Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236

30 May 1924, Dornach

Translate the original German text into any language:

Dreizehnter Vortrag

Thirteenth Lecture

[ 1 ] Die Betrachtung der karmischen Zusammenhänge im Menschenleben erfordert in der Tat das völlige Verständnis von gesetzmäßigen Verhältnissen in der Welt, die der heutige Mensch mehr oder weniger ungewohnt ist. Denn es handelt sich ja darum, daß in die karmischen Zusammenhänge, die von einem Erdenleben in das andere hinübergreifen, Gesetzmäßigkeiten hineinwirken, die geistiger Art sind, geistiger Art so, daß man sie schon verkennt, wenn man nur im geringsten Grade daran denkt, daß es sich um eine Verursachung handelt, die in irgendeiner Beziehung ähnlich sei derjenigen, die wir sonst in der Welt finden, wenn wir von Ursache und Wirkung sprechen.

[ 1 ] Examining the karmic connections in human life does indeed require a complete understanding of the laws governing the world, which are more or less unfamiliar to people today. For the point is that the karmic connections, which extend from one earthly life into the next, are influenced by laws of a spiritual nature—so spiritual, in fact, that one already misunderstands them if one even remotely considers that this causality is in any way similar to what we otherwise find in the world when we speak of cause and effect.

[ 2 ] Man muß eigentlich zunächst ganz genau einsehen, was im Inneren des Menschen vor sich geht hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein, wenn man ein Verständnis für dasjenige gewinnen will, was karmische Zusammenhänge sind. Und ein Verständnis für das, was hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein liegt, kann eigentlich nur die Betrachtung des menschlichen Wesens geben, wie es sich der übersinnlichen Erkenntnis, der Initiationserkenntnis darbietet.

[ 2 ] One must first gain a very precise understanding of what is taking place within the human being, behind ordinary consciousness, if one wishes to grasp what karmic connections are. And an understanding of what lies beyond ordinary consciousness can really only be gained by observing the human being as it presents itself to supersensible knowledge, to the knowledge of initiation.

[ 3 ] Gehen wir deshalb, namentlich um gewisse Dinge weiterzuführen, die in den letzten Vorträgen hier angedeutet worden sind und die dann in ihrer weiteren Ausführung zum vollständigen Verständnis des Karma führen werden, heute einmal darauf ein, wie der Mensch, wenn er aufsteigt zur imaginativen, zur inspirierten, zur intuitiven Erkenntnis, immer mehr und mehr die Möglichkeit gewinnt, einzusehen, wie er selbst als Mensch eigentlich im gesamten Kosmos drinnensteht.

[ 3 ] Let us therefore—specifically to build on certain points that were touched upon in the previous lectures here, and which, when further elaborated, will lead to a complete understanding of karma— let us consider today how, as a human being ascends to imaginative, inspired, and intuitive knowledge, they increasingly gain the ability to see how they themselves, as a human being, are actually situated within the entire cosmos.

[ 4 ] Es ist ja öfter, sogar in öffentlichen Vorträgen, hervorgehoben worden, daß durch diese imaginative Erkenntnis ein Lebenstableau für das gegenwärtige Erdenleben sich vor dem Menschen ausbreitet, daß der Mensch sein Leben in gewaltigen Bildern überschaut, daß er dabei gerade dasjenige überschaut, was diegewöhnliche Erinnerung nicht geben kann.

[ 4 ] It has often been emphasized—even in public lectures—that through this imaginative insight, a panorama of one’s present earthly life unfolds before a person; that a person surveys their life in powerful images; and that in doing so, they perceive precisely what ordinary memory cannot provide.

[ 5 ] Man kann sagen: Bei dieser Überschau, die ja aus dem Streben nach imaginativer Erkenntnis hervorgeht, ist der Mensch zunächst ganz in seinem physischen und ätherischen Leibe drinnen. Er macht sich durch die entsprechenden Übungen nur ganz unabhängig von alldem, was aus dem physischen Leibe heraus Eindrücke vermittelt. Der Mensch wird also durch die imaginative Erkenntnis unabhängig von seinen Sinneseindrücken, unabhängig von seiner Verstandeserkenntnis. Er lebt im Erkennen nur im ätherischen Leibe. Dadurch hat er dieses Erinnerungstableau.

[ 5 ] One might say: In this overview, which arises from the striving for imaginative knowledge, the human being is initially entirely within his physical and etheric bodies. It is only through the appropriate exercises that he becomes completely independent of everything that conveys impressions from the physical body. Through imaginative insight, the human being thus becomes independent of sensory impressions and of intellectual knowledge. In this process of insight, the human being lives solely in the etheric body. This is how the human being experiences this tableau of memories.

[ 6 ] Also wir können sagen: Der Mensch lebt im Übersinnlichen, aber er lebt im Übersinnlichen so, daß er sich innerlich losgetrennt hat von seinem physischen Leibe. Sehen Sie, diese imaginative Erkenntnis wäre eigentlich gar nicht so schwierig zu erringen, wie es bei den meisten Menschen tatsächlich der Fall ist, wenn mehr Neigung dazu vorhanden wäre, den innerlichen Zusammenhalt des ganzen seelischen Lebens mit dem physischen Leibe zu durchbrechen.

[ 6 ] So we can say: Human beings live in the supersensible realm, but they live there in such a way that they have separated themselves inwardly from their physical body. You see, this imaginative insight would actually not be nearly as difficult to attain as is indeed the case for most people, if there were a greater inclination to break through the inner bond between the entire soul life and the physical body.

[ 7 ] Natürlich, man kann verhältnismäßig leicht dasjenige durchbrechen, was an die unmittelbare sinnliche Auffassung geknüpft ist. Aber denken Sie sich nur, daß der Mensch ja mit seinem physischen Leibe auch durch die Seelenverfassung zusammenhängt, die er sich im Erdenleben aneignet. Wir sind ja, wenn wir in Lebensstimmungen sind für den physischen Plan, abhängig auch von dem physischen Leibe. Lebensstimmungen sind durchaus auch durch den physischen Leib bedingt. Wenn der Mensch dies oder jenes seinem Können, seinen Talenten, seiner sonstigen inneren Seelenverfassung zuschreibt, so hängt das alles mit seinem Erleben im physischen Leibe zusammen. Von alldem muß man, will man wirkliche imaginative Erkenntnis erlangen, frei werden. Wenn man nur eine Minute lang wirklich frei wird, so weiß man schon, was imaginative Erkenntnis ist, und dann eröffnet sich schon allmählich das Lebenstableau.

[ 7 ] Of course, it is relatively easy to break through what is linked to immediate sensory perception. But just consider that human beings, with their physical bodies, are also connected through the state of soul they acquire during their earthly lives. After all, when we are in certain states of mind regarding the physical plane, we are also dependent on the physical body. States of mind are certainly conditioned by the physical body as well. When a person attributes this or that to their abilities, their talents, or their other inner states of mind, all of this is connected to their experience within the physical body. One must free oneself from all of this if one wishes to attain true imaginative insight. If one becomes truly free for even a single minute, one already knows what imaginative insight is, and then the tableau of life gradually opens up.

