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Spiritual Science and Medicine
GA 312

25 March 1920, Dornach

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Indem wir in diesen Betrachtungen immer weiter vordringen zu jenem speziellen Gebiete, wo die Pathologie in die Therapie eindringen und zwischen beiden eine Brücke geschlagen werden soll, wird es notwendig sein, allerlei Dinge zu erwähnen, die gewissermaßen für die Behandlung nur eine Art Ideal darstellen können und die nicht im vollen Umfange überall verwertet werden können. Aber dennoch wird man, wenn man einen Überblick hat über dasjenige, was alles in Betracht käme bei Krankenbehandlung, aus den Einzelheiten das eine oder das andere herausnehmen können und wenigstens wissen, wie man eben fragmentarische Befunde über die Krankheit zu bewerten hat.

[ 1 ] As we delve deeper and deeper in these considerations into that specific area where pathology intersects with therapy and a bridge must be built between the two, it will be necessary to mention all sorts of things that, in a sense, can only represent a kind of ideal for treatment and that cannot be fully applied in every situation. Nevertheless, once one has an overview of everything that might be considered in the treatment of patients, one will be able to extract one thing or another from the details and at least know how to evaluate even fragmentary findings regarding the disease.

[ 2 ] Vor allen Dingen ist es notwendig, den Blick darauf zu werfen, wie bedeutsam für die Behandlung auch des speziellsten Falles die Erkenntnis des gesamten Menschen, den man vor sich hat, ist. Diese Erkenntnis des gesamten Menschen sollte sich auf wichtigste Lebensmomente eigentlich immer erstrecken. Und da mir manchmal Krankenbehandler Vertrauen geschenkt haben, mit mir über das oder jenes gesprochen haben, war ich zum Beispiel oftmals erstaunt, wenn ich gleich nach einigen Worten gefragt habe: Wie alt ist der Kranke eigentlich? — und der Krankenbehandler keine rechte Auskunft darüber geben konnte, das heißt, sich nicht Rechenschaft darüber gegeben hat, wie alt der betreffende Kranke ist. Es ist, wie wir gerade in den nächsten Tagen sehen werden, etwas, was zum Wesentlichsten gehört, daß man vor allen Dingen mit einer ziemlichen Genauigkeit über das Alter des Patienten sich unterrichte, denn die Therapie ist in hohem Grade von dem Alter des Patienten abhängig. Und wenn vorgestern hier von gewissen Dingen angeführt wurde, daß sie in einzelnen Fällen außerordentlich gut helfen, in anderen Fällen nicht, so liegt bei solchen Aussprüchen die Frage außerordentlich nahe: Wie hängt mit dem Nichthelfen das Lebensalter des betreffenden Patienten zusammen? — Darüber, über die Wirkungsweise des Lebensalters, müßten vor allen Dingen bei Heilmitteln ganz genaue Aufnahmen gemacht werden.

[ 2 ] Above all, it is necessary to consider how important it is—even in the most specialized cases—to gain an understanding of the whole person standing before you. This understanding of the whole person should, in fact, always extend to the most important moments in life. And since healthcare providers have sometimes placed their trust in me and spoken with me about this or that, I have often been surprised, for example, when, after just a few words, I asked, “How old is the patient, actually?”—and the healthcare provider was unable to provide a clear answer, meaning they had not taken the time to consider how old the patient in question actually was. As we will see in the coming days, it is one of the most essential things to first and foremost ascertain the patient’s age with a fair degree of accuracy, for treatment depends to a large extent on the patient’s age. And when certain things were mentioned here the day before yesterday—that they help extraordinarily well in some cases but not in others—such statements naturally raise the question: How is the lack of effectiveness related to the age of the patient in question? — Regarding this—the effect of age—very precise records must be kept, especially when it comes to remedies.

[ 3 ] Dann aber handelt es sich um folgendes: Man sollte immer genau ins Auge fassen, wie der betreffende Patient eigentlich gewachsen ist, ob er kurz und gedrungen oder lang und aufgeschossen ist, und es ist von einer großen Bedeutung, schon aus diesem, dem Kurz- und Gedrungensein und dem Lang- und Aufgeschossensein, zu entnehmen, welche Kräfte dasjenige hat, was wir den Ätherleib im Menschen nennen. Es läßt sich — ich habe viel darüber nachgedacht — nicht vermeiden, und Sie werden es wahrscheinlich auch gar nicht wünschen, diese Ausdrücke, die nun schon einmal zur Realität des Menschen gehören, diese Ausdrücke «Ätherleib» und so weiter zu gebrauchen. Man könnte sie ja durch solche, die bei Nichtanthroposophen beliebter sind, ersetzen; allein, das werden wir vielleicht am Schlusse können. Jetzt wollen wir zur besseren Verständigung daran festhalten, wo es nötig ist, doch solche Ausdrücke zu gebrauchen. Den Ätherleib also in seiner, ich möchte sagen, Intensität des Wirkens kann man daraus beurteilen, wie gewachsen der betreffende Mensch ist. Aber man sollte sich auch womöglich — wie gesagt, ich will alles anführen; es ist nicht immer möglich, alles zu berücksichtigen, da man einfach die Daten nicht bekommt, aber es ist gut, von allem zu wissen — vor allen Dingen erkundigen, ob im Jugendalter der Betreffende langsam oder schnell gewachsen ist, das heißt, ob er lange klein geblieben ist oder ob er in verhältnismäßig jungen Jahren schon hoch aufgeschossen war und später dann mit dem Wachsen zurückgeblieben ist. Alle diese Dinge weisen auf dasjenige hin, was man nennen könnte Verhalten des ätherischen Leibes, also sagen wir der funktionellen Äußerungen des Menschen zu seinem physischen Leibe. Und das muß berücksichtigt werden, wenn man ein Verhältnis erkennen will zwischen dem Menschen und seinen Heilmitteln.

[ 3 ] But then the issue is as follows: One should always take a close look at how the patient in question has actually grown—whether he is short and stocky or tall and lanky—and it is of great importance to deduce, based solely on this—being short and stocky or tall and lanky—what forces are at work in what we call the etheric body in human beings. It is—and I have thought a great deal about this—unavoidable, and you probably would not wish otherwise, to use these terms—which are now part of the reality of the human being—such as “etheric body” and so on. One could, of course, replace them with terms that are more popular among non-anthroposophists; however, we may be able to do that at the end. For the sake of better understanding, let us now stick to using such terms where necessary. The etheric body, then, in terms of—I would say—the intensity of its activity, can be assessed by how tall the person in question has grown. But one should also, if possible—as I said, I want to mention everything; it is not always possible to take everything into account, since one simply does not have access to all the data, but it is good to know everything—above all, to inquire whether the person in question grew slowly or quickly during adolescence, that is, whether they remained small for a long time or whether they had already shot up to a considerable height at a relatively young age and then later lagged behind in their growth. All these things point to what one might call the behavior of the etheric body—that is, the functional expressions of the human being in relation to his physical body. And this must be taken into account if one wishes to recognize a relationship between the human being and his remedies.

[ 4 ] Ferner ist es auch notwendig, das Verhältnis des physischen und des ätherischen Leibes zu den höheren Gliedern der menschlichen Wesenheit zu erkennen, zu dem, was wir den astralischen Leib, also das eigentlich Seelische, und das Ich, das eigentlich Geistige, nennen. Es ist notwendig, daß man das von dem Patienten herausbekommt. So zum Beispiel sollte man nicht vermeiden, die Frage an ihn zu stellen, ob er viel oder wenig Traumleben hat. Wenn ein Patient viel Traumleben hat, so ist das für seine ganze Konstitution außerordentlich bedeutend, denn es bezeugt, daß der astralische Leib und das Ich eine Tendenz haben, eine eigene Tätigkeit zu entfalten, also sich nicht allzu stark und nicht allzu eingehend mit dem physischen Leibe beschäftigen wollen, daß also die eigentlich menschlich-seelischen Bildungskräfte nicht in das Organsystem des Menschen einfließen.

[ 4 ] Furthermore, it is also necessary to recognize the relationship between the physical and etheric bodies and the higher members of the human being—namely, what we call the astral body, which is the true soul, and the “I,” which is the true spirit. It is necessary to elicit this information from the patient. For example, one should not hesitate to ask the patient whether he or she has a rich or sparse dream life. If a patient has a rich dream life, this is of extraordinary significance for their entire constitution, for it indicates that the astral body and the “I” have a tendency to develop their own activity—that is, they do not wish to engage too strongly or too deeply with the physical body—and thus the truly human-soul formative forces do not flow into the human organ system.

[ 5 ] Ferner sollte man sich, wenn das vielleicht auch unbehaglich ist, erkundigen darüber, ob der betreffende Mensch beweglich, fleißig ist oder ob er zur Trägheit neigt. Denn Persönlichkeiten, welche zur Trägheit neigen, haben eine starke innere Beweglichkeit des astralischen Leibes und des Ich. Es kann das paradox erscheinen, aber diese Beweglichkeit wird ja nicht bewußt, sie ist unbewußt. Und daher, weil sie unbewußt ist, ist der betreffende Mensch dann nicht etwa irgendwie im Bewußtsein fleißig, sondern er ist im Ganzen träge. Denn das, was ich hier als das Gegenteil von Trägheit bezeichne, ist die organische Fähigkeit, mit seinem höheren Menschen in den niederen Menschen einzugreifen, also von seinem astralischen Leibe und von seinem Ich aus wirklich die Tätigkeit überzuleiten auf den physischen Leib und den Ätherleib. Und diese Fähigkeit ist beim Trägen eine sehr geringe. Der Träge ist eigentlich, geisteswissenschaftlich genommen, ein schlafender Mensch.

