Second Scientific Course
The warmth at the boundary between positive and negative materiality
Insights from Spiritual Science on the Development of Physics
GA 321
4 March 1920, Stuttgart
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Second Scientific Course, tr. SOL
Vierter Vortrag
Fourth Lecture
[ 1 ] Sie werden vielleicht bemerkt haben, daß es bei diesen Betrachtungen im wesentlichen auf eine gewisse Zielsetzung ankommt. Wir wollen eine Reihe von Erscheinungen aus dem Gebiete des Wärmewesens so zusammenstellen, daß wir zuletzt herausfinden können, worin dieses Wärmewesen eigentlich besteht. Wir haben uns im wesentlichen bisher bekanntgemacht mit gewissen Zusammenhängen, die uns durch Erscheinungen innerhalb des Gebietes des Wärmewesens entgegentreten können, und wir haben namentlich beobachtet, in welchem Zusammenhange das Wärmewesen mit der Ausdehnungsfähigkeit der Körper steht. Wir haben dann versucht, zunächst einige Bildvorstellungen festzusetzen über die Gestalt eines festen Körpers, eines flüssigen Körpers und eines luft- oder gasförmigen Körpers. Und ich habe auch gesprochen über die Zusammenhänge des Wärmewesens mit diesen ja an den Körpern hervorzurufenden Verwandlungen: dem Übergang vom festen in den flüssigen, in den gas- oder dampfförmigen Zustand. Nun möchte ich Ihnen jetzt vorführen diejenige Erscheinung, die uns wird zeigen können, welche Verhältnisse auftreten, wenn wir es zu tun haben mit Gasen, mit Dämpfen, von denen wir ja schon wissen, daß sie einen gewissen Zusammenhang haben mit dem Wärmewesen dadurch, daß wir durch das Wärmewesen den gasförmigen Zustand hervorrufen können, daß wir wiederum durch eine gewisse Veränderung des Wärmegrades aus einem dampf- und gasförmigen Körper einen flüssigen herstellen können. Sie wissen, daß, wenn wir einen festen Körper haben, wir unmöglich diesen festen Körper mit einem anderen festen Körper durchdringen können. Die Beobachtung solcher einfacher elementarer Verhältnisse ist außerordentlich wichtig, wenn wir eindringen wollen in das eigentliche Wärmewesen. Dasjenige, was hier jetzt vorgeführt werden soll, das soll zeigen, wie Wasserdampf, den wir hier erzeugen, zunächst hier herübergeht in diesen Kolben und dann eben in diesem Kolben drinnen sein wird. Wir werden also diesen Kolben mit Wasserdampf allmählich anfüllen und werden nun von der anderen Seite zuleiten einen anderen Dampf, dessen Bildung Sie verfolgen können dadurch, daß er hier in einem gefärbten Zustand ist. (Das Experiment wird vorgeführt.) Sie sehen also, trotzdem wir den Kolben gefüllt hatten mit Wasserdampf, ging der andere Dampf von der anderen Seite in den mit Wasserdampf gefüllten Raum hinein, das heißt: Ein Gas hindert nicht, daß ein anderes Gas in denselben Raum eindringt, in dem schon eines drinnen ist. Wir wollen auch diese Erscheinung zunächst als eine solche festhalten, wollen uns also klar darüber sein, daß gas- oder dampfförmige Körper in einem bestimmten Maße füreinander durchdringlich sind.
[ 1 ] You may have noticed that these considerations essentially hinge on a certain objective. We want to compile a series of phenomena from the field of thermodynamics in such a way that we can ultimately determine what thermodynamics actually consists of. So far, we have essentially familiarized ourselves with certain relationships that we may encounter through phenomena within the field of thermodynamics, and we have specifically observed the relationship between thermodynamics and the capacity of bodies to expand. We then attempted, first of all, to establish some mental images of the form of a solid body, a liquid body, and an air- or gas-like body. And I have also spoken about the relationships between thermodynamics and these transformations that can be brought about in bodies: the transition from the solid to the liquid, and to the gaseous or vaporous state. Now I would like to demonstrate to you the phenomenon that will show us what conditions arise when we are dealing with gases and vapors—which, as we already know, have a certain connection to the nature of heat in that we can induce the gaseous state through heat, and that, in turn, through a certain change in temperature, we can produce a liquid from a vapor and gaseous body into a liquid. You know that when we have a solid body, it is impossible for this solid body to penetrate another solid body. Observing such simple, elementary relationships is extremely important if we wish to delve into the true nature of heat. What is about to be demonstrated here will show how the water vapor we generate here first passes over into this flask and then remains inside it. So we will gradually fill this flask with water vapor and will now introduce another vapor from the other side, the formation of which you can observe because it is colored here. (The experiment is demonstrated.) So you see, even though we had filled the flask with water vapor, the other vapor entered the space filled with water vapor from the other side; that is to say: one gas does not prevent another gas from entering the same space in which one is already present. Let us also note this phenomenon as such for the time being; let us therefore be clear that gaseous or vaporous substances are permeable to one another to a certain extent.


[ 2 ] Ich will Ihnen nun eine andere Erscheinung vorführen, welche Ihnen zeigen soll noch einen anderen Zusammenhang des Wärmewesens mit anderen Tatsachen. Wir haben hier in der linken Röhre Luft, die einfach in demselben Zustand ist wie die äußere Luft, von der wir fortwährend umgeben sind. Ich muß erwähnen, daß diese äußere Luft, von der wir fortwährend umgeben sind, unter einem gewissen Druck, unserem gewöhnlichen Atmosphärendruck steht, der ja fortwährend auch auf uns selbst drückt. So daß wir sagen können: Die Luft, die wir hier drinnen haben, links, ist unter genau demselben Druck wie die äußere Luft selbst, was sich dadurch zeigt, daß die Quecksilbersäule links und rechts auf demselben Niveau stehen bleibt — daraus, daß links und rechts die Quecksilbersäule gleich hoch steht, ersehen Sie, daß hier (rechts) die äußere Luft, die ja noch von oben freien Zugang hat, unter genau demselben Druck steht wie die Luft hier in dem allseitig geschlossenen Glasrohr (links). Wir wollen nun eine Veränderung dadurch hervorrufen, daß wir den Druck, der auf die Luft in dem linken Glasrohr ausgeübt wird, vergrößern. Das können wir dadurch erreichen, daß wir die rechte Röhre hier heben (Zeichnung rechts). Indem wir diese gehoben haben, haben wir links hinzugefügt zu dem gewöhnlichen Atmosphärendruck noch jenen Druck, der von der erhöhten Quecksilbersäule herrührt. Also einfach das Gewicht der Quecksilbersäule von hier \((a)\) bis hierher \((b)\) habe ich hinzugefügt. Dadurch aber, daß wir auf diese Weise den Druck, der auf diese Luft hier ausgeübt wird, vermehrt haben um jenen Druck, der entspricht dem Gewicht dieser Quecksilbersäule, ist, wie wir sehen, der Rauminhalt, das Volumen, wie man es nennt, in der anderen Glasröhre ein kleinerer geworden, so daß wir sagen können: Wenn wir auf ein Gas einen erhöhten Druck ausüben, so nimmt sein Volumen, sein Rauminhalt ab. Dieses müssen wir als eine weitere Erscheinung festhalten, müssen festhalten, daß Rauminhalt und auf das Gas ausgeübter Druck sich in einem umgekehrten Verhältnis zueinander verhalten. Je größer der Druck, desto geringer der Rauminhalt; je größer der Rauminhalt wird, desto geringer muß der Druck sein, der auf das Gas ausgeübt wird. Wir können aus dieser Erscheinung die Gleichung ableiten, daß sich der Rauminhalt \(V_1\), zu dem Rauminhalt \(V_2\), verhält wie umgekehrt der Druck \(P_2\), zum Druck \(P_1\)