[ 8 ] Nun müssen Sie diesen Unterschied ins Auge fassen zwischen «mit dem physischen Leibe verbunden sein und dadurch drinnen sein im physischen Leibe», und «nicht mit dem physischen Leibe verbunden sein und doch drinnenstecken im physischen Leibe.» Das ist ein Unterschied, und das macht gerade die imaginative Erkenntnis aus: drinnen steckenbleiben im physischen Leibe, gar nicht herausgehen, aber dennoch unabhängig werden von ihm.

[ 8 ] Now you must consider this difference between “being connected to the physical body and thereby being inside the physical body” and “not being connected to the physical body and yet being trapped inside the physical body.” That is a difference, and that is precisely what constitutes imaginative insight: remaining trapped within the physical body, never leaving it, yet becoming independent of it.

[ 9 ] Wenn Sie selber mit Ihrem seelisch-geistigen Leben im physischen Leibe bleiben, dann ist das so, daß Sie ihn ausfüllen, auch wenn Sie nicht mit ihm verbunden sind. Sie füllen ihn aus. Ich möchte schematisch dieses so zeichnen.

[ 9 ] If you yourself remain in your physical body with your soul-spiritual life, then you fill it, even if you are not connected to it. You fill it. I would like to draw a diagram of this.

[ 10 ] Nehmen wir die gewöhnliche tägliche Lebensverfassung des Menschen an. Nehmen wir an, das sei der physischen Leib (siehe Zeichnung a, außen, hell), das sei der ätherische Leib (lila) und das sei das GeistigSeelische (gelb). Nun ist das in der folgenden Weise: Der Mensch hängt überall mit Muskeln, Knochen, Nerven von seinem ätherischen Leibe aus mit dem physischen Leibe zusammen. Diese Zusammenhänge sind überall da von dem ätherischen Leibe zu dem physischen Leibe. Denken Sie sich also, damit wir einen Vergleich haben: Sie haben ein poröses Tongefäß und schütten eine Flüssigkeit hinein, die Flüssigkeit füllt die Poren dieses porösen Tongefäßes aus. Es ist also die Flüssigkeit ausgelaufen in das poröse Tongefäß.

[ 10 ] Let us consider the ordinary daily state of human life. Let us assume that this is the physical body (see drawing a, outer, light-colored), that this is the etheric body (purple), and that this is the spiritual-soul aspect (yellow). Now, the situation is as follows: The human being is connected everywhere—through muscles, bones, and nerves—from the etheric body to the physical body. These connections exist everywhere, from the etheric body to the physical body. So imagine, to provide a comparison: You have a porous clay vessel and pour a liquid into it; the liquid fills the pores of this porous clay vessel. The liquid has thus seeped into the porous clay vessel.

[ 11 ] Nun kann es aber auch so sein, daß Sie nicht ein poröses 'Tongefäß haben, sondern ein solches, welches gar nichts von der Flüssigkeit in sich aufnimmt; dann wird die Flüssigkeit nur eben darinnen sein in dem Tongefäß, gar keine Verbindung mit dem Inneren der Wände des Tongefäßes selber haben. So ist der Mensch in der imaginativen Erkenntnis in seinem Leibe drinnen, aber der Ätherleib geht nicht in die Muskeln, in die Knochen und so weiter hinein. So daß ich das dann so zeichnen kann: Physischer Leib (siehe Zeichnung b); der Ätherleib bleibt aber jetzt für sich, und da drinnen ist das Geistig-Seelische des Menschen. Es ist nur im Inneren des Menschen der Ätherleib herausgehoben. Die Folge dieses Heraushebens muß natürlich zur Wahrnehmung gelangen, wenn man wiederum in den alten Zustand zurückkommt. Daher ist es nur natürlich, daß der Mensch, wenn er wirklich sich bemüht herauszukommen aus seinem physischen Leibe und dennoch drinnenbleibt, wie es bei der imaginativen Erkenntnis der Fall ist, daß er sich nicht nur ermüdet, sondern schwer fühlt, daß er seinen physischen Leib dann stark fühlt, weil er ja wiederum hineinkriechen muß.

[ 11 ] Now, however, it may also be the case that you do not have a porous “clay vessel,” but rather one that does not absorb any of the liquid at all; in that case, the liquid will simply be inside the clay vessel, having no connection whatsoever with the interior of the vessel’s walls themselves. In the same way, in imaginative perception, the human being is inside his or her body, but the etheric body does not penetrate into the muscles, bones, and so on. So I can draw it like this: physical body (see drawing b); but the etheric body now remains separate, and within it lies the human being’s spiritual-soul aspect. It is only within the human being that the etheric body is set apart. The consequence of this setting-apart must naturally come to perception when one returns to the former state. Therefore, it is only natural that when a person truly strives to emerge from their physical body yet remains inside it—as is the case with imaginative insight—they not only become fatigued but also feel heavy, and they then feel their physical body strongly because they must, after all, crawl back into it.

[ 12 ] Das ist so für das imaginative Erkennen, nicht aber für das inspirierte Erkennen. Das inspirierte Erkennen, das bei leerem Bewußtsein, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, eintritt, dieses inspirierte Erkennen bewirkt, daß der Mensch mit seinem Geistig-Seelischen außerhalb seines physischen Leibes ist. Das ist also (Zeichnung c) das Geistig-Seeelische außerhalb des physischen und des Ätherleibes.

[ 12 ] This is true of imaginative cognition, but not of inspired cognition. Inspired perception, which occurs when consciousness is empty, as I have explained to you, causes the human being to be outside their physical body with their spiritual-soul aspect. This, then (drawing c), is the spiritual-soul aspect outside the physical and etheric bodies.

[ 13 ] Die äußere Konfiguration muß also sein wie im Schlaf. Der Mensch muß mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leib ganz außerhalb des Ätherleibes sein können. Dann erst tritt die inspirierte Erkenntnis ein.

[ 13 ] The external configuration must therefore be as it is during sleep. The human being must be able to place his ego and his astral body completely outside the etheric body. Only then does inspired insight arise.

[ 14 ] Wenn aber jetzt der Mensch wiederum zurückkehrt in seinen physischen und Ätherleib, dann merkt er, daß in diesem physischen und Ätherleib etwas darinnen ist, daß dieser physische und Ätherleib gar nicht so sind, wie man sie sonst erfaßt, sondern daß da etwas darinnen ist. Das ist sehr wichtig. Und es ist deshalb sehr wichtig, weil eigentlich dadurch, daß man das weiß, der ganze Vorgang der Initiation bezeichnet wird.

