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Spiritual Science and Medicine
GA 312

7 April 1920, Dornach

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Achtzehnter Vortrag

Eighteenth Lecture

[ 1 ] Ich denke, es ist doch notwendig, daß in unser naturwissenschaftlich-medizinisches Studium dasjenige hineindringt, was man das Zurückgehen auf die wahren Ursprünge der pathologischen Erscheinungen nennen könnte. Es ist in der neueren Zeit immer mehr und mehr die Tendenz wirksam geworden, von den eigentlichen Ursprüngen abzusehen und die Dinge ins Auge zu fassen, die sich an der Oberfläche abspielen. Und mit diesen Dingen, mit diesem Hängenbleiben an der Oberfläche hängt es zusammen, daß man eigentlich heute meistenteils in der landläufigen Medizin, in der landläufigen Pathologie, wenn man anfängt, die Beschreibung irgendeines Krankheitstypus zu lesen oder zu hören, dann unterrichtet wird, was für ein Bazillus eigentlich diese Krankheit hervorruft, was da in den menschlichen Organismus eingezogen ist. Nun ist es natürlich furchtbar leicht, Einwände gegen dieses Einziehen der niederen Organismen zurückzuweisen aus dem einfachen Grunde, weil man ja nicht mehr nötig hat, erst darauf hinzuweisen, daß diese niederen Organismen da sind. Da sie sich auch wirklich in einer spezifischen Gestalt für verschiedene Erkrankungen zeigen, so ist es auch wiederum sehr begreiflich, daß auf diese spezifische Gestalt hingewiesen wird und geradezu ein Zusammenhang zwischen einer Krankheitsform und dieser spezifischen Bakteriengestalt aufgezeigt wird.

[ 1 ] I believe it is necessary for our studies in the natural sciences and medicine to incorporate what might be called a return to the true origins of pathological phenomena. In recent times, there has been an increasingly strong tendency to disregard the actual origins and to focus instead on what takes place on the surface. And this fixation on the surface is why, in conventional medicine and conventional pathology today, when one begins to read or hear a description of any type of disease, one is usually told what kind of bacillus actually causes the disease—that is, what has invaded the human organism. Now, of course, it is terribly easy to dismiss objections to this invasion by lower organisms for the simple reason that it is no longer necessary to point out that these lower organisms are present. Since they actually manifest in a specific form for various diseases, it is also quite understandable that this specific form is pointed out and that a direct connection is demonstrated between a form of disease and this specific bacterial form.

[ 2 ] Nun tritt schon, rein oberflächlich betrachtet, durch diese ganze Anschauung ein Irrtum ein, der darinnen besteht, daß man eigentlich von dem Primären dabei ganz abgelenkt wird. Denn bedenken Sie nur, wenn im Verlaufe irgendeiner Krankheit in irgendeinem Körperteile Bazillen in größerer Menge auftreten, ist es ja natürlich, daß diese Bazillen Erscheinungen hervorrufen, wie jeder Fremdkörper im Organismus Erscheinungen hervorruft, daß infolge des Vorhandenseins dieser Bazillen allerlei Entzündungen auftreten. Schreibt man nun alles der Wirksamkeit dieser Bazillen zu, so lenkt man die Aufmerksamkeit tatsächlich nur auf dasjenige, was eigentlich die Bazillen machen. Man lenkt dabei aber diese Aufmerksamkeit ab von dem eigentlichen Ursprung der Erkrankung. Denn jedesmal, wenn im Organismus niedere Organismen einen geeigneten Boden für ihre Entwickelung finden, so ist eben dieser geeignete Boden durch die eigentlichen primären Ursachen schon geschaffen. Auf dieses Gebiet der primären Ursachen muß einmal die Aufmerksamkeit gelenkt werden. Dazu muß ich Sie noch einmal zurückführen zu den Betrachtungswegen, die wir ja schon eingeschlagen haben und die noch einmal kurz unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen sollen.

[ 2 ] Now, even at a purely superficial level, this entire perspective gives rise to an error, which consists in the fact that it actually distracts one entirely from what is primary. For just consider this: if, in the course of any illness, large numbers of bacteria appear in any part of the body, it is only natural that these bacteria will cause symptoms—just as any foreign body in the organism causes symptoms—and that, as a result of the presence of these bacteria, all sorts of inflammations will occur. If one now attributes everything to the activity of these bacteria, one is in fact directing attention only to what the bacteria themselves are doing. In doing so, however, one diverts this attention from the actual origin of the disease. For every time lower organisms find a suitable environment for their development within the organism, that very suitable environment has already been created by the actual primary causes. Attention must finally be directed toward this realm of primary causes. To this end, I must once again lead you back to the lines of reasoning we have already pursued, which deserve our brief attention once more.

[ 3 ] Betrachten Sie noch einmal die die Erde bedeckende Pflanzenfläche, das heißt die Summe alles dessen, was zur Vegetation der Erde gehört. Wir müssen uns klar sein darüber, daß diese ganze Vegetation der Erde, wie sie von der Erde aus dem Weltenraum entgegenwächst, nicht bloß aus der Erde heraus diesem Weltenraum entgegengeschickt wird, sondern daß sie hinausgezogen wird durch Kräfte, daß also, wie wir ja schon gehört haben, überall hier Kräfte wirken, welche zum Pflanzenwachstum genau ebenso gehören wie die Kräfte, die von der Erde aus in die Pflanze hineinwirken. Es ist eine fortwährende Wechselwirkung zwischen den Kräften, die von der Erde aus in die Pflanze hineinwirken, und zwischen den Kräften, die aus dem außerirdischen Kosmos auf die Pflanze wirken. Nun, worinnen besteht diese Wirkungsweise, die ja eigentlich in unserer Umgebung fortwährend vorhanden ist? Würde es dazu kommen, daß diese Kräfte, die da aus dem Kosmos hereinwirken, voll zum Ausdruck kommen, daß sie also ganz die Pflanze ergreifen könnten, würden nicht die Planeten dafür sorgen, daß sich diese Kräfte auch wiederum zurückziehen können, daß sie also nicht voll die Pflanze umfassen, so würde die Pflanze, wenn sie vom Stengel aus der Blüte und dem Samen entgegenwächst, immer die Tendenz haben, zum Tiere zu werden. Es ist die Tendenz vorhanden der Tierwerdung. Das, was da aus dem Kosmos hereinwirkt, dem wirkt auf der anderen Seite wiederum entgegen aus der Erde herein bei der Pflanze die Tendenz, das Pflanzensein zu unterdrücken und innerhalb des Pflanzenseins sich zu mineralisieren.

[ 3 ] Consider once again the area of the Earth covered by plants—that is, the sum of everything that constitutes the Earth’s vegetation. We must be clear that all of this vegetation on Earth—as it grows outward from the Earth into outer space—is not merely sent out from the Earth into outer space, but is drawn outward by forces; that is to say, as we have already heard, forces are at work everywhere here that are just as much a part of plant growth as the forces that act from the Earth into the plant. There is a constant interaction between the forces acting from the Earth into the plant and the forces acting on the plant from the cosmos beyond Earth. Now, what does this mode of action—which is, in fact, constantly present in our surroundings—consist of? If it were to happen that these forces acting in from the cosmos were to find full expression—that is, if they were able to fully take hold of the plant—and if the planets did not ensure that these forces could also withdraw again, so that they do not fully encompass the plant, then the plant, as it grows from the stem toward the flower and the seed, would always have a tendency to become an animal. The tendency toward becoming an animal is present. What acts in from the cosmos is counteracted, on the other hand, by the tendency within the plant—arising from the earth—to suppress its plant nature and to mineralize within that plant nature.

[ 4 ] Also ich mache darauf aufmerksam, daß eigentlich das Pflanzensein die Mitte hält zwischen dem Hinneigen zum Versalzen, zum Ablagern von Mineralien in der Pflanzensubstanz, zum Mineralisieren und zum Sichentzünden, zum Tierwerden. Das ist etwas, was fortwährend vorhanden ist in der äußeren Natur.

[ 4 ] So I would like to point out that, in fact, plant life strikes a balance between the tendency toward salinization—the accumulation of minerals in plant tissue—mineralization, and self-ignition—that is, becoming an animal. This is something that is constantly present in the external natural world.

