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Spiritual Science and Medicine
GA 312

30 March 1920, Dornach

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Zehnter Vortrag

Tenth Lecture

[ 1 ] Es ist ja in der Natur der Sache gelegen, daß wir hier versuchen, mehr die Methode aufzufinden, durch die das medizinische Studium befruchter werden kann, als daß wir uns zu stark atomisierend in Einzelheiten verlieren würden, die ja doch im Grunde genommen immer nur eine relative Bedeutung haben können. Aber gerade das methodische Studium des Zusammenhanges des Menschen mit der außermenschlichen Natur dürfte geeignet sein, jeden einzelnen Menschen gewissermaßen auszurüsten damit, in der Natur selbst Beobachtungen anstellen zu können. Lassen Sie uns daher heute im Eingange einiges anführen, welches gewissermaßen für ein gewisses Gebiet eine Art Weg sein kann, auf dem man so manches finden kann.

[ 1 ] It is, after all, in the nature of things that we are attempting here to discover the method by which the study of medicine can become more fruitful, rather than getting lost in overly fragmented details that, when all is said and done, can only ever have relative significance. But it is precisely the methodical study of the relationship between human beings and the non-human natural world that is likely to equip each individual, so to speak, with the ability to make observations in nature itself. Let us therefore begin today by presenting a few points that, in a sense, can serve as a path in a certain field, along which one can discover many things.

[ 2 ] Es ist ja natürlich, daß die eigentlich geisteswissenschaftliche Untersuchung dadurch, daß sie Regulative abgibt, manches herausfinden kann, das dann ganz im Sinne des gestern von Dr. Stein gehaltenen Vortrags verifiziert werden kann. Aber auf der anderen Seite, geht man einmal gerade auf diese Gebiete ein, so sind sie für manches leitend. Und so möchte ich Sie auf ein paar Beispiele heute hinweisen, die aber eben signifikant sein können. Sie sehen zum Beispiel — bleiben wir zunächst im Gebiete des Pflanzlichen für eine kleine Weile stehen — wie Anis, Anisum vulgare, im allgemeinen auf den menschlichen Organismus wirkt. Wir werden finden, daß seine charakteristischesten Wirkungen die sind, daß es absonderungsfördernd auftritt, also harntreibend, die Milchabsonderung fördernd, schweißbildend auch, und wir fragen uns, womit das zusammenhängen könnte. Wir werden gerade bei dieser Pflanze finden, daß ihre Wirksamkeit zusammenhängt mit den darin vorhandenen, fein zerteilten Eisenbestandteilen oder Eisensalzbestandteilen, so daß wir deutlich wahrnehmen können, wie die Wirkung des Anis darauf beruht, daß gewissermaßen dasjenige, was sonst durch das Eisen im Blute sich abspielt, herausgenommen wird aus dem Blute und eine Weile auf die Provinz unterhalb des Blutes gedrängt wird. Wir können aber geradezu bei gewissen Pflanzen gut studieren, weil sie mit ihren Wirkungen sehr stark auf das Mittlere, also zwischen außen und innen gehen, zwischen der Oberfläche des Leibes und dem Herzen, wie sie ihre Wirkungen auf die verschiedenen Gebiete erstrecken, und können dann darinnen Leitmotive für dasjenige haben, was wir in der Heilmittellehre rationell aufsuchen können.

[ 2 ] It is, of course, natural that research in Spiritual Science—by establishing guiding principles—can uncover certain things that can then be verified entirely in line with the lecture given yesterday by Dr. Stein. But on the other hand, once we delve into these very areas, they serve as a guide for many things. And so today I would like to draw your attention to a few examples that may prove significant. You can see, for example—let us remain in the realm of botany for a little while—how anise, *Anisum vulgare*, generally affects the human organism. We will find that its most characteristic effects are that it promotes secretion—that is, it is diuretic, promotes milk secretion, and induces sweating—and we ask ourselves what this might be related to. We will find, specifically with this plant, that its efficacy is related to the finely divided iron components or iron salt components present in it, so that we can clearly perceive how the effect of anise is based on the fact that, so to speak, what normally takes place in the blood due to the iron is removed from the blood and, for a time, is forced into the region below the blood. However, we can study certain plants particularly well because their effects are strongly directed toward the middle—that is, between the outside and the inside, between the surface of the body and the heart—and we can observe how their effects extend to various areas; this allows us to identify guiding principles for what we can rationally investigate in the science of remedies.

[ 3 ] Betrachten wir zum Beispiel eine Pflanze, die in dieser Beziehung geradezu, ich möchte sagen, ein Lehrmeister der Natur selbst ist, das Cichorium intybus. Es ist etwas, woran man, ich möchte sagen, alles mögliche über den menschlichen Organismus studieren kann, wenn man nur will. Denn wir können finden bei Cichorium intybus, daß es einerseits ein Gegenmittel gegen Verdauungsschwäche ist, also gegen dasjenige, was durch die Organe sich äußert, die unmittelbar gegen die menschliche Außenwelt selbst zu liegen, anderseits daß aber auch Cichorium intybus auf das Blut selbst wirkt, daß es das Blut verhindert, die ihm nötigen Prozesse nicht zu vollziehen, daß es das Blut verhindert, Störungsprozesse aufkommen zu lassen in der Blutflüssigkeit selber. Endlich ist bei Cichorium intybus das sehr Bedeutsame, daß es doch auch bis zu ganz peripherischen Prozessen in seiner Heilwirkung reicht, daß es eben noch eine Wirkung äußert unter Umständen auf die Kopforgane, namentlich aber auf die Hals- und Brustorgane, auf die Lungenorgane. Gerade deshalb, weil Cichorium intybus so starke Wirkungen auf alle möglichen Glieder des Menschen hat, deshalb ist es so interessant zu studieren. Man sieht gewissermaßen fächerförmig diese Wirkungen ausgebreitet. Wir fragen uns: Worauf beruht die Gegenwirkung gegen die Verdauungsschwäche? Wir finden, sie beruht auf dem im Cichorium vorhandenen, durch den stark wirkenden Geschmack sich ausdrückenden bitteren Extraktivstoff. Diese bitteren Extraktivstoffe, die also noch einen stark pflanzlichen substanzlichen Charakter haben, haben noch eine starke Verwandtschaft zu dem im Menschen, was noch nicht sehr stark von dem Menschen verarbeitet ist, was gewissermaßen noch ähnlich seinem Aussehen in der Außenwelt ist.

[ 3 ] Let us consider, for example, a plant that, in this regard, is—I would say—a veritable teacher of nature itself: Cichorium intybus. It is something from which, I would say, one can study all manner of things about the human organism, if one so desires. For we can see in Cichorium intybus that, on the one hand, it is an antidote to digestive weakness—that is, to what manifests through the organs that lie directly adjacent to the human external world itself—and, on the other hand, that Cichorium intybus also acts on the blood itself, preventing the blood from carrying out the processes necessary for it and preventing the blood from allowing disruptive processes to arise in the blood itself. Finally, what is very significant about Cichorium intybus is that its healing effect extends even to very peripheral processes; under certain circumstances, it exerts an effect on the head organs, but particularly on the throat and chest organs, on the lungs. Precisely because Cichorium intybus has such powerful effects on all possible parts of the human body, it is so interesting to study. One sees these effects spreading out, as it were, in a fan-like pattern. We ask ourselves: What is the basis of its counteractive effect against digestive weakness? We find that it is based on the bitter extractive substances present in Cichorium, which are expressed through its strong-tasting flavor. These bitter extractive substances, which thus still possess a strongly plant-based, substantial character, bear a close resemblance to that which in humans has not yet been processed very thoroughly—that which, in a sense, still resembles its appearance in the external world.

[ 4 ] Wir müssen uns ja klar sein darüber, daß wir die Stoffe der Außenwelt zunächst wenig verarbeitet in den Gebieten bis zum Magen hin haben, daß sie dann weiterverarbeitet werden, durch den Darm ins Blut hinein wesentlich umgearbeitet erscheinen und am stärksten umgearbeitet erscheinen in der Peripherie, im Knochensystem, Nervensystem, Muskelsystem. Und Extraktivstoffe haben eine sehr starke Verwandtschaft zu den noch unverarbeiteten äußeren Substanzen.

[ 4 ] We must be clear that, in the areas leading up to the stomach, the substances from the external world are initially only minimally processed; that they are then further processed, appear to have been significantly transformed as they enter the bloodstream through the intestines, and appear to be most heavily transformed in the periphery—in the skeletal, nervous, and muscular systems. And extractive substances bear a very strong resemblance to the unprocessed external substances.