[ 5 ] Furthermore, even if it may be uncomfortable, one should inquire whether the person in question is agile and diligent or whether they tend toward inertia. For personalities who tend toward inertia possess a strong inner agility of the astral body and the “I.” This may seem paradoxical, but this agility is not conscious; it is unconscious. And therefore, because it is unconscious, the person in question is not, in any sense, diligent in their consciousness, but is, on the whole, sluggish. For what I refer to here as the opposite of inertia is the organic ability to intervene in the lower self through one’s higher self—that is, to truly channel activity from one’s astral body and ego to the physical body and the etheric body. And this ability is very limited in the inert person. From a perspective of Spiritual Science, the sluggish person is actually a sleeping human being.

[ 6 ] Dann sollte man sich erkundigen darüber, ob der betreffende Mensch kurzsichtig oder weitsichtig ist. Kurzsichtige Menschen sind solche, welche ebenfalls eine gewisse Zurückhaltung ihres Ich und ihres astralischen Leibes haben gegenüber dem physischen Leib, und die Kurzsichtigkeit ist gerade eines der wichtigsten Zeichen dafür, daß man es mit einem Menschen, dessen Geistig-Seelisches nicht in das Leiblich-Physische eingreifen will, zu tun hat.

[ 6 ] Then one should find out whether the person in question is nearsighted or farsighted. Near-sighted people are those whose ego and astral body also exhibit a certain degree of detachment from the physical body, and nearsightedness is precisely one of the most important signs that one is dealing with a person whose spiritual-soul aspect does not wish to intervene in the physical-bodily aspect.

[ 7 ] Dann möchte ich auf etwas hinweisen, was vielleicht einmal ausführbar sein könnte, was außerordentlich wichtig wäre für die Krankenbehandlung und was, wie ich glaube, dann, wenn mehr soziales Gefühl auch in die einzelnen Berufsstände einziehen würde, schon irgendeine praktische Bedeutung gewinnen könnte. Das ist: Es wäre außerordentlich wichtig, wenn Zahnärzte ihre Kenntnis vom Zahnsystem, Werdauungssystem und alledem, was damit zusammenhängt, in der Weise ausnützen würden — natürlich muß man die betreffenden Patienten dafür gewinnen, aber wie gesagt, bei einigem sozialem Gefühle ließe sich das vielleicht erreichen -, daß sie gewissermaßen eine Art Schema ihren Patienten bei jeder Behandlung mitgeben, in dem sie notifizieren, wie sie die Wirksamkeit alles dessen, was mit dem Zahnwuchs zusammenhängt, befunden haben, ob frühe Neigung zu Zahnkaries vorhanden ist und dergleichen, ob die Zähne sich bis in ein späteres Alter gut erhalten. Das ist, wie wir in den nächsten Tagen sehen werden, außerordentlich bedeutsam für die Beurteilung der Gesamtorganisation des Menschen. Und würde der Arzt, der einen einzelnen Krankheitsfall zu behandeln hat, solch eine Signatur, ich möchte sagen, Gesundheitssignatur des Menschen aus dem Zahnbefund bekommen, so würde ihm das ein außerordentlich wichtiger Anhaltspunkt sein können.

[ 7 ] I would now like to point out something that might one day be feasible, that would be extraordinarily important for patient care, and that, I believe, could already take on some practical significance if more social awareness were to take hold within the individual professions. Namely: It would be extremely important if dentists were to apply their knowledge of the dental system, the digestive system, and everything related to them in such a way—of course, the patients in question would have to be won over to this idea— but as I said, with a certain degree of social sensitivity, this might be achievable—so that they, as it were, provide their patients with a kind of outline during every treatment, in which they note their findings regarding the effectiveness of everything related to tooth development, whether there is an early predisposition to dental caries and the like, and whether the teeth will remain healthy into later life. As we will see in the coming days, this is extraordinarily significant for assessing the overall constitution of the human being. And if the physician treating an individual case of illness were to obtain such a signature—I would call it a “health signature”—from the dental findings, this could serve as an extraordinarily important point of reference.

[ 8 ] Dann wäre es außerordentlich wichtig, bei den Patienten, wenn ich so sagen darf, ihre physischen Sympathien und Antipathien kennenzulernen. Besonders bedeutsam ist es, zu konstatieren, ob irgendein Mensch, den man zu behandeln hat, zum Beispiel gierig ist auf Salz oder gierig ist auf irgend etwas anderes. Man müßte herausbekommen, nach welchen Nahrungsmitteln der Betreffende besonders gierig ist. Ist er gierig auf alles Salzartige, dann hat man es mit einem Menschen zu tun, bei dem eine zu starke Verbindung des Ich und des astralischen Leibes mit dem physischen Leib und dem Ätherleib vorhanden ist, bei dem gewissermaßen eine zu starke Affinität des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen vorliegt. Ebenso sprechen für eine solche starke Affinität die durch äußere mechanische Vorgänge, zum Beispiel durch schnelles Drehen des Körpers, hervorgerufenen Schwindelanfälle. Man sollte sich also überzeugen, ob der Mensch leicht Schwindelanfälle bekommt, wenn er mechanische Bewegungen seines Körpers ausführt.

[ 8 ] Then it would be extremely important, if I may say so, to get to know the patients’ physical likes and dislikes. It is particularly important to determine whether any person one is treating, for example, has a craving for salt or a craving for something else. One would have to find out which foods the person in question has a particular craving for. If they have a craving for anything salty, then one is dealing with a person in whom there is an excessively strong connection between the ego and the astral body on the one hand, and the physical body and the etheric body on the other—in whom, so to speak, there is an excessively strong affinity between the spiritual-soul aspects and the physical-bodily aspects. Similarly, bouts of vertigo caused by external mechanical movements—such as rapid spinning of the body—also point to such a strong affinity. One should therefore determine whether the person is prone to bouts of vertigo when performing mechanical movements with their body.

[ 9 ] Ferner sollte man sich immer unterrichten, und das ist ja wohl ziemlich allgemein bekannt, über die Störungen der Absonderung, über die gesamte Drüsentätigkeit des Menschen, denn wo Störungen der Absonderungen vorliegen, liegt immer auch eine Störung in dem Zusammenhalt des Ich und astralischen Leibes mit dem Ätherleib und physischen Leib vor.

[ 9 ] Furthermore, one should always educate oneself—and this is, after all, fairly well known—about disturbances in secretion and about the entire range of human glandular activity; for where there are disturbances in secretion, there is always also a disturbance in the cohesion of the ego and the astral body with the etheric body and the physical body.

[ 10 ] So habe ich Ihnen einzelnes angegeben, was im Grunde genommen immer zunächst gekannt werden müßte, wenn man einem Patienten gegenübertritt. Es ist einzelnes herausgegriffen, aber Sie werden ja sehen, in welcher Richtung die betreffenden Dinge gehen, insofern sie sich auf die Konstitution des Körpers selbst beziehen. Im Laufe der Zeit werden wir auch davon sprechen, wie man sich informieren soll über die Lebensweise, über die Möglichkeit, gesunde oder schlechte Luft zu atmen und so weiter. Das kann mehr bei der Besprechung der einzelnen Kapitel betrachtet werden. Nun, auf diese Weise wird man zunächst eine Art Einblick bekommen in die Art, wie der Mensch ist, den man zu behandeln hat. Denn nur dann, wenn man das weiß, wird man im speziellen in der Lage sein, festzustellen, wie man irgendein Heilmittel mischen soll.

[ 10 ] I have thus outlined for you certain points that, in essence, should always be understood first when dealing with a patient. I have singled out specific points, but you will see the general direction these matters take, insofar as they relate to the constitution of the body itself. Over time, we will also discuss how to gather information about lifestyle, the possibility of breathing healthy or poor-quality air, and so on. This can be examined in greater detail when we discuss the individual chapters. Well, in this way, one will first gain some insight into the nature of the person one is treating. For only when one knows this will one be able to determine, in specific cases, how to prepare a remedy.

[ 11 ] Nun möchte ich zunächst im allgemeinen darauf hinweisen, was ja schon aus einzelnen Betrachtungen der vorhergehenden Tage hervorgeht, daß eine innere Verwandtschaft des Menschen zu der ganzen außermenschlichen Welt besteht. Geisteswissenschaftlich wird es oftmals so ausgesprochen, obwohl es zunächst abstrakt ausgesprochen ist, daß der Mensch die übrigen Reiche im Laufe der Entwickelung aus sich herausgesetzt hat und daß daher dasjenige, was außer ihm ist, eine gewisse Verwandtschaft zu seinem eigenen Wesen hat. Wir werden gegenüber dieser abstrakten Manifestation dieses Verhältnisses auf ganz spezielle solche Verwandtschaften immer und immer wieder bei der Organtherapie hinzuweisen haben. Zunächst aber wollen wir uns vor allen Dingen darüber klar sein, worauf nun das Heilverhältnis des Menschen zu der außermenschlichen Natur überhaupt beruht.

[ 11 ] First, I would like to point out in general—as has already become clear from individual observations made in the preceding days—that there is an inner kinship between human beings and the entire non-human world. In Spiritual Science, it is often stated—though initially in abstract terms—that human beings have, in the course of evolution, projected the other kingdoms out of themselves, and that therefore what exists outside of them has a certain kinship with their own being. In contrast to this abstract expression of the relationship, we will have to point out time and again, in the context of organ therapy, very specific examples of such kinships. First of all, however, let us be clear above all else about what the healing relationship between human beings and the non-human natural world is based on in the first place.