[ 2 ] I will now demonstrate another phenomenon to you, which is intended to show you yet another connection between the nature of heat and other facts. Here in the left tube, we have air that is simply in the same state as the outside air that constantly surrounds us. I must mention that this outside air, which constantly surrounds us, is under a certain pressure—our normal atmospheric pressure—which, of course, also constantly exerts pressure on us. So we can say: The air we have in here on the left is under exactly the same pressure as the outside air itself, as evidenced by the fact that the mercury columns on the left and right remain at the same level—from the fact that the mercury columns on the left and right are at the same height, you can see that here (on the right) the outside air—which still has free access from above—is under exactly the same pressure as the air here in the glass tube closed on all sides (on the left). Let us now induce a change by increasing the pressure exerted on the air in the left glass tube. We can achieve this by lifting the right tube here (drawing on the right). By raising this tube, we have added to the normal atmospheric pressure on the left the pressure resulting from the raised mercury column. So I have simply added the weight of the mercury column from here \((a)\) to here \((b)\). However, because we have in this way increased the pressure exerted on this air here by an amount corresponding to the weight of this mercury column, we see that the volume—as it is called—in the other glass tube has decreased, so that we can say: When we exert increased pressure on a gas, its volume decreases. We must note this as a further phenomenon; we must note that volume and the pressure exerted on the gas are inversely proportional to one another. The greater the pressure, the smaller the volume; the greater the volume becomes, the lower the pressure exerted on the gas must be. From this phenomenon, we can derive the equation that the volume \(V_1\) is inversely proportional to the volume \(V_2\), just as the pressure \(P_2\) is inversely proportional to the pressure \(P_1\)
$$V_1:V_2 = P_2:P_1$$
$$V_1:V_2 = P_2:P_1$$
woraus folgt:
from which it follows:
$$V_1 \cdot P_1 = V_2 \cdot P_2$$
$$V_1 \cdot P_1 = V_2 \cdot P_2$$
[ 3 ] Daraus ergibt sich also als ein relativ allgemeines Gesetz — wir können ja immer nur von relativen Gesetzen sprechen, bei späteren Betrachtungen werden wir dann sehen warum -, daraus ergibt sich für den Zusammenhang zwischen Volumen und Druck bei Gasen, daß das Produkt aus dem Volumen und aus dem Druck für Gase konstant bleibt, ‘wenn wir die Wärme dieselbe sein lassen. Solche Erscheinungen müssen, wie gesagt, zusammengestellt werden, um uns dem Wesen der Wärme zu nähern. Weil wir ja durch unsere Betrachtungen zugleich auch eine Grundlage für die pädagogische Behandlung in der Schule schaffen wollen, andererseits uns Erkenntnisse verschaffen wollen, handelt es sich darum, daß wir auf der einen Seite kennen die Denkweise der gegenwärtigen Physik und auf der anderen Seite uns bekanntmachen mit dem, was zu geschehen hat, damit man aus verschiedenen, ich könnte sagen, Hindernissen herauskommt, die in der gegenwärtigen Physik für eine wirkliche Erkenntnis des Wärmewesens waltend sind.
[ 3 ] This therefore yields a relatively general law—we can, after all, only speak of relative laws; we will see why in later discussions—this yields, for the relationship between volume and pressure in gases, that the product of volume and pressure remains constant for gases “if we keep the heat constant.” Such phenomena must, as mentioned, be brought together in order to approach the nature of heat. Since we wish, through our considerations, to lay a foundation for the pedagogical treatment of the subject in school while also gaining insights, the task at hand is, on the one hand, to understand the way of thinking in contemporary physics and, on the other hand, to familiarize ourselves with what must be done to overcome the various I might say, obstacles that prevail in contemporary physics and stand in the way of a true understanding of the nature of heat.
[ 4 ] Wenn Sie sich vergegenwärtigen, daß wir es zu tun gehabt haben im wesentlichen neben dem Wärmewesen mit Volumenausdehnung, mit Veränderung also des Raumes und mit Veränderung des Druckes, so müssen Sie sich sagen, es sind uns aufgetreten — ich muß nämlich, um unser Ziel zu erreichen, möglichst genau sprechen, was sonst gewöhnlich nicht geschieht auf diesem Gebiete - im Verlauf unserer Betrachtung über das Wärmewesen mechanische Tatsachen: Raumänderungen, Druckänderungen. Mechanische Tatsachen sind uns entgegengetreten. Nun stand für die moderne Physikentwickelung diese Tatsache da, daß auftrat, wenn man das Wärmewesen betrachtete, mechanisches Geschehen. Dieses mechanische Geschehen wurde gewissermaßen überhaupt dasjenige, an dem man die Wärmeerscheinungen beobachtete. Das Wärmewesen läßt man gewissermaßen in der Sphäre des Unbekannten stehen, und man betrachtet im wesentlichen die mechanischen Vorgänge, die unter dem Einfluß des Wärmewesens sich abspielen. Man betrachtet, indem man von der Wärmeempfindung als von etwas angeblich Subjektivem absieht, bei der Veränderung des Wärmezustandes — des Wärmeempfindens — die Ausdehnung, sagen wir des Quecksilbers, also etwas, das in das Gebiet der mechanischen Erscheinungen gehört. Man betrachtet dann die Abhängigkeit des Wärmezustandes, sagen wir eines Gases, von den Druckverhältnissen, was wir noch weiter verfolgen werden, und haben es da wieder zu tun damit, daß man eigentlich etwas Mechanisches betrachtet und das Wärmewesen gewissermaßen links liegen läßt. Wir haben gestern gesehen, daß es eigentlich einen guten Grund hat, warum dieses Wärmewesen links liegen gelassen worden ist. Denn wir haben gesehen, wie dieses Wärmewesen in dem Augenblick, wo wir es in die Rechnung einführen, den gewöhnlichen Rechnungen Schwierigkeiten macht, wie wir zum Beispiel eine dritte Potenz der Temperatur gar nicht in derselben Weise behandeln können wie eine gewöhnliche dritte Raumpotenz. Und da die landläufige Wärmelehre mit den Potenzen der Temperatur nichts hat anfangen können, hat sie in der Ausdehnungsformel, wie ich Ihnen ja auch in den früheren Betrachtungen gesagt habe, die zweite und dritte Potenz der Temperatur einfach gestrichen.
