The History and Circumstances
of the Anthroposophical Movement
in relation to the Anthroposophical Society
An Impulse Towards Self-reflection
GA 258
16 June 1923, Dornach
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The History and Circumstances of the Anthroposophical Movement, tr. SOL
Siebenter Vortrag
Seventh Lecture
[ 1 ] Nachdem ich verschiedenes äußerlich Hervortretendes und auch Untergründliches der neuzeitlichen Geistesbewegungen geschildert habe, die gewissermaßen einen wirklich den Forderungen unserer Zeit entsprechenden Weg finden sollen durch die anthroposophische Bewegung, möchte ich nun heute und morgen Ihnen an verschiedenen Erscheinungen, die in der dritten Periode der anthroposophischen Bewegung aufgetreten sind, zu interpretieren versuchen, welches die Lebensbedingungen der Anthroposophischen Gesellschaft eigentlich sind.
[ 1 ] Having described various outwardly prominent and also underlying aspects of modern spiritual movements—which, in a sense, are meant to find a path through the anthroposophical movement that truly meets the demands of our time— I would now like, today and tomorrow, to attempt to interpret—based on various phenomena that have arisen in the third period of the anthroposophical movement—what the actual conditions of life within the Anthroposophical Society are.
[ 2 ] Wir müssen uns klar sein, wo wir standen in der Zeit, als etwa die zweite Periode der anthroposophischen Bewegung sich ihrem Ende zuneigte, also um das Jahr 1913, 1914, und wo wir heute stehen. Wir müssen versuchen, in dasjenige einzudringen, was die beiden Etappen, möchte ich sagen, im Beginne der dritten Periode und am Ende der dritten Periode für uns bedeuten.
[ 2 ] We must be clear about where we stood at the time when, for example, the second period of the anthroposophical movement was drawing to a close—that is, around the years 1913 and 1914—and where we stand today. We must try to grasp what these two stages—I would say, at the beginning of the third period and at the end of the third period—mean for us.
[ 3 ] Während ich in den verflossenen Tagen mehr versuchte, in die Tiefen der Schilderung zu gehen, möchte ich sozusagen heute und morgen mehr für Anthroposophen Aktuelles vorbringen, das geeignet ist, unmittelbar in die Willensimpulse überzugehen.
[ 3 ] While in recent days I have tried to delve more deeply into the details of the description, today and tomorrow, so to speak, I would like to present more current topics for anthroposophists that are suited to directly inspiring impulses of will.
[ 4 ] Sehen wir einmal doch zurück, wie dadurch, daß in der ersten und zweiten Periode im wesentlichen das eingehalten worden ist, daß man an den konkreten Tatsachen vorschritt, daß man sozusagen die Bewegung in demselben Tempo weiterbrachte, in dem der Ausbau des inneren anthroposophischen Lebens stattfand, wie weit man dadurch gekommen ist. Darauf wollen wir einmal unseren Blick richten.
[ 4 ] Let us look back and see how far we have come as a result of the fact that, during the first and second periods, we essentially adhered to the principle of proceeding on the basis of concrete facts—that is, of advancing the movement, so to speak, at the same pace as the development of inner anthroposophical life. Let us turn our attention to this.
[ 5 ] Ich sagte, in der ersten Periode bis zum Jahre 1907, 1908, 1909 wurde zunächst nach und nach etwas erarbeitet an innerem geistigem Inhalt. Die Grundlagen einer wirklichen modernen Geisteswissenschaft wurden gelegt und die verschiedenen Konsequenzen ausgeführt. Bis sozusagen zum Ende dieser Periode erschien ja auch die Zeitschrift «Luzifer-Gnosis». Sie brachte fortwährend von mir und anderen dasjenige, was stufenweise einen gewissen Inhalt von Anthroposophie aufbaute. Als dann die zweite Periode kam, wurden in Zyklen, in Vorträgen, in einer gewissen Weise auch für die Öffentlichkeit die Schriften, die für die geistige Entwickelung des Abendlandes die ganz besondere Bedeutung haben, die Evangelien und die Genesis, von der Geistesforschung her also erobert. Wiederum fanden reale Schritte statt.
[ 5 ] I said that during the first period, up until the years 1907, 1908, and 1909, some inner spiritual content was gradually developed. The foundations of a truly modern Spiritual Science were laid, and the various implications were elaborated. Until, so to speak, the end of this period, the journal *Luzifer-Gnosis* was also published. It continuously featured contributions from me and others that gradually built up a certain body of anthroposophical content. When the second period began, the writings of particular significance for the spiritual development of the West—the Gospels and Genesis—were, in a sense, also made accessible to the public through cycles of lectures, thereby being approached from the perspective of spiritual research. Once again, concrete steps were taken.
[ 6 ] Man ging aus von dem Johannes-Evangelium, ging dann über zu den anderen Evangelien. An der Hand der Evangelien kamen immer bestimmte Wahrheiten und Weistümer zum Vorschein. Also es wurde von Etappe zu Etappe geistiger Inhalt zu dem früheren hinzugefügt. Dasjenige, was nun auf der anderen Seite in der Ausbreitung der Gesellschaft stand, das hatte im wesentlichen seine Ursache in diesem innerlichen Fortschreiten des geistigen Inhaltes.
[ 6 ] They began with the Gospel of John and then moved on to the other Gospels. Through the Gospels, certain truths and teachings continually came to light. Thus, spiritual content was added to what had come before, step by step. What was now taking place on the other side—in the expansion of society—had its root cause essentially in this inner progression of spiritual content.
[ 7 ] Gewiß, man mußte für die äußeren Angelegenheiten allerlei Programme machen und dergleichen. Aber darinnen lag nicht die Hauptsache. Die Hauptsache lag darinnen, daß positive geistige Arbeit Etappe für Etappe geleistet worden ist und daß dann auch in entsprechender Weise dieses erarbeitete Gut esoterisch vertieft werden konnte.
[ 7 ] Certainly, it was necessary to draw up all sorts of programs and the like for external affairs. But that was not the main point. The main point was that positive spiritual work was carried out step by step, and that this hard-earned achievement could then be deepened esoterically in a corresponding manner.
[ 8 ] Dabei wurde gerade zum Ende der zweiten Epoche dasjenige, was Anthroposophie ist, verbreitert über die übrige Kultur und Zivilisation der Menschheit, wie wir es versucht haben in den Münchner Aufführungen der Mysteriendramen. Dann waren wir am Ende der zweiten Periode so weit, daß daran gedacht werden konnte, den Bau, der hier nun dieses Unglück gehabt hat, aufzuführen. Man muß bedenken, daß das eine außerordentlich wichtige Etappe in der Entwickelung der Anthroposophischen Gesellschaft war. Einen solchen Bau aufzuführen, das setzte voraus, daß eine ganz stattliche Anzahl von Menschen ein Interesse daran hatte, für dasjenige, was in der Anthroposophie an realem Gehalt heraufgebracht worden war, eine solche Heimstätte zu errichten. Es war aber damit zu gleicher Zeit der erste wesentliche Schritt hinaus getan über das Arbeiten Schritt für Schritt, das bisher auch Schritt hielt mit der ganzen Ausgestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft. Denn selbstverständlich mußte ein solcher Bau, wie das Goetheanum, in einer ganz anderen Weise die Aufmerksamkeit der Außenwelt auf dasjenige, was nun Anthroposophische Gesellschaft geworden ist, lenken, als alles, was vorher da war.
[ 8 ] Toward the end of the second epoch, the essence of anthroposophy was extended to encompass the rest of humanity’s culture and civilization, as we attempted to do in the Munich performances of the Mystery Dramas. By the end of the second period, we had reached the point where we could consider erecting the building that has now suffered this misfortune. One must bear in mind that this was an extraordinarily important stage in the development of the Anthroposophical Society. Constructing such a building presupposed that a very substantial number of people had an interest in erecting such a home for the real substance that had been brought forth in anthroposophy. At the same time, however, it marked the first significant step beyond the step-by-step approach that had hitherto kept pace with the entire development of the Anthroposophical Society. For, of course, a building such as the Goetheanum was bound to draw the outside world’s attention to what has now become the Anthroposophical Society in a completely different way than anything that had existed before.
[ 9 ] Gegner zum Beispiel, sagen wir, hat es ja auch früher gegeben, Gegner aus allen möglichen Lagern. Sie haben sogar damals schon ihre Schriften drucken lassen. Allein, für diese Gegner war eigentlich kein besonderes Publikum da. Denn nehmen Sie einmal an, daß bis zum Jahre 1914 ein so unqualifizierbarer Gegner wie etwa der Max Seiling aufgetreten wäre. Es hätte ja vielleicht aus einem gewissen sensationellen Interesse heraus manches Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft selber das gelesen, aber draußen würde man sich nicht darum bekümmert haben. Es wäre kein Publikum dafür dagewesen. Die Errichtung das Baues machte eben erst möglich, daß Gegner auftraten und ein Publikum fanden. Solche Dinge darf man, wenn man in einer Realität drinnensteht, wie es die anthroposophische Bewegung ist, nicht bloß wie etwas theoretisch zu Betrachtendes auffassen, sondern das muß man mit dem allerintensivsten Ernst nehmen, denn es erwachsen aus allen diesen Dingen Tag für Tag größere Aufgaben.
