Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236
16 May 1924, Dornach
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Esoteric Considerations of Karmic Connections, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Wir haben das letzte Mal besprochen, wie sich gewissermaßen der Keim bildet zum Karma in derjenigen Zeit, die unmittelbar auf den Durchgang des Menschen durch die Todespforte folgt. Und ich habe versucht darzustellen, wie mit einer großen Lebendigkeit, mit einer starken inneren Kraft gerade die Erlebnisse, die der Mensch in dieser Zeit, die etwa ein Drittel der Lebenszeit umfaßt, durchmacht, wie diese Erlebnisse mit einer ungeheuren Stärke auf ihn wirken, und wie sie auf den Betrachter wirken, der das Leben des Menschen in dieser Zeit verfolgt. Nun müssen wir ja ins Auge fassen, wie die irdische Welt, innerhalb welcher sich eigentlich die Erfüllung und die Bildung des Karma abspielt, auf den Menschen wirkt, und wie anders die außerirdische Welt wirkt.
[ 1 ] Last time, we discussed how, in a sense, the seed of karma is formed during the period immediately following a person’s passage through the gate of death. And I tried to illustrate how, with great vividness and a powerful inner force, the very experiences a person undergoes during this period—which encompasses about one-third of their lifetime—how these experiences affect them with tremendous intensity, and how they affect the observer who follows the person’s life during this time. Now we must consider how the earthly world—within which the fulfillment and formation of karma actually take place—affects the human being, and how differently the extra-earthly world affects them.
[ 2 ] Wenn wir sozusagen auf den Schauplatz unseres Karma hinblicken, der also die Erde ist, dann werden wir finden, daß das, was zur Erde gehört — alle die Wesen der verschiedenen Naturreiche —, einen realen Einfluß auf den Menschen hat, der da ist, der sich geltend macht im Leben des Menschen, und sich auch geltend macht dann, wenn der Mensch nicht seine Erkenntnis richtet auf das, was in seiner irdischen Umgebung ist. Der Mensch muß sich nähren, der Mensch muß wachsen; dazu muß er die Stoffe der Erde aufnehmen. Sie wirken durch ihre Qualitäten, sie wirken durch ihre inneren Kräfte auf ihn ein, und sie wirken ganz unabhängig von seiner Erkenntnis auf ihn ein. Und man kann sagen, wenn das auch etwas radikal gesprochen ist: Gleichgültig, wie sich der Mensch in seinem Seelenleben zu den verschiedenen Reichen, die im irdischen Dasein um ihn herum sind, verhält, er kommt in Beziehung, er kommt in ein Verhältnis zu diesen Tatsachen seiner physisch-irdischen Umgebung.
[ 2 ] If we look, so to speak, at the stage of our karma—which is, of course, the Earth—we will find that what belongs to the Earth—all the beings of the various kingdoms of nature—has a real influence on the human being who is there; this influence makes itself felt in human life, and makes itself felt even when the human being does not direct his awareness toward what is in his earthly surroundings. The human being must nourish himself; the human being must grow; to do so, he must take in the substances of the Earth. They act upon him through their qualities, they act upon him through their inner forces, and they act upon him entirely independently of his awareness. And one could say—even if this is put somewhat radically—that regardless of how a person relates in their soul life to the various realms surrounding them in earthly existence, they come into contact with, and form a relationship to, these facts of their physical-earthly environment.
[ 3 ] Man muß das ja auf den verschiedensten Gebieten des Lebens bemerken. Man muß zum Beispiel sagen: Wie wäre es, wenn wir in der Aufnahme der Quantität unserer Nahrungsmittel abhängig wären von dem, was wir von der Wirkung der menschlichen Nahrungsmittel auf den Organismus wissen? Wir können gar nicht warten damit, irgend etwas darüber zu erfahren, sondern uns treibt ein Verhältnis zu der irdischen Umwelt, das von unserem Wissen ganz unabhängig ist, auch in gewissem Sinne von unserem Seelenleben ganz unabhängig ist. Aber denken Sie nur einmal den vollen Gegensatz schon zu der Sternenwelt. Von einem Einflusse der Sternenwelt kann ja innerhalb derselben instinktiven Grundlage, innerhalb welcher von dem Einfluß der irdischen Reiche die Rede ist, nicht die Rede sein. Der Mensch kann die Sternenwelt bewundern. Er kann mancherlei Anregungen empfangen von der Sternenwelt. Aber denken Sie nur einmal, wie sehr er schon in bezug auf alles das, was die Sternenwelt betrifft, auf sein Seelenleben angewiesen ist, wie diese Sternenwelt auf sein Seelenleben wirken muß. Nehmen Sie das nächste Gestirn, das im Außerirdischen mit dem Menschen in einem Verhältnis steht, nehmen Sie den Mond. Sie wissen ja aus dem trivialen Leben, daß der Mond einen gewissen Einfluß auf das Phantasieleben der Menschen hat. Und selbst diejenigen, die alles übrige ableugnen wollen von dem Einflusse der Gestirne auf den Menschen, sie werden nicht ableugnen das, was ganz unbewußt — ich zitiere ein berühmtes romantisches Wort — aus der «mondbeglänzten Zaubernacht» auf die menschliche Phantasieregsamkeit als Wirkung ausgeübt wird.
[ 3 ] One really has to take this into account in the most diverse areas of life. For example, one might ask: What if, in determining the quantity of food we consume, we were guided by what we know about the effects of human food on the organism? We cannot afford to wait to learn anything about this; rather, we are driven by a relationship to the earthly environment that is entirely independent of our knowledge—and, in a certain sense, entirely independent of our inner life as well. But just consider the stark contrast to the world of the stars. There can be no question of an influence from the world of the stars within the same instinctive framework in which we speak of the influence of the earthly realms. Human beings can admire the world of the stars. They can receive all manner of inspiration from it. But just consider how much they depend on their inner life in relation to everything concerning the world of the stars, and how this world of the stars must affect their inner life. Take the nearest celestial body that stands in a relationship to human beings in the outer world—take the Moon. You know from everyday life that the Moon has a certain influence on people’s imaginative life. And even those who wish to deny every other aspect of the celestial bodies’ influence on human beings will not deny the effect that—quite unconsciously—is exerted on human imaginative activity by the “moonlit enchanted night,” to quote a famous Romantic phrase.
[ 4 ] Aber man kann sich nicht denken, daß selbst diese allernächste gröbste Wirkung, die auf den Menschen ausgeübt wird von seiten der Sternenwelt, mit Ausschluß des menschlichen Seelenlebens vor sich gehen, daß ein Verhältnis eintreten könnte, wie dasjenige des Menschen zu seiner irdischen Umgebung ist, wo es ja wirklich nicht stark davon abhängt, was der Mensch weiß von der Wirkung des Kohles auf seine verschiedenen Organe, ob er den Kohl bewundert oder nicht — er muß ihn eben essen. Und eigentlich kommt die ganze Erkenntnis hinzu als etwas, was ja gewiß das menschliche Seelenleben hinaushebt über das Naturleben; aber der Mensch lebt eben innerhalb der Natur sein eigenes Leben, und das geistige Leben kommt da bloß dazu. Hingegen mit Ausschluß des geistigen Lebens kann man sich nicht einmal einen Einfluß der Gestirnwelt auf den Menschen denken, geschweige denn derjenigen Welt, die hinter der Gestirnwelt steht als die Welt der Hierarchien, als die Welt der höheren geistigen Wesenheiten. Nun, sozusagen auf der untersten Stufenleiter der Hierarchien stehen diejenigen Wesenheiten, von denen ich Ihnen das letzte Mal gesagt habe, daß sie eigentlich die Erlebnisse des Menschen nach dem Tode, indem sie selbst darinnen leben, so intensiv, so kraftvoll gestalten, so stark machen. Würden nicht diese Mondenwesen, die einmal die großen Urlehrer der Menschheit auf Erden waren, sozusagen darinnenleben in dem, was der Mensch erfährt, nachdem er durch die Todespforte gegangen ist, so würden die Erlebnisse nach dem Tode traumhafte Erlebnisse sein. Sie sind aber nichts weniger als traumhaft. Es sind Erlebnisse, die stärker sind als die sogenannten normalen Erlebnisse des Erdenlebens. Es bereitet sich an diesen Erlebnissen das Karma vor, weil wir da intensiv in all den anderen leben, nicht in uns, und es ausgleichen müssen. Wir erleben die Dinge so, wie sie der andere erlebt, dem wir sie zugefügt haben, und wir erleben sie mit einer ungeheuren Stärke. Wir bereiten also während dieser Erlebnisse unser Karma vor. In der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt findet dann der Übergang statt von dem Miterleben dieser Mondenwesenheiten zu dem, was nun Wesenheiten mit dem Menschen zusammen erleben, die nie auf der Erde gewesen sind. Die Mondenwesenheiten, von denen ich das letzte Mal gesprochen habe, sind ja innerhalb des Erdendaseins dagewesen. Das habe ich charakterisiert. Aber dann steigt der Mensch, in einer späteren Zeit zwischen dem Tode und neuer Geburt, zu Wesenheiten auf, die niemals auf Erden waren.