[ 5 ] Dies aber, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, ist auch fortwährend vorhanden verinnerlicht, zentralisiert in dem menschlichen Organismus selber. Der menschliche Organismus ist dadurch, daß er eine Lunge hat, eine richtige kleine Erde, und alles dasjenige, was von der Lunge aus wirkt, wirkt geradeso im menschlichen Organismus nach unten, wie von der Erde aus in den Pflanzenorganismus nach oben die Kräfte hineinwirken, die eben von der Erde aus in den Pflanzenorganismus hineingehen. Und alles dasjenige, was durch die Atmung und Herztätigkeit dem inneren Lungenstoffwechsel und so weiter entgegenkommt, das wirkt so wie dieses Kosmische draußen (siehe Zeichnung Seite 330).

[ 5 ] But what I have just described to you is also constantly present, internalized, and centralized within the human organism itself. Because it has lungs, the human organism is a veritable miniature Earth, and everything that acts from the lungs works downward in the human organism just as the forces that flow from the Earth into the plant organism work upward from the Earth into the plant organism. And everything that, through breathing and heart activity, contributes to the internal metabolism of the lungs and so on, acts in the same way as this cosmic force outside (see illustration on page 330).

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[ 6 ] Nun besteht eine Notwendigkeit im menschlichen Organismus. Es besteht die Notwendigkeit, daß alles dasjenige, was sich zuletzt konzentriert vom Organismus aus in der Herztätigkeit, ferngehalten wird dem, was sich organisiert, sich zuletzt konzentrierend in dem inneren Stoffwechsel der Lunge. Diese zwei Tätigkeiten, die dürfen nicht anders aufeinander wirken, als daß zwischen ihnen gewissermaßen — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — ein ätherisches Zwerchfell ist oder ein astralisches Zwerchfell. Diese beiden Tätigkeiten müssen auseinandergehalten werden. Und wir müssen die Frage aufwerfen: Ist dieses Zwerchfell — ich gebrauche das Wort nur, um ein Bild anzudeuten — wirklich vorhanden? Gibt es ein solches Zwerchfell, welches abhält die Kopf-, Hals-, Lungentätigkeit, sich zu vermischen mit der Bauch- und Brusttätigkeit anders als durch den äußeren Atmungsrhythmus? — Dieses Zwerchfell gibt es, und es ist der äußere Atmungsrhythmus selber. Und da kommen Sie auf die Ineinanderstimmung des oberen und des unteren Menschen. Dasjenige, das man rhythmische Tätigkeit im Menschen nennt, dieses rhythmische Erzittern, welches sich äußerlich physisch ausdrückt im Atmungsrhythmus, dieses physische Erzittern setzt sich bis in die Äther- und Astraltätigkeit hinein fort und hält die Erdenkräfte des oberen Menschen, die noch in die Lunge hinein sich konzentrieren, und die Himmelskräfte des unteren Menschen auseinander, die durch die Tätigkeit, die im Herzen dann ihren Ausdruck findet, von unten nach oben wirken, so wie sie im Kosmos von der Peripherie nach dem Zentrum der Erde hin wirken.

[ 6 ] Now there is a necessity within the human organism. There is a necessity that everything which ultimately concentrates from the organism in the activity of the heart be kept separate from that which organizes itself, ultimately concentrating in the internal metabolism of the lungs. These two activities must not interact with one another in any other way than by having, so to speak—if I may use the expression—an etheric diaphragm or an astral diaphragm between them. These two activities must be kept separate. And we must ask the question: Does this diaphragm—I am using the word only to suggest an image—actually exist? Is there such a diaphragm that prevents the activities of the head, throat, and lungs from mixing with those of the abdomen and chest in any way other than through the external respiratory rhythm? — This diaphragm does exist, and it is the external respiratory rhythm itself. And this brings us to the harmony between the upper and lower human beings. What is called rhythmic activity in the human being—this rhythmic quivering, which is physically expressed outwardly in the respiratory rhythm—this physical quivering extends all the way into etheric and astral activity and keeps the earthly forces of the upper human being, which are still concentrated in the lungs, and the heavenly forces of the lower human being—which, through the activity that finds its expression in the heart, act from below upward, just as they act in the cosmos from the periphery toward the center of the Earth.

[ 7 ] Stellen Sie sich nun vor, daß der Rhythmus, der da in Betracht kommt, nicht ordentlich wirkt, dann ist das Zwerchfell, das ich hier bildlich gebrauche, das ja nicht physisch da ist, das aber eben durch das Aufeinanderschlagen der Rhythmen bewirkt wird, nicht in Ordnung. Dann kann das eintreten, welches analog ist einer zu starken Tätigkeit der Erde für die Pflanzen. Wenn die salzende Tätigkeit der Erde auf die Pflanzen zu stark würde, würden die Pflanzen zu mineralisch werden. Dann tritt das ein, daß gewissermaßen die Ätherpflanze, die eingebaut ist in die Lunge, die herauswächst aus der Lunge, wie die physische Pflanze aus der Erde herauswächst, der Anlaß wird, sagen wir, zur Lungenverhärtung. So daß wir in der Tat finden, daß diese Mineralisierungstendenz der Pflanze zu stark werden kann auch im menschlichen Organismus.

[ 7 ] Now imagine that the rhythm in question is not functioning properly; in that case, the diaphragm—which I am using here as a metaphor, since it is not physically present but is brought about precisely by the interplay of rhythms—is not functioning properly. Then something can occur that is analogous to the earth’s activity being too strong for the plants. If the earth’s salting activity were too strong for the plants, the plants would become too mineral-like. Then what happens is that, in a sense, the etheric plant—which is incorporated into the lungs and grows out of them, just as the physical plant grows out of the earth—becomes, so to speak, the cause of, let’s say, pulmonary fibrosis. So we do indeed find that this tendency toward mineralization in plants can become too strong in the human organism as well.

[ 8 ] Aber es kann auch die Tierwerdetendenz zu stark werden. Wenn die Tierwerdetendenz zu stark wird, dann wird da im Organismus, im oberen Teil des Organismus eine Sphäre geschaffen, die nicht da sein sollte. Es wird eine Sphäre geschaffen, in die diese Organe eingebettet sind wie in eine Äthersphäre und die dem günstig ist, was nicht begünstigt werden darf im Organismus, dem Leben von kleinen Pflanzentieren. Da wird eine Sphäre geschaffen, welche günstig ist den kleinen Pflanzentieren. Woher die kommen, braucht uns gar nicht zu interessieren. Das muß uns interessieren, wodurch für sie eine günstige Lebenssphäre geschaffen wird. Diese günstige Lebenssphäre darf nicht da sein. Sie muß so wirken im Organismus, daß ihre Tätigkeit sich über den ganzen Organismus ausdehnt. Sie darf nicht als eine besondere Einschlußsphäre hier entstehen. Wenn sie sich über den ganzen Organismus ausdehnt, so unterhält sie das Leben des ganzen Organismus. Macht sie sich geltend als eine kleine Einschlußsphäre, so wird sie die Atmosphäre für die Lebensbedingungen kleiner Pflanzentiere, die wir dann nachweisen können in allem, wenigstens in vielem, was den oberen Menschen erkranken macht.

[ 8 ] But the tendency toward animalization can also become too strong. When the tendency toward animalization becomes too strong, a sphere is created within the organism—in the upper part of the organism—that should not be there. A sphere is created in which these organs are embedded, as if in an etheric sphere, and which is conducive to what must not be encouraged in the organism: the life of small plant animals. A sphere is created there that is conducive to the small plant animals. We need not concern ourselves with where they come from. What must concern us is what creates a favorable sphere of life for them. This favorable sphere of life must not exist. It must act within the organism in such a way that its activity extends throughout the entire organism. It must not arise here as a separate, enclosed sphere. If it extends throughout the entire organism, it sustains the life of the entire organism. If it asserts itself as a small, enclosed sphere, it becomes the environment for the living conditions of tiny plant-animals, which we can then detect in everything—or at least in much of what causes illness in the higher human being.

[ 9 ] So müssen wir eben in dem Zurückgehen auf die rhythmische Tätigkeit und ihre Störung das Schaffen einer besonderen Sphäre statt der allgemeinen über den Organismus verbreiteten Sphäre suchen und uns das Rätsel des Bazilleneinflusses in dem menschlichen Organismus lösen. Aber ohne daß man auf die geistigen Ursachen zurückgeht, kommt man nicht dazu, dieses Rätsel zu lösen.

