Spiritual Science and Medicine
GA 312
29 March 1920, Dornach
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Spiritual Science and Medicine, tr. SOL
Neunter Vortrag
Ninth Lecture
[ 1 ] Was wir gestern auseinandergesetzt haben, war gewissermaßen eine Art Heranrücken des menschlichen Organismus an die außermenschliche Natur. Und man kann sehen in jenem Wechselwirken, das gerade bei den zwei Sinnen, beim Riechen und Schmecken, vorliegt, wie die menschliche Organisation da in einen innigeren Zusammenhang kommt mit dem, was in der außermenschlichen Natur geschieht. Diese Studien, die so untersuchen die Beziehung des Menschen zu der außermenschlichen Natur, machen wir aus dem Grunde, weil es sich für die Geisteswissenschaft darum handelt, Heilverfahren und menschliche Organisationsprozesse innig zusammenzurücken. Beim Heilen handelt es sich eigentlich immer darum, daß man durchschaut, welche Faktoren in dem liegen, was man dem Körper, sei es chemisch, physiologisch oder physisch, zuführt, und dem, was gewissermaßen der Organismus im gesunden Zustand ausführen kann und wozu er sich im kranken Zustand nicht eignet. Man muß zusammendenken können den Prozeß, der sich äußerlich abspielt, und den Prozeß, der sich im menschlichen Organismus abspielt.
[ 1 ] What we discussed yesterday was, in a sense, a kind of drawing closer of the human organism to non-human nature. And one can see in that interaction, which is particularly evident in the two senses of smell and taste, how the human organism enters into a more intimate connection with what takes place in non-human nature. We undertake these studies, which examine the relationship between the human being and non-human nature, because the aim of Spiritual Science is to bring healing methods and human organizational processes into close alignment. Healing is actually always about discerning the factors involved in what is introduced into the body—whether chemically, physiologically, or physically—and in what the organism is capable of doing in a healthy state, as opposed to what it is not suited to do in a diseased state. One must be able to consider together the process that takes place externally and the process that takes place within the human organism.
[ 2 ] Nun, diese beiden Prozesse rücken eben am nächsten zusammen da, wo es sich um die Wahrnehmung des Riecheris und des Schmeckens handelt. Sie sind für alles dasjenige, was die anderen Sinne angeht, weiter auseinandergerückt. Und wir haben zum Beispiel schon ziemlich weit auseinandergerückt das Sehen und die Verdauung, wobei ich unter der Verdauung im engeren Sinne jetzt das verstehe, was, ich möchte sagen, vorgeht zwischen dem Zerkauen der Speisen im Munde und ihrer Bearbeitung durch die Darmdrüsen. Also dieses Gebiet möchte ich eigentlich nur zur Verdauung rechnen, während ich das übrige schon rechnen muß zum Gebiet der Entleerung, sei es derjenigen in den Organismus, damit die Stoffe aufgenommen werden, sei es der Entleerung nach außen, zu dem, was ich als Ausscheidung bezeichnen möchte. Also dasjenige, was jenseits der Drüsen liegt, möchte ich schon als Ausscheidung bezeichnen.
[ 2 ] Well, these two processes come closest together precisely when it comes to the senses of smell and taste. For everything else that pertains to the other senses, they are further apart. And, for example, we have already separated sight and digestion quite far apart, although by “digestion” in the narrower sense I now mean what, I would say, takes place between the chewing of food in the mouth and its processing by the intestinal glands. So I would actually like to classify this area solely as digestion, while I must already classify the rest as belonging to the realm of elimination—whether it be elimination into the organism so that substances can be absorbed, or elimination outward, to what I would like to call excretion. Thus, I would like to designate that which lies beyond the glands as excretion.
[ 3 ] Nun haben wir, wenn wir das Sehen ins Auge fassen, diejenigen Körper der Außenwelt vor uns, welche gewissermaßen das in sich verschließen, was im Riech- und im Geschmacksprozeß mehr an der Oberfläche liegt. Es ist das, was sich im Riechprozeß mehr aus der außermenschlichen Natur herausbegibt, damit es uns Menschen wahrnehmbar werde. Das verschließt sich in anderen Fällen innerhalb der Substanzen der außermenschlichen Natur, und wir schauen es dann an. Indem wir anschauen dasjenige, was sichtbar ist in seinen Formen und so weiter, haben wir eigentlich vor uns das gestaltende Prinzip außer uns, das sich im Riechprozesse eben nur substantiell offenbart. Ich möchte sagen, man sollte das Wesen, das sich im Riechen offenbart, hinausverfolgen in die Pflanzenwelt, in die Gesteinswelt und wird dann finden, daß dasselbe Prinzip, das im Riechen zum Vorscheine kommt, sich in den Gestaltungsprozessen draußen offenbart.
[ 3 ] Now, when we consider the act of seeing, we have before us those bodies of the external world that, in a sense, contain within themselves what lies more on the surface in the processes of smell and taste. This is what, in the process of smelling, emerges more from the non-human natural world so that it may become perceptible to us humans. In other cases, this remains enclosed within the substances of non-human nature, and we then look at it. By looking at what is visible in its forms and so on, we actually have before us the formative principle outside of ourselves, which in the process of smelling reveals itself only in a substantial way. I would like to say that one should trace the essence that reveals itself in the sense of smell out into the plant world and the world of rocks, and one will then find that the same principle that comes to light in the sense of smell reveals itself in the formative processes out there.
[ 4 ] Der entgegengesetzte Prozeß ist dann gerade der Verdauungsprozeß. Der eignet sich gewissermaßen dasjenige an, was im Schmecken sich offenbart. Der verbirgt wiederum im Organismus dasjenige, was sich im Schmecken offenbart. Es ist außerordentlich bedeutsam, darauf hinzuweisen, wie wir genötigt waren, die außermenschliche Natur bisher so zu beschreiben, wie sie mehr im Unbewußten liegt. Denn sehen Sie, diese Zusammenhänge, die wir konstatieren konnten aus dem ganzen Weltenall heraus, sind vorhanden in dem Menschen. Der Mensch ist dem Saturnischen, Jupiterhaften und so weiter zugeordnet. Aber diese Zuordnung verbirgt sich außerordentlich in den Tiefen der menschlichen Organisation, und man möchte sagen, wenn das vielleicht nicht für die heutige Denkweise zu anstößig ist: das Astronomische wird im Menschen das Allerunbewußteste, das wird im Menschen zu dem am meisten in dem Organismus zurückliegenden Prozesse.
[ 4 ] The opposite process is precisely the process of digestion. In a sense, it assimilates that which is revealed in the act of tasting. This, in turn, conceals within the organism that which is revealed through taste. It is extraordinarily important to point out how we have been compelled, up to now, to describe non-human nature in terms of how it lies more in the unconscious. For you see, these connections, which we have been able to observe throughout the entire universe, are present within the human being. Human beings are associated with the Saturnian, the Jovian, and so on. But this association is deeply hidden within the depths of the human organism, and one might say—if this is not too jarring for today’s way of thinking—that the astronomical becomes the most unconscious aspect within the human being; it becomes the process most deeply recessed within the human organism.
[ 5 ] Nun haben wir Organe, welche gewissermaßen innen diesen menschlichen Organismus in einer gewissen Weise wieder aufschließen. Und diese Organe, die den menschlichen Organismus in einer gewissen Weise wieder aufschließen, die bringen ihn mehr in Zusammenhang mit dem, was in der Nähe unserer Erde sich entwickelt, die bringen ihn mehr in Zusammenhang mit dem — aber jetzt in weitestem Sinne gedacht — Meteorologischen. Und wenn man sich im Heilprozesse nicht darauf beschränkt, bloß auf die Heilsubstanzen hinzuschauen, sondern eben die Heilvorgänge verfolgt, dann muß man auch den Blick werfen auf die Beziehungen, welche bestehen zwischen dem Menschen und dem eben im weitesten Sinne meteorologischen Prozesse.