[ 4 ] But one cannot imagine that even this most immediate and grossest effect exerted on human beings by the world of the stars could take place without involving human soul life—that a relationship could arise similar to that between human beings and their earthly environment, where it really does not depend greatly on what a person knows about the effect of cabbage on their various organs, or whether they admire cabbage or not—they simply have to eat it. And in fact, all knowledge comes into play as something that certainly elevates human soul life above natural life; but human beings live their own lives within nature, and spiritual life is merely an addition to that. On the other hand, if we exclude spiritual life, we cannot even conceive of an influence of the celestial world on human beings, let alone that world which lies beyond the celestial world—the world of the hierarchies, the world of the higher spiritual beings. Now, standing, so to speak, on the lowest rung of the ladder of hierarchies are those beings of whom I told you last time that they actually shape human experiences after death—by living within them themselves—making them so intense, so powerful, so strong. If these lunar beings—who were once the great primordial teachers of humanity on Earth—did not, so to speak, live within what a person experiences after passing through the gate of death, then those experiences after death would be dreamlike. But they are anything but dreamlike. These are experiences that are more intense than the so-called normal experiences of earthly life. Karma is prepared through these experiences, because we live intensely within all the others—not within ourselves—and must balance it out. We experience things as the other person experiences them—the one to whom we have inflicted them—and we experience them with tremendous intensity. So during these experiences, we prepare our karma. In the time between death and a new birth, the transition then takes place from sharing in the experiences of these lunar beings to what is now experienced together with human beings by entities that have never been on Earth. The lunar beings I spoke of last time were, after all, present during earthly existence. I have characterized that. But then, at a later stage between death and a new birth, the human being ascends to beings who have never been on Earth.
[ 5 ] Da haben wir zunächst eine Gruppe von Wesenheiten innerhalb der höheren Hierarchien, denen wir den Namen Angeloi gegeben haben. Diese Wesenheiten sind ja sozusagen unsere Führer von einem Erdenleben zu dem anderen. Sie geleiten uns von dem einen Erdenleben zu dem anderen. Sie sind diejenigen Wesenheiten, denen wir nach oben hin am nächsten stehen, denen wir eigentlich immer auch im Erdenleben sehr nahestehen. Es ist ja so: Wenn wir über äußere Verhältnisse nachdenken, wenn wir also nachdenken über das, was wir gesehen, was wir gehört haben, was wir etwa aus der Natur oder aus der Geschichte aufgenommen haben, oder was uns eben andere Menschen gesagt haben, wenn wir über diese Dinge nachdenken, die von außen während des Erdenlebens an uns herankommen, wenn wir uns nur diesen von außen eingegebenen Gedanken hingeben, dann hat das Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, zu dem wir gehören, nicht viel mit unseren Gedanken zu tun. Denn diese Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi waren ja selber niemals Erdenbewohner wie die Menschen oder wie diese Urlehrer, die allerdings nur im Ätherleib vorhanden waren, aber immerhin Erdenbewohner waren. Solche Erdenbewohner sind ja nicht die Wesenheiten, die wir mit dem Namen Angeloi bezeichnen, so daß unser Verhältnis zu ihnen eben schon ein anderes ist als zu den Mondenwesen, von denen ich eben gesprochen habe.
[ 5 ] First, there is a group of beings within the higher hierarchies whom we have named Angeloi. These beings are, so to speak, our guides from one earthly life to the next. They accompany us from one earthly life to the next. They are the beings to whom we are closest in the higher realms, and to whom we are actually always very close even during our earthly lives. The fact is: When we reflect on external circumstances—that is, when we reflect on what we have seen, what we have heard, what we have absorbed from nature or history, or what other people have told us—when we reflect on these things that come to us from the outside during our earthly lives, if we give ourselves over solely to these thoughts imposed from the outside, then the being from the hierarchy of the Angeloi, to which we belong, has little to do with our thoughts. For these beings from the hierarchy of the Angeloi were themselves never inhabitants of the Earth like human beings or like those primordial teachers, who, though they existed only in the etheric body, were nonetheless inhabitants of the Earth. Such inhabitants of the Earth are not the beings we refer to as Angeloi, so our relationship to them is already different from our relationship to the lunar beings I just spoke of.
[ 6 ] Aber immerhin, indem wir nach dem Tode die Wege durchgehen, die in gewissem Sinne an den Planeten vorbeiführen, und wir in den Bereich der Mondenwesen kommen, sind wir zugleich innerhalb der Mondenregion in dem Bereich der Angeloi. So daß wir also tatsächlich in der Zeit schon, in der wir mit den zu Mondenbewohnern gewordenen Urlehrern der Menschheit zusammenleben, auch zusammenleben in einer bewußten Weise mit den Wesen, die wir als Angeloi bezeichnen. Dann schreiten wir weiter. Und indem wir weiterschreiten, kommen wir in den Bereich, der in aller Geisteswissenschaft, die es je gegeben hat, als der Bereich des Merkur bezeichnet wird. Da, in diesem Bereich, leben nicht mehr Wesen, die einmal auf Erden waren. Es leben nur Wesen da, die niemals auf Erden waren. Wir kommen dann, indem wir die Merkurregion betreten in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in den Bereich der Archangeloi herein, und, indem wir dann die Venusregion betreten, in den Bereich der Archai.
[ 6 ] But at any rate, as we travel after death along paths that, in a certain sense, lead past the planets and bring us into the realm of the lunar beings, we are at the same time, within the lunar region, in the realm of the Angeloi. So, in fact, already during the time when we live together with the primordial teachers of humanity who have become lunar beings, we also live together in a conscious way with the beings we call the Angeloi. Then we proceed further. And as we proceed, we enter the realm that, in all spiritual science that has ever existed, is designated as the realm of Mercury. There, in this region, there are no longer beings who were once on Earth. Only beings who have never been on Earth dwell there. As we enter the Mercury region—in the time between death and a new birth—we enter the realm of the Archangels, and as we then enter the Venus region, we enter the realm of the Archai.
[ 7 ] Indem wir so durch diese Bereiche der dritten Hierarchie durchgehen, nähern wir uns also dem, was eigentlich die geistige Wesenheit der Sonne ist. Und die geistige Wesenheit der Sonne bei diesem Durchgang durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ist eigentlich im höchsten Sinne der Wohnplatz derjenigen Wesenheiten, die wir in der Wesensreihe der höheren Hierarchien als Exusiai, Dynamis und Kyriotetes bezeichnet haben. Also es ist die zweite Hierarchie, die eigentlich die Seele, der Geist des Sonnenlebens ist. In diesen Bereich treten wir ein. In diesem Bereich verbringen wir ja den größten Teil der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nun, diese Wesenheiten, sie können eigentlich nur dann verstanden werden, wenn wir ins Auge fassen, wie sie ganz und gar ihr Dasein abseits von alldem haben, was uns Menschen zu Erdenmenschen macht, was uns Menschen einspannt in den Umkreis der Naturgesetze. Naturgesetze, wie wir sie auf der Erde anerkennen, gibt es ja nicht im Bereich des wirklichen Sonnenlebens. Im Bereich des wirklichen Sonnenwirkens sind geistige Gesetze, also auch Willensgesetze zum Beispiel, und Naturgesetze einerlei, durchaus einerlei. Da widersprechen nicht Naturgesetze irgendwie den geistigen Gesetzen, sondern da sind Naturgesetz und geistiges Gesetz eine völlige Einheit.
