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Man's Life on Earth and
the Essence of Christianity
GA 349

4 April 1923, Dornach

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7. Die Gliederung der menschlichen Wesenheit

7. The Structure of the Human Being

[ 1 ] Meine Herren! Wissenschaft will nur dasjenige gelten lassen, was man mit Augen sehen, mit Händen greifen kann. Es gehört eine besondere Fähigkeit dazu, auch das zu erforschen, was man nicht mit Augen sehen, mit Händen greifen kann, und diese Fähigkeit will man sich nicht erwerben. Die mittelalterliche Glaubenswissenschaft hat gesagt, man habe eine Wissenschaft für alles, was irdisch ist, und eine Glaubenslehre, und das ist das, was in der Schrift steht. Und noch heute stehen die Menschen auf diesem Standpunkt. Die Menschen wollen sich nicht mehr getrauen, eine Wissenschaft zu haben, die sich nicht mit Händen greifen läßt, weil sie eigentlich über eine Wissenschaft, die sich mit Händen greifen läßt, noch nicht hinausgekommen sind. Ich möchte Ihnen das, was ich Ihnen gesagt habe, ein bißchen erklären durch etwas, das ja für die heutige Zeit schon alt ist; aber in bezug auf diese Dinge ist gerade im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts das Ausschlaggebende geschehen. Ich brauche Ihnen nur die letzten Sätze eines Buches vorzulesen, so werden Sie gleich sehen, wie die heutige Wissenschaft gesinnt ist in dieser Beziehung. Sie sagt: Über die Grenzen unseres Erkennens hinaus führt uns kein Weg. In die pfadlose... (Lücke in der Nachschrift) können wir uns nur von der unerschöpflichen Hoffnung tragen lassen in mystisch süßem Halbschlummer, auf den Fittichen der Phantasie - und so weiter.

[ 1 ] Gentlemen! Science is willing to accept only what can be seen with the eyes and touched with the hands. It takes a special ability to investigate even that which cannot be seen with the eyes or touched with the hands, and people are unwilling to acquire this ability. Medieval theology held that there was a science for everything earthly, and a doctrine of faith—which is what is written in Scripture. And even today, people still hold this view. People no longer dare to embrace a science that cannot be grasped with the hands, because they have not yet moved beyond a science that can be grasped with the hands. I would like to explain what I have told you a little further through something that is, of course, already old by today’s standards; but with regard to these matters, the decisive developments occurred precisely in the last third of the 19th century. I need only read you the final sentences of a book, and you will immediately see what the attitude of modern science is in this regard. It says: There is no path that leads us beyond the limits of our knowledge. Into the pathless... (gap in the postscript) we can only let ourselves be carried by inexhaustible hope in a mystically sweet half-sleep, on the wings of imagination—and so on.

[ 2 ] Also was sagt der Herr? Er sagt: Dasjenige, was man mit Händen greifen kann, das ist Wissenschaft. Das andere ist ein Gebilde der Phantasie. Das kann jeder Mensch sich vormachen und vormachen lassen, eine Phantasie, denn über all das kann man ja gar nichts wissen. Und wenn sich die Menschen trösten mit allerlei übersinnlichen Dingen, nun, so braucht man ihnen das nicht zu nehmen.

[ 2 ] So what does the Lord say? He says: That which can be grasped with one’s hands—that is science. The rest is a figment of the imagination. Everyone can imagine this—or be led to imagine it—because, after all, we can know nothing about any of it. And if people find comfort in all sorts of supernatural things, well, there’s no need to take that away from them.

[ 3 ] Es ist geradezu schrecklich, in welche Verworrenheit diese Sache hineingekommen ist. Aber nun möchte ich Ihnen zeigen, daß diese Herrschaften überhaupt mit dieser Wissenschaft das Denken verlernt haben. Das möchte ich Ihnen gerade mit einer anderen Stelle dieses Buches zeigen. Denn was tut der Herr, der also alles dasjenige, was man nicht mit Händen greifen kann, in das Gebiet der Glaubensvorstellungen schiebt? Er sagt: Von einem Ich, das eigentlich als ein ewiges Ich im Menschen wohnen soll, zu sprechen, ist eigentlich ein wissenschaftlicher Unsinn, denn das Ich ist ja nur die Zusammenfassung von all dem, was sonst in uns ist. Wir sind gewohnt, vom Anfang bis zum Ende alles, was wir vorstellen, was wir fühlen, zusammenzufassen zu einem Ganzen. Und dann, wenn wir es zu einem Ganzen zusammengefaßt haben, dann sagen wir dazu Ich. - So sagt der Herr.

[ 3 ] It is truly appalling to see the confusion this matter has descended into. But now I would like to show you that these people have completely lost the ability to think when it comes to this science. I’d like to demonstrate this to you with another passage from this book. For what does this gentleman do—who pushes everything that cannot be grasped with the hands into the realm of religious belief? He says: To speak of a “self” that is supposed to dwell within a person as an eternal self is, in fact, scientific nonsense, for the “self” is merely the synthesis of everything else that is within us. We are accustomed, from beginning to end, to synthesizing all the mental images and feelings we have into a single whole. And then, once we have synthesized it into a single whole, we call it the “I.”—So says the Lord.

