begründet haben, von der ich des öfteren gesprochen habe. Diese Wesenheiten waren also einmal auf der Erde. Sie waren da, als der Mond noch nicht von der Erde getrennt war. Da haben sie, so wie ich es früher einmal beschrieben habe, den Menschen die Urweisheit gewissermaßen eingeflößt, so daß die Menschen durch eine Art innerer Erleuchtung zu dieser Urweisheit gekommen sind. Und die Art, wie diese Wesen gewirkt haben, ist durchaus verschieden von der Art, wie heute auf der Erde von Menschen gewirkt werden kann.
[ 4 ] We must regard what we call the Moon—of which the physical part, which is usually described, is, I would say, merely a hint— we must indeed regard the Moon as the bearer of certain spiritual beings, the most important of whom are those who once inhabited the Earth as the great primordial teachers, who established on Earth that primordial wisdom among human beings of which I have often spoken. These beings were thus once on Earth. They were there when the Moon was not yet separated from the Earth. There, as I have described before, they instilled this primordial wisdom in human beings, so to speak, so that people came to this primordial wisdom through a kind of inner enlightenment. And the way these beings worked is quite different from the way people can work on Earth today.
[ 5 ] Denn sehen Sie, man würde die Art der Wirksamkeit dieser alten Urlehrer unter den Menschen eigentlich als eine Art magischer Wirkung bezeichnen müssen, als Wirkungen, die dadurch geschehen sind, daß der menschliche Wille noch einen wesentlich größeren Einfluß gehabt hat, auch auf das, was äußerlich geschehen kann, als er heute haben kann. Heute kann ja der Wille nur durch physische Übertragung auf die Außenwelt wirken. Wir müssen, wenn wir einen Gegenstand stoßen wollen, den Willen entfalten, durch unseren Arm und durch unsere Hand müssen wir an den Gegenstand anstoßen. Die unmittelbare Wirkung des Willens auf äußere Vorgänge, die wir heute als Naturvorgänge bezeichnen würden, die war aber zur Zeit der alten Urlehrer noch vorhanden in einer Weise, die wir heute als magische Wirkungen bezeichnen würden. Man kann etwa folgendes sagen: Die letzten Reste solcher Wirkungen des menschlichen Willens ragten ja noch herein bis vor einer verhältnismäßig kurzen Zeit. So zum Beispiel erzählt uns ja noch Rousseau, wie er in gewissen wärmeren Gegenden in der Lage war, Kröten, die in seine Nähe gekommen sind, einfach dadurch, daß er sie scharf mit dem Blicke fixierte, bis zur Lähmung, ja bis zum Sterben zu bringen. Diese in wärmeren Gegenden noch bis ins 18. Jahrhundert hineinreichende Wirksamkeit des menschlichen Willens ist ja immer mehr und mehr hingeschwunden. Sie war noch in der alten Ägypterzeit vorhanden als Einwirkung des menschlichen Willens auf das Wachstum der Pflanzen; der Wille konnte noch das Wachstum der Pflanzen befördern. Und als die alten Urlehrer auf Erden waren, da war es durchaus möglich, auch leblose Naturprozesse in die Gewalt des menschlichen Willens hereinzubringen.
[ 5 ] For you see, one would actually have to describe the nature of the influence exerted by these ancient teachers among humankind as a kind of magical effect—effects that occurred because the human will once had a far greater influence, even on what can happen externally, than it can have today. Today, after all, the will can only act upon the external world through physical transmission. If we want to push an object, we must exert our will; we must push the object with our arm and our hand. The direct effect of the will on external processes—which we would today call natural processes—was, however, still present in the time of the ancient Primordial Teachers in a way that we would today describe as magical effects. One might say, for example, that the last remnants of such effects of the human will extended into relatively recent times. For example, Rousseau tells us how, in certain warmer regions, he was able to paralyze—and even kill—toads that had come near him simply by fixing his gaze intently upon them. This power of the human will, which persisted in warmer regions well into the 18th century, has indeed dwindled more and more. It was still present in ancient Egyptian times as an influence of the human will on plant growth; the will could still promote the growth of plants. And when the ancient Primordial Teachers were on Earth, it was entirely possible to bring even inanimate natural processes under the control of the human will.
[ 6 ] Diese Dinge hängen natürlich davon ab, oder hingen davon ab, daß man auch eine genaue instinktive Einsicht in die Zusammenhänge der Welt hatte, die ja der heutigen groben Wissenschaft ganz verborgen bleiben. Daß zum Beispiel Wärmewirkungen für die Wirkungen des menschlichen Willens stark in Betracht kommen, geht ja wiederum daraus hervor, daß derselbe Rousseau, der imstande war, in wärmeren Gegenden Kröten durch seinen Blick zu töten, es auch später in Lyon versucht hat, einer Kröte ins Gesicht zu schauen so, daß er meinen konnte, sie würde durch seinen Blick wenigstens gelähmt. Und siehe da, nicht die Kröte wurde gelähmt, sie guckte ihn mit aller Schärfe ihrerseits an, und er wurde in einer gewissen Weise gelähmt und mußte erst wieder durch Schlangengift vom Arzt zum Leben gebracht werden. Es hängt diese Art, den Willen zu entfalten, durchaus zusammen mit der Berücksichtigung der instinktiven Erkenntnis dessen, was in der Umgebung des Menschen ist.
[ 6 ] These things, of course, depend—or depended—on having a precise, instinctive understanding of the interconnections of the world, which remain entirely hidden from today’s crude science. That, for example, thermal effects play a significant role in the effects of human will is evident from the fact that the same Rousseau, who was capable of killing toads in warmer regions with his gaze, later attempted in Lyon to look a toad in the face in such a way that he believed it would at least be paralyzed by his gaze. And lo and behold, it was not the toad that was paralyzed; it stared back at him with all its own intensity, and he was, in a certain sense, paralyzed and had to be revived by the doctor using snake venom. This way of unfolding the will is entirely connected to taking into account the instinctive perception of what is in a person’s surroundings.
[ 7 ] Aber es haben schon die alten Urlehrer aus ihren geistigen Unterlagen heraus eben eine ganz andere, intensive, eindringlichere Naturerkenntnis besessen, als die heutigen Menschen sie haben. Kurz, diese Urlehrer waren tatsächlich begabt mit etwas, was sich in Naturgesetze eben nicht fassen läßt. Man brauchte es auch damals, als die Urlehrer auf Erden walteten, nicht in Naturgesetze zu fassen, denn die heutige Naturwissenschaft hat es damals natürlich nicht gegeben. Sie wäre auch den Leuten dazumal höchst wertlos erschienen, man hätte gar nicht begreifen können, was man damit will. Denn alles Wirken beruhte eben auf einem viel innerlicheren Erkennen und Wissen von den Dingen, als das heute sein kann.
[ 7 ] But even the ancient Primordial Teachers, drawing on their spiritual resources, possessed a completely different, more intense, and more profound understanding of nature than people do today. In short, these Primordial Teachers were indeed endowed with something that simply cannot be captured by the laws of nature. Even back then, when the primordial teachers reigned on Earth, there was no need to express it in terms of natural laws, for modern natural science did not, of course, exist at that time. It would also have seemed utterly worthless to the people of that era; they would not have been able to comprehend what purpose it served. For all their activity was based on a much more inner understanding and knowledge of things than is possible today.
[ 8 ] Diese Urlehrer, wie gesagt, veränderten den Schauplatz ihres Wirkens von der Erde nach dem Mond hinein und haben nun, da ja im Weltenall alles zusammenhängt, eine große Aufgabe im Zusammenhange des ganzen Weltgeschehens. Und sie sind es, welche mit dem Karma, mit der Karmabildung des Menschen außerordentlich viel zu tun haben. Denn ein wichtiger Bestandteil in der Karmabildung ist derjenige, den wir beobachten können, wenn der Mensch nach dem Tode, nachdem er seinen Ätherleib nach wenigen Tagen abgelegt hat, dann zurücklebt — nun nicht sein waches Leben, sondern sein Schlafesleben. Wenn also der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, so ist ja zunächst ein heller Rückblick vorhanden in einem mächtig großen Tableau auf das, was der Mensch im Leben durchgemacht hat. Aber das ist ein bildhaftes Zurückblicken. Es löst sich nach einigen Tagen der Ätherleib auf im allgemeinen Weltenäther, und dann schwindet so langsam hin dieser.Rückblick. Dann aber beginnt ein wirkliches Zurückschauen.
