Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236
18 May 1924, Dornach
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Esoteric Considerations of Karmic Connections, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Wenn man das Wesen des Karma verstehen will, handelt es sich vor allen Dingen darum, auf alles das hinblicken zu können, was an der menschlichen Entwickelung aus dem Weltenall heraus beteiligt ist.
[ 1 ] If one wishes to understand the nature of karma, it is above all a matter of being able to look at everything in human development that is influenced by the cosmos.
[ 2 ] Um nun hinblicken zu können auf die an der Menschenentwickelung beteiligten Wesenheiten aus dem geistigen Weltenall, wollen wir doch einmal, um das Verständnis zu stützen, auf den Zusammenhang des Menschen mit den Erdenwesen vorausgehend ein wenig hinschauen.
[ 2 ] In order to be able to consider the beings from the spiritual universe who are involved in human development, let us first take a brief look at the relationship between human beings and earthly beings to aid our understanding.
[ 3 ] Wir sehen den Menschen auf der Erde umgeben von den Wesenheiten des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches, und wir wissen ja, daß wir den Menschen so zu betrachten haben, daß eigentlich alle drei Naturreiche in ihm leben und in ihm eine höhere Form annehmen. Der Mensch ist gewissermaßen durch seinen physischen Organismus mit dem Mineralreiche verwandt. Nur verarbeitet er dasjenige, was sonst im mineralischen Reiche ist, in einer höheren Weise. Er ist durch seinen Ätherleib mit dem Pflanzenreiche verwandt. Wiederum verarbeitet er in einer höheren Weise dasjenige, was sonst im Pflanzenreiche ist, in sich. Und ebenso ist es bei der Verwandtschaft, die der Mensch durch seinen astralischen Leib mit den Wesenheiten des 'Tierreiches hat. Wir können also sagen: Betrachten wir den Raum um den Menschen herum, dann finden wir, daß der Mensch das mineralische, das pflanzliche und das tierische Reich in sich trägt.
[ 3 ] We see human beings on Earth surrounded by the beings of the mineral, plant, and animal kingdoms, and we know, of course, that we must view human beings in such a way that all three kingdoms of nature actually live within them and take on a higher form there. In a sense, human beings are related to the mineral kingdom through their physical organism. However, they process what is otherwise found in the mineral kingdom in a higher way. They are related to the plant kingdom through their etheric body. Again, they process within themselves, in a higher way, what is otherwise found in the plant kingdom. And the same is true of the relationship that human beings have, through their astral body, with the beings of the animal kingdom. We can therefore say: If we consider the space surrounding the human being, we find that the human being carries within themselves the mineral, plant, and animal kingdoms.
[ 4 ] Ebenso wie der Mensch diese äußeren Naturreiche des Raumes in sich trägt, trägt er in sich — nur eben der Zeit nach, nicht dem Raume nach — die Reiche der höheren Hierarchien. Und man kann das ganze Werk des Karma am Menschen nur verstehen, wenn man ins Auge faßt, wie die verschiedenen Reiche der Hierarchien an der Menschenwesenheit im Verlaufe des Erdenlebens wirken.
[ 4 ] Just as human beings carry within themselves these outer natural realms of space, so too do they carry within themselves—only in terms of time, not space—the realms of the higher hierarchies. And one can understand the entire workings of karma in human beings only by considering how the various realms of the hierarchies act upon the human being in the course of earthly life.
[ 5 ] Wenn wir in Betracht ziehen, wie das mineralische Reich am Menschen wirkt, so treten uns ja die Vorgänge entgegen, innerhalb welcher der Mensch seine Nahrungsmittel aufnimmt. Denn alles, was er aus den höheren Reichen gegenüber dem Mineralreich aufnimmt, mineralisiert er ja zunächst. Wenn wir auf das Pflanzenreich hinblicken, so sehen wir, wie der Mensch die Vital-, die Lebenskräfte in sich hat. Wiederum, wenn wir auf das tierische Reich hinblicken, so sehen wir, wie der Mensch von seinem astralischen Leibe aus das bloße Leben in eine höhere Sphäre heraufhebt, in das Reich der Empfindungen. Kurz, wir können die Reihe der Naturwirkungen in den drei Reichen ebenso verfolgen wie die Reihe der Wirkungen im menschlichen Organismus.
[ 5 ] When we consider how the mineral kingdom affects human beings, we are confronted with the processes through which human beings take in their food. For everything that human beings take in from the higher kingdoms—as opposed to the mineral kingdom—is first mineralized. When we look at the plant kingdom, we see how human beings possess vital forces—the forces of life—within themselves. Again, when we look at the animal kingdom, we see how human beings, through their astral body, elevate mere life into a higher sphere—the realm of sensations. In short, we can trace the sequence of natural processes in the three kingdoms just as we can trace the sequence of processes within the human organism.
[ 6 ] Ebenso aber können wir verfolgen, was mit dem Menschen geschieht in seelisch-geistiger Beziehung aus den höheren Hierarchien heraus. Des Menschen eigenes Mineralisches, des Menschen eigenes Pflanzliches, des Menschen eigenes Tierisches verstehen wir aus der Wirksamkeit der drei Naturreiche im Raume. Ebenso müssen wir dasjenige, was im Menschen waltet — zunächst fassen wir dasjenige ins Auge, was im Menschen als Schicksal waltet —, aus dem Hineinwirken eben der Reiche der Hierarchien verstehen. Da müssen wir aber nun nicht das, was gleichzeitig im Menschen ist, betrachten — physischer Leib, Ätherleib, Astralleib sind ja gleichzeitig im Menschen —, da müssen wir, für die Reiche der Hierarchien, dasjenige betrachten, was im irdischen Leben nacheinander im Menschen ist, und müssen es so betrachten, wie gegenüber einer geistigen Betrachtung eben das Nacheinander aufgefaßt werden kann.
[ 6 ] Likewise, however, we can trace what happens to human beings in a soul-spiritual sense as it emanates from the higher hierarchies. We understand the human being’s own mineral, plant, and animal aspects through the influence of the three kingdoms of nature in space. Likewise, we must understand what reigns within the human being—let us first consider what reigns within the human being as destiny—through the influence of the realms of the hierarchies. However, we need not now consider what is present in the human being simultaneously—for the physical body, the etheric body, and the astral body are, after all, present in the human being at the same time—but rather, for the sake of the realms of the hierarchies, we must consider what is present in the human being successively during earthly life, and we must view it in the way that this succession can be grasped in a spiritual perspective.
[ 7 ] Nun, wir haben ja, ich möchte sagen, durch unsere sämtlichen anthroposophischen Betrachtungen hindurch immer die Gliederung des Menschen nach seinem Lebenslauf betrachtet: von der Geburt bis etwa um das 7. Jahr herum zum Zahnwechsel, vom Zahnwechsel bis zu der Geschlechtsreife, von der Geschlechtsreife bis zum 21. Jahre, wo die Differenzierungen nicht mehr so sichtbar sind, dann vom 21. Jahre bis zum 28. Jahre, vom 28. bis zum 35. Jahre, vom 35. bis zum 42. Jahre, vom 42. bis 49. Jahre, vom 49. bis 56. Jahre und so weiter (siehe Zeichnung Seite 193). Über das, was über das 56. Jahr hinausliegt, werde ich dann das nächste Mal noch zu sprechen haben; ich werde jetzt einmal den menschlichen Lebenslauf bis zum 56. Jahre zu betrachten haben.
[ 7 ] Well, we have, I would say, throughout all our anthroposophical reflections, always considered the structure of the human being according to the course of their life: from birth until around the age of 7, when the teeth begin to change; from the change of teeth until sexual maturity; from sexual maturity until the age of 21, when the distinctions are no longer so visible; then from the age of 21 to age 28, from age 28 to 35, from age 35 to 42, from age 42 to 49, from age 49 to 56, and so on (see diagram on page 193). I will discuss what lies beyond the age of 56 next time; for now, I will focus on the course of human life up to the age of 56.
[ 8 ] Da haben wir deutlich eine Gliederung von drei Lebensabschnitten bis zum 21. Lebensjahre, und zweitens drei Lebensabschnitte, und dann das, was sich weiter daran schließt. Ich will die letzten Lebensabschnitte noch so bezeichnen (siehe Zeichnung Seite 193).
[ 8 ] Here we clearly see a division into three stages of life up to the age of 21, followed by three more stages, and then what comes after that. I would like to refer to the final stages of life in this way (see diagram on page 193).