[ 7 ] As we pass through these realms of the third hierarchy in this way, we thus draw closer to what is actually the spiritual essence of the Sun. And the spiritual essence of the Sun during this passage through life between death and a new birth is, in the highest sense, the dwelling place of those beings whom we have designated in the hierarchy of the higher realms as Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. Thus, it is the second hierarchy that is, in fact, the soul, the spirit of solar life. It is into this realm that we enter. It is in this realm that we spend the greater part of the time between death and a new birth. Now, these beings can truly be understood only when we consider how their existence is entirely separate from everything that makes us human beings on Earth—everything that binds us within the sphere of the laws of nature. Natural laws, as we recognize them on Earth, do not exist in the realm of true solar life. In the realm of true solar activity, spiritual laws—including, for example, laws of the will—and natural laws are one and the same; they are entirely one and the same. There, natural laws do not in any way contradict spiritual laws; rather, natural law and spiritual law form a complete unity.
[ 8 ] Und machen Sie sich nur, meine lieben Freunde, die Konsequenzen einer solchen Sache ganz klar. Wir leben hier im Erdenleben. Wir erleben im Erdenleben das eine und das andere. Wir erleben innerhalb des Erdenlebens, wie wir uns bemühen, das Gute zu vollbringen, wie wir uns bemühen vielleicht, nicht abzuirren von irgendeinem Pfade, den wir als den uns moralisch angemessenen betrachten. Wir vollbringen gewisse Taten aus solchen Intentionen heraus. Wir sehen jemanden anderen, bei dem wir nicht anders können, als ihm nicht solche Intentionen zuzuschreiben, sondern bei dem wir einfach genötigt sind, ihm böse Absichten zuzuschreiben. Wir warten ein paar Jahre, nachdem wir unsere guten Absichten, wie wir meinen, neben den bösen Absichten des anderen entwickelt haben. Wir sehen, daß wir mit unseren guten Absichten, wie wir sagen, nicht durchgedrungen sind, daß sie nicht nur keine Wirkung gehabt haben, sondern daß wir vielleicht in dasjenige, was wir irdisches Unglück nennen, hineingekommen sind, während der andere, von dem wir die Vorstellung haben, er habe gar nicht gute Absichten gehabt, neben uns in einem scheinbaren, zunächst äußeren Glücke lebt.
[ 8 ] And, my dear friends, please be fully aware of the consequences of such a thing. We live here in earthly life. In earthly life, we experience one thing and another. Within earthly life, we experience how we strive to do good, how we strive, perhaps, not to stray from whatever path we consider morally appropriate for us. We perform certain actions based on such intentions. We see someone else whom we cannot help but attribute such intentions to—or rather, whom we are simply compelled to attribute evil intentions to. We wait a few years after having, as we believe, developed our good intentions alongside the other person’s evil intentions. We see that our good intentions, as we say, have not prevailed; that not only have they had no effect, but that we may have fallen into what we call earthly misfortune, while the other person—whom we believe had no good intentions at all—lives alongside us in apparent, at least outward, happiness.
[ 9 ] Das ist ja etwas, was so viele Menschen, die das irdische Leben allein betrachten, darauf führt, mit diesem irdischen Leben zu hadern, zu sagen, im irdischen Leben offenbare sich nicht eine Macht, die das Gute und das Böse in entsprechendem Sinne behandelt. Und niemand, der das Leben schließlich unbefangen beobachtet, wird dem, der so sagt, absolut unrecht geben können. Denn wer wollte denn, wenn er real im Leben steht, sagen, daß alles das, was den Menschen im Leben trifft, irgendwie zusammenhängend sei nach Verdienst oder Schuld mit dem, was aus seinen Absichten in diesem Erdenleben herausgeflossen ist? Wir haben dieses Erdenleben und können eigentlich nicht anders sagen, wenn wir den Verlauf dieses Erdenlebens betrachten, als daß wir unmöglich irgendeinen Ausgleich in diesem Erdenleben für das, was geistig-moralisch aus unserer Seele fließt, finden können. Warum nicht?
[ 9 ] This is precisely what leads so many people—who view earthly life in isolation—to struggle with this earthly life, to say that earthly life does not reveal a power that deals with good and evil in an appropriate manner. And no one who observes life impartially will be able to say that those who speak this way are entirely wrong. For who, when standing firmly in the reality of life, would say that everything that befalls a person in life is somehow connected—in terms of merit or fault—to what has flowed from their intentions in this earthly life? We have this earthly life, and when we consider its course, we can really say nothing else but that it is impossible to find any compensation in this earthly life for what flows from our soul in spiritual and moral terms. Why not?
[ 10 ] Ja, weil wir nicht in der Lage sind, unsere Intentionen, die innersten Kräfte, die unser moralisch-seelisches Leben beherrschen, von uns aus meinetwillen in ganz freiem Willen beherrschen, weil wir nicht imstande sind, diese in diejenige Wirklichkeit unmittelbar überzuführen, in der wir auf der Erde leben. Da draußen verfließen die Naturgesetze, da draußen verfließen jene Tatsachen, die unter dem Einflusse der verschiedenen Menschen vor sich gehen. Wir müssen ja doch uns klar sein, daß zunächst für das Erdenleben ein Abgrund ist, sagen wir von a zu b, zwischen dem, was in unserer Seele vorgeht als Willensimpulse, und demjenigen, was wir im äußeren Leben als unser Schicksal verwirklicht sehen.
[ 10 ] Yes, because we are not able to control our intentions—the innermost forces that govern our moral and spiritual life—of our own accord and of our own free will; because we are not able to translate these directly into the reality in which we live on Earth. Out there, the laws of nature unfold; out there, the events that take place under the influence of various people unfold. We must, after all, be clear that, at least as far as earthly life is concerned, there is a gulf—let’s say from a to b—between what takes place in our soul as impulses of the will and what we see realized in our outer life as our destiny.


[ 11 ] Sie brauchen nur einmal sich zu fragen: Wieviel in diesem äußeren Leben, wieviel von dem, was Schicksal ist, was also bedeutsam ist für das Menschenleben, geht unmittelbar aus den Intentionen, die Sie in der Seele tragen, als Verwirklichung hervor? — Diese Welt, diese irdische, ist eben nicht diejenige, in der die Geistesgesetze, nach denen der Mensch sich beherrschen läßt oder selbst beherrscht, unmittelbar auch Naturgesetze sind; sie sind nicht Naturgesetze, sie verlaufen bloß im Inneren des Menschen. Und man kann, wenn man unbefangen auf die Welt hinschaut, nur so sagen: Wenn irgend jemand gute Absichten, die ich habe, umdeutet in schlechte, wenn er meine guten Absichten kennt und, weil vielleicht mein Schicksal in ein paar Jahren ein unglückliches ist trotz meiner guten Absichten, er sie so deutet, daß er sie schlecht nennt und sich nun etwa darauf beruft: Das ist nun eingetreten, ich habe ja schon dazumal gesagt, daß deine Absichten schlecht sind! — dann würde dies eine unmögliche Art zu denken darstellen. Von Seele zu Seele muß das Geistige wirken. Aber in der äußeren Erdenwelt wirkt eben schicksalsmäßig zunächst noch nicht das Geistige.