[ 8 ] These Primordial Teachers, as mentioned, shifted the focus of their work from Earth to the Moon and now—since everything in the universe is interconnected—play a major role in the context of global events. And it is they who are extraordinarily involved with karma, with the formation of human karma. For an important component in the formation of karma is what we can observe when a person, after death—having shed their etheric body after a few days—relives their life—not their waking life, but their life in sleep. So when a person has passed through the gate of death, there is initially a vivid retrospective view—a vast tableau—of what the person has experienced in life. But this is a pictorial retrospective. After a few days, the etheric body dissolves into the general world ether, and then this retrospective view gradually fades away. But then a true looking back begins.
[ 9 ] Nicht wahr, unser Leben während unseres Erdendaseins verfließt so, daß, wenn wir es auch als eine Einheit in der Erinnerung auffassen, das natürlich eine Täuschung ist; denn das Leben verfließt nicht als eine Einheit, sondern wir erleben immer bewußt Tag, unbewußt Nacht, bewußt Tag, unbewußt Nacht und so weiter. Wenn dann der Mensch sich zurückerinnert, so vergißt er, daß die Nächte immer dazwischenliegen. In diesen Nächten geht viel vor mit dem Seelischen, mit dem Astralleib und mit dem Ich, nur weiß der Mensch davon nichts. Was da vorgeht, was der Mensch also während des Erdenlebens unbewußt durchlebt, das durchlebt er bei einem Rückgange so, daß ihm die Zeit dann nach dem Tode wirklich wie zurückgehend erscheint; da durchlebt er dann in voller Bewußtheit die Nächte.
[ 9 ] Isn’t it true that our life during our earthly existence flows in such a way that, even though we perceive it as a single unit in our memory, this is naturally an illusion; for life does not flow as a single unit, but rather we always experience day consciously, night unconsciously, day consciously, night unconsciously, and so on. When a person then looks back on these experiences, they forget that the nights are always in between. During these nights, much takes place in the soul, in the astral body, and in the “I,” but the person knows nothing of it. What takes place there—that is, what a person unconsciously experiences during earthly life—is relived during a regression in such a way that time after death truly appears to be moving backward; there, the person then experiences the nights in full consciousness.
[ 10 ] Daher erlebt er diesen Rückgang, weil man etwa ein Drittel des Lebens verschläft, auch eben in einem Drittel der Lebenszeit. Wenn also einer sechzig Jahre alt geworden ist, hat er ungefähr zwanzig Jahre verschlafen, und er erlebt dann diesen Rückgang in zwanzig Jahren ungefähr. Dann geht es in das eigentliche Geistgebiet hinein, und der Mensch lebt dann auf eine andere Weise. Aber diesen Rückgang, das Anschauen desjenigen, was in den Nächten geschieht, das erlebt der Mensch zunächst nach dem Tode. Er erlebt es aber so, daß es einem zunächst auffallen muß, wie groß, bedeutsam sich dieses Rückerleben unterscheidet von dem gewöhnlichen Erleben während der Nacht.
[ 10 ] That is why he experiences this decline—because we spend about one-third of our lives asleep, which is precisely one-third of our lifetime. So if someone has lived to be sixty years old, he has spent about twenty years asleep, and he then experiences this decline over the course of about twenty years. Then one enters the actual spiritual realm, and human beings begin to live in a different way. But this reliving—the observation of what happens during the nights—is something human beings first experience after death. They experience it in such a way that one cannot help but notice how vastly and significantly this reliving differs from the ordinary experience during the night.
[ 11 ] Mit Ausnahme der aus dem Schlaf herauftauchenden Träume, die ja nicht sehr treu wiedergeben, was im Erdenleben durchgemacht wird, sondern es in einer sehr illusorischen, phantastischen Weise oftmals wiedergeben, mit Ausnahme also dessen, was als Träume heraufwurlt aus dem nächtlichen Leben, hat ja der Mensch wenig Bewußtsein von all dem Mannigfaltigen, das mit ihm vorgeht. Ich habe es in früheren Zeiten ja auch hier beschrieben, was mit ihm vorgeht während des Schlafes; aber nach dem Tode erlebt das der Mensch mit einer außerordentlichen Klarheit, mit einer außerordentlichen Anschaulichkeit. So daß man sagen kann, dieses Leben in der Seelenwelt nach dem Tode, das ist eigentlich ein eindrucksvolleres als das Erdenleben. Die Bilder, die man erlebt, die Art, wie man selber drinnensteht in diesem Erleben, ist eine außerordentlich intensive, gar keine traumhafte, sondern eine außerordentlich intensive. Und man erlebt eigentlich alles so, daß man es, ich möchte sagen, von dem Gesichtspunkt einer Art photographischen Negativs erlebt. Wenn Sie also jemandem während des Erdenlebens ein Leid zugefügt haben, so haben Sie während des Erdenlebens die Zufügung dieses Leides von sich aus erlebt. Sie haben dasjenige während Ihres Erdenlebens erlebt und getan, was von Ihnen ausgeht. Wenn Sie aber da zurückleben, dann erleben Sie nicht das, was Sie erlebt haben während des Erdenlebens, sondern wie durch Hinüberschlüpfen in den anderen, was der andere erlebt hat, dem Sie die Sache zugefügt haben.
[ 11 ] With the exception of dreams that surface from sleep—which, after all, do not faithfully reflect what is experienced in earthly life, but often portray it in a highly illusory, fantastical way—with the exception, that is, of what bubbles up from nocturnal life as dreams, human beings have little awareness of all the diverse processes taking place within them. I have, of course, described here in the past what happens to a person during sleep; but after death, a person experiences this with extraordinary clarity, with extraordinary vividness. So one can say that this life in the soul world after death is actually more vivid than earthly life. The images one experiences, the way one is personally immersed in this experience, is extraordinarily intense—not at all dreamlike, but extraordinarily intense. And one actually experiences everything in such a way that one experiences it, I would say, from the perspective of a kind of photographic negative. So if you have caused someone suffering during your earthly life, you yourself experienced the infliction of that suffering during your earthly life. You experienced and did that which emanated from you during your earthly life. But when you relive it there, you do not experience what you experienced during your earthly life; rather, as if slipping into the other person, you experience what the other person experienced—the one to whom you inflicted that suffering.
[ 12 ] Also, wenn ich ein drastisches Beispiel wähle, so erleben Sie, wenn Sie jemandem eine Ohrfeige gegeben haben, nicht das, was Sie während des Erdenlebens im Beabsichtigen dieser Ohrfeige, im Verabreichen dieser Ohrfeige, in der Schmerzlosigkeit dieser Ohrfeige für Sie, wenn Sie sich nicht dabei durch starke Anstrengung an der eigenen Hand einen Schmerz zugefügt haben, erlebten, sondern statt dessen, was Sie da bei der Verabreichung einer solchen Ohrfeige erlebten, erleben Sie nun bei diesem Rückgehen alles das, was der andere, dem Sie die Ohrfeige verabreicht haben, erlebt hat. Sie erleben es als Ihr Erlebnis, und zwar in einer außerordentlichen Anschaulichkeit, in einem verstärkten Maße erleben Sie es.
[ 12 ] So, to give a drastic example: when you slap someone, you do not experience—as you did during your earthly life—the act of intending to deliver that slap, in delivering that slap, or in the fact that the slap was painless for you—unless, of course, you inflicted pain on your own hand through great effort—but instead of what you experienced at that moment while delivering such a slap, you now experience, during this return, everything that the other person—the one you slapped—experienced. You experience it as your own experience, and you experience it with extraordinary vividness, to an even greater degree.