[ 9 ] Der Mensch sagt zu sich «Ich». Aber dieses Ich steht ja in einer Summe von Wirkungen drinnen. Nach außen betrachtet sind es die Wirkungen des Mineralischen, des Pflanzlichen, des Tierischen, nach innen, nach dem Geistig-Seelischen betrachtet, die Wirkungen der dritten Hierarchie: der Angeloi, Archangeloi, Archai, die Wirkungen der zweiten Hierarchie: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, die Wirkungen der ersten Hierarchie: Seraphim, Cherubim, Throne.
[ 9 ] Human beings say to themselves, “I.” But this “I” is, after all, embedded within a totality of influences. Viewed from the outside, these are the effects of the mineral, plant, and animal realms; viewed from the inside, from the spiritual-soul perspective, they are the effects of the third hierarchy—the Angeloi, Archangeloi, and Archai—the effects of the second hierarchy—the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes—and the effects of the first hierarchy—the Seraphim, Cherubim, and Thrones.
[ 10 ] Doch nicht in gleicher Weise wirken diese Wesenheiten in seinen Lebenslauf hinein. Wir können ja schon sagen: Auch die Außenseite des Menschen ist in einer gewissen Weise von verschiedener Wirkung durchsetzt gemäß dem Lebenslaufe. Wenn wir zum Beispiel das Kind betrachten ganz im Anfange seines Erdenlebens, da müssen wir sagen: Dasjenige, was wir sonst im Tierreiche finden, das ist da besonders ausgeprägt: ein wachsendes, sprossendes, aufbauendes Leben.
[ 10 ] Yet these entities do not influence the course of his life in the same way. We can already say that even the outer aspect of the human being is, in a certain way, permeated by various influences in accordance with the course of life. If we consider, for example, a child at the very beginning of its earthly life, we must say that what we otherwise find in the animal kingdom is particularly pronounced there: a growing, sprouting, building life.
[ 11 ] Wenn wir den letzten Abschnitt des Lebens betrachten, wo es schon ins Greisenhafte hineingeht, dann haben wir in dem Sklerotisieren, in dem Brüchigwerden des Organismus ein Mineralisierendes, ein viel stärker Mineralisierendes, weil intimer mineralisierend, als das bei den Tieren vorhanden ist, mit Ausnahme der höheren Tiere, bei denen das auf Bedingungen beruht, die hier nicht weiter zu besprechen sind, sondern bei einer anderen Gelegenheit besprochen werden können. Während beim Tiere eigentlich sofort das Aufhören der Vitalkräfte beginnt, wenn der Aufbau nicht mehr da ist, trägt ja der Mensch gerade wichtige Teile, wichtige Zeiten seiner Entwickelung in die Abbauperiode hinein, die eigentlich schon in den Dreißigerjahren beginnt. Und es wäre vieles in der Menschheitsentwickelung nicht da, wenn die Menschen sich ebenso wie die Tiere entwickeln würden: daß sie eigentlich nichts in die Greisenhaftigkeit hineintragen. Die Tiere tragen nichts hinein in die Greisenhaftigkeit. Die Menschen aber können in die Greisenhaftigkeit viel hineintragen, und wichtige Errungenschaften der menschlichen Kulturentwickelung sind eben doch dem zu verdanken, was von den Menschen in die Greisenhaftigkeit, in das Abbauleben hineingetragen werden kann.
[ 11 ] When we consider the final stage of life, as it begins to enter old age, then we find in the sclerosis, in the fragility of the organism, a process of mineralization—one that is much more intense, because it is a more intimate form of mineralization—than is present in animals, with the exception of higher animals, in which this is based on conditions that need not be discussed further here but can be addressed on another occasion. Whereas in animals the cessation of vital forces actually begins immediately once the process of building up is no longer present, human beings carry important aspects—important phases—of their development right into the period of decline, which actually begins as early as one’s thirties. And much of human development would not exist if people developed in the same way as animals: that is, by carrying nothing into old age. Animals carry nothing into old age. Humans, however, can carry a great deal into old age, and important achievements in the development of human culture are indeed due to what humans are able to carry into old age, into the phase of decline.
[ 12 ] Da ist also das Mineralisierende. So daß wir sagen können: Nach außen hin ist schon, deutlich bemerkbar, im Beginne des Erdenlebens das Tierische vorherrschend, am Ende des Erdenlebens das Mineralische und zwischendurch das Pflanzliche.
[ 12 ] So there is the mineral aspect. We can therefore say: Outwardly, it is clearly evident that the animal aspect predominates at the beginning of earthly life, the mineral aspect at the end, and the plant aspect in between.
[ 13 ] Nun aber, viel deutlicher, viel dezidierter tritt dieser Unterschied auf beim Hereinwirken der höheren Hierarchien auf den Menschen. Da kann man sagen, daß das erste Kindesalter ganz besonders starke Hereinwirkungen hat auf das seelisch-geistige Leben von der Seite der dritten Hierarchie, der Angeloi, Archangeloi, Archai. Diese Wirkung der dritten Hierarchie (siehe Zeichnung), die umfaßt eigentlich die drei ersten Lebensabschnitte.
[ 13 ] However, this difference becomes much clearer and more pronounced when the higher hierarchies influence human beings. It can be said that early childhood is subject to particularly strong influences on the soul-spiritual life from the third hierarchy—the Angeloi, Archangeloi, and Archai. This influence of the third hierarchy (see illustration) actually encompasses the first three stages of life.
[ 14 ] In den drei ersten Lebensabschnitten haben wir das Hereinwirken von Angeloi, Archangeloi und Archai. Da wirkt beim Kinde und beim jungen Menschen in alledem, was vom Seelisch-Geistigen aus aufbauend wirkt auf seinen Organismus — und das ist ja sehr vieles, das ist ja fast alles —, dasjenige, was an Kräften hereinwirken kann aus der Welt der dritten Hierarchie, der Angeloi, Archangeloi, Archai.
[ 14 ] In the first three stages of life, we see the influence of angels, archangels, and archai. In children and young people, in everything that has a constructive effect on their organism from the soul-spiritual realm—and that is indeed a great deal, indeed almost everything—the forces that can act upon them come from the world of the third hierarchy: the angels, archangels, and archai.
[ 15 ] Mit dem 14. Lebensjahre beginnt die zweite Hierarchie zu wirken: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. So daß ich also hier (siehe Zeichnung) wiederum durch drei Abschnitte hindurch, also zwischen dem 14. und 35. Jahre, zu verzeichnen habe: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Sie sehen, meine lieben Freunde, in dem Zeitabschnitt vom 14. bis zum 21. Jahre wirken zugleich ausschlaggebend auf den Menschen die dritte und die zweite Hierarchie zusammen. Erst mit dem 21. Jahre tritt dasjenige ein, was alleinige Wirkung der zweiten Hierarchie ist.
[ 15 ] At the age of 14, the second hierarchy begins to take effect: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. So here (see diagram), I must again note three phases—that is, between the ages of 14 and 35—namely: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. You see, my dear friends, during the period from the age of 14 to 21, the third and second hierarchies work together decisively on the human being. It is only at the age of 21 that what is the sole effect of the second hierarchy begins to take effect.
[ 16 ] Da, mit der Geschlechtsreife, greift in den Menschen etwas von Weltenprozessen, von kosmischen Prozessen ein, die bis zu diesem Lebensalter der Geschlechtsreife nicht in dem Menschen sind.
[ 16 ] At the onset of sexual maturity, something of the processes of the world—of cosmic processes—begins to take hold in human beings; these processes are not present in human beings until this age of sexual maturity.
[ 17 ] Und Sie brauchen ja nur zu überlegen, daß, indem er fortpflanzungsfähig wird, der Mensch fähig wird, diejenigen Kräfte aus dem Weltenall aufzunehmen, die bei der Neubildung, bei der physischen Neubildung des Menschen eben mitwirken. Diese Kräfte aus dem Kosmos entbehrte der Mensch bis zur Geschlechtsreife. Es tritt also da in seinem physischen Organismus jene Veränderung ein, die sozusagen gewaltigere Kräfte in den physischen Organismus hineinsendert, als sie vorher drinnen waren. Das Kind hat diese gewaltigeren, stärkeren Kräfte noch nicht. Es hat noch die schwächeren Kräfte, die nur auf die Seele zunächst wirken im Erdenleben, nicht auf den Körper.
[ 17 ] And you need only consider that, as a person becomes capable of reproduction, they become able to absorb those forces from the cosmos that are involved in the physical regeneration of the human being. Until reaching sexual maturity, the human being lacked these forces from the cosmos. Thus, a change takes place in the human physical organism that, so to speak, infuses it with more powerful forces than were present before. The child does not yet possess these more powerful, stronger forces. It still has the weaker forces that initially act only upon the soul in earthly life, not upon the body.