[ 14 ] But when a person returns once more to their physical and etheric bodies, they realize that there is something within these bodies—that these physical and etheric bodies are not at all as one normally perceives them, but that there is something within them. This is very important. And it is very important because, in fact, knowing this defines the entire process of initiation.

[ 15 ] Man gelangt ja zunächst dazu, eine gewisse Schwierigkeit zu haben, nach der Inspiration wiederum in den physischen Leib zurückzukommen, weil man eigentlich das Gefühl hat, man taucht in etwas ganz anderes unter als das, in dem man gewöhnlich als in seinem physischen und in seinem Ätherleib drinnensteckt.

[ 15 ] At first, one does indeed find it somewhat difficult to return to the physical body after the inspiration, because one actually has the feeling of immersing oneself in something entirely different from what one is usually contained within—namely, one’s physical and etheric bodies.

[ 16 ] Nun erinnern Sie sich, daß ich Ihnen gestern gesagt habe: Wenn man zurückblickt und das Erinnerungstableau hat, und dieses Erinnerungstableau dann durch die inspirierte Erkenntnis auslöscht, wenn man also in der inspirierten Erkenntnis ist, dann nimmt man eben in der inspirierten Erkenntnis wahr, was da drinnen ist im physischen Leibe. Man nimmt nämlich wahr, wenn man auslöscht das Erinnerungstableau für die Zeit von der Geburt bis zum siebenten Jahre, bis zum Zahnwechsel: In diesem physischen Leibe war eine Engelwesenheit drinnen. Man nimmt eine dritte Hierarchie in einem Wesen wirklich wahr. So daß der Tatbestand dieser ist: Man gelangt aus seinem physischen Leib heraus, kommt wiederum in diesen physischen Leib als in sein menschliches Haus zurück, und siehe da, man trifft seinen Engel drinnen, wenn man auf die Zeit von der Geburt bis zum siebenten Lebensjahre zurückblickt.

[ 16 ] Now, remember that I told you yesterday: When you look back and have that tableau of memories, and then erase that tableau through inspired insight—that is, when you are in a state of inspired insight—you perceive, within that state of inspired insight, what is inside the physical body. For when one erases the tableau of memories for the period from birth to the age of seven, up to the time of the change of teeth, one perceives that an angelic being was present within this physical body. One truly perceives a third hierarchy within a being. So the fact of the matter is this: One emerges from one’s physical body, returns once more to this physical body as one’s human dwelling, and lo and behold, one encounters one’s angel within it when looking back on the period from birth to the age of seven.

[ 17 ] Sehen Sie, solche Tatsachen wurden schon einmal in der Menschheitsentwickelung gewußt, und zwar zu verschiedenen Zeiten in verschiedener Weise gewußt im alten instinktiven Hellsehen, und mit solchen Tatsachen rechnete man bei gewissen Veranstaltungen des menschlichen Lebens.

[ 17 ] You see, such facts were already known at one time in the course of human development—and were known in various ways at different times through ancient, instinctive clairvoyance—and people took such facts into account in certain aspects of human life.

[ 18 ] Man hatte ja in alten Zeiten durchaus das Bewußtsein, daß man die Namengebung einrichtet nach geistigen Tatsachen. Heute ist es den Leuten in der Regel gleichgültig, was ihre Kinder für Namen bekommen. Für manchen ist ja nur ein Gesichtspunkt der, daß die Sache schön klingt und dergleichen. Manchmal ist sogar eine gewisse Koketterie bei der Namengebung da. Es gefällt den Leuten der Name. Es gab alte Zeiten, in denen die Namengebung zusammenhing mit einer Beziehung, die man sich dachte, mit einer Beziehung des Kindes zur geistigen Welt. Nehmen Sie zum Beispiel ein Zeitalter an, in dem man eine prophetische Wesenheit mit Namen Elisa verehrt hat: da hat man gewisse weibliche Kinder genannt Elisabeth, das heißt das Haus des Elisa. Und so ist ausgedrückt gewesen, daß man dieses Kind in die Welt hereingesetzt hat unter der Voraussetzung, daß man sich dadurch die Gnade des betreffenden Propheten sichern wollte. Und so sind die Namen gegeben worden in dieser Absicht.

[ 18 ] In the old days, people were certainly aware that naming was based on spiritual realities. Today, people are generally indifferent to what names their children are given. For some, the only consideration is that the name sounds nice and so on. Sometimes there is even a certain degree of frivolity involved in naming. People simply like the name. There were times in the past when naming was connected to a relationship—one that people imagined—between the child and the spiritual world. Take, for example, an era in which a prophetic being named Elisha was revered: in that era, certain female children were named Elizabeth, which means “the house of Elisha.” This expressed the idea that the child was brought into the world with the intention of securing the grace of that particular prophet. And so names were given with this intention in mind.

[ 19 ] Warum? Weil man gewußt hat, daß der Mensch, wenn er außer seinem Leibe ist und wieder in seinen Leib zurückkehrt, daß er dann eigentlich wird zum Träger, daß er sich sieht als den Träger geistiger Wesenheiten. Und der ganzen Vorstellung, daß insbesondere Kinder von ihrem Engel geschützt werden, der liegt zugrunde, daß man bei der Initiation, wenn man auf diese Zeit von der Geburt bis zum siebenten Jahre zurückblickt, das erlebt, was ich gestern dadurch charakterisiert habe, daß ich sagte: Wenn man im Erinnerungstableau diese Zeit auslöscht, so scheint die Hierarchie der Angeloi durch, beziehungsweise die Mondenverrichtungen. — Ich sagte gestern schon: Das ist etwas verschoben, aber auf das alles werden wir zu sprechen kommen. — Also man sieht das zugleich dann als etwas, das im Menschen drinnensteckt.

[ 19 ] Why? Because it was known that when a person is outside their body and returns to it, they actually become a vessel—they see themselves as the vessel of spiritual beings. And the entire idea that children in particular are protected by their angels is based on the fact that during initiation, when one looks back on this period from birth to the age of seven, one experiences what I characterized yesterday by saying: If one erases this period from the tableau of memories, the hierarchy of the Angeloi—or rather, the lunar activities—shines through. — As I said yesterday: This is somewhat shifted, but we will come to discuss all of this. — So one then sees this at the same time as something that lies within the human being.

[ 20 ] Und wiederum, wenn man zum Beispiel auf dasjenige zurückblickt, was vom siebenten bis vierzehnten Jahre liegt, und dann zurückkehrt in seinen Leib, so findet man eine Erzengelwesenheit. Diese Erzengelwesenheit ist natürlich auch von der Geburt bis zum siebenten Jahre darinnen. Man findet sie nur nicht, wenn man nur auf diesen Zeitraum zurückblickt von der Geburt bis zum siebenten Lebensjahre. Und so ist es, daß man bei dieser Rückkehr von außerhalb des Leibes in den Leib hinein gewahr wird: Da drinnen sind ja alle Wesenheiten der höheren Hierarchien. Nur kann man zu dieser Art von Selbsterkenntnis, daß der Leib der Träger der Wesenheiten der höheren Hierarchien ist, gar nicht anders kommen als dadurch, daß man erst draußen ist und wiederum in den Leib zurückkehrt.

