Cooperation Between Doctors and Pastoral Caregivers
Pastoral Medicine Course
GA 318
16 September 1924, Dornach
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Pastoral Medicine Course, tr. SOL
Neunter Vortrag
Ninth Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Sie haben gesehen, wie nötig es ist, das Kranksein heranzutragen an das geistige Leben und Erleben des Menschen, und das Verständnis, das dem Kranksein entgegengebracht werden soll, gerade von den beiden Seiten aus, die zunächst für die Pastoralmedizin in Betracht kommen, kann eigentlich nur aus einer solchen Betrachtung kommen. Deshalb wollen wir heute das eigentliche Kranksein im Zusammenhang mit dem geistigen Leben noch einmal von dem Gesichtspunkt aus betrachten, von dem aus auf das Wesen des Krankseins gerade das meiste Licht geworfen werden kann.
[ 1 ] My dear friends! You have seen how necessary it is to relate illness to a person’s spiritual life and experience, and the understanding that should be applied to illness—particularly from the two perspectives that are of primary concern to pastoral medicine—can really only arise from such a consideration. Therefore, let us today once again consider illness itself in connection with spiritual life from the perspective that can shed the most light on the very nature of illness.
[ 2 ] Wir wechseln als Menschen in den beiden Zuständen Wachen und Schlafen ab. Was über diese Dinge im allgemeinen als Inhalt der Weltanschauung zu sagen ist, das kennen Sie ja alle.
[ 2 ] As human beings, we alternate between the two states of waking and sleeping. You all know what can generally be said about these things as part of our worldview.
[ 3 ] Heute wollen wir einmal scharf ins Auge fassen, was während des Schlafes eigentlich sich vollzieht im Menschen. Wir haben da den physischen, den ätherischen Leib für sich bestehen. Wir haben den astralischen Leib und das Ich wiederum für sich bestehen. Wenden wir den Blick auf den physischen und ätherischen Leib zunächst, so wissen wir ja, daß darinnen, vermöge dessen, was sie sind, dieser physische und ätherische Leib, gewisse Vorgänge geschehen, Vorgänge, die vom Einschlafen bis zum Aufwachen unabhängig sind von den Wirkungen des astralischen Leibes und des Ich. Wir haben es in einer Organisation wie der menschlichen mit Vorgängen zu tun, die eigentlich zunächst, so wie sie sich da abspielen müssen, der menschlichen Organisation gar nicht angepaßt sind. Wir haben es zu tun im physischen Leib mit physischen Vorgängen. Physische Vorgänge spielen sich draußen im Mineralreich ab. Dem sind sie angepaßt. Der ganzen menschlichen Gestaltung als physischem Leib sind sie nicht angepaßt. Und dennoch, der physische Leib des Menschen ist sozusagen vom Einschlafen bis zum Aufwachen den physischen Vorgängen hingegeben, so wie das Mineralreich den physischen Vorgängen hingegeben ist. Wir müssen auf diesen Widerspruch achten, der gerade im Menschen während des Schlafes ist. Er soll eine Welt physisch wirkender Kräfte und Substanzen sein, kann das eigentlich nicht sein. Das eben ist die Ursache, daß eigentlich während des Schlafes im physischen Leib des Menschen Vorgänge sich abspielen, die, wenn sie nicht wieder ausgeglichen werden, krankmachende Vorgänge sind.
[ 3 ] Today we want to take a close look at what actually takes place within a human being during sleep. We have the physical body and the etheric body existing independently of one another. We also have the astral body and the “I,” which exist separately. If we turn our attention first to the physical and etheric bodies, we know that within them—by virtue of what they are—certain processes take place, processes that, from the moment we fall asleep until we wake up, are independent of the effects of the astral body and the “I.” In an organism such as the human one, we are dealing with processes that, in the way they must unfold there, are actually not at all adapted to the human organism. In the physical body, we are dealing with physical processes. Physical processes take place out in the mineral kingdom; they are adapted to it. They are not adapted to the entire human form as a physical body. And yet, the human physical body is, so to speak, subject to these physical processes from the moment of falling asleep until waking up, just as the mineral kingdom is subject to physical processes. We must pay attention to this contradiction, which is present in human beings specifically during sleep. It is supposed to be a world of physically active forces and substances, yet it cannot actually be so. This is precisely the reason why, during sleep, processes take place in the human physical body that—if they are not balanced out again—are disease-causing processes.
[ 4 ] Wenn man so allgemeine Sätze ausspricht wie: daß der Schlaf gesund macht, so sind diese Sätze natürlich in einem gewissen Sinne durchaus richtig, aber sie sind nur richtig unter gewissen Voraussetzungen und dürfen uns nicht hindern daran, unbefangen das zu betrachten, was ist. Die physischen Vorgänge im physischen Leib des Menschen können nur dann für den Menschen heilsam bestehen, wenn in diesem physischen Leib untergetaucht ist das Ich und die astralische Organisation, was ja mit dem Aufwachen wieder geschieht und was so sein muß, daß es ständig unterbrochen wird von dem Schlafzustand, weil durch diesen Schlafzustand eingeleitet wird der Abbau im physischen Menschen, der im Menschen ständig vorhanden ist und der da sein muß, damit überhaupt das Seelenleben, das geistige Leben sich im Menschen entfalten kann. Denn mit den Aufbauprozessen verbindet sich kein geistiges Leben, nur mit den Abbauprozessen. Es muß also mit dem Schlaf so viel an Abbauprozessen besorgt werden, daß der Wachzustand in dieser Quantität von Abbauprozessen sich entfalten kann vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Wird mehr entfaltet an Abbauprozessen durch die Ungesundheit des Schlafes, dann bleibt ein Rest von Abbauprozessen im menschlichen Organismus vorhanden. Dann haben wir in diesem Abbauprozeß die innerliche krankmachende Ursache.
[ 4 ] When we make general statements such as “sleep is healthy,” these statements are, of course, entirely correct in a certain sense, but they are true only under certain conditions and must not prevent us from observing what is, with an open mind. The physical processes in the human physical body can only be beneficial to the human being if the “I” and the astral organization are immersed within this physical body—which, of course, happens again upon waking and must be such that it is constantly interrupted by the state of sleep, because this state of sleep initiates the processes of breakdown in the physical human being—processes that are constantly present and must be there so that the soul life and the spiritual life can unfold within the human being at all. For no spiritual life is connected to the processes of building up; it is connected only to the processes of breakdown. Sleep must therefore ensure that enough breakdown processes take place so that the waking state can unfold within this quantity of breakdown processes—from waking up until falling asleep. If more breakdown processes occur due to unhealthy sleep, then a residue of breakdown processes remains in the human organism. Then we have, in this breakdown process, the inner cause of illness.