[ 4 ] If you consider that, in addition to the nature of heat, we have essentially been dealing with volumetric expansion—that is, with changes in space—and with changes in pressure, then you must realize we have encountered—for I must speak as precisely as possible to achieve our goal, which is not usually the case in this field—mechanical phenomena in the course of our examination of the nature of heat: changes in space, changes in pressure. We have encountered mechanical phenomena. Now, for the development of modern physics, the fact remained that mechanical processes occurred when one examined the nature of heat. These mechanical phenomena became, so to speak, the very basis on which thermal phenomena were observed. The nature of heat is, so to speak, left in the realm of the unknown, and one essentially considers the mechanical processes that take place under the influence of heat. By setting aside the sensation of heat as something supposedly subjective, one observes—in the change of the thermal state—the expansion, say, of mercury, that is, something that belongs to the realm of mechanical phenomena. We then examine the dependence of the thermal state—say, of a gas—on pressure conditions, which we will explore further, and here again we find ourselves dealing with the fact that we are actually observing something mechanical and, so to speak, setting the nature of heat aside. We saw yesterday that there is actually a good reason why this aspect of thermal behavior has been set aside. For we have seen how, the moment we introduce it into the calculation, this aspect of thermal behavior causes difficulties for ordinary calculations—for example, we cannot treat a cube of temperature in the same way as an ordinary cubic volume. And since conventional thermodynamics has been unable to make sense of the powers of temperature, it has simply omitted the second and third powers of temperature from the expansion formula, as I have already mentioned in earlier discussions.


[ 5 ] Nun brauchen Sie sich aber nur zu überlegen, daß uns ja in der Sphäre der äußeren Natur der Wärmezustand immer entgegentritt an äußeren mechanischen Vorgängen, vor allen Dingen an Raumvorgängen. Die Raumvorgänge sind schon da. An den Raumvorgängen erscheint dann die Wärme. Das bedingt, daß wir, durch diese einfache Überlegung gezwungen, die Wärme so behandeln müssen, wie wir behandeln jene Raumlinie, die uns aus der ersten Potenz einer Ausdehnung in die zweite Potenz der Ausdehnung führt. Wenn wir die erste Potenz der Ausdehnung, die Linie, betrachten, und wir wollen zur zweiten Potenz in der Betrachtung übergehen, so müssen wir aus der Linie hinausgehen. Wir müssen also zu der einen Dimension die andere hinzufügen, wir müssen irgendwie aus der ersten Potenz in die zweite übergehen. Wir müssen uns die Richtlinie der zweiten Potenz ganz anders denken, als wir uns die der ersten Potenz denken. Genau dasselbe aber müssen wir machen, wenn wir einen Temperaturzustand betrachten. Gewissermaßen ist die erste Potenz da in der Ausdehnung. Die Veränderung der Temperatur ist etwas, was im Verhältnis zur Ausdehnung so erscheint, wie hier die zweite Richtlinie zur ersten Richtlinie erscheint. Ich kann auch gar nicht anders, als die Zeichnung so machen, daß ich, indem ich zur Ausdehnung die Temperaturänderung hinzufüge, zu der Abszissenlinie die Ordinatenlinie hinzufüge. Das aber bedingt, daß wir genötigt sind, alles dasjenige, was aus dem Wärmewesen heraus auftritt, also die Temperaturänderung, nicht als erste Potenz zu behandeln, sondern schon von vornherein als zweite Potenz, und die zweite als eine dritte. Und wenn wir die dritte Potenz der Temperatur haben, so können wir nicht mehr in unserem gewöhnlichen Raum drinnen bleiben. Eine einfache Überlegung, die allerdings durch etwas subtile Begriffe angestellt werden muß, zeigt Ihnen, daß es unmöglich ist, wenn wir die im Raum, also in der dritten Dimension, waltende Wärme betrachten, zu bleiben bei der dritten Dimension des Raumes. Sie zeigt Ihnen, daß in dem Augenblick, wo wir es mit den drei Dimensionen des Raumes zu tun haben, wir genötigt sind, wenn wir die Wärmewirkung betrachten, aus dem Raume selber hinauszugehen.
[ 5 ] Now, however, you need only consider that, in the realm of external nature, the state of heat always arises in connection with external mechanical processes—above all, spatial processes. The spatial processes are already there. Heat then manifests itself in connection with these spatial processes. This means that, compelled by this simple consideration, we must treat heat in the same way that we treat that spatial line which leads us from the first power of an extension to the second power of extension. If we consider the first power of extension—the line—and wish to move on to the second power in our consideration, we must go beyond the line. We must therefore add one dimension to the other; we must somehow transition from the first power to the second. We must conceive of the line of the second power quite differently than we conceive of that of the first power. But we must do exactly the same thing when we consider a state of temperature. In a sense, the first power is present in extension. The change in temperature is something that, in relation to extension, appears just as the second principle appears here in relation to the first principle. I have no choice but to draw the diagram in such a way that, by adding the change in temperature to extension, I add the ordinate axis to the abscissa axis. But this means that we are compelled to treat everything that arises from the nature of heat—that is, the change in temperature—not as a first power, but from the outset as a second power, and the second as a third. And once we have the third power of temperature, we can no longer remain within our ordinary space. A simple line of reasoning—which, admittedly, must be carried out using somewhat subtle concepts—shows you that it is impossible, when we consider the heat prevailing in space—that is, in the third dimension—to remain within the third dimension of space. It shows you that the moment we deal with the three dimensions of space, we are compelled, when considering the effect of heat, to step outside of space itself.
[ 6 ] Nun macht sich ja die moderne Physik zur Aufgabe, behufs Erklärung der Erscheinungen innerhalb des dreidimensionalen Raumes zu bleiben. Und indem sie sich diese Aufgabe setzt, muß sie, da man innerhalb des dreidimensionalen Raumes das Wesen der Wärme nicht finden kann, an dem Wärmewesen vorübergehen. Sie kann das Wärmewesen nur durch seine Äußerungen im dreidimensionalen Raum erfassen.
[ 6 ] Modern physics, however, sets itself the task of remaining within three-dimensional space in order to explain phenomena. And by setting itself this task, it must—since the essence of heat cannot be found within three-dimensional space—pass over the nature of heat. It can only grasp the nature of heat through its manifestations in three-dimensional space.