[ 12 ] Sie wissen ja, daß auf diesem Gebiete viel herumgestritten wird, daß Heilmethoden, die wir ja im Laufe der Zeit auch noch genauer besprechen werden, miteinander hart im Kampfe liegen. Insbesondere ist einer von diesen Kämpfen hinlänglich bekannt, derjenige zwischen den homöopathisch gesinnten Ärzten und den allopathisch gesinnten Ärzten. Nun würde es Sie vielleicht interessieren, in welcher Weise Geisteswissenschaft in diesen Streit eingreifen soll. Aber das, dieses Eingreifen — ich will heute zunächst ein Allgemeines darüber sagen, bei den einzelnen Dingen näher darauf eingehen —, ist eigentlich ein ziemlich eigentümliches. Denn im Grunde genommen gibt es für dasjenige, was sich der Geisteswissenschaft herausstellt, eigentlich gar keine Allopathen. Es gibt in Wirklichkeit gar keine Allopathen, denn auch dasjenige, was allopathisch als Heilmittel verordnet wird, macht im Organismus einen Homöopathisierungsprozeß durch und heilt eigentlich nur durch diesen Homöopathisierungsprozeß. So daß eigentlich jeder Allopath eine Unterstützung seines allopathischen Verfahrens findet durch die Homöopathisierung des eigenen Organismus, der eigentlich dasjenige vollzieht, was der Allopath unterläßt: die Aufhebung des Zusammenhanges der einzelnen Teile der Heilmittel. Allerdings ist deshalb doch ein beträchtlicher Unterschied, ob man dem Organismus diese Art des Homöopathisierens abnimmt oder nicht, aus dem einfachen Grunde, weil dasjenige, was Heilprozesse im Organismus sind, wohl zusammenhängt mit den Zuständen, in die allmählich die Heilmittel kommen, wenn sie homöopathisiert sind. Der Organismus hat aber in dem, was sonst die Körper der Außenwelt haben, etwas sich gegenüber, mit dem er keine Heilverwandtschaft hat, das er also als einen Fremdkörper in sich hineinbekommt, so daß er eigentlich eine furchtbare Arbeitslast und eine Störung auferlegt bekommt, wenn man ihn beschwert mit all den Kräften, die sich dann äußern, wenn man ihm die Arznei im allopathischen Zustande beifügt. Von den Fällen, wo es unmöglich ist, dem Körper diese Homöopathisierung abzunehmen, wollen wir noch besonders sprechen.

[ 12 ] As you know, there is a great deal of controversy in this field, and therapeutic methods—which we will discuss in greater detail later on—are locked in fierce competition with one another. One of these conflicts, in particular, is well known: the one between homeopathic-minded physicians and allopathic-minded physicians. Now, you might be interested in how Spiritual Science is supposed to intervene in this dispute. But this intervention—I’d like to say a few general words about it today and go into more detail on the specific points later—is actually quite peculiar. For, fundamentally speaking, from the perspective of Spiritual Science, there are actually no allopaths at all. In reality, there are no allopaths at all, because even what is prescribed allopathically as a remedy undergoes a process of homeopathization within the organism and actually heals only through this process of homeopathization. Thus, every allopath actually finds support for his allopathic procedure through the homeopathization of his own organism, which actually accomplishes what the allopath fails to do: the dissolution of the connection between the individual parts of the remedies. However, there is still a considerable difference between whether or not one relieves the organism of this type of homeopathization, for the simple reason that the healing processes within the organism are indeed related to the states into which the remedies gradually enter once they have been homeopathized. But the organism faces, in what the bodies of the external world otherwise possess, something with which it has no healing affinity—something it thus takes into itself as a foreign body—so that it is actually burdened with a tremendous workload and a disturbance when it is overburdened with all the forces that then manifest when the remedy is administered to it in its allopathic state. We shall discuss in particular those cases in which it is impossible to relieve the body of this homeopathization.

[ 13 ] Nun, so sehen Sie, daß im Grunde genommen das Homöopathisieren etwas ist, was der Natur selber in einem gewissen Grade eigentlich sehr sorgfältig abgelauscht ist, wenn auch der Fanatismus dabei, wie wir auch noch sehen werden, bedeutsame Sprünge gemacht hat. Nun handelt es sich aber darum, kennenzulernen, wie man einen Weg finden kann für die Einzelheiten des Zusammenhanges des Menschen mit der außermenschlichen Umgebung. Und da können wir natürlich, wie ich schon gestern in einem anderen Falle sagte, nicht einfach dasjenige nachplappern, was die alten Ärzte geäußert haben, obwohl ein verständiges Sichvertiefen in ältere medizinische Werke nützlich sein kann, sondern wir müssen uns zum Beispiel darauf einlassen, mit allen Mitteln der modernen Wissenschaft in dieses Wechselverhältnis des Menschen und seiner außermenschlichen Umgebung einzugehen. Da ist zunächst daran festzuhalten, daß man mit der chemischen Untersuchung der Substanzen, also mit einer Art Eingehen in dasjenige, was die einzelnen Substanzen im Laboratorium offenbaren, nicht sehr viel ausrichten kann. Ich habe schon angedeutet, daß man eigentlich dieses Mikroskopieren — das ist ja eine Art Mikroskopieren — ersetzen sollte durch die makroskopische Beobachtung, durch dasjenige, was sich aus der Beobachtung des Kosmos selber ergibt.

[ 13 ] Well, as you can see, homeopathy is essentially something that, to a certain degree, is actually very carefully modeled after nature itself, even if, as we shall see, fanaticism has taken significant leaps in this regard. But the point now is to understand how to find a way to grasp the details of the relationship between human beings and their nonhuman environment. And here, of course—as I already said yesterday in another context—we cannot simply parrot what the ancient physicians have said, although a thoughtful immersion in older medical works can be useful; rather, we must, for example, engage with this interrelationship between human beings and their non-human environment using all the means of modern science. First of all, it must be noted that one cannot achieve very much through the chemical analysis of substances—that is, through a kind of examination of what the individual substances reveal in the laboratory. I have already indicated that this kind of microscopic examination—which is, after all, a form of microscopic examination—should actually be replaced by macroscopic observation, by what arises from the observation of the cosmos itself.

[ 14 ] Ich werde heute zunächst signifikante Anordnungen vor Sie hinstellen, die uns gewissermaßen angeben können, in welcher Weise die außermenschliche Welt in einer Art von Dreigliederung entspricht dem dreigliedrigen Menschen. Da müssen wir unseren Blick vor allem richten auf alles dasjenige, was sich löslich zeigt. Sehen Sie, die Löslichkeit ist nämlich die letzte Eigenschaft, die im Entwickelungsprozesse unseres Erdenplaneten von besonderer Bedeutung war. Dasjenige, was sich in der Erde als Festes abgesondert hat, ist ja zu einem großen Teil im Grunde genommen zurückzuführen auf einen kosmischen Lösungsprozeß, der überwunden worden ist und abgetötet, abgesetzt hat die festen Teile. Und bloß an das mechanische Ablagern von Sedimenten zu denken und darauf die Geognosie und Geologie zu gründen, ist ja eine Äußerlichkeit. Es handelt sich schon bei dem, was Erdenbildung ist, was überhaupt die Eingliederung fester Bestandteile in den Erdkörper ist, im wesentlichen um spezielle Fälle des aus der Lösung SichHerauskristallisierens oder aus der Lösung Sich-Absetzens. So also, können wir sagen, daß dasjenige, was im Lösungsprozeß lebt, etwas ist, was, insofern es in der äußeren Natur, in der außermenschlichen Natur sich vollzieht, auch der Mensch aus sich herausgesetzt hat. Da geht irgend etwas draußen beim Lösen vor, was der Mensch aus sich herausgesetzt hat. So daß es sich darum handeln wird, nachzuforschen, welche Beziehung Lösungsprozesse im außermenschlichen Kosmos zu den inneren Vorgängen des menschlichen Organismus haben.

[ 14 ] Today I will begin by presenting you with significant arrangements that can, in a sense, indicate to us how the non-human world corresponds, in a kind of threefold structure, to the threefold human being. We must direct our attention above all to everything that manifests itself as soluble. You see, solubility is, in fact, the final property that was of particular significance in the developmental process of our Earth. What has separated out in the Earth as solid matter is, to a large extent, fundamentally attributable to a cosmic process of dissolution that has been overcome and has eliminated and deposited the solid parts. And to think merely of the mechanical deposition of sediments and to base geognosy and geology on that is, after all, merely superficial. What the formation of the Earth is—what the incorporation of solid components into the Earth’s body is in general—essentially involves specific cases of crystallization out of solution or of settling out of solution. Thus, we can say that what is at work in the process of dissolution is something which, insofar as it takes place in external nature—in nature outside of humanity—is also something that humanity has projected from within itself. Something is happening out there in the process of dissolution that human beings have projected from within themselves. Thus, the task will be to investigate the relationship between dissolution processes in the non-human cosmos and the inner processes of the human organism.

[ 15 ] Von einer fundamentalen Bedeutung ist dasjenige, was ich erwähnt habe, daß gewisse Menschen, die eine zu starke Verbindung ihres Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Ätherischen haben, organisch nach Salz dürsten oder hungern, daß sie also in ihrem Organismus den Prozeß des Absetzens von Salzen rückgängig machen wollen, das heißt, daß sie aufheben wollen diesen Erdbildungsprozeß, also im wesentlichen das Salz wiederum zurückführen wollen in einen früheren Zustand der Erdbildung, als derjenige ist, wo sich die Erde verfestigt hat. Auf solche Dinge hinzuschauen, ist von einer ganz besonderen Wichtigkeit. Dadurch blickt man wirklich hinein in die Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Organismus und der außermenschlichen Natur. Man kann sich sagen: Diese menschliche Natur hat in sich selber eine Art organisches Bedürfnis, gewisse Prozesse, die in der Außenwelt sich vollziehen, rückgängig zu machen, gegen sie anzukämpfen. Sie wissen, ich habe gestern erwähnt, daß sogar angekämpft wird gegen die Schwere durch die Entstehung des Auftriebes zum Tragen des menschlichen Gehirnes. So ist überhaupt eine Tendenz dieses Ankämpfens da.