[ 13 ] So daß in der Tat der Mensch, wenn er diesen Rückgang macht, sich sagt: Oh, das ist außerordentlich eindrucksvoll, was ich da erlebe! Und kein Eindruck auf der Erde wirkt eigentlich so mächtig ein wie die Eindrücke dieses rückwärtsgerichteten Lebens nach dem Tode in dem Dritteil der Lebenszeit. So daß Sie in dieser Zeit eigentlich die ganze karmische Erfüllung dessen, was Sie im Leben selber getrieben haben, erleben; das alles erleben Sie vom Standpunkte des anderen aus. Also Sie erleben die gesamte karmische Erfüllung Ihres Lebens, nur noch nicht als Erdenleben — das werden Sie im nächsten Leben tun —, aber Sie erleben es, wenn es auch in bezug auf das Tun nicht so intensiv ist, wie es später im Erdenleben sein wird, Sie erleben es mit Bezug auf den Eindruck eben stärker noch, als es in irgendeinem Erdenleben der Fall sein könnte.
[ 13 ] So that, in fact, when a person undergoes this regression, they say to themselves: Oh, what I’m experiencing here is extraordinarily impressive! And no experience on Earth actually has as powerful an effect as the experiences of this backward-looking life after death during that third of one’s lifetime. So during this time, you actually experience the full karmic fulfillment of what you yourself have done in life; you experience all of this from the other’s perspective. So you experience the entire karmic fulfillment of your life, though not yet as an earthly life—you will do that in your next life—but you experience it, even if it is not as intense in terms of action as it will be later in earthly life; you experience it, in terms of the impression, even more strongly than could ever be the case in any earthly life.
[ 14 ] Nun, das ist etwas Auffälliges, meine lieben Freunde. Es ist wirklich, ich möchte sagen, die Durchsättigtheit, die Stärke des Erlebens da etwas ganz Außerordentliches, etwas Merkwürdiges.
[ 14 ] Well, that is something striking, my dear friends. It is truly—I would say—the intensity, the power of the experience that makes it something quite extraordinary, something remarkable.
[ 15 ] Wenn aber der Mensch nur diejenige Kraft in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe entwickeln könnte, die er hat, wenn er durch die Pforte des Todes geht, so würde er diesen ganzen Rückweg höchstens wie einen sehr lebendigen Traum erleben. Erwarten könnte man eigentlich zunächst nach dem Erdenleben, wenn man nur auf das Erdenleben schaut und auf das, was das Erdenleben aus einem machen kann, wenn man gestorben ist, daß man diesen Rückweg als einen sehr, sehr lebendigen Traum erlebt. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Es ist nicht ein lebendiger Traum, es ist ein außerordentlich intensives Erlebnis, vie] intensiver, als die irdischen Erlebnisse sind.
[ 15 ] But if a person could develop within his ego and astral body the very power he possesses when he passes through the gate of death, he would experience this entire return journey, at most, as a very vivid dream. One might actually expect—immediately after earthly life, if one looks only at earthly life and at what earthly life can make of a person after death—that one would experience this return journey as a very, very vivid dream. But that is not the case at all. It is not a vivid dream; it is an extraordinarily intense experience, far more intense than earthly experiences are.
[ 16 ] Nun hat man keinen physischen Leib, man hat keinen Ätherleib, durch die man doch auf der Erde seine Erlebnisse hat. Denken Sie sich nut, was Sie überhaupt auf Erden erleben würden mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, wenn Sie keinen physischen und keinen Ätherleib hätten. Sie würden so hinhuschen über die Erde, daß ab und zu ein Traum auftritt; dann schlafen Sie wieder weiter und so fort.
[ 16 ] Now, one does not have a physical body, nor does one have an etheric body, through which one nevertheless has one’s experiences on Earth. Just imagine what you would experience on Earth at all with ordinary consciousness if you had neither a physical body nor an etheric body. You would flit about the Earth in such a way that a dream would occur now and then; then you would fall back asleep, and so on.
[ 17 ] Nun kann man sich wohl vorstellen, daß ein Traum, den ein Sechzigjähriger nach dem Erdenleben durch zwanzig Jahre hat, kontinuierlich fortdauert; aber es ist eben kein Traum, es ist ein ganz energisches, intensives Erleben. Und woher kommt das? Sehen Sie, das kommt daher, daß in dem Augenblicke, wo der Mensch durch die Pforte des Todes durchgegangen ist, seinen Ätherleib abgelegt hat, in diesem Augenblicke, wo er diese Rückwanderung antritt nach dem Tode, sogleich diese Mondenbewohner an ihn herankommen, und sie sind es, die mit ihrer alten magischen Macht, mit der Weltsubstanz seiner Bilder in ihn hineinfahren, in sein Erleben hineinfahren.
[ 17 ] Now, one can certainly imagine that a dream a sixty-year-old has for twenty years after earthly life continues uninterrupted; but it is not a dream at all—it is a very vivid, intense experience. And where does this come from? You see, it comes from the fact that at the very moment a person has passed through the gate of death, has shed his etheric body—at that very moment when he begins this journey back after death—these inhabitants of the Moon immediately approach him, and it is they who, with their ancient magical power and the cosmic substance of his images, penetrate into him, into his experience.
[ 18 ] Sehen Sie, es ist gerade so, was einem da passiert, wenn ich einen Vergleich brauchen darf, wie wenn ich ein Bild malen würde. Da male ich zunächst nur ein Bild — das tut keinem Menschen weh, wenn es nicht gar zu scheußlich ist, und da ist es ja auch nur ein moralischer Eindruck —, das tut also keinem Menschen weh. Aber denken Sie sich, ich male meinetwillen drei von Ihnen hier auf einem Bild, und es würde dadurch, daß mit einer magisch wirkenden Kraft das Bild durchsetzt würde, geschehen, daß diese drei aus dem Bilde hervortreten und sogleich alles dasjenige ausführen, was sie etwa im Schilde führen gegen irgend jemanden hier. Sie würden intensiver, mächtiger, regsamer auftreten, als Anthroposophen gewöhnt sind aufzutreten. So ist es. Das ganze Erleben ist mit einer ungeheuren Regsamkeit verbunden, weil diese Mondenwesen mit ihrem ganzen Sein die Bilder, die da erlebt werden, durchdringen, ich möchte sagen, mit einem «Übersein» durchdringen und sättigen.
[ 18 ] You see, what happens to a person in that situation is—if I may use an analogy—just like when I paint a picture. At first, I’m just painting a picture—that doesn’t hurt anyone, unless it’s truly hideous, and even then it’s only a moral impression—so it doesn’t hurt anyone. But imagine, for my own sake, that I were to paint three of you here in a picture, and because the picture would be imbued with a magical force, these three would step out of the picture and immediately carry out whatever they might be plotting against anyone here. They would appear more intense, more powerful, and more active than anthroposophists are accustomed to appearing. That is how it is. The entire experience is connected with tremendous activity, because these lunar beings permeate the images being experienced with their entire being—I would say, they permeate and saturate them with a “super-being.”
[ 19 ] So daß wir also durch die Region dieser Mondenwesen durchgehen nach dem Tode. Dadurch aber wird ganz mächtig im Weltenäther dasjenige fixiert, was wir in dieser Weise als den Ausgleich für unsere eigenen Taten, so wie ich es eben geschildert habe, erleben. Und gerade dieses Zurückgehen, wenn man es nicht bloß prinzipiell schildert, wie ich es in meiner «Theosophie» getan habe, sondern wenn man es so konkret anschaulich zu schildern versucht, wie ich es jetzt tun möchte, gerade dieses Rückleben ist außerordentlich interessant, wie überhaupt das Rückleben des Menschen unmittelbar nach dem Tode ein außerordentlich wichtiger Teil des Lebens schon einmal ist.
[ 19 ] So, after death, we pass through the region of these lunar beings. Through this, however, what we experience in this way—as the compensation for our own deeds, just as I have just described—is powerfully fixed in the world ether. And it is precisely this return—when one does not merely describe it in principle, as I did in my Theosophy, but when one attempts to describe it as concretely and vividly as I would like to do now—it is precisely this return that is extraordinarily interesting, just as the human being’s return immediately after death is, in general, an extraordinarily important part of life to begin with.