[ 5 ] Now we have organs that, in a sense, open up the human organism from within in a certain way. And these organs, which in a certain way open up the human organism once again, bring it more into connection with what is developing in the vicinity of our Earth; they bring it more into connection with—but now in the broadest sense—meteorological phenomena. And if, in the healing process, one does not limit oneself to merely looking at the healing substances, but rather follows the healing processes themselves, then one must also turn one’s attention to the relationships that exist between the human being and the meteorological processes in the broadest sense.
[ 6 ] Nun können wir im menschlichen Organismus schon dasjenige unterscheiden, was mehr dem Astronomischen, und dasjenige, was mehr dem Meteorologischen zugeordnet ist. Allerdings muß da eine feinere Beobachtungsmethode einsetzen. Es wird Ihnen zunächst etwas schockierend sein im ersten Augenblicke, wie diese Gliederung vorgenommen werden muß, aber Sie werden im Laufe der Zeit schon sehen, daß gerade diese Gliederung die beste Grundlage für das Heilen ist. Wir können im menschlichen Organismus, wenn wir diejenigen Organe ins Auge fassen, die sich dem Meteorologischen öffnen — ebenso, wie sich das mehr nach innen Gelegene dem Astronomischen zuneigt —, zu diesen Organen vor allen Dingen die Leber rechnen, alles dasjenige, was blasig wird, also was repräsentiert ist — und zwar in pathologischer Beziehung ist die Blase etwas außerordentlich Wichtiges — gerade in der Blase. So sonderbar das zunächst klingt, für die pathologische Betrachtung ist die Blase zu dem Allerwichtigsten gehörend. Weiter können wir ins Auge fassen die Lunge, die ja sich nach außen öffnet, indem sie die Atmung vermittelt. Dann in einer gewissen Beziehung müssen wir gerade zu den Organen, in denen sich der ganze Organismus nach außen, nach der Meteorologie öffnet — wenn Sie manches, was ich in der vorhergehenden Betrachtung gesagt habe, richtig auffassen, so werden Sie das ohne weiteres verstehen —, das Herz rechnen. Und zwar sind wirklich diese Organe ganz bestimmten meteorologischen Impulsen zugeordnet. Studiert kann das, was hier gemeint ist, nur werden, wenn man eingeht auf die ganze Beziehung des Menschen zu der umliegenden Welt, und namentlich auf die Beziehung der Tätigkeit des Menschen zu der umliegenden Welt.
[ 6 ] Now we can already distinguish within the human organism between what is more closely related to astronomy and what is more closely related to meteorology. However, this requires a more refined method of observation. At first glance, the way this classification must be carried out may seem somewhat shocking to you, but over time you will see that this very classification is the best foundation for healing. When we consider the organs in the human organism that are open to meteorological influences—just as those located more inwardly are inclined toward the astronomical—we can count among these organs, first and foremost, the liver, everything that becomes vesicular—that is, what is represented—and in a pathological sense, the bladder is something extraordinarily important—precisely the bladder. As strange as this may sound at first, from a pathological perspective, the bladder is among the most important organs. Furthermore, we can consider the lungs, which open outward by mediating respiration. Then, in a certain sense, we must include among these organs the very ones through which the entire organism opens outward toward the weather—if you have correctly understood some of what I said in the previous discussion, you will understand this readily—namely, the heart. Indeed, these organs are associated with very specific meteorological impulses. What is meant here can only be studied by delving into the entire relationship of the human being to the surrounding world, and specifically into the relationship between human activity and the surrounding world.
[ 7 ] Da möchte ich Sie vor allen Dingen einmal darauf hinweisen, daß Sie gründlich den Versuch machen, alles dasjenige, was Ihnen als Schädigungen des Herzens entgegentritt, zurückzuführen auf die gestörte menschliche Tätigkeit. Sie sollten einmal Untersuchungen darüber anstellen, wie anders sich die Herztätigkeit gestaltet bei einem Menschen, der, sagen wir, als Bauer seinen Acker bearbeitet und nicht viel von dieser Tätigkeit wegkommt, seinen Acker zu bearbeiten, und wie anders sich die Herztätigkeit gestaltet bei Menschen, die zum Beispiel zu ihrem Berufe viel Automobil fahren müssen oder auch nur viel Eisenbahn fahren müssen. Es wäre außerordentlich interessant, gerade darüber einmal tiefergehende Untersuchungen anzustellen. Denn Sie werden finden, daß die Inklination zu Herzkrankheiten im wesentlichen abhängig ist davon, ob der Mensch, während er durch ein äußeres Mittel bewegt ist, selber stillsitzt, also im Eisenbahnwagen oder im Auto sitzt und bewegt wird. Dieses passive Hingeben des Menschen an die Bewegung ist dasjenige, was alle Prozesse, die sich im Herzen stauen, gewissermaßen deformiert.
[ 7 ] Above all, I would like to point out to you that you should make a thorough effort to trace everything that appears to be harmful to the heart back to disturbed human activity. You should conduct studies to determine how differently the heart functions in a person who, say, works as a farmer tilling his field and does not spend much time away from this activity, compared to how the heart functions in people who, for example, must drive a car a lot for their jobs or even just travel frequently by train. It would be extremely interesting to conduct more in-depth studies specifically on this topic. For you will find that the predisposition to heart disease depends essentially on whether a person, while being moved by an external force, remains seated—that is, sits in a train car or a car and is transported. This passive surrender of the person to movement is what, in a sense, distorts all the processes that accumulate in the heart.
[ 8 ] Nun hängt alles dasjenige, was auf diese Weise in der Welt des Menschen spielt, zusammen mit der Art und Weise, wie er sich erwärmt. Und da sehen Sie die Verwandtschaft der Herztätigkeit mit dem Impuls der Wärme in der Welt, mit welcher der Mensch zusammenhängt. Sie sehen daraus, daß, wenn der Mensch genügend Wärme entwickelt durch seine eigene Tätigkeit, dieses gewisse Maß von genügender Wärmeentwickelung im Lebensprozeß durch seine eigene Tätigkeit zu gleicher Zeit das Maß für die Gesundheit des menschlichen Herzens ist. Man müßte daher bei Herzkranken immer darauf sehen, daß man eine Eigenbewegung, die recht sehr durchlebt wird, hervorruft. Ich bin überzeugt davon, daß, wenn einmal vielleicht eineinhalb Jahrzehnte ins Land gegangen sein werden, man über diese Dinge kühler denken wird als heute, daß die Leute sagen werden: Es ist doch merkwürdig, wie durch die Eurythmie die Leute wiederum eine gesunde Herztätigkeit bekommen haben, weil das Eurythmisieren eben die durchseelte Eigenbewegung im wesentlichen reguliert und sie sogar gesetzmäßig reguliert. Daher wird es vielleicht nicht uneben sein, wenn man auch sagt, daß gerade von diesem Gesichtspunkte aus hingewiesen werden sollte auf jene gesundenden Übungen, die gerade aus dem Eurythmischen geholt werden können, wenn es sich um Unregelmäßigkeiten der Herzfunktionen handelt.