[ 11 ] You need only ask yourself once: How much of this external life, how much of what constitutes destiny—and is therefore significant for human life—arises directly from the intentions you hold in your soul as a reality? — This world, this earthly one, is precisely not the one in which the spiritual laws by which a person allows themselves to be governed or governs themselves are also directly natural laws; they are not natural laws; they operate solely within the human being. And if one looks at the world impartially, one can only say this: If anyone were to reinterpret the good intentions I have as bad ones—if, knowing my good intentions, and perhaps because my fate in a few years will be an unhappy one despite my good intentions, he were to interpret them in such a way that he calls them bad and then, for example, were to say: “This has now come to pass; I told you back then that your intentions were bad!” — then this would represent an impossible way of thinking. The spiritual must work from soul to soul. But in the outer earthly world, the spiritual does not yet operate in accordance with destiny.
[ 12 ] Und so müssen wir scharf diese Tatsache ins Auge fassen, daß ein Abgrund besteht für das irdische Leben zwischen dem Moralisch-Seelischen und dem Naturhaft-Physischen. Dieser Abgrund besteht, weil die Geistesgesetze mit den Naturgesetzen nicht zusammenkommen.
[ 12 ] And so we must clearly face the fact that there is a gulf in earthly life between the moral-spiritual and the natural-physical. This gulf exists because the spiritual laws do not align with the laws of nature.
[ 13 ] Wenn Menschen ganz absehen von derjenigen Welt, die sich nun an die irdische anschließt, von b bis c, von dem Tod bis zu einer neuen Geburt — indem sie diese Welt nicht ins Auge fassen, indem sie denken, wir könnten wegen der Erkenntnisgrenzen von dieser Welt nichts wissen —, was können solche Menschen nun sagen? Sie können sagen: Ja, die Naturgesetze und das, was der Mensch deshalb tut und erlebt, weil er in Naturgesetzen drinnensteht, das ist eine Wirklichkeit, das ist real, darüber kann sich unsere Erkenntnis, unser Wissen erstrecken; was aber mit den Intentionen geschieht, die als seelisch-geistige Erlebnisse in unserem Inneren sind, das kann man nicht wissen. — Wenn man nicht hinschaut auf das «b bis c», so kann man darüber nichts wissen. Man kann also nur daran glauben, daß diese Dinge, die da in unserer Seele leben, sich auch irgendwie verwirklichen. In demselben Maße, in dem seit den alten Zeiten der Menschheitsentwickelung das Wissen von b bis c zurückgegangen ist, verglommen ist, in demselben Maße trat diese Scheidung ein zwischen Wissen und Glauben.
[ 13 ] If people completely disregard the world that follows the earthly one—from b to c, from death to a new birth—by not considering this world at all, by thinking that we cannot know anything about it because of the limits of our knowledge—what can such people say? They might say: Yes, the laws of nature and what human beings do and experience because they are subject to these laws—that is a reality; that is real, and that is the extent of our understanding and knowledge; but what happens to the intentions that exist within us as soul-spiritual experiences—that we cannot know. — If one does not look at “b through c,” one cannot know anything about them. One can therefore only believe that these things, which live within our soul, also come to fruition in some way. To the same extent that, since the ancient times of human development, knowledge of b through c has declined and faded away, to that same extent did this separation between knowledge and belief come about.
[ 14 ] Aber in demselben Maße, in dem man von Wissen und Glauben redet, kann man nicht mehr vom Karma sprechen. Denn Karma drückt eine Gesetzmäßigkeit aus, nicht etwas bloß Geglaubtes, ebenso wie irgendein Naturgeschehen eine Gesetzmäßigkeit ausdrückt.
[ 14 ] But to the same extent that one speaks of knowledge and belief, one can no longer speak of karma. For karma expresses a law, not merely something that is believed, just as any natural phenomenon expresses a law.
[ 15 ] Wenn wir aber nun, sagen wir von der allerersten Zeit ab, die ich Ihnen charakterisiert habe, auf unseren Durchgang durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hinblicken, dann betreten wir damit in der Betrachtung eine Welt, in der nun die Wesen der zweiten Hierarchie, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes leben, und statt des irdischen Daseins haben wir ein Sonnendasein (siehe Zeichnung Seite 188); denn auch wenn wir über die Sternenregion hinauskommen, die Sonne bleibt scheinend, nicht im physischen Sinne, aber sie bleibt scheinend, wenn wir da durchgehen durch die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Während hier auf Erden die Sonne auf uns herunterscheint mit ihren physischen Wirkungen, scheint dann in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt die Sonne sozusagen hinauf zu uns, das heißt, es tragen uns die Wesen der Sonne, die Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Aber in der Welt, in der wir dann sind, haben die Naturgesetze, die im Erdenleben sind, gar keinen Sinn mehr, sondern da geschieht alles im Sinne von geistigen Gesetzen, im Sinne von Gesetzen, die durchaus geistig-seelisch sind. Dort braucht ja kein Gras zu wachsen, dort braucht auch keine Kuh Gras zu fressen, denn Kühe und Gräser gibt es dort nicht. Da ist alles geistig. Und innerhalb dieses Geistbereiches liegt die Möglichkeit, daß wir die Intentionen verwirklichen, die wir in der Seele haben und die sich hier im Erdenbereich nicht verwirklichen können, so wenig verwirklichen können, daß das Gute zum Unglück, das Böse im extremen Fall zum Glück sogar führen kann. Denn da alles das dort durchaus nach seinem inneren Wert und nach seinem inneren Wesen sich realisiert und auslebt, ist es nicht möglich, daß nicht jedes Gute die Wirkung hat nach dem Maß seiner Gutkraft und jedes Böse nach dem Maß seiner Bosheitkraft, und zwar auf eine ganz besondere Art, auf die besondere Art, sehen Sie, daß vom Sonnendasein — also von demjenigen Dasein, das eigentlich die zweite Hierarchie, die Exusiai, Dynamis, Kyriotetes in sich birgt — ausgeht eine, ich möchte sagen, durch und durch wohlgefällige Aufnahme alles dessen, was wir an guten Intentionen hier auf Erden in unserem Seelenleben haben.
[ 15 ] But if we now look back—say, from the very earliest time I have described to you—on our passage through life between death and a new birth, we thereby enter, in our contemplation, a world in which the beings of the second hierarchy—Exusiai, Dynamis, Kyriotetes—now live, and instead of earthly existence, we have a solar existence (see illustration on page 188); for even when we move beyond the region of the stars, the Sun continues to shine—not in the physical sense, but it continues to shine as we pass through the time between death and a new birth. While here on Earth the sun shines down upon us with its physical effects, in the life between death and a new birth the sun, so to speak, shines up toward us—that is, we are carried by the beings of the sun, the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. But in the world where we then find ourselves, the laws of nature that govern earthly life no longer have any meaning at all; instead, everything there takes place in accordance with spiritual laws—laws that are entirely spiritual and soul-related. After all, no grass needs to grow there, nor does any cow need to eat grass, for there are no cows or grasses there. Everything there is spiritual. And within this spiritual realm lies the possibility for us to realize the intentions we hold in our souls—intentions that cannot be realized here in the earthly realm, so much so that good can even lead to misfortune, and evil, in extreme cases, to happiness. For since everything there is realized and lived out entirely according to its inner value and inner nature, it is impossible for any good not to have an effect commensurate with the measure of its power of good, and for any evil not to have an effect commensurate with the measure of its power of evil—and this in a very special way, namely the special way—you see—that emanates from the solar existence—that is, from that existence which actually embodies the second hierarchy, the Exusiai, Dynamis, Kyriotetes—there emanates, I would say, a thoroughly gracious reception of all the good intentions we have here on Earth in our inner lives.
[ 16 ] Man könnte die Sache auch so ausdrücken, daß man sagt: Mit Wohlgefallen wird alles das in diesem Sonnendasein aufgenommen, was der Mensch mit der Nuance des Guten in seiner Seele erlebt, aber das Böse wird überhaupt zurückgewiesen. Es kann nicht hineingelangen in dieses Sonnendasein.
[ 16 ] One could also put it this way: Everything that a person experiences in their soul with a nuance of goodness is joyfully received into this solar existence, but evil is rejected entirely. It cannot enter into this solar existence.