[ 20 ] In unserer Zeit sind ja in der Tat die Erlebnisse, die da ein Mensch haben kann, noch in einem ganz besonderen Maße kompliziert. Denken Sie nur einmal daran, wie ganz andersartig die gesamte Seelenverfassung dieser Mondenwesen eigentlich ist gegenüber den Erdenbewohnern. Diese Mondenwesen, mit denen wir also, wie ich geschildert habe, so viel nach dem Tode zu tun haben, sie haben den Menschen jene Urweisheit gegeben, die gerade in unserem Zeitalter verglommen ist, die eigentlich nur bis zum 3., 4. nachchristlichen Jahrhundert etwas intensiver noch gedauert hat, dann in Tradition vorhanden war, dann aber ganz verglommen ist. Ich habe es ja öfter ausgeführt, wie die Menschen nicht zu ihrer Freiheit hätten kommen können, wenn ihnen die großartige, gewaltige Urweisheit dieser Urlehrer geblieben wäre. Also, sie ist verglommen. Es ist etwas anderes, das abstrakte Denken ist an die Stelle getreten. Der Mensch denkt heute in Begriffen, welche eigentlich gar nicht mehr viel zu tun haben mit der geistigen Welt. Ich möchte da noch einmal einen Vergleich gebrauchen, den ich schon einmal hier gebraucht habe: Aristoteles hat zehn Begriffe aufgestellt, die eigentlich noch die Überbleibsel der alten Weisheit waren: Sein, Menge, Eigenschaft, Relation, Lage, Raum, Zeit, Haben, Tun, Leiden. Er hat sie die Kategorien genannt. Es sind zehn einfache Begriffe. Diese zehn einfachen Begriffe stehen ja gewöhnlich in unseren Schullogiken. Die Gymnasiasten müssen sie auswendig lernen, die Professoren der Philosophie kennen sie. Aber man kennt eben nur diese zehn Begriffe: Sein, Haben, Lage, Raum, Zeit und so weiter. Aber was weiß man, wenn man diese zehn Begriffe kennt? Diese zehn Begriffe sind natürlich für den heutigen Menschen etwas Langweiliges, aber für den, der sie in ihrer Bedeutung durchschaut, sind sie nicht langweiliger als es die zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig Buchstaben unseres Alphabetes sind.
[ 20 ] In our time, indeed, the experiences a person can have are still complicated to a very special degree. Just think for a moment how fundamentally different the entire state of mind of these lunar beings actually is compared to that of Earth’s inhabitants. These lunar beings, with whom we—as I have described—have so much to do after death, gave humanity that primordial wisdom which has faded away precisely in our age; it actually persisted with some intensity only until the 3rd or 4th century A.D., then existed in tradition, but has since faded away completely. I have often explained how human beings could not have attained their freedom if the magnificent, powerful primordial wisdom of these primordial teachers had remained with them. So, it has faded away. Something else has taken its place: abstract thinking. Today, people think in terms that actually no longer have much to do with the spiritual world. I’d like to use a comparison here that I’ve used before: Aristotle established ten concepts that were, in fact, the remnants of the ancient wisdom: Being, Quantity, Quality, Relation, Position, Space, Time, Possession, Action, and Suffering. He called them the Categories. They are ten simple concepts. These ten simple concepts are, of course, standard in our school logic courses. High school students have to memorize them, and philosophy professors are familiar with them. But people know only these ten concepts: Being, Having, Position, Space, Time, and so on. But what does one know by knowing these ten concepts? These ten concepts are, of course, somewhat boring to people today, but for those who grasp their meaning, they are no more boring than the twenty-two or twenty-three letters of our alphabet.
[ 21 ] Wenn Sie nichts wüßten vom Alphabet als: a, b, c, d, e, f, g und so weiter bis zum z, stellen Sie sich vor, was der Goethesche «Faust» für Sie wäre! Sie schlagen das Buch auf, finden da überall in dem Buch in der verschiedensten Weise durcheinandergewürfelt diese zweiundzwanzig Zeichen. Sonst enthält ja der «Faust» nichts anderes als diese zweiundzwanzig Zeichen, nur immer in verschiedener Weise zusammengesetzt. Aber wenn Sie nichts weiter wüßten, wenn Sie nie lesen gelernt hätten, sondern nur das Buch aufschlagen und diese Buchstaben kennenlernen würden, denken Sie, wie anders das wäre als jetzt, wo Sie lesen können, und nun den «Faust» in die Hand nehmen! Das ist doch etwas anderes. Aber kein Buch der Welt, das Sie lesen können, enthält etwas anderes als diese zweiundzwanzig Zeichen, und doch, was machen Sie mit diesen zweiundzwanzig Buchstaben, wenn Sie lesen können! Die ganze sinnliche Welt wird Ihnen aufgeschlossen dadurch, daß Sie durch die Art und Weise, wie Sie sie jonglieren, zusammenwürfeln, wie Sie diese zweiundzwanzig Buchstaben verwenden. Aber die Logiker, die heute zehn Kategorien: Sein, Quantität, Qualität, Relation, Raum, Zeit, Lage, Haben, Tun, Leiden aufgenommen haben, die wissen nicht mehr, wozu diese Kategorien gehören, als einer, der nie lesen gelernt hat, sondern in allen Büchern der Welt nur immer a,b, c,d,e, f und so weiter sieht. Es ist ganz dasselbe. Denn diese zehn Grundbegriffe, diese zehn logischen Begriffe des Aristoteles muß man so kennen, daß man sie in der verschiedensten Weise verwenden kann, so wie für die physische Welt die Buchstaben in der verschiedensten Weise zusammengesetzt werden. Dann liest man mit diesen zehn Begriffen in der geistigen Welt. Es sind Buchstaben!
[ 21 ] If you knew nothing of the alphabet except: a, b, c, d, e, f, g, and so on through z, imagine what Goethe’s Faust would be to you! You open the book and find these twenty-two letters scattered throughout it in all sorts of different combinations. After all, “Faust” contains nothing but these twenty-two letters, just arranged in different ways. But if you knew nothing else—if you had never learned to read, but simply opened the book and got to know these letters—think how different that would be from now, when you can read and are picking up Faust! That is something else entirely. But no book in the world that you can read contains anything other than these twenty-two characters, and yet—what do you do with these twenty-two letters once you can read! The entire sensory world is opened up to you through the way you juggle them, mix them up, and use these twenty-two letters. But the logicians who today have adopted ten categories—being, quantity, quality, relation, space, time, position, possession, action, and suffering—know no more about what these categories pertain to than someone who has never learned to read, but who sees only a, b, c, d, e, f, and so on in all the books in the world. It is exactly the same. For one must know these ten basic concepts—these ten logical concepts of Aristotle—in such a way that one can use them in the most varied ways, just as the letters are combined in the most varied ways in the physical world. Then one reads the spiritual world using these ten concepts. They are letters!
[ 22 ] Aber es ist allmählich so geworden in unserem Zeitalter, daß man nur noch die Begriffe kennt, was dasselbe ist, wie wenn man vom Alphabet eben nur die Aufeinanderfolge der Buchstaben kennen würde. Denken Sie, was Ihnen entgehen würde, wenn Sie nicht lesen könnten, sondern nur a, b, c, d sähen. Es entgeht den Menschen dementsprechend alles, was in der geistigen Welt ist, wenn sie nicht die nur modifizierten Begriffe des Aristoteles in der verschiedensten Weise verwenden können, um in der geistigen Welt lesen zu können.
[ 22 ] But in our age, things have gradually come to such a pass that people are familiar only with concepts—which is the same as if, when it comes to the alphabet, one knew only the sequence of letters. Think about what you would miss if you could not read, but only saw a, b, c, d. Similarly, people miss out on everything that exists in the spiritual world if they cannot use Aristotle’s modified concepts in a variety of ways to “read” the spiritual world.