[ 20 ] And again, if one looks back, for example, at the period from the seventh to the fourteenth year, and then returns to one’s body, one finds an archangelic presence. This archangelic presence is, of course, also present from birth until the seventh year. One simply does not perceive it when looking back only at the period from birth to the seventh year of life. And so it is that, upon this return from outside the body into the body, one becomes aware: All the beings of the higher hierarchies are indeed present within. However, one can only arrive at this kind of self-knowledge—that the body is the bearer of the beings of the higher hierarchies—by first being outside the body and then returning to it.

[ 21 ] Das kann aber wieder nur im Zusammenhange mit einer anderen Tatsache verstanden werden. Sehen Sie, in der Welt sind viele Sterne, und ich habe Ihnen gesagt, diese Sterne sind nur die äußeren Zeichen für Götterkolonien. Kolonien geistiger Wesenheiten sind in Wirklichkeit da, wo das äußere Zeichen des Sternes funkelt. Aber Sie dürfen sich nicht vorstellen, daß diese Götter mit ihrem Bewußtsein nur, sagen wir zum Beispiel, in der Venus oder in der Sonne oder im Merkur oder im Sirius und so weiter sind, sondern hauptsächlich sind sie dort. Dort sozusagen haben sie den Schwerpunkt ihres Wesens. Aber alle geistigen Wesenheiten des Kosmos, die irgend etwas zu tun haben mit der Erde, die können gar nicht so im Weltenall existieren, daß man sagen kann, sie bewohnen nur Mars oder Venus. So paradox es Ihnen klingen wird, muß ich doch sagen: Die Götterwesenheiten, die zur Erde gehören, und die Mars-, Venus-, Jupiter- und so weiter -bewohner sind, auch die Sonnenbewohner, wären blind, wenn Sie nur die Sonne oder den Mars oder den Jupiter bewohnen würden. Sie wären so blind, wie wir blind sind, wenn wir kein Auge haben. Sie wären da, würden wirken, wie wir gehen können und greifen können, wenn wir kein Auge haben, aber sie würden nicht sehen — natürlich auf Götterart ist das gemeint —, sie würden nicht wahrnehmen durch ein gewisses Wahrnehmungsvermögen, was im Kosmos vorgeht. Daraus aber müssen Sie sich die Frage aufwerfen, meine lieben Freunde: Wo ist das Auge, das Wahrnehmungsvermögen der Götter? Wo ist das? — Und sehen Sie, dieses Wahrnehmungsvermögen der Götter ist neben dem, was er noch sonst ist, der Mond, der unser Nachbar im Kosmos ist. Alle göttlichen Wesenheiten von Sonne, Merkur, Mars, Jupiter, Saturn haben im Monde ihr Auge. Sie sind zugleich im Monde.

[ 21 ] But this, in turn, can only be understood in connection with another fact. You see, there are many stars in the world, and I have told you that these stars are merely the outward signs of colonies of gods. Colonies of spiritual beings actually exist where the outward sign of the star twinkles. But you must not imagine that these gods are present with their consciousness only, say, on Venus or in the Sun or on Mercury or in Sirius and so on; rather, they are primarily there. There, so to speak, is the center of their being. But all spiritual beings in the cosmos who have anything to do with Earth cannot possibly exist in the universe in such a way that one could say they inhabit only Mars or Venus. As paradoxical as it may sound to you, I must say: The divine beings that belong to Earth—and who are inhabitants of Mars, Venus, Jupiter, and so on, as well as the inhabitants of the Sun—would be blind if they inhabited only the Sun, Mars, or Jupiter. They would be as blind as we are when we have no eyes. They would be there, they would act—just as we can walk and reach out even if we have no eyes—but they would not see—in a divine sense, of course—they would not perceive what is happening in the cosmos through a certain faculty of perception. But this must lead you to ask yourselves, my dear friends: Where is the eye, the faculty of perception of the gods? Where is it? — And you see, this faculty of perception of the gods is, among other things, the Moon, our neighbor in the cosmos. All the divine beings of the Sun, Mercury, Mars, Jupiter, and Saturn have their eye in the Moon. They are simultaneously in the Moon.

[ 22 ] Und nun bedenken Sie, was alles mit den Dingen, die hier zum Beispiel betrachtet worden sind, eigentlich gesagt ist. Nehmen Sie nur die eine Tatsache. Vom Monde wurde gesagt, daß er einmal ein Teil der Erde war und erst im Verlaufe der Zeit aus der Erde herausgegangen ist. Damals also war das Auge der Götter mit der Erde verbunden, die Götter beschauten von der Erde aus das Weltenall. Daher konnten damals auch die großen Urlehrer die Weisheit, die sie der Menschheit gebracht haben, dieser Menschheit geben. Denn indem sie auf der Erde lebten, schauten sie mit dem Auge der Götter in den Kosmos hinaus, weil der Mond in der Erde war. Und als der Mond wegging, konnten sie eine Zeitlang noch die Erinnerung haben, konnten aus der Erinnerung heraus sehen, was mit dem Auge der Menschheit angeschaut da war, konnten die Götter belehren, mußten aber dann ihren Weg zum Monde machen und selber eine Kolonie begründen, wo jetzt eben die Urlehrer sind, damit sie mit dem Auge der Götter schauen können.

[ 22 ] And now consider what has actually been said about the things discussed here as examples. Take just this one fact: It has been said that the Moon was once part of the Earth and only separated from it over the course of time. At that time, then, the eye of the gods was connected to the Earth; the gods gazed out upon the cosmos from the Earth. That is why the great primordial teachers were able to impart to humanity the wisdom they brought to it. For while they lived on Earth, they gazed out into the cosmos with the eye of the gods, because the Moon was within the Earth. And when the Moon departed, they were still able to retain the memory for a time; from that memory, they could see what had been beheld through the eye of humanity; they were able to instruct the gods, but then they had to make their way to the Moon and establish a colony of their own—where the Primordial Teachers now reside—so that they might see with the eye of the gods.

[ 23 ] Bedenken Sie ein anderes: Jahve regierte das jüdische Herz, die jüdische Seele vom Monde aus, und diejenigen der großen Urlehrer der Menschheit, die noch teilnahmen an dem Jahve-Kultus und der JahveLehre, die hatten sich verbunden gerade mit Jahve im Monde, um mit seinem Auge in den Kosmos hinauszuschauen. Der Mond wird sich wieder einmal vereinigen mit der Erde. Dann wird der Mensch wiederum auf der Erde die Möglichkeit haben, mit dem Auge der Götter in den Kosmos hinauszuschauen. Dann wird er ein naturgemäßes Hinausschauen in den Kosmos haben. Das alles, sehen Sie, sind Tatsachen, welche den Menschen erst die wahre Natur des Weltenalls lehren können. Denn erst wenn man die Welt so anschaut, schaut man zum Monde in der richtigen Weise hin.

