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Naturalistic Observation, Experimentation, Mathematics
and the Stages of Knowledge in Spiritual Science
GA 324

22 March 1921, Stuttgart

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Ich habe bisher gesprochen von jenen übersinnlichen Erkenntnisfähigkeiten, die ich benenne mit den Ausdrücken imaginative Erkenntnis und inspirierte Erkenntnis. Ich möchte heute zunächst einiges sagen über das Erringen dieser Erkenntnisfähigkeiten. Natürlich kann ich nur Prinzipielles und Einzelnes darüber andeuten. Das Ausführliche finden Sie ja in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Aber ich werde heute gerade dasjenige hervorheben, was in dem Zusammenhange, den ich mir vorgesetzt habe in diesen Vorträgen hier zu behandeln, von Wichtigkeit ist. Dasjenige, was ich Ihnen gewissermaßen in seinem Darinnenstehen im Welterkennen als Imagination geschildert habe, das kann errungen werden dadurch, daß man, wie ich schon andeutete, den Erinnerungsvorgang auf einer anderen Stufe nachbildet. Der Erinnerungsvorgang hat sein Wesentliches darinnen, daß er dasjenige festhält, was im äußeren Erleben an den Menschen herantritt. Bildhaft hält der Erinnerungsvorgang dieses fest.

[ 1 ] So far, I have spoken of those supersensible faculties of cognition that I refer to as “imaginative cognition” and “inspired cognition.” Today, I would like to begin by saying a few words about how to attain these faculties of cognition. Of course, I can only touch on the general principles and specific details here. You will find a detailed account in my book How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?. But today I will emphasize precisely what is important in the context I have set out to address in these lectures. What I have described to you, so to speak, as imagination—in terms of its inner nature within the perception of the world—can be attained by, as I have already indicated, reproducing the process of memory on a different level. The essence of the process of memory lies in its ability to retain what approaches the human being in external experience. The process of memory retains this in a pictorial way.

[ 2 ] Nun handelt es sich darum, daß wir uns zunächst etwas verständigen über gewisse Eigenschaften des gewöhnlichen Erinnerungsvorgangs, aus dem Ja die reine Erinnerung, dasjenige, was in wahrem Sinne des Wortes Erinnerung genannt werden kann auch im gewöhnlichen Leben, erst herausgeschält werden muß. Die Erinnerung hat schon einmal die Eigentümlichkeit, daß sie zu einer gewissen Veränderung des Erlebten drängt. Vielleicht brauche ich das nicht besonders weiter auszuführen, da ja wohl der Mehrzahl von Ihnen gut bekannt sein könnte, wie bis zur Verzweiflung getrieben man manchmal werden kann, wenn man einem Menschen irgend etwas erzählen will und man bei der Erzählung selbst gut durchhören kann, was eigentlich geworden ist aus dem, was man erlebt hat, im Durchgehen durch das Erinnerungsvermögen. Es bedarf sogar für das gewöhnliche Leben einer gewissen Selbsterziehung, wenn man sich immer mehr und mehr hindurchringen will zu einer reinen Erinnerung, zu der Fähigkeit, die Dinge im Bilde wirklich dann so zur Hand zu haben, daß das Bild eine treue Wiedergabe des Erlebten ist. Aber man wird auch wohl unterscheiden können zwischen dem, was gegenüber der Erinnerung die berechtigte und zum Künstlerischen hinarbeitende Phantasietätigkeit ist, und was das Umfälschen der Erlebnisse ist. Es genügt ja wohl, zunächst darauf hinzuweisen, daß der Unterschied zwischen dem Hinarbeiten zur Phantasietätigkeit und dem Hinarbeiten zur Verfälschung der Erinnerungen subjektives Erlebnis sein muß, wenn der Mensch überhaupt in gesunder Seelenverfassung sein will. Man muß sich durchaus bewußt sein, wie man umgestaltet in der Phantasie, und wie dasjenige, was sich nicht unter solcher Willkür vollzieht, was sich, ich möchte sagen, wie mit einer Art von innerer, selbstverständlicher Seelenähnlichkeit vollzieht, immer wahrer, immer treuer werden müsse. Aber man wird eben, ich möchte sagen, sowohl aus dem Guten einerseits, aus dem Hinneigen zur Phantasietätigkeit, wie auch aus all denjenigen Kräften, welche wirksam sind im Verfälschen, im Umgestalten der Erinnerungen, man wird aus alldem, wenn man es psychologisch studiert, erkennen können, daß schon dann, wenn in einer ordnungsgemäßen Form aufgenommen wird dasjenige, was in den Erinnerungskräften lebt, da etwas herausgestaltet werden kann, was dann nicht mehr bloße Erinnerung zu sein braucht. Man kann ja auch darauf hinweisen, daß manche Mystiken durchaus im Grunde genommen umgefälschte Erinnerungsvorstellungen sind, daß man aber aus dem Studium solcher umgefälschter Erinnerungsvorstellungen, die dann ja als ganz ernsthafteMystiken auftreten, recht viel gewinnen kann. Dasjenige, um was es sich uns in diesem Augenblick handelt, ist, daß man durch dasjenige, was ich schon angedeutet habe, erlangen kann, daß dieselbe seelische Kraft, die im Erinnern lebt, in etwas anderes metamorphosiert wird. Nur muß die Metamorphose so geschehen, daß die ursprüngliche Erinnerungskraft dadurch nicht etwa erst getrieben werde zum Umfälschen, sondern daß diese ursprüngliche Erinnerungskraft dadurch, daß man auch etwas anderes aus ihr zu machen versteht, um so mehr hingetrieben wird zur innerlichen Treue und Wahrhaftigkeit. Ich habe gesagt, wenn man sich immer wiederum bemüht, leicht überschaubare Vorstellungen, die man ebenso leicht und mit Willkür aus ihren einzelnen Teilen zusammensetzen und dann überschauen kann wie die mathematischen, wenn man solche Vorstellungen in sein Bewußtsein hereinrückt, dann sie im Bewußtsein behält, auf ihnen ruht, aber nicht so ruht, daß man etwa von ihnen fasziniert ist, sondern so, daß man in jedem Augenblick dieses Verhältnis des Ruhens mit innerer Willkür selber hervorruft, dann gelangt man allmählich dazu, den Erinnerungsvorgang in etwas anderes, das man früher nicht gekannt hat, umzugestalten. Wie gesagt, das Genauere ist in dem genannten Buch und auch in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» enthalten.

[ 2 ] The point is that we must first reach some understanding regarding certain characteristics of the ordinary process of memory, from which—yes—pure memory, that which can be called “memory” in the true sense of the word even in everyday life, must first be distilled. Memory has, for one thing, the peculiarity that it tends to alter what has been experienced. Perhaps I need not elaborate on this further, since most of you are likely well aware of how one can sometimes be driven to despair when trying to tell someone something, and as you tell the story, you can clearly hear for yourself what has actually become of what you experienced as it passed through your memory. Even in everyday life, a certain degree of self-discipline is required if one wishes to strive more and more toward pure memory—toward the ability to truly have things at one’s fingertips in the form of an image, so that the image is a faithful reproduction of what was experienced. But one should also be able to distinguish between what, in relation to memory, is the legitimate activity of the imagination—one that works toward the artistic—and what constitutes the falsification of experiences. It is surely sufficient, for now, to point out that the difference between working toward imaginative activity and working toward the falsification of memories must lie in subjective experience, if one wishes to maintain a healthy state of mind at all. One must be fully aware of how one reshapes things in the imagination, and how that which does not take place through such arbitrariness—that which, I might say, takes place as if through a kind of inner, self-evident spiritual affinity—must become ever truer, ever more faithful. But one will, I would say, both from the positive side—the inclination toward imaginative activity—as well as from all those forces that are at work in distorting and reshaping memories, one can recognize from all of this, when studied psychologically, that even when what lives in the powers of memory is recorded in a proper form, something can be shaped out of it that need no longer be mere memory. One can also point out that some mystical experiences are, at their core, essentially distorted memory images; yet one can gain a great deal from the study of such distorted memory images, which then appear as quite serious mystical experiences. What concerns us at this moment is that, through what I have already indicated, one can achieve a transformation of the very same soul force that lives in memory into something else. However, this metamorphosis must take place in such a way that the original power of memory is not thereby driven toward falsification, but rather that this original power of memory—by learning to transform it into something else—is all the more driven toward inner fidelity and truthfulness. I have said that if one continually strives to bring into one’s consciousness easily comprehensible mental images—which one can assemble from their individual parts and then survey just as easily and arbitrarily as mathematical ones—and if one brings such mental images into one’s consciousness, retains them there, and rests upon them, but not in such a way that one is, say, fascinated by them, but rather in such a way that at every moment one oneself evokes this state of resting with inner volition, then one gradually comes to transform the process of memory into something else that one did not know before. As I said, more detailed information can be found in the book mentioned and also in my Outline of Esoteric Science.

