Spiritual Science and Medicine
GA 312
31 March 1920, Dornach
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Spiritual Science and Medicine, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Wie wir gestern bei etwas ganz anderem, als wovon wir ausgingen, gelandet sind, so werden wir auch heute wiederum unseren Ausgangspunkt nehmen von einem ganz bestimmten konkreten Substantiellen und werden versuchen, die ganze Sache dann weiter auszubauen. Sie sehen, daß es notwendig ist — teilweise liegt die Notwendigkeit in der Sache selbst, teilweise in der Kürze der Zeit, die uns zugemessen ist —, daß wir gewissermaßen uns unserer Aufgabe in Kreisen nähern. Wir können nicht jenen wissenschaftlichen Weg einschlagen, wo man gewissermaßen bei den Axiomen beginnt und dann zu dem immer Komplizierteren aufsteigt.
[ 1 ] Just as we ended up yesterday discussing something entirely different from what we had set out to discuss, so too will we today take as our starting point a very specific, concrete, and substantial topic and then attempt to build upon it further. You can see that it is necessary—partly because of the nature of the subject itself, and partly because of the limited time allotted to us—that we approach our task, so to speak, in a circular manner. We cannot take that scientific approach where one begins, so to speak, with the axioms and then moves on to increasingly complex matters.
[ 2 ] Es soll heute meine Aufgabe sein, Ihnen jenen Betrachtungskreis zu zeigen, der auf unserem Wege wiederum ein Stück weiterführt, indem wir von Carbo vegetabilis ausgehen. So wie wir gestern Cichorium intybus, die Walderdbeere und dergleichen studiert haben, so wollen wir heute auch dasjenige studieren, was sich an diesen merkwürdigen Stoff, der eigentlich überall zu haben ist, der aber doch eigentlich zu den merkwürdigsten Stoffen in der Welt gehört, anschließt. Dabei sieht man, möchte ich sagen, am allerbesten, wie man, wenn man nur auf eine wirkliche Naturbetrachtung eingehen will, genötigt ist, sogleich die Blicke auf weiteres zu richten, als worauf die gegenwärtige Wissenschaftlichkeit sie zu lenken geneigt ist.
[ 2 ] My task today is to show you the scope of our consideration that will take us a step further along our path, beginning with Carbo vegetabilis. Just as we studied Cichorium intybus, the wild strawberry, and the like yesterday, so too shall we study today what follows on from this remarkable substance—one that is actually available everywhere, yet is in fact among the most remarkable substances in the world. In doing so, I would say, one sees most clearly how, if one wishes to engage in a genuine observation of nature, one is compelled to immediately direct one’s gaze beyond what current scientific thought tends to focus on.
[ 3 ] Es war sehr interessant, wie gestern in dem Abendvortrage Dr. Kolisko darauf hingewiesen hat, daß eigentlich die Chemie der Zukunft etwas ganz anderes werden müsse, und wie dabei immer wieder das Wort «Physiologie» gefallen ist, was bezeugt, daß eine Brücke geschlagen werden sollte zwischen dem Chemischen und dem Physiologischen. Ich mußte dabei immer an allerlei Dinge denken, die selbstverständlich da, wo es sich um öffentliche Vorträge handelt, heute noch nicht voll ausgesprochen werden können, weil die Vorbedingungen des Verstehens eigentlich durchaus mangeln. Wir finden ja den Kohlenstoff auch in der außermenschlichen Natur, in der, ich möchte hier sagen, scheinbar außermenschlichen Natur. Denn was ist denn eigentlich in der großen Natur außermenschlich? Nichts eigentlich, denn alles dasjenige, was in dem uns zunächst vorliegenden Außermenschlichen eben außermenschlich ist, das ist ja im Laufe der menschlichen Entwickelung aus dem Menschen herausgesetzt, aus dem Menschen entfernt. Der Mensch mußte in Entwickelungsetappen eintreten, in die er nur hat eintreten können dadurch, daß gewisse Prozesse in der ihm gegenüberliegenden Außenwelt verlaufen und ihm dadurch die Möglichkeit gegeben wurde, gewisse andere Prozesse für sich in sein Inneres hereinzunehmen. So daß eigentlich immer ein Gegensatz und auch eine Verwandtschaft vorhanden ist zwischen gewissen äußeren Prozessen und gewissen inneren Prozessen.
[ 3 ] It was very interesting how Dr. Kolisko pointed out yesterday in his evening lecture that the chemistry of the future must actually be something entirely different, and how the word “physiology” came up time and again, which shows that a bridge should be built between chemistry and physiology. This kept bringing to mind all sorts of things that, of course, cannot yet be fully articulated in public lectures today, because the prerequisites for understanding are actually completely lacking. After all, we also find carbon in non-human nature—in what I would call here “seemingly non-human” nature. For what, in the grand scheme of nature, is actually non-human? Nothing, really, because everything that is non-human in the non-human realm immediately before us has, in the course of human evolution, been set apart from the human being, removed from the human being. Human beings had to enter stages of development that they could only enter because certain processes were taking place in the external world opposite them, thereby giving them the opportunity to take certain other processes into their inner being. So that, in fact, there is always both a contrast and a kinship between certain external processes and certain internal processes.
[ 4 ] Nun muß ich sagen, daß mir dann merkwürdig zusammengeklungen hat mit dem, was gestern gesagt worden ist von dem, sagen wir — vielleicht ist es nicht ganz genau ausgedrückt, aber man wird verstehen, was ich damit meine, insbesonders, wenn man gestern Dr. Koliskos Vortrag gehört hat —, von dem Physiologischwerden der Chemie, mit dem, was am Sonntag in sehr freundlicher Weise Dr. Scheidegger vorgebracht hat in seinen interessanten Auseinandersetzungen, wo hingewiesen worden ist darauf, wie geisteswissenschaftlich eigentlich erfaßt werden müsse dasjenige, was man im Homöopathisieren will. Aber das hat an einer Stelle ausgeklungen in ein merkwürdiges Wort, in ein Wort, mit dem ich mich eigentlich seit, ich kann sagen, Jahrzehnten viel habe befassen müssen, in ein Wort, das ja oftmals ausgesprochen wird: daß sich auch die homöopathischen Ärzte vor dem Mystischwerden etwas fürchten, das heißt, fürchten davor, in den Geruch der Mystik zu kommen.
[ 4 ] Now I must say that it struck me as strangely consistent with what was said yesterday about—let’s say—perhaps this isn’t expressed quite precisely, but you will understand what I mean, especially if you heard Dr. Kolisko’s lecture yesterday—about the “physiologization” of chemistry, and what Dr. Scheidegger so kindly presented on Sunday in his interesting discussions, where he pointed out how what we seek to achieve in homeopathy must actually be grasped from a perspective of Spiritual Science. But at one point this faded into a curious phrase—a phrase I have, in fact, had to grapple with extensively for, I might say, decades—a phrase that is often uttered: that even homeopathic physicians are somewhat afraid of becoming mystical, that is, afraid of being suspected of mysticism.