[ 8 ] Now, everything that takes place in this way in the human world is connected to the way in which a person generates heat. And here you can see the connection between the activity of the heart and the impulse of heat in the world with which the human being is connected. From this you can see that when a person generates sufficient warmth through his own activity, this specific degree of sufficient warmth generated in the life process through his own activity is at the same time the measure of the human heart’s health. One should therefore always ensure, in the case of people with heart disease, that they engage in physical activity that is truly lived through. I am convinced that, perhaps once a decade and a half has passed, people will think more dispassionately about these matters than they do today, and will say: It is indeed remarkable how, through eurythmy, people have regained healthy heart function, because the practice of eurythmy essentially regulates—and indeed regulates in a lawful manner—this soul-infused, self-generated movement. Therefore, it may not be unreasonable to say that, from this very perspective, attention should be drawn to those healing exercises that can be derived specifically from eurythmy when dealing with irregularities in heart function.
[ 9 ] Dann kommen wir zu all dem, was sich mehr durch geringe Blasenwirkungen im menschlichen Organismus äußert. Nun wird Ihnen vielleicht das, was ich gerade in dieser Beziehung sage, etwas laienhaft erscheinen. Es ist aber nicht laienhaft. Es ist, wie ich auch da sagen kann, wissenschaftlicher als dasjenige, was heute wissenschaftlich genannt wird. Die Blase ist eigentlich im wesentlichen ein Zugmittel. Sie wirkt, ich möchte sagen, als Aushöhlung im menschlichen Organismus, sie zieht. Sie ist im Grunde genommen davon abhängig, daß der menschliche Organismus an dieser Stelle ausgehöhlt ist. Es ist geradeso eine Wirkung der Blase zum übrigen Organismus, wie sie ausgeht von einer Gaskugel im Wasser drinnen. Wenn Sie eine Gaskugel, also eine Kugel aus verdünnter Substanz, allseitig vom Wasser umschlossen haben, also von einer dichteren Substanz, so ist diese Wirkung, die ausgeht von dieser verdünnten Kugel, ähnlich der Wirkung der ganzen Blase auf den menschlichen Organismus. Das macht, daß der Mensch mit Bezug auf all dasjenige, was die Blase bewirken soll, sich stört, wenn er wenig Gelegenheit hat, Innenbewegungen richtig zu vollziehen, wenn er also, ich will sagen, nicht die richtige Sorgfalt verwendet auf das Essen selber, wenn er schlingt, statt zu kauen, und dadurch den ganzen Verdauungsvorgang stört, wenn er nicht das richtige Maß von Ruhe und Bewegung einhält während des Verdauungsvorganges selber und so weiter. Alles dasjenige, was innerlich die innere Beweglichkeit stört, das stört auch das, was man nennen könnte das Blasenleben. Nicht wahr, der Mensch ist so, daß Sie ihm allenfalls noch verordnen können irgendeine beseelte Bewegung, wenn Sie bei ihm Unregelmäßigkeiten im Herzen vermuten, aber er nimmt nicht gerne etwas an, wenn Sie veranlassen wollen, seine innere Bewegung zu regulieren, da ja das in seinen Gewohnheiten liegt. Sie werden aber da sofort zurecht kommen, wenn Sie versuchen, einen Menschen, der nicht geneigt ist, sagen wir, dem Körper die nötige Ruhe zu lassen, indem er schlingt oder indem er sonst irgendwie seine Verdauung stört, ich möchte sagen, meteorologisch zu heilen, das heißt, in eine Luft zu bringen, die sauerstoffreicher ist, in der er mehr atmen muß, in der er also auf den Atmungsprozeß unbewußt größere Sorgfalt verwenden muß. Dann geht diese Regulierung des Atmungsprozesses über auf die Regulierung des übrigen organischen Prozesses, und Sie werden finden, daß, wenn Sie entweder künstlich oder besser natürlich den Menschen, der unter solchen unregelmäßigen Funktionen der Blase leidet, in andere Luft bringen, die sauerstoffreicher ist, dann ein gewisser Ausgleich einfach durch diese Änderung der Lebensweise herbeigeführt wird.
[ 9 ] Then we come to all that manifests itself more through subtle effects of the bladder in the human organism. Now, what I am about to say in this regard may seem somewhat layman-like to you. But it is not layman-like. It is, as I can also say here, more scientific than what is called “scientific” today. The bladder is essentially a pulling force. It acts, I would say, as a cavity within the human organism; it pulls. It is, in essence, dependent on the fact that the human organism is hollowed out at this point. The effect of the bladder on the rest of the organism is just like that which emanates from a gas bubble inside water. If you have a gas bubble—that is, a sphere of diluted substance—surrounded on all sides by water, which is a denser substance, then the effect emanating from this diluted sphere is similar to the effect of the entire bladder on the human organism. This means that, with regard to everything the bladder is supposed to accomplish, a person disrupts this process if they have little opportunity to perform internal movements properly—that is, I mean, does not take proper care with eating itself—if they gulp their food instead of chewing, thereby disrupting the entire digestive process—if they do not maintain the proper balance of rest and movement during the digestive process itself, and so on. Everything that internally disrupts inner mobility also disrupts what one might call “bladder function.” Isn’t it true that people are such that you can, at most, prescribe some kind of conscious movement if you suspect irregularities in their heart, but they are reluctant to accept anything when you try to get them to regulate their internal movements, since that is rooted in their habits? But you’ll find your way around this immediately if you try to help a person who isn’t inclined—let’s say—to allow the body the necessary rest, by gorging themselves or otherwise disrupting their digestion in some way, I would say, to cure him “meteorologically”—that is, to expose him to air that is richer in oxygen, in which he must breathe more deeply, and in which he must therefore unconsciously devote greater care to the breathing process. Then this regulation of the respiratory process extends to the regulation of the rest of the body’s functions, and you will find that if you—either artificially or, better yet, naturally—expose a person suffering from such irregular bladder functions to a different environment with richer oxygen, a certain balance is simply brought about by this change in lifestyle.
[ 10 ] Besonders wichtig ist zu beachten das dritte Organ, welches mit der äußeren Meteorologie im weitesten Sinne zusammenhängt, das ist die Leber. Wenn sie sich auch scheinbar abschließt im menschlichen Organismus, so ist sie:doch im hohen Grade der Außenwelt zugeordnet. Und zwar können Sie diese Zuordnung zu der Außenwelt dadurch konstatieren, daß Sie gewissermaßen das Leberbefinden immer abhängig finden werden von der Wasserbeschaffenheit eines Ortes. Eigentlich müßte immer die Wasserbeschaffenheit eines Ortes studiert werden, um das Leberbefinden der Menschen, die diesen Ort bewohnen, richtig ins Auge fassen zu können. Es ist fördernd für die Entwickelung der Leber das Schmecken, was gleichbedeutend wäre, wenn es im Überflusse geschähe, mit der Entartung der Leber; es ist gleichbedeutend mit der Entartung der Leber ein im Menschen zu großes, zu stark vorhandenes Genießen. Das innerliche Genießen, ich möchte sagen, die Fortsetzung desjenigen, was sich auf den Gaumen und die Zunge beschränken sollte, das, was das Angenehm-, Sympathisch- oder auch Unsympathisch-, Unangenehm-Empfinden der Speisen mehr fortsetzt in das Innere, ist dasjenige, was zur Leberentartung führt. Und daher ist es notwendig, daß man auf dieses sieht und daß man den Versuch macht, Menschen, welche irgendwelche Schädigungen im Leberleben haben, was ja oftmals sehr schwer zu konstatieren ist, daran zu gewöhnen, den Geschmack zu studieren, am Geschmack selber als solchem etwas zu finden. Es wird außerordentlich schwierig sein, die innere Beziehung des Leberlebens zur Beschaffenheit des Wassers an irgendeinem Orte selber gründlicher zu studieren, weil die Abhängigkeiten außerordentlich feine sind und man zum Beispiel darauf Rücksicht zu nehmen hat, daß in Orten, wo, sagen wir, das Wasser sehr kalkhaltig ist, eben andere Leberleiden sich entwickeln als in Orten, wo das Wasser weniger kalkhaltig ist. Man wird eben gut tun, darauf zu achten und immer sein Augenmerk darauf zu richten, daß das Leberleben gefördert wird dadurch, daß man möglichst doch den Kalk fernhält von dem Wasser. Natürlich, man muß dann Mittel und Wege finden, um das zu vollziehen.