[ 7 ] Sehen Sie, hier liegt ein sehr wichtiger Punkt, wo gewissermaßen schon innerhalb der unorganischen Naturerscheinungen, der physikalischen Erscheinungen, eine Art Rubikon zu einer höheren Weltanschauung überschritten werden muß. Und man muß schon sagen: Weil so wenig der Versuch gemacht wird, hier an diesen Punkten zu einer Klarheit zu kommen, deshalb herrscht auch diese Klarheit so wenig auf dem Gebiete unserer höheren Weltanschauung. Denken Sie sich nur einmal, wenn die Physiker ihren Studenten beibringen würden, daß man einfach aus den gewöhnlichen Raumverhältnissen, in denen sich die mechanischen Vorgänge abspielen, herauskommen muß, indem man die Wärmeerscheinungen beobachtet, dann würden diese Lehrer der Physik hervorrufen bei denjenigen Menschen, die als erkennende Menschen gelten, weil sie so etwas wie Physik sich angeeignet haben, sie würden die Vorstellung bei ihnen hervorrufen, daß man schon nicht in Wirklichkeit Physik kennenlernen kann, ohne aus dem dreidimensionalen Raum hinauszukommen. Und dann würde es viel leichter sein, eine höhere Weltanschauung zu begründen vor den Menschen der Welt. Denn diese Menschen der Welt würden sagen, selbst wenn sie nicht Physik gelernt haben: Wir können das zwar nicht beurteilen, aber diejenigen, die Physik gelernt haben, die wissen, daß man zunächst durch die Physik von dem Raum zu anderen Verhältnissen aufsteigen muß als denjenigen, die sich im Raum selber abspielen können. Daher hängt auch so sehr viel daran, daß wir in der Physik solche Verhältnisse bekommen, wie sie hier in diesen Betrachtungen werden versucht werden. Es würde sich sonst immer das herausstellen, daß auf der einen Seite versucht würde, in der populären Welt eine auf geistigen Grundlagen fußende Weltanschauung zu verbreiten, daß dann aber die Physiker geltend machen würden: Wir erklären alle Erscheinungen durch rein mechanische Vorgänge. — Das führt dazu, daß die Menschen dann sagen: Ja, im Raume sind überhaupt nur mechanische Vorgänge; Leben muß auch mechanischer Vorgang sein, Seelenvorgänge müssen auch nur mechanische Vorgänge sein, Geistesvorgänge auch. — Die «strenge Wissenschaft» will nichts wissen von irgendwelchen geistigen Grundlagen der Welt. Und die «strenge Wissenschaft» wirkt als eine besonders intensive Autorität aus dem Grunde, weil die Leute sie nicht kennen. Denn dasjenige, was man kennt, das beurteilt man gewöhnlich und läßt sich von ihm nicht eine autoritative Gewalt aufzwingen. Dasjenige, was man nicht kennt, dem verfällt man gewöhnlich als der Autorität. Würde mehr getan werden zur Popularisierung der sogenannten «strengen exakten Wissenschaft», dann würde die autoritative Gewalt gewisser Leute, die hinter Mauern im Besitz dieser «exakten Wissenschaft» sind, wesentlich schwinden.
[ 7 ] You see, this is a very important point where, in a sense, even within inorganic natural phenomena—physical phenomena—a kind of Rubicon must be crossed on the path to a higher worldview. And it must be said: Precisely because so little effort is made to achieve clarity on these points, this clarity is so lacking in the realm of our higher worldview. Just imagine for a moment: if physicists were to teach their students that one must simply step outside the ordinary spatial conditions in which mechanical processes take place by observing thermal phenomena, then these physics teachers would instill in those people who are regarded as thinking individuals—because they have acquired a grasp of something like physics— they would create in them a mental image of the idea that one cannot truly understand physics without stepping beyond three-dimensional space. And then it would be much easier to establish a higher worldview among the people of the world. For these people of the world would say—even if they have not studied physics: “We cannot judge this, but those who have studied physics know that, through physics, one must first rise from space to conditions other than those that can take place within space itself.” That is why so much depends on our arriving at such conditions in physics as will be attempted here in these considerations. Otherwise, it would always turn out that, on the one hand, an attempt would be made to spread a worldview based on spiritual foundations among the general public, only for physicists to then assert: “We explain all phenomena through purely mechanical processes.” — This leads people to say: “Yes, there are only mechanical processes in space; life must also be a mechanical process, mental processes must also be merely mechanical processes, and spiritual processes as well.” — “Strict science” wants nothing to do with any spiritual foundations of the world. And “strict science” exerts a particularly intense authority precisely because people do not know it. For what one knows, one usually judges for oneself and does not allow it to impose an authoritative power upon one. That which one does not know, one usually succumbs to as an authority. If more were done to popularize so-called “rigorous, exact science,” then the authoritative powers of certain people who, behind closed doors, possess this “exact science” would diminish significantly.
[ 8 ] Es hat sich nun im Laufe des 19. Jahrhunderts hinzugefügt zu den Tatsachen, die wir. schon beobachtet haben, eben noch die andere, die ich auch schon angedeutet habe, die darin besteht, daß man nicht nur mechanische Vorgänge auftreten sieht im Verlauf der Vorgänge mit dem Wärmewesen, sondern daß man auch zunächst Wärme überführen kann in mechanische Vorgänge, was Sie ja sehen bei der gewöhnlichen Dampfmaschine, wo erhitzt wird und der mechanische Vorgang der Fortbewegung eintritt; daß man umgekehrt mechanische Vorgänge, Reibung und dergleichen wiederum überführen kann in Wärme, indem dasjenige, was der mechanische Vorgang ist, bewirkt, wie man sagt, das Auftreten von Wärme. So daß man also Wärmevorgänge und mechanische Vorgänge ineinander umwandeln kann. Wir wollen heute die Sache zunächst einmal vorläufig, präliminarisch betrachten und dann auf einzelne Erscheinungen eingehen, die in dieses Gebiet gehören.
[ 8 ] Over the course of the 19th century, another fact has been added to those we have already observed, is the other one I have also already hinted at, which consists in the fact that not only do we see mechanical processes occurring in the course of phenomena involving heat, but that we can also, first of all, convert heat into mechanical processes—as you can see in the ordinary steam engine, where heating takes place and the mechanical process of motion occurs; and conversely, that mechanical processes—friction and the like—can in turn be converted into heat, in that the mechanical process, as it were, causes heat to be generated. Thus, thermal processes and mechanical processes can be converted into one another. Today we will first take a preliminary look at the matter and then examine individual phenomena that fall within this field.
[ 9 ] Man hat dann auch des weiteren gefunden, daß nicht nur Wärmevorgänge, sondern auch elektrische Vorgänge, Vorgänge, die in das Gebiet der Chemie gehören, sich umwandeln lassen in mechanische Vorgänge. Und daraus hat sich dasjenige entwickelt, was man gewohnt worden istim Laufe des 19. Jahrhunderts eben die mechanische Wärmetheorie zu nennen. Diese mechanische Wärmetheorie hat also zunächst als ihre erste Grundlage: Wärme und mechanische Leistung, sagen wir, können ineinander umgewandelt werden. Nun müssen wir zunächst einmal uns dieses Urteil etwas näher ansehen. Ich kann Sie wirklich nicht davon befreien, Sie auf die elementaren Bestandteile der Urteile zu führen, welche in das Gebiet der Physik gehören. Würden wir gerade bei diesen entscheidenden Betrachtungen uns nicht darauf einlassen, die elementaren Urteilsbestände aufzusuchen, so würden wir überhaupt verzichten müssen, gerade im Gebiet des Wärmewesens, das ein entscheidendes ist, irgendeine Klarheit hervorzurufen. Wir müssen daher schon die Frage aufwerfen: Was heißt es denn überhaupt, wenn ich irgendwo aufzeige, daß Wärme, die ich hervorrufe wie in der Dampfmaschine, äußere Bewegung, also äußere mechanische Arbeit erzeugt? Was heißt das, wenn ich es umwandle in das Urteil: Durch Wärme ist äußere mechanische Arbeit geleistet worden? Unterscheiden wir einmal klar dasjenige, was wir als Tatsachen konstatierbar haben, und dasjenige, was wir dann als ein Urteil an diese Tatsachen angefügt haben. Wir haben konstatiert, daß sich ein Vorgang, der sich als ein Wärmevorgang zeigt, hinterher offenbart durch einen Arbeitsvorgang, durch einen mechanischen Vorgang. Nun wurde daran das Urteil gefügt, der Wärmevorgang, die Wärme als solche, habe sich umgewandelt in den mechanischen Vorgang, in die mechanische Arbeitsleistung.