[ 5 ] Nun, mit dem mich zu beschäftigen, dazu war der Grund in ganz bestimmten Anschauungen, die aber durchaus auf Wirklichkeiten zurückgehen, gelegen. Sehen Sie, das Wesentliche, was angestrebt wird im homöopathischen Heilprozesse, liegt eigentlich — und ich bitte das nicht mißzuverstehen; man muß immer ein klein wenig radikal sprechen, wenn man die Dinge ordentlich charakterisieren will — in Wirklichkeit viel weniger in den Substanzen als in den Verrichtungen, die bei der Zubereitung der Substanzen spielen, in der Zubereitung also desjenigen, was uns als Kieselsäure vorliegt oder was uns, sagen wir, als Carbo vegetabilis vorliegt. In der Zubereitung, in dem, was man da macht, liegt es. Ich habe viel mich damit beschäftigt, was eigentlich vorgeht, wenn angestrebt wird, homöopathische Heilmittel zuzubereiten, zu denen ich also zum Beispiel in diesem Falle auch durchaus, was ja Dr. Rascher bestätigt, die Rittersche Zubereitung rechne, wenn sie auch Fräulein Ritter selber nicht zugibt. Es entsteht eben die Frage, was eigentlich da geschieht, wenn man homöopathische Heilmittel zubereitet. In der Zubereitung liegt es eigentlich. Es liegt in dem ganzen Vorgang des Zubereitens desjenigen, was man da macht. Verwenden Sie zum Beispiel Kieselsäure, bereiten Sie sie zu bis in die hohen Potenzen hinauf; was tun Sie eigentlich? Sie arbeiten nach einem gewissen Punkt hin. In der Natur beruht alles im Grunde genommen auf rhythmischen Prozessen. Sie arbeiten nach einem gewissen Nullpunkt hin durch eine Strecke hindurch, bei der die eigentlichen, uns zunächst vorliegenden Wirkungen der betreffenden Substanz zum Vorschein kommen. Geradeso, sehen Sie, wie wenn ich Vermögen habe und immerfort ausgebe, ich an einen Nullpunkt komme und dann über den Nullpunkt hinauskomme, aber dann etwas bekomme, was nicht bloß kein Vermögen ist, sondern was über den Charakter des Vermögens zu den Schulden hinübergeht, so ist es auch, wenn ich den substantiellen Eigenschaften der äußeren Substanzen gegenüberstehe. Indem ich gewissermaßen in der Wirkung dieser Substanzen bleibe, komme ich zuletzt auf den Nullpunkt, wo sich die Wirkungen dieser Substanzen in ihrem ponderablen Zustande nicht mehr äußern. Gehe ich dann aber noch weiter, so ist es nicht so, daß einfach die ganze Geschichte verschwindet, sondern es ist so, daß das Entgegengesetzte auftritt und daß dann in das umliegende Medium das Entgegengesetzte hineingearbeitet wird. Für mich war es daher immer so, daß ich die den Substanzen entgegengesetzten Wirkungen sah in dem Medium, in dem Verreibungsmittel und so weiter, in dem, was man braucht, um die homöopathische Substanz, die zerkleinerte Substanz hineinzuarbeiten. Dieses Medium bekommt eine andere Konfiguration; geradeso wie ich ein anderer werde, wenn ich vom Vermögen übergehe zum Schuldenmachen in dem äußeren sozialen Leben, so geht Substanz in ihren entgegengesetzten Zustand über und verleiht dann diesen ihren entgegengesetzten Zustand, den sie früher in sich gehabt hat, ihrer Umgebung. Also wenn ich sagen würde, eine Substanz hat, indem ich sie auf immer kleinere und kleinere Quantitäten bringe, gewisse Eigenschaften, dann bekommt sie, indem ich gleichsam mich einem gewissen Nullpunkt nähere, die andere Eigenschaft, ihre früheren Eigenschaften in ihre Umgebung hineinzustrahlen und das Mittel, mit dem ich sie behandle, in der entsprechenden Weise anzuregen. Es kann diese Anregung darinnen bestehen, daß man direkt hervorruft die hier geschilderte Gegenwirkung, es kann aber auch sogar dadurch nur geschehen, daß man diese Gegenwirkung so hervorruft, daß man die betreffende Substanz in einen Zustand bringt, durch den sie nachher oder durch den sie unter Lichteinwirkung zum Beispiel ein Fluoreszieren oder ein Phosphoreszieren zeigt. Da hat man die Gegenwirkung des Ausstrahlens in die Umgebung hervorgerufen. Das sind die Dinge, die berücksichtigt werden müssen. Es ist wahrhaft nicht darum zu tun, ins Mystische hineinzuverfallen, sondern es ist darum zu tun, endlich einmal die Natur in ihrer wirklichen Aktion zu betrachten, so sie zu betrachten, daß wir auf ihren rhythmischen Gang auch mit Bezug auf Eigenschaften der Substanzen wirklich eingehen. Das ist, ich möchte sagen, ein Leitmotiv, um eigentlich zu erkennen, worinnen die Wirkungen liegen. Potenzieren Sie, so kommen Sie zunächst an einen Nullpunkt. Jenseits dessen liegen Gegenwirkungen. Aber das ist noch nicht alles, sondern Sie können jetzt innerhalb desjenigen Weges, der jenseits dieses Nullpunktes liegt, wiederum zu einem Nullpunkt kommen, der nun für diese entgegengesetzten Wirkungen wieder ein Nullpunkt ist. Dann können Sie, indem Sie über diesen Punkt hinausgehen, zu noch höheren Wirkungen kommen, die zwar in ihrer Richtung wiederum in der ersten Linie liegen, die aber ganz anders geartet sind. Daher wäre es tatsächlich eine schöne Aufgabe, die Wirkungen, die sich bei der Potenzierung herausstellen, in gewissen Kurven darzustellen. Nur würde man finden, daß man diese Kurven in einer eigentümlichen Weise aufbauen müßte. Man müßte zunächst eine solche Kurve bilden und dann, wenn man an den Punkt kommt, wo gewisse niedere Potenzen, die aber schon wirken, wo die aufhören zu wirken, und erst wiederum höhere Potenzen anfangen zu wirken, wo also ein zweiter Nullpunkt ist, da müßte man im rechten Winkel umkehren und in den Raum heraus die Kurve ziehen. Das sind Dinge, die wir weiter ausführen werden in diesen Vorträgen, und die innig zusammenhängen mit der ganzen Verwandtschaft des Menschen mit der ganzen außermenschlichen Natur.
[ 5 ] Well, the reason I concerned myself with this lay in very specific views, which, however, are entirely grounded in reality. You see, the essential goal of the homeopathic healing process actually lies—and please do not misunderstand me; one must always speak a little radically if one wants to characterize things properly—in reality, much less in the substances themselves than in the processes involved in their preparation—that is, in the preparation of what we have before us as silicic acid or, let’s say, as Carbo vegetabilis. It lies in the preparation, in what is done there. I have given a great deal of thought to what actually happens when one sets out to prepare homeopathic remedies—among which, for example, in this case, I certainly include Ritter’s preparation, as Dr. Rascher confirms, even if Miss Ritter herself does not admit it. The question arises: what actually happens there when one prepares homeopathic remedies? It actually lies in the preparation. It lies in the entire process of preparing whatever it is you’re doing there. Take silicic acid, for example—if you prepare it up to high potencies, what are you actually doing? You’re working toward a certain point. In nature, everything is fundamentally based on rhythmic processes. You work toward a certain zero point through a process in which the actual effects of the substance in question—those immediately apparent to us—come to light. Just as, you see, if I have wealth and keep spending it, I reach a zero point and then go beyond it, but then I end up with something that is not merely the absence of wealth, but rather something that transcends the nature of wealth and moves into the realm of debt—so it is when I am confronted with the substantial properties of external substances. By remaining, so to speak, within the effect of these substances, I eventually reach the zero point, where the effects of these substances no longer manifest themselves in their ponderable state. But if I go even further, it is not the case that the whole phenomenon simply disappears; rather, the opposite occurs, and the opposite is then incorporated into the surrounding medium. For me, therefore, it has always been the case that I saw the effects opposite to those of the substances in the medium—in the trituration medium and so on—in what is needed to incorporate the homeopathic substance, the triturated substance, into it. This medium takes on a different configuration; just as I become a different person when I transition from having assets to incurring debt in external social life, so the substance transitions into its opposite state and then imparts this opposite state—which it previously possessed within itself—to its surroundings. So if I were to say that a substance, as I reduce it to ever smaller and smaller quantities, possesses certain properties, then—as I approach, so to speak, a certain zero point—it acquires the opposite property: that of radiating its former properties into its surroundings and stimulating the remedy with which I treat it in the corresponding manner. This stimulation may consist in directly inducing the counteraction described here, but it may also occur simply by inducing this counteraction in such a way that the substance in question is brought into a state through which it subsequently—or, for example, under the influence of light—exhibits fluorescence or phosphorescence. In this way, one has elicited the counteraction of radiation into the surroundings. These are the factors that must be taken into account. It is truly not a matter of falling into mysticism, but rather of finally observing nature in its actual action—observing it in such a way that we genuinely engage with its rhythmic course, also in relation to the properties of the substances. This is, I would say, a guiding principle for actually recognizing where the effects lie. If you potentiate, you first arrive at a zero point. Beyond that lie counter-effects. But that is not all; rather, you can now, within the path that lies beyond this zero point, arrive once again at a zero point, which is now a zero point for these opposing effects. Then, by going beyond this point, you can arrive at even higher effects, which, while still lying primarily in the same direction, are of a completely different nature. Therefore, it would indeed be a fascinating task to represent the effects that emerge during potentization in the form of certain curves. However, one would find that these curves would have to be constructed in a peculiar way. One would first have to form such a curve and then, upon reaching the point where certain lower potencies—which are already active—cease to act, and where higher potencies begin to act again—that is, where there is a second zero point—one would have to turn at a right angle and extend the curve out into space. These are matters that we will explore further in these lectures, and they are intimately connected with the entire relationship between human beings and the whole of non-human nature.