[ 10 ] It is particularly important to note the third organ, which is connected to external meteorology in the broadest sense: the liver. Even though it may appear to be isolated within the human organism, it is nevertheless closely linked to the external world. You can observe this connection to the external world by noting that the condition of the liver is, in a sense, always dependent on the quality of the water in a given location. In fact, the quality of the water in a location should always be studied in order to properly assess the condition of the liver in the people who live there. Tasting is beneficial for the development of the liver; however, if done in excess, it would be tantamount to the degeneration of the liver; excessive, intense enjoyment in a person is tantamount to the degeneration of the liver. Inner enjoyment—I would say, the continuation of what should be limited to the palate and the tongue, that which carries the pleasant, agreeable, or even disagreeable, unpleasant sensations of food further into the interior—is what leads to liver degeneration. And therefore, it is necessary to pay attention to this and to attempt to accustom people who have any kind of liver dysfunction—which is often very difficult to diagnose—to studying taste, to finding something in the taste itself as such. It will be extremely difficult to study the internal relationship between liver function and the quality of the water in any given location more thoroughly on one’s own, because the interdependencies are extremely subtle; for example, one must take into account that in places where, say, the water is very hard, different liver ailments develop than in places where the water is less hard. One would do well to pay attention to this and always keep in mind that liver function is promoted by keeping calcium out of the water as much as possible. Of course, one must then find ways and means to accomplish this.
[ 11 ] Innig zusammenhängend ist das Lungenleben mit all dem, was nun der Ort einfach durch seine Erden-Konfiguration bietet, ob wir es zu tun haben mit einer Gegend, in der zum Beispiel wie in der hiesigen Gegend sehr viel Kalkboden ist, oder ob wir es zu tun haben mit einer Gegend, wo viel Kieselboden ist, wo also Urgebirge ist. Danach ist immer, und zwar bis in hohe Grade, verschieden das menschliche Lungenleben, denn die Lunge ist wesentlich abhängig von der festen Bodenbeschaffenheit des Ortes. Zu den ersten Aufgaben des Arztes, der sich in irgendeiner Gegend niederläßt, würde es eigentlich gehören, die Geologie dieser Gegend gründlich zu studieren. Das Studium der Geologie dieser Gegend ist eigentlich eins und dasselbe mit dem Studium der Lungen der betreffenden Gegend. Und man wird sich klar sein müssen darüber, daß das ziemlich Ungünstigste ist, wenn die Lunge ganz und gar sich nicht anpassen kann an die Umgebung.
[ 11 ] Lung function is intimately connected with everything that a particular location offers simply by virtue of its geological composition—whether we are dealing with a region where, for example, as in this area, there is a great deal of limestone soil, or whether we are dealing with a region where there is a lot of gravelly soil, that is, where there are ancient mountains. Consequently, human lung function always varies—and to a high degree—because the lungs are essentially dependent on the solid soil composition of the location. One of the first tasks of a physician settling in any given region should actually be to thoroughly study the geology of that region. Studying the geology of a region is, in fact, one and the same as studying the lungs of the people in that region. And one must realize that the most unfavorable situation is when the lungs are completely unable to adapt to their environment.
[ 12 ] Nun müssen Sie das, was ich in dieser Beziehung sage, nur ja nicht mißverstehen. Ich meine, indem ich diese Abhängigkeit konstatiere der Lunge und der Umgebung, damit den inneren Bau der Lunge, ich meine nicht die Atmung. Selbstverständlich ist dann die Atmung wiederum abhängig von dem durch den inneren Bau bedingten guten oder schlechten Funktionieren. Aber ich meine jetzt mit dieser Abhängigkeit den inneren Bau der Lunge. Ob sie zu einer Verkrustung oder ob sie zur Verschleimung oder dergleichen neigt, das ist im wesentlichen abhängig von dem, wie die Umgebung ist. Dann aber auch ist gerade die Lunge sehr abhängig von der körperlichen Arbeit, und sie wird ganz gewiß geschädigt, wenn der Mensch bis zur Übermüdung körperliche Arbeit verrichten muß.
[ 12 ] Now, please do not misunderstand what I am saying in this regard. When I point out this interdependence between the lungs and their environment—that is, the internal structure of the lungs—I am not referring to respiration. Of course, breathing is in turn dependent on whether the lungs function well or poorly, which is determined by their internal structure. But what I mean by this interdependence is the internal structure of the lungs. Whether they are prone to encrustation, mucus buildup, or the like depends essentially on the nature of the environment. Furthermore, the lungs are highly dependent on physical labor, and they are certainly damaged when a person is forced to perform physical labor to the point of exhaustion.
[ 13 ] Das sind Zusammenhänge, die uns im weitesten Sinne führen zu den Abhängigkeiten derjenigen Organe, die wie Lunge, Leber, Blase und Herz von den inneren Organen nach außen, nach dem Meteorologischen aufgeschlossen sind. Es wird daher immer der Versuch gemacht werden müssen, wenn Erkrankungen dieser Organe vorliegen, auf physikalischem Wege zur Heilung etwas zu erreichen. Denn dasjenige, was auf physikalischem Wege dann erreicht wird, wenn Erkrankungen dieser Organe vorliegen, das ist, ich möchte sagen, in einer gewissen Weise dauernd. Und wenn man konstatiert hat, daß jemand, der zu irgendwelcher Lungenschwäche neigt, für eine bestimmte Gegend gar nicht paßt und man ihn veranlaßt hat, seinen Wohnsitz in einer anderen Gegend, zu der er mehr paßt, zu nehmen, dann hat man ihm eigentlich das Allerbeste getan, wie oftmals gerade für diejenigen Organe, die oberhalb der Lunge liegen, durch die völlige Veränderung des Wohnsitzes und der Lebensweise das Außerordentlichste getan wird. Man kann verhältnismäßig wenig tun für dasjenige, was unterhalb des Herzens liegt, durch Änderung der Wohnsitze und der Lebensweise, aber man kann außerordentlich viel tun für alles dasjenige, was in der Lunge und oberhalb der Lunge liegt durch solche Änderungen des Wohnsitzes und der Lebensweise. Natürlich muß man sich aber dann völlig klar sein, daß im Organismus alles in Wechselwirkung ist und daß man sich, wenn irgend etwas vorliegt, eine Anschauung verschaffen muß darüber, ob eben nicht eine geheime Wechselwirkung vorliegt. Wenn man zum Beispiel eine Entartung der Herzgefäße findet, so muß man sich die Frage vorlegen, ob nicht gerade die Neigung zur Lungenentartung vorliegt und ob man nicht die Krankheit wird anfassen müssen von dieser Neigung zur Lungenentartung aus.