[ 9 ] Opponents, for example—let’s say—have existed in the past as well, opponents from all sorts of camps. They even had their writings printed back then. However, there was actually no particular audience for these opponents. For suppose that, up until 1914, an opponent as unclassifiable as, say, Max Seiling had appeared. Perhaps, out of a certain sensational interest, some members of the Anthroposophical Society themselves would have read his work, but outside the Society, no one would have paid it any mind. There would have been no audience for it. It was precisely the construction of the building that made it possible for opponents to emerge and find an audience. When one is immersed in a reality such as the anthroposophical movement, one must not view such matters merely as something to be considered theoretically; rather, one must take them with the utmost seriousness, for greater tasks arise from all these things day by day.
[ 10 ] Wir hatten nun immerhin die Möglichkeit, diesen Bau aufzuführen. Diese Möglichkeit aber setzte voraus, daß eben etwas da war, wofür dieser Bau aufgeführt werden konnte. Das war da. Das fühlte eine größere Anzahl von Menschen als etwas, das mit einer gewissen inneren Lebendigkeit dastand. Es waren auch Erfahrungen durch eine wirklich schon längere Zeit gesammelt, Erfahrungen, die man nicht zu übersehen brauchte. Da eine Gesellschaft da war, hätten diese Erfahrungen sehr fruchtbar gemacht werden können, könnten bis heute fruchtbar gemacht werden. All das, was ich in den letzten Tagen gesprochen habe, hatte den Grund, hinzuweisen auf gewisse Vorkommnisse, die ebensoviel wie Erfahrungen bedeuten.
[ 10 ] We now had, at any rate, the opportunity to construct this building. But this opportunity presupposed that there was, in fact, something for which this building could be constructed. That something was there. A large number of people sensed it as something that possessed a certain inner vitality. There were also experiences that had been gathered over a truly long period of time—experiences that could not be overlooked. Since a community existed, these experiences could have been made very fruitful, and could still be made fruitful today. Everything I have spoken about in recent days was intended to point to certain events that are just as significant as experiences.
[ 11 ] Jetzt ist dieser Zeitraum abgelaufen. Wir dürfen als das erschütternde Ereignis des Ablaufes dieses Zeitraumes den Brand des Goetheanum bezeichnen. Erinnern Sie sich nur, daß ich gesagt habe, eine Selbstbesinnung für Anthroposophen sollen zu gleicher Zeit diese Vorträge möglich machen; wir müssen uns heute durch diese Selbstbesinnung erinnern, wie wir dazumal mit einer gewissen Sicherheit über den Fortgang dessen denken konnten, was mit Anthroposophie gewollt war, wie wir aber voraussehen mußten, voraussehen auch mit unserem Willen, daß nun, wenn Anthroposophie vor die große Öffentlichkeit hintritt, ganz zweifellos auch die Gegnerschaft einsetzen würde.
[ 11 ] Now this period has come to an end. We may describe the fire at the Goetheanum as the shattering event marking the end of this period. Just recall that I said these lectures were intended to facilitate a process of self-reflection among anthroposophists; through this self-reflection today, we must recall how we were able at that time to think with a certain confidence about the progress of what was intended with anthroposophy, yet how we also had to foresee—and foresee with our will as well—that now, when anthroposophy steps before the general public, opposition would undoubtedly arise as well.
[ 12 ] Nun bezeichnen wir zunächst Anfang und Endpunkt. Den Anfangspunkt habe ich eben charakterisiert. Er liegt darinnen, daß man den Mut haben konnte, das Goetheanum aufzuführen. Sehen wir uns an, welche Gestalt heute das angenommen hat, was durch das Goetheanum in der Weise bewirkt worden ist, daß die Anthroposophie exponiert, ausgesetzt ist dem Urteile einer niemals zu begrenzenden Anzahl von Menschen.
[ 12 ] Let us first define the starting point and the endpoint. I have just described the starting point. It lies in the fact that people had the courage to build the Goetheanum. Let us consider the form that has taken shape today as a result of what the Goetheanum has brought about: namely, that anthroposophy is now exposed to the judgment of an infinite number of people.
[ 13 ] Dafür möchte ich Ihnen nun das neueste Zeugnis vorlegen, damit wir sozusagen beim 'Thema bleiben. Das neueste Zeugnis ist enthalten in einer Broschüre, die eben erschienen ist und die den Titel trägt: «The secret machinery of revolution», also die geheime Maschinerie der Revolution. Auf Seite 13 finden Sie in dieser Broschüre folgende Darstellung. Ich werde es aus dem englischen Text heraus übersetzen: «An diesem Punkte meiner Ausführungen möchte ich kurz zu sprechen kommen auf die Existenz eines Ablegers der Theosophischen Gesellschaft, bekannt als die Anthroposophische Gesellschaft. Diese ist gebildet worden als das Ergebnis eines Schismas in den Reihen der Theosophisten durch einen Mann von jüdischer Abkunft, welcher in Verbindung stand mit einem der modernen Zweige der Carbonari. Und nicht nur dieses, sondern in Verbindung mit anderen Theosophisten hat er in Szene gesetzt gewisse besondere kommerzielle Unternehmungen, die nicht ohne Verbindung sind mit der kommunistischen Propaganda, die im übrigen ziemlich genau erinnern an dasjenige, was der Graf von St. Germain organisiert hat durch seine Färbereien und durch andere kommerzielle Unternehmungen zu einem gleichen Zwecke. Aus diesen sonderbaren geschäftlichen Gruppen, die in Verbindung stehen mit der irisch-republikanischen Bewegung und mit den deutschen Gruppen, die schon erwähnt worden sind (unter den erwähnten Gruppen ist zum Beispiel die Organisation Consul), und mit einer anderen mysteriösen Gruppe, bekannt als Clarté, welche begründet wurde durch jüdische Intellektuelle in Frankreich vor etwa vier Jahren, und welche unter ihrer Mitgliedschaft viele wohlbekannte Politiker, Wissenschaftler, Universitätsprofessoren und Schriftsteller in Frankreich, Deutschland und England haben. Es ist eine Geheimgesellschaft. Aber eine Vorstellung ihrer wirklichen Absichten kann aus der Tatsache gewonnen werden, daß sie die Liga der alten Kämpfer begünstigt, deren Ziel die Unterminierung der Disziplin der Armeen in den alliierten Ländern zu sein scheint. Obgleich dem Namen nach eine rechtsgerichtete Gesellschaft, ist sie in direkter Berührung mit Mitgliedern der Sowjet-Regierung in Rußland. In Britannien ist sie in einer engeren Verbindung mit gewissen Mitgliedern der Fabian-Gesellschaft und mit der Union der demokratischen Kontrolle, welche sich zur Aufgabe setzt, die geheime Diplomatie zu bekämpfen.»
[ 13 ] To that end, I would now like to present the most recent testimony to you, so that we can, so to speak, “stay on topic.” This latest testimony is included in a brochure that has just been published and is titled “The Secret Machinery of Revolution.” On page 13 of this brochure, you will find the following description. I will translate it from the English text: “At this point in my remarks, I would like to briefly address the existence of an offshoot of the Theosophical Society known as the Anthroposophical Society. This was formed as the result of a schism within the ranks of the Theosophists by a man of Jewish descent who was associated with one of the modern branches of the Carbonari. And not only that, but in collaboration with other Theosophists, he has orchestrated certain specific commercial ventures that are not unrelated to communist propaganda; these, incidentally, are quite reminiscent of what the Count of St. Germain organized through his dye works and other commercial enterprises for the same purpose. From these peculiar business groups, which are connected to the Irish Republican movement and to the German groups already mentioned (among the groups mentioned is, for example, the Consul organization), and with another mysterious group known as Clarté, which was founded by Jewish intellectuals in France about four years ago and which counts among its members many well-known politicians, scientists, university professors, and writers in France, Germany, and England. It is a secret society. But a mental image of its true intentions can be gleaned from the fact that it supports the League of Old Fighters, whose aim appears to be the undermining of military discipline in the Allied countries. Although nominally a right-wing organization, it is in direct contact with members of the Soviet government in Russia. In Britain, it maintains close ties with certain members of the Fabian Society and with the Union for Democratic Control, which has set itself the task of combating secret diplomacy.”
[ 14 ] Nun, ich brauche zu diesem nur hinzuzufügen, daß ja meine Reise nach England im August in Aussicht steht, und daß Sie daraus sehen können, daß die Dinge, die ich oftmals gesagt habe, durchaus ernstzunehmen sind: daß die Gegner sehr gut organisiert sind, und daß sie auch in jeder Lage und in jeder Situation sehr gut wissen, was sie tun. Nicht wahr, was ich seit längerer Zeit vorgebracht habe, ging ja dahin, daß ich sagte, man solle sich niemals vorstellen, daß dasjenige, was nun das Letzte war, auch schon das Ärgste ist.
[ 14 ] Well, I need only add to this that my trip to England in August is on the horizon, and that you can see from this that the things I have often said are to be taken very seriously: that our opponents are very well organized, and that they know exactly what they are doing in every circumstance and situation. Isn’t it true that the mental image I’ve been presenting for quite some time now is that one should never assume that what was the latest development is also the worst that could happen?
[ 15 ] Sie sehen, es gibt eben eine Gegnerschaft heute — und das ist der andere Endpunkt der dritten Periode —, die vor gar keiner Unwahrheit zurückschreckt und die alle Wirkungen der Unwahrheit sehr gut zu organisieren weiß. Sie dürfen eben durchaus nicht glauben, daß es irgendwie angebracht ist, über diese Dinge leicht hinwegzugehen und etwa zu sagen: Nun ja, an einer solchen Sache ist nicht nur keine Zeile wahr, sondern es ist so grobklotzig gelogen, daß keiner es glauben wird. — Wer dieses sagt, meine lieben Freunde, der zeigt eben dadurch, daß er als ein tief Schlafender innerhalb der abendländischen Zivilisation der Gegenwart steht und eben nicht weiß, wie stark die Impulse der Unwahrheit sind, die heute als wahr von den, man darf sagen, besten Leuten eben einfach aus Bequemlichkeit und aus Schlaftrunkenheit hingenommen werden.