[ 6 ] Nun, wenn wir so etwas betrachten wie Carbo vegetabilis, wird zunächst natürlich derjenige, der seinen Blick auf das zunächst Bemerkbare richtet, sagen: in großen Dosen eingenommen gibt nun Carbo vegetabilis ein ganz bestimmtes Krankheitsbild, das bekämpft werden kann nach Ansicht des homöopathischen Arztes durch die Potenzierung derselben Substanz.
[ 6 ] Now, when we consider something like Carbo vegetabilis, anyone who focuses on what is immediately noticeable will naturally say: when taken in large doses, Carbo vegetabilis produces a very specific clinical picture, which, in the opinion of the homeopathic physician, can be treated by potentizing the same substance.
[ 7 ] Was liegt für den Geisteswissenschafter eigentlich vor, wenn er Carbo vegetabilis ins Auge faßt? Es liegt zunächst für den Geisteswissenschafter dasjenige vor, was ihn dazu verführt, nun eigentlich gleich in die außermenschliche Natur hinauszugehen und nachzusehen, was es eigentlich mit der schon mehr in der Mineralisierung vorgerückten Kohle der Außenwelt, mit der Kohle der Erde im allgemeinen für eine Bewandtnis hat. Und da findet man, daß die Kohle im wesentlichen im ganzen Erdenprozesse beteiligt ist bei der Verwendung des Sauerstoffes. Im Erdenprozesse ist es so, daß der Kohlengehalt der Erde ein Regulator ist für den Sauerstoffgehalt der Erdenumgebung. Man kommt da direkt zu der Einsicht, daß die Erde als solche, wenn sie, wie es ja notwendig ist, als Organismus aufgefaßt wird, einem Atmungsprozesse unterliegt und daß der Kohlengehalt der Erde zu tun hat mit diesem Atmungsprozesse der Erde. Eine solche Chemie, wie sie gestern gefordert wurde, die wird erst entstehen, wenn man, wenn ich so sagen darf, das Kohlesein im Zusammenhang mit dem menschlichen Atmungsprozesse oder dem tierischen Atmungsprozeß betrachten wird. Denn, sehen Sie, es liegt dem Prozeß, der sich abspielt zwischen der Verkohlung der Erde und dem Sauerstoffprozesse in der Umgebung der Erde, der Luft etwas zugrunde, was sich für die geisteswissenschaftliche Betrachtung herausstellt als die Tendenz zum Tierwerden, die wirkliche Tendenz zum Tierwerden. Und diese Tendenz zum Tierwerden, sie ist nun wirklich nur im Grunde in einer schockierenden Weise zu charakterisieren. Denn man muß sagen: In dem, was da draußen vorliegt, in dem Prozeß, der sich abspielt zwischen dem Verkohlungsprozeß der Erde und den Prozessen, die sich um den Sauerstoff herum in der Umgebung der Erde abspielen, liegt etwas von dem, was hervorruft Wesenheiten, richtige Wesenheiten, ätherische Wesenheiten, die aber in Umkehrung gegenüber der Tierheit sich fortwährend von der Erde entfernen, die fortwährend abrücken, fortwährend wegstreben von der Erde. Man versteht die Tierheit erst, wenn man sie auffaßt als dasjenige, was von der Erde zusammengefaßt wird im Gegenprozeß zu dieser Enttierung der Erde und was im tierischen Prozeß eben dann zum Vorschein kommt. Daher findet, wenn wir Carbo vegetabilis in den menschlichen Organismus zunächst einführen, nichts Geringeres statt als eine Einführung des zum Tierischen Hinstrebenden in den menschlichen Organismus. Alle Erscheinungen, die auftreten, von Aufstoßen bis zu den Blähungen, bis zum fauligen Durchfall und so weiter, bis auf der einen Seite zu Hämorrhoidalbildungen, auf der anderen Seite zu allerlei brennenden Schmerzen, rühren davon her — wenn man dieses ganze Bild nimmt —, daß die Tierheit, die vom Menschen, damit er Mensch sein kann, ausgestoßen worden ist im Laufe seiner Entwickelung, dieser Prozeß der Tierheit wiederum in den Menschen zurück, hereingenommen wird. Das, sehen Sie, das läßt uns geradezu sagen: wenn man dem Menschen in großen Dosen Carbo vegetabilis zuführt, so fordert man ihn auf, sich gegen den eingedrungenen Tierwerdeprozeß zu verteidigen. Er verteidigt sich dadurch, daß er dasjenige in sich zur Geltung bringt, was er dem Umstande verdankt, daß er die Tierheit aus sich herausgesetzt hat in seiner Entwickelung.
[ 7 ] What does the Spiritual Science scholar actually encounter when he considers Carbo vegetabilis? First and foremost, the Spiritual Science scholar is confronted with what prompts him to venture out into the non-human natural world and investigate the nature of the external world’s coal—which has already advanced further in the process of mineralization—and of the Earth’s coal in general. And there one finds that coal is essentially involved in the entire Earth’s process of oxygen utilization. In the Earth’s processes, the Earth’s carbon content acts as a regulator for the oxygen content of the Earth’s environment. One immediately comes to the realization that the Earth as such—when it is understood, as is indeed necessary, as an organism—is subject to a respiratory process, and that the Earth’s carbon content is related to this respiratory process of the Earth. A chemistry such as the one called for yesterday will only come into being when, if I may put it this way, we consider the nature of carbon in connection with the human or animal respiratory process. For, you see, underlying the process that takes place between the carbonization of the Earth and the oxygen processes in the Earth’s atmosphere—the air—is something that, from a Spiritual Science perspective, reveals itself as the tendency toward becoming animal, the very tendency toward becoming animal. And this tendency toward becoming animal—it can really only be characterized, at its core, in a shocking way. For one must say: In what lies out there—in the process that takes place between the Earth’s carbonization and the processes surrounding oxygen in the Earth’s atmosphere—there is something that gives rise to beings, true beings, etheric beings—but who, in contrast to animality, are constantly moving away from the Earth, constantly drawing back, constantly striving away from the Earth. One understands animality only when one conceives of it as that which is gathered up by the Earth in the counter-process to this de-animalization of the Earth, and which then comes to light in the animal process. Therefore, when we first introduce Carbo vegetabilis into the human organism, nothing less takes place than the introduction of that which strives toward the animal into the human organism. All the symptoms that arise—from belching to flatulence, to putrid diarrhea, and so on, ranging on the one hand to the formation of hemorrhoids and on the other to all manner of burning pains— stem—if one considers this entire picture—from the fact that the animal nature, which has been expelled from the human being in the course of his development so that he might be human, is now being taken back into the human being once again. This, you see, leads us to say quite plainly: when one administers Carbo vegetabilis to a person in large doses, one is prompting them to defend themselves against the intruding process of becoming animal. They defend themselves by bringing to the fore within themselves that which they owe to the fact that they have cast out their animal nature in the course of their development.
[ 8 ] Nun hängt zusammen mit dem, daß wir die Tierheit herausgesetzt haben in unserer Entwickelung, die Möglichkeit, daß wir tatsächlich in unserem Organismus entwickeln — staunen Sie, aber es ist so — originäres Licht. Wir sind tatsächlich im oberen Menschen originäre Lichterzeuger, im Gegensatz zum unteren Menschen, wo wir, um uns diese Fähigkeit der originären Lichterzeugung anzueignen, die nötigen Abwehrorgane für das vollständige Tierwerden haben. Das ist einer der tiefliegenden Unterschiede des Menschen von der Tierheit. Während die Tierheit die anderen höheren geistigen Prozesse für sich mit dem Menschen gleich hat, haben die Tiere nicht die Fähigkeit, im Innern ausreichend Licht zu erzeugen.
[ 8 ] Now, linked to the fact that we have set aside our animal nature in our development is the possibility that we actually develop—you may be surprised, but it is true—original light within our organism. In the higher human being, we are indeed original producers of light, in contrast to the lower human being, where—in order to acquire this ability to produce light—we possess the necessary defense mechanisms for becoming fully animal. This is one of the profound differences between human beings and the animal realm. While the animal realm shares the other higher spiritual processes with human beings, animals do not have the ability to produce sufficient light within themselves.