[ 9 ] Thus, by tracing back to rhythmic activity and its disruption, we must seek to establish a specific sphere—rather than the general sphere that pervades the organism—and thereby solve the mystery of the influence of bacteria on the human organism. But without going back to the mental causes, one cannot solve this mystery.

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[ 10 ] Genau dasjenige, was hier vorgeht für das Pflanzenleben — ich meine jetzt zunächst in dem Äußeren der Erde —, das geht vor in dem Äußeren der Erde für das äußere Leben der Tiere und des Menschen selber. Auch da wirken auf Menschen und Tiere außen gewisse Kräfte ein, die aus dem außerirdischen Kosmos kommen und die entgegenwirken den Kräften, die von innen kommen (siehe Zeichnung Seite 330, orange). Die Kräfte, die von dem Innern der Erde kommen, die sind für den Menschen lokalisiert in gewissen Organen des oberen Menschen, während die Kräfte, die von außen hereinströmen, lokalisiert sind beim Menschen in Organen, die dem Unterleib angehören. Wiederum muß, wenn ich so sagen darf, eine Scheidewand zwischen diesen beiden Betätigungen, die hier in Betracht kommen, geschaffen werden. Die normale Regelung dieser Scheidung ist bewirkt durch die Milztätigkeit des Menschen. Wir sehen auch da wiederum den Rhythmus in dem menschlichen Organismus tätig. Nur ist dieser Rhythmus jetzt ein anderer als der Atmungsrhythmus. Der Atmungsrhythmus erfolgt in kleinen Schwingungen und läuft durch das ganze Leben des Menschen, muß in Ordnung sein, damit nicht obere Krankheiten entstehen oder solche Krankheiten, die nur mit dem Oberen des Menschen zu tun haben. Denn es können auch im Oberen des Menschen Krankheiten sein, die von unten verursacht werden, weil ja die Verdauung sich nach oben erstreckt und ebenso auch nach unten. Das muß unterschieden werden. Wir können uns nicht schematisch den Menschen gegliedert denken, sondern die einzelnen Glieder einander durchdringend. Aber es muß eine Scheidewand sein zwischen dem, was von oben aus wirkt, wie wenn es von der Erde her käme, und dem, was von unten heraufwirkt, wie wenn es aus dem himmlischen Raum käme. Wir schicken in der Tat den Kräften, die aus unserem oberen Menschen kommen, die Kräfte unseres unteren Menschen entgegen, und ein geregelter Rhythmus für jede einzelne menschliche Individualität muß bestehen zwischen beiden, der sich ausdrückt in dem richtigen Verhältnis zwischen Wachen und Schlafen. Jedesmal, wenn wir wachen, ist in einer gewissen Weise der eine Ausschlag dieses Rhythmus da, wenn wir schlafen, ist der andere Ausschlag dieses Rhythmus da. In diesen Rhythmus Wachen-Schlafen, Wachen-Schlafen ordnen sich, wie kleinere Wellenberge des Rhythmus bewirkend, andere rhythmische Abläufe ein, welche einfach dadurch herbeigeführt werden, daß wir auch im Wachzustande mit unserem Oberen des Menschen wachen und mit unserem unteren Menschen schlafen. Es findet eine fortwährende rhythmische Tätigkeit zwischen dem oberen und dem unteren Menschen statt, die nur, ich möchte sagen, in größeren Rhythmen eingefangen wird durch die Abwechslung von Wachen und Schlafen.

[ 10 ] Exactly what is happening here with regard to plant life—and I am referring here primarily to the outer realm of the Earth—is also taking place in the outer realm of the Earth with regard to the external life of animals and human beings themselves. There, too, certain forces from the extraterrestrial cosmos act upon humans and animals from the outside, counteracting the forces that come from within (see illustration on page 330, orange). The forces that come from within the Earth are localized in humans in certain organs of the upper body, while the forces that flow in from the outside are localized in humans in organs belonging to the lower abdomen. Again, if I may put it this way, a dividing wall must be created between these two processes under consideration here. The normal regulation of this separation is effected by the activity of the spleen. Here, too, we see the rhythm at work in the human organism. Only this rhythm is now different from the respiratory rhythm. The respiratory rhythm occurs in small oscillations and continues throughout a person’s entire life; it must be in order so that diseases of the upper region—or those diseases that relate solely to the upper part of the human body—do not arise. For there can also be diseases in the upper part of the human body that are caused from below, since digestion extends upward as well as downward. This distinction must be made. We cannot think of the human being as schematically divided into parts, but rather as individual parts that interpenetrate one another. Yet there must be a dividing wall between what acts from above—as if coming from the earth—and what acts upward from below—as if coming from the heavenly realm. In fact, we send the forces of our lower self to meet the forces coming from our upper self, and there must be a regular rhythm for each individual human being between the two, which is expressed in the proper balance between waking and sleeping. Every time we are awake, one phase of this rhythm is present in a certain way; when we sleep, the other phase of this rhythm is present. Within this rhythm of waking-sleeping, waking-sleeping, other rhythmic processes are arranged—acting like smaller crests of the rhythm—which are brought about simply by the fact that even in the waking state we wake with our upper self and sleep with our lower self. There is a continuous rhythmic activity between the upper and lower human beings, which is, I would say, captured only in larger rhythms through the alternation of waking and sleeping.

[ 11 ] Denken Sie sich nun, es kommt zu einer Durchbrechung dieser Grenze, die in dem Rhythmus in dieser Art zwischen dem oberen und dem unteren Menschen besteht. Was geschieht dann? Dann geschieht in der Regel das, daß von oben her in den Unterleib die obere Tätigkeit des Menschen einbricht. Dann kommt ein ätherischer Durchbruch zustande. Es dringt dasjenige, was bloß im Oberleibe des Menschen ätherisch tätig sein soll, in den Unterleib ein. Ein Durchbruch feinerer Kräfte findet statt. Dadurch aber, daß ein Durchbruch feinerer Kräfte in den Unterleib stattfindet, wird hier eine solche Sphäre geschaffen, die wiederum nicht da sein soll, welche verbreitet sein soll über den ganzen Menschen, nicht im Unterleibe lokalisiert sein soll. Als die Folge eines solchen Durchbruches tritt sogar eine Art Vergiftung, Intoxierung des Unterleibes ein. Die Tätigkeit des Unterleibes kann nicht mehr in ordentlicher Weise ausgeführt werden, wenn die Tätigkeit des Oberleibes in dieser Weise eintritt. Aber außerdem ist dasjenige, was hier als eine neue Sphäre geschaffen wird, eine Atmosphäre für niedere Organismen tierpflanzlicher Art zumeist. Und Sie können daher folgendes sagen. Sie können sagen: Durch den Durchbruch von oben wird im Menschen hervorgerufen das, was im Menschen wird zum abdominalen Typhus. Dadurch, daß als Begleiterscheinung eine solche Atmosphäre auftritt, die lokalisiert ist im Unterleibe, wird für den Typhusbazillus das geschaffen, was seine Lebensbedingungen sind.

[ 11 ] Now imagine that this boundary—which exists in this particular rhythm between the upper and lower human beings—is breached. What happens then? What usually happens is that the upper activity of the human being breaks through from above into the lower abdomen. An etheric breakthrough then takes place. That which is meant to be active only in the upper body of the human being penetrates into the lower abdomen. A breakthrough of finer forces takes place. But because a breakthrough of finer forces occurs in the lower abdomen, a sphere is created there that is not meant to be there—one that is meant to be spread throughout the entire human being, not localized in the lower abdomen. As a consequence of such a breakthrough, a kind of poisoning—intoxication of the lower abdomen—even occurs. The functions of the lower abdomen can no longer be carried out properly when the functions of the upper body occur in this way. Moreover, what is created here as a new sphere is an atmosphere primarily suited to lower organisms of an animal-plant nature. And so you can say the following. You can say: The breakthrough from above triggers in the human being what becomes abdominal typhoid fever. Because such an atmosphere—localized in the lower abdomen—arises as a concomitant phenomenon, conditions are created that serve as the typhoid bacillus’s habitat.