[ 3 ] Fährt man mit solchen Übungen genügend lange fort-wie lange man das nötig hat, das ist individuell —- und hat man die Möglichkeit, genügend innere Seelenenergie auf sie zu verwenden, dann kommt man eben dazu, Bilder zu erleben, welche in bezug auf das formale, innere Seelenerleben durchaus Erinnerungsvorstellungen gleichen, aber es dem Inhalt nach nicht sind. Und allmählich hat man sich angeeignet die Fähigkeit, in solchen zunächst selbstgemachten Imaginationen zu leben. Dann geht diese Fähigkeit in die andere über, daß in der Seele auftreten Imaginationen, und man kann wirklich, wenn man sich nur immer forterhält, ich möchte sagen, die mathematische Seelenstimmung, von der ich gesprochen habe, durchaus jederzeit sich klar sein darüber, ob man von irgendeiner Vorstellung genarrt ist, ob man einer Suggestion oder Autosuggestion unterliegt oder ob man eben in jener Seelenstimmung ist bei vollständiger innerer Willkür. Man gelangt dazu, Vorstellungen zu haben mit dem formalen Charakter der Erinnerungsvorstellung, nur gradweise intensiver. Ich bemerke ausdrücklich, zunächst haben diese imaginativen Vorstellungen den Charakter von Erinnerungsvorstellungen. Gesättigter, durchtränkt gewissermaßen von einem intensiveren Erleben werden sie erst durch die Inspiration. Zunächst haben sie durchaus den CharaktervonErinnerungsvorstellungen, nur so, daß man weiß, dasjenige, was sie enthalten, bezieht sich nicht auf irgendwelche Erlebnisse, die man seit seiner Geburt durchgemacht hat. Sie drücken ebenso bildhaft etwas aus, wie die Erinnerungsvorstellungen bildhaft diese persönlichen Erlebnisse ausdrücken. Sie beziehen sich auf etwas Objektives. Aber man weiß ganz genau, dieses Objektive ist durchaus nicht enthalten innerhalb der Sphäre, die man sonst durch die Erinnerungsvorstellungen überblickt. Zunächst hat man aber auch das deutliche Bewußtsein davon: in diesen Imaginationen hat man etwas, was eine starke innere Realität hat. Aber andererseits zu gleicher Zeit ist man sich völlig klar bewußt, daß man es mit Bildern, allerdings mit Bildern irgendeiner Wirklichkeit, aber eben mit Bildern zu tun hat.

[ 3 ] If one continues with such exercises long enough—how long is necessary varies from person to person—and if one is able to devote sufficient inner soul energy to them, then one eventually comes to experience images that, in terms of their formal, inner soul experience, are quite similar to memories, but are not memories in terms of their content. And gradually one has acquired the ability to live within such imaginations, which one initially creates oneself. Then this ability gives way to another: imaginations arise within the soul, and one can truly—if one simply persists— I would say, the mathematical state of mind I have spoken of—to be perfectly clear at any time as to whether one is being deceived by some mental image, whether one is succumbing to suggestion or autosuggestion, or whether one is indeed in that state of mind with complete inner freedom of will. One comes to have mental images with the formal character of a memory image, only progressively more intense. I expressly note that, at first, these imaginative mental images have the character of recollections. They are only enriched—so to speak, imbued with a more intense experience—through inspiration. At first, they certainly have the character of recollections, except that one knows that what they contain does not relate to any experiences one has gone through since birth. They express something just as vividly as memories express these personal experiences. They refer to something objective. But one knows quite precisely that this objective reality is by no means contained within the sphere that one otherwise surveys through memories. At first, however, one also has a clear awareness of this: in these imaginations, one has something that possesses a strong inner reality. Yet at the same time, one is fully aware that one is dealing with images—admittedly images of some kind of reality, but still images.

[ 4 ] Es handelt sich darum, daß man Einblick gewinnt in dasjenige, was bei Erinnerungsvorstellungen eben, wenn sie rein sein sollen, besonders notwendig ist, daß sie nicht von irgend etwas Fremdem durchzogen werden. Ich will jetzt den Vorgang äußerlich schildern - in ein paar Vorträgen kann man nicht alles im einzelnen darstellen. Man erlangt gewissermaßen Einsicht, wie man an dem äußeren Erlebnis die Vorstellung sich bildet, wie sie in einem gewissen Sinne übergeht in den Organismus, wie sie da drinnen - ich will jetzt ganz abstrakt sagen - ihr weiteres Dasein hat und als Erinnerungsvorstellung wieder hervorgeholt werden kann. Man merkt, daß eine gewisse Abhängigkeit besteht zwischen dem, was in den Erinnerungen lebt, und den auch physischen Zuständen der menschlichen Organisation. Bis hinunter in die physischen Zustände ist man ja abhängig mit Bezug auf die Erinnerungen von der Organisation des Menschen. Man übergibt gewissermaßen dasjenige, was man erlebt hat, der eigenen Organisation, und man könnte ja jetzt im einzelnen schildern, welche Schicksale diese übergebenen Bilder der Erlebnisse in der menschlichen Organisation erfahren. Das würde aber selbst schon ein geisteswissenschaftliches Kapitel sein. Aber wie sehr auch unser Organismus beteiligt sein mag an dem Aufnehmen desjenigen, was dann als Erinnerung weiterlebt, wie sehr er beteiligt sein mag an dem Inhalt, er darf nicht soweit eben beteiligt sein, daß er irgend etwas Inhaltliches hinzugibt zu den Erinnerungen, wenn die Erinnerungen rein und treu sein sollen. Es darf in die Erinnerungen, nachdem die Vorstellungen des Erlebnisses gebildet sind, weiter nichts Inhaltliches einfließen.

[ 4 ] The point is to gain insight into what is particularly necessary for mental images—specifically, if they are to be pure—namely, that they not be permeated by anything foreign. I will now describe the process from an external perspective—it is not possible to present everything in detail in just a few lectures. One gains, so to speak, an insight into how the mental image is formed from external experience, how it, in a certain sense, passes into the organism, how it—to put it quite abstractly—continues to exist there, and how it can be retrieved as a memory image. One notices that a certain interdependence exists between what lives in our memories and the physical states of the human organism. Right down to the physical states, we are, after all, dependent on the human organism with regard to our memories. In a sense, one entrusts what one has experienced to one’s own organism, and one could now describe in detail what fates these entrusted images of experiences undergo within the human organism. But that in itself would be a chapter in Spiritual Science. But no matter how much our organism may be involved in absorbing what then lives on as memory, no matter how much it may be involved in the content, it must not be involved to the extent that it adds anything substantive to the memories if the memories are to be pure and true. Once the mental images of the experience have been formed, nothing else of a substantive nature may flow into the memories.

[ 5 ] Wer sich über dieses Faktum im Erinnerungsleben ganz klar ist, der kann eben unterscheiden, weiß, was es heißt, wenn dann in seinem Bewußtsein Bilder auftreten mit dem sonstigen formalen Charakter der Erinnerungsbilder, die aber einen Inhalt haben, der sich durchaus nicht auf irgend etwas persönlich Erlebtes bezieht, und der gegenüber allem persönlich Erlebten zunächst ein vollständig veränderter ist. Aber in diesem Erleben der Imagination selbst zeigt sich, wie man nötig hat, die eigentliche seelische Kraft stark zu machen, immer mehr und mehr zu verstärken. Denn, was muß man eigentlich tun? Während sonst unsere fertige Organisation dasjenige, als was man organisiert ist, die Vorstellungen, die man sich am Leben gebildet hat, übernimmt und die Erinnerung vermittelt, während also gewissermaßen, wenn ich mich so ausdrücken kann, die am Leben gebildeten Vorstellungen nicht ins Bodenlose sinken, sondern von unserer Organisation aufgehalten werden, damit sie im gegebenen Augenblick der Erinnerung wieder zurückgestrahlt werden können, darf das gerade bei den imaginierten Vorstellungen nicht der Fall sein. Die müssen wir in der Lage sein aufzufangen durch bloß innerliche, seelische Kräfte. Dazu ist eben notwendig, daß wir uns aneignen dasjenige, was uns darin stärker macht, als wir gewöhnlich sind in bezug auf das Auffangen solcher Vorstellungen, auf das Halten solcher Vorstellungen. Nun gibt es dafür verschiedene Mittel, die ich beschrieben habe in den genannten Büchern. Aber eines will ich Ihnen angeben, und Sie werden aus dem, was ich jetzt sage, erkennen, welche Zusammenhänge bestehen zwischen mancherlei Lebensforderungen, die einfach von anthroposophischer Geisteswissenschaft ausgehen müssen, und demjenigen, was die Grundbedingungen dieser anthroposophischen Forschung sind.

[ 5 ] Anyone who is fully aware of this fact in the life of memory can indeed distinguish—and knows what it means—when images arise in their consciousness that have the usual formal character of memory images, but whose content does not relate at all to anything personally experienced, and which, at first glance, is completely different from everything personally experienced. But in this very experience of the imagination itself, it becomes clear how necessary it is to strengthen the actual psychological power, to reinforce it more and more. For what must one actually do? Whereas otherwise our established mental organization takes on—as that which is organized—the mental images we have formed in the course of life and mediates memory, —in other words, so that, if I may put it this way, the mental images formed in life do not sink into the abyss but are held back by our mental organization so that they can be reflected back at the moment of recollection—this must not be the case with imagined mental images. We must be able to catch these through purely inner, spiritual forces. To do this, it is necessary that we acquire what makes us stronger than we usually are in regard to catching such mental images, to holding onto such mental images. Now there are various means for this, which I have described in the books mentioned. But I would like to point out one thing to you, and from what I am about to say, you will recognize the connections that exist between various demands of life—which must simply arise from anthroposophical Spiritual Science—and the fundamental conditions of this anthroposophical research.