[ 15 ] As you can see, there is indeed an opposition today—and this is the other end point of the third period—that does not shy away from any falsehood and knows very well how to organize all the effects of falsehood. You must by no means believe that it is in any way appropriate to gloss over these things lightly and say, for example: “Well, not only is not a single line of such a thing true, but it is such a crude, blatant lie that no one will believe it.” — Anyone who says this, my dear friends, demonstrates precisely by doing so that they stand, as one who is deeply asleep, within contemporary Western civilization and simply do not know how powerful the impulses of untruth are—impulses that are accepted today as true by, one might say, the very best people, simply out of convenience and a drowsy stupor.
[ 16 ] Dasjenige, was zwischen diese beiden Punkte fällt, das zu betrachten ist für uns nun von einer besonderen Wichtigkeit. Denn man kann so sagen: Es war durchaus die anthroposophische Bewegung im Jahre 1914 soweit, daß sie zunächst mit dem Bestande ihres Geistesgutes, ihres Geistesinhaltes ihren Weg durch die Welt hätte machen können.
[ 16 ] What lies between these two points is now of particular importance for us to consider. For one could say: By 1914, the anthroposophical movement had certainly reached a point where it could have made its way through the world, at least initially, on the strength of its spiritual heritage and its spiritual content.
[ 17 ] Nun mußte aber, so wie die Verhältnisse einmal waren, auch seit 1914 lebendig gearbeitet werden. Wenn Sie zurückblicken auf dasjenige, was seit jener Zeit geschehen ist, so werden Sie sich sagen: Die Arbeit seither war im wesentlichen eine Vertiefung nach dem Geistigen hin. Und in dieser Beziehung ist wiederum der gerade Weg eingeschlagen worden. Diese Vertiefung nach dem Geistigen ist Etappe für Etappe gesucht worden, unbekümmert sogar um die äußeren Ereignisse der Welt, weil die Sache so war und auch heute noch so ist, daß es sich zunächst darum handelt, dasjenige an geistigem Inhalt, was sich zum Fortschritt der Menschheit jetzt offenbaren will, zunächst wirklich der Zivilisation in irgendeiner Form einzuverleiben. Es kann sich nie darum handeln, bei Mitteilung oder Bearbeitung dieses Geistesgutes etwas anderes zu tun, als aus diesem Geistesgut heraus selbst alles zu tun.
[ 17 ] But given the circumstances as they were, it was necessary to continue working actively even after 1914. If you look back on what has happened since that time, you will say to yourself: The work since then has essentially been a deepening toward the spiritual. And in this regard, the right path has once again been taken. This deepening toward the spiritual has been sought step by step, without concern even for the external events of the world, because the situation was—and still is today—such that the primary concern is to truly incorporate into civilization, in whatever form, that spiritual content which now seeks to reveal itself for the progress of humanity. When communicating or working with this spiritual heritage, it can never be a matter of doing anything other than doing everything ourselves from within this spiritual heritage.
[ 18 ] In dieser Beziehung ist auch wiederum in dieser dritten Periode eine Verbreiterung eingetreten durch die Aufnahme der Eurythmie. Sie werden nirgends sagen können, daß diese Eurythmie an irgend etwas anderes anknüpft als an die Quellen des Anthroposophischen selber. Da wird alles aus den Quellen des Anthroposophischen herausgeholt. Gibt es denn nicht in der Gegenwart alle möglichen Bewegungskünste, alle möglichen Versuche, auf diese oder jene Weise zu etwas zu kommen, was äußerlich vielleicht ein bißchen ähnlich der Eurythmie sieht? Aber verfolgen Sie die Ereignisse zurück bis zu dem Momente, wo Frau Dr. Steiner die Eurythmie in die Hand genommen hat, und die Eurythmie nun eine Entwickelung durchgemacht hat, so daß sie, ich möchte sagen, zuerst während der Weltkriegszeit mehr in einem internen Kreise gepflegt worden ist, dann in die Öffentlichkeit treten konnte und ein immer größeres Interesse erregt hat. Nehmen Sie alles dasjenige, was in diese Eurythmie eingeflossen ist. Glauben Sie nicht, daß nicht zahlreiche Menschen von da und dort einem immer wieder in die Ohren geraunt haben: Da ist ja was ganz Ähnliches, dort ist etwas ganz Ähnliches, das muß berücksichtigt werden, das muß aufgenommen werden. — Nur dadurch konnte die Sache fruchtbar vorwärtskommen, daß man sich nicht um links, nicht um rechts kümmerte, sondern aus den Quellen der Sache selbst heraus arbeitete, lediglich aus den Quellen der Sache selbst heraus. In dem Augenblicke, wo irgend etwas Kompromißliches hereingefügt worden wäre, wäre die Sache nicht mehr das, was sie ist, hätte nicht werden können das, was sie ist. Das gehört zu den Lebensbedingungen einer solchen Bewegung, daß unbedingt die Sicherheit besteht: Es kann aus den Quellen heraus in fortwährender Verbreiterung das geholt werden, was geholt werden soll.
[ 18 ] In this regard, a broadening has also taken place in this third period through the incorporation of eurythmy. Nowhere will you be able to say that this eurythmy is connected to anything other than the very sources of anthroposophy itself. Everything is drawn directly from the sources of anthroposophy. Are there not, after all, all manner of movement arts today, all manner of attempts to arrive at something—in one way or another—that outwardly may look a bit like eurythmy? But trace events back to the moment when Dr. Steiner took up eurythmy, and eurythmy has since undergone a development such that—I would say—it was first cultivated more within an inner circle during the World War, then was able to enter the public sphere and has aroused ever-greater interest. Consider everything that has flowed into this eurythmy. Don’t you think that numerous people here and there have repeatedly whispered in your ear: “There’s something quite similar here, there’s something quite similar there—that must be taken into account, that must be incorporated.” — The only way the cause could move forward fruitfully was by not concerning oneself with the left or the right, but by working from the very sources of the cause itself—solely from the very sources of the cause itself. The moment any compromise had been introduced, the cause would no longer be what it is; it could not have become what it is. It is one of the essential conditions for the existence of such a movement that there be absolute certainty: what needs to be drawn from the sources can be drawn from them in ever-widening scope.
[ 19 ] Dieses nur aus dem Zentrum heraus Arbeiten, was natürlich verhältnismäßig leicht — weil selbstverständlich — bis zum Jahre 1914 war, das ist dasjenige, was einzig und allein möglich macht, daß man auch in der richtigen Weise vorwärtskommt mit dem, was Anthroposophie ist.
[ 19 ] This approach of working solely from the center—which, of course, was relatively easy, because it went without saying, up until 1914—is the one and only thing that makes it possible to move forward in the right way with what anthroposophy is.
[ 20 ] Nun, diese dritte Periode seit dem Jahre 1914 traf die mannigfaltigste Erscheinung, in die natürlich, wie jeder Mensch und jede Bewegung, auch die anthroposophische hineingestellt war. Nun muß selbstverständlich auf der einen Seite zum Beispiel immer wieder und wiederum energisch hervorgehoben werden, wie während des Weltkrieges, wo die Nationen sich zerfleischten, hier die Angehörigen von sechzehn oder siebzehn Nationen waren und zusammengearbeitet haben, wie die Anthroposophische Gesellschaft durchaus mit Beibehaltung ihres ursprünglichsten Charakters durch diese Epoche hindurchgegangen ist. Aber vergessen darf eben nicht werden, daß gerade alles das, was durch die Menschengemüter, also auch durch Anthroposophengemüter in dieser Zeit gegangen ist, in vieler Beziehung zersplitternd in die Anthroposophische Gesellschaft eingegriffen hat. Das muß trotzdem gesagt werden.
[ 20 ] Well, this third period since 1914 was marked by the most diverse of phenomena, within which, naturally—as is the case with every human being and every movement—the anthroposophical movement was also situated. Of course, on the one hand, it must be emphasized again and again—and vigorously—how, during the World War, when nations were tearing each other apart, members from sixteen or seventeen nations were here and worked together, and how the Anthroposophical Society passed through this era while fully retaining its most original character. But we must not forget that precisely everything that went through people’s minds—including the minds of anthroposophists—during this time had a fragmenting effect on the Anthroposophical Society in many respects. This must nevertheless be said.
[ 21 ] Nicht wahr, ich will damit, daß ich diese Dinge objektiv charakterisiere, alle die guten Eigenschaften der Anthroposophen nicht in irgendeiner Weise kritisieren oder irgendwie abkanzeln. Die sollen durchaus vorausgesetzt werden. Gewiß, es ist ja so, daß in einem gewissen Grade man hinwegkam über, sagen wir, dasjenige, was außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft die Menschen so zersplittert hat vom Jahre 1914 bis 1918. Aber diejenigen, die ein wenig beobachten, die werden schon darauf kommen, daß solche Wellen durchaus, wenn auch in einer anderen Form als sonst, in die anthroposophische Bewegung hereingeschlagen haben, und daß in Verbindung damit etwas stark hervorgetreten ist, was ich öfter schon angedeutet habe mit den Worten: Es fing an, in dieser dritten Periode sich auszubilden, was ich nennen möchte eine innere Opposition gegen dasjenige, was ich selbst in der Anthroposophischen Gesellschaft zu tun habe, eine gewisse innere Opposition.