[ 18 ] Nun aber beginnt mit dem 35. Jahre eine Zeit für den Menschen, in der er im Grunde genommen innerlich seelisch schwächer wird, als er früher war, gegenüber, man möchte sagen, dem Ansturm der Abbaukräfte seines Organismus. Vor diesem 35. Jahre unterstützt uns als Mensch ja der Organismus ganz wesentlich. Er hat die Tendenz, aufbauend zu sein. Und diese Tendenz, aufbauend zu sein, dauert eigentlich noch bis in die Dreißigerjahre herein. Dann aber beginnt eine sehr starke, überwiegende Abbautendenz. Gegen diese überwiegende Abbautendenz können selbst diejenigen Kräfte nicht aufkommen, die aus dem Wesen der zweiten Hierarchie kommen. Da muß unsere Seele weiterhin aus dem Kosmos heraus so unterstützt werden, daß wir nicht mit 35 Jahren schon sterben im normalen Leben. Denn wenn nur bis zum 21. Jahre die Wesen der dritten Hierarchie, vom 14. bis 35. Jahre die Wesen der zweiten Hierarchie wirken würden, dann würden wir eigentlich zum Sterben reif sein in der Mitte unseres wirklichen Erdenlebens, wenn nicht, ich möchte sagen, aus Trägheit der physische Körper noch hielte. Das ist deshalb nicht der Fall, weil nun in der Tat, und zwar nicht erst vom 35. Jahre ab, sondern schon vom 28. Jahre ab, wiederum durch drei Epochen, bis zum 49. Lebensjahre, die Wesenheiten der ersten Hierarchie, Seraphim, Cherubim, Throne, auf den Menschen einwirken.
[ 18 ] But at the age of 35, a period begins for a person in which, essentially, they become inwardly and emotionally weaker than they were before—one might say, in the face of the onslaught of their organism’s degenerative forces. Before the age of 35, our organism provides us with essential support as human beings. It tends to be constructive. And this constructive tendency actually lasts well into our thirties. But then a very strong, predominant tendency toward decay begins. Even the forces that arise from the nature of the second hierarchy cannot counter this overwhelming tendency toward decay. Our soul must therefore continue to be supported from the cosmos in such a way that we do not die at the age of 35 in the course of normal life. For if the beings of the third hierarchy were to act only until the age of 21, and those of the second hierarchy from the ages of 14 to 35, then we would actually be ripe for death in the middle of our real earthly life—unless, I might say, the physical body were to hold on out of inertia. This is not the case because, in fact—and not only from the age of 35 onward, but already from the age of 28 onward—the beings of the first hierarchy—Seraphim, Cherubim, and Thrones—once again influence human beings through three epochs, up to the age of 49.
[ 19 ] Wiederum haben Sie einen Zeitraum zwischen dem 28. und 35. Lebensjahre, wo nun die zweite und die erste Hierarchie zusammenwirken. So daß die eigentliche alleinige Wirksamkeit der zweiten Hierarchie vom 21. bis zum 28. Jahre vorhanden ist.
[ 19 ] Once again, there is a period between the ages of 28 and 35 during which the second and first hierarchies interact. Thus, the second hierarchy’s sole influence is present from age 21 to 28.
[ 20 ] Wie gesagt, das, was nun darauf folgt, werde ich das nächste Mal betrachten. Sie können ja allerdings fragen: Wenn nun jemand über 49 Jahre alt ist, ist er denn da von allen Hierarchien verlassen? — Aber wie gesagt, was da eintritt, das wollen wir schon noch betrachten. Es wird deshalb das, was heute zu sagen ist, nicht bloß anwendbar sein für diejenigen, die unter 49 Jahren sind, sondern auch für die anderen. Zunächst aber haben wir es tatsächlich so mit dem menschlichen Lebenslaufe zu halten, daß in dieser Weise die Hierarchien ihre besondere Kraft und ihre besondere Stärke in seinen Lebenslauf hereinverpflanzen.
[ 20 ] As I said, I will examine what follows next time. You might ask, however: If someone is over 49 years old, are they then abandoned by all hierarchies? — But as I said, we will still examine what happens then. Therefore, what needs to be said today will not only apply to those under 49 years of age, but also to the others. First, however, we must indeed recognize that the course of human life is such that the hierarchies instill their special power and strength into it in this way.
[ 21 ] Natürlich müssen Sie, wenn so etwas betrachtet wird, nicht denken, die Dinge dürfen nun bloß schematisch betrachtet werden. Das darf nirgends geschehen, wo man in das Gebiet eines nur einigermaßen höheren Lebens kommt.
[ 21 ] Of course, when considering something like this, you must not think that things can now be viewed merely in a schematic way. That must never happen when one enters the realm of even a somewhat higher form of life.
[ 22 ] Ich mußte ja immer seit einer Reihe von Jahren schon von der Dreigliederung des menschlichen Wesens in Nerven-Sinnesmenschen, in rhythmischen Menschen, in Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen reden. Daraus hat ein Professor — was machen Professoren nicht alles! — gemacht, ich hätte den Menschen dreigegliedert in Kopf-, in Brust- und Bauchsystem, weil er die Sache schematisch nebeneinandergestellt hat. Nun, ich habe immer betont: das Nerven-Sinnessystem ist zwar hauptsächlich im Kopfe konzentriert, aber es durchzieht wiederum den ganzen Menschen. Ebenso ist es mit dem rhythmischen System. Die Dinge sind nicht räumlich nebeneinanderzustellen. Und so auch müssen Sie hier diese Aufeinanderfolge betrachten: Hauptsächlich ist die Wirkung von Angeloi, Archangeloi, Archai auf die drei ersten Lebensepochen beschränkt, aber sie sind wiederum im ganzen Lebenslauf enthalten, so wie das Nerven-Sinnessystem hauptsächlich im Kopfe enthalten ist, aber im ganzen Menschenorganismus wiederum vorkommt. Wir fühlen ja auch mit der großen Zehe, da ist auch Nerven-Sinnesleben drinnen. Trotzdem besteht diese Dreigliederung zu Recht. Und es besteht auch jene Dreigliederung zu Recht, von der ich Ihnen heute spreche.
[ 22 ] For a number of years now, I have had to speak of the threefold division of the human being into nervous-sensory human beings, rhythmic human beings, and metabolic-limb human beings. From this, a professor—what won’t professors do!—concluded that I had divided the human being into head, chest, and abdominal systems, because he had presented the matter schematically side by side. Well, I have always emphasized: although the nervous-sensory system is mainly concentrated in the head, it in turn permeates the entire human being. The same is true of the rhythmic system. These things are not to be placed side by side in a spatial sense. And so you must also view this sequence in the same way: the influence of the Angeloi, Archangeloi, and Archai is primarily limited to the first three epochs of life, but they are, in turn, present throughout the entire course of life, just as the nervous-sensory system is primarily contained in the head but is, in turn, present throughout the entire human organism. After all, we also feel with our big toe; there is nervous-sensory life there as well. Nevertheless, this threefold division is valid. And the threefold division I am speaking to you about today is also valid.
[ 23 ] Nun aber können Sie, wenn Sie die Gliederung des menschlichen Lebenslaufes in dieser Art ansehen, sich sagen: Das menschliche Ich ist nach der geistigen Seite hin ebenso eingespannt in eine Summe von Wirkungen, die aus dem geistigen Reiche herunterkommen, wie es nach unten, nach der physischen Seite hin, eingespannt ist in die Reihe der Wirkungen, die von Tieren, Pflanzen, Mineralien herkommen. Wir sind wirklich als Menschen so, daß wir mit unserem Ich drinnenstehen in dem, was vom Kosmos heraus in einer komplizierten Weise an uns geschieht. Und in dieser Wirkungsweise, die da geistig vom Kosmos heraus aus den Hierarchien auf den Menschen sich erstreckt, in dieser liegt die Gestaltung des Karma während des physischen Erdenlebens.
[ 23 ] But now, when you look at the structure of the human life course in this way, you can say to yourself: The human “I” is, on the spiritual side, just as embedded in a series of influences descending from the spiritual realm as it is, on the physical side, embedded in the series of influences emanating from animals, plants, and minerals. As human beings, we are truly such that our “I” is situated right in the midst of what happens to us from the cosmos in a complex manner. And in this mode of action—which extends spiritually from the cosmos, from the hierarchies, to the human being—lies the shaping of karma during physical life on Earth.