[ 9 ] It was subsequently discovered that not only thermal processes, but also electrical processes—processes that fall within the realm of chemistry—can be converted into mechanical processes. And from this developed what came to be known, in the course of the 19th century, as the mechanical theory of heat. This mechanical theory of heat thus has, as its first fundamental principle: heat and mechanical work, let us say, can be converted into one another. Now, we must first take a closer look at this statement. I really cannot spare you from having to examine the elementary components of the propositions that belong to the field of physics. If, precisely in these crucial considerations, we were not willing to seek out the elementary components of these propositions, we would have to forgo achieving any clarity at all—especially in the field of thermodynamics, which is a crucial one. We must therefore raise the question: What does it actually mean when I demonstrate somewhere that heat, which I generate—as in a steam engine—produces external motion, that is, external mechanical work? What does that mean when I transform it into the judgment: “External mechanical work has been performed by heat”? Let us clearly distinguish between what we can establish as facts and what we have then appended to these facts as a judgment. We have established that a process which manifests itself as a thermal process subsequently reveals itself through a process of work, through a mechanical process. Now the judgment has been attached to this: the thermal process—heat as such—has been transformed into the mechanical process, into mechanical work.
[ 10 ] Ja, wenn ich in dieses Zimmer hereintrete und in diesem Zimmer irgendeine Temperatur finde, die mir behaglich ist, so trete ich herein und sage mir innerlich, vielleicht ganz unbewußt, ohne daß ich mir das selbst ausspreche: In diesem Zimmer ist es mir behaglich. Ich setze mich hin an den Schreibtisch und schreibe irgend etwas. Das ist entstanden im Gefolge desjenigen, was vorher geschehen ist — ich bin in das Zimmer getreten, der Wärmezustand hat auf mich gewirkt. Hinterher ist das entstanden, was ich niedergeschrieben habe. Ich könnte Ihnen in einer gewissen Weise ja sagen: Nun, wenn ich hier Kellerwärme gefunden hätte, so hätte ich mich aus dem Staube gemacht und hätte nicht diese Arbeit vollzogen, die Arbeit des Niederschreibens dessen, was dann herausgekommen ist. Wenn ich nun an diese Tatsache das Urteil anfüge: Die Wärme, die mir zugeführt worden ist, hat sich in die Arbeit, die hinterher sichtbar geworden ist, verwandelt -—, dann habe ich offenbar in meinem Urteilsbestand etwas ausgelassen. Alles dasjenige, was ich nur durch mich vollziehen konnte, habe ich ausgelassen. Ich muß aber alles das, was ich ausgelassen habe, wenn ich eine totale Wirklichkeit ins Urteil hereinbekommen will, aufnehmen. Die Frage entsteht nun: Wenn in der ganzen äquivalenten Tatsachenfolge Wärme vorhanden ist, die ich hervorgerufen habe wie in der Dampfkesselheizung, und nachher Arbeit entsteht, die Fortbewegung der Lokomotive, und ich einfach sage, es habe sich die Wärme in Arbeit verwandelt, habe ich nicht vielleicht da denselben Fehler gemacht wie den, den ich mache, wenn ich in dem vorhergehenden Urteil einfach spreche von der Verwandlung des Wärmezustandes in die Wirkung, die aber nur dadurch eingetreten ist, daß ich selbst mich eingeschaltet habe? Es ist scheinbar vielleicht sogar trivial, auf eine solche Sache aufmerksam zu machen, aber diese Trivialität wird gerade in der ganzen mechanischen Wärmetheorie übersehen, vergessen. Und darauf kommt außerordentlich viel an. Darauf kommt es an, daß man zwei Dinge miteinander verbindet, das erste, daß in dem Augenblick, wo man aus der Sphäre der mechanischen Vorgänge übertritt in die Sphäre, wo Wärme wirkt, man überhaupt den dreidimensionalen Raum verlassen muß. Und zweitens, daß man also einfach, indem man die äußeren Naturerscheinungen beobachtet, dasjenige vielleicht nicht hat, was man in dem Fall als Einschiebsel hat, wenn sich Wärme in mein Schreibprodukt verwandelt. Wenn sich Wärme in mein Schreibprodukt verwandelt, dann kann ich an meiner äußeren leiblichen Offenbarung beobachten, daß sich etwas eingeschaltet hat. Wenn ich aber einfach der Tatsache gegenüberstehe, daß ich den dreidimensionalen Raum verlassen muß, sofern sich mir Wärme in äußere Leistung verwandelt, so kann ich doch sagen: Vielleicht das Wichtigste, was zu dieser Umwandlung führt, vollzieht sich außerhalb des dreidimensionalen Raumes. Dasjenige, was dem entsprechen würde, daß ich mich einschalte, vollzieht sich außerhalb des dreidimensionalen Raumes. Und ich begehe dieselbe Oberflächlichkeit, wenn ich einfach von der Umwandlung der Wärme in mechanische Arbeit rede, wie ich sie begehe, wenn ich von der Umwandlung der Wärme in mein Schreibprodukt rede und dabei vergesse, daß ich selber eingeschaltet bin.
[ 10 ] Yes, when I walk into this room and find a temperature in it that is comfortable to me, I walk in and say to myself inwardly—perhaps quite unconsciously, without actually saying it out loud: “I feel comfortable in this room.” I sit down at the desk and write something. This came about as a result of what happened before—I entered the room, and the warmth had an effect on me. What I wrote down came about afterward. In a certain sense, I could say to you: Well, if I had found basement-like cold here, I would have taken off and would not have carried out this work—the work of writing down what subsequently emerged. If I were now to add the following judgment to this fact: “The warmth that was conveyed to me was transformed into the work that subsequently became visible”—then I have evidently omitted something from my assessment. I have omitted everything that I alone could have accomplished. But if I want to capture a complete reality in my judgment, I must include everything I have omitted. The question now arises: If, in the entire equivalent sequence of events, there is heat that I have generated—as in the heating of a steam boiler—and work subsequently arises—the locomotion of the locomotive—and I simply say, “the heat has been transformed into work,” have I not perhaps made the same mistake here as I do when, in the preceding judgment, I simply speak of the transformation of the state of heat into the effect—which, however, occurred only because I myself intervened? It may even seem trivial to draw attention to such a matter, but this very triviality is overlooked and forgotten throughout the entire mechanical theory of heat. And this is of extraordinary importance. What matters is that one connects two things: first, that at the moment one crosses over from the sphere of mechanical processes into the sphere where heat acts, one must leave three-dimensional space altogether. And second, that simply by observing external natural phenomena, one may not have what one has in that case as an intervening factor when heat is transformed into my written work. When heat is transformed into my written work, then I can observe in my external physical manifestation that something has intervened. But if I am simply faced with the fact that I must leave three-dimensional space whenever heat is transformed into external output for me, then I can still say: Perhaps the most important thing leading to this transformation takes place outside of three-dimensional space. That which would correspond to my own intervention takes place outside of three-dimensional space. And I commit the same superficiality when I simply speak of the conversion of heat into mechanical work as I do when I speak of the conversion of heat into my written work, forgetting in the process that I myself am involved.