[ 23 ] In dieser Beziehung ist sogar den Philosophen seit langer Zeit etwas Urdrolliges passiert. Es gab in der Mitte des Mittelalters einen sehr gescheiten Mann, Raimundus Lullus, der noch etwas aus der Tradition gewußt hat von diesem Versetzen der logischen Kategorien, der logischen Grundbegriffe, und er hat das, was er gewußt hat, bekanntgegeben, aber nach der Sitte der damaligen Zeit im Bilde. Aber wenn er die Wirklichkeit ausgesprochen hätte, würde er gesagt haben: Meine Zeitgenossen sind alle Hohlköpfe, denn sie wissen nur a, b, c, d zu sagen, nicht zu lesen mit den Stammbegriffen, mit den Grundbegriffen. Man muß verstehen, mit dem Kopf diese Grundbegriffe so in Verbindung zu bringen, wie man sonst die Buchstaben in Verbindung bringt zu Worten und Sätzen. Dann kann man in der geistigen Welt lesen. — Aber das hat er nicht so direkt gesagt, das war die Sitte der damaligen Zeit nicht. Sondern er sagte: Man schreibe auf Zetteln die Grundbegriffe auf, und dann nehme man so eine Art Roulette, dann drehe man, dann werden diese Begriffe untereinandergewürfelt, und dann lese man. Dann kommt etwas dabei heraus.
[ 23 ] In this regard, something fundamentally absurd has been happening to philosophers for a long time. In the middle of the Middle Ages, there was a very clever man, Raimundus Lullus, who still knew something from tradition about this shifting of logical categories—the basic logical concepts—and he made known what he knew, but in a figurative way, as was the custom of the time. But if he had spoken the truth plainly, he would have said: My contemporaries are all empty-headed, for they know only how to say a, b, c, d, not how to read using the root concepts, the fundamental concepts. One must learn to connect these fundamental concepts in one’s mind just as one otherwise connects letters to form words and sentences. Then one can read in the spiritual world. — But he didn’t say that so directly; that wasn’t the custom of the time. Instead, he said: Write down the fundamental concepts on slips of paper, then take a sort of roulette wheel, spin it, so that these concepts are shuffled together, and then read them. Then something will come of it.
[ 24 ] Das war aber nur ein Vergleich, denn er hat eigentlich nicht eine tote Roulette gemeint, sondern den geistigen Kopf gemeint, der diese Begriffe durcheinanderwürfeln soll. Aber diejenigen, die davon gehört haben, die haben die Geschichte ernst genommen und lachen seit jener Zeit darüber. Sie finden, das ist etwas ungemein Kindisches gewesen von Raimundus Lullus. Kindisch ist es aber nur von seiten der neueren Philosophie aus, die nicht weiß, um was es sich dabei handelt.
[ 24 ] But that was just a metaphor, because he wasn’t actually referring to a “dead roulette,” but rather to the mind that is supposed to mix up these concepts. But those who have heard of it took the story seriously and have been laughing about it ever since. They think this was something incredibly childish on the part of Raimundus Lullus. However, it is only childish from the perspective of modern philosophy, which does not understand what this is all about.
[ 25 ] Sie sehen, es ist tatsächlich fast alles verlorengegangen von dem, was in älterer Zeit der Menschheit von diesen Urlehrern überbracht worden ist, die heute von uns als die Mondenbewohner angesprochen werden müssen. Und es macht der Mensch eigentlich in einer besonderen Art die Bekanntschaft mit diesem andersartigen Wissen bei dieser rückläufigen Wanderung unmittelbar nach dem Tode. Da weiß er eigentlich auf eine solche Art, wie diese Urweisen gedacht und gewußt haben. Daher das Anschauliche, das so konkret Auftretende.
[ 25 ] As you can see, almost everything that was conveyed to humanity in earlier times by these primordial teachers—whom we must now refer to as the inhabitants of the Moon—has in fact been lost. And it is actually during this retrograde journey immediately after death that human beings become acquainted with this different kind of knowledge in a special way. There, they actually come to know, in a certain way, how these primordial sages thought and knew. Hence the vividness, the way it appears so concretely.
[ 26 ] Aber eben in unserer Zeit werden die Sachen etwas verwickelt. Aus dem Grunde verwickelt, weil eine Art Nichtverstehen vorhanden ist zwischen den Menschen, die nun hier auf Erden — seit die Urweisheit verglommen ist — in ihren abstrakten Begriffen leben, und zwischen dem, was diese Urlehrer jetzt, nachdem sie mit dem Mondensein verbunden sind, als ihre Seelenverfassung haben.
[ 26 ] But it is precisely in our time that things are becoming somewhat complicated. They are complicated because there is a kind of misunderstanding between human beings—who now live here on Earth in their abstract concepts since primordial wisdom has faded—and between that which these primordial teachers now possess as their state of soul, having become connected to the lunar realm.
[ 27 ] Es ist schon dieses der Fall: wenn so ein moderner Naturgelehrter dieses Leben durchmacht, da spricht er eine andere Sprache als diese Urlehrer, die eigentlich, wie ich es weiter noch ausführlich schildern werde, mit der Bildung seines Karma sehr viel zu tun haben. Diese Urlehrer und die Menschen, die heute aus der modernen Zeitbildung, Zeitzivilisation heraus sterben, verstehen sich nicht recht.
[ 27 ] This is indeed the case: when a modern natural scientist goes through this life, he speaks a different language than these primordial teachers, who—as I will describe in detail later—actually have a great deal to do with the formation of his karma. These Primordial Teachers and the people who die today as a result of modern-day culture and civilization do not really understand one another.
[ 28 ] Man kann über solche Dinge außerordentlich schwer Auffassungen bekommen, denn die Beobachtung dessen, was da vorgeht mit Menschen, ist ja nicht besonders leicht. Aber in charakteristischen Fällen kann man schon Anschauungen bekommen. Und so kann sich zum Beispiel eine Anschauung ergeben, meine lieben Freunde, wenn man zwei Menschen betrachtet, die, sagen wir, in der neueren Zeit gestorben sind und in dieser Weise die Rückwanderung gemacht haben nach dem Tode, die also in gewissem Sinne ganz drinnenstehen in der modernen Zeitbildung und doch wiederum in einem hohen Grade voneinander verschieden sind.
[ 28 ] It is extremely difficult to form opinions about such things, because observing what is happening to people is, after all, not particularly easy. But in characteristic cases, one can indeed gain insights. And so, for example, my dear friends, an insight may arise when one considers two people who, let’s say, died in recent times and who, in this way, have made the return journey after death—people who, in a certain sense, are fully immersed in modern cultural development and yet, at the same time, differ greatly from one another.
[ 29 ] Sehen Sie, da kann man einen genialen, in seiner Art genialen, aber immerhin doch dutzendmäßigen modernen Naturgelehrten nehmen, wie etwa Du Bois-Reymond oder so jemanden, und kann diesen Rückgang betrachten. Man kann aber auch eine andere Persönlichkeit betrachten. Und eine sehr interessante Persönlichkeit für diesen Rückgang durch diese Seelenwelt ist diejenige Persönlichkeit, die mir einstmals vorgeschwebt hat beim Abfassen meiner Mysterien, als ich die Strader-Figur gebildet habe. Strader in den Mysterien ist ja das Abbild einer ganz konkreten Persönlichkeit, die tatsächlich in ihrer Jugend in das Mönchtum hineingegangen ist, aber aus dem Mönchtum wiederum sich herausentwickelt hat und dann in einer Art modernaufklärerischer Philosophie gewirkt hat, auch als Universitätsprofessor in dieser modern-aufklärerischen Philosophie gewirkt hat.
[ 29 ] You see, one can take a brilliant modern natural scientist—brilliant in his own way, but still just one of many—such as Du Bois-Reymond or someone like him, and observe this decline. But one can also consider another personality. And a very interesting personality for this descent through the world of the soul is the one that once came to mind when I was writing my Mysteries, as I was creating the character of Strader. Strader in the Mysteries is, after all, the reflection of a very specific individual who actually entered monastic life in his youth, but who later developed beyond monasticism and went on to work within a kind of modern Enlightenment philosophy, including as a university professor in this field of modern Enlightenment philosophy.
[ 30 ] Nun, diese Persönlichkeit — sie hat eine Menge Schriften geschrieben — ist eigentlich in ihrer ganzen Begriffsentwickelung abstrakt, so von rechter Abstraktheit eines modernen Denkers, aber eindringlich, außerordentlich eindringlich, sehr herzhaft. Das ist ja eigentlich etwas Wohltätiges, wenn man beim modernen Denker auf etwas trifft, was herzhaft ist.