[ 5 ] Nun enthält aber Cichorium intybus auch alkalische Salze, Kalium. Namentlich in diesem müssen wir nun suchen dasjenige, was ins Blut hineinwirkt, so daß wir also gleichzeitig in dem Cichotium intybus sehen, wie sich die Kräfte scheiden. Die Kräfte, die in den Extraktivstoffen liegen, die ziehen sich durch ihre Verwandtschaft zu den Verdauungsorganen hin. Die Kräfte, die in den alkalischen Salzen liegen, ziehen sich in ihrer Verwandtschaft nach den Organen der Blutsverwandtschaft oder dem Blute selber hin. Dann ist da im wesentlichen Kieselsäure in sehr starkem Maße. Die Kieselsäure wirkt über das Blut hinaus in die peripherischen Organe durch das Nervensystem und Muskelsystem hindurch bis hinein ins Knochensystem. So daß also Cichorium intybus etwas ist, das uns eigentlich wirklich zeigt: ich bin da und lasse mich dreifach spalten, so daß ich eine Wirkung habe auf alle drei Gliederungen des menschlichen Organismus. Das sind die Experimente, die uns die Natur selber vormacht, und sie sind eigentlich immer viel bedeutungsvoller als die Experimente, die wir uns selber machen, weil die Natur in ihren Absichten viel reicher ist, als wir selber sein können, wenn wir an die Natur Fragen stellen mit unserem Experimente.

[ 5 ] However, Cichorium intybus also contains alkaline salts, specifically potassium. It is precisely in this that we must now seek the substance that acts upon the blood; thus, in Cichorium intybus, we see how the forces separate. The forces contained in the extractive substances are drawn toward the digestive organs due to their affinity with them. The forces contained in the alkaline salts are drawn toward the organs of the blood system—or the blood itself—due to their affinity with them. Then there is, essentially, a very high concentration of silicic acid. Silicic acid acts beyond the blood into the peripheral organs, passing through the nervous and muscular systems and extending into the skeletal system. Thus, Cichorium intybus is something that truly shows us: “I am here, and I allow myself to be divided into three parts, so that I have an effect on all three divisions of the human organism.” These are the experiments that nature itself demonstrates to us, and they are actually always far more significant than the experiments we conduct ourselves, because nature is far richer in its intentions than we ourselves can ever be when we pose questions to nature through our experiments.

[ 6 ] Sehr interessant in dieser Beziehung ist nun auch das Equisetum arvense. Da haben wir wiederum starke Wirkungen gegen die Verdauungsschwäche, aber auch wiederum starke peripherische Wirkungen. Wir brauchen uns nur zu fragen: Worauf beruhen diese starken peripherischen Wirkungen beim Equisetum arvense? Wir bekommen wiederum zur Antwort: Auf dem Kieselsäuregehalt. So daß wir einfach durch ein vergleichendes Studium — und das, was ich Ihnen angegeben habe hier, das können Sie, wenn Sie wirklich medizinische Botanik studieren, sehr vermannigfaltigen — überall finden, daß all das, was noch dem Pflanzlichen ähnlich ist, als Extraktivstoff sich äußert, noch zum Verdauungstrakt seine Verwandtschaft hat und daß dasjenige, was schon nach dem Mineralreich hinübertendiert, die Kieselsäure, gewissermaßen von dem Zentrum des Menschen nach dem Peripherischen unbedingt hin will und da auch heilend wirkt.

[ 6 ] Equisetum arvense is also very interesting in this regard. Here, too, we see strong effects against digestive weakness, but also strong peripheral effects. We need only ask ourselves: What is the basis for these strong peripheral effects in Equisetum arvense? Once again, the answer is: its silica content. So that simply through a comparative study—and what I have outlined here, you can expand upon greatly if you are truly studying medicinal botany—we find everywhere that everything that is still similar to the plant kingdom manifests as an extractive substance, is still related to the digestive tract, and that that which already tends toward the mineral kingdom, silicic acid, so to speak, inevitably flows from the center of the human being toward the periphery and exerts a healing effect there as well.

[ 7 ] Aber, ich möchte sagen, geradezu eine Prachtpflanze ist in ihrer Wirksamkeit ein ganz einfaches Ding, aber ungeheuer lehrreich, das ist Fragaria vesca, die Walderdbeere. Es wird ihre Wirkung nur deshalb sehr wenig beobachtet, weil sie ja gegessen wird von denjenigen, die gewissermaßen durch ihre Organisation ihre Wirkung zudecken. Aber man könnte ja in einem solchen Falle, wo zumeist die Wirkung zugedeckt wird, seine Versuche machen mit Menschen, die gewissermaßen noch empfänglich, sensitiv sind, mit Menschen, die sonst nicht Erdbeeren essen. Dann würde sich geradezu die prachtvolle Bedeutung dieser Walderdbeere zeigen. Diese Walderdbeere ist nämlich auf der einen Seite ganz besonders befähigt, Normalisierung in der Blutbildung hervorzurufen. Sie tut alles, was eigentlich die Blutbildung etwas fördert, so daß man sie anwenden kann bei Menschen, die sonst nicht gegen Erdbeeren sich immun machen durch den Erdbeerengenuß, sogar bei Diarrhöebildung aus dem Grunde, weil bei der Diarrhöebildung im Unterleib unrichtig auftretende Kräfte an ihre richtige Stelle zurückverlegt werden, mehr in das Blutsystem selber.

[ 7 ] But, I would say, a truly magnificent plant—one that is quite simple in its effectiveness yet immensely instructive—is *Fragaria vesca*, the wild strawberry. Its effect is observed very rarely simply because it is eaten by people who, so to speak, mask its effect through their constitution. But in such a case—where the effect is usually masked—one could conduct experiments with people who are, so to speak, still receptive and sensitive, with people who do not normally eat strawberries. Then the truly magnificent significance of this wild strawberry would become apparent. For this wild strawberry is, on the one hand, particularly capable of promoting normalization in blood formation. It does everything that actually promotes blood formation to some extent, so that it can be used for people who do not otherwise build up an immunity to strawberries through their consumption—even in cases of diarrhea—because when diarrhea occurs, forces that are improperly active in the lower abdomen are redirected to their proper place, more into the blood system itself.

[ 8 ] Nun hat man da auf der einen Seite eine wesentlich blutbildnerische Kraft und auf der anderen Seite haben wir in der Walderdbeere wiederum die Kieselsäure, also hintendierend dasjenige, was im Organismus ist, nach der Peripherie. Bedenken Sie nur, was eigentlich diese Walderdbeere für ein prachtvolles Ding ist. Sie hat die Tendenz, durch die Kieselsäure eine gewisse Kraftentfaltung zu entwickeln in der Peripherie des Organismus. Dann, wenn in der Peripherie des Organismus eine Kraftentfaltung geschieht, ist eine gewisse Gefahr vorhanden, daß, wenn man nun zuviel Kieselsäure hinleitet nach dieser Peripherie, die Kraft sich gewissermaßen überschnappt, und man nach dieser Peripherie nicht gleichzeitig genügend viel Nährstoffe nachschickt, daß man das Blut nicht gleichzeitig genügend fruchtbar hat, um das, was man da gewissermaßen anrichtet durch die Kieselsäure, in einer gewissen Weise wiederum mit Nährstoff zu versorgen. Die Walderdbeere ist nun dieses prächtige Exemplar, das gleichzeitig sich das Blut selber bereitet, das da nachgeschickt werden muß. Sie ist also dasjenige, was ausdrückt in einer ganz wunderbaren Form, was man tun muß, um gewissermaßen zu Hilfe zu kommen dem Prozesse, den man durch die Kieselsäureverbindungen hervorruft in den Peripherien des menschlichen Organismus. Die Natur gibt uns schon an einzelnen Exemplaren — und auch das könnte wiederum wesentlich vermehrt werden — ganz wunderbare Einsichten, wenn wir nur die Intuition haben, die Natur in den richtigen Punkten aufzusuchen.

[ 8 ] Now, on the one hand, we have a significant hematopoietic power, and on the other hand, in the wild strawberry, we have silicic acid, which tends to direct what is in the organism toward the periphery. Just consider what a magnificent thing this wild strawberry actually is. Through its silica, it tends to generate a certain release of energy in the periphery of the organism. Then, when this release of energy occurs in the periphery of the organism, there is a certain danger that, if too much silica is directed toward this periphery, the energy will, so to speak, get out of hand, and if one does not simultaneously send enough nutrients to this periphery—if the blood is not sufficiently nourished at the same time—to, in a certain way, replenish with nutrients what is, so to speak, being brought about there by the silicic acid. The wild strawberry is this magnificent example that simultaneously produces the very blood that must be supplied there. It is thus the one that expresses, in a truly wonderful way, what must be done to, so to speak, assist the process that is triggered by the silicic acid compounds in the peripheries of the human organism. Nature already provides us, through individual examples—and this, too, could be significantly expanded—with truly wonderful insights, if only we have the intuition to seek out nature in the right places.