[ 6 ] Derjenige, welcher in der Art der Außenwelt gegenübersteht, daß er an sich herankommen läßt zunächst die sinnlichen Eindrücke der Außenwelt, die Phänomene, wie man wohl auch sagt, und der dann seinen Verstand dazu gebraucht, um über diese Phänomene in allerlei Weise zu spintisieren, was ja manchmal außerordentlich interessant sein kann, der wird kaum die Kraft finden zum imaginativen Vorstellen. In dieser Beziehung waren manche Vorgänge des neueren Geisteslebens geradezu dazu angetan, die imaginative Kraft zu unterdrücken. Wenn man nämlich anfängt, nicht die Phänomene der Außenwelt, die sich im mineralisch-physischen Reiche abspielen, mit dem Verstand gewissermaßen nur zu verbinden, den Verstand nur als ein Mittel zu gebrauchen, um die Phänomene miteinander zu verbinden, sondern wenn man anfängt, von den Phänomenen aus nach allerlei zu suchen, das hinter den Phänomenen stecken soll und das man konstruieren will, dann zerstört man sich eigentlich das imaginative Vermögen.

[ 6 ] Anyone who approaches the external world in such a way that they first allow the sensory impressions of the external world—the phenomena, as one might say—to reach them, and who then uses their intellect to speculate about these phenomena in all sorts of ways—which can indeed sometimes be extraordinarily interesting—will hardly find the strength for a mental image. In this regard, certain developments in recent intellectual life were downright designed to suppress the power of imagination. For when one begins not merely to connect the phenomena of the external world—which unfold in the mineral-physical realm—with the intellect, using the intellect merely as a means to link the phenomena together, but when one begins to search, starting from the phenomena, for all manner of things that is supposed to lie behind them and that one wishes to construct, then one actually destroys one’s imaginative capacity.

[ 7 ] Ich darf vielleicht einen Vergleich gebrauchen. Sie haben ja wohl sich mehr oder weniger beschäftigt mit demjenigen, was man im Sinne der Goetheschen Weltanschauung Phänomenalismus nennen könnte. Goethe gebraucht selbst bei der Anstellung seiner Versuche, bei seinen Beobachtungen den Verstand in anderer Weise, als er oftmals gerade in der abgelaufenen Phase des neueren Denkens gebraucht worden ist. Goethe gebraucht den Verstand so, wie wir ihn etwa — jetzt kommt der Vergleich, den ich gebrauchen will - anwenden im Lesen. Wir lesen so, daß wir ein Ganzes bilden aus den einzelnen Buchstaben, und daß, wenn wir zum Beispiel eine Zeile vor uns haben und es uns gelungen ist, ein Ganzes innerlich mit dem Bewußtsein zu ergreifen durch die einzelnen Buchstaben und Worte, wir dann das Rätsel aufgelöst haben, das uns diese Zeile aufgegeben hat. Wir werden uns gar nicht einfallen lassen, etwa zu sagen: Hier ist ein B, ein r, ein 0, ein t. Ich will das B ansehen. Dieses B sagt mir ja als solches nichts Besonderes. Weil es mir nichts sagt, so muß ich forschen nach dem, was hinter diesem B eigentlich steckt, und da muß ich vielleicht darauf kommen, daß hinter diesem B irgendein geheimnisvolles Jenseitiges steckt, was auf mich einen Eindruck macht, und was mir das B vermittelt. - Das tue ich nicht, sondern ich sehe mir die Buchstaben hier an und bilde mir daraus ein Ganzes: ich lese. Goethe macht es so gegenüber den Phänomenen der Außenwelt. Er nimmt nicht irgendeine Lichterscheinung und philosophiert darüber, welche Schwingungszustände dahinterstecken können in irgendeinem Jenseitigen. Er gebraucht nicht seinen Verstand dazu, um zu spekulieren, was hinter den Phänomenen stecken könnte, sondern er gebraucht diesen Verstand gerade zu demselben, wozu wir ihn gebrauchen, wenn wir die Buchstaben zusammendenken. So gebraucht er den Verstand bloß als ein Mittel, um die Phänomene zu gruppieren, so daß sie sich gegenseitig selber wie lesen lassen in ihrer Zusammenfügung. Goethe gebraucht also den Verstand der äußeren physisch-mineralisch-phänomenologischen Welt gegenüber, ich möchte sagen, als ein kosmisches Lesemittel. Er redet gar nicht von irgendeinem Ding an sich, er redet gar nicht von irgend etwas, das hinter den Phänomenen gesucht werden müßte und das dahinter stünde. Dadurch aber kommt er auch, ausgehend von dem Urphänomen, zu einer treuen Auffassung der Phänomene, die etwa verglichen werden können mit den Buchstaben der mineralisch-physischen Welt, bis zu den komplizierteren Phänomenen, die er entweder in der Beobachtung sucht, oder die er sich durch das Experiment zusammenstellt. Er liest dasjenige, was ausgebreitet ist im Raum und in der Zeit und gebraucht den Verstand ganz vorsätzlich nicht dazu, etwas hinter den Phänomenen zu suchen, sondern dazu, die Phänomene entweder in der Beobachtung so anzuschauen, daß sie sich gegenseitig aufhellen und in einem Ganzen sich selber aussprechen, oder aber um Experimente anzustellen, Versuchsanordnungen auszudenken. Ihm soll der Verstand nichts anderes sein als erstens dasjenige, was die Versuchsanordnung macht, zweitens dasjenige, was die Einzelphänomene zusammenstellt, damit sich dann die Phänomene selber aussprechen können. Dadurch, daß man eine solche Anschauungsweise gegenüber den Phänomenen sich zu eigen macht und immer mehr und mehr zu eigen macht und in dieser Auffassung der Außenwelt eben versucht, noch über Goethe — denn er stand ja im Anfange einer solchen Denkweise — hinauszukommen, dadurch erwirbt man sich ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl, ein Zusammengehörigkeitserlebnis sogar mit den Phänomenen. Man lebt sich in einer viel intensiveren Weise in die Phänomene ein, als das der Fall ist, wenn man den Verstand sogleich dazu benützt, um eigentlich die Phänomene zu durchstechen und hinter ihnen allerlei zu suchen, das dann doch ausspintisiert im Grunde genommen ist. Natürlich trifft dasjenige, was ich sage, immer nur das Ausspintisierte selber.

[ 7 ] Perhaps I may use an analogy. You have, after all, more or less engaged with what, in the spirit of Goethe’s worldview, might be called phenomenalism. Even in conducting his experiments and making his observations, Goethe employs reason in a different way than it has often been used, particularly in the recent phase of modern thought. Goethe employs reason in much the same way as we—and here comes the comparison I wish to make—apply it when reading. We read in such a way that we form a whole out of the individual letters, and that, when we have a line before us, for example, and have succeeded in grasping a whole internally with our consciousness through the individual letters and words, we have then solved the riddle that this line presented to us. It would never occur to us to say, for instance: Here is a B, an r, a 0, a t. I want to look at the B. This B, as such, doesn’t tell me anything in particular. Because it tells me nothing, I must search for what actually lies behind this B, and there I might come to realize that behind this B lies some mysterious otherworldly element that makes an impression on me and that the B conveys to me. - I don’t do that; instead, I look at the letters here and form a whole out of them: I read. Goethe approaches the phenomena of the external world in this way. He doesn’t take just any light phenomenon and philosophize about what vibrational states might lie behind it in some otherworldly realm. He does not use his intellect to speculate on what might lie behind the phenomena, but rather uses this intellect precisely for the same purpose for which we use it when we piece the letters together. Thus, he uses the intellect merely as a means to group the phenomena so that, in their combination, they can be read as if by themselves. Goethe thus uses reason in relation to the external physical-mineral-phenomenological world—I would say—as a cosmic means of reading. He does not speak at all of any “thing-in-itself”; he does not speak at all of anything that must be sought behind the phenomena and that lies behind them. Through this, however, starting from the primordial phenomenon, he arrives at a faithful understanding of the phenomena—which can be compared, for example, to the letters of the mineral-physical world—all the way to the more complex phenomena, which he either seeks in observation or constructs through experimentation. He interprets what is spread out in space and time and deliberately refrains from using his intellect to seek anything behind the phenomena; rather, he uses it either to observe the phenomena in such a way that they illuminate one another and express themselves as a whole, or to conduct experiments and devise experimental setups. For him, reason is nothing other than, first, that which designs the experimental setup, and second, that which brings the individual phenomena together so that the phenomena themselves can then reveal their meaning. By adopting such a way of viewing the phenomena—and making it more and more one’s own—and by striving, in this conception of the external world, to go even beyond Goethe—for he stood, after all, at the beginning of such a way of thinking—one acquires a certain sense of belonging, even an experience of oneness with the phenomena. One immerses oneself in the phenomena in a much more intense way than is the case when one immediately employs the intellect to, in effect, pierce through the phenomena and search behind them for all sorts of things that are, in the end, merely contrived. Of course, what I am saying always applies only to the contrived elements themselves.