[ 12 ] Da haben Sie reinlich auseinandergehalten dasjenige, was primär ist, und dasjenige, was sekundär ist, und Sie werden, wenn Sie so reinlich auseinanderhalten, sagen wir, das, was primär ist, und das, was sekundär ist, dann auch sich sagen: Man muß unterscheiden zwischen dem, was die ursprünglichen Gründe für eine solche Erkrankung sind, und zwischen dem, was etwa als entzündliche Erscheinungen einfach dadurch entsteht, daß dieses ganze Heer einer Darmfauna oder -flora auftritt, besonders im Dünndarm. Alles dasjenige, was physisch im Dünndarm auftritt einschließlich der Bazillen — wir brauchen uns wiederum nicht über ihre Herkunft zu unterhalten, denn sie können nicht da vegetieren und animalisieren, wenn ihnen nicht die Atmosphäre geschaffen ist dazu —, alles dasjenige, was da als eine Tätigkeit dieser vegetabilisch-animalischen oder animalisch-vegetabilischen Wesenheiten eintritt, alles das ist die Reaktion auf den Vorgang des Durchbruches der oberen Tätigkeit in die untere Tätigkeit des menschlichen Organismus. Alles das ist schon Folgeerscheinung. So daß es sich darum handeln wird, den Heilungsprozeß zu suchen nicht dadurch, daß man auf das Sekundäre geht, sondern dadurch, daß man auf das Primäre geht. Darüber wollen wir dann noch sprechen, denn über diese Dinge läßt sich eigentlich nur sprechen, wenn man in der Lage ist, auf ihre wahren Ursachen zurückzugehen. Das ist der heutigen landläufigen Medizin, der offiziellen landläufigen Medizin, fast gar nicht gut möglich, weil sie ja eine Betrachtung ausschließt, die von dem materiellen Prozeß zu dem geistigen Prozeß übergeht. Allem Materiellen liegt aber das Geistige zugrunde. Sie werden mit Leichtigkeit sich das Krankheitsbild, sagen wir, gerade von Typhus abdominalis bilden können, wenn Sie das ins Auge fassen, was hier eben auseinandergesetzt worden ist. Denken Sie doch nur, daß diese Erkrankung sehr häufig verknüpft ist mit katarrhalischen Erscheinungen der Lunge, auch mit Bewußtseinsstörungen. Die katarrhalischen Erscheinungen in der Lunge kommen davon her, daß dem oberen Menschen entzogen wird, was im unteren Menschen auftritt. Das ist ja gar nicht mehr darinnen enthalten, was im unteren Menschen auftritt, wenn der Durchbruch geschehen ist. Ebenso können die Organe, welche das Bewußtsein vermitteln im oberen Menschen, nicht mehr ordentlich wirken, wenn der Durchbruch dessen, was ihre Tätigkeit vermitteln sollte, in den unteren Menschen hinein erfolgt ist. Das ganze Bild des Typhus abdominalis tritt Ihnen vor die Seele, wenn Sie diese primäre Ursächlichkeit wirklich ins Auge fassen.

[ 12 ] You have clearly distinguished between what is primary and what is secondary, and if you continue to make such a clear distinction—let’s say, between what is primary and what is secondary—then you will also tell yourself: One must distinguish between what are the underlying causes of such a disease and what arises, for example, as inflammatory phenomena simply due to the presence of this entire host of intestinal fauna or flora, especially in the small intestine. Everything that physically occurs in the small intestine, including the bacilli—we need not discuss their origin here, for they cannot vegetate and become animate there unless the proper environment is created for them— everything that occurs there as an activity of these vegetative-animal or animal-vegetative entities—all of this is a reaction to the process by which the higher activity breaks through into the lower activity of the human organism. All of this is already a consequence. So the task will be to seek the healing process not by addressing the secondary, but by addressing the primary. We will discuss this further, for these matters can really only be discussed if one is able to trace them back to their true causes. This is almost entirely impossible for today’s conventional medicine—official conventional medicine—because it excludes any perspective that moves from the material process to the spiritual process. But everything material is based on the spiritual. You will be able to easily form a picture of the clinical picture—let’s say, specifically of abdominal typhus—if you keep in mind what has just been explained here. Just consider that this disease is very often associated with catarrhal symptoms in the lungs, as well as with disturbances of consciousness. The catarrhal symptoms in the lungs arise because what occurs in the lower human being is withdrawn from the upper human being. Once the breakthrough has occurred, what happens in the lower human being is no longer contained within the upper human being. Similarly, the organs that mediate consciousness in the upper human being can no longer function properly once the breakthrough of what should mediate their activity has occurred into the lower human being. The entire picture of abdominal typhus comes before your soul when you truly take this primary causality into account.

[ 13 ] Ich möchte sagen, dasjenige, was man sonst immer nur von außen anschaut, das Zusammenhalten der äußerlichen, nicht zusammengehörigen Symptome, das tritt einem so entgegen, daß man, ich möchte sagen, es aus seinen Daseinsbeziehungen malen könnte. Das kann natürlich auch unter Umständen im Unterbewußtsein des Menschen so stark wirken, daß wirklich ein Drang entsteht im Menschen, es zunächst, ich möchte sagen, prophetisch zu objektivieren, bevor es sich in den Organismus selber hineinmalt. Dann wird der Mensch den Drang verspüren, das, was in seinem Oberleibe sich ihm entzieht, durch irgendwelche blauen Farbflecke auf die Wand zu malen, und das, was in seinem Unterleibe sich ihm entzieht, durch rote Farbflecke an die Wand zu malen. Wenn irgendwo ein Individuum herumgeht, das sich berufen fühlt, Künstler zu sein und nicht Schneider oder Schuster, das aber wenig gelernt hat in bezug auf die Technik der Malerei, dann können Sie es erleben, daß, wenn dieses Individuum stark genug, robust genug ist zu gleicher Zeit — wozu man nicht äußerlich robust sein muß —, fortwährend entstehen wollende Unterleibserkrankungen zu unterdrücken, es diese Unterleibserkrankungen an die Wand objektiviert, statt sie in den Leib hineinzunehmen. Sie können in der expressionistischen Malerei die Produkte dieser merkwürdigen Tätigkeit finden. Suchen Sie sich in vielem, was Ihnen in expressionistischen Malereien zutage tritt, in alledem, was in den roten und gelben Farben hervortritt, das Befinden des Betreffenden in bezug auf seinen Unterleib. Und suchen Sie sich aus all dem, was blauviolett dadrinnen ist, einen Vers zu bilden auf sein Befinden in dem Oberleibe, in der Lunge oder in all dem, was mit der Lungentätigkeit nach dem Haupte hinauf rhythmisch sich betätigt. Dann, wenn Sie auf solche Dinge eingehen, dann werden Sie auch einen merkwürdigen Einklang finden zwischen dem, was ein Mensch überhaupt tut, und dem, wie er innerlich organisiert ist. Sie werden sich eine gewisse Intuition schaffen aus der Art, wie ein Mensch sich darlebt, ein Bild zu machen von dem Funktionieren seines Leibes. Denn in der Tat ist es so, daß es ganz falsch ist, zu glauben, daß die seelische Tätigkeit, die der Mensch in der äußeren Welt betätigt, durch sein ganzes Auftreten, durch sein ganzes Tun nur etwa abhinge von seinem Nervensystem. Es hängt vom ganzen Menschen ab. Es ist ein Bild des ganzen Menschen. Man kann es zu einer intuitiven Anschauung bringen, schon beim Kinde beobachten zu können, wie eigentlich dieser intellektuelle Mensch beschaffen ist, wie er dem späteren Alter entgegenstrebt, wenn man sich vergegenwärtigt, wie jemand zum Beispiel, der dazu verurteilt ist, all die Schädigungen zu übernehmen im späteren Alter eines zurückgebliebenen Wachstums, in der Kindheit einfach zeigt, daß dasjenige, was ihn nicht nach oben kommen läßt, ihn veranlaßt dazu, plump, stark aufzutreten. Aus der Art und Weise, ob ein Kind verhältnismäßig leicht auftritt oder ob es stark auftritt, können Sie sich eine intuitive Vorstellung machen von dem, wie es wachsen wird. Zahlreiche ähnliche Erscheinungen, die weisen uns darauf hin, wie die ganze Geste, die ganze Gebärde des menschlichen Auftretens eben nichts anderes ist als eine in Bewegung gekommene Wechselwirkung der inneren Glieder des menschlichen Organismus.