[ 15 ] Of fundamental importance is what I have mentioned: that certain people, who have too strong a connection between their spiritual-soul aspect and their physical-etheric aspect, have an organic craving for or hunger for salt—that is, they seek to reverse the process of salt deposition in their organism, meaning they wish to undo this process of earth formation, in essence, they want to return the salt to an earlier stage of Earth formation than the one in which the Earth solidified. It is of particular importance to look closely at such things. In doing so, one truly gains insight into the connections between the human organism and the non-human natural world. One might say: Human nature possesses within itself a kind of organic need to reverse certain processes taking place in the external world, to fight against them. As you know, I mentioned yesterday that even gravity is counteracted by the development of buoyancy to support the human brain. Thus, there is a general tendency toward this kind of resistance.

[ 16 ] Es handelt sich nun darum: Was bedeutet dieses Ankämpfen zunächst gegen den Erdbildungsprozeß? Es bedeutet das im Grunde nichts Geringeres als ein Freimachen des unteren Menschen von dem Geistig-Seelischen, ein Hinaustreiben des Geistig-Seelischen aus dem unteren Menschen zunächst etwa in den oberen Menschen hinein. In allen Fällen also, wo eine Gier nach Salz vorliegt, läßt uns diese Gier nach Salz erkennen, daß sich in einer gewissen Weise der untere Mensch befreien will von der zu starken Wirksamkeit des Geistig-Seelischen in ihm, daß er diese Wirksamkeit des Geistig-Seelischen gewissermaßen nach dem oberen Menschen abfließen lassen will.

[ 16 ] The question now is: What does this initial struggle against the process of Earth formation mean? It essentially means nothing less than freeing the lower human being from the spiritual-soul aspect, driving the spiritual-soul aspect out of the lower human being—initially, so to speak, into the upper human being. In all cases, then, where there is a craving for salt, this craving for salt reveals to us that, in a certain sense, the lower human being wants to free itself from the excessive influence of the spiritual-soul elements within it, that it wants, as it were, to allow this influence of the spiritual-soul elements to flow out toward the higher human being.

[ 17 ] Nehmen wir an, daß Störungen des unteren Menschen vorliegen, Störungen, die sich erkennen lassen. Wir werden später die Mittel sehen, durch die man sie erkennt, und die einzelnen Krankheiten, zu denen sie führen. Was wird man tun können?

[ 17 ] Let us assume that there are disturbances in the lower human being—disturbances that can be recognized. We will later examine the means by which they can be recognized and the specific illnesses to which they lead. What can be done?

[ 18 ] Nun möchte ich hier eine Betrachtung einschieben, die für diejenigen vielleicht von Bedeutung sein könnte, welche gar zu sehr nach einer gewissen Einseitigkeit in dem Gebrauch von Heilmitteln tendieren. Es besteht auch bei gewissen Menschen eine Art von Abneigung gegen mineralische Heilmittel. Diese Abneigung ist nicht berechtigt, denn wir werden sehen, daß die reinen Pflanzenheilmittel doch nur in ganz bestimmten Grenzen ihre Wirksamkeit haben können und daß gerade in ernsteren Fällen die mineralischen Heilmittel von einer großen Bedeutung sind. Ich bitte Sie also, sich nicht daran zu stoßen, wenn ich gerade bei dieser prinzipiellen Betrachtung von den mineralischen Heilmitteln ausgehe, allerdings, ich möchte sagen, von der Eingliederung der Wirksamkeit dieser mineralischen Heilmittel schon in das Leben, in das organische Leben. Sie können nämlich eine starke Aufklärung erhalten über gewisse Behandlungsweisen des menschlichen Unterleibes in seinem Verhältnis zum Oberleibe, wenn Sie die Auster studieren. Die Auster mit ihrer Schalenbildung, die ist etwas außerordentlich Interessantes. Denn sehen Sie, die Auster treibt ihr kohlensaures Kalkgehäuse eben von innen nach außen. Wenn Sie — da muß allerdings nun die Geisteswissenschaft bei der Untersuchung etwas zu Hilfe kommen-— die Auster geisteswissenschaftlich untersuchen, so kommen Sie dazu, anzuerkennen, daß diese Auster zwar ein sehr niedriges Lebewesen ist in der Tierreihe, daß sie aber im gesamten Kosmos doch eine verhältnismäßig hohe Stelle einnimmt. Sie nimmt dadurch eine solche Stelle ein, daß dasjenige, was der Mensch in sich als sein Denken trägt, von ihr abgesondert wird. Gewissermaßen zeigen die Kräfte, welche die Schale bilden und von innen nach außen leiten, den Weg, wie aus der Auster dasjenige abgeführt wird, was dann, wenn es sich mit ihrem organischen Wachstum verbinden würde, die Auster sehr gescheit machen würde, was die Auster eben zu einem sehr hohen tierischen Wesen gestalten würde. Das wird nach außen geleitet, das wird abgeleitet. Und Sie können förmlich, ich möchte sagen, handgreiflich sehen an diesem Entstehen der Austernschale die Arbeit des kohlensauren Kalkes, der Calcarea carbonica, diese Arbeit, die aus dem Organismus heraus die zu starke geistig-seelische Tätigkeit leitet.

[ 18 ] I would now like to insert a comment here that might be of interest to those who tend to be overly one-sided in their use of remedies. There is also a certain aversion to mineral remedies among some people. This aversion is unwarranted, for we shall see that pure plant remedies can only be effective within very specific limits, and that mineral remedies are of great importance, particularly in more serious cases. I therefore ask you not to take offense if, in this fundamental discussion, I begin with mineral remedies—though I should say, with the integration of the efficacy of these mineral remedies into life itself, into organic life. For you can gain a profound understanding of certain methods of treating the human lower abdomen in relation to the upper body by studying the oyster. The oyster, with its shell formation, is something extraordinarily interesting. For you see, the oyster builds its carbonate-calcium shell from the inside out. If you—and here, of course, Spiritual Science must come to the aid of the investigation—examine the oyster from a perspective of Spiritual Science, you will come to recognize that although this oyster is a very low-level living being in the animal kingdom, it nevertheless occupies a relatively high position in the entire cosmos. It occupies such a position that what the human being carries within as thought is separated from it. In a sense, the forces that form the shell and direct it from the inside out show the path by which that which, if it were to combine with the oyster’s organic growth, would make the oyster very intelligent—and would indeed transform the oyster into a very high-level animal—is led away from the oyster. That is directed outward; it is diverted. And you can literally—I would say tangibly—see in the formation of the oyster shell the work of calcium carbonate, Calcarea carbonica, this work that channels the excessively intense mental and emotional activity out of the organism.

[ 19 ] Finden Sie nun, daß eine überschüssige geistig-seelische Tätigkeit im Unterleibe sich geltend macht, was auch bei bestimmten Krankheitsformen eben auftritt, die wir weiter charakterisieren werden, so werden Sie zu dem Heilmittel greifen müssen, das Sie den Austernschalen oder ähnlichen, ich möchte sagen, durch die geheimnisvollen Kräfte des kohlensauren Kalkes von innen nach außen wirkenden Substanzen zu danken haben. Es wird also etwas Wesentliches in der Heilbehandlung davon abhängen, daß man sich klar ist darüber: in diesem Von-innen-nach-außen-Treiben liegen gewisse Heilkräfte. Sehen Sie, all das, was sich knüpft an solche Heilmittel wie Calcarea carbonica, und das, was mit verwandten Heilmitteln zusammenhängt, wird rationell nur studiert werden können, wenn man es in einem solchen Zusammenhange sieht.

[ 19 ] If you now find that excessive mental and emotional activity is manifesting itself in the lower abdomen—which also occurs in certain forms of illness that we will characterize further—you will have to resort to the remedy that you owe to oyster shells or similar substances, I might say, substances that act from the inside out through the mysterious powers of carbonated lime. An essential aspect of the therapeutic treatment, therefore, depends on being clear about this: there are certain healing powers in this drive from the inside out. You see, everything connected with remedies such as Calcarea carbonica, and everything related to related remedies, can only be studied rationally if one views it in this context.

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[ 20 ] Nun verhält sich zu dem, was in den Kräften des kohlensauren Kalkes liegt, wie polarisch entgegengesetzt alles dasjenige, was in den Kräften, sagen wir, zum Beispiel des Phosphors liegt. Wenn — und die Ausdrücke, die ich gebrauche, sind wahrhaftig in ihrer wirklichen Bedeutung nicht weniger wissenschaftlich als dasjenige, was heute oftmals als Wissenschaft figuriert — sich alles Salzartige gewissermaßen so verhält, daß es sich hingibt an die Umgebung, so liegt der Grund darinnen, daß alles Salzartige dadurch entsteht, daß die entsprechenden Substanzen entblößt sind, befreit sind von der inneren Wirkung der Imponderabilien, des Lichtes und anderer Imponderabilien. Ich möchte sagen, alles dasjenige, was salzartig ist, hat durch seinen Entstehungsprozeß das Imponderable so von sich abgestoßen, daß das ihm nicht innerlich eignet.

[ 20 ] Now, everything that lies in the forces of, say, phosphorus is polar opposites to what lies in the forces of calcium carbonate. If—and the terms I use are, in their true meaning, no less scientific than what is often passed off as science today—everything salty behaves, so to speak, in such a way that it surrenders itself to its surroundings, the reason lies in the fact that everything saline arises because the corresponding substances are stripped of, freed from, the inner influence of the imponderables—light and other imponderables. I would say that everything that is saline has, through its process of formation, repelled the imponderable to such an extent that it is not intrinsically part of it.