[ 9 ] Hier komme ich auf ein wirklich, ich möchte sagen, recht schmerzliches Kapitel unserer neueren Naturwissenschaft, das aber nicht vor Ihnen verborgen werden kann aus dem einfachen Grunde, weil, wenn Sie die Zusammenhänge des Menschen mit der außermenschlichen Welt einsehen wollen, Sie nicht um dieses Kapitel herumkommen können. Das große Hindernis für eine sachgemäße Auffassung der Wirkungen der Substanzen im menschlichen Organismus überhaupt und vor allen Dingen der Heilsubstanzen ist das Gesetz von der sogenannten Erhaltung der Kraft oder der Energie, auch das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes. Diese Gesetze, die man statuiert hat als allgemeine Naturgesetze, sie sind nichts anderes als etwas, was in dem absolutesten Widerspruche mit dem Menschenentwickelungsprozeß steht. Der ganze Ernährungs- und Verdauungsprozeß ist ja nicht dasjenige, als was er von der materialistischen Anschauung angesehen wird. Der ganze Ernährungsund Verdauungsprozeß wird eigentlich so von der materialistischen Anschauung angesehen, als ob die Substanzen außer uns wären — also bleiben wir beim Kohlenstoff stehen —, als ob der Kohlenstoff außer uns wäre; dann wird er aufgenommen, wird, entsprechend selbstverständlich, zubereitet, aber doch weitergeleitet im Organismus und dann aufgenommen, so daß man, wenn auch in kleinen Teilen, dasjenige in sich trägt, was einem die Außenwelt gegeben hat. Das trägt man weiter mit sich herum. Es ist eigentlich kein Unterschied da für diese Anschauung zwischen dem Kohlenstoff, der draußen ist, und dem, den man mit sich herumträgt im Organismus. Und doch ist das nicht so. Denn es ist tatsächlich im menschlichen Organismus die Möglichkeit gegeben, den außermenschlichen Kohlenstoff zunächst durch den unteren Menschen vollständig zu vernichten, ihn hinwegzuschaffen aus dem Raume und ihn einfach originär in der Gegenwirkung dazu wiederum zu erzeugen. Ja, das ist eben so; es ist im menschlichen Organismus ein Herd für die Erzeugung der Stoffe, die außermenschlich sind, und zu gleicher Zeit eine Möglichkeit, diese Stoffe zu vernichten. Das wird natürlich von der heutigen Naturwissenschaft nicht zugegeben werden, denn sie kann sich ja eigentlich die Wirkungen der Stoffe nicht anders vorstellen als Ahasver-artig, daß sie bloß in ihren kleinsten Teilen herumwandeln. Sie weiß nichts von dem Leben der Stoffe, von der Entstehung der Stoffe und von dem Tode der Stoffe und weiß nichts davon, wie im menschlichen Organismus Tod und Wiederbelebung der Stoffe stattfindet. Mit dieser Wiederbelebung des Kohlenstoffes hängt dasjenige zusammen, was wir auf der anderen Seite im gewöhnlichen Menschen als Lichtbildung haben. Dieser Lichtbildungsprozeß des Inneren, der kommt wiederum entgegen der Einwirkung des äußeren Lichtes. Wir sind in bezug auf unseren oberen Menschen so eingerichtet, daß äußeres Licht und inneres Licht einander entgegenwirken, miteinander zusarmmenspielen und geradezu das Wesentliche in unserer Organisation darauf beruht, daß wir da, wo diese beiden, äußeres Licht und inneres Licht, zusammenwirken sollen, imstande sind, sie nicht ineinander verfließen zu lassen, sondern sie auseinanderzuhalten, so daß sie nur aufeinander wirken, aber nicht sich miteinander vereinigen. Indem wir, sei es durch das Auge, sei es auch durch die Haut, entgegenstehen dem äußeren Lichte, ist überall aufgerichtet gewissermaßen die Scheidewand zwischen dem inneren originären Lichte im Menschen und dem äußerlich einwirkenden Lichte. Das äußerlich einwirkende Licht hat eigentlich nur die Bedeutung einer Anregung zur Entstehung des inneren Lichtes. Indem wir also das Licht von außen auf uns einfließen lassen, lassen wir uns selber anregen zur Entstehung des inneren Lichtes.
[ 9 ] Here I come to a truly—I would say—rather painful chapter in our modern natural science, one that cannot, however, be kept from you for the simple reason that, if you wish to understand the connections between human beings and the non-human world, you cannot avoid this chapter. The major obstacle to a proper understanding of the effects of substances in the human organism in general—and above all of healing substances—is the law of the so-called conservation of force or energy, also known as the law of conservation of matter. These laws, which have been established as general laws of nature, are nothing other than something that stands in the most absolute contradiction to the process of human development. The entire process of nutrition and digestion is, after all, not what the materialistic view takes it to be. The materialistic view actually regards the entire process of nutrition and digestion as if the substances were outside of us—let us stick with carbon for now—as if the carbon were outside of us; then it is taken in, processed accordingly, of course, but still transported through the organism and then absorbed, so that, even if only in small parts, one carries within oneself what the external world has given. One continues to carry this around with oneself. From this perspective, there is actually no difference between the carbon that is outside and the carbon one carries around within the organism. And yet this is not the case. For the human organism does in fact possess the capacity to first completely destroy non-human carbon through the lower human, to remove it from space, and then to simply recreate it anew as a counteraction to that process. Yes, that is precisely the case; the human organism is both a source for the production of non-human substances and, at the same time, a means of destroying them. Of course, modern science will not admit this, for it cannot really form a mental image of the effects of these substances in any other way than in the manner of Ahasver—that they merely wander about in their tiniest parts. It knows nothing of the life of substances, of their origin, or of their death, nor does it know anything about how the death and revival of substances take place within the human organism. This revitalization of carbon is connected to what we observe, on the other hand, in the ordinary human being as the formation of light. This inner process of light formation, in turn, occurs in opposition to the influence of external light. With regard to our higher self, we are constituted in such a way that external light and inner light counteract one another and interact with one another; indeed, the very essence of our organization rests on the fact that, where these two—external light and inner light—are meant to interact, we are able not to let them merge into one another, but to keep them separate, so that they merely act upon one another, but do not merge with one another. By resisting external light—whether through the eye or through the skin—a partition is, as it were, erected everywhere between the inner, original light within the human being and the externally acting light. The externally acting light actually serves only as a stimulus for the emergence of the inner light. Thus, by allowing the light from outside to flow into us, we allow ourselves to be stimulated to bring forth the inner light.
[ 10 ] Nun handelt es sich darum, diesen ganzen Prozeß noch etwas weiter zu durchschauen. Wenn wir hinblicken auf dasjenige in uns, was beteiligt ist an dem Abbau des Kohle-Substantiellen, dann kommen wir beim Menschen auf die Nieren- und Harnorgane überhaupt und auf alles dasjenige, was auch nach oben mit der Niere zusammenhängt. So daß wir uns dem Nierenprozesse nähern im Innern des Menschen, wenn wir ins Auge fassen den Prozeß, der mit der Kohle zusammenliegt in der außermenschlichen Natur. Und damit ist zu gleicher Zeit ein Weg gegeben, um gewissermaßen so etwas beim Menschen anzuwenden wie Carbo vegetabilis. Zunächst, ich möchte sagen, für die minderwertigen Erkrankungen ist ein Weg gegeben dadurch, daß man sich sagt: Man hat zunächst bei der Carbo vegetabilis die Möglichkeit, entgegenzuarbeiten der Vertierung des Menschen, die zum Ekel führt. — Und alles dasjenige, was das Krankheitsbild gibt für Carbo vegetabilis, ist eigentlich Ekel und Fortsetzung des Ekels nach dem Inneren des Menschen. Gegen das, was da gebildet wird, ist der wirksame Gegenpol derjenige, der den entgegengesetzten Prozeß im Menschen darstellt: alles dasjenige, was mit der Funktion des Nierensystems zusammenhängt. Bringen Sie es daher dahin, den Nierenprozeß zu fördern, wenn Sie das Krankheitsbild im Menschen haben, das sonst künstlich hervorgerufen werden kann durch große Dosen von Carbo vegetabilis, bringen Sie es fertig, zum Beispiel durch höhere Potenzierung von Carbo vegetabilis den ganzen Nierenprozeß zu fördern, ihn in einer gewissen Weise zu erhöhen, dann arbeiten Sie diesem Krankheitsprozesse, der ähnlich ist den Wirkungen von Carbo vegetabilis, im Menschen entgegen. So daß also bei dem Studium dieses Krankheitsmittels es wesentlich wäre, darauf zu kommen, wie sich gegenüber der Potenzierung dieses Mittels Carbo vegetabilis der ganze Nierenprozeß des Menschen verhält. Der Nierenprozeß kann dabei auch so wirken, daß er seinen Gegenpol geltend macht gegenüber dem Verdauungsprozeß, daß er also für einen gestörten Verdauungsprozeß, der als Folgeerscheinung eintritt im Krankheitsbild von Carbo vegetabilis, daß er für diesen gesundenden Eintritt mehr sein Gegenbild, seinen Gegenpol geltend macht, den Gegenpol der kranken Verdauung im Darm.