[ 13 ] These are connections that, in the broadest sense, lead us to the interdependencies of those organs—such as the lungs, liver, bladder, and heart—that are, from the perspective of meteorology, open to the outside world. Therefore, whenever diseases of these organs are present, we must always attempt to achieve a cure through physical means. For what is achieved through physical means when these organs are diseased is, I would say, in a certain sense, lasting. And once it has been established that someone prone to some form of lung weakness is not at all suited to a particular region, and they have been encouraged to take up residence in another region that is better suited to them, then one has actually done them the very best favor, just as—especially for those organs located above the lungs—the most extraordinary results are often achieved through a complete change of residence and lifestyle. One can do relatively little for the organs located below the heart by changing one’s place of residence and lifestyle, but one can do an extraordinary amount for all the organs located in and above the lungs through such changes in residence and lifestyle. Of course, one must then be fully aware that everything in the organism interacts with one another and that, if any condition is present, one must determine whether there might not be a hidden interaction at play. If, for example, one finds degeneration of the heart vessels, one must ask oneself whether there is not a tendency toward pulmonary degeneration and whether one will not have to address the disease by starting with this tendency toward pulmonary degeneration.
[ 14 ] Damit ist wenigstens hingedeutet auf alles dasjenige, was Beziehungen des Menschen darstellt zu dem Meteorologischen. Hinter dem Meteorologischen liegt in der Außenwelt, gleichsam zugedeckt für uns durch das Meteorologische, erst das Astronomische, und im Innern des Menschen auch das Astronomische. Was nun hinter alledem, was Sie feststellen können an Meteorologischem, im Innern und im Äußeren des Menschen liegt — denn das Meteorologische im Innern des Menschen erschöpft sich in dem Lungenhaften, Leberhaften, Blasenhaften und Herzhaften, in der Außenwelt erschöpft es sich in der festen Erde, in dem Luftartigen, in dem Wässerigen und in dem Wärmehaften —, das sind die Gestaltungsprozesse im Pflanzlichen und im Mineralischen, und diesen Gestaltungsprozessen im Pflanzlichen und im Mineralischen, die dem Außertellurischen, dem Astronomischen so nahestehen, ist immer gewissermaßen polarisch entgegengesetzt dasjenige, was beim Menschen hinter diesem meteorologischen Prozesse liegt, was also mehr nach innen gelegen ist als die vier genannten Organsysteme. Weil nicht so nahe liegt die Beziehung desjenigen, was da äußerlich in Pflanze und Stein ist, zu dem, was hinter Lunge, Leber und so weiter im Menschen liegt, deshalb ist das Studium der Heilungsprozesse, die aus diesem Gebiete stammen, natürlich wesentlich schwieriger. Aber man findet einen rationellen Weg eben dadurch, daß man sich klarmacht, daß in einer gewissen Weise der Mensch immer die Tendenz im Innern hat, die organische Tendenz, das Entgegengesetzte irgendwo von dem auszuführen, was äußerlich geschieht.
[ 14 ] This at least alludes to everything that constitutes human relationships to the meteorological. Behind the meteorological in the external world—as it were, concealed from us by the meteorological—lies the astronomical, and within the human being, too, the astronomical. Now, what lies behind all that you can observe of the meteorological—both within and outside the human being—for the meteorological within the human being is limited to the pulmonary, hepatic, vesical, and cardiac aspects, while in the external world it is limited to the solid earth, the airy, the watery, and the warm— these are the formative processes in the plant and mineral kingdoms; and these formative processes in the plant and mineral kingdoms, which are so closely related to the extra-terrestrial and the astronomical, are always, in a sense, polar opposites of that which lies behind these meteorological processes in human beings—that is, what is situated more inwardly than the four organ systems mentioned. Because the relationship between what is externally present in plants and stones and what lies behind the lungs, liver, and so on in human beings is not so obvious, the study of the healing processes that originate in this realm is, of course, considerably more difficult. But one finds a rational approach precisely by realizing that, in a certain sense, human beings always have an inner tendency—an organic tendency—to carry out, somewhere within themselves, the opposite of what is happening externally.
[ 15 ] Nehmen wir ein konkretes Beispiel. Nehmen wir das Beispiel der Kieselsäureprozesse. Kieselsäureprozesse vollziehen sich nun erstens ganz auffällig überall da, wo sich eben Silikate bilden, wo sich Quarze und ähnliche Gesteine bilden. Diese Prozesse, die sich da abspielen, haben ihr Gegenbild im menschlichen Organismus. Aber diese Prozesse liegen auch noch gewissen Vorgängen zugrunde, die leider heute noch viel zu wenig beachtet werden, in der Ackererde und in alledem, was da geschieht zwischen der Ackererde, zwischen der Erde überhaupt, die ja kieselig ist, und denjenigen Organen, die sich von den Pflanzen aus in die Erde hineinversenken, den wurzelhaften Organen. Und alles dasjenige, was wir aus dem Pflanzlichen gewinnen, indem wir die Asche nehmen, steht wiederum in inniger Verwandtschaft mit diesem Kieselprozeß im Äußeren.
[ 15 ] Let’s take a concrete example. Let’s take the example of silicic acid processes. First of all, silicic acid processes occur quite conspicuously wherever silicates form—where quartz and similar rocks form. These processes that take place there have their counterpart in the human organism. But these processes also underlie certain phenomena that, unfortunately, are still given far too little attention today—in the topsoil and in everything that happens there between the topsoil, between the earth in general (which is, after all, siliceous), and those organs that extend from the plants into the earth—the root-like organs. And everything we extract from the plant kingdom by taking the ash is, in turn, intimately related to this siliceous process in the external world.
[ 16 ] Nun hat aber dieser Kieselprozeß im Äußeren sein Gegenbild im menschlichen Innern. Und zwar hat er sein Gegenbild in denjenigen Organen, welche, wenn ich mich so ausdrücken darf, oberhalb der Herztätigkeit nach der Lungentätigkeit zu liegen, aber der innerorganischen Bildungstätigkeit, also derjenigen Tätigkeit, die die Lunge bildet und nach dem Kopfe zu liegt. Da drinnen, in alledem, was also sich abspielt, wenn ich so sagen darf, oberhalb der Herztätigkeit, liegt der polarische Gegensatz zu dem ganzen Verkieselungsprozeß in der äußeren Welt. Dieser innerlich organische Prozeß besteht im wesentlichen darinnen, daß in hohem Maße ausgeführt wird, was ich schon angedeutet habe in den verflossenen Vorträgen, daß — wenn ich den Ausdruck wieder gebrauchen darf — homöopathisiert wird der Verkieselungsprozeß der Außenwelt. Können Sie daher finden, daß irgendein Krankheitsbild darauf hinweist, daß die Sitze der Erkrankung oberhalb der Herztätigkeit liegen — grob werden sie sich Ihnen ja dadurch enthüllen, daß zum Beispiel Lungensekretion sehr stark vorliegt, aber nicht weniger zeigt es sich bei der Meningitis und Pseudomeningitis —, dann kann natürlich das, was da vorliegt, zu allen möglichen anderen Störungen im Organismus führen. Denn diese Störungen in der Lunge wirken, weil im Organismus alles wechselweise ist, auf die Störungen der Herzgefäße. Die Störungen, die auftreten können einerseits in der Neigung zu entzündlichen Zuständen im Gehirn, können unterbleiben als entzündliche Zustände, können aber auftreten als entzündliche Zustände in den Verdauungsorganen oder in dem, was mit den Verdauungsorganen zusammenhängt. Und es handelt sich dann darum, zu wissen, wo eigentlich der Ausgangspunkt liegt. Nun, darüber kann ja noch gesprochen werden. Aber in allen diesen Fällen wird es sich darum handeln, in den Organismus so etwas hineinzubringen, was die äußeren Kieselwirkungen im höchsten Maße verdünnt. Wenn Sie gerade diesen Zusammenhang sich recht vor Augen führen, so ist er ein außerordentlich charakteristischer, ein außerordentlich wichtiger Zusammenhang. Er zeigt Ihnen zugleich, daß es notwendig ist, diese in der Natur ja so wichtigen Kieselprozesse dann umzuformen durch das Zersprengen, Zerteilen, Zerreiben, wenn direkt etwas vorliegt, was man beobachten kann in den oberen Körperpartien. Wenn durch Wechselwirkung entstandene Schädigungen in den unteren Körperpartien entstehen, wie zum Beispiel im Herzen selber, dann wird unter Umständen der Prozeß, der schon eingeleitet ist durch diejenigen Pflanzen, welche die Kieselsäure sehr stark enthalten, benützt werden können, um durch Umformung oder direktes Benützen solcher Pflanzen Heilprozesse hervorzurufen. Bei allen Pflanzen, welche Kieseliges enthalten, sollte man sorgfältig untersuchen, inwiefern sie auf den menschlichen Organismus, auf alle Vorgänge, die unterhalb des Herzens sich abspielen, wirken, natürlich aber zurückwirken auf den anderen Organismus.