[ 8 ] Es handelt sich darum, sich zu erziehen in Phänomenologie, sich zu erziehen in einem reinen Zusammenwachsen mit den Phänomenen der Außenwelt so, daß man nach und nach eigentlich ein ganz bestimmtes Gefühl bekommt über dieses Zusammengewachsensein. Wenn man, nachdem man sich in dieser Art angeeignet hat das Zusammengewachsensein mit den Phänomenen als solchen, dann sich an solche Phänomene der Außenwelt erinnert, dann tritt einem vor allen Dingen ein vollgesättigtes Bild in der Erinnerung auf, während man ja deutlich merkt, daß die Erinnerungsvorstellungen der meisten Leute unserer heutigen Kultur außerordentlich stark an die Wortvorstellungen gebunden sind. Indem man die Möglichkeit gewinnt, nicht an Wortvorstellungen sich zu halten, die doch im Grunde genommen die Erinnerung nur so gestalten, daß sie aus uns heraus den letzten Zusammenhang wie aus dem Unterbewußten in das Bewußtsein herein drängen, je mehr man dazu gelangt, bildhaft schon die Erinnerung zu haben, je mehr man zum Beispiel dazu gelangt - sagen wir, wenn man als bubiger Nichtsnutz dieses oder jenes Spiel getrieben hat, diese oder jene Neckerei ausgeführt hat-, daß man sich wirklich sieht im Bild, wie man das tut, wie man den anderen zupft — man sieht sich selber, wie man den anderen am Ohrläppchen nimmt, wie man ihm eine herunterhaut und so weiter —, wenn da nicht bloß verblaßte Erinnerungen auftreten, sondern tatsächlich scharf konturierte Bilder, denen gegenüber man aber die innere Freiheit so erhält, wie sonst den gewöhnlichen Erinnerungsvorstellungen gegenüber, und wenn man merkt, wie an solchem Erinnern die Interessiertheit an der Außenwelt wächst, wie, ich möchte sagen, das intime Zusammenleben mit allerlei kleinen Details der Außenwelt in diesen Bildern hereindringt in unser Bewußtsein, wenn wir, nicht deshalb, weil das unsere Erinnerungen sind, sondern weil sie auftreten, ich möchte sagen, so objektiv wie sonst ein Erlebnis — nicht wahr, Sie werden mich verstehen, wenn ich solche Ausdrücke gebrauche. Es geschieht aus dem Grunde, weil unsere Sprache heute eben noch nicht allgemein brauchbare Worte hergibt, und weil man durch allerlei groteske Worte versucht, gerade scharf hinzuweisen auf das, um was es sich hier handelt -: wenn wir in der Lage sind, das Gefühl zu haben, solche Erinnerungen streicheln zu können oder solche Erinnerungen furchtbar ärgern zu können, wenn überhaupt das Seelenleben so lebendig wird in solchen Bilderinnerungen, wie es werden kann, wenn das Erleben der Außenwelt selbst da ist, dann hat man die Kraft verstärkt, welche man braucht, um nun das, was imaginative Vorstellungen sind, in der richtigen Weise im Bewußtsein festzuhalten.

[ 8 ] The point is to train oneself in phenomenology, to train oneself in a pure fusion with the phenomena of the external world, so that one gradually develops a very specific sense of this fusion. Once one has, in this way, internalized this fusion with the phenomena as such, and then recalls such phenomena of the external world, what emerges in one’s memory above all is a fully saturated image—while one clearly notices that the mental images of most people in our contemporary culture are extraordinarily strongly bound to verbal concepts. As one gains the ability to avoid clinging to verbal concepts—which, after all, essentially shape memory only in such a way that they force the ultimate connection out of us, as if from the subconscious into consciousness—the more one comes to have a vivid, pictorial memory; the more one comes, for example, —let’s say, when as a boyish good-for-nothing you played this or that game, or engaged in this or that prank—that you truly see yourself in the image doing it, tugging at the other person—you see yourself grabbing the other person by the earlobe, giving him a slap, and so on— when it’s not just faded memories that surface, but actually sharply defined images—yet one retains the same inner freedom in relation to them as one does toward ordinary mental images of memories—and when one notices how, through such recollection, one’s interest in the outside world grows, how, I’d like to say, that intimate coexistence with all sorts of small details of the outside world in these images penetrates our consciousness—not because these are our memories, but because they arise—I’d like to say, as objectively as any other experience—won’t you understand me when I use such expressions? This happens because our language today simply does not yet provide generally usable words, and because people try, through all sorts of grotesque words, to point out precisely what is at stake here—: when we are able to feel as though we can caress such memories or terribly annoy them, when the inner life becomes as vivid in such visual memories as it can be—as it does when the experience of the external world itself is present—then we have strengthened the power we need to hold imaginative mental images in our consciousness in the proper way.

[ 9 ] Und dann kann man daran gehen, immer wieder und wiederum die Übung zu machen, solche Imaginationen fortzuschaffen, so daß man gewissermaßen in das leere Bewußtsein immer wieder und wiederum untertaucht. Es ist eine Übung, die außerdem in einem stark das Gefühl der inneren Freiheit lebendig macht, wenn man durch Willkür solche Vorstellungen im Bewußtsein präsent macht, dann wiederum herausschafft und auf diese Weise eine Art inneren Rhythmus im Meditieren, im Konzentrieren, im Aufstellen von Vorstellungen und Fortschaffen von Vorstellungen hervorruft. Man ruft dadurch eine starke innere Beweglichkeit der Seele hervor, das gerade Gegenteil jener Seelenverfassung, die bei Psychopathen jeglicher Art vorhanden ist. Es ist wirklich das genaue Gegenteil, und diejenigen, welche das, was ich hier eben beschreibe, mit irgendwelchen psychopathischen Zuständen vergleichen, zeigen nur, daß sie eben keine Vorstellung von der Sache haben.

[ 9 ] And then one can set about doing the exercise again and again—to dispel such imaginings—so that, in a sense, one repeatedly immerses oneself in empty consciousness. It is an exercise that also strongly awakens a sense of inner freedom: when one deliberately brings such mental images into consciousness, then removes them again, and in this way evokes a kind of inner rhythm in meditation, in concentration, and in the formation and removal of mental images. In doing so, one evokes a strong inner flexibility of the soul—the exact opposite of the state of mind found in psychopaths of any kind. It is truly the exact opposite, and those who compare what I have just described here to any kind of psychopathic condition merely demonstrate that they have no mental image of the matter.

[ 10 ] Wenn man dann dazu kommt, auf diese Weise das Vergessen auch zu verstärken, wenn man also dieselbe Tätigkeit, die sonst unwillkürlich im Vergessen ausgeübt wird, wenn man diese, sagen wir, negative Tätigkeit nun auch wirklich durch Willkür geregelt innerlich auszuüben vermag, dann erst merkt man, wie das, wovon man vorher wußte, es ist Bild der Wirklichkeit, es ist Imagination, jetzt erfüllt wird von dem, was uns zeigt: dasjenige, was da im Bilde auftritt, ist Realität, geistige Realität. Man ist gekommen bis zu jenem Abgrunde, der einem gewissermaßen von der anderen Seite des Daseins entgegenleuchten läßt die geistige Realität, die aller äußeren physisch-sinnlichen Realität eben doch mit eingegliedert ist. So sehen Sie, daß es eigentlich zunächst nötig ist, sich in klarer Art an der Außenwelt den Sinn anzueignen, den man haben muß, um ein richtiges Verhalten zu diesen Imaginationen zu haben. Wer über Phänomene nur spekulieren will, gewissermaßen sie durchstechen will und dahinter dasjenige, was erst die reale Wirklichkeit sein soll, erspekulieren will, der wird geschwächt in der Kraft des Festhaltens von Imaginationen und auch des Behandelns von Imaginationen.

[ 10 ] When one then comes to reinforce forgetting in this way—that is, when one is able to consciously and willfully carry out internally the very same activity that is otherwise performed involuntarily in the process of forgetting—only then does one realize how what one previously knew is an image of reality—it is imagination—is now filled with what reveals to us: that which appears in the image is reality, spiritual reality. One has arrived at that abyss from which, as it were, spiritual reality—which is, after all, integrated into all external, physical-sensory reality—shines out toward us from the other side of existence. So you see that it is actually necessary, first of all, to clearly grasp the meaning of the external world—the meaning one must possess in order to adopt the correct attitude toward these imaginations. Anyone who merely wishes to speculate about phenomena—to pierce through them, as it were, and to speculate about what lies behind them, which is supposed to be the true reality—will find their ability to hold onto imaginations and to deal with them weakened.

[ 11 ] Wenn man nunmehr dazu gelangt, überzugehen zu dem inspirierten Leben, das heißt, die Realität der geistigen Welt ebenso zu erleben, wie man sonst durch seine äußeren Sinne die physische Welt erlebt, dann tritt jenes Eigentümliche auf, durch das man sich sagt: Ja, eigentlich verstehst du jetzt erst dasjenige, was Erinnerung bedeutet. Erinnerung bedeutet eigentlich, daß deine an den Erlebnissen gewonnenen Vorstellungen in deinem Organismus untertauchen und da im Organismus tatsächlich — das ist vergleichsweise gesprochen, aber der Vergleich ist eine Art von Terminus, er ist mehr als ein Vergleich, er bezeichnet in gewisser Weise durchaus den Inhalt der Tatsache — wirken wie ein Spiegel in bezug auf die vor dem Spiegel befindlichen Gegenstände.

[ 11 ] When one now comes to transition to the inspired life—that is, to experience the reality of the spiritual world in the same way that one otherwise experiences the physical world through one’s external senses—then that peculiar phenomenon arises that makes one say: Yes, only now do you actually understand what memory means. Memory actually means that the mental images you have gained from your experiences sink into your organism and there—in a figurative sense, though the comparison is a kind of technical term; it is more than a mere comparison—function like a mirror in relation to the objects situated before it.