[ 23 ] Consider another point: Yahweh ruled the Jewish heart and soul from the Moon, and those among humanity’s great primordial teachers who still participated in the cult of Yahweh and the teachings of Yahweh had connected themselves directly with Yahweh on the Moon in order to gaze out into the cosmos through his eye. The Moon will once again unite with the Earth. Then, once more, human beings on Earth will have the opportunity to gaze out into the cosmos through the eye of the gods. Then they will have a natural way of looking out into the cosmos. All of this, you see, are facts that alone can teach humanity the true nature of the universe. For only when one views the world in this way does one look upon the Moon in the proper manner.

[ 24 ] Und jetzt bekommen wir auch den Grund, warum auf Erden gerade die Freiheit sich entwickeln kann. Solange der Mond mit der Erde verbunden war, und solange die alten Urlehrer aus ihrer Erinnerung heraus die Menschen lehrten, und solange man dann in den Mysterien noch das von den alten Urlehrern Gelehrte aufbewahrte, was ja bis ins 14. nachchristliche Jahrhundert hinein dauerte, so lange war alle Weisheit das mit den Augen der Götter Geschaute. Erst seit dem Zeitenraum, den ich Ihnen angegeben habe, 1413, ist die Erde ganz in die Unmöglichkeit versetzt, mit den Augen der Götter zu schauen. Da beginnt also mit der Entwickelung der Bewußtseinsseele die Möglichkeit, die Freiheit für die Menschen zu entwickeln.

[ 24 ] And now we also learn the reason why freedom, in particular, can develop on Earth. As long as the Moon was connected to the Earth, and as long as the ancient Primordial Teachers instructed humanity from their memory, and as long as the teachings of the ancient Primordial Teachers were still preserved in the Mysteries—which, after all, lasted well into the 14th century A.D.—all wisdom was that which was beheld through the eyes of the gods. It is only since the period I have indicated to you—1413—that the Earth has been rendered entirely incapable of seeing with the eyes of the gods. Thus, with the development of the conscious soul, the possibility of developing freedom for human beings begins.

[ 25 ] Aber eigentlich ist der Mensch ja auf der Erde nur in bezug auf seine sinnliche Wahrnehmung und in bezug auf alles das, was Verstandeserkenntnis ist, denn das hängt mit dem sinnlich-physischen Leib zusammen. — In Wahrheit ist die Sache so: Wenn wir uns den Menschen vorstellen (Zeichnung Seite 228), so ist er nur in bezug auf seine Sinne und auf seine Verstandeserkenntnis herausragend über die Hierarchien, die über ihm wohnen — ich müßte also das Rote über den Wärmesinn und alles führen (rot) —, während er mit Bezug auf alles, was hinter seinem Verstande liegt, ausgefüllt ist mit der dritten Hierarchie (hellgrün). Mit Bezug auf alles, was hinter seinem Fühlen liegt, ist er ausgefüllt mit der zweiten Hierarchie (Brust, orange), für alles das, was hinter seinem Wollen ist, mit der ersten Hierarchie (Rumpf, gelb).

[ 25 ] But in reality, human beings are on Earth only in terms of their sensory perception and in terms of everything that constitutes intellectual knowledge, for these are connected to the sensory-physical body. — In truth, the situation is this: When we imagine a human being (drawing on page 228), he stands out above the hierarchies that dwell above him only in relation to his senses and his intellectual knowledge—I would therefore have to place the red above the sense of warmth and everything (red)—, whereas with regard to everything that lies beyond his intellect, he is filled with the third hierarchy (light green). With regard to everything that lies beyond his feeling, he is filled with the second hierarchy (chest, orange); for everything that lies beyond his willing, with the first hierarchy (torso, yellow).

[ 26 ] Wir sind also eigentlich in den Hierarchien drinnen und ragen nur mit unseren Sinnesorganen und mit unserem Verstande aus der Welt der Hierarchien heraus. Wir sind wirklich so als Menschen, wie wenn wir schwimmen würden und nur ein wenig oben mit dem Kopf herausragen würden. So ragen wir mit unseren Sinnen und mit unserem Verstande aus dem Meere der Hierarchienwirkungen heraus.

[ 26 ] So we are actually within the hierarchies and only protrude from the world of hierarchies with our sense organs and our intellect. As human beings, we are truly like people swimming, with only our heads protruding slightly above the surface. In this way, we protrude from the ocean of hierarchical influences with our senses and our intellect.

[ 27 ] Das findet man alles, wenn man wieder aus dem außerleiblichen Wahrnehmungszustand in den Leib zurückkehrt. Da findet man, wie der Mensch das Haus der Götter ist.

[ 27 ] You find all of this when you return to the body from the state of out-of-body perception. There you discover how the human being is the house of the gods.

[ 28 ] Daraus geht Ihnen aber ein weiteres hervor, meine lieben Freunde: Wenn die Götter kosmisch schauen wollen, dann schauen sie durch den Mond. Wenn die Götter heute noch von der Erde aus, was einen ganz anderen Aspekt gibt, den Kosmos betrachten wollen, dann müssen sie aus dem Menschen heraus schauen. Und das Menschengeschlecht ist das andere Auge der Götter.

[ 28 ] But this leads you to another conclusion, my dear friends: When the gods wish to gaze upon the cosmos, they look through the Moon. If the gods still wish to observe the cosmos from Earth today—which presents a completely different perspective—then they must look through human beings. And the human race is the other eye of the gods.

[ 29 ] Auf naturgemäßee Weise konnte der Mensch in uralten Zeiten mit dem Auge der Götter schauen, weil der Mond mit der Erde vereinigt war. Er wird es wieder können, wenn der Mond sich wieder mit der Erde vereinigen wird. Durch die Initiation, dadurch, daß der Mensch gewahr wird beim Zurückgehen in den Leib, daß das ja Götter sind, und er diese Bekanntschaft mit den Göttern macht, lernt er durch des Menschen Auge die Welt betrachten. So daß die Initiation dasselbe gibt, was eben früher die Benützung des Mondenauges den Göttern gegeben hat.

[ 29 ] In ancient times, human beings were naturally able to see through the eyes of the gods because the Moon was united with the Earth. They will be able to do so again when the Moon is reunited with the Earth. Through initiation—by becoming aware, as one returns to the body, that these are indeed gods, and by making this acquaintance with the gods—one learns to view the world through the human eye. Thus, initiation provides the very same thing that the use of the moon’s eye once provided to the gods.