[ 4 ] Nun will er das aber anschaulich machen. Er will anschaulich machen, daß man unter dem Worte Ich wirklich nur zusammenfaßt alles das, was man erlebt. Denn dann ist das Ich ja ein bloßes Wort, wenn man nur so zusammenfaßt. Da macht er einen Vergleich. Er vergleicht nämlich all das, was der Mensch erlebt, mit einer Heeresmasse, mit einer Kompanie Soldaten. Also was ich in der Jugend erlebt habe als Kind, was ich da gespielt habe, was ich gefühlt habe am Spiel, das ist der eine Trupp Soldaten; was ich ein bißchen später erlebt habe, ist der andere Trupp Soldaten und so weiter; bis zum heutigen Tage fasse ich alles das zusammen, wie die einzelnen Soldaten zu einer Kompanie zusammengefaßt werden, und sage dazu Ich. - So sagt er. Also er vergleicht alle die einzelnen Seelenerlebnisse mit einer Kompanie Soldaten, und die faßt er zusammen, wie man da zusammenfaßt, und sagt nicht, der Müller und der Lehmann und so weiter, sondern sagt: Die Kompanie 12 und so weiter. So faßt er alles, was man in der Seele erlebt als Ich, zu einer Kompanie Soldaten zusammen. Dann sagt er weiter: «Dagegen muß hier noch ein Wort gesagt werden über das Ich, sofern man darunter auch den Umstand verstehen kann, daß der Mensch sich von der Lebensperiode ab, wo ein Bewußtsein einigermaßen entwickelt ist, stets als dieselbe Persönlichkeit, als dasselbe Ich fühlt.» Er sagt also: Man muß dem Menschen das endlich abgewöhnen, daß er sich als ein Ich fühlt, man muß ihm angewöhnen, daß das nur so ist, wie wenn man eine Kompanie Soldaten zusammenfaßt.

[ 4 ] Now, however, he wants to illustrate this. He wants to show that the word “I” really just serves to summarize everything one experiences. For then the “I” is merely a word, if one merely summarizes it in this way. So he draws a comparison. He compares everything a person experiences to a military unit, to a company of soldiers. So what I experienced in my youth as a child—what I played, what I felt while playing—that is one squad of soldiers; what I experienced a little later is another squad of soldiers, and so on; up to the present day, I summarize all of this—just as the individual soldiers are grouped together into a company—and call it the “I.”—That’s what he says. So he compares all the individual experiences of the soul to a company of soldiers, and he summarizes them just as one would group them together, not saying “Müller” and “Lehmann” and so on, but rather: “Company 12” and so on. In this way, he groups everything experienced in the soul as the “I” into a company of soldiers. Then he goes on to say: “On the other hand, a word must be said here about the ‘I,’ insofar as this can also be understood to mean the fact that, from the period of life when consciousness is somewhat developed, a person always feels themselves to be the same personality, the same ‘I.’” So he says: We must finally wean people from feeling that they are an “I”; we must accustom them to the idea that this is merely like grouping a company of soldiers together.

[ 5 ] «Diese Tatsache dürfte, von unserem Standpunkte aus betrachtet, etwas besonders Überraschendes in keiner Weise haben. Zunächst muß man sich, wenn man der Sache näher treten will, klar darüber sein, was man unter der einzelnen Persönlichkeit der Außenwelt gegenüber überhaupt vorzustellen hat.» Also zuerst ermahnt er recht schön, man müsse sich eine Vorstellung machen. Die Antwort sagt er: «Es ist das Resultat von allerlei einzelnen Vorstellungen, ganz besonders aber derjenigen, welche die direkten Wechselbeziehungen des Organismus zur Außenwelt zusammenfassen zu einem mehr oder weniger kompakten Ganzen. Die Vorstellung des Ich ist nach unserer Anschauung nichts anderes als eine abstrakte Vorstellung, und zwar höchster Ordnung, aufgebaut auf der Summe alles Vorstellens, Fühlens und Wollens eines Individuums, insonderheit aber aller Vorstellungen der Wechselbeziehungen des eigenen Körpers zur Außenwelt. Es faßt der Begriff all dieses zusammen, wie der Begriff Pflanzenreich die unendliche Summe aller Pflanzen in sich begreift. Das Wort Ich» — jetzt wird es interessant! — «ist der Repräsentant all dieser Vorstellungen, etwa so, wie der Heerführer der Repräsentant aller einzelnen Soldaten ist. Wie man von den Taten eines Heerführers sagen kann, er bilde für die Vorstellungen der einzelnen Soldaten und Heeresabteilungen stets den mehr oder weniger dunklen unbewußten Untergrund, ganz ebenso bildet die Masse der einzelnen konkreten Vorstellungen und Gefühle den Untergrund des Begriffes Ich.»

[ 5 ] “From our point of view, this fact should in no way be particularly surprising. First of all, if one wishes to examine the matter more closely, one must be clear about what one is actually supposed to understand by the ‘individual personality’ in relation to the external world.” So, to begin with, he quite elegantly points out that one must form a mental image of it. He gives the answer: “It is the result of all sorts of individual mental images, but especially those that synthesize the organism’s direct interactions with the external world into a more or less compact whole. In our view, the mental image of the ‘I’ is nothing other than an abstract mental image—and one of the highest order—built upon the sum of all an individual’s thinking, feeling, and willing, but especially upon all the mental images of the interrelationships between one’s own body and the external world. The term ‘I’ encompasses all of this, just as the term ‘plant kingdom’ encompasses the infinite sum of all plants. The word “I”—now this is where it gets interesting!—“is the representative of all these mental images, much as the military commander is the representative of all the individual soldiers. Just as one can say of a military commander’s actions that they always form the more or less obscure, unconscious backdrop for the mental images of individual soldiers and military units, so too does the mass of individual concrete mental images and feelings form the backdrop for the concept of “I.”