[ 13 ] I would like to say that what one otherwise always views only from the outside—the cohesion of external, unrelated symptoms—presents itself in such a way that one could, I would say, depict it through one’s existential relationships. Of course, under certain circumstances, this can have such a powerful effect on a person’s subconscious that a real urge arises within them to first—I would say—objectify it prophetically, before it imprints itself onto the organism itself. Then the person will feel the urge to paint what eludes them in their upper body onto the wall with blue splashes of color, and what eludes them in their lower body with red splashes of color. If there is an individual walking around who feels called to be an artist rather than a tailor or a shoemaker, but who has learned little about the technique of painting, then you may observe that, if this individual is strong enough, robust enough at the same time—which does not require outward robustness—to suppress lower-abdominal ailments that are constantly threatening to arise, they will project these abdominal ailments onto the wall instead of internalizing them. You can find the products of this peculiar activity in Expressionist painting. Look for the artist’s physical state regarding their abdomen in much of what comes to light in Expressionist paintings, in all that stands out in the red and yellow colors. And from all that is blue-violet within, try to form a verse about the person’s condition in the upper body, in the lungs, or in all that moves rhythmically upward toward the head in connection with lung activity. Then, when you delve into such things, you will also find a remarkable harmony between what a person does in general and how they are internally organized. You will develop a certain intuition, based on the way a person lives their life, to form a picture of how their body functions. For in fact, it is entirely wrong to believe that the soul activity a person engages in within the outer world—through their entire demeanor and all their actions—depends merely on their nervous system. It depends on the whole person. It is a reflection of the whole person. One can arrive at an intuitive understanding of this simply by observing a child to see what this intellectual being is actually like, how he or she is striving toward later life—if one considers, for example, how someone who is condemned to to bear all the impairments of stunted growth in later life, simply demonstrates in childhood that whatever prevents him from rising upward causes him to carry himself in a clumsy, forceful manner. From the way a child carries himself—whether relatively lightly or with great force—you can form an intuitive mental image of how he will grow. Numerous similar phenomena point out to us how the entire gesture, the entire manner of human behavior, is nothing other than an interaction—set in motion—between the inner components of the human organism.

[ 14 ] Es wäre schon zu wünschen, daß in das medizinische Studium solche Dinge aufgenommen würden. Denn denken Sie, daß die günstigsten Vorbedingungen für diese Sachen da sind. Ist man ein junger Mensch im Beginne der Zwanzigerjahre, so hat man die größtmögliche Gelegenheit, in solche Dinge sich hineinzuvertiefen. Sobald die Dreißigerjahre erlangt sind, hat man dieses Talent verloren. Da kann man sich nicht mehr so leicht in diese Dinge hineinfinden. Man kann sich erziehen, sehr stark selbst trainieren, um sich in solche Intuitionen hineinzuversetzen. Man kann auch durch gewisse Anlagen, die einem geblieben sind trotz der verheerenden Dressur unseres mittleren und namentlich unseres höheren Studiums, man kann sich durch Zurückversetzen in dasjenige, was einem aus der Kindheit noch an aktiven Kräften geblieben ist, trainieren zu einem solchen Anschauen des Menschen. Aber würde auf die intimere plastische Anatomie und Physiologie im medizinischen Studium der richtige Wert gelegt, dann würde das ungeheuer helfen im ganzen Behandeln der Menschheit.

[ 14 ] It would certainly be desirable for such topics to be included in medical school curricula. After all, consider that the most favorable conditions for these subjects exist there. When one is a young person in one’s early twenties, one has the greatest possible opportunity to immerse oneself in such matters. Once one reaches one’s thirties, one has lost this ability. It is no longer so easy to find one’s way into these matters. One can educate oneself and train very hard to attune oneself to such intuitions. One can also, through certain innate capacities that have remained despite the devastating conditioning of our secondary and, in particular, our higher education—by returning to those active forces that have remained from childhood—train oneself to develop such a perspective on the human being. But if proper emphasis were placed on the more intimate, three-dimensional anatomy and physiology in medical education, it would be of immense help in the overall treatment of humanity.

[ 15 ] So müssen nach ihren primären Ursachen diejenigen Erkrankungen auch angesehen werden, die durchaus, trotzdem sie im Menschen so wie geschildert geartete primäre Ursachen haben, epidemisch auftreten können. Denn bei all denjenigen Menschen, die zum Beispiel leicht zu einer Schädigung ihres Kopf-Brust-Rhythmus, der das Gröbste im Atmungsrhythmus hat, neigen, ist eine Disposition vorhanden, gewisse atmosphärische Erscheinungen, auch gewisse außertellurische Erscheinungen, stark auf sich wirken zu lassen. Andere, die von vornherein in gesunder Weise in bezug auf ihr Atmungssystem eingerichtet sind, bei denen wird Widerstand geleistet gegen solche Einflüsse. Denken Sie sich zum Beispiel — ich will etwas herausgreifen: es ist immer natürlich wieder so, daß andere Ursachen wiederum störend eingreifen können, aber verstehen, worauf es ankommt, kann man doch, wenn man in dieser Weise die Sache schildert —, denken Sie sich, man hätte es einmal zu tun in einem Winter mit einer starken Beeinflussung der Sonnentätigkeit — ich sage jetzt nicht der Lichtwirkung, sondern der Sonnentätigkeit — durch die äußeren Planeten Mars, Jupiter, Saturn. Eine solche Winterkonstellation wirkt anders, als wenn die Sonnentätigkeit durch das Fernabstehen von Mars, Jupiter und Saturn für sich allein zur Geltung kommt. Wenn ein solcher Winter da ist — man kann es schon bemerken an den atmosphärischen Erscheinungen, sie sind anders, als sie sonst sind —, dann wird ein starker Einfluß bei dazu disponierten Personen geübt auf die rhythmische Tätigkeit, die zwischen Brust und Kopf verläuft und die ihren gröbsten Ausdruck in der Atmungstätigkeit findet. Man kann sagen: Die Neigung, diesen Rhythmus regelmäßig zu machen, die wird durch eine solche kosmische Konstellation wesentlich verstärkt bei den Menschen, die zum Beispiel herausgeboren sind aus gesunden Verhältnissen, die robust sind in bezug auf ihr Inneres. Sie können dabei äußerlich sehr schmächtig sein. Bei denen ist ein sehr stark geregelter Atmungsrhythmus da, und entsprechend ist der Kopf-Brust-Rhythmus überhaupt dann stark geregelt. Ein solcher innerlich gefestigter Rhythmus, der läßt sich nicht leicht bestimmen von dem, was außen wirkt. Da müssen schon starke Insulte kommen, wenn Sie ihn bestimmen wollen. Bei wem aber schon dieser Rhythmus in einer gewissen Weise unregelmäßig verläuft, auf den wirkt ein solcher Einfluß, wie ich ihn geschildert habe, außerordentlich stark, denn der schon geschädigte Rhythmus hat die Tendenz, sich noch weiter schädigen zu lassen, und alle diejenigen Menschen, die dann auftreten mit solchen Dispositionen an denjenigen Orten der Erde, auf die diese Konstellation des Himmels besonders wirkt, sind zum Beispiel die Kandidaten für die sogenannte Influenza und für die Grippe. Diese Dinge müssen durchaus da sein, wenn der besondere Grund und Boden für so etwas wie für Influenza und Grippe geschaffen werden soll.

[ 15 ] Thus, those diseases that can occur epidemically—even though they have primary causes in humans of the nature described—must also be viewed in terms of their primary causes. For all those people who, for example, are prone to disturbances in their head-chest rhythm—which is the coarsest aspect of the respiratory rhythm—there is a predisposition to be strongly affected by certain atmospheric phenomena, as well as certain non-terrestrial phenomena. Others, who are from the outset healthily constituted with regard to their respiratory system, are able to resist such influences. Consider, for example—I’ll single out one point: it is, of course, always the case that other causes can also interfere, but one can still understand what is at stake when the matter is described in this way—imagine, for instance, that one were to encounter a winter in which solar activity—I am not referring here to the effect of light, but to solar activity itself—is strongly influenced by the outer planets Mars, Jupiter, and Saturn. Such a winter constellation has a different effect than when solar activity comes into play on its own due to the distant positions of Mars, Jupiter, and Saturn. When such a winter occurs—you can already notice it in the atmospheric phenomena, which are different from what they usually are—it exerts a strong influence on predisposed individuals regarding the rhythmic activity that runs between the chest and the head and finds its most pronounced expression in the act of breathing. One might say: The tendency to regulate this rhythm is significantly strengthened by such a cosmic constellation in people who, for example, were born into healthy circumstances and are robust in their inner constitution. Externally, they may be very frail. In such individuals, there is a very strongly regulated breathing rhythm, and accordingly, the head-chest rhythm is also strongly regulated overall. Such an internally stabilized rhythm cannot be easily influenced by external factors. It would take significant disturbances to affect it. But for those whose rhythm is already irregular in a certain way, an influence such as the one I have described has an extraordinarily strong effect, for the already impaired rhythm tends to become even more impaired, and all those people who then appear with such predispositions in those parts of the world where this celestial constellation has a particular effect are, for example, the candidates for what is known as influenza and the flu. These conditions must certainly be present if the specific conditions for something like influenza and the flu are to be created.