[ 10 ] Now the task is to gain a somewhat deeper understanding of this entire process. When we look at that part within us that is involved in the breakdown of the carbon substance, we arrive, in the human being, at the kidneys and urinary organs in general, and at everything that is also connected upwardly with the kidneys. Thus, we approach the kidney processes within the human being when we consider the process associated with carbon in the non-human natural world. And this simultaneously provides a way to apply, so to speak, something like Carbo vegetabilis to the human being. First of all, I would like to say that for minor ailments, a path is provided by the following consideration: With Carbo vegetabilis, one has the possibility of counteracting the animalization of the human being, which leads to disgust. — And everything that constitutes the clinical picture for Carbo vegetabilis is, in fact, disgust and the extension of that disgust into the human interior. The effective counterbalance to what is formed there is that which represents the opposite process in the human being: everything related to the function of the renal system. Therefore, aim to stimulate the renal process; if you have the clinical picture in a patient—which can otherwise be artificially induced by large doses of Carbo vegetabilis—manage to for example, by using a higher potency of Carbo vegetabilis to stimulate the entire renal process—to enhance it in a certain way—then you are counteracting this disease process in the patient, which is similar to the effects of Carbo vegetabilis. Thus, when studying this remedy, it would be essential to determine how the human kidney process as a whole responds to the potentization of Carbo vegetabilis. The renal process can also act in such a way that it asserts its opposite pole in relation to the digestive process—that is, for a disturbed digestive process that occurs as a consequence in the Carbo vegetabilis disease picture, it asserts its opposite pole, the antithesis of the diseased digestion in the intestine, to facilitate this healing process.
[ 11 ] Also dem, was da mit Carbo vegetabilis vor sich geht, steht entgegen die Lichtbildung auf der einen Seite. Das, was ich jetzt gesagt habe, Sie werden es, ich möchte sagen, zusammenfassend verstehen, wenn Sie sich folgendes Bild machen. Wenn Sie sich vorstellen: hier haben wir die Erde (siehe Zeichnung Seite 219), die Erde ist umgeben von Luft, da über der Luft kommt was anderes. Was da über der Luft kommt, das ist zunächst dasjenige, was man als eine Art Wärmemantel der Erde bezeichnen könnte. Es würde sich nämlich herausstellen, wenn man den Weg von der Erde ab machen würde, daß man zu ganz anderen Wärmeverhältnissen kommen würde, die die Leute sehr überraschen würden gegenüber den irdischen Wärmeverhältnissen. Es spielt in einiger Entfernung von der Erde dasjenige, was in den Wärmekräften liegt, eine ähnliche Rolle, wie unterhalb dieses Wärmemantels die Atmosphäre selber spielt. Jenseits aber dieser Wärmewirkung — wollen wir hier diese Wärme Tafel 16 wirkungen, also gewissermaßen die außerirdische Wärmezone statuieren, so haben wir hier die Luftzone (siehe Zeichnung Seite 219) — haben wir den Gegenpol der Luftzone, da wo sich alles entgegengesetzt dem verhält, was in unserer Luftzone eigentlich vorgeht. Indem da — wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf — entluftet wird, das Luftsein aufgehoben wird, geht aus dieser Zone wie aufschießend durch die Entluftung dasjenige hervor, was uns als Licht zugesendet wird (siehe Zeichnung Seite 219).
[ 11 ] So, what is happening there with Carbo vegetabilis is countered, on the one hand, by the formation of light. What I have just said—you will, I would say, understand it in summary form if you create a mental image of the following. Imagine: here we have the Earth (see drawing on page 219); the Earth is surrounded by air, and above the air there is something else. What lies above the air is, first of all, what one might describe as a kind of thermal blanket surrounding the Earth. In fact, if one were to travel away from the Earth, it would become apparent that one would encounter entirely different thermal conditions—conditions that would greatly surprise people when compared to those on Earth. At a certain distance from the Earth, the thermal forces play a role similar to that played by the atmosphere itself beneath this heat mantle. Beyond this thermal effect, however—let us here define these thermal effects (see Plate 16), that is, the extraterrestrial thermal zone, so to speak—we have the air zone (see drawing on page 219); and beyond that, we have the antithesis of the air zone, where everything is the opposite of what actually occurs in our air zone. As this zone is—if I may use the expression—“de-aerated,” that is, as its airiness is dissolved, what emerges from it as if shooting forth through this de-aeration is that which is sent to us as light (see drawing on page 219).


[ 12 ] Es ist ein rechtes Unding, zu glauben, daß unser irdisches Licht von der Sonne kommt. Das ist nur eine ziemlich fatale Phantasie der Physiker und der Astronomen. Unser irdisches Licht kommt von dieser Zone. Da schießt es auf, da wird es erzeugt, da wächst es, wie bei uns auf der Erde die Pflanzen wachsen (siehe Zeichnung Seite 219). Und so haben wir das, was uns berechtigt zu sagen: Wenn nun der Mensch in sich juveniles, originäres Licht erzeugt, so beruht das darauf, daß er sich reserviert hat durch seine Bildungsvorgänge in sich das zu machen, was sonst nur da oben geschieht, daß er in sich den Quell eines Außerirdischen trägt. Allerdings wirkt dieser Quell des Außerirdischen auf die ganze Pflanzenwelt und auf ihn ebenso, daß es auf die Pflanzenwelt von außen wirkt, daß er aber mit etwas in sich da hinaufversetzt ist (siehe Zeichnung Seite 219).
[ 12 ] It is utter nonsense to believe that our earthly light comes from the sun. That is merely a rather fatal fantasy of physicists and astronomers. Our earthly light comes from this zone. That is where it bursts forth, where it is generated, where it grows, just as plants grow here on Earth (see illustration on page 219). And so we have what entitles us to say: If a human being generates within himself a youthful, original light, this is because, through his developmental processes, he has reserved the capacity within himself to do what otherwise happens only up there—that is, to carry within himself the source of an extraterrestrial force. However, this source of the extraterrestrial acts upon the entire plant world and upon him in the same way—in that it acts upon the plant world from the outside, but he is, through something within himself, transported upward (see drawing on page 219).
[ 13 ] Nun, wenn wir uns fragen: Wie ist es denn, wenn wir nun etwas näher zur Erde kommen, als es mit der Luft selber ist, kommen wir da auch auf der anderen Seite mehr in den Menschen hinein? — Ja, sehen Sie, indem wir uns dem Irdischen mehr nähern von dem Luftartigen aus, kommen wir ja zu allem Flüssigen, zu dem Wässerigen, und wir können unter der Luftzone gut voraussetzen die Flüssigkeitszone. Die hat ebenso ihr Gegenbild draußen, nur noch über der Lichtzone. Und da ist wiederum alles dasjenige anders, polarisch entgegengesetzt dem, was in der Flüssigkeitszone vor sich geht. Da droben, da wächst gewissermaßen wiederum etwas, wie das Licht in der vorhergehenden Zone wächst. Da droben wachsen nämlich die chemischen Kräfte und wirken auf die Erde herein (siehe Zeichnung Seite 219). Und es ist eben ein Unding, die Impulse für die chemischen Wirkungen auf der Erde in den Substanzen selber zu suchen. Da sind sie nicht. Sie kommen aus diesen Regionen der Erde entgegen.
[ 13 ] Well, if we ask ourselves: What happens when we get a little closer to the Earth than we are with the air itself—do we then also penetrate deeper into human beings on the other side? — Yes, you see, as we approach the earthly realm from the airy realm, we come to everything liquid, to the watery realm, and we can safely assume that the liquid zone lies beneath the air zone. It, too, has its counterpart on the outside, just above the light zone. And there, in turn, everything is different—polar opposites to what takes place in the liquid zone. Up there, something grows again, so to speak, just as light grows in the preceding zone. For up there, the chemical forces grow and act upon the Earth (see diagram on page 219). And it is simply absurd to look for the impulses behind the chemical processes on Earth within the substances themselves. They are not there. They come toward the Earth from these regions.