[ 6 ] Nun, meine Herren, sehen Sie sich an, wie der Mann denkt. Also das Buch ist sehr gelehrt, das muß man voraussetzen, steht ganz auf der Höhe der Wissenschaft. Der Mann sagt: Da hat man eine Kompanie Soldaten und den Heerführer. Aber man faßt nur die Soldaten zusammen; der Heerführer ist bloß deren Repräsentant. So ist es auch mit den Vorstellungen und Gefühlen. Man faßt alle die Vorstellungen und Gefühle zusammen und das Ich ist bloß deren Repräsentant.

[ 6 ] Well, gentlemen, take a look at how this man thinks. So the book is very scholarly—that much must be assumed—and is entirely in line with the latest scientific findings. The man says: You have a company of soldiers and the commander. But you only consider the soldiers as a whole; the commander is merely their representative. The same is true of mental images and feelings. You consider all the mental images and feelings as a whole, and the “I” is merely their representative.

[ 7 ] Ja, aber wenn das Ich der Repräsentant, bloß das Wort ist, so muß man ja auch bei der Kompanie Soldaten den Heerführer nur als ein Wort ansehen. Haben Sie schon einmal entdeckt, daß der Heerführer, der eine Kompanie Soldaten führt, nur ein Wort ist, das da von allen Einzelnen zusammengestellt ist? Nun, man könnte sich ja vorstellen, daß der Heerführer nicht gerade besonders klug ist. Das Ich ist auch manchmal nicht besonders klug. Aber sich vorzustellen, daß der Heerführer nichts ist als ein bloßes Wort - und das braucht er als Vergleich dafür, wie das Ich zu den Vorstellungen steht —, das beweist doch, daß die gescheitesten Menschen, wenn sie anfangen sollen, über das Übersinnliche zu reden, dann ganz blitzdumm werden. Denn, nicht wahr, man kann ihnen nachweisen, wenn sie einen Vergleich anstellen, so ist er ohne alle Logik. Nicht die geringste Logik ist da drinnen.

[ 7 ] Yes, but if the “I” is merely a representative, just a word, then one must also regard the commander of a company of soldiers as nothing more than a word. Have you ever realized that the commander leading a company of soldiers is merely a word composed of all the individuals? Well, one could certainly imagine that the commander isn’t exactly particularly clever. The “I” isn’t particularly clever either, sometimes. But to imagine that the commander is nothing but a mere word—and he needs this as a comparison to illustrate the “I’s” relationship to mental images—that proves that even the smartest people, when they start talking about the supernatural, become completely daft. For, isn’t it true that one can show them that when they make a comparison, it lacks all logic? There isn’t the slightest bit of logic in it.

[ 8 ] Nachdem der Herr diesen schönen Vergleich angestellt hat, sagt er weiter: «Daraus ergibt sich, daß sich der jeweilige Begriff des Ich ganz richtet nach der ihm zugrunde liegenden Vorstellung. So ist es am klarsten zutage liegend, wie er sich beim Kinde allmählich ausbildet. Aber auch jeder erwachsene denkende Mensch kann sich Rechenschaft darüber geben, wie er sich in jeder Beziehung als ein anderes Ich fühlt heute als zehn Jahre vorher.»

[ 8 ] After the Lord has drawn this beautiful analogy, he goes on to say: “It follows that the concept of the ‘I’ in each case is entirely determined by the underlying mental image. This is most clearly evident in how it gradually develops in a child. But every thinking adult can also reflect on how they feel, in every respect, as a different self today than they did ten years ago.”

[ 9 ] Nun frage ich Herrn Erbsmehl oder Herrn Burle, ob Sie sich als ein ganz anderes Ich fühlen als zehn Jahre vorher! Das werden Sie doch unterscheiden können, ob Sie jetzt ein ganz anderer sind als zehn Jahre vorher! Aber auf solche Stellen treffen Sie heute auf Schritt und Tritt in den Büchern. Da werden die gewöhnlichsten Tatsachen des Lebens auf den Kopf gestellt. Es ist natürlich ein bloßer Unsinn, wenn einer sagt, er fühle sich heute als ein ganz anderes Ich als vor zehn Jahren. Aber das sagen die Herren. Aber in dem Augenblick, wo man anfängt, über das Ich nachzudenken, ob es heute dasselbe ist wie vor zehn Jahren, kommt man nicht mehr dazu, hat man nicht mehr die Möglichkeit, zu sagen: Das Ich stirbt, wenn der Leichnam sürbt. — Warum denn?

[ 9 ] Now I ask Mr. Erbsmehl or Mr. Burle: Do you feel like a completely different person than you were ten years ago? Surely you can tell whether you are a completely different person now than you were ten years ago! But today you come across passages like this at every turn in books. There, the most ordinary facts of life are turned upside down. Of course, it’s utter nonsense for someone to say that they feel like a completely different self today than they did ten years ago. But that’s what these gentlemen say. Yet the moment one begins to reflect on the self—whether it is the same today as it was ten years ago—one can no longer bring oneself to say, nor does one have the opportunity to say: “The self dies when the body perishes.” — Why is that?

[ 10 ] Ich habe Ihnen ja auseinandergesetzt, meine Herren, Sie schneiden sich die Nägel, die Haut schuppt sich ab und so weiter; das geschieht alles in sieben bis acht Jahren. Kein Stoffteilchen haben Sie heute mehr in sich von dem, was Sie vor zehn Jahren in sich gehabt haben. Nämlich gerade so, wie sich Ihre Haut abschuppt, so rückt immerfort Ihr Inneres vom Körper fort. Sehen Sie, Ihr Körper ist ja so: oben schuppt er sich ab; dann rückt die nächste Schicht vorwärts, dann schuppt sich die wieder ab; dann rückt die nächste vorwärts, schuppt sich wieder ab, und nach sieben bis acht Jahren ist alles abgeschuppt. Wo ist das? Wo ist der Körper, den Sie vor zehn Jahren gehabt haben? Ja, der hat denselben Weg gemacht, den, nur auf etwas kompliziertere Weise, der Leichnam macht, wenn er ins Grab gelegt wird. Der Leichnam geht in der Erde auf. Wenn Sie den Leichnam nämlich in so kleine Dinge zersplittern würden, wie die Schuppen sind, die fortwährend von Ihnen abfallen, oder wie die Nägel, die Sie sich abschneiden, wenn Sie den in so kleine Teilchen zerlegen würden, würden Sie auch nicht bemerken, daß der Leichnam so irgendwohingeht. Man könnte ihn wegblasen. Und so geht während sieben bis acht Jahren der physische Körper in die Außenwelt auf.