[ 16 ] Now, this process of pebble formation in the external world has its counterpart in the human interior. Specifically, it has its counterpart in those organs which, if I may put it this way, lie above the activity of the heart and toward the activity of the lungs, but below the internal organic formative activity—that is, the activity that forms the lungs and lies toward the head. There, within all that takes place—if I may put it this way—above the activity of the heart, lies the polar opposite of the entire process of silicification in the outer world. This internal organic process essentially consists in carrying out to a high degree what I have already indicated in previous lectures—that—if I may use the term again—the silicification process of the external world is “homeopathized.” If, therefore, you find that any clinical picture indicates that the sites of the disease lie above the activity of the heart—they will reveal themselves to you, roughly speaking, by the fact that, for example, there is a very heavy amount of pulmonary secretion, but this is no less evident in meningitis and pseudomeningitis—then, of course, what is present there can lead to all sorts of other disturbances in the organism. For these disturbances in the lungs—because everything in the organism is interconnected—affect the cardiovascular system. The disturbances that may arise, on the one hand, as a tendency toward inflammatory conditions in the brain may not manifest as such, but may instead appear as inflammatory conditions in the digestive organs or in systems related to the digestive organs. And the point then is to know where the actual starting point lies. Well, that is certainly a matter for further discussion. But in all these cases, the aim will be to introduce into the organism something that dilutes the external siliceous effects to the greatest extent possible. If you really bring this connection to mind, you’ll see that it is an extraordinarily characteristic and important one. It also shows you that it is necessary to transform these silicic processes—which are so important in nature—by breaking them up, dividing them, and grinding them down when there is something directly present that can be observed in the upper parts of the body. When damage resulting from interactions occurs in the lower parts of the body—such as in the heart itself—then, under certain circumstances, the process already initiated by those plants that contain very high levels of silicic acid can be utilized to induce healing processes through the transformation or direct use of such plants. For all plants containing silica, one should carefully examine the extent to which they affect the human organism—specifically, all processes occurring below the heart—and, of course, how they in turn affect the rest of the organism.
[ 17 ] Das ganz Entgegengesetzte der Verkieselung, das ist enthalten in alledem, was wir in der außermenschlichen Natur nennen wollen den Prozeß der Kohlensäurebildung. Der Prozeß der Kohlensäurebildung ist gewissermaßen der polarische Gegensatz der Kieselsäurebildung. Daher ist es so notwendig, den Prozeß der Kohlensäurebildung beim Heilen zu verfolgen für alles dasjenige, was jetzt im Organismus entgegenliegt dem, was ich eben charakterisiert habe, für alles dasjenige, was im weitesten Umkreise mit der Verdauung zu tun hat, aber auch seinen Ausgangspunkt, seinen Quell im Verdauungssystem selber hat. So daß man mit irgendwelchen Kohlensäureverbindungen, namentlich dann, wenn man sie braucht in der Art, wie sie die Natur selbst gebildet hat, wenn man sie eben durch die Pflanze gewinnt, bei diesen Formen von Krankheiten außerordentlich gut zurecht kommt.
[ 17 ] The exact opposite of silicification is contained in everything we might call, in non-human nature, the process of carbonic acid formation. The process of carbonic acid formation is, in a sense, the polar opposite of silicification. That is why it is so necessary to follow the process of carbonic acid formation during healing—for everything in the organism that is opposed to what I have just described, for everything that is broadly related to digestion but also has its point of origin, its source, in the digestive system itself. Thus, one can manage these forms of disease exceptionally well with various carbon dioxide compounds—especially when they are used in the form in which nature itself has produced them, that is, when they are obtained directly from plants.
[ 18 ] Nun ist es aber sehr wichtig, da einen gewissen Zusammenhang zu beachten. Wenn Sie zunächst die Substanzen nach dem verfolgen, was sie im Riechen und Schmecken darbieten — und das Riechen weist uns ja nur hinaus auf die übrige sichtbare Welt, das Schmecken hinein nach dem, was verborgen im Organismus liegt —, wenn Sie die Verdauung danach beachten, so werden Sie sich sagen: Für dasjenige, was sich abspielt im Beginne des Verdauungsprozesses, fließen so die Substanzen ineinander, sie vermischen sich. Im Verlaufe aber des organischen Prozesses hat es der Mensch zu tun mit dem Wiederscheiden des Zusammengeflossenen, mit dem Wiederauseinanderbringen nicht so sehr des Substantiellen als des Prozessualen. Und dieses Auseinanderbringen, dieses Wiederscheiden des in der Nahrungsaufnahme Zusammengekommenen, gehört eigentlich sehr stark zu den Aufgaben des Organismus. Zunächst hat der Organismus es zu tun mit einer Hauptscheidung des Zusammengekommenen, nämlich auf der einen Seite nach der Ausscheidung alles desjenigen, was eben durch den Darm ausgeschieden werden soll, und nach der Ausscheidung alles desjenigen, was durch den Urin ausgeschieden werden soll.
[ 18 ] However, it is very important to keep a certain connection in mind. If you first examine the substances based on what they reveal through smell and taste—and smell, after all, points us outward toward the rest of the visible world, while taste leads us inward toward what lies hidden within the organism—if you observe digestion in this light, you will say to yourself: At the beginning of the digestive process, the substances flow into one another and mix together. But as the organic process unfolds, the human being is faced with the separation of what has flowed together—not so much the separation of the substantial as of the processual. And this separation—this re-dividing of what came together during food intake—is actually a very significant part of the organism’s tasks. First, the organism must carry out a primary separation of what has come together: on the one hand, the excretion of everything that is to be expelled through the intestines, and on the other hand, the excretion of everything that is to be expelled through the urine.
[ 19 ] Damit nähern wir uns schon einem Organsystem, dem gegenüber die ärztliche Intuition ungemein stark in Betracht kommen wird beim Heilen. Wir nähern uns dem im menschlichen Organismus so wunderbar wirkenden Nierensystem mit seinen ganz merkwürdigen Verzweigungen, auch in seinen Prozessen. Davon jedoch später. Nun handelt es sich darum, daß ja, wie sich gezeigt hat in den verflossenen Vorträgen, alles dasjenige, was Ausscheidung durch das Gedärm ist, wiederum zusammenhängt mit den Vorgängen im Kopfe, daß das zwei zusammengehörige Dinge sind. Ebenso hängt zusammen alles dasjenige, was beim Urin abgeht, mit alledem, was sich vollzieht prozessual um das Herz herum, im Herzsystem. Man hat es im wesentlichen zu tun bei all dem, was die Ausscheidungen durch das Gedärm sind, mit einer menschlichen Nachbildung des Verkieselungsprozesses, bei all dem, was in der Urinbildung vorliegt, mit einer Nachbildung des Kohlensäureprozesses. Diese Zusammenhänge sind es, die dann eine Verbindung schließen lassen zwischen dem, was sich im gesunden Menschen abspielt, und dem, was sich im kranken Menschen abspielen muß. Damit haben wir mehr hingewiesen auf die prozessualen Zusammenhänge. Aber die dürfen nicht einseitig betrachtet werden. Wir werden sehen, daß man erst mit Beherrschung aller dieser Dinge zu einer richtigen Auswertung desjenigen kommt, was uns gestern in außerordentlich einleuchtender Weise vorgeführt worden ist von Dr. Scheidegger als das Ähnlichkeitsgesetz.