[ 17 ] Ich habe in jenem Kurs, den ich noch im abgebrannten Goetheanum drüben halten durfte, dem sogenannten «Französischen Kurs», darauf hingewiesen, wie der Mensch sein schlimmes Karma zurücklassen muß, bevor er in einen gewissen Zeitpunkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt eintritt. Das Böse kann nicht hinein ins Sonnendasein. Es gibt ein gewisses Sprichwort, das sich ja allerdings im Bewußtsein der heutigen Menschen nur auf die physischen Sonnenwirkungen bezieht. Dieses Sprichwort besagt, die Sonne scheine über Gute und Böse in gleichem Sinne. Das tut sie schon; aber sie nimmt das Böse nicht auf. Wenn Sie geistig dasjenige sehen, was im Menschen gut ist in der Seele, so ist das hell wie das Sonnenlicht, aber hell auf geistige Weise. Wenn Sie aber sehen, was im Menschen böse ist, so ist das finster wie ein Ort, an den kein Sonnenlicht hinkommt. Und so muß alles Böse vom Menschen zurückgelassen werden, wenn er das Sonnendasein betritt. Er kann es nicht mitnehmen.
[ 17 ] In that course—which I was still allowed to teach over at the burned-down Goetheanum, the so-called “French Course”—I pointed out how a person must leave their bad karma behind before entering a certain period between death and a new birth. Evil cannot enter into solar existence. There is a certain proverb that, admittedly, in the consciousness of people today refers only to the physical effects of the sun. This proverb states that the sun shines equally upon the good and the evil. It does indeed do that; but it does not absorb evil. If you see spiritually what is good in a person’s soul, it is as bright as sunlight—but bright in a spiritual sense. But if you see what is evil in a person, it is as dark as a place where no sunlight reaches. And so all evil must be left behind by a person when they enter the solar realm. They cannot take it with them.
[ 18 ] Denken Sie aber nur: Der Mensch in seinem irdischen Leben ist ja eine Einheit. Sein physisches und seelisch-geistiges Dasein sind miteinander verbunden, sind eine Einheit. In den Adern eines Menschen, der nur Böses im Schilde führt — wenn man das auch nicht mit groben Instrumenten nachweisen kann —, strömt das Blut nicht nur anders, sondern es ist sogar anders zusammengesetzt als bei einem Menschen, der Gutes in seiner Seele trägt!
[ 18 ] But just think about it: A human being, in his earthly life, is, after all, a unified whole. His physical and soul-spiritual existence are interconnected; they form a unity. In the veins of a person who harbors only evil intentions—even if this cannot be proven with crude instruments—the blood not only flows differently, but is even composed differently than in a person who carries goodness in their soul!
[ 19 ] Nun denken Sie sich, ein recht böser Mensch kommt an vor dem Sonnendasein in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Er muß alles zurücklassen, was böse ist. Ja, damit bleibt aber ein gutes Stück von ihm selbst zurück, denn das Böse ist eben mit ihm verbunden. Es ist eine Einheit mit ihm. Wenigstens insofern es eine Einheit ist, muß er von sich selber dasjenige zurücklassen, was eben in ihm als Böses lebte.
[ 19 ] Now imagine that a truly evil person arrives at the state of being in the light—that phase of life between death and a new birth. He must leave behind everything that is evil. Yes, but in doing so, a significant part of himself remains behind, for evil is, after all, connected to him. It is one with him. At least insofar as it is one with him, he must leave behind that part of himself which lived within him as evil.
[ 20 ] Nun also, wenn hier der Mensch an dieser Stelle von sich selbst, von seiner eigenen Wesenheit etwas zurücklassen muß, was ist denn die Folge davon? Daß er verkümmert, gewissermaßen als geistiger Krüppel in das Sonnendasein kommt. Und das Sonnendasein kann ja nur mit dem etwas anfangen, was der Mensch von sich in dieses Sonnendasein hereinbringt. Das andere muß er zurücklassen.
[ 20 ] Well then, if at this point a human being must leave behind something of himself, of his own being, what is the consequence of this? That he withers away and enters into the solar existence, as it were, as a spiritual cripple. And solar existence can, of course, only make use of what a person brings with them into this solar existence. They must leave the rest behind.
[ 21 ] Nun wird das Sonnendasein diejenigen Wesenheiten in seine Nähe führen, die mit ihm zusammenarbeiten können, die mit ihm zusammenwirken zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 21 ] Now, the Sun’s existence will draw near to it those beings who can work together with it, who can interact with it between death and rebirth.
[ 22 ] Aber nehmen Sie einen ganz extremen Fall, meine lieben Freunde, nehmen Sie den Fall, ein Mensch war so böse, so menschenunfreundlich, daß er allen Menschen Schlimmes in seinem Inneren gewünscht hat. Nehmen wir an, er war so böse, wie es diese Bosheit in Wirklichkeit gar nicht gibt, aber hypothetisch setzen wir voraus einen vollständigen Bösewicht. Was wird mit einem vollständigen Bösewicht, der sich ganz identifiziert hat mit dem Bösen, was wird mit dem sein, wenn er hier an diesen Punkt, sagen wir Alpha (siehe Zeichnung Seite 188), ankommt und zurücklassen muß von sich all das, was mit dem Bösen verbunden ist? Er wird sich selber zurücklassen müssen! Er wird also jene Zeit durchgemacht haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die ich Ihnen neulich beschrieben habe, er wird diese Welt im Bereiche der Mondenwesen durchgemacht haben, wird ja auch dasjenige Wesen aus der Hierarchie der Angeloi angetroffen haben, das besonders zu ihm gehört, auch andere Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, die wiederum mit diesem im Zusammenhang stehen. Aber nun kommt er an das Ende dieser Welt. Er nähert sich durch Merkur und Venus der Sonne, aber er muß zurücklassen, bevor er in das eigentliche Sonnendasein eintritt, sich selber, weil er im ganzen ein Bösewicht war. Was folgt daraus? Er tritt das Sonnendasein gar nicht an. Er muß, wenn er nicht überhaupt verschwinden will aus der Welt, sofort sich anschikken, wiederum verkörpert zu werden, wiederum ein Erdenleben anzutreten. So daß Sie also bei einem ausgepichten Bösewicht finden würden: Er tritt sehr rasch nach seinem Tode wiederum ein neues Erdenleben an.
[ 22 ] But let’s take a truly extreme case, my dear friends—let’s take the case of a person who was so evil, so inhuman, that he wished harm upon all people from the depths of his heart. Let’s assume he was as evil as such evil does not actually exist—but hypothetically, let’s assume a completely evil person. What will become of a thoroughly evil person who has completely identified with evil—what will become of him when he reaches this point here, let’s say Alpha (see diagram on page 188), and must leave behind everything connected with evil? He will have to leave himself behind! He will thus have gone through that period between death and a new birth that I described to you recently; he will have passed through this world in the realm of the lunar beings; he will indeed have encountered the being from the hierarchy of the Angeloi who belongs specifically to him, as well as other beings from the hierarchy of the Angeloi who, in turn, are connected to this one. But now he is reaching the end of this world. He approaches the Sun via Mercury and Venus, but before he enters the actual solar existence, he must leave his former self behind, because he was, on the whole, a villain. What follows from this? He does not enter into the solar existence at all. If he does not wish to disappear from the world entirely, he must immediately prepare to be reincarnated, to begin a new earthly life. So that in the case of a thoroughly wicked person, you would find that very soon after his death, he begins a new earthly life.
[ 23 ] Nun, solche ausgepichte Bösewichte gibt es ja eigentlich nicht. Alle Menschen sind in einem gewissen Sinne wiederum ein bißchen gut. Daher kommen schon alle Menschen wenigstens eine gewisse Strecke weit in das Sonnendasein hinein. Aber je nachdem der Mensch sich selber verkümmert hat als geistig-seelisches Wesen, kommt er weit oder nicht weit in das Sonnendasein hinein, und je nachdem gewinnt er auch aus dem Sonnendasein die Kraft, sein folgendes Erdenleben zu zimmern, aufzurichten, denn das, was der Mensch in sich trägt, kann nur aus dem Sonnendasein heraus aufgerichtet werden.