[ 10 ] I have already explained to you, gentlemen, that your nails grow, your skin sheds, and so on; all of this happens over the course of seven to eight years. Not a single particle of matter remains in you today that was in you ten years ago. Just as your skin sheds, so too does your inner being continually move away from your body. You see, your body works like this: the top layer sheds; then the next layer moves forward, and that one sheds as well; then the next one moves forward, sheds again, and after seven to eight years, everything has shed. Where is it? Where is the body you had ten years ago? Yes, it has followed the same path—albeit in a somewhat more complicated way—that a corpse takes when it is laid to rest in a grave. The corpse dissolves into the earth. For if you were to break the corpse down into such tiny pieces as the flakes that are constantly falling off you, or as the nails you cut off—if you were to break it down into such tiny particles—you wouldn’t even notice that the corpse is going anywhere. You could simply blow it away. And so, over the course of seven to eight years, the physical body dissolves into the external world.

[ 11 ] Aber wenn man heute sich noch als ein Ich fühlt, und der physische Körper ist vor zwei bis drei Jahren schon gestorben, dann hat doch das Ich mit dem physischen Körper, wie man ihn da hat, gar nichts zu tun. So könnte man sagen. Aber sehen Sie, es hat doch so viel zu tun damit, daß, wenn Sie zum Beispiel eine Kreide nehmen, Sie sagen werden: Ich habe die Kreide genommen. Das sagt jeder Mensch. Ich hatte einen Schulkameraden - ich glaube, ich habe es Ihnen schon einmal erzählt -, der war, wie er so neunzehn, zwanzig Jahre alt war, auf dem Weg, ein richtiger Materialist zu werden. Wir sind viel miteinander spazierengegangen, und er hat immer gesagt: Mir ist das ganz einleuchtend, wir haben kein Ich, wir haben nur ein Gehirn; das Gehirn denkt. — Ich sagte ihm immer: Ja, schau einmal, du sagst doch: Ich gehe, du sagst sogar: Ich denke; warum lügst du denn? Wenn du wirklich die Wahrheit sagst, so müßtest du sagen: Mein Gehirn denkt! — Nicht einmal «mein» müßte man sagen, weil «mein» schon auf ein Ich hindeutet; da muß schon ein Ich da sein, wenn man «mein» sagt. Die Menschen sagen niemals: Mein Gehirn denkt, mein Gehirn geht, mein Gehirn nimmt die Kreide. - Es fällt ihnen gar nicht ein, weil der Mensch im Leben nicht Materialist sein kann, Er würde sofort einen Unsinn sagen, wenn er Materialist sein würde.

[ 11 ] But if you still feel like a “self” today, even though your physical body died two or three years ago, then that “self” has absolutely nothing to do with the physical body as it is there. That’s one way to put it. But you see, it has so much to do with the fact that, for example, when you pick up a piece of chalk, you’ll say: “I picked up the chalk.” Everyone says that. I had a schoolmate—I think I’ve told you this before—who, when he was about nineteen or twenty years old, was on his way to becoming a true materialist. We went for walks together a lot, and he always said: “It’s perfectly clear to me—we don’t have an ‘I’; we only have a brain; the brain thinks.” — I always told him: “Yes, look, you say, ‘I’m walking’; you even say, ‘I’m thinking’; so why are you lying? If you’re really telling the truth, you’d have to say, ‘My brain is thinking!’” — You wouldn’t even have to say “my,” because “my” already implies a ‘self’; there has to be a ‘self’ there if you say “my.” People never say: “My brain thinks,” “My brain walks,” “My brain picks up the chalk.” - It doesn’t even occur to them, because a person cannot be a materialist in life; he would immediately be talking nonsense if he were a materialist.

[ 12 ] Aber in der Theorie machen sich die Menschen den Materialismus zurecht und bedenken nicht, daß gerade die wirkliche Wissenschaft weiß, daß wir ja den Körper, den wir vor acht bis zehn Jahren hatten, heute nicht mehr haben, daß also das Ich geblieben ist. Und ebenso können Sie sich zurückerinnern bis in Ihre frühe Kindheit, bis ins zweite, dritte, vierte, fünfte Jahr. Es würde Ihnen gar nicht einfallen, zu sagen, daß das nicht dasselbe Ich ist, was dazumal als Bub herumgelaufen ist. Aber nehmen wir an, Sie sind mittlerweile vierzig Jahre alt geworden; da haben Sie bis zum dreiunddreißigsten Jahre einen Körper verloren, bis zum sechsundzwanzigsten Jahr den zweiten Körper verloren, bis zum neunzehnten Jahr den dritten Körper verloren, bis zum zwölften Jahr den vierten Körper verloren, bis zum fünften Jahr den fünften Körper verloren. Fünf Körper haben Sie verloren und Ihr Ich ist immer dasselbe geblieben. Also während des ganzen Lebens auf der Erde erhält sich dieses Ich.