[ 21 ] Das ganz Entgegengesetzte ist beim Phosphor der Fall. Und alte atavistische Erkenntnisse haben deshalb wirklich nicht ganz unberechtigt diesen Phosphor als Lichtträger bezeichnet, weil sie ganz richtig gesehen haben, daß er das Imponderable, das Licht, wirklich trägt. Dasjenige, was das Salz von sich weghält, das trägt dieser Phosphor in sich. Die also dem Salze polarisch entgegengesetzten Substanzen sind diejenigen, die gewissermaßen das Imponderable, namentlich das Licht, aber auch anderes Imponderable, die Wärme und dergleichen, verinnerlichen, es zu ihrem innerlichen Eigentum machen. Auf diesem Umstande beruht die Heilwirksamkeit alles desjenigen, was im Phosphor liegt und was mit dem Phosphor irgendwie in bezug auf den Heilungsprozeß verwandt ist. Daher ist der Phosphor, der die Imponderabilien verinnerlicht, ganz besonders geeignet dazu, den astralischen Leib und das Ich, wenn sie nicht recht heranmögen an den Menschen, zum Menschen zurückzudrängen.

[ 21 ] The exact opposite is true of phosphorus. And ancient, atavistic insights were therefore not entirely without merit in describing this phosphorus as a bearer of light, because they correctly recognized that it truly carries the imponderable—the light. That which the salt keeps at a distance is what this phosphorus carries within itself. Thus, the substances that are polar opposites of the salt are those that, so to speak, internalize the imponderable—namely, light, but also other imponderables such as heat and the like—and make it their own. The healing efficacy of everything that lies within phosphorus—and of everything related to phosphorus in any way with regard to the healing process—is based on this fact. Therefore, phosphorus, which internalizes the imponderables, is particularly well-suited to draw the astral body and the “I” back toward the human being when they are unable to properly approach him.

[ 22 ] Haben Sie also bei irgendeinem Patienten eine Krankheit — und von den einzelnen Krankheiten werden wir eben noch sprechen -, und Sie bekommen heraus, daß der Patient, sagen wir, an gesteigerten Träumen leidet, das heißt also, daß sich der astralische Leib gern vom physischen Leibe absondert, sich mit seiner eigenen Tätigkeit beschäftigt, bekommen Sie von ihm außerdem heraus, daß er zum Beispiel organisch zu peripherischen Entzündlichkeiten neigt, was wiederum ein Beweis dafür ist, daß der astralische Leib und das Ich nicht ordentlich im physischen Leib drinnen sitzen, dann werden Sie die Kraft, mit der der Phosphor seine Imponderabilien hält, dazu benützen können, um diesen astralischen Leib und dieses Ich des Menschen dazu zu bringen, daß sie sich mehr mit dem physischen Leibe beschäftigen. Man wird geradezu bei denjenigen Menschen, die ein unruhiges Schlafleben haben, für die allerverschiedensten Krankheitszustände den Phosphor anwenden können, weil er die Tendenz hat, das Ich und den astralischen Leib in den physischen Leib und in den Ätherleib in der entsprechenden Weise zurückzuführen.

[ 22 ] So if you have a patient with a certain illness—and we’ll discuss the individual illnesses in a moment—and you discover that the patient, let’s say, suffers from intense dreaming, which means that the astral body tends to separate from the physical body and engage in its own activities, and if you also discover that the patient, for example, has an organic tendency toward peripheral inflammations—which in turn is evidence that the astral body and the “I” are not properly situated within the physical body—then you will be able to use the power with which phosphorus holds its imponderables to induce this astral body and this “I” of the human being to engage more fully with the physical body. Phosphorus can be applied for a wide variety of pathological conditions, particularly in people who have restless sleep, because it tends to guide the ego and the astral body back into the physical body and the etheric body in the appropriate manner.

[ 23 ] So sind in einer gewissen Weise Phosphoriges und Salziges einander polarisch entgegengesetzt. Und ich mache Sie darauf aufmerksam, daß man viel mehr darauf achten muß, wie diese Substanzen im ganzen Weltenprozeß drinnenstehen, als auf die einzelnen speziellen Namen, die, sagen wir, von der modernen Chemie den einzelnen Substanzen gegeben werden. Wir werden nämlich noch im Laufe der Zeit sehen, wie man schon auch Phosphor in phosphorähnlich wirkenden Substanzen als Heilmittel benützen kann.

[ 23 ] In a certain sense, phosphorous and saline substances are polar opposites. And I would like to draw your attention to the fact that we must pay much more attention to how these substances fit into the overall process of the world than to the specific names given to individual substances by, let’s say, modern chemistry. For we will see in due course how phosphorus can also be used as a remedy in substances that act in a phosphorus-like manner.

[ 24 ] Sehen Sie, damit haben Sie in der äußeren Natur zwei einander entgegengesetzte Zustände statuiert, das salzartig Wirkende und das phosphorisch Wirkende. Zwischen beiden steht drinnen das merkurial Wirkende. So wie der Mensch ein dreigliedriges Wesen ist: das Nerven-Sinneswesen, das Zirkulationswesen, das Stoffwechselwesen, so wie das Zirkulationswesen vermittelnd steht zwischen dem Stoffwechsel und der Nerven-Sinnestätigkeit, so steht vermittelnd in der äußeren Natur alles dasjenige, was weder in starkem Maße sich hingibt wie das Salzartige noch auch in starkem Maße Imponderabilien in sich verinnerlicht, sondern was, ich möchte sagen, die Waage hält zwischen diesen beiden Tätigkeiten, indem es sich in der Tropfenform ausleben will. Denn im Grunde genommen ist das Merkuriale immer dasjenige, was durch seinen inneren Kräftezusammenhang zur Tropfenform neigt. Auf das kommt es an beim Merkurialen, nicht darauf, daß man die Substanzen, die man heute als Quecksilber bezeichnet, als das Merkuriale anspricht, sondern auf den Kräftezusammenhang, der die Waagschale hält zwischen dem Zerfließen des Salzigen und dem Insichgedrungensein, in dem Zusammenhalten der Imponderabilien. Also darauf kommt es an, den Kräftezustand zu studieren, welcher eben am anschaulichsten in allem Merkurialen enthalten ist. Daher werden Sie auch finden, daß dieses Merkuriale im wesentlichen zusammenhängt mit alledem, was darauf berechnet sein soll, einen Ausgleich herbeizuführen zwischen den Tätigkeiten, für die das Phosphorige geeignet ist, und den Tätigkeiten, für die das Salzartige geeignet ist. Daß die Wirkung im Organismus diesem nicht widerspricht, was ich eben gesagt habe, das werden wir noch sehen, wenn wir speziell von den syphilitischen und ähnlichen Erkrankungen sprechen werden.

[ 24 ] You see, in this way you have established two opposing states in the external natural world: the salt-like action and the phosphoric action. Between the two lies the mercurial action. Just as the human being is a threefold being: the nervous-sensory being, the circulatory being, and the metabolic being—just as the circulatory being mediates between metabolism and nervous-sensory activity, so too in the external natural world, everything that neither gives itself over to a great degree like the salt-like force nor internalizes imponderables to a great degree, but rather, I would say, maintains a balance between these two activities by seeking to express itself in the form of a drop. For, fundamentally speaking, the mercurial is always that which, through its inner interplay of forces, tends toward the form of a drop. That is what matters with regard to the Mercurial—not that one refers to the substances we call mercury today as the Mercurial, but rather the interplay of forces that maintains the balance between the dissolving nature of the salty and the inwardly concentrated state in which the imponderables are held together. So what matters is studying the state of forces that is most clearly evident in all that is mercurial. That is why you will also find that this mercurial is essentially connected to everything intended to bring about a balance between the activities for which the phosphoric is suited and the activities for which the saline is suited. We will see later—when we discuss syphilitic and similar diseases in particular—that the effect within the organism does not contradict what I have just said.

[ 25 ] Nun habe ich Ihnen mit der Besprechung dieses Phosphorigen, Merkurialischen und Salzartigen gewissermaßen die besonders anschaulichen Typen aus dem Mineralischen hingestellt. Sie haben allerdings gesehen, daß man beim Salzartigen schon sprechen muß von dem Organprozeß, der in der Austernschalenbildung liegt und der dahintersteht. Dieser Prozeß, der ist in einem gewissen Sinne auch vorhanden, wenn das Imponderable konzentriert wird im Phosphor. Aber da hier alles verinnerlicht wird, ist es eben weniger anschaulich nach außen zu demonstrieren. Nun handelt es sich darum, daß man von der Anschauung dieses typisch in der Außenwelt Gestalteten zu dem geht, was, ich möchte sagen, zu einer anderen Zeit der Mensch aus sich herausgesondert hat, zu dem Pflanzlichen.

[ 25 ] Now, by discussing these phosphoric, mercurial, and saline types, I have, so to speak, presented you with the particularly vivid examples from the mineral kingdom. You have, however, seen that when it comes to the saline, one must already speak of the organic process inherent in the formation of oyster shells and which underlies it. This process is, in a certain sense, also present when the imponderable is concentrated in phosphorus. But since everything is internalized here, it is simply less vivid to demonstrate outwardly. Now the point is to move from the perception of what is typically formed in the external world to what, I would say, the human being has separated from within itself at a different time—namely, the plant realm.