[ 24 ] Eigentlich bringen uns ja Angeloi, Archangeloi, Archai herein aus der geistigen Welt in die physische Welt, und sie begleiten uns hauptsächlich durch die drei ersten Lebensepochen. Dasjenige, worauf sie am stärksten wirken, das ist wiederum unser Nerven-Sinnessystem. Und an alledem, was in einer so komplizierten, wunderbaren Weise sich bis zum 21. Lebensjahre hin an Ausgestaltung unseres Sinnes- und Verstandeslebens, unseres Kopflebens einstellt, an alledem sind die Wesenheiten der Angeloi, Archangeloi, Archai beteiligt.
[ 24 ] In fact, it is the angels, archangels, and archai who bring us from the spiritual world into the physical world, and they accompany us primarily through the first three epochs of life. The system upon which they exert their strongest influence is, in turn, our nervous and sensory system. And in all that takes shape in such a complex, wondrous way up to the age of 21—the development of our sensory and intellectual life, our head life—the beings of the angels, archangels, and archai are involved.
[ 25 ] Unendlich viel geschieht da sozusagen hinter den Kulissen des gewöhnlichen Bewußtseins. Und eben an dem, was hinter diesen Kulissen des gewöhnlichen Bewußtseins geschieht, sind diese Wesenheiten beteiligt.
[ 25 ] An infinite amount is happening, so to speak, behind the scenes of ordinary consciousness. And it is precisely in what happens behind these scenes of ordinary consciousness that these entities are involved.


[ 26 ] Und wiederum, ins rhythmische System herein greifen, von der Geschlechtsreife, ungefähr vom 14. Lebensjahre an, diejenigen Mächte ein, welche stärkere Kräfte haben als Angeloi, Archangeloi, Archai. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai, die sind eigentlich darauf angewiesen, unser Seelisches zu ergreifen. Wir bringen uns für die drei ersten Lebensepochen aus dem vorirdischen Dasein so starke Kräfte mit, die nachwirken, daß da die Seele auf den Leib intensiv wirken kann. Da bedarf es nur der schwächeren Kräfte der dritten Hierarchie, um dem Menschen zu Hilfe zu kommen. Aber sehen Sie, diejenigen Kräfte, welche Angeloi, Archangeloi, Archai brauchen, um in der richtigen Weise unser Menschenleben zu lenken und zu leiten bis zum 21. Jahre hin, diese Kräfte strömen diesen Wesenheiten zu aus dem, was geistig ausstrahlt von Saturn, Jupiter, Mars (siehe Zeichnung). Es ist schon so, daß die Weltenkörper nicht nur diejenigen Wirkungen ausstrahlen, von denen die physische Wissenschaft spricht. Diese physische Wissenschaft ist ja mit Bezug auf die Schilderung des Weltwesens eigentlich recht einfältig. Von Saturn, Jupiter und Mars strahlen Kräfte aus, für die eigentlich das stärkste Verständnis Angeloi, Archangeloi, Archai haben. Und wenn der Mensch nun durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgeht — wir haben es ja beschrieben —, da kommt er zuerst in die Mondregion zu denjenigen Wesen, die einmal auf der Erde waren, die scharfe Beurteiler dessen sind, was er an Gutem und Bösem mitbringt. Da muß er zunächst zurücklassen, was mit ihm an Bösem vereinigt ist. Er kann es nicht in die Sonnenregion tragen. Er geht dann durch die Sonnenregion hindurch und weiter hinaus in das Weltenall. Es wirken dann die Kräfte von Mars, Jupiter und Saturn auf ihn. Dann geht er durch das ganze Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durch, kommt wieder zurück, und erst wenn er wiederum ganz in die Mondenregion hereinkommt, dann treten ihm Angeloi, Archangeloi, Archai entgegen und sagen ihm gewissermaßen: uns hat Saturn, Jupiter, Mars gesagt, daß du nach gewissen Richtungen hin verkümmert bist —, so wie das in dem letzten Vortrage hier beschrieben worden ist. Ich sagte, das Böse muß zurückgelassen werden, aber damit läßt der Mensch ja etwas von sich selbst zurück. Er kommt als ein verkümmerter Mensch in die Sonnenregion und auch in die äußere Region hinauf. Da schauen ihn an Saturn, Jupiter und Mars.
[ 26 ] And once again, beginning with sexual maturity—roughly from the age of 14 onward—those forces that are more powerful than the Angeloi, Archangeloi, and Archai begin to intervene in the rhythmic system. The beings of the third hierarchy—Angels, Archangels, and Archai—are actually dependent on engaging with our soul life. We bring with us from our pre-earthly existence such strong forces from the first three epochs of life that they continue to exert an influence, enabling the soul to act intensively upon the body. Thus, only the weaker forces of the third hierarchy are needed to come to the aid of human beings. But you see, the forces that the Angels, Archangels, and Archai need in order to properly guide and direct our human life up to the age of 21—these forces flow to these beings from the spiritual radiance of Saturn, Jupiter, and Mars (see diagram). It is indeed true that the celestial bodies radiate not only those effects of which physical science speaks. This physical science is, in fact, quite simplistic when it comes to describing the nature of the universe. Forces radiate from Saturn, Jupiter, and Mars that are best understood by the angels, archangels, and archai. And when a human being now passes through the life between death and a new birth—as we have described—he first enters the lunar region to those beings who were once on Earth and who are strict judges of the good and evil he brings with him. There, they must first leave behind whatever evil is united with them. They cannot carry it into the solar region. They then pass through the solar region and on out into the cosmos. The forces of Mars, Jupiter, and Saturn then act upon them. Then he passes through the entire life between death and a new birth, returns once more, and only when he enters the lunar region fully again do the angels, archangels, and archai come to meet him and say to him, as it were: “Saturn, Jupiter, and Mars have told us that you have atrophied in certain respects”—just as was described here in the last lecture. I said that evil must be left behind, but in doing so, the human being leaves something of himself behind. He enters the solar region—and also ascends into the outer region—as an atrophied human being. There, Saturn, Jupiter, and Mars look upon him.
[ 27 ] Oh, meine lieben Freunde, dieses Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist recht kompliziert! Wir treten das Leben an zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, indem wir durch die Todespforte geschritten sind. Dasjenige spielt sich ab, was ich in bezug auf die Mondenregion beschrieben habe. Der Mensch muß all das zurücklassen, was an ihm, an seinem Wesen sich mit dem Bösen identifiziert hat. Das ist so, wie wenn der physische Leib Glieder zurücklassen müßte. Der Mensch kommt sozusagen verstümmelt um das, was er zurücklassen mußte, weil es sich mit dem Bösen identifiziert hat, in der Sonnenregion und in den übrigen Weiten des Weltenalls an. Und wenn dann der Mensch durch die Sonnenregion hindurch in das Gebiet von Mars, Jupiter und Saturn tritt, dann fühlt er: die schauen ihn an mit dem durchdringenden Blicke ihres Gerechtigkeitswebens, ihres Weltgerechtigkeitswebens, schauen sie ihn an, wieviel er von seinem Menschen da hinauftragen darf. Da schauen sie ihn an. Da spürt ein jeder von uns, wieviel sich mit ihm von dem Guten vereinigt hat, was er da hinauftragen darf und was ihm fehlt, was er zurückgelassen hat, zurücklassen mußte, wie sehr er sich identifizierte mit dem Bösen. Das fehlt ihm. Und an der Art und Weise, wie er von den Wesen von Mars, Saturn und Jupiter angeschaut wird, spürt er, ein wie mangelhafter Mensch er ist.
[ 27 ] Oh, my dear friends, this life between death and a new birth is quite complicated! We begin this life between death and a new birth by passing through the gate of death. What I have described regarding the lunar region takes place here. Human beings must leave behind everything in themselves—in their very being—that has identified with evil. It is as if the physical body had to leave behind its limbs. Human beings arrive, so to speak, mutilated by what they had to leave behind—because it had identified with evil—in the solar region and in the rest of the vastness of the universe. And when the human being then passes through the solar region into the realm of Mars, Jupiter, and Saturn, he feels: they are looking at him with the penetrating gaze of their web of justice, their cosmic web of justice; they are looking at him to see how much of his human nature he is permitted to carry up there. There they look at him. Then each of us senses how much of the good has united with us—what we are permitted to carry up there—and what is lacking in us: what we have left behind, what we had to leave behind, and how deeply we identified with evil. That is what is missing in us. And from the way the beings of Mars, Saturn, and Jupiter look upon us, we sense just how flawed a human being we are.