[ 12 ] But in theory, people rationalize materialism and do not consider that true science, in fact, knows that we no longer have the body we had eight to ten years ago—and that, therefore, the “I” has remained. And in the same way, you can recall events all the way back to your early childhood—to your second, third, fourth, and fifth years. It would never occur to you to say that the “I” running around as a boy back then is not the same “I.” But let’s suppose you’ve now turned forty; by the age of thirty-three you have lost one body, by the age of twenty-six you have lost a second body, by the age of nineteen you have lost a third body, by the age of twelve you have lost a fourth body, and by the age of five you have lost a fifth body. You have lost five bodies, and your “I” has always remained the same. Thus, throughout your entire life on Earth, this “I” persists.

[ 13 ] Dieses Ich kann aber auch etwas tun mit Ihrem Körper. Den Körper, den es verliert, kann das Ich fortwährend dirigieren. Sehen Sie, wenn ich gehe, so sind meine Beine, trotzdem sie schon alt sind, in Wirklichkeit stofflich nur höchstens sechs bis sieben Jahre alt. Aber ich dirigiere sie mit dem alten Ich, das schon da war, als ich als Bub herumgelaufen bin. Das Ich, das läuft noch immer herum. Das Ich dirigiert während des Erdenlebens den Körper.

[ 13 ] But this “I” can also do something with your body. The “I” can continue to direct the body it is losing. You see, when I walk, even though my legs are already old, in reality they are physically no more than six or seven years old. But I direct them with the old “I” that was already there when I used to run around as a boy. That “I” is still running around. The “I” directs the body during earthly life.

[ 14 ] Nun habe ich Ihnen gesagt, daß das Kind in der Zeit, an die man sich nicht mehr zurückerinnert, gehen lernt, sprechen lernt, denken lernt. Man kann sich natürlich an die Zeit nicht mehr zurückerinnern, wo man noch nicht denken kann. Man lernt also gehen, überhaupt sich bewegen, den Körper gebrauchen, sprechen und denken. Das lernt man. Und da muß man den Körper ebenso dirigieren. Sie können nicht, wenn Sie als Kind noch auf allen vieren kriechen, den Körper aufrichten ohne Ihren Willen. Wenn Sie Ihre Hand bewegen, sagt das Ich: Ich bewege die Hand - das Ich mit seinem Willen. So aber geschieht das auch im Kinde mit dem Willen, daß es sich aufrichtet. Das Kind lernt sprechen mit dem Willen. Das Kind lernt denken mit dem Willen. Also müssen wir fragen: Woher kommt es, daß das Kind das alles lernt? - Und da kommen wir darauf, daß durch das "ganze Erdenleben, trotzdem der Körper fortwährend ausgetauscht wird, das Ich immer dasselbe bleibt, daß dieses Ich auch noch dasselbe ist in der Zeit, wo wir denken, wo wir sprechen und gehen gelernt haben. Da war schon dieses Ich wirksam im Körper.

[ 14 ] Now, I have told you that during a time we no longer remember, a child learns to walk, to speak, and to think. Of course, one cannot remember the time when one was not yet able to think. So one learns to walk, to move at all, to use one’s body, to speak, and to think. That is what one learns. And in doing so, one must direct the body as well. When you are a child still crawling on all fours, you cannot straighten your body without your will. When you move your hand, the “I” says: “I am moving my hand”—the “I” with its will. But this is also how it happens in the child with the will—that it sits up. The child learns to speak through the will. The child learns to think through the will. So we must ask: How is it that the child learns all of this?—And this leads us to the realization that throughout “the entire earthly life,” even though the body is constantly being replaced, the ‘I’ always remains the same; that this ‘I’ is still the same during the time when we have learned to think, to speak, and to walk. This ‘I’ was already active in the body.

[ 15 ] Meine Herren, ich habe Ihnen erklärt, wie man eigentlich den Körper bekommt. Sehen Sie, die Wissenschaft stellt sich vor - ich habe Ihnen das schon das letzte Mal anschaulich gemacht -: Nun ja, man bekommt halt den Körper von seiner Mutter, seinem Vater. Da ist er schon hergerichtet. Da ist man schon ein kleiner Mensch. Das erbt man; den Körper erbt man. — Ja, diese Wissenschaft, welche behauptet, daß man den Körper erbt, die ist nämlich in Wirklichkeit doch keinen Schuß Pulver wert, sondern es ist ja so, daß wenn Sie nur einen Knochen anschauen - Sie müssen sich jetzt erinnern an manches, was ich Ihnen schon früher gesagt habe -, wenn Sie zum Beispiel den Oberschenkelknochen anschauen, so finden Sie, der gibt einen wunderbaren Anblick. So ein Oberschenkelknochen hat ein ganzes Gerüst. Das Baugerüst vom Goetheanum war nichts gegen das schöne Gerüst, das dieser ganze Oberschenkelknochen hat, wenn man ihn mit dem Mikroskop betrachtet, ein wunderbares Gerüst, schön gebaut.

[ 15 ] Gentlemen, I have explained to you how one actually acquires a body. You see, science creates a mental image—as I already illustrated to you last time—of how, well, you simply get your body from your mother and father. It’s already all set up. You’re already a little person. You inherit that; you inherit the body. — Yes, this science, which claims that one inherits the body, isn’t worth a shot of gunpowder in reality; rather, the fact is that if you just look at a single bone—you must now recall some of what I’ve told you before—if you look, for example, at the femur, you’ll find that it presents a marvelous sight. A femur like that has an entire framework. The scaffolding of the Goetheanum was nothing compared to the beautiful framework that the entire femur possesses when viewed under a microscope—a marvelous framework, beautifully constructed.