[ 12 ] Es wird aufgehalten dasjenige, was vorgestellt wird, von dem Organismus, während der Spiegel im Unterschied davon daran gebunden ist, das immer zurückzustrahlen, was vor ihm ist. So besteht für den Menschen die Möglichkeit, die Spiegelung in eine willkürliche zu verwandeln, das heißt, aus dem ganzen Organismus herausspiegeln zu lassen, vor allem aus dem Nervenorganismus heraus dasjenige, was er seiner Erinnerung anvertraut hat. Dadurch, können wir sagen, wird dasjenige, was als Vorstellungen aufgenommen ist von dem Organismus, festgehalten so, daß man nicht dahintersehen kann, wie man ja hinter den Spiegel auch nicht sehen kann. Man bekommt in der Tat den Eindruck: Indem du hinschaust innerlich auf deine Erinnerungen, mußt du dir sagen, der Umstand, daß du ein Erinnerungsvermögen hast, verhindert dich, dich in dich selbst hineinschauend zu versenken. Du kommst nicht in dein Inneres herein, wie du nicht hinter den Spiegel kommst mit deinem Sehen der gespiegelten Gegenstände.

[ 12 ] The mental image is retained by the organism, whereas the mirror, in contrast, is bound to always reflect whatever is in front of it. Thus, humans have the ability to transform the reflection into an arbitrary one—that is, to have the organism as a whole, and above all the nervous system, reflect back what they have entrusted to their memory. Through this, we can say, what has been taken in as mental images by the organism is retained in such a way that one cannot see beyond it, just as one cannot see behind a mirror. One does indeed get the impression: When you look inward at your memories, you must tell yourself that the very fact that you have a memory prevents you from immersing yourself in your inner self. You cannot enter your inner self, just as you cannot get behind the mirror with your vision of the reflected objects.

[ 13 ] Es ist dasjenige, was ich Ihnen sage, natürlich durch Vergleiche ausgesprochen. Aber die Vergleiche stellen eben wirklich auch den 'Tatbestand dar, und das, sehen Sie, merkt man daran, daß in dem Augenblicke, wo jetzt durch die Inspiration die Imaginationen sich einem als Bilder einer geistigen Realität zeigen, für diese Imaginationen der Spiegel wegfällt. Jetzt beginnt, wenn das imaginative Vorstellen zum inspirierten sich erhebt, die Möglichkeit, sich zu durchschauen, und da erst tritt einem das menschliche Innere entgegen in demjenigen, was eigentlich sein geistiger Aspekt ist. Aber was lernt man da kennen? Nun, man bekommt oftmals, und zwar von einem gewissen Gesichtspunkt aus durchaus mit Recht, wenn man solche Mystiker liest, sagen wir wie die Heilige Therese, wie Mechthild von Magdeburg und so weiter, außerordentlich schöne Vorstellungen, denen gegenüber man in eine wahrhaft devotionelle Stimmung kommen kann. Für den, der nun anfängt, das zu durchschauen, von dem ich eben jetzt hier gesprochen habe, hören gerade solche mystische Schauungen auf, dasjenige zu sein, was sie für den nebulosen Mystiker sehr häufig sind. Denn derjenige, der nicht durch ja auch im Grunde genommen abnorme Zustände, wie sie bei solchen Mystikern vorhanden sind, sondern durch Ausbildung seines Erkenntnisvermögens, wie ich es geschildert habe, zu dieser Innenschau kommt, der lernt nicht nur dasjenige so schildern, was er im Augenblick bekommt, wie es die Mechthild von Magdeburg oder die Heilige Therese und so weiter tun, sondern er lernt dasjenige erkennen, was das Innere der menschlichen Organisation ist. Mag das den nebulosen Mystikern noch so nüchtern erscheinen, was ich jetzt an Stelle ihrer mystischen Nebelbilder setze, das ist doch die Wahrheit, der man eigentlich zustreben muß, wenn man wirkliche Erkenntnis haben will, und nicht Berauschung in innerer Mystik. Man lernt jetzt erkennen, weil der Spiegel weg ist, man lernt innerlich anschauen Lunge, Zwerchfell, Leber, Magen. Man lernt die menschliche Organisation innerlich erkennen, und man lernt da auch erkennen, wie im Grunde genommen solche Mystiker wie Mechthild von Magdeburg oder wie die Heilige Therese auch, aber jetzt durch gewisse abnorme Zustände, das Innere schauten, nur daß sich ihnen dieses Innere im Schauen umgab mit allerlei Nebeln. Den Nebel schildern sie dann, durch den der wahre Geistesforscher durchdringen muß.

[ 13 ] It is precisely what I am telling you, expressed, of course, through comparisons. But the comparisons do, in fact, represent the “facts of the matter,” and—you see—this becomes evident in that, at the very moment when, through inspiration, the imaginations reveal themselves to one as images of a spiritual reality, the “mirror” ceases to exist for these imaginations. Now, when the mental image rises to the level of inspired vision, the possibility of seeing through oneself begins, and only then does one’s inner self appear in what is actually its spiritual aspect. But what does one come to know there? Well, when one reads such mystics—let’s say Saint Teresa, Mechthild of Magdeburg, and so on—one often encounters, and from a certain point of view quite rightly so, extraordinarily beautiful mental images that can evoke a truly devotional mood. For those who are now beginning to see through what I have just spoken of here, precisely such mystical visions cease to be what they very often are for the nebulous mystic. For those who arrive at this inner vision not through states that are, in essence, abnormal—as are found in such mystics—but through the development of their cognitive faculties, as I have described, reaches this inner vision—such a person learns not only to describe what he experiences in the moment, as Mechthild of Magdeburg or Saint Teresa and others do, but also to recognize the inner nature of the human organism. No matter how sober this may seem to the nebulous mystics—what I am now setting in place of their mystical, nebulous images—it is nonetheless the truth toward which one must actually strive if one wishes to attain true knowledge, rather than intoxication in inner mysticism. One now learns to recognize—because the mirror is gone—one learns to look inward at the lungs, the diaphragm, the liver, and the stomach. One learns to recognize the human organism from within, and in doing so one also comes to realize how, fundamentally speaking, mystics such as Mechthild of Magdeburg or Saint Teresa, too—though through certain abnormal states—beheld the inner world, only that for them this inner world was shrouded in all manner of mists as they gazed upon it. They then describe this mist, which the true researcher of the spirit must penetrate.

[ 14 ] Es ist ja natürlich für den Menschen, der auf solche Dinge nicht eingehen kann, etwas, ich möchte sagen, Schockierendes, wenn irgend jemandem — wir wollen das als Hypothese annehmen - vorgelesen würde ein erhabenes Kapitel aus der Mechthild von Magdeburg, und es würde ihm dann der wahre Geistesforscher sagen: Ja, das sieht man wirklich, wenn man darauf kommt, seine Leber oder seine Niere innerlich anzuschauen. — Aber es nützt nichts, es ist so. Ich sage für denjenigen, der die Sache anders haben möchte: Es nimmt sich die Sache so aus. — Aber für den, der die ganze Sache durchschaut, beginnt dann erst recht das richtige Verhältnis zu den eigentlichen Weltengeheimnissen. Denn er lernt jetzt erkennen, aus welchen tiefen Untergründen des Daseins gerade dasjenige hervorgegangen ist, was diese menschliche Organisation ist, und er lernt erkennen, wie wenig man weiß von menschlicher Leber, von menschlicher Niere, von anderen Organen ganz zu schweigen, wenn man bloß den Leichnam aufschneidet oder meinetwegen auch bei Operationen den lebendigen Menschen aufschneidet und von der einen Seite diese menschliche Organisation anschaut. Es ist eben durchaus die Möglichkeit vorhanden, nicht nur von dieser äußeren materiellen Seite die menschliche Organisation zu durchschauen, sondern sie innerlich zu durchschauen. Nur hat man dann geistige Entitäten im Bewußtsein, und man hat sogar solche geistige Entitäten im Bewußtsein, die einem zeigen, daß der Mensch, wie er da mit seiner Organisation steht, eben durchaus nicht ein so in der Welt alleinstehendes Wesen ist, das man umfassen kann, wenn man es eingeschlossen denkt in seiner Haut. Sondern im Grunde genommen ist, wenn auch in einem etwas anderen Sinne, die Sache so, daß man jetzt durch eine solche Erkenntnisart die Entdeckung macht, daß geradeso wie der Sauerstoff, den ich jetzt in mir habe, vorhin noch draußen war und jetzt in mir arbeitet, so ist, wenn auch ausgedehnt auf lange Zeiträume, dasjenige, was in mir als innere Organisation, als Leber, als Niere und so weiter arbeitet, aus dem Kosmos herausgestaltet, hängt zusammen mit dem Kosmos. Ich muß auf den Kosmos und seine Konstitution hinsehen, wenn ich verstehen will, was in Leber, Niere, Magen und so weiter lebt, wie ich auf den Kosmos hinsehen muß mit seiner Luft, wenn ich verstehen will, was eigentlich das ist als Substanz, was da in meiner Lunge arbeitet, dann in meine Blutzirkulation weiter allerlei trägt und so weiter. Man lernt eben nicht nur kennen, wenn man so durch wahre Geistesforschung vorrückt, etwa irgendwelche engbegrenzten Bilder der einzelnen menschlichen Organe, sondern man lernt Zusammenhänge erkennen, man schaut Zusammenhänge der menschlichen Organisation mit dem Kosmos.