[ 5 ] Dehnen wir die Betrachtung noch aus bis zum Ätherleib, so ergibt sich für den Ätherleib, daß er während des Schlafzustandes nur solche Prozesse ausführen kann, die sonst im Pflanzenreich vor sich gehen. Wenn der astralische Leib und das Ich in diesen Ätherleib untergetaucht sind, werden immer wiederum diese Prozesse auf ein höheres Niveau gerückt. Aber wenn sie vom Einschlafen bis zum Aufwachen gehen, gehen sie vor sich wie im Pflanzenreich, sind also wieder nicht angepaßt dem menschlichen Organismus, sondern fordern einen Ausgleich durch den astralischen Leib und das Ich. Bleibt ein Rest, der nicht verbraucht wird, dann sind wiederum krankmachende Ursachen da. So daß wir sagen können: Der Schlaf kann uns belehren darüber, wie im menschlichen Organismus die krankmachenden Ursachen eigentlich entstehen; denn diese krankmachenden Ursachen sind im Grunde genommen die normalen Vorgänge des Schlafes, die zu gleicher Zeit die Grundlage für das geistig-seelische Leben des Menschen sind. — Und das ist das Geheimnis der Welt, daß überall, wo man in die Realität hineinkommt, die Dinge nach zwei Seiten gehen. Auf der einen Seite liegt im Schlafzustand des physischen und ätherischen Leibes die Grundlage für des Menschen geistige Entwickelung, auf der anderen Seite liegt durch ganz dieselben Vorgänge die Grundlage für das Krankwerden. Damit ist wiederum das Krankwerden in die geistige Entwickelung unmittelbar hineingeleitet, und wir können sagen: Wenn wir studieren dasjenige, was im physischen und Ätherleib des Menschen wirkt, so ist es eigentlich beim Schlaf im Grunde genommen die Basis der Pathologie.
[ 5 ] If we extend our consideration to the etheric body, we find that during sleep it can carry out only those processes that otherwise take place in the plant kingdom. When the astral body and the “I” have withdrawn into this etheric body, these processes are always raised to a higher level. But as they unfold from the moment of falling asleep until waking, they proceed as they do in the plant kingdom; thus, they are once again not adapted to the human organism but require a balancing influence from the astral body and the “I.” If a residue remains that is not utilized, then causes of illness arise once more. Thus we can say: Sleep can teach us how the causes of illness actually arise in the human organism; for these causes of illness are, in essence, the normal processes of sleep, which at the same time form the foundation for the human being’s spiritual and soul life. — And this is the mystery of the world: that wherever one enters into reality, things take two paths. On the one hand, the state of sleep of the physical and etheric bodies provides the foundation for human spiritual development; on the other hand, through precisely the same processes, it provides the foundation for the onset of illness. Thus, the onset of illness is directly linked to spiritual development, and we can say: When we study what is at work in the human physical and etheric bodies, it is, in essence, the basis of pathology during sleep.
[ 6 ] Nun betrachten wir von diesem Gesichtspunkt aus einen Menschen, der nicht genügend untertaucht während des Wachens in seinen physischen und ätherischen Leib, was wir bei Schwachsinnigen, bei Psychopathen gefunden haben. Dann taucht das Seelisch-Geistige eines solchen Menschen in Krankheitsprozesse ein, lebt mit Krankheitsprozessen, und auf diese Erkenntnis ist ein besonderer Wert zu legen, daß eigentlich Psychopathen und sogenannte Geisteskranke ihr innerliches Dasein in Gemeinschaft mit Krankheit bewirkenden Ursachen verleben. Sehen Sie, auf solche Dinge muß man genau hinsehen.
[ 6 ] Now, from this perspective, let us consider a person who does not sufficiently immerse themselves in their physical and etheric bodies while awake—a condition we have observed in the mentally deficient and in psychopaths. Then the soul-spiritual aspect of such a person becomes immersed in disease processes, lives in harmony with them—and particular emphasis must be placed on this insight: that psychopaths and so-called mentally ill individuals actually spend their inner existence in communion with the causes that bring about disease. You see, one must look closely at such things.
[ 7 ] Aber gehen wir dazu über, die Außenwelt zu betrachten. Nehmen wir den physischen Leib des Menschen ganz schematisch (Tafel10, links) und betrachten wir die dazugehörige mineralische Außenwelt, wiederum ganz schematisch, dann haben wir während des Schlafes da drinnen Vorgänge im menschlichen physischen Leib, denen das Ich entzogen ist. Sie gehen vor sich ohne eigentlich innerlich wirkenden Motor. Dieses Ich ist aber in alledem drinnen, was hier die mineralischen Vorgänge sind. Denn da ist dasjenige, was wir das Welt-Ich nennen können, drinnen. Wir haben also auf der einen Seite in den Vorgängen des physisch-menschlichen Leibes ein Ichloses, eine Summe von ichlosen Vorgängen, die das Ich entbehren. Wir haben draußen in der Umgebung die Summe der mineralischen Vorgänge und mineralischen Substanzen, die mit dem Ich, das heißt mit all den Hierarchien, die mit dem Ich identisch sind, durchsetzt sind. Die hat das Ich, die mineralische Substanz.
[ 7 ] But let us now turn our attention to the external world. If we take the human physical body in a very schematic way (Plate 10, left) and consider the corresponding mineral external world—again, in a very schematic way—then during sleep there are processes taking place within the human physical body from which the “I” is absent. They proceed without any actual inner driving force. Yet this “I” is present within all of these mineral processes. For what we might call the “world-I” is present there. So on the one hand, in the processes of the human physical body, we have something devoid of the “I”—a sum of “I”-less processes that lack the “I.” Outside, in the environment, we have the sum of mineral processes and mineral substances that are interwoven with the “I”—that is, with all the hierarchies that are identical with the “I.” The “I” possesses this mineral substance.
[ 8 ] Nehmen wir daher an, wir bemerken im physischen Leib des Menschen einen Vorgang, der nicht da sein soll, der ein krankhafter Vorgang ist. Er entbehrt das Ich. Wie können wir ihm beikommen, wenn wir ihn heilen wollen? Wenn wir dasjenige vom Ich, was er entbehrt, was zuviel Schlaf ist in ihm, während des Wachens noch fortwährender Schlaf ist in ihm, wenn wir das suchen draußen in der mineralischen Umgebung. Wir haben dann das Heilmittel. Fügen Sie das dem Menschen bei, ist die Affinität da zu dem betreffenden Organ; das, was dem kranken Organ fehlt, die Ich-Kraft, kommt dadurch dem kranken Organ bei. Sehen Sie, das ist der Vorgang, der zugrunde liegt all unserem Suchen nach Heilmitteln für den physischen Leib des kranken Menschen in der Umgebung der anorganischen Natur. Da müssen wir das Entsprechende finden, das die Ich-Kraft hat, dann wirkt es heilsam. Es beruht also der Übergang von der Pathologie zur Therapie auf einer genauen Einsicht in die Zusammenhänge zwischen den Prozessen des physischen menschlichen Leibes und der mineralischen Außenwelt auf der einen Seite, aber auch des ätherischen menschlichen Leibes und der Außenwelt, das in den Vegetabilien, in den Pflanzen wirkt. Da haben wir die Sache genau so. Merken wir, daß im ätherischen Leib irgend etwas wuchert durch den Ätherleib, finden wir: da fehlt dem ätherischen Leib die entsprechende Einwirkung des astralischen Leibes; da müssen wir draußen irgendwo im Pflanzenreich suchen und wir finden das entsprechende Heilmittel. Das ist das Orientierende.