[ 9 ] Dann mache ich Sie von diesem Gesichtspunkte aus noch auf etwas anderes aufmerksam. Studieren Sie die ziemlich umfassende Wirkung, welche eine solche Pflanze hat wie zum Beispiel Lavandula. Da werden Sie finden, daß auf der einen Seite dasjenige, was Sie in der Lavandula haben, eine starke heilende Kraft hat für all das, was, ich möchte sagen, negative Seelenschwäche ist, Ohnmachten, Nervenschwäche, Lähmungen, so daß also Lavandula nach der Peripherie des menschlichen Organismus hinwirkt so, daß es den astralischen Leib heraustreibt, daß der seine Macht verliert über den physischen Leib,

[ 9 ] From this perspective, I would like to draw your attention to something else. Study the rather comprehensive effects of a plant such as Lavandula. You will find that, on the one hand, the properties found in Lavandula possess a powerful healing force for everything that, I would call a negative spiritual weakness—fainting spells, nervous weakness, paralysis—so that Lavandula acts on the periphery of the human organism in such a way that it drives the astral body out, causing it to lose its power over the physical body,

[ 10 ] Nun kann man bei solchen Pflanzen, überhaupt bei solchen Substanzen, bei denen man Wirkung gegen negative Nervenzustände, wenn wir sie so nennen dürfen, bemerkt, immer auch nach den anderen gegensätzlichen negativen Nervenzuständen fragen, ob schwache Periode zum Beispiel vorhanden ist, und Sie werden immer finden, daß die Substanz nach der einen und nach der anderen Seite hin wirkt. Eine Pflanze, die nach diesen beiden Seiten besonders stark wirkt, ist zum Beispiel wiederum die Melisse, die sowohl bei Schwindel, Ohnmachten stark wirkt, aber auch periodenanfeuernd im hohen Grade wirken kann.

[ 10 ] Now, with such plants—and indeed with any substances in which we observe an effect against negative nervous states, if we may call them that—we can always also inquire about the other, opposing negative nervous states, such as whether a state of weakness is present, and you will always find that the substance acts in both directions. One plant that has a particularly strong effect in both of these ways is, for example, lemon balm, which is highly effective against dizziness and fainting, but can also have a highly stimulating effect on menstruation.

[ 11 ] Ich habe diese Beispiele erwähnt, um Ihnen zu zeigen, wie man den äußeren Pflanzenprozeß verfolgen kann in seiner Ähnlichkeit zu dem Prozesse, der sich im Menschen selber abspielt. Nur wird man sich klar sein müssen darüber, daß die Pflanze ja nur mit einem Teil des menschlichen Wesens wirklich verwandt ist. Das möchte ich doch alle diejenigen zu bedenken bitten, die etwa fanatisch sich bloß auf die Pflanzenheilkunde verlegen möchten, was es ja auch in unserer Zeit gibt. Der Mensch ist wirklich so, daß er alle Naturreiche in sich enthält und außer dem menschlichen Reiche, das er selbst noch ist, verwandt war in seinen Bildungsvorgängen, in seinen Entwickelungsstadien mit allen übrigen Naturreichen und in einer gewissen Weise alle übrigen Naturreiche aus sich herausgesetzt hat und aus diesen Naturreichen in gewissen Fällen dasjenige, was er herausgesetzt hat, wiederum in sich zurücknimmt. Ja, es ist ein solches In-sich-Zurücknehmen. Das ist sogar sehr wichtig, daß es ein solches In-sich-Zurücknehmen ist.

[ 11 ] I have mentioned these examples to show you how one can observe the external process of the plant and see its similarity to the process that takes place within human beings themselves. However, one must be clear about the fact that the plant is truly related only to a part of the human being. I would like to ask all those who, perhaps fanatically, wish to rely solely on herbal medicine—which does exist even in our time—to consider this. The human being is truly such that he contains all the kingdoms of nature within himself; and apart from the human kingdom, which he himself still is, he was related in his formative processes and stages of development to all the other kingdoms of nature, and in a certain sense has projected all the other kingdoms of nature out of himself—and in certain cases takes back into himself that which he has projected from these kingdoms. Yes, it is a process of taking back into oneself. It is, in fact, very important that it is a process of taking back into oneself.

[ 12 ] Dasjenige, was wir verhältnismäßig am letzten herausgesetzt haben, das müssen wir auch wiederum am frühesten im Heilungsprozeß in uns zurücknehmen. Wenn wir vom Tierreiche absehen — wir wollen ja auf dieses noch einiges Licht werfen, aber wir wollen zunächst davon absehen —, so haben wir, später als das Pflanzenreich, das eigentliche Mineralreich aus uns herausgesetzt, und wir müssen uns klar sein darüber, daß daher ein bloßes Beziehungsuchen des Menschen zum Pflanzenreich eben eine Einseitigkeit darstellt. Aber lehrreich bleibt das Pflanzenreich aus dem Grunde doch noch, weil ja schließlich auch die Pflanze, wenn sie heilt, eben nicht nur dutch ihr Pflanzensein, sondern durch die in ihr befindliche Angehörigkeit des Mineralreiches heilt. Deshalb bleibt es lehrreich. Nur muß man sich darüber klar sein, daß die Pflanze ja schon wiederum einen Teil desjenigen neu verarbeitet, was im Mineralreich vorliegt, und daß das nun von ihr schon wiederum Verarbeitete nicht im selben hohen Grade ein Heilmittel ist wie dasjenige, was noch nicht verarbeitet ist. Also die Kieselsäure, die bereits wiederum von der Pflanze überwunden ist, in den Pflanzenprozeß einbezogen ist, ist nicht ein so starkes Heilmittel, wie die im Mineral uns entgegentretende Kieselsäure, bei der der Organismus sich wesentlich mehr anstrengen muß, um sie zu assimilieren, zur Einheit zu treiben, als wenn er es bloß mit Kieselsäure im Pflanzenreich zu tun hat.

[ 12 ] That which we have projected outward relatively last is what we must, in turn, take back into ourselves earliest in the healing process. If we set aside the animal kingdom—we do intend to shed some light on it later, but let us leave it aside for now—we have, later than the plant kingdom, cast the actual mineral kingdom out of ourselves, and we must be clear that, for this reason, a mere search for a connection between human beings and the plant kingdom represents a one-sided view. Yet the plant kingdom remains instructive for this very reason: after all, when a plant heals, it does so not merely through its plant nature, but through the connection to the mineral kingdom that resides within it. That is why it remains instructive. One must simply be aware, however, that the plant, in turn, reprocesses a portion of what is present in the mineral kingdom, and that what has already been reprocessed by the plant is not a remedy to the same high degree as that which has not yet been processed. Thus, the silicic acid that has already been transformed by the plant and incorporated into the plant’s metabolic process is not as potent a remedy as the silicic acid we encounter in the mineral kingdom, where the organism must exert considerably more effort to assimilate it and integrate it into a unified whole than when it is dealing solely with silicic acid in the plant kingdom.

[ 13 ] Das ist dasjenige, was immer betont werden muß, daß der Mensch stärkere Kraft entwickeln muß, wenn ihm stärkere Kraft entgegensteht. Es steht ihm ganz positiv stärkere Kraft entgegen, wenn er Mineralisches in sich zu assimilieren und zu überwinden hat, als wenn er bloß Pflanzliches zu assimilieren hat. Sehen Sie, darin besteht ja auch der Unterschied — bitte, ich betone es, ich sage das nur wie in Parenthese, daß ich nicht für irgendeine Ernährungsweise hier Propaganda machen will, ich will ganz und gar nicht eintreten für irgend etwas, sondern nur die Dinge erzählen, wie sie sind —, darauf beruht ja der Unterschied zwischen der vegetarischen und der animalischen Ernährungsweise. Wenn wir uns bloß durch Pflanzliches nähren, so müssen wir selber als Menschen den ganzen Prozeß übernehmen, den uns das Tier abnimmt, indem es das Pflanzliche schon um eine Strecke weitergeführt hat. Wir können gewissermaßen sagen: Der Prozeß, den die Pflanze schon bis zu einem gewissen Punkte gebracht hat, wird vom Tiere weitergeführt, so daß der Tierbildungsprozeß, der in Betracht kommt, hier hält (siehe Zeichnung Seite 197), während er bei der Pflanze hier hält (rot, weiß). Derjenige, der nun Fleisch ißt, der verrichtet diesen Prozeß hier nicht, den Prozeß, den das Tier verrichtet; den läßt er sich eben von dem Tiere abnehmen. Er entwickelt also diese Kräfte in sich gar nicht, die entwickelt werden müssen, wenn er nur Pflanzliches aufnimmt, das er selber um diese Strecke weiterführen muß. Das heißt: der Organismus muß aus seinem Schoße, wenn er Pflanzenesser ist, ganz andere Kräfte heraufholen, als wenn er Fleischesser ist. Diese Kräfte sind aber da, die zum Überwinden des Pflanzlichen bis zum Tierischen hin gebraucht werden. Die gehen gewissermaßen durch einen Rückschlag wiederum in den Organismus zurück und arbeiten dann in ihm. Sie arbeiten dann so, daß sie auf den Menschen im wesentlichen sehr stark ermüdend und störend wirken. So daß man immerhin betonen muß, scharf betonen muß, daß doch eine Entlastung in bezug auf die Ermüdung durch die vegetarische Diät ganz wesentlich eintritt, daß der Mensch arbeitsfähiger wird dadurch, weil er gewöhnt ist, Kräfte aus seinem Inneren heraufzuholen, die er nicht heraufholt, sondern die er geradezu als die Störungskräfte des Organismus anwendet, wenn er Fleisch ißt. Aber wie gesagt, ich agitiere nicht. Ich weiß, daß mir auch homöopathische Ärzte immer wieder und wieder erwidert haben: Ja, aber man züchtet doch den Leuten die Schwindsucht an, wenn man ihnen das Fleisch abgewöhnt, und dergleichen. Ja gewiß, das kann alles sein, aber dasjenige, was ich jetzt gesagt habe als reine Tatsache, das besteht eben; da ist nichts darüber zu sagen, das besteht. Ich will aber ganz gerne zugeben selbstverständlich, daß es einfach Organismen in der Gegenwart gibt, die bloße Pflanzenkost nicht vertragen können, die durchaus Fleischkost haben müssen. Das ist dann eine Sache des individuellen Falles.