Wandtafel 1
Wandtafel 1
Wall Chart 1
Blackboard 1

[ 16 ] Wenn Sie sich die Nasenspitze abschneiden — es braucht ja nur ein kleines Stückchen zu sein, nicht wahr, denn viel, das ist nicht gesund, aber man kann schon so viel abschneiden, daß es einem nichts schadet — und es im Mikroskop betrachten, so bekommen Sie wiederum einen solch wunderbaren Körper mit einem Gerüst, sehr schön gebaut. Ja, meine Herren, Sie haben gar keine Ahnung, wie schön der kleinwinzigste Teil von Ihrer Nasenspitze ist! Bewundernswert schön! Und so ist es mit jedem Glied vom menschlichen Körper. Er ist schön gebaut, schön angeordnet. Der beste Bildhauer könnte es nicht besser machen.

[ 16 ] If you cut off the tip of your nose—it only needs to be a tiny bit, doesn’t it? Because cutting off too much isn’t healthy, but you can cut off just enough that it doesn’t harm you—and examine it under a microscope, you’ll again find such a marvelous structure with a framework, beautifully constructed. Yes, gentlemen, you have no idea how beautiful even the tiniest part of the tip of your nose is! Admirably beautiful! And so it is with every part of the human body. It is beautifully constructed, beautifully arranged. Even the best sculptor could not do it better.

[ 17 ] Nur ein Gebilde gibt es im menschlichen Organismus, da muß alles zerstört werden und da müssen nur bloße Stoffe da sein - ich habe Sie schon das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht -: das ist das Ei, aus dem der Mensch entsteht. Und bei der Befruchtung geschieht noch der letzte Akt; da wird alles, was der Stoff hat an Bildung, weggemacht.

[ 17 ] There is only one structure in the human organism where everything must be destroyed and where only pure substances must remain—I already pointed this out to you last time—and that is the egg from which a human being arises. And during fertilization, the final act takes place; there, everything that the substance possesses in terms of form is eliminated.

[ 18 ] So daß man sagen kann: Der Knochen ist schön; alles einzelne ist schön. Die Nasenspitze ist nicht mehr so schön wie der Knochen, aber auch noch wunderschön. Aber das Ei, aus dem später der Mensch entsteht, das enthält nur einen ganz ungeordneten Stoff, weil in ihm alles zersplittert. Da ist alles Atom, da ist gar keine Bildung drinnen. Warum?

[ 18 ] So one can say: The bone is beautiful; every individual part is beautiful. The tip of the nose is not as beautiful as the bone, but it is still very beautiful. But the egg, from which a human being will later develop, contains only a completely disordered substance, because everything within it is fragmented. There, everything is an atom; there is no structure at all inside. Why?

[ 19 ] In einen Knochen kann keine menschliche Seele ohne weiteres hineinfahren. Die abergläubischen Leute glauben zwar manchmal, daß irgendwo in ihren Knochen oder Gliedern ein kleiner Teufel sitzt. Nun ja, das ist ja manchmal in einem etwas übertragenen Sinne der Fall, aber ein Mensch kann jedenfalls nicht in einen solchen Knochen hineinfahren. Ein Mensch kann auch nicht in Ihre Nasenspitze hereinfahren.

[ 19 ] A human soul cannot simply enter a bone. Superstitious people sometimes believe that a little devil is hiding somewhere in their bones or limbs. Well, that is sometimes true in a somewhat figurative sense, but in any case, a human being cannot enter such a bone. Nor can a human being enter the tip of your nose.

[ 20 ] Ich habe zwar eine Dame gekannt, die behauptete, sie habe einen kleinen Geist in ihrem linken Zeigefinger, und den fragte sie immer, wenn sie irgend etwas wissen wollte. Wenn sie spazieren gehen sollte, so fragte sie ihn, und so weiter. Aber das ist natürlich ein Unsinn, ein Aberglaube. Dasjenige, was wir uns sagen müssen, ist: In einen solchen wohlgebildeten Knochen oder. auch in unsere Nasenspitze, ja, da kann kein menschliches Wesen, keine menschliche Seele, kein menschlicher Geist hineinkommen unmittelbar. Die Sache ist diese: Das menschliche Seelisch-Geistige, das eigentliche Ich, kann nur in den Eikeim hineinkommen, weil da der Stoff ganz nur noch Staub ist, Weltstaub ist. Da tritt das ein, daß die Seele jetzt den Weltstaub bearbeitet mit den Kräften, die sie sich mitgebracht hat aus der geistigen Welt.

[ 20 ] I did know a lady who claimed she had a little spirit in her left index finger, and she would always ask it whenever she wanted to know something. If she was going for a walk, she would ask it, and so on. But that is, of course, nonsense, a superstition. What we must tell ourselves is this: No human being, no human soul, no human spirit can enter directly into such a well-formed bone—or even into the tip of our nose. The fact is this: the human soul-spirit, the true “I,” can only enter the embryo because there the substance is nothing but dust—world dust. This is where the soul begins to work on the world dust with the powers it has brought with it from the spiritual world.

[ 21 ] Wenn die Menschen glauben, daß einfach durch gewöhnliche Vererbung von Vater und Mutter dasjenige kommt, was der Mensch ist, dann muß man annehmen, daß der Mensch eben schon ein kleines Menschlein ist. Aber das ist ja gegen die Wissenschaft. Die Wissenschaft sagt ja eben, daß der Eiweißstoff ganz zerpulvert ist. Und aus diesem zerpulverten Eiweißstoff baut die Seele, die aus der geistigen, aus der übersinnlichen Welt kommt, in Wirklichkeit eben erst den Menschenkörper auf.