[ 30 ] Well, this figure—who has written a great many works—is actually quite abstract in the development of his concepts, with the kind of abstractness typical of a modern thinker, yet he is compelling, extraordinarily compelling, and very heartfelt. It’s actually quite refreshing when you encounter something heartfelt in a modern thinker.
[ 31 ] Natürlich, so herzhaft, wie zum Beispiel Hegel war, der mit ungeheurer Emotion, aber auch mit ungeheurer Anschaulichkeit das Allerabstrakteste hinstellte, so herzhaft ist der moderne Mensch ja nicht mehr; Hegel war ja eigentlich ein Mensch, der mit Begriffen Holz hacken konnte, der so fest die Begriffe hinstellen konnte, so konkret, daß er mit Begriffen Holz hacken konnte, aber in dieser Konkretheit natürlich kann das der moderne Mensch nicht mehr. Aber der, den ich meine, der hatte schon etwas Herzhaftes in der Handhabung der abstrakten Begriffe. Nun, mir war natürlich, weil, wie gesagt, mir die dieses Leben vorschwebte, als ich die Strader-Figur gestaltete in meinen Mysterien, mir war ganz besonders interessant die Rückwärtswanderung des Lebens bei dieser Persönlichkeit. Da kam nun sehr in Betracht, daß diese Persönlichkeit alles, was sie dachte, doch mit einem gewissen theologisierenden Zug wiederum dachte, ganz abstrakt, wie ein moderner Naturforscher oder wenigstens Naturdenker von der einen Seite, daß aber mit einem etwas theologisierenden Zug wenigstens überall etwas durchleuchtet — es kommt das natürlich aus früheren Inkarnationen derselben Persönlichkeit — von dem Bewußtsein, daß man doch von einer realen geistigen Welt wenigstens sprechen kann.
[ 31 ] Of course, modern man is no longer as wholehearted as, for example, Hegel was—who presented even the most abstract concepts with immense emotion, but also with immense clarity; Hegel was, after all, a man who could chop wood with concepts—who could present concepts so firmly, so concretely, that he could chop wood with them—but modern man, of course, can no longer achieve that level of concreteness. But the man I’m referring to did possess a certain heartiness in his handling of abstract concepts. Well, naturally, because—as I said—I had this life in mind when I shaped the character of Strader in my Mysteries, I found the backward journey of life in this personality particularly interesting. It was very significant, then, that this personality, while thinking everything he thought, he nevertheless thought everything with a certain theological slant, quite abstractly, like a modern natural scientist or at least a natural philosopher on the one hand; yet on the other hand, he examined everything through a somewhat theological lens—which, of course, stems from earlier incarnations of the same personality—out of the awareness that one can at least speak of a real spiritual world.
[ 32 ] So haben die Begriffe dieser Persönlichkeit in einem größeren Sinne eine Verwandtschaft mit dem, was die Seelenverfassung bei den Mondenwesen ist, als sie ein gewöhnlicher Dutzendgelehrter, wie zum Beispiel Du Bois-Reymond, hat. Und so kann man sehen, daß bei diesen Dutzendgelehrten ein Durchgehen durch diese Seelenwelt, durch diese Mondensphäre wirklich ein richtiges Nicht-Verstehen ist, wie wenn einer in einem fremden Lande lebt und niemals die Sprache dort lernt: die anderen verstehen ihn nicht, er versteht sie nicht. So ungefähr ist das für den Menschen, der ganz aus der modernen Zivilisation herauswächst, wenn er nun diese Rückwanderung durch das Leben antritt.
[ 32 ] Thus, in a broader sense, this personality’s concepts are more closely related to the spiritual constitution of the lunar beings than those of an ordinary run-of-the-mill scholar, such as Du Bois-Reymond. And so one can see that for these run-of-the-mill scholars, passing through this world of the soul, through this lunar sphere, is truly a state of non-understanding—as if someone were living in a foreign country and never learning the language there: the others do not understand him, and he does not understand them. That is roughly how it is for a person who has grown entirely out of modern civilization when he now embarks on this journey back through life.
[ 33 ] Aber für diese Persönlichkeit, ich möchte sagen für das «Urbild» meines Strader, ist das doch etwas anders gewesen. Und gerade an ihm konnte wahrgenommen werden bei der Rückwärtswanderung, wie die Wesen, die dem Monde angehören, ein außerordentliches — ich muß mich natürlich irdischer Ausdrücke bedienen, obwohl sie ungeheuer trivial sind im Verhältnis zu der Sache, die ich schildern muß —, wie diese Wesen ein gewisses Interesse entwickelten für die Art und Weise, wie er seine Gedanken, seine abstrakten Gedanken da hineinbrachte in diese Seelenwelt. Und er wiederum, er erlebte ein merkwürdiges, ein ganz merkwürdiges Aufwachen, ein Aufwachen, das sich so ansah, als ob er sich sagte: Ach, alles, was ich da bekämpft habe — und er hat viel bekämpft von dem, was traditionell war —, das ist gar nicht so, das ist ja eigentlich im Grunde genommen ganz anders. Das ist ja nur nach und nach so geworden, weil die alten guten Weisheiten zu abstrakten Worten geworden sind, und ich habe eigentlich vielfach gegen Windmühlen gekämpft. Jetzt sehe ich aber Realitäten.
[ 33 ] But for this personality—I would say for the “archetype” of my Strader—things were somewhat different. And it was precisely in him, during the journey backward, that one could perceive how the beings belonging to the Moon—I must, of course, use earthly expressions, although they are immensely trivial in relation to the matter I must describe—how these beings developed a certain interest in the way he brought his thoughts, his abstract thoughts, into this world of souls. And he, in turn, experienced a strange, a very strange awakening—an awakening that seemed as if he were saying to himself: “Ah, everything I fought against there—and he fought against much of what was traditional—is not like that at all; it is, in fact, fundamentally quite different.” It just turned out that way little by little because the good old wisdom had become abstract words, and I was actually fighting windmills in many cases. But now I see realities.
[ 34 ] Sehen Sie, da beginnt etwas, wo namentlich bei solch einer Persönlichkeit — und man kann im modernen Leben eine ganze Reihe solcher Persönlichkeiten zeichnen — diese Rückwärtswanderung, wo das Karma zunächst veranlagt wird, außerordentlich interessant wird für das Leben.
[ 34 ] You see, this is where something begins—specifically in the case of such a personality (and in modern life one can identify a whole series of such personalities)—where this journey backward, in which karma is first established, becomes extraordinarily interesting for life.
[ 35 ] Eine noch auffälligere Persönlichkeit in dieser Beziehung ist der Philosoph, der «Die Phantasie als Grundprinzip des Weltprozesses» geschrieben hat, ich habe ihn auch öfter erwähnt, Jakob Frohschammer. Er hatte eigentlich noch sehr viel von innerer Durchtränktheit der abstrakten Begriffe in sich, war aber auch, ähnlich wie der, den ich jetzt beschrieben habe, eine Art abstrakter Denker. Aber er konnte selber die Abstraktheiten des Modernismus so wenig vertragen — ich meine jetzt nicht den Modernismus in katholischer Terminologie —, daß er eben gar nicht die Begriffe als weltgestaltende Mächte gelten lassen wollte, sondern die Phantasie. Er sah überall die Phantasie wirksam: die Pflanze wächst auf, die Tiere sind da durch die Phantasie und so weiter. In dieser Beziehung ist ja das Buch von Frohschammer außerordentlich interessant.
[ 35 ] An even more striking figure in this regard is the philosopher who wrote Imagination as the Fundamental Principle of the World Process—I have mentioned him several times before—Jakob Frohschammer. He actually still possessed a great deal of inner immersion in abstract concepts, but he was also, much like the person I have just described, a kind of abstract thinker. But he himself could not tolerate the abstractions of modernism—and I do not mean modernism in the Catholic sense—to such an extent that he simply refused to accept these concepts as world-shaping forces, preferring instead to attribute that role to imagination. He saw imagination at work everywhere: plants grow, animals exist through imagination, and so on. In this regard, Frohschammer’s book is indeed extraordinarily interesting.