[ 8 ] Let us therefore assume that we observe a process in the human physical body that should not be there—a pathological process. It lacks the “I.” How can we address it if we want to heal it? If we look for that aspect of the “I” that the person lacks—which is an excess of sleep within them, such that even while awake, they are still in a state of continuous sleep—and seek it outside in the mineral realm, we will find the remedy. When we administer this to the person, there is an affinity with the affected organ; what the diseased organ lacks—the “I” force—is thereby restored to it. You see, this is the process that underlies all our search for remedies for the physical body of the sick person within the inorganic natural environment. There we must find the corresponding substance that possesses the “I” force; then it has a healing effect. The transition from pathology to therapy is thus based on a precise understanding of the connections between the processes of the physical human body and the inorganic external world on the one hand, but also between the etheric human body and the external world—which is active in the vegetative realm, in plants. The situation is exactly the same there. If we notice that something is proliferating within the etheric body, we find that the etheric body lacks the corresponding influence of the astral body; we must then look somewhere in the plant kingdom and find the appropriate remedy. This is the guiding principle.
[ 9 ] Daraus ersehen Sie, daß man den Geist der Natur, den Geist in Mineral- und Pflanzenreich im weitesten Umfang des Universums kennen muß. Den Geist, nicht die Substanz muß man kennen, weil man mit dem Geist der mineralischen und pflanzlichen Natur in Wirklichkeit den Menschen heilen muß. Die Substanz haben Sie nur in dem Zustande, daß sie nicht richtig geistig beherrscht ist, aber den Geist hat. Und derjenige, der heilen will, ohne den Geist der Steine und Pflanzen zu kennen, der kann eigentlich nur nach traditionellen Angaben im Finstern tappen, kann probieren, ob das eine oder das andere hilft, aber er wird nie dazu kommen, warum es hilft, weil er nie wissen wird, wo in irgendeinem Mineral der Geist sitzt, oder wie er sitzt, so daß eigentlich Heiler zu sein von vornherein voraussetzt eine spirituelle Weltanschauung, und es besteht wohl die größte Anomalie unserer Zeit darin, daß gerade in der Medizin diese furchtbare Krankheit des Materialismus herrscht. Denn in der Medizin ist der Materialismus eine wirkliche Krankheit. Dieses Blindsein heißt Einschlafen und schädliche seelische Stoffe erzeugen in der Wissenschaft und müßte eigentlich geheilt werden. Man kann schon sagen: der kränkste Mann in unserer Zeit ist nicht derjenige, der er war für die europäische Bevölkerung im 19. Jahrhundert, der Türke, sondern das kränkste Wesen unserer Zeit ist der Mediziner. Das ist eine Wahrheit, die die Ärzte wissen sollen und höchstens die Theologen, aber darin besteht ja das Esoterische, daß es in dem Kreise bleibt, dem es anvertraut ist.
[ 9 ] From this you can see that one must understand the spirit of nature—the spirit present in the mineral and plant kingdoms—across the entire expanse of the universe. It is the spirit, not the substance, that one must understand, because in reality, it is the spirit of mineral and plant nature that must be used to heal human beings. The substance exists only in a state where it is not properly governed by the spirit, yet it possesses the spirit. And anyone who wishes to heal without knowing the spirit of stones and plants can, in truth, only grope in the dark based on traditional methods; they can try to see if one thing or another helps, but they will never come to understand why it helps, because they will never know where the spirit resides in any given mineral, or how it resides there—so that being a true healer presupposes, from the very beginning, a spiritual worldview, and the greatest anomaly of our time is probably that this terrible disease of materialism prevails precisely in medicine. For in medicine, materialism is a real disease. This blindness leads to complacency and generates harmful psychological substances within science—and it really ought to be cured. One might even say: the sickest person of our time is not the one who was considered such by the European population in the 19th century—the Turk—but rather the sickest being of our time is the physician. This is a truth that doctors should know, and at most theologians, but the esoteric nature of it lies in the fact that it remains within the circle to which it is entrusted.
[ 10 ] Nun, sehen wir uns die Sache noch genauer an. Es gibt nun Menschen, die nicht in dem Sinne Psychopathen oder Wahnsinnige sind, wie man berechtigt ist, von Psychopathie und Wahnsinn zu sprechen, die aber doch nach den Auseinandersetzungen der letzten Tage so hinuntertauchen in ihren physischen und ätherischen Leib, daß sie mit den kranken Zuständen, kranken Vorgängen darin eine gewisse Verbindung eingehen, eine wahrnehmbare Verbindung eingehen. Da kommen wir zu jenen Somnambulen, deren Dasein kein Aberglaube ist, was in der Welt oftmals beschrieben worden ist, was jeder Initiat gut kennt, wir kommen zu denjenigen Somnambulen, die in ihrem somnambulen Zustande Beschreibungen ihrer Krankheiten machen. Sie tauchen hinunter in ihren physischen und Ätherleib. Während der gewöhnliche normale Mensch sich so verbindet mit dem physischen und Ätherleib, daß wir, wenn wir pedantisch wissenschaftlich reden wollen, sagen können: Ich und astralischer Leib gehen im Wachen mit physischem und ätherischem Leib eine Verbindung ein, die in ihrer Verbindungsqualität entsprechend die gesättigte Verbindung ist —, können wir bei einem solchen kranken Menschen sagen: Es geht eben nicht im übertragenen Sinne nach der Atomgewichtszahl das Ich und der astralische Leib in den Äther- und physischen Leib hinein, es bleibt vom astralischen Leib und Ich ein Rest, der nicht ganz untertaucht, aber dann wahrnimmt. Nur das vom Ich und astralischen Leib nimmt wahr, was nicht in den Ätherleib und physischen Leib untertaucht. Wenn so etwas innerlich überflüssig ist von Astralleib und Ich, wird innerlich wahrgenommen. Die Somnambulen beschreiben ihre Krankheit. Nun aber, wie denn? Es gibt ja einen anderen Zustand, den ich Ihnen auch beschrieben habe, in gewissen Fällen, wo der normale Zustand nach der Schlafseite hin unterbrochen ist. Dann, wenn das Ich und der astralische Leib heraußen sind aus dem physischen und Ätherleib, und wenn dann in diesem Ich und astralischen Leib Dinge vorgehen, die nun in dieses Geistig-Seelische nicht hineingehören, so wie die anderen Dinge, die ich Ihnen beschrieben habe, in das PhysischÄtherische nicht hineingehören, wenn zuviel Geistiges vom Ich und astralischen Leib erlebt wird während des Schlafes, wie sonst zuviel vom physischen und Ätherleib von der Natur erlebt werden kann, dann entsteht jenes an das Pathologische angrenzende Hellsehen. Der Mensch trägt dann in den Schlaf hinein eine gewisse Kraft, Geistiges wahrzunehmen. Er trägt wieder hinüber in den Wachzustand Erinnerungen an dieses geistige Wahrnehmen, aber vor allen Dingen fließt dieses geistige Wahrnehmen, das da in abnormer Weise zwischen Einschlafen und Aufwachen vorhanden ist, in die Träume hinein. Es erscheint in lebendigen Träumen, und da merken wir wiederum dasjenige, was jeder Initiat gut weiß: diese Träume sind, wenn sie richtig angesehen werden, erfüllt von Folgendem.