[ 16 ] Dagegen ist ein etwas Komplizierteres vorhanden in einem anderen Falle. Natürlich, alle rhythmische Tätigkeit des Menschen ist so, daß, trotzdem jeder einzelne Rhythmus für sich eine Einheit bildet, der fortdauernd kontinuierliche Rhythmus in der Atmung seinen gröbsten Ausdruck bekommt und auch derjenige Rhythmus, der dann beeinflußt wird von dem Schlafen-Wachen-Rhythmus, sie alle zusammen wieder eine Einheit in dem ganzen rhythmischen System des Menschen bilden. Und es kann der Fall eintreten, daß dadurch, daß der obere Rhythmus, der Kopf-Brust-Rhythmus, schwach wird, sich der untere Rhythmus relativ zu stark geltend macht. Dann, wenn der obere Rhythmus zu schwach wird, also schon aus seiner richtigen Lage draußen ist, dann hat er eine Neigung, sich durch den unteren Rhythmus noch unregelmäßiger machen zu lassen, und dann wirkt der untere Rhythmus, der ausgeht von der Milztätigkeit und noch anderen Tätigkeiten, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, zu stark nach oben, und dadurch wird die Disposition dazu geschaffen, daß gewissermaßen ° eine Hypertrophie des oberen Verdauungsprozesses hervorgerufen wird mit all ihren Folgeerscheinungen. Und wiederum wird eine besonders günstige Sphäre geschaffen für die Lebensbedingungen gewisser niederer Organismen. Das ganze Bild, das dann auftritt, ist das, daß sich in die obere Organisation entzündliche und auch Lähmungserscheinungen einschleichen, daß sich aber in dieser oberen Organisation sogar die Anfänge von organischen Mißbildungen, organischen Neubildungen zeigen — kurz, wir haben das Krankheitsbild der Diphtherie. Es ist, ich möchte sagen, eine Art Durchbruch von unten nach oben, entgegengesetzt dem Typhusdurchbruch, der von oben nach unten erfolgt, und es ist im wesentlichen hervorgerufen durch das, was ich geschildert habe.

[ 16 ] In contrast, a somewhat more complicated situation exists in another case. Of course, all human rhythmic activity is such that, although each individual rhythm forms a unit in itself, the continuous rhythm of breathing is its most pronounced expression, and the rhythm that is then influenced by the sleep-wake cycle—all of these together again form a unit within the entire human rhythmic system. And it can happen that, as the upper rhythm—the head-chest rhythm—weakens, the lower rhythm asserts itself relatively too strongly. Then, when the upper rhythm becomes too weak—that is, when it has already strayed from its proper position—it tends to become even more irregular under the influence of the lower rhythm; and then the lower rhythm, which originates in the activity of the spleen and other functions we will discuss later, exerts too strong an upward influence, and this creates the conditions for what might be called a hypertrophy of the upper digestive process, with all its associated consequences. And in turn, a particularly favorable environment is created for the living conditions of certain lower organisms. The overall picture that then emerges is that inflammatory and paralytic symptoms creep into the upper organism, but that in this upper organism even the beginnings of organic malformations and organic neoplasms appear—in short, we have the clinical picture of diphtheria. It is, I would say, a kind of breakthrough from the bottom up, in contrast to the typhus breakthrough, which occurs from the top down, and it is essentially caused by what I have described.

[ 17 ] Alle diese Dinge sind natürlich auch so, daß man dabei das Lebensalter des Menschen berücksichtigen muß. Denken Sie doch nur, daß während der Kindheitsepoche des Menschen das ganze Zusammenwirken des oberen und des unteren Menschen, also auch die vermittelnde rhythmische Tätigkeit eine ganz andere sein muß als im späteren Leben. Im Kindheitsalter muß zum Beispiel eine viel stärkere Wirkung des oberen Menschen auf den unteren Menschen ausgeübt werden als im späteren Leben. In Wirklichkeit «denkt» das Kind mehr als der erwachsene Mensch. So sonderbar es klingt, aber wahr ist es doch, nur daß die Gedanken des Kindes nicht bewußt werden, sondern in den Organismus hineingehen und in seinem Wachsen, in seinen Formen auftreten. Besonders in den ersten Lebensjahren ist das sehr stark, daß die Denktätigkeit verwendet wird auf die Bildungskräfte des Leibes. Braucht der Leib nicht mehr so viel für sich zu verwenden von den Bildekräften, dann staut er sie gewissermaßen zurück, und sie werden die Grundkräfte für das Gedächtnis. Das Gedächtnis tritt daher immer erst dann hervor, wenn der Organismus weniger die Bildekräfte in Anspruch nimmt. Denn die Kräfte, die organisch dem zugrunde liegen, sind die umgewandelten Wachstums- und Bildekräfte, die besonders stark in Anspruch genommen werden für die Plastik des Organismus in den ersten Lebensjahren. Alles beruht im Grunde auf der Metamorphose. Dasjenige, was uns als Geistiges entgegentritt, ist nur das Zurückvergeistigte desjenigen, was früher mehr leiblich gewirkt hat, wo der Geist in die Materie eingezogen ist. Daher muß es begreiflich erscheinen, daß starke Abwehrkräfte vorhanden sein müssen gerade in dem Kinde gegen manches, was im Unterleibe auftritt. Im Unterleibe tritt ja besonders dasjenige auf, was himmlisch ist, was also außerirdisch ist. Denken Sie wiederum, es ist eine besondere Konstellation da im Außerirdischen, durch die Stellung der Sonne zu anderen Planeten bewirkt, die so wirkt, daß eine starke Spiegelung dieser Sternkonstellationen in den menschlichen Unterleibern entsteht. Was wird die Folge sein? Bei Erwachsenen, wo sich, ich möchte sagen, die rhythmische Tätigkeit zwischen dem oberen und dem unteren Menschen schon zu einer gewissen Beruhigung gebracht hat, wird das wenig ausmachen. Bei dem Kinde wird ein starkes Abwehren stattfinden müssen desjenigen, was da aus dem Kosmos im Unterleibe sich spiegeln will. Wenn also durch eine besonders kosmische Konstellation der Unterleib des Kindes sehr stark affiziert wird, so muß sich der obere Mensch des Kindes außerordentlich stark wehren. Dieses krampfhafte Anwenden der Kräfte, die eigentlich nicht so stark angewendet werden sollten in dem kindlichen oberen Menschen, das gibt Meningitis cerebrospinalis epidemica. So daß Sie hier durchaus hineinsehen können in die Art und Weise, wie aus der außermenschlichen Natur in den Menschen diese Dinge hineingeschickt werden. Ich möchte sagen, wenn Sie wiederum das hinter Ihren Anschauungen haben, können Sie das ganze Bild der Meningitis malen bis in die Versteifung der Nackenmuskeln hinein. Denn dadurch, daß eine solche Anstrengung des oberen Menschen beim Kinde stattfindet, müssen einfach entzündliche Erscheinungen eintreten in den oberen Organen, in den Häuten des Rückenmarkes oder des Gehirnes, die dann so wirken, daß sie die anderen Erscheinungen eben im Gefolge haben.