[ 14 ] It is, of course, something—I would say—shocking for a person who cannot relate to such things if, hypothetically speaking, someone were to read aloud a sublime chapter from Mechthild of Magdeburg, and a true spiritual researcher were then to say to that person: “Yes, you can really see that when you come to look inward at your liver or your kidney.” — But it’s no use; that’s just how it is. To those who would prefer to see things differently, I say: That’s how it appears. — But for those who see through the whole matter, this is precisely where the true relationship to the actual mysteries of the world begins. For they now learn to recognize from which deep foundations of existence precisely that which is this human organism has emerged, and they come to realize how little one knows about the human liver, the human kidney—not to mention other organs—if one merely cuts open a corpse or, for that matter, cuts open a living person during surgery and views this human organism from only one side. It is indeed entirely possible not only to understand the human organism from this outer, material perspective, but also to understand it from within. Only then do you have spiritual entities in your consciousness—and you even have such spiritual entities in your consciousness that show you that the human being, as he stands there with his organism, is by no means a being standing entirely alone in the world, one that can be comprehended if you think of him as enclosed within his skin. Rather, fundamentally speaking—albeit in a somewhat different sense—the situation is such that through this kind of insight one discovers that just as the oxygen I now have within me was outside me a moment ago and is now at work within me, so too—albeit extended over long periods of time—is that which functions within me as my internal organization, as my liver, my kidneys, and so on: it is shaped from the cosmos and is connected to the cosmos. I must look to the cosmos and its constitution if I want to understand what lives in the liver, kidneys, stomach, and so on, just as I must look to the cosmos with its air if I want to understand what, in fact, is the substance that works in my lungs, then carries all sorts of things on into my blood circulation, and so on. When one advances in this way through true spiritual research, one does not merely come to know, for example, some narrowly defined images of individual human organs; rather, one learns to recognize connections—one observes the connections between the human organism and the cosmos.

[ 15 ] Jetzt ist es von ganz besonderer Wichtigkeit, daß man eines nicht übersieht, daß man zu einem Erlebnisse kommt, das ich Ihnen nur, ich möchte sagen, in seiner schlicht-symbolischen Weise hier im Bilde vorführen kann. Wenn wir dasjenige zusammennehmen, was wir in diesen Tagen und Stunden betrachtet haben, so können wir folgende Vorstellungen uns bilden. Unsere Sinne sind in gewisser Beziehung, wie ich gesagt habe, Golfe, durch welche die Außenwelt mit ihren Geschehnissen in uns hineinfließt. Dann setzen sich aber diese Sinne fort nach unserem Inneren, und ich habe Ihnen beschrieben, wie der Mensch dazu kommt, allmählich diese Tätigkeit, die ja mit Bezug auf das mehr gegenüber den Sinnen innen Gelegene vorhanden ist, subjektiv zu sehen — diese Tätigkeit, die gewirkt hat seit der Geburt auf das Nervensystem, dieses Formende, dieses Bildende -, wie er sie subjektiv als die Rückschau auf das Leben hat, als Lebenspanorama, wie er da entdeckt in der Konfiguration des Nervensystems, daß dieses Nervensystem selbst die äußerlich realisierten, physisch-sinnlich realisierten Bilder desjenigen darstellt, was eigentlich seelisch-geistig ist, so daß man sagen kann, man erlebt die Imagination und man erlebt dann, wie die Imagination sich auslebt im Formen der Nervensubstanz. Natürlich ist das nicht so im groben Sinne zu nehmen, weil ja die Nervensubstanz auch schon bearbeitet wurde vor der Geburt. Ich werde darauf morgen noch zu sprechen kommen. Aber im wesentlichen gilt doch das, was ich sage. So daß wir also sagen können: Ja, da hinein setzt sich also die Tätigkeit fort, man merkt ganz genau, wie sich da die Tätigkeit fortsetzt. Es ist diejenige Tätigkeit, die sich gewissermaßen eingräbt in das Nervensystem. Für diejenigen Teile des Nervensystems, die fertig ausgebildet sind, ist dieses Eingraben ein Durchlaufen der Nervenbahnen, für dasjenige, was namentlich im Kindesalter noch plastisch ist, ist es ein wirkliches Ausplastizieren, ein noch aus den Imaginationen heraus erfolgendes Bilden. Dem steht dann gegenüber das übrige der menschlichen Organisation, von dem ich noch sprechen werde, dasjenige, was Träger ist der Muskeln, Träger der Knochen und so weiter oder andere Träger desjenigen, was das Nervensystem ist, das Ganze des organischen Gewebes. Dann aber kann man folgendes erleben, und um Ihnen noch klarer zu machen, wie dieses Erlebnis ist, möchte ich Ihnen von folgendem sprechen.

[ 15 ] Now it is of the utmost importance not to overlook one thing: that we arrive at an experience which I can only, I would say, present to you here in a simple, symbolic way through this image. If we take together what we have been considering in these days and hours, we can form the following mental images. Our senses are, in a certain sense—as I have said—channels through which the external world, with all its events, flows into us. But these senses then extend into our inner being, and I have described to you how a person comes to gradually perceive subjectively this activity—which, after all, exists in relation to what lies deeper within than the senses—this activity that has been acting on the nervous system since birth, shaping and forming it—how a person experiences it subjectively as a retrospective view of life, as a panorama of life, how they discover there, in the configuration of the nervous system, that this nervous system itself represents the externally realized, physically and sensually realized images of that which is actually soul-spiritual, so that one can say: one experiences imagination, and one then experiences how imagination plays itself out in the formation of the nervous substance. Of course, this is not to be taken in a literal sense, because the nervous substance has already been shaped before birth. I will return to this tomorrow. But essentially, what I am saying holds true. So we can say: Yes, the activity continues there; one notices quite clearly how the activity continues there. It is the activity that, so to speak, carves itself into the nervous system. For those parts of the nervous system that are fully developed, this carving involves a process of traversing the nerve pathways; for those parts that are still malleable—particularly during childhood—it is a genuine process of shaping, a formation that still arises from the imaginations. This is contrasted by the rest of the human organism—which I will discuss later—namely, that which serves as the support for the muscles, the bones, and so on, or other supports for the nervous system: the entirety of the organic tissue. But then one can experience the following, and to make this experience even clearer to you, I would like to speak to you about the following.

[ 16 ] Ich habe einmal vorgetragen für die Anthroposophische Gesellschaft dasjenige, was ich genannt habe in den Vorträgen «Anthroposophie». Ich habe damals soviel vorgetragen von dieser Anthroposophie, als sich eben meiner Geistesforschung ergeben hatte. Es wurden dann diese Vorträge gedruckt verlangt, und ich ging daran, die Sache niederzuschreiben. Im Niederschreiben wurde wiederum etwas anderes daraus. Nicht daß irgend etwas in dem, was zuerst gegeben war, verändert worden wäre, sondern es wurde nur notwendig, einiges hinzuzufügen, was weitere Erklärungen abgab. Aber es wurde auch nötig, die Sache noch genauer zu formulieren. Das nahm ein Jahr in Anspruch. Nun kam wiederum eine Gelegenheit. Es wurde wiederum die Generalversammlung in der Gesellschaft abgehalten. Da sagten denn die Leute, bei der Generalversammlung sollten nun doch die «anthroposophischen» Vorträge verkauft werden, also müßten sie fertig werden. Ich hatte dann angekündigt für diese nächste Generalversammlung einen anderen Vortragszyklus, und verschickte die ersten Bogen dieser «Anthroposophie» an die Druckerei. Sie wurden auch sofort gedruckt. Ich dachte, ich würde nun weiterschreiben können. Ich schrieb auch eine Zeitlang weiter. Aber es ergab sich immer mehr und mehr die Notwendigkeit, weiteres hinzuzufügen zu den genaueren Erklärungen. Das ganze endete dann damit, daß eine ganze Anzahl von Bogen gedruckt waren. Bis dahin hatte ich geschrieben. Ein Bogen kam dann so, daß die sechzehn Seiten nicht mehr voll wurden, sondern nur noch, ich glaube, dreizehn oder vierzehn voll waren. Die anderen waren weiß, und ich sollte weiterschreiben. Mittlerweile hatte sich mir ergeben — es gab auch andere Gründe für das ganze, aber ich will jetzt einen der Gründe, die das Ereignis hervorgerufen haben, eben jetzt mit Bezug auf das, um was es sich hier handelt, Ihnen anführen — es kam die Zeit, in der ich mir sagte: Um die Sache nun wirklich so, wie ich sie jetzt nach einem Jahre haben müßte und haben will, zu Ende zu führen, dazu ist es notwendig, nun im genaueren auszubilden eine gewisse Vorstellungsweise, eine besondere Ausarbeitung des imaginativen, inspirierten Erkennens, und gerade mit Bezug auf diese anthroposophischen Fragen diese Erkenntnisart anzuwenden. Da ging ich denn daran, erst etwas Negatives zu machen: die ganze «Anthroposophie» liegen zu lassen. Sie liegt heute noch so, wie sie dazumal, viele Bogen schon, gedruckt war, und ich dachte daran, zunächst eben die Fortsetzung nun auch wirklich zu erforschen. Da machte ich dann gründlich Bekanntschaft mit etwas, was ich Ihnen jetzt schildern möchte. Ich kann es Ihnen nur schematisch schildern. Aber dasjenige, was ich Ihnen schematisch schildere, ist eine große Summe von inneren Erlebnissen, die eigentlich Erkenntnismethoden in der Erforschung des Menschen sind.