[ 11 ] Das hat aber eine sehr bedeutende, universelle Konsequenz, denn es nötigt mich dazu, daß ich mich bei der äußeren Natur auch in ihren leblosen, in ihren unorganischen Erscheinungen geführt denke in ein Wesen, das sich selbst nicht innerhalb des dreidimensionalen Raumes ausdrückt, das gewissermaßen waltet hinter dem dreidimensionalen Raum. Und dieses ist ein Entscheidendes in bezug auf die Beobachtung des Wärmewesens selber.
[ 11 ] This, however, has a very significant, universal consequence, for it compels me to conceive of external nature—even in its inanimate, inorganic manifestations—as guided by a being that does not express itself within three-dimensional space, but rather, in a sense, reigns beyond three-dimensional space. And this is a decisive factor with regard to the observation of the nature of heat itself.
[ 12 ] Wir können jetzt, indem wir dieses als Elementarbestandteil des Urteils im Wärmegebiet aufgewiesen haben, ein wenig wiederum zurückblicken auf das, was wir schon angedeutet haben: auf des Menschen eigenes Verhältnis zum Wärmewesen. Wir können vergleichen andere Wahrnehmungssphären mit der Wahrnehmungssphäre des Wärmewesens. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß, indem wir zum Beispiel Licht wahrnehmen, wir diese Wahrnehmung des Lichtes und der Farbe gebunden sehen an abgesonderte Organe, die einfach in unseren Organismus hineingelegt sind, so daß wir nicht davon sprechen können, daß wir mit unserem ganzen Organismus gegenüberstehen dem Farben- beziehungsweise Lichtwesen, sondern daß wir nur mit einem Teil unseres Organismus dem Licht- oder Farbenwesen gegenüberstehen. Ebenso ist es bei den akustischen, bei den Tonerscheinungen. Wir stehen mit einem Teil, mit den Gehörorganen, dem Tonwesen gegenüber. Dem Wärmewesen stehen wir gegenüber mit unserem ganzen Organismus. Dadurch ist aber unser Verhältnis zum Wärmewesen bedingt. Und wenn wir genauer zusehen, wenn wir versuchen, diese Tatsache, ich möchte sagen, in Menschenerkenntnis umzuwandeln, so müssen wir sagen: Wir sind eigentlich dieses Wärmewesen ja selbst. Insofern wir hier im Raume als Mensch wandeln, sind wir dieses Wärmewesen ja selbst. In dem Augenblick, wo Sie sich die Temperatur um ein paar hundert Grade erhöht denken würden, würden Sie nicht identisch sein können mit dem Temperaturzustand, ebensowenig wenn Sie sich die Temperatur um hundert Grade vertieft denken. So gehört das Wärmewesen zu dem, in dem wir stets drinnenstehen, das wir als selbstverständliches Wesen erleben, das wir aber nicht ins Bewußtsein hereinnehmen. Nur wenn Abweichungen vom normalen Zustand eintreten, werden sie uns in irgendeiner Form bewußt.
[ 12 ] Now that we have identified this as a fundamental component of our perception in the realm of heat, we can look back a little at what we have already hinted at: the human being’s own relationship to the nature of heat. We can compare other spheres of perception with the sphere of perception of the nature of heat. I have already pointed out that, for example, when we perceive light, we see this perception of light and color as bound to separate organs that are simply embedded within our organism, so that we cannot say that we face the nature of color or light with our entire organism, but rather that we face the nature of light or color with only a part of our organism. The same is true of acoustic phenomena, of sound phenomena. We face the realm of sound with a part of ourselves—the organs of hearing. We face the realm of heat with our entire organism. This, however, determines our relationship to the realm of heat. And if we look more closely, if we try to transform this fact—I would say—into an understanding of the human being, then we must say: We are, in fact, this realm of heat ourselves. Insofar as we move about here in this room as human beings, we are indeed this thermal entity ourselves. The moment you were to imagine the temperature rising by a few hundred degrees, you could not be identical with that temperature state—any more than if you were to imagine the temperature dropping by a hundred degrees. Thus, the thermal entity belongs to that which we are constantly immersed in—which we experience as a self-evident reality—but which we do not bring into our consciousness. Only when deviations from the normal state occur do we become aware of them in some form.
[ 13 ] Nun kann, angeknüpft an diese Tatsache, eine zweite beobachtet werden. Das ist diese: Wenn Sie irgendwie an einen erwärmten Gegenstand herantreten und den Wärmezustand mit Ihrem Organismus beobachten - Sie können es tun mit der Fingerspitze, auch mit der Zehenspitze, Sie können es tun an einem anderen Ort Ihres Organismus, meinetwillen mit dem Ohrläppchen; gewissermaßen mit dem ganzen Organismus können Sie den Wärmezustand wahrnehmen. Aber Sie können noch etwas anderes mit Ihrem ganzen Organismus wahrnehmen. Sie können das wahrnehmen, was auf Ihren Organismus drückt. Und da sind Sie wiederum nicht gebunden im strengen Sinne, so wie zum Beispiel bei der Farbenwahrnehmung an das Auge, an ein bestimmtes Glied Ihres Organismus. Es wäre ja sehr angenehm, wenn wenigstens zum Beispiel der Kopf ausgenommen wäre von dieser Druckwahrnehmung. Wir könnten ihn dann nicht in unbehaglicher Weise anschlagen und die Folgen davon tragen müssen. Wir können sagen: Es besteht eine innige Verwandtschaft in der Art unseres Verhältnisses zur Außenwelt zwischen den Wärmeempfindungen und den Druckempfindungen. Wir haben heute gesprochen von Druckverhältnissen im Verhältnis zur Volumenänderung. Wir kommen jetzt zurück auf unseren eigenen Organismus und finden die Wärmeverhältnisse in einer innigen Verwandtschaft mit den Druck verhältnissen. Solch eine Tatsache müssen wir auch zur Begründung des Folgenden durchaus ins Auge fassen.
[ 13 ] Now, building on this fact, a second one can be observed. It is this: If you approach a warm object in any way and observe its state of warmth with your body—you can do this with your fingertip, or even with the tip of your toe; you can do it at another part of your body, say, with your earlobe—in a sense, you can perceive the state of warmth with your entire body. But there is something else you can perceive with your entire body. You can perceive what is exerting pressure on your body. And here, too, you are not bound in the strict sense—as you are, for example, with color perception, which is tied to the eye—to a specific part of your body. It would, of course, be very pleasant if, for example, at least the head were exempt from this perception of pressure. Then we wouldn’t have to subject it to discomfort and bear the consequences. We can say: There is an intimate connection in the nature of our relationship to the outside world between sensations of warmth and sensations of pressure. Today we have spoken of pressure conditions in relation to changes in volume. We now return to our own organism and find that thermal conditions are intimately related to pressure conditions. We must certainly take this fact into account as a basis for what follows.