[ 23 ] Well, such thoroughly evil villains don’t really exist. All people are, in a certain sense, a little bit good. That is why all people do enter into the solar existence at least to a certain extent. But depending on how much a person has allowed their spiritual and soul nature to wither away, they will enter the solar existence to a greater or lesser extent; and depending on that, they will also draw from the solar existence the strength to shape and build up their next earthly life, for what a person carries within themselves can only be built up from within the solar existence.
[ 24 ] Sie kennen aus dem zweiten Teile des «Faust» jene Szene, in der Wagner in der Phiole den Homunkulus herstellt. Die Sache ist diese, daß Wagner, um wirklich etwas zu machen wie einen Homunkulus, die Kenntnis der Sonnenwesenheiten besitzen müßte. Nun, Goethe stellt ja nicht gerade den Wagner in seinem «Faust» so dar, als ob er die Kenntnis der Sonnenwesenheiten besäße, sonst wäre er nicht der «trockene Schleicher», nicht wahr, als den ihn Goethe darstellt. Wagner ist gewiß ein ganz gescheiter Mensch, aber die Kenntnis der Sonnenwesenheiten besitzt er nicht. Daher hilft ihm Mephistopheles, ein Geistwesen, das schon die Kenntnis der Sonnenwesenheiten besitzt; dadurch allein kommt etwas heraus. Das hat Goethe sehr gut empfunden, daß nur dadurch aus der Retorte etwas wie ein Homunkulus herauskommen kann, der dann auch irgend etwas entfalten kann.
[ 24 ] You are familiar with that scene from the second part of Faust in which Wagner creates the homunculus in a flask. The point is this: in order to actually create something like a homunculus, Wagner would have to possess knowledge of the solar beings. Well, Goethe doesn’t exactly portray Wagner in his Faust as if he possessed knowledge of the solar beings; otherwise, he wouldn’t be the “dry, sly fellow” that Goethe depicts him as, would he? Wagner is certainly a very intelligent person, but he does not possess knowledge of the solar beings. That is why Mephistopheles, a spiritual being who already possesses knowledge of the solar beings, helps him; only through this does anything come of it. Goethe sensed this very well: that only in this way can something like a homunculus emerge from the retort, which can then also develop into something.
[ 25 ] Man muß sich durchaus klar sein: Das Menschliche kommt nicht aus dem Irdischen, sondern nur aus dem Sonnenhaften zustande. Und das Irdische im Menschen ist in dem Sinne, wie es in den «Leitsätzen» dargestellt ist, nur Bild. Der Mensch trägt in sich das Sonnenhafte. Das Irdische ist nur Bild beim Menschen.
[ 25 ] One must be absolutely clear about this: what is human does not arise from the earthly, but only from the solar. And the earthly aspect of the human being is, in the sense described in the “Guiding Principles,” merely an image. The human being carries the solar within. The earthly is only an image in the human being.
[ 26 ] Sie sehen also, wir werden gewissermaßen durch die Weltenordnung zwischen dem Tod und einer neuen Geburt den hohen Sonnenwesen übergeben. Und diese hohen Sonnenwesen behandeln mit uns zusammen dasjenige von uns, was wir überhaupt in das Sonnendasein hineinbringen können. Das andere bleibt zurück. Und so muß das, was da zurückbleibt, beim Rückgang des Menschen zum Erdenleben gewissermaßen wieder abgeholt werden.
[ 26 ] So you see, between death and a new birth, we are, so to speak, entrusted to the high solar beings by the world order. And these high solar beings work with us to develop that part of us which we are able to bring into solar existence at all. The rest remains behind. And so, when a human being returns to earthly life, what remains behind must, in a sense, be retrieved again.
[ 27 ] Der Mensch geht hinaus ins Weltendasein — ich werde übermorgen beschreiben, wie das Weitere geschieht —, aber er kommt wieder zurück. Beim Rückgang kommt er wiederum durch die Mondenregion. Da findet er das, was er zurückgelassen hat an Bösem. Das muß er sich wieder eingliedern. Er gliedert es sich in der Form ein, wie er es durchgemacht hat, unmittelbar nachdem er durch die Todespforte geschritten ist. Er gliedert es sich so ein, daß es nun verwirklicht wird im irdischen Dasein.
[ 27 ] Human beings go out into the existence of the world—I will describe the rest of the process the day after tomorrow—but they come back again. On the return journey, he passes through the lunar region once more. There he finds the evil he left behind. He must reintegrate this into himself. He integrates it in the same way he experienced it immediately after passing through the gate of death. He integrates it in such a way that it is now realized in earthly existence.
[ 28 ] Also bleiben wir bei dem etwas abstoßenden Beispiel, das ich neulich erwähnt habe: Habe ich einem eine Ohrfeige gegeben im Erdenleben, so spüre ich unmittelbar bei dem Rückwärtsgang nach dem Durchgang durch die Todespforte, wie ihn, den anderen, das geschmerzt hat. Das erscheint mir, das finde ich auch wiederum, wenn ich zurückkehre, für das strebe ich nach Verwirklichung. Soll also dasjenige mich treffen, was von dem, das der andere erlebt hat, ausgeht, so habe ich das selber angestrebt beim Hingehen; die Tendenz dazu trage ich wiederum ins irdische Leben herein, wenn ich zurückkehre. Aber sehen wir von dem zunächst ab; von dieser Erfüllung des Karma werde ich übermorgen sprechen. Doch Sie sehen ja ein: Was ich da wieder finde, das entbehrt des Durchganges durch das Sonnenleben, das ist nicht durch das Sonnenleben durchgegangen. Ich habe ja nur das, was mit dem Guten verbunden war, durch das Sonnenleben durchgebracht.
[ 28 ] So let’s stick with the somewhat off-putting example I mentioned the other day: If I slapped someone in my earthly life, I immediately feel—as I travel backward after passing through the Gate of Death—how much that hurt him, the other person. This seems to me—and I find it again when I return—to be what I strive to realize. So if what emanates from what the other person experienced is to affect me, then I myself sought that out on my way there; I carry that tendency back into earthly life when I return. But let us set that aside for now; I will speak about this fulfillment of karma the day after tomorrow. Yet you can see: what I find there again has not passed through the solar life; it has not gone through the solar life. I have brought through the solar life only that which was connected with the good.
[ 29 ] Ich nehme jetzt, nachdem ich eigentlich einen verkümmerten Menschen innerhalb der Sonnenregion aufgebaut habe, das, was ich zurückgelassen habe, wieder in mich auf. Aber was ich jetzt aufnehme, das ist ja die Grundlage für meine irdisch-leibliche Organisation. Indem ich also nur einen Teil von mir, nämlich denjenigen Teil, der in die Sonnenregion eintreten konnte, in diese Sonnenregion gebracht habe, kann ich auch befruchtet durch die Sonnenregion, durchgeistigt von der Sonnenregion nur denjenigen Teil meines Menschen zurückbringen, den ich durch die Sonnenregion durchgeführt habe.
[ 29 ] Now that I have essentially built up a stunted human being within the solar region, I am reabsorbing into myself what I left behind. But what I am now absorbing is, after all, the foundation for my earthly, physical organization. Thus, since I have brought only a part of myself—namely, the part that was able to enter the solar region—into that solar region, I can also, having been fertilized by the solar region and spiritualized by it, bring back only that part of my human being which I have passed through the solar region.
[ 30 ] Dieser Teil des Menschen, das ist der erste Teil. Sondern wir diese zwei Teile:
[ 30 ] This part of a person—that is the first part. But let’s consider these two parts:
[ 31 ] 1. Ein Teil des Menschen erscheint auf der Erde, der durch die Sonnenregion durchgegangen ist.
[ 31 ] 1. A part of the human being appears on Earth that has passed through the solar region.