[ 19 ] This brings us closer to an organ system in which medical intuition will play an immensely important role in healing. We are approaching the renal system, which functions so marvelously within the human organism, with its quite remarkable branching patterns, including in its processes. But more on that later. Now the point is that, as has been shown in the previous lectures, everything that constitutes excretion through the intestines is, in turn, connected to the processes in the head—that these are two interrelated phenomena. Similarly, everything that is excreted in the urine is connected to all the processes taking place around the heart, within the cardiac system. Essentially, in everything related to excretion through the intestines, we are dealing with a human replica of the silicification process; in everything related to urine formation, with a replica of the carbonic acid process. It is these connections that allow us to draw a link between what takes place in a healthy person and what must take place in a sick person. Thus, we have focused more on the procedural connections. But these must not be viewed one-sidedly. We will see that only by mastering all these things can one arrive at a correct evaluation of what was presented to us yesterday in an exceptionally illuminating manner by Dr. Scheidegger as the Law of Correspondence.
[ 20 ] Dieses Ähnlichkeitsgesetz birgt etwas außerordentlich Bedeutsames. Aber es ist notwendig, daß dieses Ähnlichkeitsgesetz auf allen Elementen aufgebaut wird, welche man gewinnt durch Betrachtung solcher Zusammenhänge, wie wir sie jetzt feststellen. Denn hinter all dem, was ich Ihnen eben jetzt auseinandergesetzt habe, liegen ja wiederum die Zusammenhänge des Menschen mit dem Metallischen. Wenn wir auf der einen Seite sprechen von dem gewissermaßen Kieseligen als dem, was den Menschen gestaltet, und dem Kohlensäurehaften, was den Menschen wieder auflöst, so liegt in dieser fortwährenden Neigung zum Gestalten und zu der Auflösung der Lebensprozeß. Wenn wir einerseits auf dasjenige hinschauen, was den Menschen gestaltet, das Kieselhafte, so müssen wir nicht vergessen, daß diejenigen Regionen in der menschlichen Organisation, die diesem Kieseligen ähnlich sind, wiederum aus den Gründen heraus, die ich ja auch schon zum Teil angedeutet habe in den verflossenen Tagen, eine Verwandtschaft haben zu all dem Metallischen, was sich erschöpft in dem Bleihaften, in dem Zinnhaften und in dem Eisenhaften. Also wir können sagen: Wenn wir die Region oberhalb des Herzens ins Auge fassen, daß wir ins Auge fassen müssen das, was im Menschen da wirkt auf dieser Seite von dem Kieselsäurehaften und was auf der anderen Seite da im Menschen wirkt von dem Bleihaften, Zinnhaften, Eisenhaften. Das Eisenhafte wird mehr mit dem Gestaltungsprozeß der Lunge zu tun haben, das Zinnhafte mehr mit dem Gestaltungsprinzip des Hauptes überhaupt, und das Bleihafte hat sehr viel zu tun mit dem Gestaltungsprinzip, das in den Knochen lokalisiert ist. Denn der Knochenbau und das Knochenwachstum gehen ja im wesentlichen von dem oberen Menschen, nicht von dem unteren Menschen aus.
[ 20 ] This law of similarity holds something extraordinarily significant. But it is necessary that this law of similarity be built upon all the elements gained through the observation of such relationships as we are now establishing. For behind everything I have just explained to you lie, in turn, the relationships between the human being and the metallic realm. When we speak, on the one hand, of the siliceous—so to speak—as that which forms the human being, and the carbonic as that which dissolves the human being, the life process lies in this constant tendency toward formation and dissolution. When we look, on the one hand, at that which forms the human being, the siliceous, we must not forget that those regions in the human organism that are similar to this siliceous element—again, for the reasons I have already partly indicated in the past few days—have a kinship with all that is metallic, which finds its expression in the lead-like, the tin-like, and the iron-like. So we can say: When we consider the region above the heart, we must take into account what is at work in the human being on this side of the silicic aspect and what is at work on the other side of the leaden, tin-like, and iron-like aspects. The iron-like quality has more to do with the formative process of the lungs; the tin-like quality has more to do with the formative principle of the head in general; and the lead-like quality has a great deal to do with the formative principle localized in the bones. For bone structure and bone growth essentially originate in the upper human being, not in the lower human being.
[ 21 ] Nun handelt es sich darum, daß man gewissermaßen abwägen lernt, wie diese Dinge zusammenwirken, wie man also etwa kieselsaure Salze, wobei man immer das Metall auf seine Ähnlichkeit mit diesen drei Repräsentanten zu prüfen hat, verwendet. Und auf der anderen Seite muß man sich klar sein darüber, daß der untere Mensch verwandt ist dem Kupfer, dem Merkur, dem Silber und daß man bei allen Kohlensäureprozessen darauf Rücksicht nehmen muß, inwiefern man die mit diesen Metallen verwandten Metalle oder diese Metalle selbst verwendet, sie verbindet irgendwie mit kohlensäurebildenden Prozessen.
[ 21 ] The point is to learn, so to speak, to weigh how these things interact—that is, how to use silicic acid salts, for example, while always examining the metal for its similarity to these three representatives. On the other hand, one must be clear that the lower human being is related to copper, mercury, and silver, and that in all carbon dioxide processes, one must take into account the extent to which one uses metals related to these metals—or these metals themselves—and combines them in some way with carbon dioxide-forming processes.
[ 22 ] Dadurch schließt man dasjenige zusammen, was im Irdischen bedingt durch das Außerirdische metallhaft ist, und dasjenige, was sonst gesteinshaft ist, was sich unter dem Einfluß des kohlensäurebildenden Prinzips gestaltet, und dasjenige, was sich unter dem Einfluß des kieselsäurebildenden Prinzips gestaltet. Wir nähern uns da allmählich der Möglichkeit, zu konkretisieren die Dinge in der Außenwelt, die wir dem menschlichen Organismus zuführen müssen, damit wir ihm in dem einen oder in dem anderen Falle eine Heilung bringen können.
[ 22 ] This brings together what, in the earthly realm, is metallic in nature due to extraterrestrial influences; what is otherwise stony in nature, formed under the influence of the carbon-forming principle; and what is formed under the influence of the silicic acid-forming principle. We are thus gradually approaching the possibility of identifying the specific substances in the external world that we must supply to the human organism so that we can bring about a cure in one case or another.
[ 23 ] Immer wird dabei beachtet werden müssen, daß alles dasjenige, was wenig auf die niederen Sinne wirkt, was wenig auf Geruch und Geschmack wirkt, was also, ich möchte sagen, sein Wesen nicht so nach außen auf dem Präsentierteller trägt, daß das in sehr starken Verdünnungen wirken kann, dagegen man weniger starke Verdünnungen bei demjenigen braucht, was eben im Geruch und Geschmack sein inneres Wesen auf dem Präsentierteller trägt. Diejenigen Substanzen, die stark riechen und schmecken, sind, wenn man sich klar wird darüber, worinnen das Heilende besteht, schon im Grunde so, wie sie an sich sind, oftmals außerordentlich gute Heilmittel, namentlich wenn ihre Heilwirkung nicht aufgehoben wird durch die gewöhnliche Diät.