[ 28 ] Und dann, wenn er wieder zurückkehrt, haben mittlerweile Saturn, Jupiter und Mars dasjenige, was sie an dem Menschen, der unvollkommen an ihnen vorbeigegangen ist, erlebt, erschaut haben, kosmisch mitgeteilt der dritten Hierarchie — Angeloi, Archangeloi, Archai. Das verweben jetzt diese Wesen mit dem Menschen, so daß er eingeschrieben in sich enthält, was er zu tun hat, was er auszugleichen hat.
[ 28 ] And then, when he returns, Saturn, Jupiter, and Mars—having in the meantime experienced and perceived what they observed in the human being who passed them by imperfectly—have cosmically communicated this to the third hierarchy: the Angeloi, Archangeloi, and Archai. These beings now weave this together with the human being, so that he carries within himself what he must do and what he must balance.
[ 29 ] Und man möchte sagen: In diesen ersten drei Lebensepochen, wo Angeloi, Archangeloi, Archai besonders auf den Menschen wirken, da werden die karmischen Forderungen in das menschliche Nerven-Sinnessystem, in das menschliche Kopfsystem eingeschrieben.
[ 29 ] And one might say: During these first three epochs of life, when angels, archangels, and archai exert a particular influence on human beings, karmic demands are inscribed into the human nervous-sensory system and into the human head system.
[ 30 ] Wenn wir durch unser 21. Lebensjahr geschritten sind — wie es sich bei Menschen, die früher sterben, verhält, will ich auch noch in den späteren Vorträgen auseinandersetzen —, dann hat sich in uns all das eingeprägt, was die karmischen Forderungen für das Leben sind. Man kann es dem Einundzwanzigjährigen, wenn man in ihm lesen kann, ansehen, was in ihn eingeschrieben ist an karmischen Forderungen. Da, in dieser Zeit also, da prägen sich in dem Menschen die karmischen Forderungen aus (siehe Zeichnung Seite 193). Die tragen wir hauptsächlich in den okkulten, in den verborgenen Untergründen unseres Nerven-Sinnessystems, in dem, was geistig-seelisch unserem NervenSinnessystem zugrunde liegt.
[ 30 ] Once we have passed the age of 21—I will also address the situation of people who die earlier in later lectures—then everything that constitutes the karmic demands of life has been imprinted within us. If one can read within a twenty-one-year-old, one can see what karmic demands are inscribed within them. It is during this time, then, that the karmic demands become imprinted in the human being (see illustration on page 193). We carry these primarily in the occult, hidden depths of our nervous-sensory system—in that which, spiritually and psychically, underlies our nervous-sensory system.
[ 31 ] Dagegen wenn wir mehr gegen den weiteren Verlauf des Lebens hinblicken, wenn wir den Menschen anschauen von seinem 28. bis zu seinem 49. Lebensjahre, dann haben wir es weniger mit einem Einprägen von karmischen Forderungen zu tun, sondern mehr mit dem, was nun die Erfüllung des Karma ist, das Abladen des Karma. Namentlich in dieser Lebensperiode tritt dasjenige auf, was karmische Erfüllung ist, was wir abzuladen haben um dessentwillen, das sich eingeprägt hat in den ersten drei Lebensepochen.
[ 31 ] On the other hand, when we look further ahead in the course of life—when we consider a person from the age of 28 to 49—we are dealing less with the imprinting of karmic demands and more with what is now the fulfillment of karma, the unloading of karma. It is precisely during this period of life that what is known as karmic fulfillment occurs—that which we must discharge because of what has been imprinted during the first three stages of life.
[ 32 ] So daß ich hierher (siehe Zeichnung Seite 193) schreiben kann: Vom 28. Jahre bis zum 49. Jahre «Karmische Erfüllungen». Dazwischen liegen die Jahre vom 21. bis zum 28., wo sich beides die Waage hält — karmische Forderungen und karmische Erfüllungen.
[ 32 ] So that I can write here (see illustration on page 193): From the age of 28 to the age of 49, “Karmic Fulfillments.” In between lie the years from 21 to 28, when the two are in balance—karmic demands and karmic fulfillments.
[ 33 ] Nun liegt aber etwas Eigentümliches vor, das insbesondere in unserem Zeitalter notwendig ist zu beachten. In der gegenwärtigen Entwickelungsepoche der Menschheit sind sehr viele Menschen vorhanden, die ihre letzte maßgebende Inkarnation — nicht als ob darauf keine mehr gefolgt wäre, aber die war dann weniger maßgebend — durchgemacht haben so in den ersten Jahrhunderten nach der Begründung des Christentums bis zum 8., 9. Jahrhundert hin. Wenn wir bei den weitaus meisten Menschen, die in der Gegenwart leben und Anteil an der Kultur haben, Umschau halten, dann finden wir, daß die Mehrzahl dieser Menschen ihre maßgebende Inkarnation in den ersten sieben bis acht Jahrhunderten seit der Begründung des Christentums hatten.
[ 33 ] However, there is something peculiar here that must be taken into account, especially in our age. In the current epoch of human development, there are a great many people who experienced their last decisive incarnation—not that none followed it, but those were less decisive—during the first centuries after the founding of Christianity up through the 8th and 9th centuries. If we look around at the vast majority of people living today who participate in culture, we find that the majority of these people had their defining incarnation during the first seven to eight centuries following the founding of Christianity.
[ 34 ] Das war aber die Zeit, die in folgender Weise eigentümlich auf die Menschen wirkte — das geht einem heute auf, wenn man karmisch gewisse Menschen betrachtet. Immer wieder habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, gerade auch nach diesem Gesichtspunkte viele Menschen karmisch zu betrachten, Menschen, die eine gewisse Bildung erreicht haben, die heute Zeitbildung ist, Kopfbildung hauptsächlich ist, Menschen, die eigentlich verhältnismäßig viel gelernt haben.
[ 34 ] But that was a time that had a peculiar effect on people in the following way—one realizes this today when looking at certain people from a karmic perspective. Time and again, I have made it my task to view many people from a karmic perspective, particularly from this angle—people who have attained a certain level of education, which today is primarily an intellectual education, people who have actually learned a great deal.
[ 35 ] Sie brauchen ja nur zu beachten, wie groß das Heer derjenigen Menschen heute ist, die Gymnasiallehrer, Beamte und so weiter geworden sind. Die haben verhältnismäßig viel gelernt, das Gymnasium oder die Realschule, sogar die Universität besucht — wirklich, ich meine das nicht ironisch, aber wohl im Zusammenhang mit alldem, was ich über solche Begriffe schon gesagt habe —, sie sind eigentlich ungeheuer gescheit geworden.
[ 35 ] You need only consider how large the ranks are today of those who have become high school teachers, civil servants, and so on. They’ve acquired a relatively great deal of knowledge, having attended high school or secondary school, even university—really, I don’t mean this ironically, but rather in the context of everything I’ve already said about such concepts—they’ve actually become incredibly intelligent.
[ 36 ] Nach dieser Richtung hin gibt es heute wirklich außerordentlich viel gescheite Leute. Denken Sie nur, daß ja die meisten Menschen heute so gescheit sind, daß man ihnen kaum etwas sagen kann; sie wissen ja schon alles. Jeder hat einen Standpunkt. Jeder urteilt über das, was ihm gesagt wird.
[ 36 ] There are truly an extraordinary number of intelligent people today who think along these lines. Just consider that most people today are so intelligent that you can hardly tell them anything; they already know everything. Everyone has a point of view. Everyone passes judgment on what they are told.
[ 37 ] So ist es nur in unserer Zeit, so war es durchaus nicht in früheren Zeitepochen. Da waren einzelne Leute, die haben etwas gewußt; die anderen haben hingehorcht auf diejenigen, die etwas gewußt haben. Da war es gar nicht üblich, daß so viele Menschen gescheit waren wie heute. Nicht wahr, man wird schon in sehr früher Jugend heute gescheit; denken Sie nur, wie viele Menschen unter ihrem 21. Lebensjahre heute schon, ich will gar nicht sagen, Gedichte machen, das haben sie immer getan, sondern sogar Feuilletons schreiben, ja sogar Kritiken schreiben.
[ 37 ] That’s just the way it is in our time; it certainly wasn’t like that in earlier eras. Back then, there were a few people who knew something; the others listened to those who did know something. It wasn’t at all common for so many people to be smart as they are today. Isn’t that right? People become intelligent at a very early age these days; just think how many people under the age of 21 today—I won’t even say they write poetry, which they’ve always done—but they even write feature articles, and even reviews.