[ 10 ] Well, let’s take a closer look at this. There are people who are not psychopaths or madmen in the sense that one is justified in speaking of psychopathy and madness, but who, according to the discussions of the past few days, sink so deeply into their physical and etheric bodies that they enter into a certain connection—a perceptible connection—with the pathological states and processes within them. This brings us to those somnambulists whose existence is not a matter of superstition—a phenomenon that has often been described in the world and is well known to every initiate—we come to those somnambulists who, in their somnambulistic state, provide descriptions of their illnesses. They sink down into their physical and etheric bodies. Whereas the ordinary, normal person connects with the physical and etheric bodies in such a way that—if we wish to speak in a pedantically scientific manner—we can say: “I and the astral body enter into a connection with the physical and etheric bodies while awake, which, in terms of the quality of that connection, is a saturated connection”—in the case of such a sick person, we can say: It is simply not the case, in a figurative sense based on atomic weight, that the “I” and the astral body merge completely into the etheric and physical bodies; a remnant of the astral body and the “I” remains that does not submerge entirely but instead perceives. Only that which remains of the “I” and the astral body—which does not submerge into the etheric and physical bodies—perceives. When such a remnant of the astral body and the “I” is present internally, it is perceived inwardly. Somnambulists describe their condition. But how, exactly? There is, after all, another state—which I have also described to you—in certain cases where the normal state is interrupted on the side of sleep. Then, when the “I” and the astral body are outside the physical and etheric bodies, and when things occur within this “I” and astral body that do not belong to this spiritual-soul realm, just as the other phenomena I have described to you do not belong in the physical-etheric realm—when too much of the spiritual is experienced by the “I” and the astral body during sleep, just as, conversely, too much of the physical and etheric body can be experienced by nature—then that form of clairvoyance bordering on the pathological arises. The person then carries into sleep a certain power to perceive the spiritual. They carry memories of this spiritual perception back into the waking state, but above all, this spiritual perception—which is present in an abnormal way between falling asleep and waking up—flows into the dreams. It appears in vivid dreams, and there we again notice what every initiate knows well: these dreams, when viewed correctly, are filled with the following.
[ 11 ] Nehmen Sie an, daß der Kranke, der physisch Kranke, so veranlagt ist, wie ich es beschrieben habe. Der taucht mit seinem GeistigSeelischen hinunter in den physischen und ätherischen Leib. Er erlebt dann die Krankheit so, daß er sie im somnambulen Zustand beschreibt. Er erlebt dasjenige, was an zu starkem Abbauprozeß im physischen und Ätherleib vor sich geht, er erlebt eine Art rückgängigen Prozeß der Natur in seinem physischen und Ätherleib. Nehmen wir nun an, er ist draußen mit seinem astralischen Leib und Ich. Da erlebt er ja im Geistigen der äußeren Natur. Nehmen wir nun an, man erlebt hier drinnen ein krankes Organ (Tafel 10, Mitte), das dadurch krank ist, daß es irgendeinen äußeren Prozeß eben in krankhafter Weise zum Ausdruck bringt. Das wird im somnambulen Zustand erlebt. Der innerliche Prozeß wird da beschrieben. Ist der Mensch im polarischen Zustand, wirkt der Somnambulismus hinein in sein Ich und astralischen Leib, wenn diese mehr außerhalb des physischen und Ätherleibes sind; wenn das, was da erlebt wird unter den elementargeistigen Vorgängen der Natur, wenn das in die Träume hineingeht, erlebt der Mensch dasjenige, was in den Mineralien das Geistige ist, erlebt er den entsprechenden Geist des Minerals; und wovon träumt er? Er träumt von seinem Heilmittel. Sehen Sie, hier haben Sie den Zusammenhang für manches somnambule Leben. Der Somnambule wechselt in zwei Zuständen ab, die ich charakterisiert habe. In dem einen Zustand träumt er von seiner Krankheit, in dem anderen Zustand träumt er von seinem Heilmittel, und vor uns steht die Art und Weise, wie in alten Mysterien überhaupt Pathologie und Therapie gesucht worden ist.
[ 11 ] Suppose that the sick person—the physically ill person—is constituted as I have described. He plunges with his spiritual-soul aspect down into his physical and etheric bodies. He then experiences the illness in such a way that he describes it while in a somnambulistic state. He experiences what is taking place in the physical and etheric bodies as an excessively intense process of decay; he experiences a kind of reverse natural process in his physical and etheric bodies. Now let us assume that he is outside with his astral body and I. There he experiences the spiritual aspect of external nature. Now let us assume that one experiences here within a diseased organ (Plate 10, center), which is diseased because it expresses some external process in a pathological manner. This is experienced in the somnambulistic state. The inner process is described there. When a person is in the polar state, somnambulism affects their ego and astral body—especially when these are more outside the physical and etheric bodies; when what is experienced there—among the elemental-spiritual processes of nature—enters into dreams, the person experiences what is spiritual in the minerals; they experience the corresponding spirit of the mineral; and what does he dream of? He dreams of his remedy. You see, here you have the context for many a somnambulistic life. The somnambulist alternates between two states that I have described. In one state, he dreams of his illness; in the other, he dreams of his remedy; and before us lies the very way in which pathology and therapy were sought in the ancient mysteries.
[ 12 ] Da wurde nicht so experimentiert wie heute. Da wurden die Kranken in den Tempel gebracht und von entsprechend durchaus vorbereiteten Tempelpriestern in eine Art somnambulen Zustand gebracht, und es wurde dieser somnambule Zustand bis dahin getrieben, wo der Kranke seinen Krankheitsprozeß beschreibt. Dann wurde der polarische Somnambulismus hervorgerufen, der Tempelpriester erlebte den Traum, der die Therapie enthält. Es war das Untersuchen in den ältesten Mysterien, das von der Pathologie zur Therapie führt. So bildete man in alten Zeiten die Heilkunde aus, bildete ste aus, indem man Menschenkunde am Menschen suchte mit den alten Formen der Untersuchungsmethoden.
[ 12 ] Experiments were not conducted as they are today. Back then, the sick were brought to the temple and induced into a kind of somnambulistic state by temple priests who were thoroughly trained for this purpose, and this somnambulistic state was taken to the point where the patient described the course of their illness. Then polar somnambulism was induced, and the temple priest experienced the dream that contained the therapy. This was the investigative process in the most ancient mysteries, leading from pathology to therapy. This is how medicine was practiced in ancient times—by seeking an understanding of human nature through the study of human beings using the ancient forms of investigative methods.