[ 21 ] After all, by characterizing these things objectively, I do not in any way intend to criticize or disparage the good qualities of the anthroposophists. These should certainly be taken for granted. Certainly, it is true that, to a certain extent, we were able to move beyond—let’s say—what so fragmented people outside the Anthroposophical Society from 1914 to 1918. But those who observe the situation even a little will realize that such waves have certainly made their way into the anthroposophical movement—albeit in a different form than usual—and that, in connection with this, something has come to the fore quite strongly, which I have often alluded to with the words: In this third period, what I would like to call an inner opposition to what I myself am called upon to do within the Anthroposophical Society—a certain inner opposition—began to take shape.
[ 22 ] Natürlich sind die meisten erstaunt, wenn ich von dieser inneren Opposition spreche, weil sie sich ihrer nicht bewußt sind, viele wenigstens. Aber ich möchte sagen: um so schlimmer. Denn diese innere Opposition ist in Gefühlen gerade in der dritten Periode sehr stark heraufgekommen. Auch in äußeren Symptomen zeigte sie sich ja. Wenn eine solche Bewegung zwei Perioden, so wie ich sie geschildert habe, durchgemacht hat, dann braucht durchaus nicht blindes Vertrauen zu herrschen, wenn in der dritten Periode, wo schon Antezedenzien da sind, wo schon etwas Vorangehendes eben vorliegt, aus Zusammenhängen heraus, die nicht jeder gleich übersehen kann, das eine oder das andere gemacht wird. Aber bedenken Sie doch nur einmal: aus Zusammenhängen heraus, die ganz gewiß dazumal nicht jeder übersehen konnte, zu denen man vieles zusammenhalten mußte, und bei denen es vor allen Dingen darauf ankam, die anthroposophische Bewegung selber in der richtigen Weise zu fixieren. Nun, bei diesen Dingen zeigte sich dann dasjenige, was man eine solche innere Opposition nennen könnte.
[ 22 ] Of course, most people are surprised when I speak of this inner opposition, because they are not aware of it—at least many of them are not. But I would like to say: all the worse for it. For this inner opposition has emerged very strongly in feelings, particularly during the third period. It also manifested itself in external symptoms. When a movement of this kind has gone through two periods, as I have described them, there is certainly no need for blind trust to prevail if, in the third period—where antecedents already exist, where something has already preceded it—one thing or another is done based on connections that not everyone can immediately grasp. But just consider this for a moment: based on circumstances that certainly not everyone could have grasped at the time—circumstances that required bringing many things together, and in which the most important thing was to establish the anthroposophical movement itself in the right way. Well, in these matters, what might be called an “internal opposition” then became apparent.
[ 23 ] Ich weiß selbstverständlich, daß, wenn ich auf diese Dinge zu sprechen komme, gar mancher sagen wird: Soll man denn nicht gerade seine eigenen Meinungen haben? Gewiß, seine eigenen Meinungen soll man haben über dasjenige, was man tut; aber wenn ein anderer etwas tut, mit dem man in irgendeiner Lebensverbindung steht, dann handelt es sich darum, daß das Vertrauen mancherlei Rolle spielen muß, namentlich wenn eben solche Antezedenzien da sind wie diejenigen, auf die ich habe hinweisen können.
[ 23 ] I know, of course, that when I bring up these matters, quite a few people will say: Shouldn’t one have one’s own opinions? Certainly, one should have one’s own opinions about what one does; but when someone else does something—someone with whom one has some kind of connection in life—then trust must play a significant role, especially when there are precedents such as those I have pointed out.
[ 24 ] Nun habe ich in einem gewissen Zeitpunkte der dritten Periode während des Weltkrieges das Büchelchen geschrieben: «Gedanken während der Zeit des Krieges». Da machte sich gerade jene innere Opposition in einer ganz merkwürdigen Weise geltend. Nicht nur, daß Leute an mich herangetreten sind, die gesagt haben: Wir haben doch geglaubt, Anthroposophie mische sich niemals in Politik - als wenn das Büchelchen sich in Politik gemischt hätte! — und dergleichen mehr. Und man konnte schon an der ganzen Stellungnahme sehen: Da hat in manchem Herzen etwas abgefärbt, was nun nicht auf dem Boden der Anthroposophie wachsen darf, sondern was auf ganz anderem Boden wächst. Nicht wahr, ich habe manches erlebt, was eingewendet worden ist gerade gegen diese «Gedanken während der Zeit des Krieges», aber ich habe es nicht erlebt, wirklich nicht erlebt, daß irgend jemand gesagt hätte — jetzt sage ich etwas furchtbar Arrogantes, aber es ist dennoch objektiv, meine lieben Freunde: Wir wissen nichts Rechtes aus der Sache zu machen, aber wir wollen abwarten bis zum Jahre 1935, vielleicht werden wir dann wissen, warum dieses Büchelchen geschrieben worden ist. — Und so sind manche andere Dinge gewesen, die durchaus zeigen, wie stark dasjenige hereingespielt hat, was geradezu darauf hinauslief, die selbstverständliche Freiheit und Selbstbestimmung innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft zu untergraben. Denn es wäre selbstverständlich gewesen, das Schreiben dieser Schrift meine Sache sein zu lassen. Statt dessen hat sich so etwas wie eine Meinung gebildet: wenn der derjenige sein will, mit dem wir die Anthroposophische Gesellschaft machen, dann darf er nur dasjenige schreiben, was uns gefällt.
[ 24 ] At a certain point during the third period of the World War, I wrote the little book *Thoughts During the War*. It was precisely then that this inner opposition made itself felt in a most peculiar way. Not only did people approach me and say: “We thought anthroposophy would never get involved in politics”—as if the little book had actually gotten involved in politics!—and so on. And you could already see from their entire stance that something had rubbed off in many hearts—something that is not meant to grow on the soil of anthroposophy, but rather on an entirely different soil. Isn’t that right? I have experienced many objections raised specifically against these “Thoughts During the War,” but I have not experienced—truly not experienced—anyone saying—now I am about to say something terribly arrogant, but it is nonetheless objective, my dear friends: “We don’t really know what to make of this, but we’ll wait until 1935; perhaps by then we’ll know why this little book was written.” — And there have been many other instances that clearly show how strongly a certain attitude came into play—one that effectively amounted to undermining the self-evident freedom and self-determination within the Anthroposophical Society. For it would have been only natural to let me take charge of writing this text. Instead, a sort of consensus has formed: if he wants to be the one with whom we build the Anthroposophical Society, then he may write only what pleases us.
[ 25 ] Nicht wahr, diese Dinge müssen radikal ausgesprochen werden, sonst werden sie eben nicht verstanden. Sie sind symptomatisch, und sie bezeugen eben, daß eine Stimmung heraufkam, die wider die Lebensbedingungen der anthroposophischen Bewegung ist, daß in der Gesellschaft eine Stimmung heraufkam, die wider die Lebensbedingungen der anthroposophischen Bewegung ist!
[ 25 ] Isn't it true that these things must be stated in no uncertain terms, otherwise they simply won't be understood? They are symptomatic, and they testify precisely to the fact that a mood has arisen that runs counter to the conditions of life within the anthroposophical movement—that a mood has arisen in society that runs counter to the conditions of life within the anthroposophical movement!
[ 26 ] Was aber in dieser dritten Periode von ganz besonderer Bedeutung sein mußte, das ist das Bewußtsein, eine Gesellschaft gebildet zu haben, die die ersten Schritte macht in einer Angelegenheit, in der ein großer Teil der Menschheit wird nachfolgen müssen. Ja, bedenken Sie das, meine lieben Freunde, eine verhältnismäßig kleine Gesellschaft bildete sich, mit der Prätention, etwas zu tun, wo ein großer Teil der Menschheit nachfolgen soll. Das gibt nicht nur die Verpflichtungen, die dann diejenigen Menschen haben werden, die nachfolgen, sondern das gibt Verpflichtungen einer weit höheren Art: das gibt Verpflichtungen, die vielpotenzig sind gegenüber demjenigen, was etwa die Pflichten sind derer, die einmal als eine große Menschenanzahl etwa Anthroposophie zu ihrer Orientierung nehmen werden.
[ 26 ] But what must have been of particular importance during this third period was the awareness of having formed a society that was taking its first steps in a matter in which a large part of humanity would have to follow. Yes, consider this, my dear friends: a relatively small society was formed with the ambition to do something that a large part of humanity would have to follow. This not only entails the obligations that those who follow will then have, but it also entails obligations of a far higher order: it entails obligations that are many times greater than, for example, the duties of those who, as a large number of people, will one day take anthroposophy as their guide.