[ 32 ] 2. Ein Teil des Menschen erscheint auf der Erde, der nicht durch die Sonnenregion durchgegangen ist.
[ 32 ] 2. A part of the human being appears on Earth that has not passed through the solar region.
[ 33 ] Das, sehen Sie, bezieht sich auf das Leben des Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt und seine Nachwirkung für das Erdenleben. Aber die Sonne wirkt ja auch auf den Menschen, während er auf der Erde ist. Die Sonne wirkt durchaus auch auf den Menschen, während er auf der Erde ist. Und dasjenige Gebiet, vorzugsweise das Mondengebiet, wirkt ja auch auf den Menschen, insofern er auf der Erde ist. Wir haben eben immer zweierlei Wirkungen auf den Menschen: erstens die Wirkung des Sonnenlebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und zweitens die Wirkung des Sonnenlebens während des Erdenlebens des Menschen. Ebenso haben wir die Wirkung des Mondes, sagen wir, indem wir zusammenfassen Mond, Merkur und Venus, die Wirkung des Mondenlebens auf den Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und zweitens die Wirkung des Mondenlebens auf den Menschen, wenn der Mensch auf der Erde ist.
[ 33 ] You see, this refers to a person’s life between death and a new birth and its aftereffects on earthly life. But the sun also influences a person while he is on Earth. The Sun certainly also influences human beings while they are on Earth. And that realm—specifically the lunar realm—also influences human beings to the extent that they are on Earth. We always have two kinds of influences on human beings: first, the influence of the solar life between death and a new birth, and second, the influence of the solar life during a person’s earthly life. Similarly, we have the influence of the Moon—let us say, by grouping together the Moon, Mercury, and Venus—the influence of the lunar life on human beings between death and a new birth, and secondly, the influence of the lunar life on human beings while they are on Earth.
[ 34 ] Während des Erdenlebens brauchen wir die Sonne, damit unser Kopfleben als Erdenmensch überhaupt möglich ist. Dasjenige, was die Sonne auf ihren Strahlen uns zuträgt, das ruft eigentlich aus unserem Organismus unser Kopfleben hervor. Es ist das derselbe Teil des Menschen, der durch das Sonnendasein bedingt wird. Es ist dies der Teil des Menschen, der den Wirkungen des Kopfes verdankt ist. Ich schreibe: des Kopfes (siehe Zusammenstellung Seite 186). Ich fasse eigentlich alles, was Sinnesleben und Vorstellungsleben ist, unter dem Kopfleben zusammen.
[ 34 ] During our earthly life, we need the sun so that our mental life as earthly human beings is possible at all. What the sun conveys to us through its rays is actually what brings forth our mental life from within our organism. It is this very part of the human being that is conditioned by the existence of the sun. It is this part of the human being that is responsible for the functions of the head. I write: of the head (see summary on page 186). I actually summarize everything that constitutes sensory life and imaginative life under the term “head life.”
[ 35 ] Der andere Teil, derjenige, der im irdischen Leben abhängt von Monden-, Merkur- und Venusdasein, das ist derjenige Teil im Menschen, der nicht mit dem Kopfleben, sondern, im weitesten Sinne natürlich, mit dem Fortpflanzungsleben zusammenhängt.
[ 35 ] The other part—the one that, in earthly life, depends on the influences of the Moon, Mercury, and Venus—is the part of the human being that is connected not with the life of the head but, in the broadest sense of the word, with the reproductive life.
[ 36 ] Da haben Sie nun etwas Merkwürdiges. Sie haben das Sonnenleben wirksam auf den Menschen zwischen Tod und neuer Geburt, indem es ihn eigentlich zum Menschen macht, dasjenige an ihm ausarbeitet, was mit dem Guten zusammenhängt. Während des Erdenlebens aber vermag das nur auf alles das zu wirken, was mit dem Kopf zusammenhängt. Und im Grunde genommen hat es gar nicht viel zu tun mit dem Guten, dieses Kopfleben, denn man kann sein Kopfleben auch dazu verwenden, ein ausgepichter Schurke zu werden, Man kann sehr gescheit sein, um ein Bösewicht zu werden mit seiner Gescheitheit.
[ 36 ] Here is something curious. The life of the Sun has an effect on the human being between death and rebirth by actually making him human—by developing within him that which is connected to the good. During earthly life, however, it can only act upon everything connected to the head. And, strictly speaking, this life of the head has very little to do with goodness, for one can also use one’s life of the head to become a cunning scoundrel. One can be very clever and yet use that cleverness to become a villain.
[ 37 ] Alles, was innerhalb des Erdenlebens sich entwickelt im Fortgange, beruht auf dem Fortpflanzungsleben. Dieses Fortpflanzungsleben, das unter dem Einflusse des Mondes steht, das ist der Teil des Menschen, der zusammenhängt in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit dem Teil, der am Menschen gar nicht mitwirkt im durchlaufenen Weltengange.
[ 37 ] Everything that develops in the course of earthly life is based on the life of reproduction. This reproductive life, which is under the influence of the Moon, is the part of the human being that, in the life between death and a new birth, is connected to the part that does not participate at all in the human being’s journey through the worlds.
[ 38 ] Wenn Sie sich diesen Zusammenhang vor die Seele führen, dann werden Sie auch leicht verstehen können, wie nun das, was mit alldem zusammenhängt, im Menschen zum Vorscheine kommt, wenn der Mensch auf der Erde dasteht.
[ 38 ] If you keep this connection in mind, you will easily be able to understand how everything related to this manifests itself in human beings as they stand here on Earth.
[ 39 ] Da haben wir zuerst den Teil des Menschen, der auf der Erde erscheint und der durch die Sonnenregion durchgegangen ist. Der Kopf allein ist es, auf den die Sonnenregion im Erdenleben einen Einfluß hat, aber es bleibt im ganzen Menschen dasjenige zurück, was mit dieser Sonnenregion zusammenhängt, und das bleibt zurück als seine Gesundheitsanlagen (siehe Zusammenstellung). Daher hängen diese Gesundheitsanlagen auch mit dem Kopfleben zusammen. Der Kopf wird nur krank, wenn das Verdauungsleben oder das rhythmische Leben die Krankheit in ihn hinaufschiebt.
[ 39 ] First, there is the part of the human being that appears on Earth and has passed through the solar region. It is the head alone that is influenced by the solar region during earthly life, but what is connected to this solar region remains within the whole human being, and it remains as the person’s constitutional predispositions (see compilation). Therefore, these constitutional predispositions are also connected to the life of the head. The head becomes ill only when the digestive life or the rhythmic life pushes the illness up into it.
[ 40 ] Dagegen hängt alles dasjenige, was den Teil ausmacht, der nicht durch das Sonnenleben durchgeht, mit des Menschen Krankheitsanlagen zusammen.
[ 40 ] In contrast, everything that constitutes the part not affected by the life of the Sun is connected to a person’s predisposition to illness.
[ 41 ] Und so sehen Sie, daß das Kranksein gewoben wird unterhalb der Sonnenregion, und daß das Kranksein zusammenhängt unterhalb der Sonnenregion mit dem, was das Böse darstellt in seinen Wirkungen, sobald der Mensch in das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt eintritt. Und die Sonnenregion selber hängt mit den Gesundungsanlagen zusammen. Und nur dann, wenn aus der Mondenregion in die Sonnenregion des Menschen Wirkungen eindringen, kann dasjenige, was auf Erden mit der Sonnenregion zusammenhängt, die Kopforganisation, irgendwelche Krankheitszustände erleben. Sie sehen, wie wir diese großen, karmischen Zusammenhänge nur durchschauen können, wenn wir den Menschen wirklich verfolgen in die Region, wo Geistesgesetze Naturgesetze sind, und Naturgesetze Geistesgesetze.