[ 23 ] It must always be borne in mind that everything that has little effect on the lower senses—that is, on smell and taste—and thus, I might say, does not so openly reveal its essence to the outside world—can be effective in very strong dilutions; whereas, conversely, weaker dilutions are needed for those substances that do openly reveal their inner essence through smell and taste. Those substances that have a strong smell and taste are—once one understands what the healing principle consists of—often, in their very nature, extraordinarily good remedies, especially when their healing effect is not counteracted by the ordinary diet.
[ 24 ] Nun aber ist es allerdings nötig, daß man, um nun auf diese Dinge noch weiter einzugehen, wenigstens aufmerksam darauf ist, daß jeder Sinn des Menschen diese Differenzierung hat und daß schon auch da bei dieser Sinnesdifferenzierung gesagt werden muß, daß das beste Reagens, das beste Mittel, um Reaktionen zu finden, doch im Grunde genommen der Mensch selber ist. Natürlich wird bei denjenigen Substanzen, die nicht riechen und schmecken, das schwierig sein. Aber ich mache Sie doch darauf aufmerksam, daß es eine Art von Selbsterziehung gibt, die insbesondere für den Arzt von einer großen Wichtigkeit ist, eine Selbsterziehung, die darinnen besteht, daß man jene feinen Empfindungsfähigkeiten, die schon möglich sind auszubilden, ausbildet, die einen dahin führen, etwas zu empfinden eben bei so etwas wie, sagen wir, dem äußerlich natürlichen Kieselbildungsprozeß. Bedenken Sie doch nur einmal: es bedeutet ja erwas, daß zwar der Quarz sehr regelmäßige Gestaltungen aufweist, daß aber dieses Gestein, dieses Mineral, welches auf der einen Seite so regelmäßige Gestaltungen aufweist, in den Bildungen, die mit ihm verwandt sind, wiederum so sehr zu allen möglichen Kristallgestalten neigt, daß ungeheure Mannigfaltigkeit bei den Silikaten im Kristallisieren vorliegt. Wer solche Dinge empfinden kann, der empfindet dann auch, wie in der Bildungsmöglichkeit der verschiedensten Gestalten schon das zerstreuende Element vorwiegt. Natürlich muß ein zerstreuendes Element vorgebildet sein, wenn die Möglichkeit vorliegen soll, in der äußeren Natur so viel Gestaltendes hervorzurufen wie bei den Silikaten. Das weist darauf hin, daß man die Silikate in zersprengtem Zustande verwenden muß. Dafür muß man sich schon eben eine Empfindungsmöglichkeit verschaffen. Denn sie führt dann, wie wir noch sehen werden, zu einer gewissen Wertung der Heilmittel. Auf der anderen Seite ist es aber auch notwendig, daß sich der Mensch selbst zu einem guten Reaktionsboden macht und sich namentlich dahingehend Empfindungen aneignet, daß zum Beispiel die Gerüche eigentlich ebenso siebengliedrig sind wie die Farbenempfindungen. Wenn wir uns das Unterscheidungsvermögen für den süßlichen Geruch, den stechenden Geruch und so weiter aneignen, so werden wir finden, daß in der Tat der Geruchsinn nach sieben Nuancen hin differenziert ist, ebenso der Geschmacksinn. Und das Interessante ist, daß man, wenn man sich im Geruchsinn die Skala, wenn ich so sagen darf, das Geruchspektrum aneignet, so bekommt man mit ein Erziehungsmittel, um sich zurechtzufinden auch in alledem, was bei den verbrennlichen Substanzen auftritt. Man dringt gewissermaßen in die Natur der verbrennlichen Substanzen ein; wir werden morgen sehen wie. Wenn man sich gewisse Empfindungsmöglichkeiten für den Geschmack aneignet, wenn man zum Beispiel gut unterscheiden kann den süßlichen Geschmack von dem salzigen Geschmack, also Salze, und dazwischen noch fünf andere Nuancen, da eignet man sich an eine gewisse innere Verwandtschaft gerade zu dem Salzbildenden in der Natur. Und wenn man sich diese innere Verwandtschaft aneignet, dann kommt man dazu, einfach, ich möchte sagen, aus den Eindrücken, die man aus der Natur bekommt, heraus die Empfindung zu haben: das taugt nach der einen Seite des menschlichen Organismus hin, das taugt nach der anderen Seite des menschlichen Organismus hin. Obzwar zugrunde liegen müssen sorgfältige, exakte wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirkungen der verschiedenen Substanzen, so ist es doch von einer großen Bedeutung, daß man niemals eigentlich außer acht läßt, die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen auch von seinen subjektiven Wahrnehmungskräften zu begleiten, daß man also sich erwirbt ein gewisses inneres Verwandtschaftsgefühl zur Natur.
[ 24 ] However, in order to delve further into these matters, it is necessary to at least be aware that every human sense possesses this differentiation, and that even in the context of this sensory differentiation, it must be said that the best reagent—the best means of eliciting reactions—is, after all, the human being himself. Of course, this will be difficult with substances that have no smell or taste. But I would like to draw your attention to the fact that there is a kind of self-education that is of great importance, especially for the physician—a self-education that consists in cultivating those subtle sensory abilities that are already possible to develop, abilities that lead one to perceive something in, say, the outwardly natural process of pebble formation. Just consider this for a moment: it is significant that, while quartz exhibits very regular forms, this rock—this mineral—which on the one hand displays such regular forms, in the formations related to it tends so strongly toward all manner of crystalline shapes that there is immense diversity among silicates during crystallization. Anyone who can sense such things will also sense how the dispersing element already predominates in the potential for forming the most diverse shapes. Of course, a dispersing element must be preformed if there is to be the possibility of bringing about as much formative activity in the external natural world as is the case with the silicates. This indicates that the silicates must be used in a dispersed state. To do this, one must first cultivate the capacity for such perception. For this then leads, as we shall yet see, to a certain evaluation of the remedies. On the other hand, however, it is also necessary for the individual to make himself a receptive medium and to acquire perceptions—particularly in this regard—so that, for example, odors are in fact just as sevenfold as color perceptions. If we develop the ability to distinguish between sweet smells, pungent smells, and so on, we will find that the sense of smell is in fact differentiated into seven nuances, just as the sense of taste is. And what is interesting is that when one acquires, in the sense of smell, the scale—if I may put it that way—the olfactory spectrum, one gains a means of orientation to navigate everything that occurs with combustible substances. One penetrates, so to speak, into the nature of combustible substances; we will see how tomorrow. When one develops certain sensory capacities for taste—for example, when one can clearly distinguish the sweet taste from the salty taste, that is, salts, and five other nuances in between—one develops a certain inner affinity specifically for the salt-forming elements in nature. And when one acquires this inner affinity, one comes to have—simply, I would say, from the impressions one receives from nature—the sense that this is beneficial for one aspect of the human organism, and that is beneficial for another aspect of the human organism. Although careful, precise scientific investigations into the effects of the various substances must form the foundation, it is nevertheless of great importance that one never actually neglects to accompany the results of these scientific investigations with one’s subjective powers of perception—that one thus acquires a certain inner sense of kinship with nature.
[ 25 ] An diese Auseinandersetzung möchte ich dann morgen anknüpfen und dann immer weiter zu dem Speziellen kommen.
[ 25 ] I would like to pick up on this discussion tomorrow and then gradually move on to the specifics.