[ 26 ] Das Pflanzliche stellt, wie wir schon gestern aus anderen Gesichtspunkten her gesehen haben, gewissermaßen den Gegensatz dar zu dem, was als Tätigkeit im Menschenorganismus vorhanden ist. Aber in der Pflanze selbst können wir deutlich unterscheiden zwischen dreierlei. Dieses Unterscheiden zwischen dreierlei, das drängt sich Ihnen besonders deutlich auf, wenn Sie auf der einen Seite sehen dasjenige, was sich der Erde zu als Wurzel entfaltet, und dasjenige, was in Samen, Früchte und Blüten schießt, was nach oben geht. Schon, ich möchte sagen, in der äußeren Richtung können Sie diesen Gegensatz des Pflanzlichen und des Menschlichen — nicht des Tierischen in diesem Falle — sehen. Ja, es ist sogar hier etwas außerordentlich Wichtiges und Bedeutsames vorhanden. Die Pflanze senkt sich mit ihren Wurzeln in die Erde hinein und strebt mit ihrer Blüte, das heißt mit den Befruchtungsorganen, nach oben. Der Mensch bildet den vollen Gegensatz auch in bezug auf sein Stehen im Kosmos dazu: er wurzelt sich gewissermaßen mit seinem Kopfe in der Richtung nach oben ein, und er strebt mit seinen Befruchtungsorganen nach unten, der Pflanze direkt entgegen. So daß Sie wirklich gar nicht unsinnig tun, wenn Sie sich als ein Bild vorhalten beim Menschen eine Pflanze, die in ihm ruht, die nach oben wurzelt und ihre Blüte nach unten, nach den Befruchtungsorganen, entwickelt. Es ist in besonderer Form das Pflanzliche auf diese Art gerade in den Menschen eingegliedert. Und wiederum ist ein wichtiges Unterscheidungskennzeichen für den Menschen und das Tier dasjenige, daß in der Regel beim Tiere die Pflanze, die in es eingegliedert ist, horizontal gelagert ist, also im rechten Winkel steht zu der Richtung der Pflanze, während der Mensch, ich möchte sagen, gegenüber der Pflanze in seiner Stellung im Kosmos eine vollständige Drehung ausgeführt hat, eine Drehung von 180 Grad. Das ist etwas, was zu dem Lehrreichsten gehört, das man überhaupt finden kann in der Betrachtung des Verhältnisses des Menschen zu der äußeren Welt. Und wenn unsere Medizinstudierenden mehr eingehen würden auf solche makrokosmischen Dinge, so würden sie mehr finden auch über die Kräfte, die noch zum Beispiel in den Zellen wirken, als wenn sie mikroskopieren. Denn bei dem Mikroskopieren kommt doch wirklich sehr wenig heraus, weil die wichtigsten Kräfte, die auch in den Zellen wirken — und Unterschiede sind da, je nachdem das Wesen eine Pflanze oder ein Tier oder ein Mensch ist —, im Makrokosmischen betrachtet werden können. Man kann die Menschenzelle viel besser studieren, wenn man das Zusammenwirken des vertikal nach aufwärts, vertikal nach abwärts Gehenden und des in dem Waagehalten Liegenden studiert. Diese Kräfte, die im Makrokosmos zu beobachten sind, wirken bis in das Zellige hinein. Und das, was in den Zellen wirkt, ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Abbild dieser makrokosmischen Wirkung.

[ 26 ] As we saw yesterday from other perspectives, the plant realm represents, in a sense, the opposite of what exists as activity in the human organism. But within the plant itself, we can clearly distinguish between three aspects. This distinction between the three becomes particularly evident when you consider, on the one hand, that which unfolds toward the earth as a root, and, on the other hand, that which shoots upward in the form of seeds, fruits, and flowers. Indeed, I would say that even in the outward direction you can see this contrast between the plant and the human—not the animal, in this case. Yes, there is even something extraordinarily important and significant here. The plant sinks its roots into the earth and strives upward with its flower, that is, with its reproductive organs. Human beings form the complete opposite in relation to their place in the cosmos: they, so to speak, take root with their heads pointing upward, and they reach downward with their reproductive organs, directly toward the plant. So it is by no means absurd to picture the human being as a plant that rests within him, with roots reaching upward and its flower developing downward toward the reproductive organs. In this way, the plant realm is integrated into the human being in a very special form. And again, an important distinguishing feature between humans and animals is that, as a rule, in animals the plant that is integrated into them is oriented horizontally—that is, at a right angle to the direction of the plant—while the human, I would say, has performed a complete rotation relative to the plant in his position within the cosmos, a rotation of 180 degrees. This is one of the most instructive insights one can find when considering the relationship of the human being to the external world. And if our medical students were to delve more deeply into such macrocosmic matters, they would discover more about the forces still at work—for example, within the cells—than they do when looking through a microscope. For microscopy really reveals very little, because the most important forces at work within the cells—and there are differences depending on whether the organism is a plant, an animal, or a human being—can be observed on a macrocosmic scale. One can study the human cell much more effectively by examining the interplay between the forces moving vertically upward, vertically downward, and those maintaining balance. These forces, which can be observed in the macrocosm, extend all the way into the cellular level. And what is at work within the cells is, in essence, nothing other than a reflection of this macrocosmic influence.

[ 27 ] Nun aber, wenn Sie das Pflanzenwesen der Erde betrachten, so müssen Sie vor allen Dingen dieses Pflanzenwesen nicht so ansehen, wie es gewöhnlich angesehen wird, daß Sie so über die Erde hingehen und eine Pflanze neben der anderen betrachten, sie fein spezialisieren, einen zwei- oder dreigliedrigen Namen ersinnen, um dann diese Pflanze in ein Schema eingereiht zu haben, sondern Sie müssen darauf bedacht sein, daß die ganze Erde ein einziges Wesen ist und daß — zwar nicht so, wie es bei den Haaren der Fall ist, die gleich sind untereinander, wenigstens in gewisser Beziehung, während die Pflanzen voneinander verschieden sind — doch die gesamte Pflanzenwelt so sehr zu dem Organismus der Erde gehört, wie Ihre Haare zu Ihrem Organismus gehören. Sie können ebensowenig die einzelne Pflanze als etwas für sich betrachten, wie Sie das einzelne Haar als einen Organismus für sich betrachten können. Daß die Pflanzen verschieden sind, beruht nur darauf, daß die Erde in ihrer Wechselwirkung mit dem übrigen Kosmos nach den verschiedensten Richtungen hin Kräfte entwickelt und dadurch die Pflanzen verschieden organisiert werden. Aber allem Pflanzenwachstumsleben liegt ein Einheitliches in der Erdenorganisation zugrunde. Daher ist es von ganz besonderer Wichtigkeit, auf gewisse Dinge seine Aufmerksamkeit zu richten. Sie finden zunächst, sagen wir, wenn Sie die Pilze betrachten, daß für diese Pilze die Erde selbst eine Art von Standort, eine Art von Mutterboden ist. Sie finden dann, wenn Sie zu den höheren krautartigen Pflanzen übergehen, daß da auch noch die Erde eine Art von Mutterboden ist, daß aber schon dasjenige, was außerirdisch ist, auf diese krautartige Pflanze einen gewissen Einfluß hat, das Licht und so weiter in der Gestaltung der Blüten, auch der Blätter und so weiter. Aber das besonders Interessante ist, daß, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit, sagen wir, dem Baume zuwenden, Sie sehen werden, daß in der Stammbildung des Baumes, die den Baum zu der mehrjährigen Pflanze macht, eine Fortsetzung desjenigen vorhanden ist, was sonst für die Pflanze, die unmittelbar auf der Erde aufsitzt, die ganze Erde ist. Denn sehen Sie, Sie müssen sich die Sache so vorstellen: Denken Sie sich, Sie haben hier die Erde; aus der Erde sprießt die Pflanze hervor. Dann können wir in der Erde selbst Kräfte suchen, welche dem Pflanzenwachstum zugrunde liegen, die in Wechselwirkung treten mit dem, was aus dem Kosmos hereinströmt. Wenn aber ein Baum wächst, so stülpt sich — bitte jetzt nicht zu stark schockiert zu sein von dem, was ich sagen werde, denn es ist wirklich so — in einer gewissen Weise die Erde über dasjenige, was früher von der Erde direkt in die Pflanze hineingeflossen ist; das schießt in den Stamm hinein, und alle Stämme sind im Grunde genommen Auswüchse der Erde. Daß man es nicht so betrachtet, das rührt nur von der wirklich grauenhaften heutigen materialistischen Vorstellung her, daß man die Erde nur als eine aus Mineral zusammengesetzte vorstellt, also gar nicht dazu vordringt, daß das ja eine unmögliche Vorstellung ist, diese mineralische Erde. Sie hat in sich, diese Erde, neben dem, daß sie das Mineralische absondert, auch die Kräfte, die in das Pflanzenhafte schießen. Das stülpt sich auf und wird zum Stamme. Und dasjenige, was dann am Stamm wächst, das ist in bezug auf den Stamm zu vergleichen mit dem, was in den niederen und krautartigen Pflanzen direkt auf der Erde aufsteht. Ich möchte sagen: Von niederen und krautartigen Pflanzen ist die Erde selber Stamm, und die Pflanzen machen sich einen Extrastamm, die in ihren Blüten- und Samenorganen auf dem Stamm aufsitzen. Daraus ersehen Sie, daß ein gewisser Unterschied vorliegt, ob ich eine Blüte nehme von einem Baum oder ob ich eine Blüte nehme von einem krautartigen Grewächs.