[ 16 ] I once gave a lecture for the Anthroposophical Society on what I had referred to in my lectures as “Anthroposophy.” At that time, I presented as much of this anthroposophy as had emerged from my spiritual research. There was then a demand for these lectures to be printed, and I set about writing them down. In the process of writing them down, however, something else emerged. Not that anything in what had been presented initially had been changed, but it simply became necessary to add a few things that provided further explanations. But it also became necessary to formulate the material even more precisely. That took a year. Then another opportunity arose. The Society’s General Assembly was held once again. At that time, people said that the “anthroposophical” lectures should indeed be sold at the General Assembly, so they had to be completed. I had then announced a different lecture series for this next General Assembly and sent the first sheets of this Anthroposophy to the printer. They were printed immediately. I thought I would now be able to continue writing. I did continue writing for a while. But it became increasingly necessary to add more to the more detailed explanations. It all ended with a whole number of sheets having been printed. I had written up to that point. One sheet turned out such that the sixteen pages were no longer filled; instead, I believe only thirteen or fourteen were filled. The others were blank, and I was supposed to keep writing. In the meantime, it had become clear to me—there were other reasons for all of this as well, but I want to mention one of the reasons that led to this event, specifically in relation to what we’re discussing here—the time came when I said to myself: “In order to truly bring this matter to a conclusion as I ought to and wish to have it now, a year later, it is necessary to develop more precisely a certain mode of thinking—a specific elaboration of imaginative, inspired cognition—and to apply this mode of cognition specifically to these anthroposophical questions.” So I set about doing something negative first: setting aside the entire “Anthroposophy.” It still lies there today, just as it was printed back then—many sheets already—and I thought I would first really explore the continuation. Then I became thoroughly acquainted with something I would now like to describe to you. I can only describe it to you schematically. But what I am describing schematically to you is a vast sum of inner experiences that are, in fact, methods of knowledge in the study of the human being.

[ 17 ] Es zeigte sich nämlich immer klarer und klarer, daß man eine Anthroposophie, wie sie dazumal intendiert war, erst dann vollenden kann, wenn man innerlich anschauend darauf kommt zu sehen, wie man dasjenige, was man da wirklich in innerer Schau als geistig-seelische Tätigkeit arbeitend im Nervensystem erblickt, so weit fortsetzen kann, bis man innerlich hier an einen Punkt kommt - der Punkt ist eigentlich eine Linie, die in vertikaler Richtung liegt, aber ich will hier die Sache nur schematisch geben, der Punkt liegt für gewisse Erscheinungen weiter oben, dann weiter tiefer und so weiter, das im einzelnen zu schildern wird vielleicht bei diesen Vorträgen nicht möglich sein, ich will nur gewissermaßen einen Querschnitt durch das ganze führen -, bis man zu diesem Punkt kommt, wo man dann deutlich merkt, die ganze von außen nach innen vorrückende geistig-seelische Tätigkeit, die man erfaßt im Imaginieren und Inspirieren, die kreuzt sich. Aber indem sie sich kreuzt, ist man dann nicht mehr frei in der Ausübung dieser Tätigkeit. Man ist ja vorher auch nicht ganz frei, wie ich geschildert habe. Jetzt wird man noch unfreier. Man merkt, daß das ganze eine Veränderung erfährt. Man läuft ein in ein stärkeres Festgehaltenwerden im imaginativ-inspirierten Vorstellen. Konkret gesprochen, wenn man dasjenige, was Sinneswahrnehmung und deren verstandesmäßige Fortsetzung für das Auge ist, im imaginativ-inspirierten Vorstellen auffaßt und dadurch zu der Imagination des Sehorgans kommt, wenn man also dazu kommt, durch Imagination, die durchinspiriert ist, das Sehorgan aufzufassen, dann setzt sich diese Tätigkeit nach dem Inneren fort, dann tritt hier eine Kreuzung ein, und dann umfaßt man mit der Tätigkeit, mit der man erst hier das Auge umfaßt hat, ein anderes Organ. Es ist im wesentlichen die Niere.

[ 17 ] It became increasingly clear, in fact, that anthroposophy, as it was originally intended, can only be brought to completion when one comes to see, through inner contemplation, how what one truly perceives in inner vision as a spiritual-soul activity at work within the nervous system can be continued to the point where one reaches a certain point internally —the point is actually a line lying in a vertical direction, but I want to present the matter here only schematically; for certain phenomena, the point lies higher up, then lower down, and so on; it may not be possible to describe this in detail during these lectures, I simply wish to provide, so to speak, a cross-section of the whole—until one reaches this point where one then clearly perceives that the entire spiritual-soul activity advancing from the outside toward the inside—which one grasps through imagination and inspiration—intersects. But as it intersects, one is then no longer free in the exercise of this activity. One is, of course, not entirely free beforehand either, as I have described. Now one becomes even less free. One notices that the whole process undergoes a change. One becomes increasingly constrained within imaginative-inspired mental images. To put it concretely: when one grasps, in imaginative-inspired mental image, that which is sensory perception and its intellectual continuation for the eye—and thereby arrives at the imagination of the organ of sight—that is, when one comes to grasp the organ of sight through imagination that is inspired from within—then this activity continues inward; a crossing occurs here, and then, with the activity by which one has just encompassed the eye here, one encompasses another organ. It is essentially the kidney.

[ 18 ] Und so für die anderen Organe. Man findet immer, wenn man diese imaginativ-inspirierte Tätigkeit nach dem Inneren des Menschen fortsetzt, daß man dasjenige, was eben schon fertige Organe sind - in ihrer Anlage wenigstens vollständig fertig, wenn der Mensch geboren ist —, gewissermaßen umgreift mit dieser inspirierten Imagination und so zur wirklichen Innenschau des menschlichen Organismus vorrückt. Es ist eine ganz besondere Schwierigkeit, und da ich dazumal nun nicht bloß das Buch fertigschreiben sollte, sondern nun noch einen anderen Vortragszyklus, der wiederum Forschungen nötig hatte, halten sollte, so können Sie sich denken, daß es nicht leicht war, mit dieser damals ausgebildeten Methode - es ist jetzt viele Jahre her — dazumal fertig zu werden.

[ 18 ] And so on for the other organs. Whenever one continues this imaginative, inspired activity into the inner being of the human being, one finds that one, as it were, encompasses with this inspired imagination those things that are already fully formed organs—at least completely formed in their structure by the time a human being is born—and thus advances toward a true inner vision of the human organism. It is a very particular difficulty, and since at that time I was not only supposed to finish writing the book but also to give another series of lectures—which in turn required further research—you can imagine that it was not easy to complete this work using the method I had developed back then—it has been many years now.

[ 19 ] Ich muß nur noch erwähnen, die Schwierigkeit besteht nämlich darin, daß man zunächst immerfort zurückgeworfen wird. Dieses wirkliche Fortsetzen ist etwas, wo man schon die innere Kraft sehr zusammenhalten muß, wenn man es zuwege bringen soll. Man muß tatsächlich sich immer wieder und wiederum vornehmen, ich möchte sagen, die Kraft des Vorstellens, des inneren Arbeitens in der Seele an der Liebe zur äußeren Natur zu verstärken, intensiver zu machen. Sonst wird man immer leicht einfach zurückgeschlagen. Man merkt, man geht in sich hinein, aber man wird immer wieder zurückgestoßen, und man bekommt eigentlich statt etwas, was ich mit dieser Innenschau bezeichnen möchte, dieses, was nicht richtig ist. Man muß das überwinden, was sich da als ein Zurückschlagen entwickelt.

[ 19 ] I just need to mention that the difficulty lies in the fact that, at first, one is constantly set back. This true continuation is something that requires a great deal of inner strength to sustain if one is to succeed. One must, in fact, resolve again and again—I would say—to strengthen and intensify the power of mental images, of the inner work within the soul, in relation to love for external nature. Otherwise, one is easily and simply pushed back. You notice that you are turning inward, but you are pushed back again and again, and instead of what I would call this “inner contemplation,” you actually end up with something that is not quite right. You must overcome what develops there as a kind of pushback.