[ 38 ] Also die Ausbildung der Intellektualität, die ist heute eine außerordentlich starke. Aber sie ist heute bei den meisten Menschen im wesentlichen beeinflußt von denjenigen Inkarnationen, die in den ersten sieben bis acht Jahrhunderten seit der Begründung des Christentums stattgefunden haben. Da wurde immer geringer und geringer das Gefühl in der menschlichen Seele für das, was aus vorirdischem Leben in das irdische hereinkommt. Die Menschen fingen an, sich eigentlich immer mehr und mehr nur für das zu interessieren, was auf den Tod folgt, und interessierten sich immer weniger und weniger für das, was dem Erdenleben vorausgegangen war. Ich habe das oftmals dadurch ausgedrückt, daß ich sagte: Wir haben ja für die Ewigkeit keine durchgreifende Bezeichnung, sondern nur für die halbe Ewigkeit, die eigentlich anfängt und niemals aufhört. Da, für diesen Teil der Ewigkeit (siehe Zeichnung, Pfeil) des Menschen haben wir das Wort Unsterblichkeit; aber wir haben nicht für die andere Hälfte der Ewigkeit, die niemals angefangen hat, ein Wort Ungeborenheit, wie es ältere Sprachen hatten. Das haben wir nicht. Aber die ganze Ewigkeit umfaßt eben Unsterblichkeit und Ungeborenheit.
[ 38 ] So the development of intellectuality is extraordinarily strong today. But for most people today, it is essentially influenced by those incarnations that took place during the first seven to eight centuries since the founding of Christianity. During that time, the human soul’s sense of what flows into earthly life from pre-earthly existence grew weaker and weaker. People actually began to take more and more interest only in what follows death, and less and less interest in what preceded earthly life. I have often expressed this by saying: We do not have a comprehensive term for eternity, but only for half of eternity, which actually begins and never ends. For this part of eternity (see drawing, arrow) pertaining to human beings, we have the word “immortality”; but we do not have a word for the other half of eternity—the half that has never begun—a word for “unbornness,” as older languages did. We do not have that. Yet the whole of eternity encompasses both immortality and unbornness.


[ 39 ] Wir sind ebenso als Wesen, bei denen die Geburt nur eine Umwandlung bedeutet, in die Welt hereingekommen, wie wir herauskommen aus der Erdenwelt dadurch, daß wir den Tod durchmachen, der nicht ein Ende, sondern nur eine Umwandlung bedeutet.
[ 39 ] We have entered the world as beings for whom birth signifies only a transformation, just as we leave the earthly world by undergoing death, which signifies not an end but only a transformation.
[ 40 ] So können wir sagen: Dieses starke Bewußtsein, das bis in die ersten christlichen Jahrhunderte herein wirksam war in den Menschen: Ich bin aus Geistigem heruntergestiegen zum physischen Dasein —, das wurde immer geringer, und immer mehr beschränkte man sich darauf: Ich bin nun einmal da; was vorhergegangen ist, interessiert mich nicht, das ist mir ja sicher. Was vorangegangen ist, das interessiert mich nicht; mich interessiert, was auf den Tod folgt. — Dieses Bewußtsein kam immer mehr und mehr auf. Und diese Entwickelung, die vollzog sich in den ersten christlichen Jahrhunderten. Da wurde sozusagen in diejenigen Menschen, die da ihre maßgebende Inkarnation durchmachten, dieses gedämpfte Gefühl für das vorirdische Leben hineingedrängt. Und die Gescheitheit nimmt daher die Richtung nach dem bloß Irdischen an. Sie ist eine große, diese Gescheitheit, sie nimmt aber die Richtung nach dem bloß Irdischen an. Ungeheuer Frappierendes, ungeheuer Bedeutsames tritt einem, wenn man karmische Betrachtungen anstellt, auf diesem Gebiete entgegen.
[ 40 ] So we can say: This strong awareness, which was active in people right up into the early Christian centuries—namely, “I have descended from the spiritual realm into physical existence”—gradually diminished, and people increasingly confined themselves to the thought: “I am here now; what came before does not interest me—that much is certain to me. What came before does not interest me; what interests me is what follows death.”—This awareness gained ground more and more. And this development took place during the first centuries of Christianity. There, so to speak, this subdued sense of pre-earthly life was instilled in those people who were undergoing their decisive incarnation. And intellectuality therefore takes on a focus on the merely earthly. This intellectuality is a great one, but it takes on a focus on the merely earthly. When one engages in karmic reflections, one encounters something tremendously striking and immensely significant in this realm.
[ 41 ] Ich will zwei Fälle herausgreifen: einen Menschen, der Geschichtslehrer war in einer höheren Schule, ein sehr gescheiter Mensch, der eigentlich als Geschichtslehrer schon einen Eindruck durch sein Wesen zunächst machen konnte. Wenn ich sein Leben ins Auge fasse bis zu dem Zeitpunkt, wo die karmischen Forderungen durch diese neutrale Zone hier hindurch (siehe Zeichnung Seite 193), also bis zum Anfange der Dreißigerjahre wirkten, da konnte man sagen: seine Gescheitheit kam heraus. Er war einer von den vielen gescheiten Menschen, sogar hervorragend gescheiten Menschen der Gegenwart. Aber in dem Augenblicke, wo er hier in diese Region hier kam, da half ihm die Gescheitheit nichts mehr, da wurde es mit den moralischen Impulsen bedenklich. Da blieb es bei der bloßen Intellektualität, die dann untergraben wurde. Als die Kräfte in Betracht kamen, die nun nicht an das Nerven-Sinnessystem, sondern gegen das Ende des Lebens an das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem gebunden sind, da unterdrückte die niedere Natur des Stoffwechsel-Gliedmaßensystems dasjenige, was im Nerven-Sinnessystem vorher ganz schön herausgekommen ist.
[ 41 ] I would like to highlight two cases: a man who was a history teacher at a high school, a very intelligent person who, as a history teacher, was able to make an impression right from the start simply through his character. When I consider his life up to the point where the karmic demands were at work through this neutral zone here (see diagram on page 193)—that is, up to the early 1930s—one could say that his intelligence shone through. He was one of the many intelligent people, indeed exceptionally intelligent people, of the present day. But the moment he entered this region here, his intelligence was of no further help to him; his moral impulses became cause for concern. It remained mere intellectuality, which was then undermined. When the forces came into play—forces that are not bound to the nervous-sensory system but, toward the end of life, to the metabolic-limb system—the lower nature of the metabolic-limb system suppressed what had previously come through quite beautifully in the nervous-sensory system.
[ 42 ] Die betreffende Persönlichkeit, die eigentlich intellektuell ihr Leben gut begonnen hatte, endete im Grunde genommen in moralischer Verkommenheit, mit einem moralischen Debacle. Das ist ein Beispiel.
[ 42 ] The person in question, who had actually gotten off to a good start in life intellectually, essentially ended up in moral depravity—a moral debacle. That is one example.
[ 43 ] Ein anderes Beispiel: Eine Persönlichkeit, die eigentlich noch gescheiter war als die erste, die ich jetzt eben beschrieben habe, die sogar als ganz hervorragend intelligent galt, die aber eben etwas nur Intelligentes hatte, aus ungeheuer kurzsichtigen Augen heraus eine große Intelligenz entwickelte.
[ 43 ] Another example: A person who was actually even smarter than the first one I just described—who was even considered exceptionally intelligent—but who had only one intelligent trait: he developed great intelligence from an incredibly short-sighted perspective.
[ 44 ] Diese Persönlichkeit wiederum, sie entwickelte, wenn man so bis gegen das 30. Jahr sie betrachtete, durch ihre Intelligenz einen starken Einfluß auf ihre Mitmenschen. Als sie über das 30. Jahr oder gar über das 35. Jahr hinaus war, als dann nicht mehr so stark wirkte das Nerven-Sinnessystem, sondern als das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem wirkte gegen das Ende des Lebens zu, da wurde diese Persönlichkeit, die vorher als etwas recht Kluges galt, vor allen Dingen trivial, banal und ging dann auf in einem banalen, parteimäßigen Leben. Ich habe den Lebenslauf dieser Persönlichkeit verfolgt. Ich muß sagen, es war mir etwas ganz Merkwürdiges, da ich diese Persönlichkeit gekannt habe in ihren jüngeren Jahren, daß diese Persönlichkeit von mir später wiederum gefunden wurde unter Leuten, die in ganz trivialem Parteileben aufgingen. Der Weg von den karmischen Forderungen in die karmischen Erfüllungen hinein hat sich so erwiesen, daß die intelligenten Kräfte bei den Menschen der Gegenwart, die durch ein voriges Erdenleben in den ersten christlichen Jahrhunderten bis zum 8., 9. Jahrhundert herauf zubereitet worden sind, nicht tragfähig genug waren, um in der Zeit, wo nun die Seele schwächer wird, wo der Körper den größeren Widerstand bietet, hinaufzureichen in die erste Hierarchie.