[ 13 ] This is precisely what must always be emphasized: that a person must develop greater strength when faced with a greater opposing force. The opposing force is definitely greater when a person has to assimilate and overcome mineral substances within themselves than when they merely have to assimilate plant substances. You see, that is precisely where the difference lies—please, let me emphasize this; I’m only mentioning it in passing, as I do not wish to promote any particular diet here; I have absolutely no intention of advocating for anything, but merely want to describe things as they are—and that is the basis of the difference between a vegetarian and an animal-based diet. If we nourish ourselves solely with plant-based foods, we as humans must take on the entire process that the animal relieves us of by having already taken the plant matter a step further. We can say, in a sense: The process that the plant has already carried out to a certain point is continued by the animal, so that the animal’s metabolic process stops here (see diagram on page 197), whereas in the plant it stops here (red, white). Anyone who eats meat, however, does not carry out this process here—the process that the animal carries out; rather, they allow the animal to take it over for them. Thus, they do not develop within themselves the forces that must be developed when they consume only plant matter, which they themselves must process further to this extent. This means that, if a person is a herbivore, the organism must draw upon entirely different forces from within itself than if the person were a carnivore. Yet these forces—which are needed to transcend the plant realm and reach the animal realm—are present. In a sense, these forces flow back into the organism through a sort of rebound and then work within it. They work in such a way that they essentially have a very exhausting and disruptive effect on the person. So one must emphasize—and emphasize strongly—that a vegetarian diet does indeed provide a significant relief from fatigue, that it makes a person more capable of work because they are accustomed to drawing forces from within themselves—forces that they do not draw upon, but rather use as disruptive forces within the organism when they eat meat. But as I said, I’m not trying to agitate anyone. I know that even homeopathic doctors have told me time and again: “Yes, but you’re causing people to develop consumption if you wean them off meat,” and so on. Yes, certainly, all that may be true, but what I have just stated as a pure fact simply exists; there is nothing more to say about it—it exists. However, I am quite willing to admit, of course, that there are simply organisms today that cannot tolerate a purely plant-based diet and absolutely must have a meat-based diet. That is then a matter of the individual case.

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[ 14 ] Nun, gerade wenn man darauf eingeht, diese Notwendigkeit zu betonen, daß auch ein Verhältnis zum mineralischen Reich und seinen Kräften geschaffen werde im Heilprozeß, gerade dann wird , man aber nun für diesen Heilungsprozeß auf etwas anderes geleitet. Es ist ja eine Frage, mit der man sich beschäftigt hat, aber die doch, glaube ich, eine Lösung natürlich nur finden kann in dieser Weise, aber ich meine, auch ein gewisses Verständnis finden kann, wenn man sie geisteswissenschaftlich betrachtet.

[ 14 ] Well, precisely when one addresses this need—to emphasize that a relationship with the mineral kingdom and its forces must also be established in the healing process—it is precisely then that one is guided toward something else for this healing process. It is, after all, a question that has been addressed, but one that, I believe, can naturally find a solution only in this way—and I think it can also find a certain understanding when viewed from the perspective of Spiritual Science.

[ 15 ] Es ist auch im Heilprozesse, wie mir scheint, von einer außerordentlichen Wichtigkeit die Frage nach der zubereiteten, gekochten Kost und nach der rohen Kost. Wiederum soll nicht für das eine oder für das andere eingetreten werden — auf diesem Gebiete bitte ich schon, erst recht nicht mich für einen Agitator zu betrachten —, aber objektiv muß untersucht werden, was eigentlich hier vorliegt. Wenn der Mensch seine gewöhnliche gekochte Kost verzehrt, sich ihre Kräfte assimiliert, dann führt er äußerlich etwas aus, was in einer gewissen Weise der Organismus doch selber ausführen muß, der Rohkost verzehrt. Der Mensch läßt sich schon von dem Kochen und so weiter dasjenige abnehmen, was er im Verzehren der Rohkost selber tun müßte. Nun handelt es sich ja darum, daß wir als Menschen so gebaut sind, daß wir allerdings in unserer Peripherie gewissermaßen mit der ganzen Natur zusammenhängen, aber in unserem Zentrum, wozu vor allen Dingen auch die Verdauung gehört, uns absondern, uns individualisieren aus der Natur heraus. Wir könnten etwa, wenn wir dieses Verhältnis des Menschen zur Natur uns vergegenwärtigen wollten, sagen: Der Mensch ist durch seine Peripherie (siehe Zeichnung Seite 199, grün) in den ganzen Kosmos hineingegliedert, und er individualisiert sich heraus (rot) in seiner Verdauung bis zur Blutbildung hin, so daß dieses derjenige Trakt im Menschen wäre, wo der Mensch mehr Prozesse durchmacht, welche nicht mehr ganz entsprechen den äußeren Prozessen, wo er seine Eigenheit geltend macht gegenüber den äußeren Prozessen, mehr wenigstens als da, wo er ganz in die äußeren Prozesse eingespannt ist. Vielleicht werde ich noch verständlicher, wenn ich das Folgende noch sage.

[ 15 ] It seems to me that, in the healing process as well, the question of prepared, cooked food versus raw food is of extraordinary importance. Again, I do not wish to advocate for one or the other—in this area, I ask that you certainly not regard me as an agitator—but we must objectively examine what is actually at stake here. When a person consumes their usual cooked food and assimilates its nutrients, they are, in a sense, performing externally what the organism of someone who eats raw food must do on its own. Through cooking and so on, a person allows others to take over what they would otherwise have to do themselves when eating raw food. Now, the point is that we as human beings are constituted in such a way that, while we are connected to the whole of nature, so to speak, through our periphery, we separate ourselves—we individualize ourselves—from nature at our center, which includes, above all, digestion. If we were to visualize this relationship between human beings and nature, we might say: Through their periphery (see drawing on page 199, green), human beings are integrated into the entire cosmos, and they individualize themselves (red) through digestion all the way to blood formation, so that this would be the tract within the human being where the human undergoes more processes that no longer fully correspond to external processes—where the human asserts its distinctiveness in relation to external processes, at least more so than where the human is fully integrated into those external processes. Perhaps I will make this even clearer by adding the following.