[ 14 ] Aber der Mensch hat wiederum in sich dasjenige, was etwas in ihm so macht, wie es da droben ist. Der Mensch hat in sich — wenn ich mich so ausdrücken darf — einen Chemikator. Er hat etwas von der himmlischen Sphäre in sich, in der der Ursprung der chemischen Aktionen liegt. Und das ist recht stark lokalisiert im Menschen, was da so wirkt, das ist nämlich lokalisiert in der Leber. Und studieren Sie diese ganze merkwürdige Tätigkeit, welche die Leber im menschlichen Organismus entfaltet, all den Anteil, den sie hat auf der einen Seite, indem sie, ich möchte sagen, wie saugend wirkt für die Beschaffenheit des Blutes, auf der anderen Seite, indem sie regulierend wirkt durch die Gallenabsonderung im menschlichen Organismus, für die ganze Zubereitung der Blutflüssigkeit. Sehen Sie diese ganze ausgebreitete Tätigkeit der Leber an, und Sie werden in ihr erblicken müssen dasjenige, was, wenn es zu Ende studiert wird, die Chemie, die wirkliche Chemie gibt, denn unsere äußerliche Chemie ist ja auf der Erde gar nicht in ihrer Wirklichkeit zu finden. Die müssen wir ja als ein Spiegelbild der außermenschlichen chemischen Sphäre ansehen. Aber wir können auch diese außerirdische Sphäre studieren, indem wir alle die wunderbaren Wirkungen der menschlichen Leber studieren.
[ 14 ] But human beings, in turn, possess within themselves that which makes something within them just as it is up there. Human beings have within them—if I may put it this way—a “chemist.” They possess something of the heavenly sphere within them, in which the origin of chemical actions lies. And what exerts this influence is quite strongly localized within the human being; namely, it is localized in the liver. And study this entire remarkable activity that the liver carries out in the human organism—all the role it plays, on the one hand, by acting, I might say, as a filter for the composition of the blood, and on the other hand, by acting as a regulator through the secretion of bile in the human organism, for the entire preparation of the blood fluid. Look at this entire range of the liver’s activity, and you will have to recognize in it that which, when fully studied, constitutes chemistry—true chemistry—for our external chemistry, after all, cannot be found in its true form on Earth. We must regard this as a reflection of the non-human chemical sphere. But we can also study this non-human sphere by studying all the marvelous effects of the human liver.
[ 15 ] Weiter vorrücken können wir nun von Carbo vegetabilis und seinen, ich möchte sagen, inneren Eigenschaften, wenn wir Carbo vegetabilis in Zusammenhang bringen mit den Alkalien, zum Beispiel also mit Kali selber, Kali carbonicum, und dadurch resultierende Wirkungen hervorrufen im menschlichen Organismus. Alles dasjenige überhaupt, was laugenartig ist, hat eine Wirkung tiefer nach dem Inneren des Organismus zu gelegen, nach den Leberprozessen hin, während alles dasjenige, was mit Carbo vegetabilis zusammenhängt, mit seinen Wirkungen nach dem Nierentrakt hinweist. Und wir werden eine durchaus deutliche Wechselwirkung wahrnehmen können zwischen alledem, was laugenartig ist, und dem, was Prozesse des Lebersystems sind. Wenn man studieren würde alles, was laugenartig ist, so würde man finden, daß es geradeso, wie alles dasjenige, was carbo-artig ist, mit dem Tierwerden zusammenhängt, das, was Lauge werden will, was die Tendenz des Laugigen hat, zusammenhängt mit dem Pflanzenwerden des Menschen und mit dem Heraussetzen des Pflanzenreiches.
[ 15 ] We can now proceed further from Carbo vegetabilis and its—I would say—inner properties when we relate Carbo vegetabilis to the alkalis, for example to potash itself, Kali carbonicum, and thereby elicit the resulting effects in the human organism. Everything that is alkaline in nature has an effect that is directed deeper into the interior of the organism, toward the processes of the liver, whereas everything associated with Carbo vegetabilis points with its effects toward the renal tract. And we will be able to perceive a quite distinct interaction between everything that is alkaline and the processes of the liver system. If one were to study everything that is alkali-like, one would find that just as everything that is Carbo-like is connected with the process of becoming animal, that which tends toward alkali—that which has the tendency of the alkali—is connected with the process of the human being becoming plant and with the emergence of the plant kingdom.
[ 16 ] Nun habe ich schon in den vorhergehenden Vorträgen auf einen Prozeß) hingewiesen, der wichtig ist, wenn man aus den Naturwirkungen herausbekommen will die Menschenwirkungen. Ich habe auf den Prozeß hingewiesen, der sich abspielt, wenn die Auster ihre Schale bildet, auf den, sagen wir eben einfach kurz, Austernschalenbildungsprozeß. Da rücken wir vor von jener Resultierenden, die entsteht im Zusammensein von Carbo mit Kalium, zu dem Zusammensein mit Calcium. Nur haben wir dasjenige, was entstehen würde, wenn sich lediglich dieser Prozeß des Zusammenwirkens der Kohle mit dem Calcium abspielen würde, in der Austernschale dadurch gemildert, daß wir haben in der Austernschale starke Phosphorwirkungen, starke Phosphorkräfte mitwirken. Das alles wirkt in der Austernschale zusammen mit noch einigem anderen, das der Umgebung der Meereskräfte verdankt ist.
[ 16 ] I have already referred in previous lectures to a process that is important if one wishes to distinguish human influences from natural phenomena. I have referred to the process that takes place when the oyster forms its shell—let’s simply call it, for brevity’s sake, the oyster shell formation process. Here we move from the resulting compound that arises from the combination of carbon with potassium to the combination with calcium. However, what would arise if only this process of the interaction between carbon and calcium were taking place is moderated in the oyster shell by the fact that strong phosphorus effects—strong phosphorus forces—are also at work there. All of this interacts in the oyster shell with several other factors that are due to the influence of the marine forces.
[ 17 ] Nun kommen wir aber in der Tat, wenn wir diesen Prozeß der Austernschalenbildung beobachten, auch wiederum in unserem Zusammenhang zwischen dem Menschen und der außermenschlichen Natur um ein Stück weiter. Gehen wir von der Wasserbildung nach abwärts (siehe Zeichnung Seite 219), so kommen wir zu der Erdbildung, zu dem Verfestigtwerden, zu dem, was ich nennen könnte Festwerden, Erdbildung. Wenn der Ausdruck heute nicht verpönt wäreund nicht gebraucht würde, eigentlich nicht so hingesehen würde auf ihn, als haben eben die alten Schafsköpfe da von der Erde und von der Luft und von dem Wasser gesprochen, so würde man sich auch nicht so genieren, von Erde, Wasser, Luft und Feuer zu sprechen. Nicht wahr, unter uns können wir ja manchmal auf solche Dinge wenigstens hindeuten. Aber auch diese feste Erdbildung hat draußen in der weiten Welt ihr Gegenbild. Und dieses Gegenbild, sehen Sie, das ist die Lebensbildung, das ist tatsächlich der Ursprung des Vitalisierens. Das ist tatsächlich dasjenige, was in den Lebenskräften selber liegt, die also von noch weiter her kommen als die chemischen Kräfte, die innerhalb der Erde in der außermenschlichen Welt, innerhalb des eigentlich Erdigen vollständig ertötet werden, ersterben gemacht werden (siehe Zeichnung Seite 219).
[ 17 ] But now, in fact, as we observe this process of oyster shell formation, we do indeed take another step forward in our exploration of the relationship between human beings and non-human nature. If we proceed downward from the formation of water (see illustration on page 219), we arrive at the formation of earth, at solidification, at what I might call “becoming solid”—the formation of earth. If the term weren’t frowned upon today—and weren’t used, and weren’t actually viewed as if those old blockheads were just talking about earth, air, and water—then people wouldn’t be so embarrassed to speak of earth, water, air, and fire. Isn’t that right? Among ourselves, we can at least allude to such things sometimes. But even this solid earth-formation has its counterpart out there in the wider world. And this counterpart, you see, is the formation of life; it is in fact the source of vitalization. It is in fact that which lies within the life forces themselves, which thus come from even further back than the chemical forces—forces that, within the Earth in the non-human world, within what is truly earthly, are completely extinguished, brought to an end (see drawing on page 219).