[ 13 ] Wir müssen nicht zu diesen Methoden, sondern zu denjenigen Methoden kommen, wo wir durch imaginatives Erleben sogleich in die Lage kommen, den Krankheitsprozeß zu verfolgen, wo wir durch die intuitive Methode, die herausführt, nicht hineinführt in den Menschen, den Gesundungsprozeß erleben. Das, was früher eine Art Experiment war, wird gerade auf diesem Gebiete ein eindringliches Beobachten werden müssen. Sie sehen, wo eigentlich die Orientierung liegt. Die äußere physische Wissenschaft, die in alten Zeiten eine rein beobachtende war, ist übergegangen zum Experiment, ersetzte immer mehr und mehr die reine Beobachtung durch das Experiment. Da hat sie recht. Aber die Heilwissenschaft hat es ihr nachgemacht, und da hatte sie nicht recht. Die übte früher am Menschen mit den Tempelforschungen das Experiment. Von diesem Experiment müssen wir den Übergang finden zu einer sorgfältig durchgeistigten, wissenschaftlich befruchteten Beobachtung des Lebens. Denn wer das Leben betrachtet, kann die Krankheit überall abfangen. In der einfachsten Äußerung des alltäglichen Lebens, die nur ein wenig abweicht von dem sogenannten Normalen, liegt unter Umständen etwas, was richtig betrachtet zur Erkenntnis komplizierter Krankheitsvorgänge führen kann, wenn man nur die Dinge in dem richtigen Zusammenhang durchschaut.
[ 13 ] We must not resort to these methods, but rather to those methods in which, through imaginative experience, we are immediately able to follow the course of the illness, and in which, through the intuitive method—which leads us out of, rather than into, the human being—we experience the process of healing. What used to be a kind of experiment will, in this very field, have to become a penetrating observation. You can see where the orientation actually lies. External physical science, which in earlier times was purely observational, has shifted toward experimentation, increasingly replacing pure observation with experimentation. In that, it is right. But medical science has imitated it, and in doing so, it was not right. In the past, it conducted experiments on human beings through the temple research. From this experimentation, we must find the transition to a carefully spiritualized, scientifically informed observation of life. For whoever observes life can intercept illness at every turn. In the simplest manifestation of everyday life—one that deviates only slightly from what is called “normal”—there may lie something that, when properly observed, can lead to an understanding of complex disease processes, provided one sees things in their proper context.
[ 14 ] Es führt aber dazu, daß eigentlich der Arzt immer mehr und mehr der wirkliche Praktiker werden muß, wiederum der umgekehrte Gang von dem, den die Entwickelung in der neueren Zeit unter dem Einfluß des Materialismus gemacht hat. Der Arzt ist nach und nach ganz zum Wissenschafter geworden, und das hat keinen Sinn. Der Arzt hat nur Sinn, wenn er die Naturgesetze in lebender Regsamkeit immer handhaben kann, nicht wenn er sie nur im abstrakten Sinn erkennt. Durch das Erkennen im abstrakten Sinn des Wortes kommt man noch nicht zur Handhabung der Naturgesetze. Da haben Sie die Sache von der einen Seite angesehen. Sehen Sie sie nun von der anderen Seite aus an.
[ 14 ] However, this means that the physician must, in fact, increasingly become the true practitioner—which is, in turn, the opposite direction from the path that development has taken in recent times under the influence of materialism. The physician has gradually become nothing but a scientist, and that makes no sense. A doctor’s work only makes sense if he can always apply the laws of nature with lively, active engagement—not if he merely recognizes them in an abstract sense. Merely recognizing them in the abstract sense of the word does not lead to the application of the laws of nature. You have looked at the matter from one side. Now look at it from the other side.
[ 15 ] Sehen Sie sie von der anderen Seite aus an, von der aus sie der Priester anschauen muß, während Sie sich sagen, des Priesters Beruf besteht darin, den Menschen zu führen in alledem, wo sein Ich und astralischer Leib in die geistige Welt irgendwie untertauchen sollten, wo also der Mensch Anteil haben soll an der geistigen Welt. Ist es nötig, daß der Arzt auf geistige Art hineinschaut in das Wesen des Menschen, pathologische Prozesse auf geistige Art erschaut — was wird der Priester suchen müssen? Der Priester wird suchen müssen in demjenigen, was den Menschen in die geistige Welt hineinführt, in der Gesinnung nach der geistigen Welt, in der Liebe zur geistigen Welt, in dem Durchdrungensein von der geistigen Welt, wie sie schon im normalen Leben vorliegen, alles dasjenige anzufassen, was die menschliche Seele in den normalen und abnormen Erscheinungen auf diesem Gebiete darbietet. Verfolgen wir jetzt für ihn den umgekehrten Prozeß, den wir beim Arzt haben verfolgen müssen. Beim Arzt haben wir gesagt: Nun ja, wenn er die Somnambule das kranke Organ beschreiben läßt, nun ja, so beschreibt sie aus dem Traum heraus das Heilmittel.
[ 15 ] Look at them from the other side—the perspective from which the priest must view them—while telling yourself that the priest’s calling is to guide people in all those instances where their ego and astral body are to immerse themselves in the spiritual world in some way; that is, where human beings are to participate in the spiritual world. If it is necessary for the physician to look into the human being’s essence in a spiritual way and to perceive pathological processes spiritually—what, then, must the priest seek? The priest will have to look for—in what leads the human being into the spiritual world, in the disposition toward the spiritual world, in the love for the spiritual world, in the permeation by the spiritual world, as these already exist in normal life—everything that the human soul presents in both normal and abnormal manifestations in this realm. Let us now trace for him the reverse process that we had to trace in the case of the physician. With the physician, we said: Well, when he has the somnambulist describe the diseased organ, well, she describes the remedy from within the dream.
[ 16 ] Nehmen wir nun einmal den Priester wiederum, so wie er in den alten Mysterien war. Ihn hat nun die Auffindung des Heilmittels wahrhaftig nicht bloß interessiert, obwohl in erster Linie, da er Menschenfreund in erster Linie war, ihn die Heilung interessiert hat. Aber er ist nicht bei der Heilung stehengeblieben, ihn hat noch etwas anderes interessiert. Ihn hat interessiert nun das Folgende. Er sah, die Somnambule beobachtet in dem Traum das Heilmittel, indem sie mit ihrem Ich und astralischen Leib drinnensteht in der geistigen Welt. Nun faßte er in seinem Anschauen dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, dieses seelische Darinnenstehen in der geistigen Welt auf, und verfolgte es wieder zurück in den Leib. Was findet er da? Da findet er sich wieder hin zu den kranken Organen, selbstverständlich, aber er wußte jetzt aus dem, was er da draußen wahrgenommen hatte, wie im gesunden Zustand der astralische Leib und das Ich in diesem Organ wirken. Dadurch, daß er wieder zurückging auf das kranke Organ, wußte er, wie im gesunden Zustand gewirkt wird. Die Folge davon war: jetzt nahm er wahr, wie aus den göttlich-geistigen Mächten heraus in normaler Weise Astralleib oder Ich in den menschlichen Organismus eingreifen, wie sie darinnensitzen. Er lernte sie in ihrer Gesundheit durch die Träume im geistigen Wesen der Welt kennen und bekam die Anschauung, wie sie sich wieder verhalten, wenn sie untertauchen. Er bekam die innerliche Beziehung des Menschen zur geistigen Welt.