[ 44 ] This individual, in turn, exerted a strong influence on those around her through her intelligence, at least up until around the age of 30. Once she was past the age of 30, or even 35—when the nervous-sensory system was no longer as active, but the metabolic-limb system began to take over toward the end of her life—this individual, who had previously been considered quite intelligent, became above all trivial and banal, and eventually lost herself in a mundane, partisan existence. I have followed the course of this person’s life. I must say, it was quite remarkable to me—since I had known this person in her younger years—that I later encountered her again among people who were absorbed in a very trivial, party-oriented existence. The path from karmic demands to karmic fulfillment has turned out to be such that the intellectual faculties of people today—which had been developed through a previous earthly life spanning the early Christian centuries up to the 8th 9th centuries, were not strong enough to reach up into the First Hierarchy at a time when the soul is growing weaker and the body offers greater resistance.
[ 45 ] Und da stellte sich mir dieses dar: Jene zahlreichen Menschen in der Gegenwart, die so gescheit sind, die vor allen Dingen durch die Schulbildung so gescheit gemacht werden können, die entwickeln in dieser ersten Lebensepoche die Möglichkeit, mit ihren Gescheitheitskräften bis in die dritte Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai hinaufzureichen. Das erlangen sie. Da sind sie vielversprechende Persönlichkeiten.
[ 45 ] And then this occurred to me: Those numerous people of the present who are so intelligent—who, above all, can be made so intelligent through school education—develop in this first phase of life the potential to extend their intellectual powers all the way up to the third hierarchy: the Angels, Archangels, and Archai. They attain this. They are promising individuals.
[ 46 ] Indem sie in die zweite Hierarchie eintreten, sind sie mehr dieser Hierarchie hingegeben. Die kommt ja zu den Menschen herunter; fortpflanzungsfähig werden fast alle. Diese kosmische Hierarchie kommt herunter. Da ist sozusagen kein rechter Abgrund zwischen den Menschen und der höheren Hierarchie.
[ 46 ] As they enter the second hierarchy, they become more devoted to it. After all, this hierarchy descends to humanity; almost all of them become capable of procreation. This cosmic hierarchy descends. There is, so to speak, no real gulf between humanity and the higher hierarchy.
[ 47 ] Kommt es aber mit dem 28. Jahre dahin, daß der Mensch nun zu der höheren Hierarchie, zu der ersten Hierarchie Beziehung finden muß, da muß es durch seinen ganzen Menschen bis ins StoffwechselGliedmaßensystem hinein geschehen. Da braucht er stärkere innere Haltekräfte im Geistigen. Da reicht eben dasjenige nicht aus, was aus früheren Erdenleben aus jenem Zeitalter im Menschen keimend gemacht worden ist, wo nicht mehr gedacht worden ist an das vorirdische Leben.
[ 47 ] But when, at the age of 28, a person must now establish a connection with the higher hierarchy—the first hierarchy—this must take place through their entire being, right down into the metabolic and limb systems. This requires stronger inner forces of stability in the spiritual realm. What was sown in the human being during earlier earthly lives—from that era when thoughts of pre-earthly life had ceased—is simply not sufficient.
[ 48 ] Man möchte, wenn man gerade auf die karmische Entwickelung hinweisen will, sagen: Stark muß die Mahnung an den wirklichen Erzieher der Menschheit, an den wahren Pädagogen sein, der Intellektualität so viel von geistig Kraftvollem einzuflößen, daß, wenn der Mensch dann seine spätere Lebenszeit durchmacht, das, was in seinem Intellekt durchmoralisiert ist, denjenigen Kräften die Waagschale halten kann, die hinunterziehen (siehe Zeichnung Seite 193, Pfeil nach unten), hinweg von der ersten Hierarchie.
[ 48 ] When one wishes to point specifically to karmic development, one might say: The call to the true educator of humanity, to the true pedagogue, must be strong: to instill so much of what is spiritually powerful into intellectuality that, when a person then goes through the later stages of life, what has been imbued with morality in their intellect can counterbalance those forces that pull downward (see illustration on page 193, downward-pointing arrow), away from the First Hierarchy.
[ 49 ] Es ist ja wirklich nicht von geringem Interesse, gerade in unserem Zeitalter den zweiten Teil des menschlichen Lebens mit dem ersten zu vergleichen. Nach dieser Richtung müßten eigentlich Menschen, die Sinn für Lebensbeobachtunghhaben, rechte Lebensbeobachtung anstellen. Denn das tritt hervor, meine lieben Freunde, im gewöhnlichen Leben. Was ich jetzt als Beispiele angeführt habe, das sind Beispiele aus dem gewöhnlichen Leben, Beispiele, die verhundert-, vertausendfacht werden können, die überall sich finden. Aber auch etwas anderes könnte man finden, wo sich dasselbe zeigt, nur, ich möchte sagen, in einem höheren Gebiete des Lebens. Wenn ich, der ich mich immer interessiert habe für die geistigen Entwickelungsgänge der Menschen, auf eine Anzahl von solchen Menschen blicke, die produktiv ins Leben hereingetreten sind, die sogar großen Eindruck auf ihre Mitmenschen, sagen wir, als jugendliche Dichter oder sonst als jugendliche Künstler gemacht haben, und dann hinschaue auf dieselben, von denen man noch gesagt hat, als sie 24, 25, 26, 27 Jahre alt gewesen sind: ein großartiges, gewaltiges Talent! — sie wurden älter, alles versiegte, es blieb beim Jugendlichen Dichten, beim jugendlichen Künstlertum. Später versiegte alles. Sie waren nichts mehr auf dem Gebiete, auf dem sie einmal bedeutend waren.
[ 49 ] It is indeed of no small interest, especially in our time, to compare the second half of human life with the first. People who have a flair for observing life should actually engage in genuine observation of life along these lines. For this, my dear friends, is what stands out in everyday life. The examples I have just cited are taken from ordinary life—examples that can be multiplied a hundredfold or a thousandfold, examples that can be found everywhere. But one could also find other instances where the same phenomenon manifests itself, though, I would say, in a higher sphere of life. When I—who have always been interested in the spiritual development of human beings—look at a number of such people who entered life productively, who even made a great impression on their fellow human beings, let’s say, as young poets or otherwise as young artists, and then look at the very same people of whom it was said, when they were 24, 25, 26, or 27 years old: “What a magnificent, formidable talent!”—they grew older, everything dried up, and they remained stuck in their youthful poetry and youthful artistry. Later, everything dried up. They were no longer anything in the field in which they had once been significant.
[ 50 ] Gerade wenn Sie die Namen derjenigen durchgehen, die nur als jugendliche Dichter oder Künstler bekanntgeworden sind, dann sich selber ausgestrichen haben aus der lebendigen Literaturgeschichte oder Kunstgeschichte, dann werden Sie das bewahrheitet finden, was ich sage. Aber Sie werden durch das, was ich so sage, zugleich darauf hingewiesen, wie die verschiedenen Lebensepochen beim Menschen in der verschiedensten Weise zeigen, wie das Karma, wie die karmischen Impulse in das Menschenleben eingreifen.
[ 50 ] Especially when you go through the names of those who became known only as young poets or artists, and then removed themselves from the living history of literature or art, you will find that what I say is true. But what I am saying also points out to you how the various stages of human life reveal, in the most diverse ways, how karma—how karmic impulses—intervene in human life.
[ 51 ] Alles das, was nur intellektualistisch und materialistisch ist, kann eigentlich nur in der Jugend den Menschen innerlich erfassen. Nur das, was dem Intellektualistischen als Spirituelles beigemischt ist, kann durch das ganze Menschenleben hindurch halten, ich meine karmisch durch die Erdenleben hindurch.
[ 51 ] Anything that is purely intellectual and materialistic can really only take hold of a person’s inner being during youth. Only that which is blended with the intellectual as something spiritual can endure throughout a person’s entire life—I mean, karmically, throughout their earthly lives.