[ 18 ] Nun würde ja — das möchte ich hier nur einfügen, weil es vielleicht doch einige von Ihnen interessieren könnte — unsere Erde wuchern unter fortwährenden Lebensbildungen, unter fortwährenden Karzinomen, wenn nicht diesem Wuchern vom Außerirdischen jener Prozeß entgegengesetzt wäre, der auf die Erde hin ausgeübt wird vom Merkur aus, der merkuriale Prozeß. Das ist schon wichtig, daß man diese Dinge wenigstens einmal gedacht hat. Dasjenige, was sich im allgemeinen in der Erdbildung, die wir auch das gestaltende Element im Substantiellwerden nennen könnten, abspielt, wir sehen es gewissermaßen auf einer früheren Stufe zurückgehalten in der Bildung der Austernschale. Die Austernschale wird nur dadurch verhindert, ganz in die Erdbildung einzugehen, daß sie zum Meere, zum Wasser noch Beziehungen hat und gewissermaßen zurückhält auf einer früheren Stufe das Erdbildungswerden, sich in einer früheren Stufe des Erdbildungswerdens verfestigt. Die Regenwürmer können das nicht, weil sie keine Schale haben, aber die Wirkungen gehen doch von ihnen aus. Deshalb ist durchaus der Satz gültig: Wenn es keine Regenwürmer gäbe, gäbe es nicht die Gestaltungskräfte im Innern der Erde. Die Regenwürmer sind wesentlich daran beteiligt, daß der Erdbildungsprozeß vor sich geht. Die ganze Regenwurmwelt bildet gewissermaßen zusammen etwas, was über die Austernschalenbildung hinausgeht, was ebenso Beziehungen hat zur ganzen Erde wie die Austernschale. Dadurch kommt es nicht zur Austernschalenbildung, sondern zu alledem, was in der Ackererde und dergleichen ist und was Verwandtes daraus entsteht.
[ 18 ] Now—and I would just like to add this here, because it might be of interest to some of you—our Earth would be overrun by ceaseless life formations, by ceaseless carcinomas, were it not for the fact that this proliferation from the extraterrestrial realm is counteracted by the process exerted upon the Earth from Mercury—the Mercurial process. It is indeed important to have at least once given these things some thought. What generally takes place in the formation of the Earth—which we might also call the formative element in the process of becoming substantial—we see, as it were, held back at an earlier stage in the formation of the oyster shell. The oyster shell is prevented from entering fully into Earth formation only because it still has connections to the sea, to water, and thus, in a sense, holds back the process of Earth formation at an earlier stage, solidifying at an earlier stage of Earth formation. Earthworms cannot do this because they have no shell, but the effects still emanate from them. Therefore, the statement is certainly valid: If there were no earthworms, there would be no formative forces within the Earth. Earthworms play an essential role in ensuring that the process of Earth formation takes place. The entire world of earthworms, so to speak, collectively forms something that goes beyond the formation of oyster shells—something that has just as much connection to the entire Earth as the oyster shell does. This does not result in the formation of oyster shells, but rather in everything found in farmland and the like, and in the related substances that arise from it.
[ 19 ] Nun werden Sie ja selbstverständlich voraussetzen, daß, wenn wir den Prozeß suchen, der im Menschen nun noch weiter im Innern liegt als der mit den chemischen Kräften verwandte Prozeß, der also an die Leber sich anschließt, wir da wiederum zu einem anderen Organ des Menschen kommen müssen. Dieses andere Organ des Menschen ist nun eben kein anderes als die Lunge, und die Lunge muß in einer zweifachen Weise im menschlichen Organismus betrachtet werden. Erstens ist sie ja das Organ für den Atmungsvorgang. Aber, so sonderbar es klingt, sie ist, ich möchte sagen, dieses Organ für den Atmungsvorgang nur auf äußerliche Weise. Sie ist zu gleicher Zeit das Organ, welches reguliert innerlich, tief innerlich im Menschen den Erdbildeprozeß. Wenn man verfolgt von außen nach innen gehend, von dem Ernährungs- und Verdauungsvorgang angefangen durch den Nierenbildungs-, Leberbildungsprozeß, bis herauf zum Lungenbildungsprozeß, also zu dem, was die Lunge innerlich bildet — abgesehen davon, daß sie funktionell der Atmung zugrunde liegt —, und untersucht diesen Prozeß, der sich da abspielt, so ist er der Gegenpol des Prozesses, der sich in der Auster äußert zur Bildung der Austernschale. Die menschliche Organisation hat sich in ihrem Lungenbildungsprozeß hereingeholt dasjenige, was hier über der chemischen Zone liegt im äußeren Weltenall (siehe Zeichnung Seite 219).
[ 19 ] Now, of course, you will assume that if we are looking for the process that lies even deeper within the human being than the process related to chemical forces—that is, the one connected to the liver—we must once again arrive at another human organ. This other organ in the human body is none other than the lungs, and the lungs must be considered in two ways within the human organism. First, they are, of course, the organ responsible for the process of respiration. But, strange as it may sound, it is—I would say—this organ of respiration only in an external sense. At the same time, it is the organ that regulates, deep within the human being, the process of earth formation. If one traces the process from the outside in—beginning with the processes of nutrition and digestion, through the formation of the kidneys and the liver, all the way up to the formation of the lungs—that is, to what the lungs form internally—setting aside the fact that they functionally underlie respiration— and examines this process as it unfolds, it is the polar opposite of the process that manifests in the oyster as the formation of the oyster shell. In its lung-formation process, the human organism has incorporated that which lies above the chemical zone in the outer universe (see illustration on page 219).
[ 20 ] Sie brauchen ja nur das Krankheitsbild, das wirkliche Krankheitsbild, das entsteht unter gewissen Einwirkungen von seiten des kohlensauren Calciums, beim Menschen zu betrachten, und Sie werden wiederum finden, daß das sehr stark zusammenhängt mit all den Vorgängen, die Eigenlebenvorgänge des Lungenwesens selber sind. Es ist nur schwer, diese Prozesse abzutrennen von denjenigen, die ganz unter der Einwirkung des Atmungsprozesses liegen. Man muß aber gerade bei der Lunge, weil sie nach zwei Seiten hin der menschlichen Organisation dient, in Betracht ziehen, daß sie auf der einen Seite funktionelle Aufgaben hat nach außen und auf der anderen Seite diese funktionellen Aufgaben hat nach innen. Die Entartungen der Lunge müssen Sie in ähnlichen Vorgängen schon suchen, wie sie auftreten im Prozesse der Austernschalenbildung oder natürlich ähnlichem, selbstverständlich auch der Schneckenschalenbildung und so weiter.
[ 20 ] You need only observe the clinical picture—the true clinical picture—that arises in humans under certain influences of calcium carbonate, and you will find once again that it is very closely related to all the processes that are the intrinsic life processes of the lungs themselves. It is difficult, however, to distinguish these processes from those that are entirely governed by the respiratory process. But precisely with the lungs—because they serve the human organism in two ways—one must take into account that, on the one hand, they have functional tasks directed outward and, on the other hand, these functional tasks directed inward. You must look for the degenerative changes in the lungs in processes similar to those that occur in the formation of oyster shells or, naturally, similar phenomena, including, of course, the formation of snail shells and so on.
[ 21 ] So kommen wir, indem wir uns gewissermaßen heute von der anderen Seite dem nähern, dem wir uns gestern genähert haben — allerdings bei der gestrigen Näherung den Kreis mehr schließen konnten, als wir ihn heute werden schließen können, aber die Schließung wird schon in den nächsten Tagen stattfinden —, dahin, in Nierentätigkeit, Lebertätigkeit, Lungentätigkeit dasjenige zu sehen, was im Innern des Menschen sich abspielt als entsprechend im Äußeren der Lufttätigkeit, entsprechend der Tätigkeit im Wasser, entsprechend der Tätigkeit in der festen Erde. Der Tätigkeit in der Luft entspricht all dasjenige, was sich an das Nierensystem im weiteren Sinne anschließt, was vor allen Dingen auch mit all den Harnfunktionen zusammenhängt. Dasjenige, was verwandt ist dem System, das wir da in Betracht ziehen, wenn wir seine nach innen gelegensten Teile, die Niere ins Auge fassen, das ist dasjenige, was unter gewissen Umständen Atemnot hervorrufen kann, Bedürfnis zum Atmen, was Sie ja im hohen Grade als gewisse Nachwirkungen des Einnehmens von Carbo vegetabilis sehen werden. So daß wir sagen können: Die tieferen Gründe für Störungen des Atmungssystems, für Atemnot, müssen wir eigentlich im Nierensystem suchen.