[ 17 ] Of course, in all these matters, one must also take a person’s age into account. Just consider that during a person’s childhood, the entire interplay between the upper and lower human beings—and thus also the mediating rhythmic activity—must be quite different from what it is in later life. During childhood, for example, the upper human being must exert a much stronger influence on the lower human being than in later life. In reality, the child “thinks” more than the adult. As strange as it may sound, it is nevertheless true—only that the child’s thoughts do not become conscious but enter the organism and manifest themselves in its growth and form. This is particularly strong in the first years of life, when the activity of thinking is directed toward the formative forces of the body. When the body no longer needs to use as much of these formative forces for itself, it, so to speak, stores them up, and they become the fundamental forces of memory. Memory therefore always emerges only when the organism makes less use of the formative forces. For the forces that underlie this organically are the transformed growth and formative forces, which are particularly heavily drawn upon for the shaping of the organism in the first years of life. Everything is fundamentally based on metamorphosis. What appears to us as spiritual is merely the re-spiritualized form of that which previously acted more physically, where the spirit has entered into matter. It must therefore seem understandable that strong defensive forces must be present, especially in the child, against many things that occur in the lower abdomen. After all, it is precisely in the lower abdomen that what is heavenly—and thus extraterrestrial—manifests itself. Consider, for instance, that there is a particular constellation in the extraterrestrial realm, brought about by the position of the Sun relative to other planets, which acts in such a way that a strong reflection of these stellar constellations arises in the human lower abdomen. What will be the consequence? In adults, where—I would say—the rhythmic activity between the upper and lower human beings has already settled to a certain degree, this will make little difference. In the child, however, a strong defense will have to take place against whatever from the cosmos seeks to be reflected in the lower abdomen. So if a particular cosmic constellation strongly affects a child’s lower abdomen, the child’s upper human being must defend itself with extraordinary intensity. This convulsive exertion of forces—which should not actually be exerted so strongly in the child’s upper human being—results in epidemic cerebrospinal meningitis. So here you can truly gain insight into the way in which these things are sent into the human being from nature beyond the human realm. I would say that if you keep this in mind as the foundation of your observations, you can paint the entire picture of meningitis, right down to the stiffness of the neck muscles. For because such a strain on the upper human being occurs in the child, inflammatory phenomena are bound to arise in the upper organs, in the membranes surrounding the spinal cord or the brain, which then act in such a way that they bring about the other symptoms.

[ 18 ] Es ist sehr notwendig, daß vor allen Dingen der Blick geschärft werde für dieses Zusammenschauen des Menschen, erstens in bezug auf die Wechselwirkung seiner eigenen Glieder und in bezug auf die Wechselwirkung desjenigen, was in ihm ist, mit der außermenschlichen und sogar mit der außerirdischen Natur. Ich möchte natürlich durchaus nicht, daß durch solche Dinge gerade Horoskopstellerei und dergleichen, die ich in vieler Beziehung, wie sie heute auftritt, für den größten Unfug halte, überhandnimmt, aber es genügt schon, wenn man das Bewußtsein hat, wovon solche Dinge herkommen. Wir werden namentlich sehen, wie für den Heilungsprozeß dieses Bewußtsein notwendig ist. Denn es kommt ja dabei wirklich weniger an darauf, ob wir sagen können: Durch die Quadratur dieses Sternes mit jenem Stern wird das oder jenes hervorgerufen. — Das kann uns unter Umständen für eine kosmische Diagnose nützen, aber darauf kommt es nicht an, sondern darauf kommt es an, daß man heilen kann. Da werden wir eben von unserer heutigen Betrachtung dann morgen übergehen zu der Betrachtung derjenigen Substanzen in der außermenschlichen Natur, die Abwehrsubstanzen sind, Abwehrkräfte enthalten für dasjenige, was in dieser Weise hereingeschickt wird in den menschlichen Organismus. Es wäre überhaupt notwendig, daß in dieser Beziehung dieses Erkennen des oberen Menschen und des unteren Menschen mehr Platz griffe in der ärztlichen Wissenschaft, denn ich meine, aus der Kraft dieses Erkennens würde ein Zusammenwirken der Ärzte im Interesse der menschlichen Gesundheit hervorgehen. Wenn sich der Arzt spezialisiert, so verliert er das Interesse für den Gesamtmenschen. Nun will ich gar nicht sagen, daß sich der Arzt nicht spezialisieren soll, weil einfach die Techniken, die auftreten im Laufe der Zeit, diese Spezialisierungen bis zu einem gewissen Grade hervorrufen. Aber wenn die Spezialisierung eintritt, so soll ja wiederum, ich möchte sagen, die Zusammenwirkung, die Sozialisierung der sich spezialisierenden Ärzte immer größer und größer werden.

[ 18 ] It is absolutely essential, above all, to sharpen our perception of this interconnectedness of the human being—first, with regard to the interaction of his own physical members, and second, with regard to the interaction of what is within him with nature beyond the human realm and even with extraterrestrial nature. Of course, I certainly do not want such things—particularly horoscope-making and the like, which I consider in many respects, as it appears today, to be utter nonsense—to get out of hand, but it is enough simply to be aware of where such things come from. We will see, in particular, how this awareness is necessary for the healing process. For what really matters here is not so much whether we can say: “The square aspect between this star and that star causes this or that.” — That may be useful to us under certain circumstances for a cosmic diagnosis, but that is not what matters; what matters is that one can heal. So tomorrow we will move on from our discussion today to a consideration of those substances in non-human nature that are defensive substances—substances containing defensive forces against whatever is sent into the human organism in this way. In this regard, it would be necessary for this understanding of the higher human and the lower human to occupy a greater place in medical science, for I believe that the power of this understanding would give rise to cooperation among physicians in the interest of human health. When a physician specializes, he loses interest in the whole human being. Now, I do not mean to say that doctors should not specialize, because the techniques that emerge over time simply bring about these specializations to a certain degree. But when specialization occurs, then, I would say, the collaboration—the socialization—among the specializing doctors should become greater and greater.

[ 19 ] Das wird ja auch ersichtlich, wenn man so etwas betrachtet wie dasjenige, um das auch gefragt worden ist, ich meine die Pyorrhoea alveolaris, die Eiterung des Alveolarrandes. Wenn das auftritt, so hat man es eigentlich immer zu tun nicht bloß mit etwas Lokalem, was manche glauben, sondern man hat es zu tun mindestens mit einer Disposition des ganzen Organismus, die sich nur lokalisiert eben in der Zahngegend. Würde zum Beispiel zur Gewohnheit werden, daß Zahnärzte, die das Auftreten dieser Krankheit bemerken, irgendwie dafür sorgten, daß andere Ärzte den Gedanken bei sich aufkommen lassen: Der betreffende Mensch, bei dem diese Eiterung aufgetreten ist, ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Kandidat des Diabetes, dann würde sehr viel Wohltätiges geleistet werden können. Denn dasjenige, was wir ja bis zu einem gewissen Grade schon charakterisiert haben, was in dem Diabetes zum Ausdruck kommt, das ist eigentlich, solange es im oberen Menschen bleibt, leicht zu behandeln, der Keim der Pyorrhocea alveolaris. Das ist dasjenige, was eben viel zuwenig berücksichtigt wird, daß der untere Mensch auf den oberen Menschen übergreifen kann, daß dann eine Verarmung oder eine Bereicherung, die ungehörig sind, entweder des unteren oder des oberen Menschen eintritt. Tritt einfach die Neigung zum entzündlichen Zustand zunächst im oberen Menschen ein, so gibt es die eine Form der Erkrankung, tritt sie im unteren Menschen ein, so gibt es die entgegengesetzte, die polarische Form der Erkrankung. Darauf kommt so furchtbar viel an.

[ 19 ] This becomes evident when one considers something like the condition that was also asked about—I mean pyorrhoea alveolaris, the suppuration of the alveolar ridge. When this occurs, one is actually always dealing not merely with a localized condition—as some believe—but with, at the very least, a predisposition of the entire organism that is simply localized to the dental region. If, for example, it were to become standard practice for dentists who notice the onset of this condition to somehow ensure that other physicians consider the following: “The person in question, in whom this suppuration has occurred, is, with a certain degree of probability, a candidate for diabetes,” then a great deal of good could be accomplished. For what we have already characterized to a certain extent—what manifests itself in diabetes—is actually, as long as it remains in the higher human being, easily treatable: the germ of pyorrhocea alveolaris. This is precisely what is taken into account far too little: that the lower human being can spill over into the upper human being, resulting in an inappropriate depletion or enrichment of either the lower or the upper human being. If the tendency toward an inflammatory state initially arises in the upper human, one form of the disease occurs; if it arises in the lower human, the opposite, polar form of the disease occurs. This is of such tremendous importance.

[ 20 ] Es wird daher durchaus auch begreiflich erscheinen, daß der ganze Ätherleib, der ja die Wachstumskräfte des Menschen enthält, in der Kindheit anders wirken muß als im späteren Alter. In der Kindheit muß der Ätherleib viel mehr eingreifen in die physische Funktion. Er muß Organe haben, in denen er gewissermaßen unmittelbar Angriffspunkte hat. Das ist besonders im Fötalleben notwendig, daß der Ätherleib unmittelbar Angriffspunkte hat, um auf den physischen Leib zu wirken. Das ist aber auch noch in der ersten Kindheit der Fall, wo ja nicht nur Formen gebildet werden, sondern gewachsen wird und im Wachsen und Immergrößerwerden zugleich die plastische Kraft ausgeübt werden muß. Daher sind Organe notwendig, wie zum Beispiel die Thymusdrüse, bis zu einem gewissen Grade sogar die Schilddrüse, die ihre größten Aufgaben im kindlichen Alter haben, die dann zurückgebildet werden und in der Rückbildung, wenn sie von den physischen Kräften zu stark ergriffen werden, entarten.