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[ 16 ] Ich habe in diesen Tagen davon gesprochen, daß der Mensch ja eingegliedert ist in den ganzen Kosmos, daß in ihm wirken, namentlich in demjenigen Gebiete, das ich hier als grün bezeichnet habe, die Bildekräfte von Blei, Zinn, Eisen. In demjenigen Gebiete, das ich rot bezeichnet habe, da wirken die Bildekräfte von Kupfer, Merkur und Silber (siehe Zeichnung Seite 199). Den Ausgleich bewirkt das Gold, die Kräfte, die besonders im Herzen ihre Lokalisation haben. Wenn man aber so vom Menschen spricht, so spricht man doch mehr so von ihm, wie man etwa von einem Finger spricht, wenn man ihn als Glied des ganzen Organismus betrachtet. So vom Menschen zu sprechen heißt, ihn als Glied der ganzen Welt eigentlich betrachten, eingegliedert in die ganze Welt. Und hier in diesem Trakt (siehe Zeichnung Seite 199) liegt der Widerspruch, daß sich der Mensch einerseits gerade im Verdauen und allem, was damit zusammenhängt, herausgliedert, und auch im Wechselprozeß im Denken, im Sehen liegt dasjenige, wodurch er sich wiederum herausindividualisiert aus dem allgemeinen Weltenprozeß. Daher ist es schon so, daß der Mensch auch etwas gewissermaßen eigensinnig fordert für alles dasjenige, was mit dem Verdauungsprozeß zusammenhängt. Und dieses Eigensinnige kam ja in dem Instinkt des Kochens zur Offenbarung, dasjenige, was unmittelbar herausgesetzt ist aus der Natur, auch wiederum hereinzunehmen. Denn würde es so hereingenommen werden unmittelbar, so wäre der Mensch, wenigstens im Durchschnitte, viel zu schwach, um es so unmittelbar zu verarbeiten. Es müßte dann, wenn ich mich paradox ausdrücken dürfte, das Essen fortwährender Heilungsprozeß sein, wenn wir die Nahrungsmittel nicht kochen würden. Es müßte also durch die stärkere polarische Verwandtschaft mit der Umgebung das Essen ein fortwährender Heilungsprozeß sein, wenn wir die Nahrungsmittel nicht kochen würden. Daher ist auch das Genießen von Rohkost viel mehr ein Heilungsprozeß als das Genießen von gekochter Kost, das viel mehr ein bloßer Ernährungsprozeß ist. Das ist, glaube ich, ein außerordentlich wichtiger Satz, daß das GenieBen von Rohkost in viel stärkerem Sinne ein Heilungsprozeß ist als das Genießen von gekochter Kost. Es nähert sich die Rohkostdiät viel mehr dem eigentlichen Heilen als das gekochte Essen. Ich will dazu noch erwähnen, daß alles dasjenige, was gekocht ist, gewissermaßen kupiert wird in seiner Wirkung und in seiner Wirkung in dem rot schematisch angegebenen Gebiete verbleibt (siehe Zeichnung Seite 199), währenddem dasjenige, was roh in den Organismus eingeführt wird — also Obst und dergleichen —, über diesen Trakt hinaus in das Peripherische hineingreift, sich vielmehr im Peripherischen äußert, zum Beispiel das Blut veranlaßt, in das Periphetische hinein seine ernährende Kraft zu schicken.

[ 16 ] I have been speaking these past few days about how human beings are indeed integrated into the entire cosmos, and how the formative forces of lead, tin, and iron are at work within them—particularly in the area I have marked here in green. In the area I have marked in red, the formative forces of copper, mercury, and silver are at work (see drawing on page 199). Gold brings about the balance—the forces that are localized particularly in the heart. But when we speak of the human being in this way, we are speaking of him more or less as one might speak of a finger when considering it as a part of the entire organism. To speak of the human being in this way means, in fact, to regard him as a part of the whole world, integrated into the whole world. And here in this tract (see illustration on page 199) lies the contradiction: on the one hand, the human being distinguishes itself precisely through digestion and everything connected with it; and on the other hand, the process of transformation in thinking and seeing is what causes the human being to individualize itself once again from the general process of the world. Hence it is indeed the case that human beings also, in a sense, stubbornly demand everything connected with the digestive process. And this stubbornness was revealed in the instinct for cooking—the act of taking back into oneself that which has been directly set apart from nature. For if it were taken in directly, human beings—at least on average—would be far too weak to process it so directly. It would then have to be—if I may put it paradoxically—a continuous healing process, if we did not cook our food. Thus, due to the stronger polar affinity with the environment, eating would have to be a continuous healing process if we did not cook our food. Therefore, the enjoyment of raw food is much more of a healing process than the enjoyment of cooked food, which is much more of a mere nutritional process. I believe this is an extraordinarily important statement: that the enjoyment of raw food is, in a much stronger sense, a healing process than the enjoyment of cooked food. The raw food diet comes much closer to actual healing than cooked food does. I would also like to mention that everything that is cooked is, so to speak, curtailed in its effect and remains within the area indicated schematically in red (see diagram on page 199), whereas what is introduced into the organism in its raw state—that is, fruit and the like—extends beyond this tract into the peripheral system, manifesting itself rather in the periphery; for example, it causes the blood to send its nourishing power into the periphery.

[ 17 ] Überzeugen können Sie sich davon, wenn Sie versuchen — und solche Versuche sollten angestellt werden —, in den Fällen, wo Sie mit Silicea zu heilen versuchen, den Kranken eine Zeitlang auf Rohkost zu setzen. Dann werden Sie sehen, wie Sie die Wirkung der Kieselsäure im wesentlichen erhöhen werden, weil Sie dann in dem, was die Kieselsäure peripherisch nun will, nämlich gestaltend wirken, Deformationen ausheilen — ich rede natürlich nicht von grobklotzigen Deformationen, sondern von dem, was anatomisch nicht unmittelbar sich darstellt, sondern nur physiologisch —, in dem, was die Kieselsäure unmittelbar will, Sie sie dann unterstützen dadurch, daß ihr auch während des Heilprozesses die entsprechenden Ernährungsstoffe zugeführt werden. Diese sind es, auf die ich eben merhodologisch hinweisen möchte, weil sie so außerordentlich bedeutungsvoll sind in ihrem Verfolg und weil, wie ich glaube, viel zu wenig diese Dinge studiert werden. Sie werden schon studiert, aber zumeist nur empirisch, es wird nicht die Ratio darinnen gesucht, und daher findet man so wenig eine Möglichkeit, auch mit Befriedigung hinzuschauen auf dasjenige, was auf diesem Gebiete konstatiert werden kann.

[ 17 ] You can see this for yourself if you try—and such attempts should be made—to put patients on a raw food diet for a while in cases where you are trying to treat them with Silicea. Then you will see how you will significantly enhance the effect of silicic acid, because you will then be acting in accordance with what silicic acid aims to do peripherally—namely, to have a formative effect and heal deformities—I am, of course, not speaking of gross, block-like deformities, but of what is not immediately apparent anatomically, but only physiologically—and in accordance with what silicic acid aims to do directly, you will then support it by ensuring that the corresponding nutrients are supplied even during the healing process. These are the very things I would like to point out methodologically, because they are so extraordinarily significant in their application and because, as I believe, these matters are studied far too little. They are already being studied, but mostly only empirically; the underlying rationale is not sought, and therefore one finds so little opportunity to look with satisfaction at what can be established in this field.

[ 18 ] Natürlich ist bei all diesen Dingen so stark in Betracht kommend das Rücksichtnehmen auf die Individualität. Deshalb habe ich in den verflossenen Vorträgen gesagt: Man kann kaum auf diesem Gebiete irgend etwas sagen, was nun in irgendeiner gewissen Beziehung wiederum nicht wahr ist; aber man muß diese Dinge als Richtlinien wissen, wenn man sich auch zum Beispiel im einzelnen Fall sagen muß: Ja, bei diesem Kranken, da darf ich nicht auf Rohkost setzen, denn da würde ich nach seiner ganzen Konstitution dies oder jenes hervorrufen — da darf ich es tun, da darf ich es nicht tun. Aber es bleibt doch dasjenige richtig, was jetzt hier charakterisiert worden ist. Erst durch solche Dinge kann man wirklich hineinschauen in das Gesamte der menschlichen Konstitution. Denn sehen Sie, wir müssen deutlich unterscheiden zwischen dem Peripherischen, wo der Mensch wirklich mehr hineingelagert ist in den ganzen Kosmos und dem wir nur beikommen, wenn wir das dem Menschen so fernstehende Mineralische in den menschlichen Organismus einfügen, und demjenigen, was ich hier als das Rote bezeichnet habe. Dem kommen wir schon bei, allerdings durch das Pflanzliche, aber auch wenn wir dasjenige in den Organismus einführen, was zunächst durch seinen gegenwärtig salzigen Charakter wirkt, also alles, was kohlensaure Salze sind, während alles Alkalische sich auf den Ausgleich zwischen beiden bezieht (siehe Zeichnung Seite 199, gelb), kohlensaure Salze, Alkalien, kieselsaure Salze oder Kieselsäure selber.

[ 18 ] Of course, in all these matters, it is essential to take individuality into account. That is why I have said in previous lectures: One can hardly say anything in this field that is not, in some respect, true; but one must know these things as guidelines, even if, for example, in a specific case one must say to oneself: ‘Yes, with this patient, I must not rely on a raw food diet, because given his overall constitution, that would provoke this or that effect’—in some cases I may do it, in others I must not. But what has been characterized here remains true nonetheless. Only through such things can one truly gain insight into the entirety of the human constitution. For you see, we must clearly distinguish between the peripheral aspect—where the human being is truly more deeply embedded in the entire cosmos, and which we can only access by introducing into the human organism the mineral element, which is so distant from the human being—and that which I have referred to here as the red. We can already approach this—albeit through the plant realm—but also by introducing into the organism that which initially acts through its currently salty character, that is, everything that consists of carbonic salts, while everything alkaline relates to the balance between the two (see drawing on page 199, yellow): carbonic salts, alkalis, silicic acid salts, or silicic acid itself.