[ 16 ] Let us now consider the priest once again, as he was in the ancient mysteries. He was certainly not interested solely in the discovery of the remedy, although—since he was, first and foremost, a philanthropist—he was primarily interested in healing. But he did not stop at healing; something else interested him as well. What interested him was the following: He saw that the somnambulist observes the remedy in her dream while standing within the spiritual world with her “I” and her astral body. Now, in his contemplation, he grasped this presence within the spiritual world—this soul’s presence within the spiritual world—and traced it back into the body. What did he find there? He found himself returning to the diseased organs, of course, but he now knew, from what he had perceived out there, how the astral body and the “I” function in that organ when it is healthy. By returning to the diseased organ, he knew how they function in a healthy state. The result was that he now perceived how, in the normal course of things, the astral body or the “I” intervene in the human organism from within the divine-spiritual powers, and how they are situated within it. Through dreams, he came to know them in their healthy state within the spiritual essence of the world and gained insight into how they behave again when they withdraw. He came to understand the inner relationship between the human being and the spiritual world.
[ 17 ] Dieses ist dasjenige, was als Gesinnung der Priester begleiten lassen kann das Sakrament, wo er zurückträgt die geistige Welt, denn die geistige Welt haftet an dem Sakrament durch die Einrichtung des Kultus. Der Kultus verbindet mit der physischen Substanz das Geistige eben kraft der inneren Einsichten, wie das Geistige zusammenhängt mit der Materie. Physische durchgeistigte Wesenheit wird in den Menschen zurückgeführt und die Beziehung wird in dem Menschen hergestellt, die seinen astralischen Leib innerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes, sein Ich innerhalb des physischen und Ätherleibes mit dem göttlich-geistigen Dasein der Welt verbindet. Alles hängt in dieser Beziehung daran, daß der Sakramentalismus von seiten der Priesterschaft mit einer solchen Gesinnung beobachtet wird. Alles hängt davon ab, daß wir uns durchdringen mit solchen Dingen, wie dem Zusammenhang zwischen dem Erleben im Leibe und dem Erleben außerhalb des Leibes, den Geheimnissen der Pathologie durch Beobachten des verlassenen Leibes, dem Geheimnis der Therapie durch das Beobachten des abnormen Lebens, des Lebens in der geistigen Welt beziehungsweise auch des normalen Wahrnehmens in der geistigen Welt. Dasjenige, was durch hervorragende somnambule Wesen in alten Zeiten in den Tempelgeheimnissen ergründet wurde, muß wieder ergründet werden dadurch, daß der Mensch geistige Erkenntnisse in sich selber entwickelt und die Zusammenhänge wieder beobachtet. Das Experiment muß auf diesem Gebiete in die Beobachtung einfließen.
[ 17 ] This is what, as the priest’s attitude, can accompany the sacrament, through which he conveys the spiritual world, for the spiritual world is bound to the sacrament through the structure of the cult. The ritual connects the spiritual with physical substance precisely by virtue of the inner insights into how the spiritual is related to matter. A physical being imbued with the spiritual is brought back into the human being, and a connection is established within the human being that links his astral body—within the physical and etheric bodies—and his “I”—within the physical and etheric bodies—to the divine-spiritual existence of the world. In this regard, everything depends on the priesthood observing sacramentalism with such a mindset. Everything depends on our imbuing ourselves with such things as the connection between experience within the body and experience outside the body, the mysteries of pathology through observation of the abandoned body, the mystery of therapy through observation of abnormal life, life in the spiritual world, and normal perception in the spiritual world. What was explored in ancient times by outstanding somnambulists within the temple mysteries must be explored anew by human beings developing spiritual insights within themselves and observing these connections once more. Experimentation in this field must be integrated into observation.
[ 18 ] Nun ist es schon wichtig, daß diejenigen Ärzte und Priester, die innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, vereinigt sind in dem Wissen von solchen Tatsachen. Das ist dasjenige, was wirklich bindet, was uns durchdringt mit einer anderen Erkenntnis, als sie die anderen haben. Dagegen wird alles Beschließen, man solle einen Bund oder einen Verein oder eine Gruppe bilden, das ist dagegen eine Abstraktion. Das wirklich Bindende ist der Besitz eines gewissen Wissens. Diejenigen, die dieses Wissen besitzen, gehören eben zusammen und sollten sich zusammengehörig fühlen. Die äußere Verbindung soll der Ausdruck sein für diese innere Verbindung, die durch dieses Wissen geschaffen ist. Unsere Zeit leidet in dieser Beziehung an vielem.
[ 18 ] Now, it is indeed important that those doctors and priests who are part of the anthroposophical movement be united in their knowledge of such facts. That is what truly binds us together, what imbues us with a different kind of insight than others possess. In contrast, any decision to form an alliance, an association, or a group is merely an abstraction. What truly unites us is the possession of a certain knowledge. Those who possess this knowledge simply belong together and should feel a sense of belonging. The external connection should be an expression of this inner connection, which is created through this knowledge. Our time suffers greatly in this regard.
[ 19 ] Bedenken Sie nur, wenn man heute oftmals in der allerallerbesten Absicht zum Beispiel zu einer Jugendversammlung spricht, obwohl deren Bestreben von mir ganz anerkannt wird - es ist außerordentlich schwierig, wie einem zunächst gegenüber dem Konkreten, das die Seele erfüllen sollte, sogleich das entgegentritt, daß man sagt: Das Erste, Wichtigste ist, daß man sich zusammenschließt! — Zusammengeschlossen ist ja in den letzten Jahrzehnten alles ins Unendliche geworden. Man hat sich zusammengeschlossen, aber man hat noch nie wahrgenommen, daß, wenn man so anordnet: 00000000 und so weiter etwas herauskommt. Ein Bewußtsein, das zunächst unerfüllt ist, geschlossen an ein Bewußtsein, das wieder unerfüllt ist, geschlossen an ein drittes Bewußtsein, das wieder unerfüllt ist, das gibt nichts. Dagegen braucht man bloß vorauszusetzen die Erfüllung, dasjenige, was allen Nullen zugrunde liegt, was Eins (1) hat, so haben Sie etwas. Es muß nicht ein Mensch sein, sondern die Erfüllung, dann ist es etwas. Nur kurioserweise, das setzt voraus, daß schon das etwas ist, ja sogar das, was eben kein Mensch ist, sondern daß das Wissen an sich wesenhaft ist. Diese Dinge sollte man bedenken in unserer Zeit, wo man eben vielfach dazu viel zu bequem ist, das Konkrete zu suchen und daher das Abstrakte immer zusammenschließen will. Gut ist das Zusammenschließen, das kommt aber schon von selber, wenn das Konkrete da ist.