[ 36 ] Es ist ganz wunderbar: eine solche Persönlichkeit, die noch sehr viel in sich hat von dem, was da war in der Zivilisationsentwickelung, bevor die ganze moderne philiströs-abstrakte Art zu denken eingetreten ist, wächst eben noch in innigerer Weise mit der Substanz der Mondenwesenheiten zusammen. Und solche Studien sind schon außerordeutlich interessant, weil sich an sie anknüpft ein genauerer Einblick in die Entwickelungsgeserze des Karma. Und gerade wenn man mit einer gewissen Teilnahme einer solchen Persönlichkeit zugetan ist, wie es bei mir der Fall ist gegenüber dem Urbilde des Strader in den Mysterien, so ist es die Wärme, die Seelenwärme, in der man mit einer solchen Persönlichkeit verbunden ist, die es einem möglich macht, gerade diese so bedeutungsvolle Wanderung nach dem Tode mit durchzuerleben.
[ 36 ] It is truly wonderful: such a personality, who still possesses so much of what existed in the development of civilization before the whole modern, philistine, abstract way of thinking took hold, is still growing together in an even more intimate way with the substance of the lunar beings. And such studies are extraordinarily interesting because they provide a deeper insight into the laws of karmic development. And especially when one is drawn to such a personality with a certain affection—as is the case for me with regard to the archetype of Strader in the Mysteries—it is the warmth, the warmth of the soul, through which one is connected to such a personality that makes it possible to experience this particularly significant journey after death alongside them.
[ 37 ] Da hat tatsächlich die Tatsache, daß die Eindrücke so starke sind auf den, der sie nach dem Tode durchmacht, noch eine Nachwirkung bei dem, der so etwas dann erkennend verfolgt. Und da ist schon etwas sehr Merkwürdiges. Gerade in einem solchen Verfolgen zeigt sich, wieviel eindrucksvoller diese Erlebnisse nach dem Tode sind als die irdischen Erlebnisse.
[ 37 ] In fact, the very fact that these impressions are so powerful for the one who experiences them after death has a lasting effect on the one who then observes them with understanding. And there is something very remarkable about this. It is precisely in such an observation that it becomes clear just how much more profound these experiences after death are than earthly experiences.
[ 38 ] Ich frage mich zum Beispiel heute in allem Ernste: Wäre es möglich für mich, nachdem ich längere Zeit gerade diese Bildgestaltungen, die dieses Urbild des Strader nach dem Tode durchgemacht hat, mit angesehen habe, wenn ich etwa, so wie ich die vier Mysteriendramen gemacht habe, im weiteren Fortgang ein fünftes machen wollte, die Gestalt des Strader zu schildern, sie weiter darzustellen? Es wäre mir gar nicht möglich, denn in dem Augenblicke, wo ich die irdische Gestalt darstellen will, die viel weniger intensiv an Eindrücken ist, sind die Bilder da von den Eindrücken, die das betreffende Urbild nach dem Tode durchmacht. Die sind viel intensiver, die löschen dasjenige aus, was im irdischen Leben dasteht.
[ 38 ] For example, today I ask myself in all seriousness: Would it be possible for me—after having observed for quite some time precisely those visual transformations that this archetype of Strader has undergone since his death—if, for example, just as I created the four Mystery Dramas, I were to create a fifth one in the future, to depict the figure of Strader, to portray him further? It would not be possible for me at all, because the moment I want to depict the earthly form—which is far less intense in terms of impressions—the images are already there of the impressions that the archetype in question undergoes after death. These are much more intense; they erase what exists in earthly life.
[ 39 ] Und ich konnte das an mir durchaus beobachten. Während ich auch für die Lebensäußerungen der betreffenden Persönlichkeit — Sie können sich das ja denken, weil sie eben das Urbild meines Strades ist — ein außerordentliches Interesse hatte, während sie lebte — sie ist ja nun seither verstorben —, überwiegt jetzt das Interesse für die Eindrücke, die diese Persönlichkeit nach dem Tode hat, weit alles das, was ich über diese Persönlichkeit irgendwie im Leben ausfindig machen kann, oder schildern kann oder dergleichen.
[ 39 ] And I could definitely observe that in myself. While I also had an extraordinary interest in the life expressions of the person in question — as you can imagine, since she is, after all, the archetype of my Strade — I had an extraordinary interest in her while she was alive — she has since passed away —, my interest now in the impressions this person leaves after death far outweighs anything I can somehow uncover, describe, or the like about her during her lifetime.
[ 40 ] Ja, ich muß sagen, wenn ich selber zurückdenke an meine Mysteriendramen: durch die lebendigen Eindrücke von diesem Urbilde meiner Strader-Gestalt in ihrem Leben nach dem Tode verlöscht sich mir während bei den anderen Gestalten das fast gar nicht der Fall ist — dasjenige, was die Gestalt des Strader ist, am allermeisten. Da sehen Sie, wie sich für eine wirkliche, reale Beobachtung wirklich in Realität nebeneinanderstellt dasjenige, was auf Erden ist, und das, was außerhalb der Erde ist, und wie man an der Wirkung, die solche Dinge haben, schon beurteilen kann, daß dieses Leben nach dem Tode in der Rückwärtswanderung ein ungeheuer intensives ist: es löscht durchaus irdische Eindrücke aus.
[ 40 ] Yes, I must say, when I myself look back on my Mystery Dramas: through the vivid impressions of this archetype of my Strader figure in his life after death—unlike with the other figures, where this is hardly the case at all—what the figure of Strader represents fades away for me the most. There you see how, for a genuine, real observation, what is on earth and what is outside the earth truly stand side by side in reality, and how one can already judge from the effect such things have that this life after death, in its journey backward, is an immensely intense one: it completely erases earthly impressions.
[ 41 ] Ja man kann über solche Dinge sogar noch mehr sagen. Es kann zum Beispiel folgendes der Fall sein — ich erzähle auch bei diesen Dingen nicht irgend etwas Konstruiertes, sondern durchaus Realitäten —: Man kennt sehr gut einen Menschen hier im Erdenleben, man erlebt dann das, was er bei der Rückwärtswanderung durchzumachen hat, wie alles eine andere Gestalt annimmt, weil die Bilder dieser Rückwärtswanderung so außerordentlich intensiv sind. Und man kann sogar sagen, daß, wenn man sich außerordentlich interessiert hat, wie das bei mir der Fall war bei einem Menschen, der vor einer Anzahl von Jahren gestorben ist, für sein Erdenleben, so nimmt die ganze Beziehung zu diesem Erdenleben eine andere Form an, wenn man nachher miterlebt, was die betreffende Persönlichkeit nach dem Tode in der Rückwärtswanderung durchmacht. Eine ganz andere Form nimmt das an! Und manches in den irdischen Beziehungen stellt sich dann erst in seiner vollen Wahrheit ein.
[ 41 ] Yes, there’s actually even more to say about such things. For example, the following may be the case—and I’m not making anything up here, but rather describing actual realities—: You know a person very well here in earthly life, and then you experience what they have to go through during their journey backward, how everything takes on a different form, because the images of this journey backward are so extraordinarily intense. And one can even say that if one has taken an extraordinary interest—as was the case for me with a person who died a number of years ago—in that person’s earthly life, the entire relationship to that earthly life takes on a different form when one subsequently witnesses what that person goes through in the journey backward after death. It takes on a completely different form! And many aspects of earthly relationships only then reveal themselves in their full truth.
[ 42 ] Das ist um so mehr der Fall, wenn die Beziehungen im Erdenleben nicht geistiger Natur sind. Wo sie geistiger Natur sind, wo sie vom Geistigen durchtränkt sind, ist ja eine Art kontinuierlicher Weiterentwickelung vorhanden. Wenn sie aber so sind, daß zum Beispiel, sagen wir, ohne eine Übereinstimmung in den Anschauungen eine menschliche Beziehung vorhanden ist, dann setzt sich sofort nach dem Tode unter Umständen diese menschliche Beziehung in etwas ganz anderes um, in eine ganz andere Art von Gefühlsleben und so weiter. Das wird durch diese Lebendigkeit der Bilder, die da auftreten, eigentlich hervorgerufen.