[ 27 ] Die Anthroposophen von heute dürfen nicht etwa denken, daß sie nur diejenigen Verpflichtungen haben, die einmal die Menschen haben werden, die sich zur Anthroposophie bekennen, wenn die Anthroposophen nach Millionen, nicht nach Tausenden da sind. Wenn Tausende vorauseilen einer Bewegung, so haben diese Tausende eben eine viel höhere, eine potenzierte Verpflichtung. Das heißt, sie haben die Verpflichtung, in allen Einzelheiten größeren Mut, größere Energie, größere Geduld, größere Toleranz und vor allen Dingen größere Wahrhaftigkeit zu üben. Und in dieser dritten Periode war die Probe gestellt namentlich in bezug auf Wahrhafuigkeit und auf Ernst. Es mußte in einem gewissen Sinne dasjenige aufkommen, das einmal den Gegenstand der Besprechung gebildet hat in den Vorträgen, die den Theologen gehalten worden sind. Da wurde es ausgesprochen. Innerhalb der Anthroposophenschar hätte das ein Gefühl, eine Empfindung werden müssen — muß es werden! -: daß Anthroposophie, ganz abgesehen davon, daß es Anthroposophen gibt, als ein selbständiges Wesen angesehen werden muß, gewissermaßen wie etwas, was unter uns herumgeht, dem gegenüber wir verantwortlich sind in jedem Augenblicke unseres Lebens. Das ist in jenem Vortrage vor den Theologen ausgesprochen worden: Anthroposophie ist an sich ein unsichtbarer Mensch, der unter sichtbaren Menschen herumgeht, und dem gegenüber man, solange man ein kleines Häuflein ist, die denkbar größte Verantwortung hat, der wirklich genommen werden muß als unsichtbarer Mensch, genommen werden muß als etwas Daseiendes, den man befragen muß bei den einzelnen Handlungen des Lebens, was er dazu sagt.
[ 27 ] Today’s anthroposophists must not think that they have only those obligations that people who profess anthroposophy will one day have, when there are millions—not just thousands—of anthroposophists. When thousands are the vanguard of a movement, these thousands have a much greater, a heightened obligation. That is to say, they have the obligation to exercise greater courage, greater energy, greater patience, greater tolerance, and above all, greater truthfulness in every detail. And in this third period, the test was set specifically with regard to truthfulness and seriousness. In a certain sense, what had once been the subject of discussion in the lectures given to the theologians had to emerge. That is where it was expressed. Within the community of anthroposophists, this should have become—must become!—a feeling, a sense: that anthroposophy, quite apart from the fact that there are anthroposophists, must be regarded as an independent being, as it were, something that walks among us, to which we are accountable at every moment of our lives. This was expressed in that lecture to the theologians: Anthroposophy is in itself an invisible human being who walks among visible human beings, and toward whom—as long as we are a small group—we bear the greatest possible responsibility; it must truly be regarded as an invisible human being, must be regarded as something that exists, and we must consult it regarding the individual actions of our lives to hear what it has to say about them.
[ 28 ] Wenn sich also, solange die Anthroposophenschar noch klein ist, wenn sich da, sagen wir, menschliche Zusammenhänge, Freundschaften, Cliquenschaften und dergleichen bilden, dann ist immer notwendiger, daß dieser Unsichtbare gefragt werde, daß alles vor diesem Unsichtbaren gerechtfertigt werden könne.
[ 28 ] So as long as the group of anthroposophists is still small, and as long as, let’s say, human relationships, friendships, cliques, and the like are forming, it becomes increasingly necessary to consult this Invisible One, so that everything can be justified before this Invisible One.
[ 29 ] Das wird natürlich in demselben Maße immer weniger der Fall sein, je mehr sich Anthroposophie ausbreitet. Aber solange sie noch das Besitztum einer kleinen Schar ist, solange ist es durchaus notwendig, daß alles, was geschieht, sozusagen unter Anfrage des Menschen Anthroposophie geschieht. Das gehört zu den Lebensbedingungen: die Anthroposophie als ein lebendes Wesen anzusehen. Es darf erst sterben, wenn sich ihre Anhänger ins Unermeßliche vermehrt haben. Also, das ist dasjenige, was notwendig ist: ein wirklicher Ernst im Nachfolgen jenes unsichtbaren Menschen, von dem ich eben gesprochen habe. Der tiefe Ernst, der müßte sozusagen mit jedem Tag wachsen. Wenn dieser tiefe Ernst wächst, dann ist es ganz zweifellos, daß alle Dinge, die gemacht werden, in der richtigen Weise auch inauguriert und weitergeführt werden.
[ 29 ] Of course, this will be less and less the case as anthroposophy spreads. But as long as it remains the possession of a small group, it is absolutely necessary that everything that happens be done, so to speak, in consultation with the human being that is Anthroposophy. This is one of the conditions of life: to regard Anthroposophy as a living being. It may not die until its followers have multiplied beyond measure. So, this is what is necessary: a genuine seriousness in following that invisible human being of whom I have just spoken. That deep seriousness should, so to speak, grow with each passing day. When this deep seriousness grows, then there is no doubt that all the things that are done will also be initiated and carried forward in the right way.
[ 30 ] Ich will ein Faktum zunächst herausheben. Während die zweite Periode vom Jahre 1907, 1908, 1909 bis 1914 im wesentlichen die Periode war, welche nach der Gemütsseite, nach der religiösen Erkenntnis die Anthroposophie weitergebracht hat, trat wiederum in der dritten Periode etwas ein, was schon in der ersten Periode da war, wie ich es gestern geschildert habe. Es trat das ein, daß wiederum Anthroposophie in eine Beziehung gebracht wurde zum Beispiel zur Wissenschaft, zu den verschiedenen Zweigen der Wissenschaft.
[ 30 ] I would like to highlight one fact first. While the second period, from 1907, 1908, and 1909 through 1914, was essentially the period that advanced anthroposophy in terms of the spiritual aspect and religious insight, something that had already been present in the first period—as I described yesterday—reappeared in the third period. What occurred was that anthroposophy was once again brought into a relationship, for example, with science and the various branches of science.
[ 31 ] Während des Krieges konnte man schon sehen, wie aus dieser oder jener Ecke heraus dieser oder jener Wissenschafter an die Anthroposophie heranrückte. Damit bekam die Anthroposophische Gesellschaft Mitarbeiter auf wissenschaftlichem Felde. Zunächst taten sich diese Wissenschafter noch nicht hervor. Der wissenschaftliche Betrieb war bis zum Jahre 1919, 1920 mehr eine Hoffnung, mit Ausnahme dessen, was Dr. Unger aus der «Philosophie der Freiheit» und anderen Schriften der voranthroposophischen Zeit für die Anthroposophie fruchtbar herausgeholt hat. Im übrigen, wenn wir absehen von dem, was in dieser erkenntnistheoretischen Beziehung weitergebaut worden ist, was ein wichtiges Substantiell-Inhaltliches für die weitere Bewegung war, müssen wir eben sagen, daß zunächst beim Beginne der dritten Periode das Wissenschaftliche eine Hoffnung war. Denn dieses Wissenschaftliche machte sich jetzt in der dritten Periode zunächst in genau entgegengesetztem Sinne geltend wie in der ersten Periode. In der ersten Periode handelte es sich, wie ich Ihnen gesagt habe, den Leuten, die ich gestern angeführt habe, darum: vor der Wissenschaft die Anthroposophie zu rechtfertigen. Anthroposophie sollte sich eben ihren Paß visieren lassen von der Wissenschaft. Das war die Tendenz in der ersten Periode. Da sie das nicht tun konnte, so versickerte allmählich der wissenschaftliche Betrieb. In der zweiten Periode war er gar nicht da, und gegen das Ende neigte sich die Sache mehr gegen das Künstlerische hin. Die allgemein menschlichen Interessen nahmen überhand.
[ 31 ] Even during the war, it was already apparent that this or that scientist from this or that field was drawing closer to anthroposophy. As a result, the Anthroposophical Society gained collaborators in the scientific field. At first, these scientists did not yet distinguish themselves. Until 1919 or 1920, scientific activity remained more of a hope, with the exception of what Dr. Unger was able to draw fruitfully from *The Philosophy of Freedom* and other writings from the pre-anthroposophical period for the benefit of anthroposophy. Incidentally, if we set aside what was further developed in this epistemological regard—which was an important substantive contribution to the movement’s future—we must simply say that, at the very beginning of the third period, the scientific aspect was a hope. For in this third period, this scientific aspect initially asserted itself in a sense exactly opposite to that of the first period. In the first period, as I told you, the people I mentioned yesterday were concerned with justifying anthroposophy before science. Anthroposophy was supposed to have its credentials endorsed by science. That was the tendency in the first period. Since it could not do that, the scientific endeavor gradually petered out. In the second period, it was entirely absent, and toward the end, the focus shifted more toward the artistic. General human interests took precedence.
[ 32 ] In der dritten Periode kamen wiederum aus den Ecken heraus eben die wissenschaftlichen Aspirationen, aber in entgegengesetzter Weise. Jetzt handelte es sich nicht mehr darum, wenigstens nicht ausgesprochen, die Anthroposophie vor der Wissenschaft zu rechtfertigen, sondern die Wissenschaft von der Anthroposophie her zu befruchten. Jetzt kamen alle möglichen Menschen damit, daß sie sagten: Wir kommen mit unserer Wissenschaft nicht mehr weiter, sie muß befruchtet werden. — Jetzt handelte es sich nicht mehr darum, wie früher in der ersten Periode Atomstrukturen zu erfinden, weil man es so gewöhnt war, aus dem Physikalischen, Astronomischen heraus Atomtheorien auch für den Äther- und Astralleib zu finden. Jetzt, nachdem genugsam verfahren war, es in die Wissenschaft hineinzutragen, jetzt handelte es sich um die genau entgegengesetzte Tendenz.
[ 32 ] In the third period, scientific aspirations once again emerged from the margins, but in a different way. Now the issue was no longer—at least not explicitly—to justify anthroposophy before science, but rather to enrich science through anthroposophy. Now all sorts of people were coming forward, saying: We can’t make any further progress with our science; it needs to be enriched. — It was no longer a matter, as it had been in the first period, of inventing atomic structures because people were so accustomed to deriving atomic theories for the etheric and astral bodies from physics and astronomy. Now, after sufficient effort had been made to introduce it into science, the focus had shifted to the exact opposite tendency.