[ 19 ] Just consider this: when one speaks today—often with the very, very best of intentions—at, say, a youth gathering, even though I fully acknowledge their aspirations—it is extraordinarily difficult, because right from the start, instead of the concrete reality that should fill the soul, one is immediately confronted with the statement: “The first and most important thing is to unite!” — But in recent decades, everything has become infinitely “united.” People have united, but they have never realized that when you arrange things like this: 00000000 and so on, nothing comes of it. A consciousness that is initially unfulfilled, linked to a consciousness that is again unfulfilled, linked to a third consciousness that is again unfulfilled—that yields nothing. In contrast, one need only presuppose fulfillment—that which underlies all the zeros, that which has a One (1)—and then you have something. It need not be a human being, but rather fulfillment—then it is something. Curiously enough, however, this presupposes that this “something” already exists—indeed, even that which is not a human being—but rather that knowledge in itself is essential. These things should be borne in mind in our time, when people are often far too complacent to seek the concrete and therefore always want to reduce everything to the abstract. Synthesizing is good, but it happens all on its own when the concrete is present.
[ 20 ] Das ist auch nun wiederum etwas, was vielleicht zuallererst begreifen sollen diejenigen, die als Ärzte und als Priester innerhalb der heutigen Menschheit wirken. Denn man kann schon sagen, die zwei Dinge sind heute allüberall zu beobachten. Ich und astralischer Leib der Menschen finden im Grunde genommen trotz alles Wachzustandes nicht in gehöriger Weise den physischen Leib und den Ätherleib. Es ist schon so, daß eigentlich dem, der die Welt durchschaut in ihrem Werden, die Anschauungen auf dem Gebiete des Materialismus nicht eigentlich so furchtbar wehe tun. Man lasse die Monisten und alle möglichen Leute sich streiten. Das ist ja gewiß eine unmögliche Sache, aber eigentlich ist es nicht das Grundschädliche im Entwickelungsprozeß der Menschheit. Daher beteiligt man sich auch, wenn man diesen Entwickelungsprozeß durchschaut, nicht gerne an diesen Weltanschauungs-Diskussionen. Denn schließlich, ob der eine dies, der andere jenes meint: Meinungen sind ja furchtbar dünne Sachen in der menschlichen Seele, wirken nicht sehr stark auf die Realitäten. Meinungen sind Schäume innerhalb der Realitäten. Und ob da so eine Seifenblase an die andere platzt, die eine verspritzt, die andere ein bißchen dicker wird durch den Anprall, das schadet nichts. Aber man muß bedenken, daß keiner in Wirklichkeit ein Materialist wird, der in richtiger Weise mit seinem Ich und astralischen Leib in seinem physischen und Ätherleib sitzt. Daß also Materialistsein im feineren Sinne bedeutet Kranksein. Und mit dieser Erkenntnis muß man sich durchdringen: Materialist sein bedeutet Kranksein. Es ist daher gar kein Wunder, daß, wenn nun die anderen, die in ihrem physischen und Ätherleib ordentlich drinnensitzen, mit diesen kranken Materialisten zusammenkommen, daß sie den gegenteiligen Pol entwickeln, alle möglichen Unklarheiten des Spiritualismus.
[ 20 ] This, too, is something that perhaps those who work as doctors and priests among humanity today should understand first and foremost. For it can certainly be said that these two things can be observed everywhere today. Despite being in a state of wakefulness, my astral body and that of human beings do not, in essence, properly connect with the physical body and the etheric body. It is true that for those who see through the world as it is becoming, the views of materialism do not actually cause such terrible pain. Let the monists and all sorts of people argue among themselves. That is certainly an impossible thing, but in reality it is not the fundamental harm in the process of human development. Therefore, when one sees through this process of development, one does not readily participate in these discussions of worldviews. After all, whether one person believes this or another believes that: opinions are, after all, terribly flimsy things in the human soul; they do not have a very strong effect on reality. Opinions are froth within reality. And whether one soap bubble bursts against another—one splattering, the other growing a little thicker from the impact—it does no harm. But one must bear in mind that no one who is properly centered with their ego and astral body within their physical and etheric bodies actually becomes a materialist. Thus, being a materialist in the finer sense means being sick. And one must let this realization sink in: to be a materialist is to be sick. It is therefore no wonder that when the others—who are properly situated within their physical and etheric bodies—come into contact with these sick materialists, they develop the opposite pole: all manner of ambiguities of spiritualism.
[ 21 ] Und hier kommen wir dann auf ein Gebiet, wo, weil sich die Dinge nicht abspielen in den Teilen der Welt, die noch in einer Verbindung miteinander stehen, sondern in den Teilen der Welt, wo die Welt bereits ins Chaos geworfen ist und ihre Blöcke nebeneinanderliegen, da kommen wir zu dem Gebiet, wo das eine nicht mehr die Heilesoffenbarung des anderen ist, sondern sie beide auseinanderfahren. Solange nämlich der Kranke spricht von den Vorgängen in seinen inneren Organen, so lange stehen seine Träume in Beziehung zu den Heilkräften in der äußeren Welt, die kranken Organen entsprechen. So wie aber der Mensch durch die Krankheit des Materialismus nicht von innen seine inneren Organe beschreibt, sondern den Organismus durchbricht nach der anderen Seite und die Außenwelt beschreiben will, wie das im Materialismus geschieht, dann wirkt das Gegenteil der Träume, der falsche Spiritismus, nicht mehr als Heilmittel, sondern im Gegenteil als stärker krankmachend.
[ 21 ] And here we enter a realm where—because events do not unfold in those parts of the world that are still connected to one another, but rather in those parts of the world where the world has already been thrown into chaos and its blocks lie side by side—we arrive at the realm where one is no longer the healing revelation of the other, but rather the two drift apart. For as long as the sick person speaks of the processes taking place in his internal organs, his dreams remain connected to the healing forces in the external world that correspond to the diseased organs. But just as the human being, through the disease of materialism, does not describe his internal organs from within, but rather breaks through the organism to the other side and seeks to describe the external world—as happens in materialism—then the opposite of dreams, false spiritualism, no longer acts as a remedy but, on the contrary, as something that causes even greater illness.