[ 19 ] Das sind also die Dinge, die auf die Verwandtschaft des Menschen mit der umgebenden Natur hindeuten. Sehen Sie, wir schen ja den Menschen gewissermaßen entzweigespalten, ein Mittleres in ihm, das hin und her den Pendelschlag zwischen diesem Entzweigespaltenen bewirkt. Und wir müssen uns sagen: Solch ein Hinschauen auf den peripherischen Menschen und auf den mehr zentralen, individualisierten Menschen führt uns eigentlich tief in das Wesen der ganzen Natur hinein. Der peripherische Mensch ist nämlich verwandt allem Außerirdischen — das zeigt eben gerade die Wirksamkeit des Mineralischen in ihm, das ja selbst als Mineralisches in Wirklichkeit in Abhängigkeit ist von Planeten und von Sternkonstellationen —, und er ist zentral als Individuum verwandt allem Irdischen. Durch diese Verwandtschaft mit allem Irdischen, das in seinem Verdauungssystem zum Ausdrucke kommt, ist er aber zugleich auch eben dieses Menschenwesen, das denken kann, das sich überhaupt als Mensch entwickeln kann.

[ 19 ] So these are the things that point to the kinship between human beings and the natural world around them. You see, we sort of split human beings in two, with a middle element within them that causes a pendulum-like swing back and forth between these two parts. And we must tell ourselves: Looking in this way at the peripheral human being and at the more central, individualized human being actually leads us deep into the very essence of all of nature. For the peripheral human being is, in fact, related to everything extraterrestrial—as demonstrated precisely by the influence of the mineral within him, which, being mineral in nature, is in reality dependent on planets and constellations—and, as an individual, he is centrally related to everything earthly. Through this kinship with all that is earthly—which finds expression in his digestive system—he is, at the same time, precisely this human being who can think, who can develop as a human being at all.

[ 20 ] Nun können wir den Dualismus im Menschen sehen als einen Dualismus zwischen dem in ihm befindlichen Außerirdischen, dem Kosmischen und dem eigentlich Irdischen. Zunächst wird uns im menschlichen Organismus deutlich veranlagt vorliegen das Außerirdische und auch das Irdische, und ich habe ja schon gestern darauf hingedeutet, wie sich das Peripherische, das Außerirdische im Menschen gewissermaßen abspiegelt dadurch, daß er seine Geistorganisation, aber auch die polarisch mit ihr verwandte Verdauungsorganisation hat, auf was ich ja wiederholt hingewiesen habe. Also alles dasjenige, was mit der Absonderung nach der Verdauung hin und was mit jener Absonderung im Gehirn zusammenhängt, welche die Grundlage der geistigen Wirksamkeit ist, all das weist uns eigentlich auf den peripherischen, auf den himmlischen Menschen hin. So sonderbar und paradox das klingt, es ist so. Alles dasjenige aber, was im Menschen, sei es an flüssigen oder mehr luftförmigen Prozessen, zusarmmenhängt mit der Harn- und Schweißbildung, das weist uns nach dem irdischen Menschen hin als dem sich individualisierenden Menschen. Wir müssen schon in diesen zwei auseinanderstrebenden Polen der menschlichen Natur etwas sehr Bedeutsames sehen.

[ 20 ] Now we can view the dualism within the human being as a dualism between the extraterrestrial, the cosmic, and the truly earthly elements within him. To begin with, both the extraterrestrial and the earthly are clearly present as predispositions in the human organism, and I already pointed out yesterday how the peripheral, the extraterrestrial, is reflected in the human being, so to speak, through the fact that he possesses his spiritual organization, but also the digestive organization that is polar-related to it—a point I have repeatedly emphasized. So everything connected with secretion following digestion and with that secretion in the brain which forms the basis of mental activity—all of this actually points us toward the peripheral, the heavenly human being. As strange and paradoxical as that may sound, it is so. But everything in the human being—whether involving liquid or more gaseous processes—that is connected with the formation of urine and sweat points us toward the earthly human being as the individualizing human being. We must indeed see something very significant in these two diverging poles of human nature.

[ 21 ] Nun, man hat leider in der neueren Zeit niemals Veranlassung genommen — meines Wissens wenigstens — auf diese Dualität, auf die ich ja gerade hinweise in der menschlichen Natur, so hinzuweisen, daß es einem etwas genützt hätte für die Therapie. Denn Sie sehen ja, alle diese Dinge, die wir hier betrachten, sollen das Therapeutische und das Pathologische schon zusammenschieben. Diese Pathologie und Therapie sollen nicht zwei voneinander getrennte Gebiete sein. Das veranlaßt mich ja auch, daß ich alles dasjenige, was ich hier als Aufstellung gebe, gewissermaßen auf die Therapie hin orientiere, damit dasjenige, was man pathologisch erfaßt, einen befähigt, dann therapeutisch zu denken. Deshalb sage ich die Sache gerade so, wie ich sie eben sage, und es sind dann sehr leicht Einwände möglich, wenn man weniger Rücksicht nimmt auf diese Hinorientierung nach dem Therapeutischen.

[ 21 ] Well, unfortunately, in recent times—at least to my knowledge—no one has ever taken the opportunity to point out this duality in human nature—which I am specifically referring to—in a way that would have been of any use for therapy. For, as you can see, all these things we are considering here are intended to bring together the therapeutic and the pathological. Pathology and therapy should not be two separate fields. This is also why I orient everything I present here toward therapy, so that what is understood pathologically enables one to think therapeutically. That is why I am stating the matter exactly as I just have, and objections can very easily arise if one pays less attention to this orientation toward the therapeutic.

[ 22 ] So sehen Sie, handelt es sich ja für den, der die äußere Entstehung, sagen wir zum Beispiel der Syphilis kennenlernen will, ja ganz gewiß darum, darauf hinzuschauen, inwiefern jedesmal eine Ansteckung da sein muß, wenigstens annähernd eine Ansteckung da sein muß, damit die Syphilis richtig auftrete. Wenn man das bloß konstatiert, dann wird man eben im weiteren Verlauf eines solchen Konstatierens dazu geführt, die Pathologie gewissermaßen zu emanzipieren. Denn — verzeihen Sie, wenn ich einen etwas groben Vergleich gebrauche — dieses Anstecken ist ja auch bei der Syphilis nicht eigentlich wichtiger als das, daß man jedesmal, wenn einem eine Beule in den Kopf geschlagen werden soll, von einem Stein getroffen werden muß oder von irgend etwas, daß einem ein Schlag versetzt werden muß. Es ist selbstverständlich ganz richtig: es wird nicht eine Beule entstehen, wenn man nicht einen Schlag kriegt oder wenn einem nicht ein Ziegelstein auf den Kopf fliegt, aber wenn man das besonders charakterisiert, so kommt man ja zu keiner Charakteristik, die für den Heilungsprozeß fruchtbar ist. Denn schließlich, nicht wahr, das mag sozial sehr bedeutsam sein, wie das geschieht, daß einem Steine auf den Kopf fliegen oder dergleichen, aber für die Untersuchung des Organismus, so daß man zur Heilung hinkommt, hat das nicht die allergeringste Bedeutung. Man muß den menschlichen Organismus so untersuchen, daß man die Dinge in ihm aufsucht, die dann bei der Therapeutik eine Rolle spielen. Nun, bei der Therapeutik auch der Syphilis spielen die Dinge eine große Rolle, von denen ich gesprochen habe. Der Heilungsprozeß wird eben aufgeklärt dadurch. Und die Dinge, die hier gesagt werden, werden weniger gesagt, um pathologisch vorzugehen, sondern um eben gerade die Brücke zwischen den beiden zu schlagen.

[ 22 ] So you see, for anyone who wants to understand the external development of, say, syphilis, it is certainly a matter of examining to what extent an infection—or at least something approximating an infection—must be present in every case for syphilis to manifest properly. If one merely states this fact, then the further course of such an observation leads one, so to speak, to emancipate pathology. For—forgive me if I use a somewhat crude comparison—this infection is, after all, no more essential to syphilis than the fact that every time one is to be struck on the head, one must be hit by a stone or by something else that delivers a blow. It is, of course, entirely correct: a bump will not form unless one receives a blow or unless a brick flies into one’s head, but if one emphasizes this point, one does not arrive at a characterization that is fruitful for the healing process. After all, isn’t it true that while it may be socially significant how stones fly at one’s head or the like, this has not the slightest significance for the examination of the organism, which is necessary to achieve healing. One must examine the human organism in such a way as to identify the factors within it that play a role in the therapeutic process. Now, in the treatment of syphilis as well, the factors I have spoken of play a major role. The healing process is precisely elucidated through them. And what is said here is stated not so much to proceed pathologically, but rather to build a bridge between the two.

[ 23 ] Ich sage dieses aus dem Grunde, weil ich damit charakterisieren möchte, daß aus einem gewissen Geist heraus — und das wird mit jedem Tage mehr hervortreten — diese Auseinandersetzungen hier gepflogen werden. Und weil heute die Tendenz besteht, die Pathologie immer mehr und mehr zu emanzipieren und nicht nach der Therapie hin zu lenken, deshalb wird auch das Denken abgeführt von fruchtbaren Dingen, die, wenn sie in der richtigen Weise verfolgt werden, ungeheuer bedeutungsvoll sind für das Aufsuchen von Heilungsprozessen. So die Frage: Was hat das im menschlichen Organismus überhaupt für eine Bedeutung, daß diese Zweiheit besteht zwischen dem gewissermaßen kosmisch peripherischen Menschen und zwischen dem irdisch, dem tellurisch zentralen Menschen? Beide Menschenglieder sind ja Kräftesysteme, die sich in verschiedener Weise äußern. Alles Peripherische äußert sich als ein Gestaltendes. Und die letzte Tat, ich möchte sagen, des Peripherischen ist dasjenige, was sich ganz in der Peripherie des Menschen äußert und ihm eben seine Menschengestalt gibt.