[ 21 ] If people believe that what makes a human being is simply the result of ordinary heredity from father and mother, then one must assume that the human being is, in fact, already a tiny little human being. But that goes against science. Science, after all, states that the protein is completely pulverized. And it is from this pulverized protein that the soul—which comes from the spiritual, the supersensible world—actually builds the human body.

[ 22 ] Nun können Sie sagen: Aber warum sieht denn das Kind der Mutter oder dem Vater ähnlich? Ja, meine Herren, das ist aus dem Grunde, weil das Kind immer am Nachahmen festhält. Derjenige, der da sagt: Dieses Kind ist seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten —, der könnte nämlich auch noch etwas anderes sagen. Sehen Sie — warten wir ein bißchen mit dem Kind -, da haben wir ein Kind, das schaut, sagen wir, seinem Vater oder seiner Mutter sehr ähnlich, obwohl das gar nicht so ausgesprochen ist; die Kinder werden später viel ähnlicher, als da sie noch ganz klein sind. Aber solche Sachen, die gehen ja die gelehrten Herrschaften nichts an. Aber, sehen Sie, warten wir ein bißchen, urteilen wir nicht schon, wenn das Kind acht oder vierzehn Tage oder einen Monat alt ist, warten wir, bis das Kind drei, vier Jahre alt ist. Da hat das Kind angefangen zu sprechen. Da kommt einer und sagt: Donnerwetter, der Vater ist ein Deutscher, das Kind, das fängt auch deutsch zu sprechen an, das muß es vom Vater haben; das hat es vom Vater geerbt, denn der Vater ist ein Deutscher. Das ist doch ganz wunderbar! Da das Kind aus dem Eikeim gekommen ist, muß die Sprache schon im Eikeim gesessen haben. Es ist nur wunderbar, daß das Kind, als es aus dem Eikeim gekommen ist, aus dem Leibe der Mutter, noch nicht reden konnte! Aber, nicht wahr, das Kind hat ja das Sprechen gar nicht geerbt, das Kind hat es durch Nachahmung sich angeeignet. Die Sprache ist ähnlich derjenigen von Vater und Mutter. Aber es wird keinem einfallen zu sagen, das Kind hat die Sprache geerbt.

[ 22 ] Now you might say: But why does the child resemble its mother or father? Yes, gentlemen, it is because the child always clings to imitation. The person who says, “This child is the spitting image of its father”—well, that person could also say something else. You see—let’s wait a little while with this child—here we have a child who, let’s say, looks very much like his father or mother, even though the resemblance isn’t that pronounced; children become much more alike later on than when they’re still very small. But such matters are of no concern to the learned gentlemen. But, you see, let’s wait a bit; let’s not pass judgment when the child is eight or fourteen days or a month old—let’s wait until the child is three or four years old. By then, the child has started to speak. Then someone comes along and says: “Good heavens, the father is German, and the child is starting to speak German too—it must have gotten that from the father; it inherited it from the father, because the father is German.” Isn’t that absolutely marvelous! Since the child came from the single cell, the language must have already been present in that single cell. It’s just amazing that when the child emerged from that seed—from its mother’s womb—it couldn’t speak yet! But, you see, the child didn’t actually inherit speech; the child acquired it through imitation. The language is similar to that of the father and mother. But it wouldn’t occur to anyone to say that the child inherited the language.

[ 23 ] Ebenso ist das Gesicht ähnlich. Aber warum ist das Gesicht ähnlich? Ja, weil die Seele, wenn sie sich durch eine Mutter gebären läßt oder durch einen Vater zeugen läßt, der also der Herr Müller ist, dann macht sie das Gesicht ähnlich dem Vater oder der Mutter, so wie das Kind später die Sprache ähnlich Macht der Sprache von Vater und Mutter. Das müssen Sie nur bedenken. In der Sprache arbeitet sich das Kind die Laute, die Worte heraus, indem es sich ähnlich macht den Eltern oder den Erziehern. Aber noch früher arbeitet die Seele wie ein Bildhauer unbewußt an dem Gesichte oder selbst am Gang und so weiter. Und dadurch, daß das Kind in die Familie hineingeboren ist und sich ähnlich macht, wenn es noch kein Bewußtsein hat, entsteht die Ähnlichkeit so, wie die Ähnlichkeit der Sprache entsteht.

[ 23 ] The face is similar as well. But why is the face similar? Well, because when the soul is born through a mother or conceived through a father—in this case, Mr. Müller—it makes the face resemble that of the father or mother, just as the child later makes its speech resemble that of the father and mother. You just have to think about that. In speech, the child works out the sounds and words by making itself resemble its parents or caregivers. But even earlier, the soul works unconsciously, like a sculptor, on the face or even on the gait and so on. And because the child is born into the family and makes itself similar to its parents while it still has no consciousness, the resemblance arises in the same way that the resemblance in language arises.

[ 24 ] Sehen Sie, meine Herren, auf diese Weise kommt man darauf, daß tatsächlich der Mensch herauskommt aus der geistigen, aus der übersinnlichen Welt, und sich seinen Körper mit allen Ähnlichkeiten selber aufbaut. Jetzt schauen Sie sich einmal das kleine Kind an. Das kleine Kind wird geboren. Wenn die Kinder geboren werden, kann man sie ja manchmal, trotzdem sie alle Mütter sehr schön finden, von kleinen Tierlein nicht gut unterscheiden. Nicht wahr, die Menschen sind so kleine Tierlein, wenn sie geboren werden - im Verhältnis zu später natürlich. Sie sind ja wirklich recht unansehnlich, diese kleinen Kinder. Aber allmählich arbeitet das Seelische drinnen und macht alles ähnlicher, immer ähnlicher einem Menschen, bis der Moment kommt, da das Kind gehen lernt; das heißt, es findet sich, wie ich Ihnen das letzte Mal gesagt habe, in die Gleichgewichtslage der Erde hinein. Dann lernt das Kind sprechen. Es lernt seine Brustorgane gebrauchen, denn diese Organe sitzen in der Brust. Dann lernt das Kind denken, das heißt, es lernt seine Kopforgane gebrauchen.