[ 41 ] And so you see that illness is woven within the region below the Sun, and that, within this region, illness is connected to what evil represents in its effects as soon as a human being enters the life between death and a new birth. And the region of the Sun itself is connected to the faculties of healing. And only when influences from the lunar region penetrate into the human being’s solar region can that which on Earth is connected to the solar region—the head organization—experience any states of illness. You see, we can only gain insight into these vast karmic connections if we truly follow the human being into the region where spiritual laws are natural laws, and natural laws are spiritual laws.
[ 42 ] 1. Ein Teil des Menschen erscheint auf der Erde, der durch die Sonnenregion durchgegangen ist } Es ist der Teil des Menschen, der den Wirkungen des Kopfes verdankt ist } Gesundheits anlagen
[ 42 ] 1. A part of the human being appears on Earth that has passed through the solar region } It is the part of the human being responsible for the functions of the head } Health predispositions
[ 43 ] 2. Ein Teil des Menschen erscheint auf der Erde, der nicht durch die Sonnenregion durchgegangen ist } Es ist der Teil des Menschen, der mit dem Fortpflanzungsleben zusammenhängt } Krankheits anlagen
[ 43 ] 2. A part of the human being appears on Earth that has not passed through the solar region } It is the part of the human being associated with reproductive life } Predispositions to disease
[ 44 ] Gestatten Sie mir, daß ich mich, ich möchte sagen, alltäglich ausdrücke in einer Region, die gar nicht alltäglich ist, aber daß ich so spreche, wie man im Leben spricht. Es ist gar nicht unnatürlich für denjenigen, der in der geistigen Welt drinnensteht. Wenn man hier mit Menschen spricht, sehen Sie, dann erkennt man aus der Art, wie sie sprechen, daß sie innerhalb der Natur drinnenstehen. Ihre Sprache verrät das. Kommt man in die Region, die ich Ihnen namentlich im letzten Vortrage genau beschrieben habe, die da folgt auf den Durchgang des Menschen durch die Todespforte, und spricht man mit den Wesen, die einstmals Urlehrer der Menschen waren, spricht man dann mit den Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, dann gibt es etwas Fremdes in diesem Sprechen, denn da wird von diesen — wie soll ich sagen — Leuten also, da wird von diesen Leuten nur so geredet wie von Naturgesetzen, die aber in magischer Wirkung stehen, die zugleich vom Geiste beherrscht werden. Magie verstehen diese Wesen. Aber Naturgesetze, die kennen sie nur so, daß sie wissen: die Menschen haben Naturgesetze auf der Erde; sie selber gehen diese Naturgesetze nichts an.
[ 44 ] Allow me to express myself—I would say—in everyday terms in a realm that is anything but ordinary, but to speak as one does in everyday life. It is not at all unnatural for someone who is immersed in the spiritual world. When you speak with people here, you see, you can tell from the way they speak that they are immersed in nature. Their language reveals this. When one enters the region that I described to you in detail by name in the last lecture—the one that follows a person’s passage through the Gate of Death—and speaks with the beings who were once the primordial teachers of humanity, that is, with the beings from the hierarchy of the Angeloi, there is something strange about this speech; for these—how shall I put it — people, well, these people speak only of natural laws, which, however, are imbued with magical power and are at the same time governed by the spirit. These beings understand magic. But they know natural laws only insofar as they realize: human beings have natural laws on Earth; these natural laws have nothing to do with them.
[ 45 ] Aber es erscheint das, was da vor sich geht, doch noch in Bildern, die ähnlich den Vorgängen der Erde sind. Daher schauen die geistigen Wirkungen noch wie Naturwirkungen auf der Erde aus, sind sogar stärker, wie ich beschrieben habe.
[ 45 ] But what is happening there still appears in forms that are similar to the processes on Earth. Therefore, the spiritual effects still look like natural phenomena on Earth; in fact, they are even stronger, as I have described.
[ 46 ] Wenn man aber aus dieser Region hinauskommt und hineinkommt in die Sonnenregion, da hört man überhaupt nichts mehr von Naturgesetzen der Erde. Da ist alles in der Sprache dieser Wesenheiten nur so, daß man von geistigen Wirkungen, von geistiger Ursache hört. Da gibt es nichts von Naturgesetzen.
[ 46 ] But when one leaves this region and enters the solar region, one hears nothing at all about the Earth’s natural laws. There, in the language of these beings, everything is such that one hears only of spiritual effects and spiritual causes. There are no natural laws there.
[ 47 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, so etwas muß man schon auch einmal sagen. Denn wenn hier auf der Erde immerfort von der Allgültigkeit der Naturgesetze oder gar in alberner Weise von der Ewigkeit der Naturgesetze gesprochen wird, so möchte man immer erwidern: Ja, es gibt aber Bezirke in der Welt, die Bezirke, durch die der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hindurchgeht, wo man über die Naturgesetze überhaupt mit Lachen hinweggeht, weil sie für dort keine Bedeutung haben, weil sie da sozusagen höchstens als Nachrichten von der Erde existieren, nicht als etwas, innerhalb dessen man lebt. Und wenn dann der Mensch durchgeht durch diese Region zwischen dem Tod und einer neuen Geburt und lang genug in einer Welt gelebt hat, wo es keine Naturgesetze gibt, sondern wo es bloß Geistesgesetze gibt, dann gewöhnt er sich eigentlich zunächst ab, von den Naturgesetzen als etwas Ernsthaftem zu denken. Das tut man auch nicht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Da lebt man eben in einer Region, wo sich das Geistige, das man intendiert hat, verwirklichen kann, wo es einer Verwirklichung entgegengeht.
[ 47 ] You see, my dear friends, this is something that simply must be said at least once. For when people here on earth constantly speak of the universal validity of the laws of nature—or even, in a rather foolish way, of their eternity—one is always tempted to reply: Yes, but there are realms in the world—the realms through which a human passes between death and a new birth—where people simply laugh off the laws of nature altogether, because they have no significance there; because there they exist, so to speak, at most as news from Earth, not as something within which one lives. And when a person then passes through this region between death and a new birth and has lived long enough in a world where there are no laws of nature, but where there are only spiritual laws, then at first they actually lose the habit of thinking of the laws of nature as something serious. One does not do that between death and a new birth either. There, one simply lives in a region where the spiritual—which one has intended—can be realized, where it is moving toward realization.




[ 48 ] Aber, sehen Sie, gäbe es nur das, gäbe es nur diese zweite Hierarchie in der Sonnenregion, und erlebten wir in dieser Sonnenregion die Art von Verwirklichung, die wir dort erleben können, so kämen wir, nachdem wir dieses Leben durchschritten haben, wiederum da an vor dem Erdenleben (c), und wenn wir nun in das Erdenleben eintreten wollten, so stünden wir erst da, mit unserem Karma beladen. Wir wüßten, wir können überhaupt nur weiterkommen, wenn wir das jetzt auch ins Physische überführen können, was geistig ganz verwirklicht ist. Denn geistig ist unser Karma verwirklicht, wenn wir da heruntergehen. In dem Momente, wo wir da ankommen beim Erdendasein, da müssen die geistigen Gesetze und geistigen Aspekte wiederum zurückgewandelt werden ins Physische. Hier ist die Region, wo Seraphim, Cherubim und Throne das Geistige zurückverwandeln ins Physische.
[ 48 ] But, you see, if that were all there were—if there were only this second hierarchy in the solar region, and if we experienced in that solar region the kind of realization that we can experience there—then, after passing through this life, we would arrive there again before our earthly life (c), and if we were now to enter earthly life, we would first stand there, burdened with our karma. We would know that we can only progress further if we can now also translate into the physical realm what has been fully realized spiritually. For spiritually, our karma is realized when we descend there. At the moment we arrive at earthly existence, the spiritual laws and spiritual aspects must once again be transformed back into the physical. This is the region where Seraphim, Cherubim, and Thrones transform the spiritual back into the physical.
[ 49 ] So daß im nächsten Erdenleben dasjenige, was geistig sich realisiert hat, sich auch physisch im Karma realisiert. Das ist der Fortgang im Karma.
[ 49 ] So that in the next earthly life, what has been realized spiritually is also realized physically through karma. This is the progression of karma.