[ 14 ] Aber es gibt noch etwas anderes, was wir unseren folgenden Betrachtungen vorausschicken müssen. Sie wissen, gerade in den gebräuchlichen Handbüchern über physikalische, physiologische Vorgänge wird eigentlich recht viel Wesens davon gemacht, daß wir bestimmte Organe haben, oder uns selbst haben zur Wahrnehmung der gewöhnlichen Sinnesqualitäten. Wir haben das Auge für die Farbe, das Ohr für den Ton, das Geschmacksorgan für gewisse chemische Vorgänge und so weiter; wir haben verteilt über unseren ganzen Organismus gewissermaßen das einheitliche Wärmeorgan, aber auch das einheitliche Druckorgan. Nun wird gewöhnlich darauf aufmerksam gemacht, daß aber auch noch anderes wahrgenommen wird, wofür wir, wie man nun sagt, keine Organe haben: Magnetismus, Elektrizität, die wir nur in ihren Wirkungen wahrnehmen, die gewissermaßen draußen stehenbleiben, die wir nicht unmittelbar wahrnehmen. Man sagt dann wohl auch: Wenn unser Auge nicht lichtempfindlich, sondern elektrizitätsempfindlich wäre, so würde es, wenn es hinschaut auf einen Telegraphendraht, die strömende Elektrizität drinnen wahrnehmen. Es würde die Elektrizität nicht bloß in Wirkungen, sondern so wie die Farben- und Lichtvorgänge unmittelbar wahrnehmen. Das können wir nicht. Wir können also nur sagen: Elektrizität zum Beispiel ist etwas, wofür wir zur unmittelbaren Wahrnehmung keine Organe haben. Es gibt also Naturqualitäten, zu deren Wahrnehmung wir Organe haben, und Naturqualitäten, zu deren Wahrnehmung wir keine Organe haben. — So sagt man.
[ 14 ] But there is something else we must preface our subsequent considerations with. As you know, especially in the standard textbooks on physical and physiological processes, quite a lot of emphasis is placed on the fact that we have certain organs—or that we ourselves possess the capacity—to perceive ordinary sensory qualities. We have the eye for color, the ear for sound, the organ of taste for certain chemical processes, and so on; distributed throughout our entire organism, we have, so to speak, a unified organ of heat, but also a unified organ of pressure. Now, attention is usually drawn to the fact that we also perceive other things for which, as they say, we have no organs: magnetism, electricity—which we perceive only through their effects, which, so to speak, remain external to us, which we do not perceive directly. It is also said that if our eye were not sensitive to light but to electricity, it would, when looking at a telegraph wire, perceive the flowing electricity within it. It would perceive the electricity not merely through its effects, but directly, just as it perceives color and light phenomena. We cannot do that. We can therefore only say: Electricity, for example, is something for which we have no organs for direct perception. There are thus natural qualities for which we have organs of perception, and natural qualities for which we have no organs of perception. — So they say.
[ 15 ] Nun handelt es sich darum, ob sich nicht vielleicht für den, der etwas unbefangener die Erscheinungen betrachtet als diejenigen, die zu diesem Urteil kommen, doch noch etwas anderes ergibt. Sie wissen ja alle, wie innig zusammenhängt dasjenige, was wir unsere gewöhnlichen passiven Vorstellungen nennen, durch die wir die Welt wahrnehmen, mit den Eindrücken des Auges, des Ohres, weniger schon zusammenhängt mit dem, was wir durch Geschmack und Geruch wahrnehmen. Versuchen Sie nur einmal, rein aus dem Sprachbestand heraus, sich die Summe Ihres höheren Vorstellungslebens einmal zu ziehen, so werden Sie sehen, daß man noch in den Worten, die wir zur Repräsentierung unserer Begriffe brauchen, überall die Reste der höheren Sinnesqualitäten wahrnehmen kann. Sogar wenn wir das sehr abstrakte Wort «Sein» aussprechen, so hängt seine Bildung zusammen mit «Ich habe gesehen». Ich nenne dasjenige das Seiende, was ist, was ich gesehen habe. Im «Sein» steckt noch das «Gesehenhaben» drinnen. Und ohne daß man dabei in den Materialismus verfällt - wir werden sehen, aus welchem Grunde man ihm nicht zu verfallen braucht -, kann man sagen, daß unsere Vorstellungswelt eigentlich eine Art Filtrieren des Sehens und Hörens, schon weniger des Riechens und Schmeckens ist, denn weniger solche Sinneswahrnehmungen stecken in unserer Vorstellungswelt drinnen. Dadurch, daß unser Bewußtsein innig zusammen ist mit diesen unseren höheren Sinnesqualitäten, nimmt auch unser Bewußtsein dieses passive höhere Vorstellungswesen auf.
[ 15 ] The question now is whether, for those who view phenomena with a somewhat more open mind than those who arrive at this judgment, something else might not emerge after all. You all know how closely connected what we call our ordinary passive mental images—through which we perceive the world—are to the impressions of the eye and the ear, and to a lesser extent to what we perceive through taste and smell. Just try, drawing purely from the stock of language, to distill the essence of your higher life of imagination, and you will see that even in the words we use to represent our concepts, one can still perceive everywhere the remnants of the higher sensory qualities. Even when we utter the very abstract word “Being,” its formation is connected to “I have seen.” I call “being” that which is, that which I have seen. The “having seen” is still contained within “being.” And without falling into materialism—we will see why there is no need to do so—one can say that our world of imagination is actually a kind of filtering of seeing and hearing, and to a lesser extent of smelling and tasting, since fewer of these sensory perceptions are contained within our world of imagination. Because our consciousness is intimately connected with these higher sensory qualities of ours, our consciousness also takes on this passive, higher nature of imagination.
[ 16 ] Allein, wir haben innerhalb unseres Seelenwesens von der anderen Seite her auch unseren Willen, und Sie werden sich erinnern, wie oft ich gerade in den anthroposophischen Vorträgen betont habe, daß dem Willen gegenüber der Mensch eigentlich schläft. Er wacht im Grunde genommen nur im Gebiete seiner höheren passiven Vorstellungen. Was Sie wollen, nehmen Sie ja auch nur durch diese Vorstellungen wahr. Sie haben die Vorstellung: Ich hebe dieses Glas auf. Ja, was darin Vorstellungsbestandteile sind, das ist durchaus etwas, worin die Reste der Außenwahrnehmungen sind. Sie stellen sich etwas vor, was durchaus in das Gebiet der Sichtbarkeit gehört. Auch wenn Sie es denken, haben Sie das Nachbild des Sichtbaren. Solch ein Nachbild in unmittelbarer Art können Sie sich nicht verschaffen von dem eigentlichen Willensvorgang, von dem, was nun geschieht, indem Sie den Arm ausstrecken, mit der Hand das Glas umfassen, es heben. Das ist ein vollständig im Unbewußten bleibender Vorgang, was sich da abspielt zwischen Bewußtsein und feineren Vorgängen in dem Arm. Das bleibt so unbewußt, wie uns die Schlafzustände, in die wir verfallen vom Einschlafen bis zum Aufwachen, unbewußt bleiben. Aber kann man denn leugnen, daß diese Vorgänge, wenn wir sie auch nicht wahrnehmen, doch da sind? Diese Vorgänge müssen doch innig verbunden sein mit unserem Menschenwesen, denn wir sind es doch, die das Glas heben. Wir werden also im Gebiet unseres Menschenwesens geführt von dem, was unmittelbar im Bewußtsein lebt, zu den Willensvorgängen, die gewissermaßen aus dem gewöhnlichen Gebiet des Bewußtseins herausragen. Nehmen wir an, alles das, was über dieser Linie liegt, sei im Gebiete des Bewußtseins. Was unterhalb liegt, also in die Willensvorgänge sich einsenkt, sei außerhalb des Bewußtseins. Gehen wir nun von da ab zum Gebiet der äußeren Naturerscheinungen: Wir finden unser Auge innig verbunden mit den Farbenerscheinungen, etwas, was wir im Bewußtsein überschauen; wir finden unser Ohr verbunden mit den Tonerscheinungen, etwas, was wir mit dem Bewußtsein überschauen. Dunkel, aber immerhin noch für das Bewußtsein traumhaft überschaubar, ist Schmecken und Riechen. Wir haben wieder etwas, was durchaus in das Gebiet des Bewußten hereingehört, aber mit der Außenwelt sich innig berührt.