[ 33 ] Nun, diese Tendenz - ich will sie heute nur in positivem Sinne besprechen - wird sich nur durcharbeiten können, wird nur zu Nutz und Frommen der anthroposophischen Bewegung sein können, wenn sie den Weg dazu findet, wirklich rein nur aus anthroposophischen Quellen heraus zu arbeiten, so etwa wie im Künstlerischen, sagen wir, in der Eurythmie gearbeitet worden ist, und wenn dieses wiederum mit jenem Ernst geschieht, von dem ich gerade eben gesprochen habe. Solange noch immerhin sehr viel von dem, was heutzutage wissenschaftliche Denkweise ist, unbewußt in die anthroposophische Bewegung hereingetragen wird, solange wird es nicht fruchtbar weitergehen.
[ 33 ] Well, this tendency—I want to discuss it today only in a positive light —will only be able to bear fruit and will only be of benefit to the anthroposophical movement if it finds a way to work truly and purely from anthroposophical sources, much as has been done in the arts—let us say, in eurythmy—and if this, in turn, is done with the seriousness I have just spoken of. As long as a great deal of what constitutes scientific thinking today continues to be unconsciously carried into the anthroposophical movement, progress will not be fruitful.
[ 34 ] Namentlich wird es nicht fruchtbar weitergehen, solange der Glaube herrscht, daß man diejenigen, die heute offizielle Vertreter der Wissenschaft sind, von irgend etwas überzeugen könne, ohne daß sie selbst in die anthroposophische Orientierung hereinkommen. Sie müssen erst in die anthroposophische Orientierung hereinkommen, dann läßt sich mit ihnen reden. Wir haben gegenüber denen, die die Anthroposophie heute bekämpfen, nur die Aufgabe, klar zu zeigen, wo sie die Unwahrheit sagen. Darüber läßt sich reden. Aber über das Meritorische, über das Inhaltliche läßt sich natürlich mit Menschen nicht reden. die nicht nur sich nicht überzeugen lassen wollen, sondern im Grunde genommen sich gar nicht überzeugen können, weil ihnen die Fundamente fehlen.
[ 34 ] Specifically, progress will not be fruitful as long as the belief prevails that those who are today’s official representatives of science can be convinced of anything without their first embracing the anthroposophical perspective. They must first embrace the anthroposophical perspective; only then can we have a meaningful dialogue with them. Our only task with regard to those who oppose anthroposophy today is to clearly show where they are speaking untruths. That is something we can discuss. But of course, we cannot discuss the merits or the substance of the matter with people who not only refuse to be convinced but, fundamentally, cannot be convinced at all because they lack the necessary foundations.
[ 35 ] Daran muß vor allen Dingen gearbeitet werden, für sich selber auf den verschiedenen Gebieten die Fundamente zu schaffen, diese aber wirklich aus dem Zentrum der Anthroposophie heraus zu schaffen, aus den zentralen Quellen heraus zu arbeiten.
[ 35 ] Above all, we must work on laying the foundations for ourselves in the various fields, but we must do so by truly drawing from the heart of anthroposophy, working from its central sources.
[ 36 ] Und wenn dann nach dem Kriege versucht worden ist, allerlei praktische Lebensaufgaben, Weltaufgaben zu ergreifen, so handelte es sich wieder darum, alles aus dem Kern des Anthroposophischen heraus zu gestalten und einzusehen, daß es nun gerade mit solchen praktischen Lebensaufgaben am allerwenigsten möglich ist, auf irgendwelche Kompromisse zu rechnen. Einzig und allein darum kann es sich handeln, dasjenige der Welt zu sagen, was aus dem anthroposophischen Zentrum heraus zu sagen ist, und dann zu warten, wieviele Menschen ein Verständnis dafür haben. Jedenfalls darf nicht mit irgend etwas, das aus den anthroposophischen Zentralen herausgeholt wird, so vor die Welt getreten werden, daß man sagt: Da ist eine Partei, die kann man vielleicht gewinnen, da ist ein Mensch, den kann man vielleicht gewinnen. Das geht nicht. Das gibt es nicht. Das widerspricht den innersten Lebensbedingungen der anthroposophischen Bewegung. Wenn da eine Frauenbewegung, dort eine soziale Bewegung ist, und irgend jemand die Meinung hat: Da muß man herein, da muß man Kompromisse schließen, denn die Leute sind von der einen oder von der anderen Seite nahe an der Anthroposophie, — so geht das nicht, so geht es absolut nicht. Sondern es handelt sich darum, für Anthroposophie so viel innere Sicherheit zu haben, daß man wirklich dazu kommt, wo immer man steht, das Anthroposophische zu vertreten.
[ 36 ] And when, after the war, attempts were made to take on all kinds of practical life tasks and world tasks, the point was once again to shape everything from the core of anthroposophy and to recognize that it is precisely with such practical life tasks that it is least possible to count on any compromises. The sole concern must be to tell the world what needs to be said from the anthroposophical center, and then to wait and see how many people understand it. In any case, nothing taken from the anthroposophical centers should be presented to the world in such a way that one says: “There’s a political party we might be able to win over; there’s a person we might be able to win over.” That won’t work. It’s not possible. It contradicts the very essence of the anthroposophical movement. If there is a women’s movement here or a social movement there, and someone takes the view: “We have to get involved here, we have to make compromises, because people on one side or the other are close to anthroposophy”—that won’t work; it absolutely won’t work. Rather, it is a matter of having such inner certainty in anthroposophy that, wherever one stands, one is truly able to represent the anthroposophical perspective.
[ 37 ] Ich möchte Ihnen ein anderes drolliges Beispiel dafür sagen. Nicht wahr, wenn man es mir übelgenommen hat, daß ich die theosophische Bewegung zum Felde meiner Tätigkeit gemacht habe, so sage ich dagegen immer: Ich werde überall Anthroposophie vertreten, wo man es verlangt, ganz gleichgültig, wo; wo man es verlangt, werde ich es tun. Ich habe es an den Orten getan, wo ich es nur einmal habe tun können, aus dem einfachen Grunde, weil die Leute ein zweites Mal nichts mehr hören wollten von mir. Aber ich habe nicht so gesprochen, daß sie bei ihrer Seelenverfassung durch äußerliche Mittel hätten gewonnen werden können, die Sache ein zweites Mal wieder zu hören. Das ist eben das, was vermieden werden muß. Wenn die Leute verlangen, etwas zu hören, muß man ihnen Anthroposophie bringen, reine Anthroposophie, die aber mutvoll aus dem innersten Kern heraus gebracht ist.
[ 37 ] I’d like to share another amusing example of this with you. Isn’t it true that whenever people have taken offense at my having made the Theosophical Movement the focus of my work, I always respond by saying: I will advocate for Anthroposophy wherever it is requested, no matter where; wherever it is requested, I will do so. I have done so in places where I was only able to do it once, for the simple reason that people didn’t want to hear from me a second time. But I did not speak in such a way that, given their state of mind, they could have been persuaded by external means to hear the matter a second time. That is precisely what must be avoided. When people ask to hear something, one must bring them anthroposophy—pure anthroposophy—but presented courageously from the innermost core.
[ 38 ] Ich möchte sagen, diese Dinge sind ja wie zur Illustration, wirklich nur wie zur Illustration, im Laufe der anthroposophischen Bewegung schon gemacht worden. Da sind wir zum Beispiel einmal in eine Spiritistengesellschaft in Berlin eingeladen worden, ich solle über Anthroposophie reden. Es ist mir gar nicht eingefallen, nein zu sagen. Warum sollten die Leute nicht ein Recht haben, so etwas zu hören? Ich hatte meinen Vortrag gehalten und habe gleich nach dem Vortrage gesehen, wie ungeeignet diese Menschen sind und wie sie eigentlich in Wirklichkeit von mir nichts weiteres hören wollten. Denn es ist nämlich etwas ganz Kostbares passiert nach diesem Vortrage: Ich wurde sogleich mit Stimmeneinhelligkeit zum Präsidenten dieser Gesellschaft gewählt. Frau Dr. Steiner und deren Schwester, die mit waren, wußten gar nicht, wie ihnen wird. Was tut man jetzt? sagten sie. Man ist Präsident von einer solchen Gesellschaft! Was tut man? Ich sagte einfach: Nicht mehr hingehen! Denn es war ja das ganz Selbstverständliche. Die Leute bewiesen durch das ganz blödsinnige Wählen eines Menschen zum Präsidenten, der zum ersten Mal gehört worden war, daß sie etwas ganz anderes wollten als Anthroposophie. Sie wollten nämlich die Anthroposophie spiritistisch machen und glaubten, daß sie das durch so etwas erreichen würden. Aber solche Erfahrungen kann man ja die verschiedensten machen.
[ 38 ] I would like to say that these things have already been done in the course of the anthroposophical movement—merely by way of illustration, truly just by way of illustration. For example, we were once invited to a spiritualist society in Berlin, where I was asked to speak about anthroposophy. It never even occurred to me to say no. Why shouldn’t people have the right to hear something like this? I had given my lecture, and immediately afterward I saw how unsuited these people were and how, in reality, they didn’t actually want to hear anything more from me. For something quite precious happened after this lecture: I was immediately elected, by a unanimous vote, president of this society. Dr. Steiner and her sister, who were there with me, didn’t know what to make of it. “What do we do now?” they said. “We’re the president of a society like this! What do we do?” I simply said, “Don’t go back there!” Because that was, after all, the most natural thing to do. By engaging in the utterly absurd act of electing someone as president who had only been heard speak for the first time, the people proved that they wanted something entirely different from anthroposophy. They wanted, in fact, to turn anthroposophy into spiritualism and believed they could achieve that through such a thing. But one can, of course, have all sorts of different experiences.