[ 22 ] Und so sehen wir heute in unserer Zeit, wenn wir alle Medizin, die sich auf den Menschen bezieht, vergleichen mit demjenigen, was vollberechtigt damit verglichen werden kann: die Kulturpathologie, Kulturtherapie, wenn wir diese nehmen, so finden wir, daß zum Beispiel der Spiritismus keineswegs ein Heilmittel darstellt, sondern dem Traumzustand entspricht für den Materialismus, der der smnambulen Beschreibung der inneren Organe entspricht. Wenn ein Vorgang — es ist eben so —, der eigentlich das Innere ergreifen sollte, durchschlägt beim Menschen nach der Außenwelt — wir können solche pathologischen Vorgänge beobachten bei Ausschlägen, wo die Sache ganz genau dem entspricht, was ich Ihnen gesagt habe -, dann entsteht für das Anschauen selbst dasjenige, was im Inneren beobachtet wird, nach außen hin nicht als Gesundes, sondern als krankhafte Abweichung. Daher sollte eigentlich der Arzt wissen, daß Materialismus der Ausschlag für Kranksein ist, und so sollte man ärztlich den Materialismus ansehen.
[ 22 ] And so we see today, in our own time, that when we compare all medicine pertaining to human beings with that which can rightly be compared to it—cultural pathology and cultural therapy—we find, for example, that spiritualism by no means constitutes a remedy, but rather corresponds to a dream state for materialism, which in turn corresponds to a somnambulistic description of the internal organs. When a process—and this is precisely the case—that should actually affect the inner being manifests itself in a person’s external world—we can observe such pathological processes in skin rashes, where the phenomenon corresponds exactly to what I have told you—then what is observed internally appears to the observer not as something healthy, but as a pathological deviation. Therefore, the physician should actually know that materialism is the root cause of illness, and this is how materialism should be viewed from a medical perspective.
[ 23 ] Dann kommt durch ein solches ärztliches Anschauen schon heraus die Brücke hinüber zu dem priesterlichen Anschauen, welches von der entgegengesetzten Seite ausgeht, zu dem priesterlichen Anschauen, das hineinsieht in die krankhaften Seelenerscheinungen des Menschen, die er aus seinem Bedürfnis, aus seiner Emotion heraus bildet. Das ist auch beim Spiritismus der Fall. Und man kommt dann dazu, zu erkennen, daß krankhaftes Leben im weitesten Sinne sich hineinversenken will in das Weltenall, wie alles dasjenige, was in der Weltanschauung krank ist durch sich, insoferne es auf dem Willen beruht, also eigentlich in der Tat sich auslebt, wie das hinüberwirken muß in das Innere des Menschen in den wirklich krankmachenden Zustand.
[ 23 ] Then, through such a medical perspective, a bridge is formed to the priestly perspective, which originates from the opposite side—the priestly perspective that looks into the pathological manifestations of the human soul, which the person forms out of his or her need and emotion. This is also the case with spiritualism. And one then comes to recognize that a pathological life, in the broadest sense, seeks to immerse itself in the universe—just as everything in a worldview that is pathological in and of itself, insofar as it is based on the will and thus actually manifests itself in action—must have an effect on the inner being of the human being, leading to a truly pathological state.
[ 24 ] Nun wird man gegenüber der gegenwärtigen Entwickelungsepoche der Menschheit nicht dasjenige sehen können, was man in älteren Zeiten deutlich wegen der anderen Voraussetzungen der Menschennatur gesehen hat, wie dasjenige, was an falscher Willensrichtung, falscher Weltanschauung, falscher Lebensanschauung da ist, was im alten Sinne als «Sünde» bezeichnet worden ist, man wird nicht unmittelbar sehen, wie das hinübergeht in den Erkrankungsprozeß des Organismus, weil es das auch nicht unmittelbar in der Art tut. Wir achten nur in den seltensten Fällen darauf, nur in Fällen, die als Zwischenstufen dastehen zwischen den eigentlich aufzufassenden Krankheiten und der Sünde. Diese gehen wieder in Zustände über, die nur angrenzen an Krankhaftes. Aber die Sünde und das eigentliche Kranksein, die stehen für die heutige Entwickelungsepoche so ab, daß sie durch zwei Inkarnationen voneinander getrennt sind. Es war so, daß in früheren Entwickelungsepochen der Menschheit in der einen Inkarnation manchmal als Ursache und Wirkung zusammenhängen konnten Sünde und Krankheit, was nunmehr durch den fortgeschrittenen Entwickelungsprozeß der Menschheit durch Inkarnationen getrennt ist: Sünde und Krankheit. Sünde in der einen Inkarnation, Krankheit in der anderen.
[ 24 ] Now, when considering the current epoch of human development, one will not be able to see—as was clearly seen in earlier times due to the different conditions of human nature—what exists in terms of a wrong orientation of the will, a wrong worldview, and a wrong outlook on life, which in the old sense was referred to as “sin,” one will not immediately see how this translates into the organism’s disease process, because it does not do so directly in that way. We pay attention to this only in the rarest of cases—only in cases that stand as intermediate stages between what are actually to be understood as illnesses and sin. These, in turn, merge into states that merely border on the pathological. But sin and actual illness stand so far apart in today’s epoch of development that they are separated by two incarnations. It used to be the case that, in earlier epochs of human development, sin and illness could sometimes be linked as cause and effect within a single incarnation; however, due to the advanced process of human development, they are now separated by incarnations: sin and illness. Sin in one incarnation, illness in the other.
[ 25 ] Hier beginnt die Domäne des Priesters. Der Priester darf also, wenn er bloß die Traditionen der alten Zeiten festhält, nicht mehr sprechen, daß die Sünde die Ursache der Krankheit sei. Aber wenn er übergeht in die Einsicht von wiederholten Erdenleben, dann darf er davon sprechen, denn dann spricht er wieder aus der Wahrheit. Daher ist vieles, was heute draußen in der Welt von priesterlicher Seite über diese Dinge gesagt wird, nicht mehr wahr, weil es nicht mehr den Tatsachen entspricht. Diese Lehren entstammen alter Zeit, und heute ist kein Wille vorhanden, diese Lehre gemäß demjenigen, was in unserer Zeit gefordert wird, umzugestalten. In all das müssen wir uns hineinfinden, und dann wird es möglich sein, diese Betrachtungen über Pastoralmedizin nach beiden Seiten hin fruchtbar zu machen.
[ 25 ] This is where the priest’s domain begins. Thus, if the priest merely adheres to the traditions of ancient times, he may no longer say that sin is the cause of illness. But if he embraces the understanding of repeated earthly lives, then he may speak of it, for then he is once again speaking the truth. Consequently, much of what is said today in the wider world by priests regarding these matters is no longer true, because it no longer corresponds to the facts. These teachings stem from ancient times, and today there is no willingness to adapt them in accordance with the demands of our time. We must come to terms with all of this, and then it will be possible to make these reflections on pastoral medicine fruitful for both sides.
[ 26 ] Ich gedenke jetzt noch, weil es ja in der Tat wünschenswert erscheint, daß die Freunde sich einrichten können, ich gedenke jetzt noch zwei Vorträge aus der Pastoralmedizin morgen und übermorgen zu halten.
[ 26 ] I am still planning—since it does indeed seem desirable that my friends be able to make arrangements—to give two lectures on pastoral medicine tomorrow and the day after tomorrow.