[ 27 ] Now, however, when you consider the plant life of the Earth, you must above all not view this plant life as it is usually viewed—that is, by walking across the Earth and observing one plant after another, classifying them in detail, devising a two- or three-part name, in order to classify that plant within a system—but rather you must bear in mind that the entire Earth is a single being and that—though not in the same way as with hair, which is identical among itself, at least in a certain respect, whereas plants differ from one another—the entire plant world belongs to the Earth’s organism just as much as your hair belongs to your own organism. You can no more regard the individual plant as something in and of itself than you can regard the individual hair as an organism in and of itself. The fact that plants are different is due solely to the fact that the Earth, in its interaction with the rest of the cosmos, develops forces in a wide variety of directions, and as a result, plants are organized differently. But underlying all plant life is a unity in the Earth’s organization. Therefore, it is of particular importance to focus one’s attention on certain things. You will first find—let us say, when you observe fungi—that for these fungi, the Earth itself is a kind of habitat, a kind of mother soil. You will then find, when you move on to the higher herbaceous plants, that the earth is still a kind of mother soil there as well, but that what is extraterrestrial already exerts a certain influence on these herbaceous plants—light and so on—in the formation of the flowers, as well as the leaves and so on. But what is particularly interesting is that when you turn your attention, let’s say, to the tree, you will see that in the formation of the tree’s trunk—which makes the tree a perennial plant—there is a continuation of what, for the plant that sits directly on the earth, is the entire earth itself. For you see, you must create a mental image of it this way: Imagine you have the earth here; the plant sprouts from the earth. Then we can look for forces within the earth itself that underlie plant growth, forces that interact with what flows in from the cosmos. But when a tree grows—please don’t be too shocked by what I’m about to say, for it is truly so—the earth, in a certain sense, envelops that which previously flowed directly from the earth into the plant; this shoots into the trunk, and all trunks are, in essence, outgrowths of the earth. The fact that people do not view it this way stems solely from today’s truly appalling materialistic mental image, which imagines the earth as consisting solely of minerals—and thus fails to realize that this mental image of a purely mineral earth is, in fact, impossible. This earth, in addition to secreting the mineral, also contains within itself the forces that shoot into the plant realm. This pushes upward and becomes the stem. And what then grows on the stem can be compared, in relation to the stem, to what grows directly out of the earth in lower, herbaceous plants. I would like to say: In the case of lower, herbaceous plants, the earth itself is the stem, and the plants form an additional stem upon which their flower and seed organs sit. From this you can see that there is a certain difference between taking a flower from a tree and taking a flower from a herbaceous plant.

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[ 28 ] Ferner beachten Sie von diesem Gesichtspunkte aus die Parasitenbildung bei den Pflanzen, namentlich die Mistelbildung. Da haben Sie dasjenige, was sonst noch mit der Pflanze organisch verbunden bleibt, das Aufsitzen der blüten- und samentragenden Organe auf dem Stamm, wie eine äußere Absonderung, wie einen Vorgang für sich. So daß Sie also in der Mistelbildung eine Steigerung, verbunden mit einer Art Abtrennung von den Erdenkräften, desjenigen zu sehen haben, was sonst in der Blüten- und Samenbildung vorliegt. Es emanzipiert sich gewissermaßen dasjenige, was in der Pflanze unirdisch ist, gerade in der Mistelbildung. So daß wir das von der Erde Aufstrebende, das sich in Wechselwirkung stellt mit dem Außerirdischen, allmählich in der Blüten- und Samenbildung sich von der Erde absondern sehen und in der Mistelbildung zu einer ganz besonders stark sich individualisierenden Emanzipation kommen sehen.

[ 28 ] From this perspective, also consider the formation of parasites on plants, specifically the formation of mistletoe. Here you have what otherwise remains organically connected to the plant—the attachment of the flower- and seed-bearing organs to the stem—as an external secretion, as a process in its own right. Thus, in the formation of mistletoe, you must see an intensification—combined with a kind of separation from the earthly forces—of what is otherwise present in flower and seed formation. In a sense, that which is unearthly in the plant emancipates itself precisely in the formation of mistletoe. Thus, we see that which strives upward from the earth—and interacts with the non-earthly—gradually separating itself from the earth in flower and seed formation, and reaching a particularly strong, individualizing emancipation in the formation of mistletoe.

[ 29 ] Wenn Sie nun das zusammenhalten mit dem, was Sie als Gestaltungen bei den Pflanzen wahrnehmen, so werden Sie sich sagen: Da muß also in bezug auf die Pflanzenwelt ein beträchtlicher Unterschied vorliegen, je nach dem die Pflanze mehr zur Wurzelbildung hinneigt, also vorzugsweise in der Wurzelbildung ihre Wachstumsverhältnisse zum Ausdrucke bringt und kleine oder verkümmerte Blütenbildungen zeigt. Solche Pflanzen neigen mehr zu dem Irdischen hin. Diejenigen Pflanzen, welche sich von diesem Irdischen emanzipieren, sind dann diejenigen, welche eben in Samenbildungen, in Blütenbildungen aufgehen, aber insbesondere die, welche sich als Parasiten geltend machen im Pflanzenreich. Aber die Pflanzen haben die Tendenz, jedes ihrer Organe gewissermaßen zum Hervorstechendsten zu machen — betrachten Sie die Ananas, wie sie den Stamm zum Hervorstechendsten machen will, oder irgendwelche andere Pflanze —, so können Sie sagen: Jedes von den Hauptorganen der Pflanze, Wurzel, Stengel, Blätter, Blüten, Früchte, wird von irgendeiner Pflanzenform zum Hauptorgan erstrebt. Nehmen Sie Pflanzen wie, sagen wir, Equisetum. Sie sehen, wie ihr Bestreben ist, in der Stengelbildung aufzugehen. Andere Pflanzen haben das Bestreben, in der Blattbildung aufzugehen, andere Pflanzen, Stengelbildung und Blatrbildung verkümmern zu lassen und in der Blütenbildung aufzugehen.

[ 29 ] If you now consider this in relation to what you perceive as forms in plants, you will say to yourself: There must therefore be a considerable difference in the plant world, depending on whether a plant tends more toward root formation—that is, expresses its growth conditions primarily through root formation—and exhibits small or stunted flower formations. Such plants tend more toward the earthly. Those plants that emancipate themselves from this earthly realm are the ones that flourish in seed formation and flower formation, but especially those that assert themselves as parasites in the plant kingdom. But plants have a tendency to make each of their organs, so to speak, the most prominent—consider the pineapple, how it seeks to make the stem the most prominent, or any other plant—and you can say: Each of the plant’s main organs—root, stem, leaves, flowers, and fruits—is sought after by some form of plant as its primary organ. Take plants such as, say, Equisetum. You can see how its striving is focused on stem formation. Other plants strive to focus on leaf formation, while still others cause stem and leaf formation to wither away and focus on flower formation.

[ 30 ] Nun stellt sich heraus, daß eine gewisse Parallelität besteht zwischen diesen verschiedenen Tendenzen des Pflanzenwachstums und dem, was ich heute als die drei Typen der mineralischen Wirksamkeit in der außermenschlichen Natur angegeben habe. Wenn man dasjenige ins Auge faßt, was insbesondere in der sich emanzipierenden Pflanzentätigkeit liegt, in dem, was dann kulminiert in der inneren Wirksamkeit der Parasiten, so hat man etwas, was hinneigt nach der Verinnerlichung der Imponderabilien. Dasjenige, was als Imponderabilien von dem Kosmos der Erde zuströmt, das wird in diesen Organen, wenn sie prädominieren, ebenso konserviert wie in der Phosphorsubstanz. So daß wir also sagen können: In einer gewissen Weise sind phosphorisch die Blüten und Samen und alles dasjenige, was zur Mistelbildung und dergleichen hinneigt. Und umgekehrt finden wir, wenn wir den Verwurzelungsprozeß studieren, dasjenige, was die Pflanze entwickelt, indem sie die Erde als ihren Muttergrund betrachtet, innig verwandt mit der Salzbildung. So daß gerade in der Pflanze uns diese beiden Polaritäten entgegentreten. Und in der vermittelnden Tätigkeit der Pflanze, die Sie ja immer sehen zwischen dem nach aufwärts strebenden Blütigen, Fruchtigen und dem nach unten Festwurzelnden, da haben Sie den Merkurialprozeß drinnen, dasjenige, was den Ausgleich herbeiführt. So daß Sie, wenn Sie nun die umgekehrte Stellung der Pflanze zum Menschen in Betracht ziehen, Sie sich sagen werden, daß alles dasjenige, was innerlich veranlagt ist zur Blüten- und Fruchtbildung, sehr stark Verwandtschaft haben muß mit den Organen des menschlichen Unterleibes und allen den Organen, die von dem menschlichen Unterleib aus orientiert werden, daß dann auch das Phosphorige sehr starke Verwandtschaft haben muß zu den Organen des menschlichen Unterleibes. Daß das durchaus richtig ist, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Dagegen alles dasjenige, was in den Pflanzen nach dem Wurzelhaften hinstrebt, das wird besondere Verwandtschaft haben zu alledem, was sich nach oben organisiert. Aber Sie müssen natürlich dabei ins Auge fassen, daß man nicht einfach nach einem äußeren Schema den Menschen in drei Glieder teilen kann, sondern daß dasjenige, was zum Beispiel dem untersten Gliede angehört, das Verdauungssystem, durchaus seine, ich möchte sagen, Fortsetzung anstrebt auch nach dem Haupte. Es ist ja eine ganz, man möchte schon fast sagen, alberne Ansicht, daß in der grauen Hirnsubstanz im wesentlichen die Denksubstanz gegeben ist, denn das ist nicht der Fall. Die graue Hirnsubstanz ist im wesentlichen zur Ernährung des Gehirnes da und ist eigentlich eine Kolonie der Verdauungswerkzeuge zur Ernährung des Gehirnes, während gerade dasjenige, was weiße Hirnsubstanz ist, von einer großen Bedeutung als Denksubstanz ist. Daher werden Sie auch in der anatomischen Beschaffenheit der grauen Hirnsubstanz schon etwas finden, was viel mehr zusammenhängt mit einer totalen Tätigkeit als mit dem, was ihr gewöhnlich zugeschrieben wird. Also Sie sehen, daß, wenn man von Verdauung spricht, man nicht bloß vom Unterleib sprechen kann. Aber es gilt das durchaus, daß, wenn man die Verwandtschaft des Wurzelhaften ins Auge faßt, man es da zu tun hat mit dem, was sich bezieht nicht bloß auf den oberen Menschen, sondern auch auf den übrigen Menschen. Alles dasjenige in der Pflanze, was den Ausgleich bewirkt zwischen dem Blühenden, Fruchtenden und dem Wurzelhaften, was also gewissermaßen in den Blättern und dergleichen im gewöhnlichen Kraut zum Ausdrucke kommt, das wird von einer ganz besonderen Bedeutung sein, auch dann, wenn es im Auszug gewonnen wird, für alles das, was sich auf Störungen der Zirkulation, also auch auf den rhythmischen Ausgleich zwischen dem oberen und unteren Menschen bezieht. Wenn man vorher hingestellt hat Imponderabilien verinnerlichende Mineralien, und die Imponderabilien sich fern haltenden Mineralien, und das, was dazwischen liegt, so sehen Sie, daß man das parallelisieren kann mit, ich möchte sagen, der ganzen Konfiguration der Pflanze. Und damit haben Sie das erste rationelle Mittel, um aus der Pflanze selbst, je nachdem sie Wert darauf legt, dieses oder jenes Organ zur Entwickelung zu bringen, ein Wechselverhältnis herzustellen zum menschlichen Organismus. Wie sich das weiter spezialisiert, das wollen wir noch sehen.