[ 39 ] Also es handelt sich wirklich niemals darum, vor irgendeinem Menschen die Anthroposophie nicht zu vertreten. So wurde ich einmal eingeladen, über Anthroposophie zu sprechen in der Gottsched-Gesellschaft in Berlin. Ja, warum hätte ich nicht sprechen sollen? Aber es handelte sich darum, wirklich mit nichts dem Anthroposophischen nachzugeben.
[ 39 ] So it is really never a matter of refusing to speak about anthroposophy in front of anyone. For example, I was once invited to speak about anthroposophy at the Gottsched Society in Berlin. Yes, why shouldn’t I have spoken? But the point was to never compromise on anything related to anthroposophy.
[ 40 ] Das war die besonders schwierige Aufgabe in der Zeit, nachdem der «Aufruf an das deutsche Volk und die Kulturwelt» geschrieben war und die «Kernpunkte der sozialen Frage» erschienen waren. Da handelte es sich wirklich darum, nach keiner Seite hin etwas anderes zu tun, als dasjenige geltend zu machen, was aus diesem Quell heraus geltend gemacht werden konnte, und dann abzuwarten, wer dazu kommen will.
[ 40 ] That was the particularly difficult task in the period following the writing of the “Appeal to the German People and the Cultural World” and the publication of the “Key Points of the Social Question.” The real issue then was to do nothing other than assert, on all sides, what could be asserted from this source, and then wait to see who would come around to it.
[ 41 ] Ich muß heute noch meine Überzeugung aussprechen: Hätten wir das getan, hätten wir einfach uns auf den positiven Boden desjenigen gestellt, was in jenem Aufruf und in jenem Buche enthalten war, ohne Anknüpfung zu suchen an diese oder jene Partei, was von mir durchaus immer abzulehnen war, dann würden wir heute eben nicht gestrauchelt sein mit dem, was von dieser Seite her gekommen ist, sondern wir würden wahrscheinlich doch einige Früchte zu verzeichnen haben. Während wir so gar keine Früchte auf diesem Felde zu verzeichnen haben, meine lieben Freunde.
[ 41 ] I must express my conviction today: Had we done so—had we simply stood on the positive ground of what was contained in that appeal and in that book, without seeking to align ourselves with this or that party, something I have always firmly rejected—then we would not have stumbled today over what has come from that side, but we would likely have some results to show for it. Whereas we have absolutely no results to show in this area, my dear friends.
[ 42 ] Das ist eben Lebensbedingung einer solchen Gesellschaft, daß immer die Möglichkeit gefunden werde, aus dem Geiste selber heraus zu arbeiten. Natürlich braucht man deshalb durchaus nicht zu glauben, daß damit das Unsinnige gefordert ist, daß man überall mit der Tür ins Haus fallen soll, oder daß man überall ohne Anpassung an das Leben sein soll, daß man lebensunpraktisch werden soll. Heute ist das Gegenteil sogar noch notwendig, heute ist es notwendig, dem sogenannten praktischen Leben etwas Lebenspraxis einzufügen. Denn wer die Bedingungen des Lebens überhaupt kennt, dem kommt dieses heutige Leben so vor — nun ja, wie das der «wirklich praktischen Leute», die so wirklich praktisch im Leben stehen, daß sie sofort hinfallen, wenn sie auf ihren zwei Beinen stehen wollen. Das nennt man ja heute vielfach praktisches Leben. Wenn diese wirklichen Lebenspraktiker in eine geistige Bewegung eindringen, dann steht es schlimm um diese geistige Bewegung.
[ 42 ] It is precisely a condition of life in such a society that one always finds a way to work from the spirit itself. Of course, this by no means implies that one should do the absurd—that one should always get straight to the point, or that one should be out of step with life everywhere, or that one should become impractical. Today, the opposite is even more necessary; today, it is necessary to infuse so-called practical life with some real-life practice. For anyone who truly understands the conditions of life will see today’s life as—well, like that of the “truly practical people,” who are so “practical” in life that they fall over immediately when they try to stand on their own two feet. That is, after all, what is often called “practical life” today. When these “truly practical people” infiltrate a spiritual movement, then that spiritual movement is in dire straits.
[ 43 ] Wie gesagt, ich möchte heute mehr das Positive der Sache berühren, möchte nicht, was ich ja öfter getan habe, an dem, was geschehen ist, Kritik üben, sondern nur zeigen, wie die Dinge verlaufen sollten. Also nicht darum handelt es sich, bei dem geraden Wege so zu gehen, daß man sagt: Ich gehe meinen geraden Weg, und man sich, wenn ein Pfeiler da ist, mit dem Schädel anstößt; man weicht natürlich aus, man benützt natürlich dasjenige, was einen praktisch vorwärtsbringt. Aber darum handelt es sich, daß man in alles den Impuls, der aus dem Zentralen selber herauskommt, durchaus hineinlegt.
[ 43 ] As I said, today I’d like to focus more on the positive aspects of the matter; I don’t want to criticize what has happened—as I’ve often done—but simply show how things should proceed. So it is not a matter of walking the straight path in such a way that one says, “I am walking my straight path,” only to bump one’s head against a pillar when one encounters it; naturally, one steps aside; naturally, one makes use of whatever practically moves one forward. But the point is to thoroughly infuse everything with the impulse that arises from the Center itself.
[ 44 ] Wenn in einer solchen Weise vorwärts gegangen würde, dann würde man schon sehen, daß in der Tat die Anthroposophische Gesellschaft, nicht jetzt in einer trivialen oder in einer konventionellen Weise, sondern in einer berechtigten Weise endlich darüber hinauskommen würde, daß sie von der Mitwelt als eine bloße Sekte genommen wird.
[ 44 ] If we were to proceed in this way, we would see that the Anthroposophical Society would indeed—not in a trivial or conventional sense, but in a legitimate way—finally move beyond being regarded by the wider world as a mere sect.
[ 45 ] Was nützt es denn, wenn wir den Leuten immer wieder und wiederum sagen, wir seien keine Sekte, wenn wir uns so verhalten, wie wenn wir eine Sekte wären. Denn, sehen Sie, was vor allem verstanden werden sollte durch die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft, das ist die Bedingung einer Gesellschaft überhaupt in der modernen Zeit. Eine Gesellschaft kann gar nicht eine Sekte sein. Daher darf eigentlich gar niemals, wenn die Anthroposophische Gesellschaft auf ihrem richtigen Boden stehen soll, das «wir» mit Bezug auf die Anschauungen eine Rolle spielen. Immer wieder und wiederum hört man von Anthroposophen der Außenwelt gegenüber sagen: Wir, die Gesellschaft, haben diese oder jene Anschauung. Mit uns geschieht das oder jenes. Wir wollen dies oder jenes. — Das war in alten Zeiten möglich, daß in einer solchen Konformität Gesellschaften vor die Welt sich hinstellten. Das ist in unserer Zeit nicht mehr möglich. In unserer Zeit muß gerade innerhalb einer solchen Gesellschaft jeder einzelne Mensch ein wirklich freier Mensch sein. Anschauungen, Gedanken, Meinungen hat nur jeder einzelne. Die Gesellschaft hat keine Meinung. Und das muß schon im sprachlichen Ausdruck, mit dem der einzelne von der Gesellschaft spricht, zum Ausdruck kommen. Das «wir» muß eigentlich schwinden.
[ 45 ] What good does it do to keep telling people over and over again that we are not a cult if we behave as if we were one? For, you see, what the members of the Anthroposophical Society must understand above all else is the very condition for the existence of any society in the modern age. A society simply cannot be a cult. Therefore, if the Anthroposophical Society is to stand on solid ground, the “we”—in reference to our views—must never play a role. Time and again, one hears Anthroposophists say to the outside world: “We, the Society, hold this or that view.” This or that happens to us. We want this or that.” — In the past, it was possible for societies to present themselves to the world in such a conformist manner. That is no longer possible in our time. In our time, it is precisely within such a society that every single person must be a truly free individual. Only each individual has views, thoughts, and opinions. Society has no opinion. And this must be reflected even in the language the individual uses when speaking of society. The “we” must actually disappear.
[ 46 ] Damit ist noch etwas anderes verbunden. Wenn dieses «wir» schwindet, dann fühlt sich nicht jeder in der Gesellschaft wie in einem Wassertümpel drinnen, von dem er getragen wird und auf den er sich entsprechend beruft, wenn es darauf ankommt. Sondern, wenn er in der Gesellschaft seine eigene Meinung und sich selbst vor allen Dingen zu vertreten hat, fühlt er sich auch für dasjenige voll verantwortlich, was er als einzelner, als Individualität spricht.
[ 46 ] There is something else connected to this. When this “we” disappears, not everyone in society feels as though they are in a pool of water that supports them and to which they can turn when it matters. Rather, when they have to stand up for their own opinions and themselves above all else in society, they also feel fully responsible for what they say as an individual.