[ 20 ] It will therefore seem quite understandable that the entire etheric body—which, after all, contains the human being’s growth forces—must function differently in childhood than in later life. In childhood, the etheric body must intervene much more in physical functions. It must have organs in which it has, so to speak, direct points of contact. This is particularly necessary during fetal life, when the etheric body must have direct points of contact in order to act upon the physical body. But this is also the case in early childhood, when not only are forms being shaped, but growth is taking place, and the plastic force must be exercised simultaneously with this growth and continuous expansion. Therefore, organs such as the thymus gland—and to a certain extent even the thyroid gland—are necessary; these organs fulfill their most important functions during childhood, after which they undergo regression and, if they are overly influenced by physical forces during this process, degenerate.

[ 21 ] Es ist einfach notwendig, daß im kindlichen Lebensalter ein starker Chemismus stattfindet in der Organisation, der später mehr durch Wärmewirkungen ersetzt wird. Ich möchte sagen, es ist so, daß der Mensch etwas in seinem Leben durchläuft, was durch das Spektrum selber symbolisiert ist, mehr nicht als symbolisiert werden kann, indem wir hinschauen auf den mehr chemischen Teil des Spektrums (Blau, Violett), dann hinschauen auf den Lichtteil des Spektrums (Grün, Gelb) und hinschauen auf den Wärmeteil des Spektrums (Rot). Der Mensch macht eine Organisation durch, die eigentlich diese Richtung hat (siehe Zeichnung Seite 344). Er ist in der Kindheit mehr angewiesen auf die chemisch wirkenden Tätigkeiten, geht dann über auf die lichtwirkenden und dann später auf die wärmewirkenden Tätigkeiten. Die Organe, die dem Ätherleib es möglich machen, den Chemismus im physischen Leibe zu fördern, das sind solche Drüsen wie die Schilddrüse, die Thymusdrüse und die Nebennieren. Deshalb hängt auch, weil an diese Organe in einem gewissen Sinne der Chemismus gebunden ist, das Inkarnat des Menschen mit der Tätigkeit dieser Organe, das heißt der dahinterliegenden ätherischen Tätigkeit in hohem Maße zusammen. Unter den Funktionen der Nebennieren ist zum Beispiel diese eine: ob sie den Menschen blaß oder rotbackig machen und so weiter. Entarten die Nebennieren, so muß das in der Farbengebung der Haut zum Ausdruck kommen. Sie brauchen sich nur zu erinnern an die sogenannte Addisonsche Krankheit, die auf einer Entartung der Nebennieren beruht, wo der Mensch braun wird, und Sie werden tief in diese Zusammenhänge hineinschauen können. Das alles weist uns auf einen gewissen Chemismus des Organismus hin. Er ist dasjenige, was namentlich im Fötalleben geltend ist, während die Lichtwirkungen mehr in Betracht kommen für das Leben, sagen wir, vom vierzehnten Jahre hin aufwärts. Dann treten mehr ein diejenigen Tätigkeiten, die für das Wärmeleben in Betracht kommen.

[ 21 ] It is simply necessary that, during childhood, a strong chemical process take place within the organism, which is later replaced to a greater extent by thermal effects. I would like to say that human beings go through a process in their lives that is symbolized by the spectrum itself—and cannot be symbolized any more clearly—by looking first at the more chemical part of the spectrum (blue, violet), then at the light part of the spectrum (green, yellow), and finally at the heat part of the spectrum (red). Human beings undergo a process of organization that essentially follows this direction (see diagram on page 344). In childhood, they rely more on chemically active processes, then transition to light-active processes, and later to heat-active processes. The organs that enable the etheric body to promote chemical processes in the physical body are glands such as the thyroid, the thymus, and the adrenal glands. Therefore, because chemical processes are, in a certain sense, bound to these organs, the human incarnation is closely linked to the activity of these organs—that is, to the underlying etheric activity. Among the functions of the adrenal glands, for example, is this one: whether they make a person look pale or rosy-cheeked, and so on. If the adrenal glands degenerate, this must be reflected in the coloration of the skin. You need only recall so-called Addison’s disease, which is based on a degeneration of the adrenal glands, where the person turns brown, and you will be able to gain a deep insight into these connections. All of this points to a certain chemical nature of the organism. This is what is particularly relevant during fetal life, whereas the effects of light become more significant for life, let’s say, from the age of fourteen onward. Then those activities that are relevant to thermal life come more into play.

[ 22 ] Darinnen liegt ein wichtiger, ein außerordentlich wichtiger Fingerzeig auf den menschlichen Lebenslauf überhaupt. Es ist schon so, daß das kindliche Leben, ganz besonders das Fötalleben eine Art von überwiegendem Salzprozeß darstellt, das mittlere Leben, aber mehr nach der Kindheit zu gelegen, eine Art Merkurialprozeß und das ältere Leben in dieser Beziehung, die ich jetzt charakterisiert habe, eine Art von Sulphurprozeß darstellt, respektive es ist so, daß man zu achten hat im kindlichen Alter am meisten auf den Salzprozeß, im mittleren Alter am meisten auf den Merkurialprozeß und im späteren Alter am meisten auf die sulphurigen oder phosphorigen Prozesse und diese geregelt werden müssen. Wenn Sie ins Auge fassen, daß im menschlichen Organismus auch diese Dreiheit vorhanden ist von organisiertem Chemismus, organisiertem Lichtprozeß, organisiertem Wärmeprozeß, organisiertem Salzprozeß, Merkur-, Sulphurprozeß, so werden Sie auch eine Vorstellung davon bekommen, wie das ganze Leben auf den Menschen eigentlich organisierend wirkt. Die Lebensweise — ich meine jetzt nicht etwa bloß die Ernährung, sondern das ganze Tun des Menschen — wirkt beim Kinde chemisierend, stark intim in den Organismus eingreifend. Der, ich möchte sagen, stärkere Lichtprozeß wirkt beim ganz jungen Menschen auf den ganzen Organismus so eingreifend, daß da der Keim gelegt wird zu all dem, was auch seelische Störungen hervorrufen kann. Man ist, möchte ich sagen, in dem jugendlichen Alter am empfänglichsten für Eindrücke der Außenwelt. Ob uns in diesem Lebensalter stark entgegentritt ein äußeres Leben, das unlogisch aufgebaut ist, oder ein äußeres Leben, das logisch aufgebaut ist, das hat für die ganze Seelenkonstitution des späteren Lebenslaufes eine große Bedeutung. Von diesen Dingen werden wir dann morgen weitersprechen, namentlich von dem Pathologischen, das wir heute besprochen haben, dann auf das Therapeutische übergehen.

[ 22 ] Herein lies an important—an extraordinarily important—insight into the course of human life in general. It is indeed the case that childhood, and especially fetal life, represents a kind of predominantly “salt” process, while middle life—though closer to childhood— is more of a mercurial process, and later life, in the sense I have just described, is a kind of sulfur process; that is to say, one must pay the most attention to the salt process in childhood, to the mercurial process in middle age, and to the sulfuric or phosphoric processes in later life, and these must be regulated. If you consider that this triad is also present in the human organism—organized chemistry, organized light processes, organized heat processes, organized salt processes, and mercurial and sulfur processes—you will also gain a mental image of how life as a whole actually exerts an organizing influence on the human being. One’s way of life—and by this I do not mean merely diet, but the entirety of human activity—has a chemicalizing effect on the child, deeply penetrating the organism. The—I would say—stronger light process has such a profound effect on the entire organism of a very young person that it lays the seed for everything that can also lead to psychological disturbances. I would say that it is during adolescence that one is most receptive to impressions from the outside world. Whether, at this stage of life, we are strongly confronted by an external reality that is illogically structured or one that is logically structured has great significance for the entire psychological constitution of our later life. We will continue discussing these matters tomorrow, specifically the pathological aspects we discussed today, and then move on to the therapeutic aspects.