[ 52 ] Wenn wir also sehen, daß solche Schicksale, wie die beschriebenen, auftreten, dann müssen wir auf frühere Erdenleben zurückblicken, wo dem Menschen der Hinblick auf das eigentlich Spirituelle, den man ja nur in rechter Weise haben kann, wenn man auf das vorgeburtliche, nicht nur auf das nachtodliche Leben sieht, nicht gegeben worden ist.
[ 52 ] So when we see fates such as those described occurring, we must look back to earlier earthly lives, in which the individual was not granted the perspective on what is truly spiritual—a perspective that can only be properly attained by looking to life before birth, not merely to life after death.
[ 53 ] Es ist in unserem Zeitalter eigentlich diese Lebenstragik vielfach vorhanden, und wir haben so vieles, was nicht vorhält für das ganze Menschenleben. Wir haben in unserem Zeitalter viel von jugendlichen Idealen, aber wenig von alten Idealen. Die Alten verlassen sich viel mehr auf den Staat und auf die Pension als auf das lebendige Leben, weil sie die Stütze von außen brauchen, weil sie das nicht finden können, was sie zu der ersten Hierarchie in Beziehung bringt.
[ 53 ] In our age, this tragedy of life is actually all too common, and we have so many things that do not last a lifetime. In our age, we have many youthful ideals, but few of the old ones. The elderly rely much more on the state and on their pensions than on life itself, because they need external support and cannot find what connects them to the primary hierarchy.
[ 54 ] Und so kommt es, daß, wenn wir richtig karmisch betrachten wollen, wir diese verschiedenen Glieder des Menschen, die aber ineinandergreifen, beachten müssen. Ich will jetzt nicht sagen, daß über das 49. Jahr hinaus das Leben geschenkt ist; wie gesagt, das werden wir noch betrachten. Aber wenn der Mensch die Lebensepochen (siehe Zeichnung Seite 193), diese ersten drei, diese zweiten drei und dann diese durchgemacht hat, dann lebt er zuerst so, daß er Beziehungen hat zur dritten Hierarchie. Er knüpft dann Beziehungen an, innerlich, unbewußt, zur zweiten Hierarchie, dann zur ersten Hierarchie. Darnach kann man erst beurteilen, inwiefern der Mensch den karmischen Impulsen in sich die Möglichkeit gibt, sich auszugestalten. Denn das erst, dieses Wissen von den Beziehungen zu den höheren Hierarchien, gibt das konkrete Menschenleben.
[ 54 ] And so it is that, if we wish to view things correctly from a karmic perspective, we must take into account these various aspects of the human being, which are, however, interlinked. I do not mean to say that life is granted beyond the age of 49; as I said, we will consider that later. But once a person has passed through the epochs of life (see diagram on page 193)—the first three, the second three, and then these—they initially live in such a way that they have connections to the third hierarchy. They then establish connections, inwardly and unconsciously, to the second hierarchy, and then to the first hierarchy. Only then can one assess to what extent a person allows the karmic impulses within them the opportunity to take shape. For it is this—this knowledge of the relationships to the higher hierarchies—that gives concrete form to human life.
[ 55 ] Angeloi, Archangelo, Archai sagen uns in unserem Unterbewußten gewissermaßen in den ersten drei Lebensepochen: Das alles hast du herübergetragen aus früheren Epochen, aus früherem Erdendasein, das mußt du auf dich nehmen. — In dem unbewußten Teil unseres Schicksalerlebens wird uns das gesagt. Und es tönt eigentlich immer in diesen drei Lebensepochen in uns schicksalsmäßig herein, namentlich von der Hierarchie der Angeloi: Saturn, Jupiter, Mars haben dies oder jenes über dich verhängt. Wir haben es aus ihren Kräften gelesen.
[ 55 ] The Angeloi, Archangelo, and Archai tell us, as it were, in our subconscious during the first three epochs of life: “You have carried all of this over from earlier epochs, from a previous earthly existence; you must take this upon yourself.” — This is what is told to us in the unconscious part of our experience of destiny. And it actually always resounds within us as a matter of destiny during these three epochs of life, specifically from the hierarchy of the Angeloi: Saturn, Jupiter, and Mars have decreed this or that upon you. We have read it from their powers.
[ 56 ] Dann folgt alles das, was von der zweiten Hierarchie kommt, aus dem Bereich der Sonne. Und endlich folgt dasjenige, was von der ersten Hierarchie in dieser Weise kommt aus dem Bereiche von Venus, Merkur, Mond. Und so wie uns namentlich die Angeloi im Unterbewußten in den ersten drei Epochen unseres Lebens zurufen: Das haben uns Saturn, Jupiter, Mars gesagt, daß dir im Leben das auszutragen vorgesetzt ist —, so finden sich dann von dem 28. Lebensjahr an in unserem Unbewußten die Seraphim, die ja eben auch im Unbewußten sprechen: Und das alles bleibt dir, weil du es nicht erfüllen kannst, weil du zu uns nicht heraufreichst, das bleibt dir, und du mußt es ins nächste Erdenleben hineintragen; du kannst es nicht ausgleichen, du hast die Stärke nicht dazu.
[ 56 ] Then comes everything that originates from the second hierarchy, from the realm of the Sun. And finally comes that which originates from the first hierarchy in this way, from the realms of Venus, Mercury, and the Moon. And just as the Angeloi, in particular, call out to us in the subconscious during the first three epochs of our lives—saying, “This is what Saturn, Jupiter, and Mars have told us: this is what you are destined to work through in life”—so, from the age of 28 onward, the Seraphim are found in our unconscious, speaking there as well: “And all of this remains with you because you cannot fulfill it, because you do not reach up to us; it remains with you, and you must carry it into your next earthly life; you cannot balance it out—you do not have the strength to do so.”
[ 57 ] Unter dem Bewußtsein des Menschen sprechen die karmischen Mächte, die schicksalbildenden Mächte. Sie sprechen aus allen drei höheren Hierarchien. Und wenn wir Empfindung haben für das, was schicksalsmäßig in unser Leben eingreift, dann können wir auch hinter diesem Hinblicken auf unser Schicksal in heiliger Scheu ahnen, wie im Verlaufe unseres Lebens weben an diesem unserem Schicksale die Wesenheiten aller drei Hierarchien. Dann eigentlich betrachten wir unser Leben erst richtig.
[ 57 ] The karmic forces—the forces that shape destiny—speak through human consciousness. They speak from all three higher hierarchies. And when we are sensitive to what intervenes in our lives as a matter of destiny, then—beyond this mere view of our destiny—we can also sense, with sacred awe, how the beings of all three hierarchies weave at the fabric of our destiny throughout the course of our lives. Only then do we truly contemplate our lives.
[ 58 ] Denn sehen Sie, wer wäre denn zufrieden, wenn er uns nach einem Menschen frägt, über den er etwas in bezug auf sein Erdenleben wissen will, weil er voraussetzt, daß wir etwas von ihm wissen — und wir sagen ihm: Der heißt Josef Müller. — Wir wissen ihm nichts zu sagen als den Namen. Er hat darauf gewartet, daß er über diesen Menschen etwas erfährt, was wahrhaftig mehr ist als der Name: Ereignisse aus seinem irdischen Leben, Aufschluß über Kräfte, Impulse, die aus dem irdischen Leben auf ihn gewirkt haben. Man kann sich nicht, wenn man von einem Menschen in bezug auf sein irdisches Leben etwas wissen will, mit dem bloßen Namen begnügen. Aber in unserem heutigen materialistischen Zeitalter begnügen sich leider die Menschen mit Bezug auf das, was hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein steht und worin wirken Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, Cherubim, Seraphim und Throne — mit dem Namen «Mensch», noch dazu mit einem allgemeinen Namen «Mensch». Sie schauen nicht hin auf das Konkrete. Das aber muß eintreten, daß die Menschen lernen, auf das Konkrete wiederum hinzuschauen.
[ 58 ] For you see, who would be satisfied if someone asked us about a person—about whom he wants to know something regarding his earthly life, because he assumes that we know something about him—and we told him: “His name is Josef Müller.”—We have nothing to tell him but the name. He was expecting to learn something about this person that is truly more than just a name: events from his earthly life, insight into the forces and impulses that influenced him during his earthly life. If one wants to know something about a person in relation to his earthly life, one cannot be satisfied with just the name. But in our present-day materialistic age, people unfortunately content themselves—with regard to what lies beyond ordinary consciousness and in which Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, Cherubim, Seraphim, and Thrones are at work—with the name “human being,” and moreover with the general term “human being.” They do not look at the concrete. But it must happen that people learn to look once again at the concrete.