[ 47 ] Diese Verantwortlichkeit ist dasjenige, was immer größer und größer werden muß, solange die Gesellschaft noch eine kleine Schar ist. Da es nun einmal durch die Lebensusancen bisher nicht erreicht worden ist, daß die Anthroposophische Gesellschaft von der Außenwelt als eine eminent moderne Gesellschaft aufgefaßt wird — weil diese Lebensusancen immer wieder und wiederum es mit sich gebracht haben, daß der Ausdruck: Wir glauben das, wir meinen das, wir sind dieser Ansicht, das ist unsere Weltanschauung und dergleichen -, so vielfach vor die Welt eben hingestellt worden ist, so daß die Welt draußen heute meint: Da ist eine kompakte Masse, die hat diese Anschauung, wenn man in sie eintreten will, muß man sich dieser gemeinsamen Meinung verschreiben, was natürlich jede selbständige Seele abstößt —, nachdem das schon einmal geschehen ist, muß heute an eine Maßregel gedacht werden, an die vielleicht vor einem Jahre noch nicht gedacht zu werden brauchte. Weil die Dinge noch nicht so weit vorgeschritten waren, weil man damals noch nicht mit Carbonari und Sowjetregierung und irischem Republikanismus zusammengestellt worden ist — natürlich das alles mit bestimmten hinterlistigen Zwecken -, so erscheint es heute schon wie eine Notwendigkeit, darüber ernstlich nachzudenken, wie man die drei Punkte beseitigen kann, die immer wieder und wieder angeführt werden: Brüderlichkeit ohne Unterschied von Rasse und so weiter, und dann vergleichendes Studium der Religionen und Studium der spirituellen Welten und spirituellen Methoden. Indem diese drei Punkte angeführt werden, macht das den Eindruck vor der Welt, als ob man auf diese drei Punkte zu schwören hätte. Man muß eine ganz andere Form finden, und vor allen Dingen muß man dafür eine Form finden, daß jeder, der sich eben nicht einer Meinung verschreiben will, sondern der Interesse hat für die Pflege geistigen Lebens, nicht die Meinung zu haben braucht, er verschreibe sich in der Seele mit Haut und Haar bestimmten Meinungen. Das ist dasjenige, worüber heute eben nachgedacht werden muß, weil das zu den Lebensbedingungen der Gesellschaft gehört, nachdem wir die besondere Konfiguration der dritten Epoche erlebt haben.
[ 47 ] This sense of responsibility is what must grow ever greater as long as the Society remains a small group. Since, due to the customs and practices of life up to now, the Anthroposophical Society has not been perceived by the outside world as an eminently modern society—because these customs and practices have time and again led to the expression: ‘We believe this, we think that, we hold this view, this is our worldview,’ and the like—has been presented to the world so often that the outside world now thinks: “There is a compact group that holds this view; if one wishes to join them, one must commit to this shared opinion,” which naturally repels any independent soul—now that this has already happened, we must today consider a measure that perhaps a year ago would not have been necessary. Because things had not yet progressed that far—because at that time we had not yet been lumped together with the Carbonari, the Soviet government, and Irish republicanism—all of this, of course, for certain insidious purposes—it already seems necessary today to give serious thought to how we can eliminate the three points that are cited time and again: brotherhood without distinction of race and so on, and then the comparative study of religions and the study of spiritual realms and spiritual methods. By citing these three points, one gives the impression to the world that one is required to swear allegiance to them. We must find a completely different approach, and above all, we must find a way to ensure that anyone who does not wish to commit to a particular opinion, but who is interested in cultivating a spiritual life, does not feel compelled to commit themselves wholeheartedly to specific opinions. This is precisely what we must reflect on today, because it is part of the conditions of life in society now that we have experienced the particular configuration of the third epoch.
[ 48 ] Ich bin oftmals gefragt worden von diesem oder jenem, ob er denn der Anthroposophischen Gesellschaft beitreten kann oder nicht, da er sich noch nicht bekennen kann zu dem, was die Anthroposophie vorschreibt. Ich habe gesagt, das wäre eine traurige Gesellschaft im heutigen Sinne, die ihre Mitglieder rekrutieren wollte aus denjenigen, die sich bekennen zu dem, was nun da vorgeschrieben wird. Es wäre ja etwas Entsetzliches. Ich sagte immer, es kann sich bei der ehrlichen Mitgliedschaft um nichts anderes handeln, als daß man das dadurch ausdrückt: man hat ein Interesse daran, daß es eine Gesellschaft gibt, die überhaupt den Weg zur geistigen Welt hin sucht. Ein Interesse hat man daran. Wie das dann gemacht wird, das ist Angelegenheit derjenigen, die in der Gesellschaft drinnen sind. Dazu trägt der eine dies, der andere jenes bei.
[ 48 ] I have often been asked by this or that person whether they can join the Anthroposophical Society or not, since they are not yet able to profess what anthroposophy prescribes. I have said that it would be a sad society, in today’s sense, if it sought to recruit its members from among those who profess to believe in what is now prescribed. That would indeed be something appalling. I have always said that honest membership can mean nothing other than expressing an interest in the existence of a society that seeks the path to the spiritual world in the first place. One has an interest in that. How that is then carried out is a matter for those who are inside the society. One person contributes this, another that.
[ 49 ] Ich kann durchaus verstehen, daß jemand nicht einer Gesellschaft angehören will, bei der er sich zu Glaubensartikeln verpflichten muß. Aber dann, wenn man sagt: Wer Interesse hat für die Pflege des geistigen Lebens, kann in dieser Gesellschaft sein, dann werden sich diejenigen finden, die ein solches Interesse haben. Und die anderen, nun, die werden draußen bleiben, aber die werden immer mehr und mehr in die Absurdität des Lebens hineingeführt werden.
[ 49 ] I can certainly understand that someone might not want to belong to a society that requires them to commit to articles of faith. But if one says, “Anyone interested in cultivating their spiritual life is welcome in this community,” then those who have such an interest will find their way here. And the others—well, they’ll stay on the outside, but they’ll be led deeper and deeper into the absurdity of life.
[ 50 ] Wenn man anfängt, über solche Bedingungen des Lebens der Anthroposophischen Gesellschaft nachzudenken, wenn man nicht im alten Trott immer fortvegetieren will, dann erfüllt man wirklich erst die Lebensbedingungen der Gesellschaft. Also erst wenn diese Gesellschaft tatsächlich darauf kommt, die Dinge in vollständig freier Weise zu behandeln ohne Engherzigkeit, nur mit Weitherzigkeit, dann ist es möglich, daß diese Gesellschaft tatsächlich das wird, was sie werden soll dadurch, daß sie die anthroposophische Bewegung in sich hat, denn die anthroposophische Bewegung, die knüpft überall in positiver Weise, ohne Kompromiß, aber in positiver Weise an dasjenige an, was in der Gegenwart vorhanden ist und was irgendwelche Fruchtbarkeit in die Zukunft hinein haben kann.
[ 50 ] When one begins to reflect on such conditions of life within the Anthroposophical Society—when one does not wish to simply drift along in the old rut—only then does one truly fulfill the Society’s conditions for life. Only when this Society actually comes to handle matters in a completely free manner—without narrow-mindedness, but only with open-heartedness—will it be possible for this Society to truly become what it is meant to be, by embodying the anthroposophical movement within itself; for the anthroposophical movement connects everywhere in a positive way, without compromise, but in a positive way, to what exists in the present and what may bear fruit in the future.
[ 51 ] Für diese Dinge müßte man eben sich ein feines Verständnis erwerben. Und es ist notwendig, daß, ich möchte sagen, in den allernächsten Wochen ein solches feines Verständnis von den Anthroposophen erworben werde. Dann werden die weiteren Wege schon gefunden werden. Das wird schon die Praxis ergeben.
[ 51 ] One would simply have to develop a subtle understanding of these things. And it is necessary—I would say—that the anthroposophists acquire such a subtle understanding in the very next few weeks. Then the way forward will be found. Practice will take care of that.
[ 52 ] Aber nur derjenige wird in dieser Richtung denken können, der aus dem Engeren seiner Persönlichkeit nun radikal herausgeht, und bei dem wirklich das anfängt, daß es ihm um die Sache zu tun ist, daß tatsächlich die Anthroposophie als ein selbständiges unsichtbares Wesen von ihm anerkannt wird.
[ 52 ] But only those who can radically step outside the narrow confines of their own personality will be able to think in this direction—those for whom the process truly begins of caring about the matter itself, of genuinely recognizing anthroposophy as an independent, invisible being.
[ 53 ] Ich mußte natürlich von der dritten Periode anders sprechen als von den beiden vorangehenden. Denn die beiden vorangehenden sind eigentlich schon Geschichte. Die dritte, obwohl wir an ihrem Ende stehen, ist Gegenwart, und jeder müßte eigentlich die Bedingungen dieser Gegenwart kennen. Bis ins einzelnste müssen wir uns schon durchaus zu solchen Richtlinien hindurcharbeiten. Diese Richtlinien sind nicht Dogmen, sondern sie ergeben sich einfach als das Selbstverständliche.
[ 53 ] Of course, I had to speak of the third period differently than of the two preceding ones. For the two preceding ones are, in fact, already history. The third, although we are nearing its end, is the present, and everyone should really be aware of the conditions of this present. We must work our way through to such guidelines, down to the very last detail. These guidelines are not dogmas; rather, they simply emerge as self-evident truths.
[ 54 ] Dasjenige, was also noch zu sagen ist, werde ich morgen vorbringen. Wir wollen dann sehen, ob wir diese Vorträge damit abschließen können.
[ 54 ] I will present what remains to be said tomorrow. We will then see if we can conclude these lectures.