[ 30 ] Alles das, was wir nun mit dem gewöhnlichen Bewußtsein tun, die Absichten, die wir mit dem gewöhnlichen Bewußtsein realisieren, sind von uns abhängig; aber unser Karma wird von den Hierarchien, die in uns sind, geformt und gebildet. Da haben Sie also die eigentlichen Gestalter einer ganz anderen Weltenordnung, einer Weltenordnung, die vom Moralisch-Seelischen ausgeht. Das ist die andere Seite des Menschen, die Hierarchienseite.

[ 30 ] Everything we do with our ordinary consciousness—the intentions we carry out through it—depends on us; but our karma is shaped and formed by the hierarchies within us. So there you have the true architects of an entirely different world order—a world order that arises from the moral-spiritual realm. This is the other side of the human being, the side of the hierarchies.

[ 31 ] Solange man bei der imaginativen Erkenntnis bleibt und zurückschaut auf das eigene Erdenleben, so lange ist man völlig überzeugt davon, daß man als Mensch eine Einheit ist; man ist auch völlig überzeugt davon, daß gewisse Handlungen im Leben frei sind, weil man sie aus der Einheit der Menschennatur heraus vollbringt. Man merkt auch noch nicht viel von seinem Karma bei der bloßen imaginativen Erkenntnis. Tritt die inspirierte Erkenntnis ein und kehrt man wiederderum zurück in den Leib, dann fühlt man sich aufgeteilt in eine Welt von unzähligen Hierarchien. Man gelangt in seinen Leib zurück und weiß zunächst nicht, wer man ist. Ist man der Engel, ist man dieses Wesen aus der Hierarchie der Dynamis, Exusiai und so weiter? Man ist aufgeteilt in eine Welt von Wesenheiten. Man ist betäubt von der Vielheit seines Wesens, denn man ist mit diesen Wesen allen eins.

[ 31 ] As long as one remains within imaginative insight and looks back on one’s own earthly life, one is completely convinced that, as a human being, one is a unity; one is also completely convinced that certain actions in life are free because one performs them out of the unity of human nature. One also does not yet perceive much of one’s karma through mere imaginative insight. When inspired insight sets in and one returns once more to the body, one feels divided into a world of countless hierarchies. One returns to one’s body and at first does not know who one is. Is one the angel, or is one this being from the hierarchy of the Dynamis, Exusiai, and so on? One is divided into a world of beings. One is stunned by the multiplicity of one’s being, for one is one with all these beings.

[ 32 ] Da muß dann durch die entsprechenden Übungen der Mensch so stark werden, daß er demgegenüber seine Einheit geltend machen kann. Aber dann sieht man auch — es ist dieses ja die Nachwirkung des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt —, wie das Karma geformt wird durch das Zusammenwirken so vieler Wesenheiten, die in einem drinnen sind. Da wirken ja unzählige Wesen mit bei dem, was das Karma formt; unzählige Götterwesen wirken da mit. So daß man wirklich sagen kann: Die Menschenwesenheit bringt nur in bezug auf die Verstandestätigkeit und die Sinnentätigkeit ein Erdenleben zu. In bezug auf die Gefühls- und Willenstätigkeit lebt ja der Mensch das Götterleben mit. Ja sogar in bezug auf eine weiter zurückliegende verborgene Gedankentätigkeit lebt der Mensch das Götterleben mit: In bezug auf eine verborgene Gedankentätigkeit das Leben der Angeloi, Archangeloi, Archai; in bezug auf das Verborgene im Gefühlsleben das Leben der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes; in bezug auf den Willen lebt der Mensch mit das Leben der Cherubim, Seraphim, Throne. Dieses, was man menschliches Schicksal nennt, ist daher eine Götterangelegenheit und muß als Götterangelegenheit auch behandelt werden.

[ 32 ] Through the appropriate exercises, a person must then become strong enough to assert their unity in the face of this. But then one also sees—and this is, after all, the aftereffect of life between death and a new birth—how karma is shaped by the interaction of so many beings that are within one. Countless beings are indeed involved in shaping karma; countless divine beings are at work there. So one can truly say: The human being experiences an earthly life only in relation to intellectual and sensory activity. In relation to emotional and volitional activity, the human being shares in the life of the gods. Indeed, even with regard to a more distant, hidden activity of thought, human beings share in the life of the gods: with regard to a hidden activity of thought, the life of the Angeloi, Archangeloi, and Archai; with regard to what is hidden in the life of feeling, the life of the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes; with regard to the will, human beings share in the life of the Cherubim, Seraphim, and Thrones. What is called human destiny is therefore a divine matter and must also be treated as such.

[ 33 ] Was heißt denn aber das für das Erdenleben? Der Mensch ist eigentlich, wenn er sich nicht dazu bequemt, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln gerade in bezug auf sein Schicksal, wenn er mit seinem Schicksal grollt, wenn er, von sich aus natürlich, mit seinem Schicksal unzufrieden ist, wenn er in das Schicksal durch subjektive Entschlüsse hineinpfuscht, da ist der Mensch eigentlich so, wie wenn er fortwährend die Götter stören würde bei der Bildung seines Schicksals. Man kann eigentlich nur in seinem Schicksal leben, wenn man mit Gelassenheit das Leben hinnehmen kann. Und empfinden, wie das Schicksal wirkt, das gehört eben zu den Dingen, die mit starken Prüfungen der Menschennatur verknüpft sind. Und kann der Mensch wirklich dazu gelangen, es mit seinem Schicksal ernst zu nehmen, dann wird er gerade aus dem Erleben seines Schicksals die größten Antriebe erfahren können, die stärksten Impulse aufnehmen können, um mit der geistigen Welt zu leben. Und dann wird der Mensch zunächst eine Empfindung bekommen, aus dem Leben heraus eine Empfindung bekommen, wie Schicksalszusammenhänge sind.

[ 33 ] But what does that mean for life on earth? In fact, if a person does not take the trouble to develop a certain serenity—especially with regard to his fate—if he resents his fate, if he is, naturally enough, dissatisfied with his fate, if he meddles with his fate through subjective decisions, then human beings are, in effect, as if they were constantly interfering with the gods as they shape their fate. One can truly live one’s fate only when one can accept life with serenity. And sensing how fate works—that is precisely one of the things linked to the severe trials of human nature. And if a person can truly come to take their destiny seriously, then it is precisely from the experience of their destiny that they will be able to draw the greatest motivation and absorb the strongest impulses to live in harmony with the spiritual world. And then the person will first gain a sense—a sense derived from life itself—of how the interconnections of destiny work.