[ 21 ] Thus, by approaching today—in a sense—from the other side what we approached yesterday—although in yesterday’s approach we were able to close the circle more completely than we will be able to today, though the circle will be closed in the coming days— we are coming to see in kidney activity, liver activity, and lung activity what takes place within the human being as corresponding to activity in the air, to activity in water, and to activity in the solid earth. Activity in the air corresponds to everything connected to the kidney system in the broader sense, which is related above all to all urinary functions. That which is related to the system we are considering here—when we look at its most internal parts, the kidneys—is precisely what, under certain circumstances, can cause shortness of breath, a need to breathe, which you will indeed observe to a high degree as certain aftereffects of taking Carbo vegetabilis. Thus, we can say: The deeper causes of respiratory disorders, of shortness of breath, must actually be sought in the renal system.
[ 22 ] Alles dasjenige nun, was mit dem Wässerigen zusammenhängt, was mit dem Flüssigen zusammenhängt, für das müssen wir die tieferen Gründe in dem Lebersystem suchen. So wie die Atemnot und Atemregulierung, der Atembedarf, mit dem Nierensystem zusammenhängt, so hängt der Durst mit dem Lebersystem zusammen. Aller Durst hängt mit dem Lebersystem zusammen. Das wäre schon eine interessante Aufgabe, einmal die Wechselbeziehungen der verschiedenen menschlichen Dursteigenschaften in den Leberwirkungen zu studieren. Und innig hängen mit der Innenbeschaffenheit der Lunge, gewissermaßen mit dem Innenstoffwechsel der Lunge, die Erscheinungen des Hungers und all dasjenige zusammen, was auf diesem Felde steht.
[ 22 ] Now, for everything related to water and fluids, we must seek the deeper causes in the liver system. Just as shortness of breath, respiratory regulation, and the need for breath are related to the kidney system, so too is thirst related to the liver system. All thirst is related to the liver system. It would indeed be an interesting task to study the interrelationships between the various characteristics of human thirst and the functions of the liver. And the manifestations of hunger and everything else in this realm are intimately connected with the internal constitution of the lungs—with, so to speak, the internal metabolism of the lungs.
[ 23 ] Hunger, Durst und Atmungsbedürfnis hängen ja in der Tat auf der einen Seite nach dem Ponderablen zu mit Luft, Wasser, Erde zusammen. Mit ihren Gegenbildern draußen im Weltenall hängt manches andere zusammen. Und begreiflich wird sein, daß, wenn wir Anregung vom Licht brauchen, weil ermattet ist dasjenige, was in uns das juvenile, das originäre Licht erzeugt, so ist natürlich diese Anregung durch das Licht selbst am besten zu gewinnen, und wir kommen da auf die Berechtigung der Heilweisen durch das Licht. Aber Lichtbäder sind nicht eigentlich immer Lichtbäder. Das ist wichtig, daß man das ins Auge faßt. Lichtbäder sind nämlich in Wirklichkeit ein Sich-Mehraussetzen der chemischen Zone, als der Mensch bei seinem gewöhnlichen Wohnen auf der Erde dieser chemischen Zone ausgesetzt ist. Dasjenige, was mit dem Chemismus von außen hereinströmt und selbstverständlich das Licht begleitet, das ist das eigentlich Wirksame in den meisten Lichtbädern. Hinter dem stehen ja, wie Sie sehen können aus der schematischen Zeichnung (Seite 219), die ich hier vor Sie hingestellt habe, direkt die Lebenskräfte, die gewissermaßen auch im Gefolge da sind, wenn man auf den Menschen erhöhtes Licht, respektive erhöhte chemische Aktion wirken läßt. So daß, wenn vermieden wird ein zu starkes Wirken — es ist ja natürlich immer hier das Abwiegen das Maßgebende — von dem, was dann als vom Licht getragen gleichsam hereinkommt aus dem Weltenall, dann wirken die das Licht begleitenden chemischen Aktionen und auch die das Licht begleitenden Lebensaktionen außerordentlich wohlktätig.
[ 23 ] Hunger, thirst, and the need to breathe are, in fact, connected—on the one hand, in terms of the ponderable—to air, water, and earth. Many other things are connected to their counterparts out there in the universe. And it will be understandable that, when we need stimulation from light—because that which generates the youthful, original light within us has grown weary—this stimulation is naturally best obtained through light itself, and this brings us to the validity of light-based healing methods. But light baths are not always truly light baths. It is important to bear this in mind. For light baths are, in reality, a greater exposure to the chemical zone than a person experiences in their ordinary life on Earth. That which flows in from the outside with the chemical forces—and naturally accompanies the light—is what is actually effective in most light baths. Behind this, as you can see from the schematic drawing (page 219) that I have placed here before you, lie directly the life forces that, in a sense, also follow in its wake when one allows heightened light—or rather, heightened chemical action—to act upon a person. Thus, if one avoids an excessively strong effect—for, of course, the decisive factor here is always a careful balancing—of what then enters, as it were, carried by the light from the universe, then the chemical actions accompanying the light, as well as the life forces accompanying the light, have an extraordinarily beneficial effect.


[ 24 ] Nur nebenbei will ich zum Schlusse bemerken, daß Sie es ja jetzt nicht mehr wunderbar zu finden brauchen, wenn Sie finden, daß es der heutigen Naturwissenschaft nicht gelingt, eine Anschauung über den Ursprung des Lebens selber zu gewinnen. Denn innerhalb derjenigen Regionen, wo die heutige Naturwissenschaft sucht, ist ja nur das Gegenbild des Lebens vorhanden, dank der Merkurwirkungen, nämlich der Tod. Und das Leben müßte gesucht werden da draußen, wohin die Naturwissenschaft heute eigentlich nicht will. Denn davon will sie ja nichts wissen, ins Außertellurische zu gehen; ja höchstens wenn sie nicht anders kann — wie einige getan haben —, wenn sie nicht mehr anders kann, na, dann verwandelt sie auch das noch ins Materialistische. Es ist ja sehr schön eine Übersetzung dieses Hereinwirkens der Lebenskräfte ins Materialistische in der schönen Hypothese zustande gekommen, daß von anderen Himmelskörpern die Lebenskeime auf unsere Erde heruntergetragen werden. Also sie werden da so schön in materieller Weise von den anderen Himmelskörpern durch all die Hindernisse hindurchgetragen und erscheinen dann auf unserer Erde, wobei von manchen sogar vorgestellt wird, daß die Meteorsteine ihre Autos seien, durch die sie auf der Erde einfahren. Sie sehen, daß man es in der heutigen Zeit sogar zustande gebracht hat, da mit der materialistischen Theorie irgend etwas erklärt haben zu wollen. So wie man alles dasjenige, was man im Makroskopischen beobachtet, glaubt erklärt zu haben, wenn man es ins Mikroskopische oder Ultramikroskopische zurücksetzt, in Moleküle, Atomtheorien, so glaubt man auch das Leben erklärt zu haben, wenn man es nur woanders hinschiebt.
[ 24 ] Just as an aside, I would like to note in closing that you need no longer find it surprising that modern science has not succeeded in gaining an understanding of the origin of life itself. For within the very realms where modern science searches, only the opposite of life is present—thanks to the effects of Mercury—namely, death. And life would have to be sought out there, where modern science actually does not want to go. For it wants nothing to do with venturing into the extraterrestrial realm; at most, if it has no other choice—as some have done—when it can do nothing else, well, then it transforms even that into something materialistic. A very elegant translation of this influence of life forces into the materialistic realm has indeed emerged in the beautiful hypothesis that the seeds of life are carried down to our Earth from other celestial bodies. So they are carried in such a beautiful, material way from the other celestial bodies through all the obstacles and then appear on our Earth, with some even having a mental image of meteorites being their “cars,” through which they enter the Earth. You see that in this day and age, people have even managed to use materialistic theory to claim they have explained something. Just as people believe they have explained everything observed on the macroscopic level by reducing it to the microscopic or ultramicroscopic level—to molecules and atomic theories—so too do they believe they have explained life simply by shifting it elsewhere.