[ 20 ] Nun, ich wollte Ihnen die Geschichte erzählen aus dem Grunde, damit Sie sehen, daß der Geistesforscher schon hinweisen kann auf diejenigen Momente, wo er mit gewissen Problemen der Geistesforschung ringt. Leider ist ja in den Jahren, die dann auf das Ereignis gefolgt sind, das ich erzählt habe, meine Zeit durch alles mögliche insbesondere in den letzten Jahren so ausgefüllt worden, daß dasjenige, was ich als eine besonders notwendige, eigentlich unerläßliche Tätigkeit bezeichnen müßte, das Zuendeschreiben dieser «Anthroposophie», nicht hat zustande kommen können. Denn jedesmal, wenn sich ein bißchen die Aussicht bietet, daß die «Anthroposophie» weiter gefördert werden soll, dann werde ich zu dem oder jenem geholt, dann ist das oder jenes notwendig, dann muß in diesem oder jenem Gebiet unserer jetzigen Tätigkeit diese oder jene Sitzung gehalten werden. Das sind alles Dinge, die durchaus selbstverständlich auch notwendig sind. Aber einiges wäre schon zu tun, wenn die Anzahl der Persönlichkeiten immer größer und größer würde, welche mit uns an den anthroposophischen und sozialen Aufgaben arbeiten würden, damit die wenigen Persönlichkeiten, die heute im Zentrum wirklich eigentlich Kräfte aufwenden müssen, die sie gar nicht haben, erstens in fruchtbarer Arbeit sich entfalten könnten, und dann auch, damit sie ein wenig — was sie sehr nötig haben! — entlastet würden. Wir haben es gar sehr notwendig, daß namentlich all das Unsachliche, dasjenige, was sich in solchen Dingen abspielt, wie Sie sie gerade während Ihrer jetzigen Anwesenheit beobachten können, was zutage tritt bei solchen Schmutzlingen, wie sie sich jetzt als Verleumder ringsherum geltend machen, was aber doch eben eine Abwehr notwendig macht in unserer jetzigen Zeit, wo die Menschen, die frei sein wollen, so suggestiv beeinflußbar sind durch solche Negationen des Lebens, es wäre schon notwendig, daß wir Unterstützung erhielten in demjenigen, was zur Herausarbeitung anthroposophischer Weltanschauung und zum Hineinfließenlassen anthroposophischen Denkens in das soziale Leben notwendig ist. Sehen Sie, wenn Sie sich vorstellen, wie auf diese Weise im Grunde genommen hier oben dasjenige erschaut wird in einer, ich möchte sagen, mehr in der Abstraktheit festgehaltenen Form, was unten in ein Organ, in die Umklammerung eines Organs, das schon konkret da ist, sich einspinnt, dann werden Sie auch ermessen können, daß tatsächlich in einem solchen Durchschauen des menschlichen Organismus etwas liegt, was die Brücke schlagen kann auch zu den praktischen Betätigungen, die in dem Betrachten des Menschen und seines Verhältnisses zur Welt ihre Grundlage haben müssen. Ich habe Sie in anderem Zusammenhange schon darauf aufmerksam gemacht, wie man erkennen lernt, indem man einfach die Imagination in sich ausbildet, nicht nur die Sinnessphäre und ihre Fortsetzung in das Nervensystem hinein, sondern auch die Pflanzenwelt. Indem man zur Inspiration vorschreitet und dann ein solches Geistesforschen entfalten kann, lernt man zunächst die ganzen in der Tierwelt wirkenden Kräfte kennen. Man lernt aber auch manchen andere kennen, was in der Tierwelt nur seinen äußeren physisch-sinnlichen Ausdruck hat. Man lernt erkennen die Natur des Atmungssystems, begreift die äußere Gestalt dieses Atmungssystems aus diesen Verhältnissen heraus. Diese äußere Gestalt des Atmung- sund Zirkulationssystems ist nicht in unmittelbarer Weise ähnlich in ihrer äußeren Konfiguration dem Vorstellungsleben wie das Nervensystem, von dem ich Ihnen gestern hier zeigte, daß es so ähnlich ist, daß? zwei auf verschiedenen Standpunkten stehende Leute ähnliche Bilder hinzeichnen konnten. Indem man so kennenlernt, parallel laufend die äußere Welt in ihren verschiedenen Reichen und den Menschen innerlich - und ich will morgen hinzufügen, was alles dieses innerliche Erkennen gibt für das weitere Durchschauen der ganzen menschlichen Wesenheit und Natur — und wenn man so den Menschen kennenlernt in seinem Zusammenhang mit seiner Umgebung, eröffnet sich eben sehr vieles, was an Beziehungen vorhanden ist vom Menschen zu seiner Umgebung. Es eröffnet sich zum Beispiel vor allen Dingen die Möglichkeit, die Wesenheit eines Organs, den Zusammenhang dieses Organs mit dem, was draußen im Reiche der Natur ist, auf diese Weise zu durchschauen, und dadurch auf rationelle Weise den Übergang zu finden von einer vergeistigten Physiologie zu einer wirklichen Therapie. Da gibt sich die Möglichkeit, dasjenige wieder auszubilden, was einstmals durch ein instinktives innerliches Anschauen gewonnen worden ist. Ich habe gesprochen vom Jogasystem, und ich könnte andere, ältere Systeme anführen, durch die auf instinktive, kindliche Art der Zusammenhang des Menschen mit der Umgebung geschaut worden ist. Im Grunde genommen rühren aus dieser Zeit noch therapeutische Anweisungen her, die vielleicht heute etwas verändert, aber noch immer zu dem Fruchtbarsten in der Therapie gehören. Die Therapie auszugestalten in einer Weise, wie wir sie brauchen, wird nur auf geisteswissenschaftlichem Wege möglich sein, und es wird durch das Durchschauen des Zusammenhangs der menschlichen Organe mit dem Kosmos wirklich dasjenige herauskommen, was eine nun nicht bloß aufäußerliches Experimentieren, sondern aufinnerliches Anschauen gegründete Medizin ist.

[ 20 ] Well, I wanted to tell you this story so that you can see that the spiritual researcher is already able to point out those moments when he is grappling with certain problems in spiritual research. Unfortunately, in the years that followed the event I described, my time has been so filled with all sorts of things—especially in recent years—that what I would have to describe as a particularly necessary, indeed indispensable, task—the completion of this Anthroposophy—has not been possible. For every time there is even the slightest prospect that Anthroposophy might be further advanced, I am called upon for this or that; then this or that becomes necessary; then this or that meeting must be held in this or that area of our current work. These are all things that are, of course, necessary in their own right. But there is certainly work to be done, especially as the number of people working with us on anthroposophical and social tasks continues to grow, so that the few individuals who today at the Center are actually forced to expend energy they do not really have might, first of all, be able to develop their abilities through fruitful work, and secondly, so that they might be relieved of some of their burden—which they very much need! We have a very great need to address, in particular, all that which is unobjective—that which plays out in such matters as you can observe right now during your current visit, that which comes to light through such scoundrels as are now asserting themselves all around us as slanderers—but which nevertheless necessitates a defense in our present time, when people who wish to be free are so easily influenced by such negations of life—it would indeed be necessary for us to receive support in what is required to develop the anthroposophical worldview and to allow anthroposophical thought to flow into social life. You see, if you create a mental image of how, in this way, what is essentially perceived up here—in a form, I might say, held more firmly in abstraction—weaves itself down into an organ, into the embrace of an organ that is already concretely present, then you will also be able to appreciate that there is indeed something in such an insight into the human organism that can build a bridge to practical activities, which must have their foundation in the contemplation of the human being and his relationship to the world. I have already drawn your attention in another context to how one learns to perceive—simply by cultivating imagination within oneself—not only the sensory sphere and its extension into the nervous system, but also the plant world. By progressing to inspiration and then being able to unfold such spiritual research, one first comes to know all the forces at work in the animal world. But one also comes to know many other things that find only their outer, physical-sensory expression in the animal world. One learns to recognize the nature of the respiratory system and to understand the outer form of this respiratory system based on these relationships. This external form of the respiratory and circulatory systems is not, in its external configuration, as directly similar to the life of the imagination as the nervous system is—which, as I showed you here yesterday, is so similar that two people standing at different vantage points could draw similar pictures. By coming to know, in parallel, the external world in its various realms and the human being from within—and tomorrow I will add what this inner understanding contributes to a deeper insight into the entire human being and nature—and when one comes to know the human being in this way in relation to their surroundings, a great many relationships between the human being and their environment are revealed. Above all, for example, this opens up the possibility of gaining insight in this way into the nature of an organ and its connection to what exists outside in the realm of nature, and thereby finding a rational path from a spiritualized physiology to a genuine therapy. This offers the opportunity to re-cultivate what was once gained through an instinctive, inner contemplation. I have spoken of the yoga system, and I could cite other, older systems through which the connection between the human being and the environment was viewed in an instinctive, childlike way. In essence, therapeutic guidelines still stem from this era; though perhaps somewhat modified today, they remain among the most fruitful in therapy. Shaping therapy in the way we need it will only be possible through the Spiritual Sciences, and by gaining insight into the connection between the human organs and the cosmos, what will truly emerge is a form of medicine based not merely on external experimentation but on inner contemplation.

[ 21 ] Das wollte ich Ihnen nur als Beispiel dafür anführen, wie Geisteswissenschaft befruchtend in die einzelnen Wissenschaften hineinwirken muß. Wie dies heute nötig ist, das zeigt sich daran, wie auf der anderen Seite durch die äußerliche, empirische Forschung, die ja wirklich nicht müßig war, sondern ihrerseits das, was eben auf ihrem Boden möglich war, in großartiger Weise geleistet hat, überall Fragen aufgeworfen werden. Man nehme nur die äußere Physiologie, die äußere Pathologie und so weiter, die Fragen sind überall da. Derjenige, der mit hellen Sinnen die Sachen heute studiert, weiß, die Fragen sind da. Sie heischen Antwort, wie es schießlich auch auf dem Felde des äußeren Lebens ist. Die großen Fragen sind da. Sie heischen Antwort. Nun wohl, Geisteswissenschaft will nicht übersehen dasjenige, was Großes, Triumphales in den anderen Wissenschaften vorliegt. Sie will aber auch ihrerseits studieren, was für Fragen sich daraus ergeben, und sie will ihrerseits so exakt, wie das in den anderen Wissenschaften gelehrt werden kann, auf den Weg sich begeben zur Lösung desjenigen, was, auch für die sinnlich-empirische Forschung, doch nur durch geistige Forschung gefunden werden kann! Davon dann morgen weiter.

[ 21 ] I just wanted to cite this as an example of how Spiritual Science must have a stimulating effect on the individual sciences. Just how necessary this is today is evident from the fact that, on the other hand, external, empirical research—which has certainly not been idle, but has in its own way achieved magnificent results within the scope of what was possible on its own ground—is raising questions everywhere. Take, for example, external physiology, external pathology, and so on; the questions are everywhere. Anyone who studies these matters today with a clear mind knows that the questions are there. They demand answers, just as they ultimately do in the realm of external life. The great questions are there. They demand answers. Well then, Spiritual Science does not wish to overlook the great and triumphant achievements found in the other sciences. But it also seeks, for its part, to study the questions that arise from them, and it seeks, for its part, as precisely as can be taught in the other sciences, to set out on the path toward solving that which—even for sensory-empirical research—can ultimately be found only through spiritual research! More on this tomorrow.