[ 34 ] Den neuzeitlichen, modernen Menschen ist ja diese Feinheit, Zartheit der Empfindung vielfach verlorengegangen. Sie empfinden grob. Aber nehmen Sie einmal an, der Mensch läßt sich in einer zarteren Empfindung darauf ein, innerlich sein Verhältnis zu überschauen, das er zu einem Menschen gehabt hat, der in der Jugend ihm Vorbild, Lehrer oder irgend etwas war. Es ist ja nicht ausschließlich so, daß die Menschen auf solche, die ihre Lehrer waren, nur so zurückblicken müssen, daß sie sie eigentlich verachten, sondern es gibt ja auch durchaus die Möglichkeit und die Fälle, wo die Menschen mit einer gewissen inneren Befriedigung zurückblicken auf solche, die ihre Erzieher, ihre Vorbilder waren. Da kann sich dann dieses Zurückblicken im intimen inneren Erleben in einer gewissen Weise vertiefen. Man kann finden, wie man zum Beispiel zwischen dem siebenten und vierzehnten Jahre empfand: Das, was diese verehrte Lehrerautorität machte, das müsse man auch machen, man könne gar nicht anders, als das auch machen. Oder man fühlt, wenn diese verehrte Lehrerindividualität etwas lehrt, etwas sagt, als ob man das schon gehört hätte, als ob das nur Wiederholung wäre. Das gehört sogar zu den schönsten Errungenschaften des Lebens, wenn man auf so etwas hinsehen kann wie auf eine Wiederholung. Und dann kommt man darauf: Da muß ja etwas zugrunde liegen. Und da kann man schon mit dem gesunden Menschenverstand sagen: In diesem Leben kann natürlich da nichts zugrunde liegen. Da wird man durch den gesunden Menschenverstand auf frühere Erdenleben verwiesen. So werden auch viele Menschen durch ihren gesunden Menschenverstand auf frühere Erdenleben verwiesen.

[ 34 ] Modern people have, in many ways, lost this subtlety and delicacy of feeling. Their feelings are coarse. But suppose a person, with a more sensitive disposition, were to take the time to reflect inwardly on the relationship they once had with someone who, in their youth, served as a role model, teacher, or something of that nature. It is not exclusively the case that people must look back on those who were their teachers with nothing but contempt; rather, there are certainly possibilities and instances where people look back with a certain inner satisfaction on those who were their educators and role models. In such cases, this act of looking back can deepen in a certain way within one’s intimate inner experience. One might recall, for example, how one felt between the ages of seven and fourteen: whatever that revered teacher’s authority did, one felt one had to do the same—one simply couldn’t help but do it. Or one might feel, when that revered teacher teaches something or says something, as if one had already heard it, as if it were merely a repetition. It is even one of life’s most beautiful achievements when one can view such things as a repetition. And then it occurs to you: There must be something underlying this. And here, using common sense, you can say: Of course, there can be nothing underlying this in this life. Common sense then points you to past earthly lives. In this way, many people are also led by their common sense to past earthly lives.

[ 35 ] Nun, was liegt vor, wenn man in dieser Weise auf einen Lehrer oder auf einen Erzieher zurückblicken kann? Da liegt das vor, meine lieben Freunde: Der Mensch hat in diesem Leben diesen Erzieher durch das Schicksal erhalten. Es ist ja nun einmal ein Karma, einen Lehrer durch ein Schicksal zu erhalten. Das weist zurück auf früheres Erdenleben.

[ 35 ] Well, what does it mean when one can look back on a teacher or an educator in this way? It means this, my dear friends: In this life, a person has been given this educator by fate. After all, it is a matter of karma to be given a teacher by fate. This points back to a previous earthly life.

[ 36 ] In der Regel — das zeigt nun die okkulte Beobachtung — ist es nicht so, daß in diesem früheren Erdenleben der Lehrer bereits Lehrer war des Betreffenden, sondern er stand zu ihm in einem ganz anderen Verhältnisse. Man nimmt die Gedanken auf, wenn man einem Lehrer oder einem Erzieher gegenübersteht — wenn auch im Bilde —, man nimmt in der richtigen Pädagogik gerade die Gedanken, die Vorstellungen auf. Wenn das der Fall ist, so führt das in der Regel zurück auf ein früheres Erdenverhältnis, wo man nicht Gedanken, sondern Gefühle aufgenommen hat von der betreffenden Persönlichkeit, wo man weniger Gelegenheit hatte, Gedanken aufzunehmen, als vielmehr Gefühle aufzunehmen von der betreffenden Persönlichkeit, die in der mannigfaltigsten Weise durch das Leben vermittelt sein können. Wir können dasselbe auch für das jetzige und ein folgendes Erdenleben charakterisieren.

[ 36 ] As a rule—as occult observation shows—it is not the case that in this earlier earthly life the teacher was already the teacher of the person in question, but rather that he stood in a completely different relationship to him. One absorbs thoughts when one is faced with a teacher or an educator—even if only symbolically— in proper pedagogy, one absorbs precisely those thoughts and ideas. When this is the case, it generally points back to a previous earthly relationship, in which one absorbed not thoughts but feelings from the person in question—a relationship in which one had less opportunity to absorb thoughts than to absorb feelings from that person, feelings that can be conveyed through life in the most diverse ways. We can characterize the same process for both the present and a subsequent earthly life.

[ 37 ] Nehmen wir einmal an, jemand hat in diesem Erdenleben Gelegenheit, viel innere herzliche Sympathie zu haben für diesen oder jenen Menschen, mit dem er heute nicht sonderlich in ein Lebensverhältnis kommt, dem er nur begegnet, aber der ihm ungeheuer sympathisch ist. Es kann dann so sein, daß diese Sympathien, die da entwickelt werden in dem jetzigen Erdenleben, dazu führen, daß der Betreffende, der diese Sympathien entwickelt, in einem folgenden Erdenleben den, für den er die Sympathien entwickelt, zum Lehrer hat, zum Erzieher hat.

[ 37 ] Let’s suppose that someone, in this earthly life, has the opportunity to feel deep, heartfelt sympathy for this or that person—someone with whom they do not currently have a close relationship, whom they merely encounter, but who is immensely appealing to them. It may then be the case that these feelings of sympathy, which are developed in the present earthly life, lead to the person who develops them having, in a subsequent earthly life, the person for whom they feel this sympathy as their teacher or mentor.

[ 38 ] Und was ist da objektiv dann geschehen? Wenn man zu jemandem Gefühlssympathien entwickelt, dann hängt das ab von dem, was die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, die Wesenheiten der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes im Menschen und um den Menschen herum für ihn entfalten.

[ 38 ] And what, objectively speaking, actually happened there? When one develops emotional sympathies toward someone, it depends on what the entities of the second hierarchy—the entities of the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes—unfold for that person within and around them.

[ 39 ] Wenn dann im nächsten Leben der Einfluß nicht auf dem Umweg der Gefühle, sondern auf dem Umweg der Gedanken und Vorstellungen geschieht, dann haben die Wesenheiten der zweiten Hierarchie dasjenige, was sie in einem vorhergehenden Leben getan haben, an die Wesenheiten der dritten Hierarchie, an Angeloi, Archangeloi, Archai abgegeben, und die wirken jetzt im Menschen darinnen.