[ 30 ] It now turns out that there is a certain parallelism between these various tendencies in plant growth and what I have described today as the three types of mineral activity in non-human nature. If one considers what lies in particular in the emancipating activity of plants—that which then culminates in the inner activity of parasites—one finds something that tends toward the internalization of the imponderables. That which flows in as imponderables from the cosmos to the Earth is preserved in these organs—when they predominate—just as it is in the phosphoric substance. Thus we can say: In a certain sense, the flowers and seeds, and everything that tends toward the formation of mistletoe and the like, are phosphoric. Conversely, when we study the process of rooting, we find that what the plant develops by regarding the earth as its mother ground is intimately related to salt formation. Thus, it is precisely in the plant that these two polarities confront us. And in the mediating activity of the plant—which you always see as the link between the upward-striving floral and fruiting parts and the downward-rooting parts—there lies the mercurial process, that which brings about balance. So that when you now consider the plant’s inverse relationship to the human being, you will say to yourself that everything that is internally predisposed toward the formation of flowers and fruit must have a very strong affinity with the organs of the human lower abdomen and all the organs that are oriented from the human lower abdomen; and that the phosphoric aspect, too, must have a very strong affinity with the organs of the human lower abdomen. We will see in the coming days that this is indeed correct. On the other hand, everything in plants that tends toward the root system will have a special affinity for everything that organizes itself upward. But of course you must bear in mind that one cannot simply divide the human being into three parts according to an external scheme, but that what belongs, for example, to the lowest part—the digestive system—definitely strives, I would say, to continue even up toward the head. It is, after all, a quite—one might almost say—silly view that the gray matter of the brain essentially constitutes the thinking substance, for that is not the case. The gray matter essentially serves to nourish the brain and is actually a colony of digestive organs for the brain’s nourishment, whereas it is precisely the white matter that is of great significance as the substance of thought. That is why, even in the anatomical structure of the gray matter, you will find something that is much more closely connected to a total activity than to what is usually attributed to it. So you see that when we speak of digestion, we cannot speak merely of the abdomen. But it is certainly true that when one considers the relationship of the root-like aspect, one is dealing with something that pertains not only to the upper part of the human being but also to the rest of the human being. Everything in the plant that brings about a balance between the flowering, fruiting, and root-related aspects—which is thus expressed, so to speak, in the leaves and the like of the ordinary herb—will be of very special significance, even when extracted, for everything related to circulatory disorders, and thus also to the rhythmic balance between the upper and lower human beings. If one has previously considered minerals that internalize the imponderables, minerals that keep the imponderables at a distance, and those that lie in between, you will see that this can be paralleled with—I would say—the entire configuration of the plant. And with this, you have the first rational means of establishing an interrelationship with the human organism from the plant itself, depending on which organ the plant emphasizes for development. We will see how this becomes further specialized.

[ 31 ] Wir haben bis jetzt darauf hinweisen können, daß solche Wechselverhältnisse bestehen zwischen Pflanzlichem, Mineralischem und zwischen Menschlichem. In der neueren Zeit ist ja, ich möchte sagen, wie etwas sehr Hoffnungsreiches dann hinzugetreten dasjenige, was Verwandtschaft sein soll, Wechselverhältnis sein soll zwischen dem Menschen und dem Tierischen. Allein, ganz abgesehen davon, daß beim Aufkommen der Serumbehandlung in einer merkwürdigen Weise vorgegangen worden ist, muß auch Prinzipielles geltend gemacht werden gerade gegen diese übliche Serumbehandlung. Sehen Sie, beim Aufkommen der Serumbehandlung, da ist ja in der Tat in einer ganz merkwürdigen Weise von Behring vorgegangen worden. Wenn man nämlich verfolgte die Reden, die gehalten worden sind, und die Veröffentlichungen, die mehr so an der Peripherie sich bewegt haben, die bloß darüber gesprochen haben, was das Serum helfen soll, dann bekam man den Eindruck, als wenn es sich wirklich um eine Reform des ganzen medizinischen Wesens handeln würde. Nun, ging man aber ein auf dasjenige, was die grundlegenden Arbeiten beschrieben, die da gemacht worden sind, so stellte sich das Merkwürdige heraus — und das ist keine Übertreibung, wahrscheinlich weiß es der eine oder andere von Ihnen auch —, daß die Behandlung, die man der Meerschweinchenuntersuchung entnehmen wollte, um sie auf den Menschen zu übertragen, bei einer «merkwürdig großen» Anzahl von Meerschweinchen sich als ungünstig erwiesen hat. Nämlich von der ganzen großen Anzahl von Meerschweinchen, die man mit dem Serum behandelt hat, ist ein einziges gewesen, das einen günstigen Erfolg aufzuweisen hatte; ein einziges Meerschweinchen in seinem also maskierten Tierheilungsprozeß — in dem Momente, als man schon anfing, für die Serumbehandlung die große Trommel zu schlagen! Das möchte ich nur als eine Tatsache anführen. Ich glaube, daß es einige von Ihnen wohl wissen werden. Und diese, ich möchte sagen, außerordentliche Lottrigkeit in einem wissenschaftlichen Auftreten verdient denn doch eigentlich in der Wissenschaftsgeschichte genauer berücksichtigt zu werden.

[ 31 ] We have been able to point out so far that such interrelationships exist between the plant realm, the mineral realm, and the human realm. In more recent times, I would say, something very promising has emerged: the idea that there is a kinship, an interrelationship, between humans and the animal realm. However, quite apart from the fact that the introduction of serum therapy was carried out in a rather peculiar manner, fundamental objections must also be raised specifically against this conventional form of serum therapy. You see, when serum therapy was first introduced, Behring did indeed proceed in a very peculiar way. For if one followed the speeches that were given and the publications that remained more on the periphery—those that merely discussed what the serum was supposed to help with—one got the impression that this was truly a reform of the entire medical system. However, if one looked more closely at what the fundamental studies described—and this is no exaggeration, as some of you may already know—it turned out that the treatment, which was intended to be derived from the guinea pig studies and applied to humans, proved to be ineffective in a “remarkably large” number of guinea pigs. Namely, out of the entire large number of guinea pigs treated with the serum, there was only one that showed a favorable outcome; a single guinea pig in its thus masked natural healing process—at the very moment when people were already beginning to beat the drum for the serum treatment! I would just like to cite this as a fact. I believe that some of you are probably already aware of it. And this, I would say, extraordinary recklessness in scientific conduct does indeed deserve closer consideration in the history of science.

[ 32 ] Aber was prinzipiell angeführt werden soll heute zum Schlusse und morgen oder in den nächsten Tagen ausgeführt werden soll, das ist doch dieses, daß Sie gesehen haben, daß nicht diejenigen Prozesse des außermenschlichen Wesens die unmittelbar im Menschen wirksamen sind, die so unmittelbar an der Oberfläche liegen, sondern diejenigen, die man erst aus dem tieferen Wesen hervorholen muß.

[ 32 ] But what should be mentioned in principle today as a conclusion—and elaborated upon tomorrow or in the coming days—is this: that you have seen that it is not those processes of the non-human being that are directly at work within human beings—those that lie so immediately on the surface—but rather those that must first be drawn out from the deeper essence.

[ 33 ] Nun ist der Mensch eben in einer gewissen Weise verwandt mit dem, was er herausgesetzt hat, dem Phosphorprozeß, dem Salzprozeß, dem Blütenprozeß, dem Fruchtprozeß, dem Verwurzelungsprozeß, dem Blattentstehungsprozeß, aber so, daß er zu alledem eben in einer wirklichen Umkehrung lebt, daß er in sich trägt die Tendenz, dasjenige, was in dieser außermenschlichen Natur zur Darstellung kommt, aufzuheben, ins Gegenteil umzukehren.

[ 33 ] Now, human beings are, in a certain way, related to what they have set aside—the phosphorus process, the salt process, the flowering process, the fruiting process, the rooting process, the process of leaf formation— but in such a way that he lives in a true reversal of all this, that he carries within himself the tendency to negate what is manifested in this non-human nature, to turn it into its opposite.

[ 34 ] Das ist nicht dasselbe gegenüber dem Tiere. Denn das Tier hat schon auf halbem Wege diesen Prozeß durchgemacht. Der Mensch steht nicht in demselben Sinne entgegengesetzt zum Tiere. Er steht gewissermaßen zum Tiere im rechten Winkel, während er zur Pflanze im Winkel von 180 Grad steht. Und das ist etwas, was im höchsten Maße in Betracht kommt, wenn die Frage entsteht nach der Anwendung solcher tierischer Mittel, wie es Serum oder der gleichen ist.

[ 34 ] This is not the same as with animals. For the animal has already gone through half of this process. Humans are not opposed to animals in the same sense. They stand, so to speak, at a right angle to animals, while they stand at an angle of 180 degrees to plants. And this is something that must be taken into account to the highest degree when the question arises regarding the use of such animal-derived remedies as serum or the like.