[ 42 ] This is all the more true when relationships in earthly life are not of a spiritual nature. Where they are of a spiritual nature, where they are imbued with the spiritual, there is, in fact, a kind of continuous further development. But if, for example, a human relationship exists without a shared set of views, then immediately after death, under certain circumstances, this human relationship may transform into something entirely different—into a completely different kind of emotional life and so on. This is actually brought about by the vividness of the images that arise.
[ 43 ] Ich schildere solche Dinge aus dem Grunde, damit ich in Ihnen, meine lieben Freunde, eine konkrete Vorstellung hervorrufe von der Art und Weise, wie andere Arten von Realitäten da sind als diejenigen, die auf der Erde vorhanden sind. Es gibt eben die verschiedensten Arten von Realitäten. Und daß überall in die Bilder, die der Mensch von sich aus machen kann, die Taten der Mondenwesen einfließen, diese Realität ist für die Betrachtung eigentlich wunderbarer als die spätere, wenn der Mensch durch die Geisteswelt durchgeht, wo er es in der Auswirkung seines irdischen Lebens mit den höheren Hierarchien zu tun hat, was man viel leichter begreift, weil das eine Art Fortsetzung ist. Aber diese radikale Umänderung des Menschen nach dem Tode dadurch, daß er mit Wesen in Beziehung tritt, die längst von der Erde weggegangen sind und auf dem Monde eine Art kosmischer Kolonie begründet haben, das ist etwas, was in einer außerordentlich starken Weise uns mit einer der irdischen Realität sehr naheliegenden — denn man macht es ja unmittelbar nach dem irdischen Leben durch — und doch wiederum von der irdischen grundverschiedenen Realität bekannt macht.
[ 43 ] I describe such things so that I may evoke in you, my dear friends, a concrete idea of the way in which realities other than those that exist on Earth are present. There are, in fact, the most diverse kinds of realities. And the fact that the deeds of the lunar beings flow into all the images that human beings can create on their own—this reality is actually more wondrous to contemplate than the later one, when a person passes through the spiritual world, where, as a result of their earthly life, they come into contact with the higher hierarchies—which is much easier to understand because it is a kind of continuation. But this radical transformation of the human being after death—through coming into contact with beings who have long since left the Earth and established a kind of cosmic colony on the Moon—is something that, in an extraordinarily powerful way, familiarizes us with a reality that is very close to earthly reality—since one experiences it immediately after earthly life—and yet, at the same time, is fundamentally different from it.
[ 44 ] Wenn nun die Menschen gar zu stark an dem Irdischen hängen, dann kann es sogar sein, daß sie es schwer haben, in diese Region sich hineinzufinden, wo die Mondenwesen sind. Da tritt dann das Folgende ein, das ich etwa in der Art charakterisieren möchte: Denken Sie sich, hier wäre die Erde (siehe Zeichnung, weiß), da der Mond (rot). Nun ist es ja so, daß die Mondenwirkungen, die eigentlich die reflektierten Sonnenwirkungen sind, gerade noch so weit in die Erde hineinwirken, dann hören sie auf zu wirken (gelb). Die Mondenwirkungen gehen nicht sehr weit in die Erde hinein, aber gerade noch so weit hinein, als die Pflanzenwurzeln in der Erde sich ausbreiten. Unter die Pflanzenwurzel-Schichte — und das ist ja eine sehr dünne Schichte gehen die Mondenwirkungen eigentlich nicht hinunter.
[ 44 ] If people are too strongly attached to earthly things, they may even find it difficult to find their way into this region where the lunar beings are. What happens then is something I would like to describe as follows: Imagine that here is the Earth (see diagram, white), and there is the Moon (red). Now, the lunar influences—which are actually the reflected influences of the Sun—penetrate just far enough into the Earth, and then they cease to have an effect (yellow). The lunar influences do not penetrate very far into the Earth, but just far enough to reach as far as the plant roots extend into the soil. The lunar influences do not actually penetrate below the layer of plant roots—and this is, after all, a very thin layer.


[ 45 ] Und es ist eigentlich nur eine kleine Hülle hier oben, wo die Mondenwirkungen festgehalten werden. Sonnenwirkungen gehen ja tief in die Erde hinein. Von der Sonnenwärme während des Sommers erhält sich die Wärme noch; wenn Sie die Kartoffeln in Gruben legen, da haben Sie noch die Wirkung während des Winters. Von den Sonnenwirkungen geht viel hinein in die Erde, von den Mondenwirkungen nur so weit, als die Pflanzenwurzel geht — eine dünne Schichte.
[ 45 ] And it’s really just a small shell up here where the moon’s effects are captured. The sun’s effects, of course, penetrate deep into the earth. The heat from the sun during the summer is retained; if you put potatoes in pits, you’ll still feel its effects during the winter. Much of the sun’s energy penetrates deep into the earth, whereas the moon’s effects reach only as far as the plant roots go—a thin layer.
[ 46 ] Es kann aber geschehen, daß Menschenwesenheiten nach dem Tode, wenn sie in die Mondenregion hinein sollen, in die Seelenwelt, und doch nicht recht sich verstehen können mit den Mondenwesen, gebannt werden von dieser dünnen Schichte von Mondenwirkungen, die dann aus der Erde gewissermaßen heraufrauchen, und dann eigentlich da für ein wirkliches sinnlich-übersinnliches Wahrnehmen wie eine Art Gespenster, wie Nachwirkungen des Menschen herumwandeln.
[ 46 ] It can happen, however, that after death, when human beings are to enter the lunar region—the world of souls— yet are unable to truly understand the lunar beings; they are bound by this thin layer of lunar influences, which then, as it were, rise up from the Earth, and there they wander about—for a genuine sensory-supersensory perception—like a kind of ghost, like the aftereffects of the human being.
[ 47 ] Die Sagen und Dichtungen, die von solchen Dingen existieren, die beruhen ja durchaus auf Realitäten. Man muß nur, um solche Dinge beurteilen zu können, ganz frei von Aberglauben sein, überall kritisch vorgehen, überall nur diejenigen Dinge nehmen, die sich prüfen lassen.
[ 47 ] The legends and stories that exist about such things are, after all, based entirely on reality. To be able to judge such things, one must simply be completely free of superstition, approach everything critically, and accept only those things that can be verified.
[ 48 ] Bei diesem Durchgang, der also ein Drittel des Erdenlebens dauert, bereitet sich zunächst das Karma vor. Denn die Mondenwesen nehmen ja teil an diesen negativen Bildern, die der Mensch von seinen Taten entwirft, auch von seinen Gedankentaten, und diese Mondenwesen haben ein gutes Gedächtnis, da sie ja alles das, was sie da erleben mit dem Menschen, in den Weltenäther eintragen.
[ 48 ] During this phase, which lasts one-third of a human lifetime, karma is first laid the groundwork. For the lunar beings do indeed participate in these negative images that human beings create from their actions—including their thoughts—and these lunar beings have a good memory, since they record everything they experience with human beings in the world ether.
[ 49 ] Wir gehen nun durch das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt hindurch, kommen wieder zurück. Da finden wir, wenn wir zurückkommen in die Mondenregion, alles das verzeichnet. Wir nehmen es in unser Erdenleben herein, auf daß wir es dann mit dem Erdenwillen ausführen.
[ 49 ] We now pass through life between death and a new birth, and return once more. When we return to the lunar region, we find that everything has been recorded there. We bring this into our earthly life so that we may then carry it out in accordance with our earthly will.
[ 50 ] Das ist zunächst dasjenige, was ich als eine grundlegende Betrachtung heute, meine lieben Freunde, vor Sie hinstellen möchte. Karmabildung beim rückläufigen Durchleben des Erdenwandels unmittelbar nach dem Tode
[ 50 ] That, my dear friends, is the fundamental point I would like to present to you today. The formation of karma during the retrograde experience of the earthly life immediately after death