[ 39 ] If, then, in the next life, influence occurs not through the medium of feelings but through the medium of thoughts and ideas, then the beings of the second hierarchy have handed over what they did in a previous life to the beings of the third hierarchy—to the Angels, Archangels, and Archai—and these now work within the human being.

[ 40 ] So daß, denken Sie, das folgende vorliegt: Wenn unser Karma von einem Erdenleben zum anderen sich entwickelt, dann bedeutet das, daß Taten, wirkliche Taten übergehen von einer Hierarchie auf die andere, daß im Kosmos, im geistigen Kosmos etwas ungeheuer Bedeutungsvolles geschieht.

[ 40 ] So, you see, the following is true: When our karma evolves from one earthly life to the next, this means that deeds—actual deeds—pass from one hierarchy to another, and that something immensely significant is taking place in the cosmos, in the spiritual cosmos.

[ 41 ] Wir blicken also gewissermaßen, wenn wir auf das Schicksal des Menschen sehen, wie durch einen Schleier in ein weitausgebreitetes Weltgeschehen. Das kann schon, wenn wir uns das so recht zum Bewußtsein bringen, im allerhöchsten Grade einen sehr starken Eindruck auf den Menschen machen. Sie brauchen sich das wirklich nur recht gemütsmäßig vorzustellen.

[ 41 ] So, in a sense, when we look at human destiny, it is as if we were looking through a veil at the vast unfolding of world events. If we truly bring this to mind, it can make a very strong impression on us indeed. You really just need to imagine it in a very heartfelt way.

[ 42 ] Stellen Sie sich vor, Ste überschauen das schicksalsmäßige Leben eines Menschen. Man sollte das schicksalsmäßige Leben eines Menschen wahrhaftig nicht gleichgültig überschauen, denn indem man auf das Schicksal eines Menschen hinschaut, überschaut man eigentlich etwas, was an Taten sich von der obersten Hierarchie in die unterste, von der untersten wiederum zurück in die oberste ergießt. Auf ein Weben und Arbeiten und Leben in der Reihenfolge der Hierarchien schaut man, wenn man auf das Schicksal eines Menschen hinschaut. Man sollte im Grunde genommen das Schicksal eines Menschen mit einer ungeheuren inneren Pietät, mit tiefer innerer Ehrfurcht betrachten, weil man, indem man das Schicksal eines Menschen betrachtet, vor der ganzen Welt der Götter steht.

[ 42 ] Imagine that you are surveying the fateful life of a person. One should truly not view a person’s fateful life with indifference, for by looking at a person’s fate, one is actually observing a flow of actions that pours from the highest hierarchy down to the lowest, and from the lowest back up to the highest. When one looks at a person’s destiny, one is observing a process of weaving, working, and living in accordance with the order of the hierarchies. Fundamentally, one should regard a person’s destiny with immense inner reverence, with deep inner awe, because by contemplating a person’s destiny, one stands before the entire world of the gods.

[ 43 ] Das habe ich eigentlich etwas zur Empfindung bringen wollen, als ich meine Mysterien verfaßte, wo Sie immer finden Bilder, die im Erdenleben vor sich gehen, und Bilder, die drüben in den geistigen Welten vor sich gehen. Und ich habe in meinen Mysterien auch anschaulich gemacht, wie nicht nur schließlich die oberen Hierarchien, sondern auch die Elementarwesen, und wie das Ahrimanische und Luziferische in das Leben und Weben der Taten, die von oben nach unten, von unten nach oben erfließen, sich hineinmischen, wenn das Schicksal des Menschen sich erfüllt.

[ 43 ] That is actually what I wanted to convey when I wrote my Mysteries, in which you will always find images of events taking place in earthly life, as well as images of events taking place in the spiritual worlds. And in my Mysteries I have also illustrated how not only the higher hierarchies, but also the elemental beings, and how the Ahrimanic and Luciferic forces intermingle in the life and weaving of deeds—which flow from above to below and from below to above—when the destiny of the human being is fulfilled.

[ 44 ] Denken Sie an die Szenen, die sich abspielen für Strader und Capesius im Übersinnlichen, wo sie als ganz andere Wesensformen auftreten, aber dieselben sind. Das ist ja nur die andere Seite, die wirklich im Menschen ist, dasjenige, was in der Welt der Götter, und nicht in der Welt der Erdenreiche, der Mineralien, der Tiere, der Pflanzen, der Berge, der Wolken und Bäume und so weiter ist. Wie mit heiliger Scheu hinzuschauen auf die Schicksale der Menschen, das ist auch etwas, was wir uns aneignen müssen, was die Zeit sich aneignen muß. Wenn man Biographien liest, die unsere heutigen materialistisch gesinnten Menschen schreiben, so ist es eigentlich furchtbar, denn die werden ohne heilige Scheu vor dem Schicksal desjenigen geschrieben, für den man diese Biographie schreibt. Eigentlich sollten Biographen wissen, daß, indem sie in ein Menschenleben auch nur schildernd hineingreifen, sie in einer unsichtbaren Weise in alle Hierarchien hineingreifen.

[ 44 ] Think of the scenes that unfold for Strader and Capesius in the supernatural realm, where they appear as entirely different forms of being, yet are the same. That is, after all, merely the other side that truly resides within human beings—that which belongs to the world of the gods, and not to the world of earthly realms, minerals, animals, plants, mountains, clouds, trees, and so on. To gaze upon the fates of human beings with sacred reverence—that, too, is something we must make our own, something that our time must make its own. When one reads biographies written by today’s materialistically minded people, it is actually appalling, for they are written without any sacred reverence for the fate of the person for whom the biography is written. Biographers should actually know that by intervening in a human life—even if only descriptively—they are intervening in an invisible way in all hierarchies.

[ 45 ] Durch solche Erwägungen kommt man zu der Gefühlsseite der Anthroposophie, wird gewahr, wie alles, was als Anthroposophisches an uns herankommt, auch unser Gefühl berühren muß, wie wir nicht nur etwas lernen, sondern wie wir auch angeregt werden, über die Welt Gefühle zu entwickeln, Gefühle, die uns eigentlich erst richtig in das Menschenleben hereinstellen. Und ohne daß wir auf solche Gefühle geführt werden, können wir eigentlich jene Gesetzmäßigkeit nicht durchschauen, die das Karma des Menschen durchzieht. Die kosmische Form des Karma und die individuelle Betrachtung karmischer Zusammenhänge

[ 45 ] Through such considerations, we arrive at the emotional aspect of anthroposophy; we become aware of how everything that comes to us as anthroposophical must also touch our feelings, how we not only learn something but are also inspired to develop feelings about the world—feelings that truly bring us into human life for the first time. And without being guided toward such feelings, we cannot truly comprehend the laws that permeate human karma. The cosmic form of karma and the individual consideration of karmic connections