[ 23 ] I say this because I want to highlight that these debates here are being conducted out of a certain mindset—and this will become more and more apparent with each passing day. And because there is a tendency today to increasingly emancipate pathology rather than steer it toward therapy, thinking is thus diverted from fruitful avenues which, if pursued in the right way, are immensely significant for the search for healing processes. So the question is: What significance does this duality actually have in the human organism—this duality between the human being who is, so to speak, cosmically peripheral, and the human being who is earthly, tellurically central? Both aspects of the human being are, after all, systems of forces that manifest themselves in different ways. Everything peripheral manifests as a formative force. And the ultimate act, I would say, of the peripheral is that which manifests entirely at the periphery of the human being and gives him his human form.

[ 24 ] Man kann geradezu sagen: Man studiere einmal in dem Verhalten der Haare zur Kieselsäure, wie an der Peripherie des Menschen zusammenwirkt das Bildende in dem Menschen selbst mit dem Bildenden in dem Kiesel. Sie können das Maß dessen, wie der Mensch auf sich eingreifen läßt oder sich widersetzt diesem Eingreifen, geradezu daran studieren, welche Macht die Kieselsäure auf die menschliche Hauptesbildung behält oder nicht behält. Natürlich, man muß den Menschen immer zusammenschauen mit seiner übrigen Statur. Aber wenn man heute über die Straße geht und die Glatzköpfe zusammenschauen kann, sieht man, inwiefern die Menschen geneigt sind, den Kieselsäure-Gestaltungsprozeß in sich aufzunehmen oder sich ihm zu widersetzen. Das gibt die unmittelbare Anschauung dann, die man sich auch erwerben kann ohne wirkliches Hellsehen, aber die man sich nur erwerben kann, wenn man sich darauf einläßt, auf die Wirksamkeit der Natur selber einzugehen. Das sind vorzugsweise Gestaltungskräfte, die da auftreten, und zwar nicht Zellgestaltungskräfte, sondern Totalgestaltungskräfte, die ihren letzten Ausdruck in der Gestalt des Menschen selber haben, wobei ich natürlich zu der Gestalt die ganze Hautkonfiguration rechne, ob sie mehr oder weniger mit Haaren bedeckt ist und dergleichen. Dagegen liegt in dem, was mehr zentralisiert ist, was mehr mit dem Kohlenstoff und der Kohlensäure zusammenhängt, das Auflösende der Gestalt, da drinnen wirkt das Vernichten, Auflösen. Wir leben ja davon, daß wir in uns fortwährend die Gestalt vernichten, auflösen wollen und die Gestalt sich fortwährend wiederum aus dem Kosmos herstellen will. Wir leben als Menschen davon, daß wir uns fortwährend selber mit Bezug auf die Gestalt deformieren wollen und diese Deformationen immer wieder ausgeglichen werden vom Kosmos herein. Das ist eine Zweiheit, die im Menschen liegt, dieses Gestalten und dieses Deformieren. Sie wirkt in der menschlichen Organisation zusammen. Und nun stellen Sie sich vor, Sie haben auf der einen Seite die peripherischen, kosmischen Gestaltungskräfte (siehe Zeichnung Seite 206, Pfeile von oben), die hereinwirken in den Menschen. Sie begegnen sich im Herzen mit den irdischen Kräften. Das habe ich Ihnen auseinandergesetzt, wie da ein Ausgleich durch das Herz geschaffen wird. Aber nun nehmen Sie an, diese peripherischen Kräfte, die da im Menschen wirken, die eigentlich ihre letzte Tendenz haben, hin zum Herzen zu gehen, die sacken sich vorher aus, die stauen sich noch, bevor sie zur Stauung des Herzens hinkommen (siehe Zeichnung, Pfeile von rechts), in der Organisation des Herzens selber. Nehmen wir an, sie sacken sich aus, sie stauen sich, bevor sie zu der großen Stauung im Herzen hinkommen, wie gewissermaßen eine Vorstauung, so daß wir im Menschen dann etwas hätten, was in geringem Maße aber doch zeigt, wie der kosmische, der außerirdische Gestaltungsprozeß im Menschen sich abspielt. Nehmen wir an, auch diese Kräfte hier, welche entgegenwirken, die auch durch die Verdauung und durch die Umwandelung des Verdauungsprozesses zum Herzen hinwirken, die würden sich vorher, bevor sie zum Herzen hinkommen, aussacken, so daß also das Irdische sich aussacken würde hier (siehe Zeichnung Seite 206, rechts). Dann hätten wir hier ein Aussacken alles desjenigen und ein Konzentrieren alles desjenigen, was im Menschen geistig physisch gestaltend ist, was zusammenhängt mit allen Absonderungen im Haupte, im Darm, was aber sich nicht die Herztätigkeit direkt entgegenstellt, sondern vorher eine Art Nebenherztätigkeit schafft. Und hier haben Sie eine Art Nebenverdauung, indem dasjenige, was von der Erde und ihren Mitteln ausgeht, als Deformierendes im Menschen, als die Gestalt Auflösendes im Menschen sich vorher aussackt. Da haben wir diese Dualität im Menschen organisch festgehalten, und wir haben in dem einen Falle gegeben die weiblichen Geschlechtsorgane, das weibliche Geschlechtliche, und hier das männliche Geschlechtliche (siehe Zeichnung Seite 206).

[ 24 ] One might even say: Let us study, through the behavior of hair in relation to silica, how—at the periphery of the human being—the formative forces within the human being itself interact with the formative forces within the pebble. You can literally study the extent to which a person allows themselves to be influenced—or resists this influence—by observing the power that silica does or does not exert on the formation of the human head. Of course, one must always consider the human being in conjunction with the rest of their physique. But when one walks down the street today and observes the bald heads, one sees to what extent people are inclined to accept the silicic acid formative process within themselves or to resist it. This provides the immediate insight that one can acquire even without actual clairvoyance, but which can only be acquired if one is willing to engage with the active forces of nature itself. These are primarily formative forces at work here—not cellular formative forces, but total formative forces that find their ultimate expression in the human form itself, whereby I naturally include the entire skin configuration in this form, whether it is more or less covered with hair and the like. In contrast, what is more centralized—what is more closely connected to carbon and carbon dioxide—contains the force that dissolves form; within it, destruction and dissolution are at work. We live, after all, by the fact that we constantly seek to destroy and dissolve form within ourselves, while form, in turn, constantly seeks to recreate itself from the cosmos. As human beings, we live by the fact that we constantly seek to deform ourselves with regard to form, and these deformations are repeatedly balanced out by forces from the cosmos. This is a duality inherent in human beings—this shaping and this deforming. It works together within the human organism. And now imagine that, on the one hand, you have the peripheral, cosmic formative forces (see diagram on page 206, arrows from above) that act upon the human being. They meet the earthly forces in the heart. I have explained to you how a balance is created there through the heart. But now suppose these peripheral forces, which are at work within the human being—and whose ultimate tendency is actually to move toward the heart—first settle and accumulate within the heart’s own structure before they reach the point of congestion in the heart (see diagram, arrows from the right). Let us assume that they accumulate and become congested before reaching the major congestion in the heart—as a sort of preliminary congestion, so that we would then have something in the human being that, to a small degree, nevertheless shows how the cosmic, the extraterrestrial formative process takes place within the human being. Let us assume that these counteracting forces here—which also act toward the heart through digestion and the transformation of the digestive process—would also bulge out beforehand, before they reach the heart, so that the earthly would bulge out here (see drawing on page 206, right). Then we would have here a condensation of all that which is spiritually and physically formative in the human being—that which is connected with all secretions in the head and the intestines—but which does not directly oppose the activity of the heart; rather, it first creates a kind of secondary cardiac activity. And here you have a kind of secondary digestion, in that what emanates from the earth and its elements—as a deforming force within the human being, as that which dissolves the human form—first settles here. Here we have organically captured this duality in the human being, and in one case we have designated the female sexual organs, the female sexual nature, and here the male sexual nature (see drawing on page 206).

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[ 25 ] Es gibt eine Möglichkeit, zu studieren das weibliche Geschlechtliche, wenn wir es in seiner Dependenz betrachten von den kosmisch-peripherischen, gestaltenden Kräften. Und es gibt eine Möglichkeit, das männliche Geschlechtliche zu betrachten bis in seine einzelnen Formen hinein, wenn wir es betrachten in seiner Abhängigkeit von den tellurischen Auflösungskräften.