[ 16 ] However, within our soul being, we also have our will coming from the other side, and you will recall how often I have emphasized, particularly in my anthroposophical lectures, that in relation to the will, the human being is actually asleep. Fundamentally, the human being is awake only in the realm of his higher passive mental images. After all, you perceive what you want only through these mental images. You have the mental image: “I am picking up this glass.” Yes, the elements of this mental image are indeed something that contain the remnants of external perceptions. You imagine something that definitely belongs to the realm of the visible. Even when you think it, you have the afterimage of the visible. You cannot obtain such an afterimage in a direct way from the actual volitional process—from what is happening as you extend your arm, grasp the glass with your hand, and lift it. This is a process that remains entirely in the unconscious—what takes place there between consciousness and the finer processes in the arm. This remains as unconscious as the states of sleep into which we fall—from falling asleep to waking up—remain unconscious to us. But can we deny that these processes, even if we do not perceive them, are nevertheless there? These processes must surely be intimately connected with our human being, for it is we who lift the glass. We are thus guided, within the realm of our human being, from what lives directly in consciousness to the processes of the will that, so to speak, extend beyond the ordinary realm of consciousness. Let us assume that everything lying above this line is within the realm of consciousness. What lies below—that is, what sinks into the processes of the will—let us consider to be outside of consciousness. Let us now move from there to the realm of external natural phenomena: We find our eye intimately connected to the phenomena of color, something we survey with our consciousness; we find our ear connected to the phenomena of sound, something we survey with our consciousness. Taste and smell are obscure, yet still, in a dreamlike way, comprehensible to consciousness. Here again we have something that certainly belongs to the realm of the conscious, yet is intimately connected with the external world.


[ 17 ] Indem wir aber übergehen zu magnetischen und elektrischen Erscheinungen, entzieht sich uns dasjenige, was in Elektrizität und Magnetismus und so weiter lebt, demjenigen, was wir überschauen in unmittelbarem Zusammenhang unserer Organe mit der Natur. Es entzieht sich uns. Da sagen eben die Physiker, die Physiologen: Wir haben dafür keine Organe, das kann nur äußerlich wahrgenommen werden, es sondert sich von uns ab, es ist da draußen (siehe Zeichnung, oben). — Wir haben also ein Gebiet, dem wir uns nähern, wenn wir nach der Außenwelt hingehen. Da haben wir Lichterscheinungen, Wärmeerscheinungen. Die Elektrizitätserscheinungen, wo entschlüpfen sie uns denn? Wir spüren nicht mehr den Zusammenhang mit den Organen. Wir haben in uns, indem wir Licht- und Tonerscheinungen verarbeiten, filtrierte Abdrücke in unserem Vorstellen. Wenn wir aber da hinuntergehen (unten, rot), entschlüpft unser eigenes Wesen uns in den: Willen hinein.
[ 17 ] But as we turn to magnetic and electrical phenomena, that which is at the heart of electricity, magnetism, and so on eludes us—it lies beyond what we can grasp through the direct connection of our senses with nature. It eludes us. This is precisely where physicists and physiologists say: We have no organs for this; it can only be perceived externally; it separates itself from us; it is out there (see diagram, above). — We thus have a realm that we approach when we turn toward the external world. There we find phenomena of light and heat. And what about electrical phenomena—where do they slip away from us? We no longer sense the connection to our organs. As we process light and sound phenomena, we have filtered impressions within our mental image. But when we go down there (below, red), our very being slips away from us into the will.
[ 18 ] Ich werde jetzt etwas Paradoxes sagen, aber denken Sie es durch bis morgen. Denken Sie, wir wären nicht lebendige Menschen, sondern lebendige Regenbögen, und wir würden mit unserem Bewußtsein gerade sitzen im grünen Teil des Regenbogens, des Spektrums. Wir würden mit unserem Unbewußten angrenzen auf der einen Seite an das Blauviolett des Regenbogens, das würde uns entschwinden nach der einen Seite hin wie die Elektrizität; nach der anderen Seite würden wir angrenzen an Gelb und Rot, das würde uns entschwinden, wie nach innen unser Wille. Wenn wir Regenbögen wären, würden wir Grün nicht wahrnehmen, so wie wir das, was wir unmittelbar sind, nicht wahrnehmen unmittelbar; wir erleben es. Wir würden aber angrenzen, indem wir hier gewissermaßen aus dem Grün herausgehend ins Gelb übergehen, an das eigene Innere. Wir würden sagen: Ich, Regenbogen, nähere mich meiner Röte, die ich aber als Inneres nicht mehr wahrnehme; ich, Regenbogen, nähere mich meinem Blauviolett, was sich mir aber entzieht. Ich bin da mitten drinnen. - Wären wir also denkende, lebendige Regenbögen, so würden wir so im Grün drinnensitzen und auf der einen Seite den blauvioletten Pol haben, auf der anderen Seite den rotgelben Pol, wie wir jetzt als Menschen mit unserem Bewußtsein irgendwo sitzen, auf der einen Seite die Naturqualitäten haben, die sich uns so entziehen wie Magnetismus und Elektrizität, auf der anderen Seite die inneren Qualitäten, die sich uns so entziehen wie die Willenserscheinungen.
[ 18 ] I’m going to say something paradoxical now, but think it over until tomorrow. Imagine that we aren’t living human beings, but living rainbows, and that our consciousness is situated right in the green part of the rainbow—the spectrum. With our unconscious, we would border on one side with the blue-violet of the rainbow, which would fade away from us in that direction like electricity; on the other side, we would border on yellow and red, which would fade away from us, just as our will fades inward. If we were rainbows, we would not perceive green, just as we do not perceive what we immediately are in an immediate way; we experience it. But we would border on our own inner self by, so to speak, moving from the green into the yellow. We would say: I, the rainbow, am approaching my redness, which I no longer perceive as my inner self; I, the rainbow, am approaching my blue-violet, which, however, eludes me. I am right in the middle of it. — So if we were thinking, living rainbows, we would sit there within the green, with the blue-violet pole on one side and the red-yellow pole on the other—just as we now, as human beings with our consciousness, sit somewhere, with on one side the qualities of nature that elude us, such as magnetism and electricity, and on the other side the inner qualities that elude us, such as the manifestations of the will.