[ 25 ] There is a way to study the feminine principle when we consider it in terms of its dependence on the cosmic-peripheral, formative forces. And there is a way to examine the masculine principle down to its individual forms when we consider it in terms of its dependence on the telluric forces of dissolution.

[ 26 ] Hier liegt der Weg, auch bis zu diesen Punkten hinein die menschliche Organisation wirklich wissenschaftlich zu durchdringen. Hier liegt auch der Weg, auf dem gefunden werden kann, wie, sagen wir, Pflanzliches, welches die Gestaltungskräfte in sich trägt, auch bei gelähmten Gestaltungskräften im Uterus wiederum aufbauend wirkt. Wenn Sie so studieren die Bildungskräfte im menschlichen Organismus, dann kommen Sie darauf, auch die Bildungskräfte im Pflanzen- und Mineralreich wirklich zu finden. Ich werde das im einzelnen betrachten, aber ich muß auf die ganzen großen Zusammenhänge hier natürlich zuerst hinweisen. Sehen Sie, wenn solche Dinge einmal gesehen werden, dann werden wir erst wirklich eine Embryologie haben. Wir haben ja heute keine, denn wie stark im Beginne der embryologischen Entwickelung das Kosmische hereinwirkt, wie das Kosmische ebenso der Befruchter des weiblichen Organismus ist wie der männliche Same, das wird überhaupt gar nicht beachtet. Die ersten Stadien der menschlichen embryologischen Entwickelung müssen durchaus aus dem Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos betrachtet werden. Dasjenige, was durch den männlichen Samen eingeimpft wird, das tritt ja erst im Laufe der Zeit auf, indem die Gestaltungskräfte, die der Kosmos da hineinversetzen will in den weiblichen Organismus, so deformiert werden, daß durch den männlichen Samen dasjenige, was er ausbilden will zur Gesamtgestalt, spezialisiert wird nach den einzelnen Organen hin. Der Anteil der weiblichen Organisation liegt in der Gesamtorganisation des Menschen, der Anteil der männlichen Organisation, der Anteil der Kräfte des männlichen Samens liegt in der Spezialisierung, Differenzierung nach den einzelnen Organen hin, im Herausschälen der einzelnen Organe also, im Deformieren der ganzen einheitlichen Gestalt. Man möchte sagen: durch die weiblichen Kräfte strebt die menschliche Organisation zu der Kugelbildung hin, durch den männlichen Samen strebt die menschliche Organisation hin, sich diese Kugel zu spezialisieren in Herz, Nieren, Magen und so weiter. Im Weiblichen und Männlichen treten uns direkt entgegen diese Polaritäten der Erde und des Kosmos. Das ist wiederum einer der Punkte, wo man wiederum anfängt, den großen Respekt zu bekommen vor der Urweisheit der Menschen, wo man anfängt, mit ganz anderen Gefühlen hinzuhorchen, wenn einem erzählt wird: Der Uranus befruchtet die Gäa oder der Kronos befruchtet die Rhea und so weiter. Das braucht eben wirklich nicht eine bloße mystische verschwommene Empfindung zu sein, wenn man die große Verehrung diesen alten bedeutungsvollen Intuitionen entgegenbringt. Es überrascht einen zunächst, wenn Leute, die anfangen in solche Dinge hineinzuschauen, zu einem Ausspruche sich verstehen wie dem, den ich öfter gehört habe, daß die Mythologien mehr Physiologie enthalten als die moderne Naturwissenschaft. Es schockiert einen zunächst. Ich kann das begreifen, aber es ist ungeheuer viel Wahres darinnen.

[ 26 ] Herein lies the path to truly scientifically penetrating the human organism, even down to these very points. Herein also lies the path by which one can discover how, for example, plant matter—which carries formative forces within it—can have a restorative effect even when those formative forces are paralyzed in the womb. If you study the formative forces in the human organism in this way, you will come to truly discover the formative forces in the plant and mineral kingdoms as well. I will examine this in detail, but of course I must first point out the broader context here. You see, once such things are understood, only then will we truly have embryology. We have none today, for the extent to which the cosmic forces influence the very beginning of embryonic development—and how the cosmic forces are just as much the fertilizer of the female organism as the male seed—is completely overlooked. The earliest stages of human embryonic development must absolutely be viewed within the context of the human being’s relationship to the cosmos. What is implanted by the male seed only comes into play over time, as the formative forces that the cosmos seeks to instill in the female organism are so transformed that, through the male seed, what the cosmos intends to develop into a complete form is specialized into the individual organs. The contribution of the female organism lies in the overall organization of the human being; the contribution of the male organism—the contribution of the forces of the male seed—lies in the specialization and differentiation into individual organs, that is, in the carving out of the individual organs and thus in the deformation of the entire unified form. One might say: through the feminine forces, the human organism strives toward spherical formation; through the male seed, the human organism strives to specialize this sphere into the heart, kidneys, stomach, and so on. In the feminine and the masculine, these polarities of the Earth and the cosmos confront us directly. This, in turn, is one of those moments when one begins once again to feel great respect for the primordial wisdom of humanity, when one begins to listen with entirely different feelings when told: “Uranus impregnates Gaia,” or “Cronus impregnates Rhea,” and so on. This really doesn’t have to be merely a vague, mystical sensation when one shows great reverence for these ancient, meaningful intuitions. At first, it’s surprising when people who begin to delve into such matters come to a conclusion like the one I’ve often heard—that mythologies contain more physiology than modern natural science. It’s shocking at first. I can understand that, but there is an immense amount of truth in it.

[ 27 ] Es ist so, daß man immer mehr und mehr zu einem solchen Bekenntnis kommt, je weiter man eigentlich vorrückt, daß man immer mehr und mehr zu dem Bekenntnis auch kommt, wie wenig diese heutige Methode, die ja nichts mehr sieht von solchen Zusammenhängen, geeignet ist, in die menschliche Organisation wirklich hineinzuführen.

[ 27 ] The fact is that the further one actually advances, the more and more one comes to this realization—that today’s method, which no longer recognizes such connections, is increasingly unsuitable for truly guiding human organization.

[ 28 ] Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch wieder nicht versäumen, zu erwähnen, daß ja schon nichts etwa durch das Studium von alten Dingen gewonnen ist für dasjenige, was ich hier sage. Was ich hier sage, ist wirklich ganz allein aus den Tatsachen selber hervorgeholt. Nur weise ich manchmal auf die Übereinstimmung mit der Urweisheit hin. Aber es ist nicht aus der Urweisheit herausgeholt das, was ich Ihnen hier vortrage. Daher werden, wenn man diese Vorgänge verfolgt, die ich Ihnen hier charakterisiere, erst die Anschauungen herauskommen, die uns dann auf manches in der Urweisheit wiederum führen. Ich selber zum Beispiel würde niemals es als meinen Beruf darstellen, sagen wir, durch das Studium des Paracelsus auf irgend etwas zu kommen, sondern ich habe manchmal stark das Bedürfnis, nachzuschlagen bei Paracelsus, wie sich etwas ausnimmt, was ich selber gefunden habe. Also ich bitte, in diesem Sinne aufzufassen, was ich versuche, zu geben. Aber es ist schon das als eine Tatsache zu konstatieren, daß wir, wenn wir tiefer hineinschauen in die menschliche Organisation, vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte zu einer großen Verehrung der Urweisheit kommen. Das ist aber eine Frage, die natürlich auf anderem Wissensgebiete behandelt werden muß als hier.

[ 28 ] I would also like to take this opportunity once again not to fail to mention that nothing I am saying here has been derived from the study of ancient texts. What I am saying here is truly drawn solely from the facts themselves. I do, however, sometimes point out the correspondence with ancient wisdom. But what I am presenting to you here is not derived from ancient wisdom. Therefore, when one follows the processes I am describing here, certain insights will emerge that will in turn lead us back to certain aspects of ancient wisdom. I myself, for example, would never present it as my vocation to, let’s say, arrive at anything through the study of Paracelsus; rather, I sometimes feel a strong need to consult Paracelsus to see how something I have discovered myself appears in his work. So I ask that you understand what I am trying to convey in this sense. But it is certainly a fact that, when we look more deeply into the human constitution from the perspective of Spiritual Science, we come to have a great reverence for primordial wisdom. However, this is a question that must, of course, be addressed in a different field of knowledge than the one discussed here.

[ 29 ] Davon wollen wir dann morgen sprechen, nachdem ich Sie habe verdauen lassen dasjenige, was ich Ihnen hier gesagt habe über das Herausgehen des Weiblichen und Männlichen aus den beiden Dualitäten, was ja auf tiefere Zusammenhänge, wie wir morgen sehen werden, hinweist.

[ 29 ] We’ll talk about that tomorrow, after I’ve given you time to process what I’ve told you here about the emergence of the feminine and masculine from the two dualities—which, as we’ll see tomorrow, points to deeper connections.