[ 24 ] You see, gentlemen, this is how one comes to realize that human beings actually emerge from the spiritual, from the supersensible world, and build their own bodies with all their characteristics. Now take a look at a small child. The small child is born. When children are born, even though all mothers find them very beautiful, one sometimes cannot really tell them apart from little animals. Isn’t it true that human beings are like little animals when they’re born—relative to how they’ll be later, of course? These little children really are quite unattractive. But gradually, the soul works within them and makes everything more and more like a human being, until the moment comes when the child learns to walk; that is, as I told you last time, it finds its place in the Earth’s equilibrium. Then the child learns to speak. It learns to use its chest organs, for these organs are located in the chest. Then the child learns to think—that is, it learns to use its head organs.

[ 25 ] Nun, setzen wir uns das einmal vor die Seele. Das Kind lernt gehen, das heißt, Gleichgewicht halten und sich bewegen. Was lernt es denn mit dem Gehen? Nun, es lernt mit dem Gehen die Gliedmaßen gebrauchen. Aber man kann die Gliedmaßen nicht gebrauchen, ohne zugleich den Stoffwechsel zu gebrauchen. Wenn man die Gliedmaßen gebraucht, so wird immer etwas von uns verbrannt. Stoffe werden verbrannt. Wenn Sie nur einen Arm bewegen, werden da drinnen Stoffe verbrannt. Der Stoffwechsel ist mit den Gliedmaßen in Verbindung. Gehen, Gleichgewicht halten, sich bewegen hat zu tun mit dem Stoffwechsel und mit den Gliedmaßen.

[ 25 ] Well, let’s think about this for a moment. A child learns to walk—that is, to maintain balance and move. What does the child learn by walking? Well, by walking, the child learns to use its limbs. But one cannot use one’s limbs without simultaneously engaging the metabolism. When we use our limbs, something within us is always being burned. Substances are burned. Even if you move just one arm, substances are being burned inside it. Metabolism is connected to the limbs. Walking, maintaining balance, and moving are all related to metabolism and the limbs.

[ 26 ] Dann lernt das Kind sprechen. Womit hat denn das zu tun? Sprechen hat zu tun mit den Brustorganen, mit dem Atmen. Atmen kann das Kind auch schon, wenn es ganz klein ist. Aber mit der ausgestoßenen Luft Worte verbinden, das lernt das Kind mit den Brustorganen. Also: Gleichgewicht halten ist in Verbindung mit den Gliedmaßen, Sprechen mit der Brust, und das Denken mit dem Kopf, den Nerven.

[ 26 ] Then the child learns to speak. What does this have to do with anything? Speaking has to do with the chest organs, with breathing. The child can already breathe even when it is very small. But the child learns to connect words with the air it exhales using the chest organs. So: maintaining balance is connected to the limbs, speaking to the chest, and thinking to the head and the nerves.

[ 27 ] Nun aber, jetzt haben wir drei Glieder vom Menschen. Beachten Sie nur, drei Glieder. Erstens haben wir Gliedmaßen und Stoffwechsel, zweitens haben wir die Brust, drittens haben wir das Denken, den Kopf. Wir haben drei Glieder vom Menschen.

[ 27 ] Now then, we have three aspects of the human being. Just note: three aspects. First, we have the limbs and metabolism; second, we have the chest; third, we have thinking, the head. We have three aspects of the human being.

[ 28 ] Jetzt wollen wir einmal das Kind betrachten. Beim Kind ist es so: Wenn es geboren wird, ist es dem erwachsenen Menschen nicht nur äußerlich unähnlich. Die Wangen sind unähnlich, die ganze Gestalt; an der Stirne ist es unähnlich; nicht wahr, das Kind ist unähnlich außen. Aber im Innern ist es erst recht unähnlich. Die Gehirnmasse ist schon mehr wie ein Gehirnbrei beim Kind. Und bis zum siebenten Jahre, bis das Kind die zweiten Zähne kriegt, da wird dieser Brei, dieser Gehirnbrei wunderschön gemacht. Das menschliche Gehirn hat nämlich wirklich vom siebenten Jahre an einen ganz wunderbaren Aufbau. Das hat die Seele, der Geist darinnen gemacht, das SeelischGeistige darinnen gemacht.

[ 28 ] Now let’s take a look at the child. With a child, it’s like this: when it is born, it is not only outwardly unlike an adult. The cheeks are different, the whole figure; the forehead is different; isn’t it true that the child is different on the outside? But on the inside, it is even more dissimilar. The brain matter in a child is more like a brain paste. And by the age of seven, when the child gets its permanent teeth, this paste—this brain paste—is beautifully formed. For the human brain truly has a wonderful structure from the age of seven onward. This is what the soul and the spirit have created within it—the soul-spiritual has shaped it from within.

[ 29 ] Aber sehen Sie, meine Herren, wir könnten als Kind bis zum siebenten Jahre gar nicht dieses Gehirn so wunderbar ausbilden, wenn wir nicht fortwährend im Zusammenhang mit der Welt wären. Wenn Sie zum Beispiel ein blindgeborenes Kind haben, da sehen Sie gleich, daß die Sehnerven und damit ein ganzes Stück vom Gehirn eine Art Brei bleiben. Das wird nicht schön ausgebildet. Wenn der Mensch taub geboren wird, bleiben die Gehörnerven, also Nerven, welche vom Ohr gehen und sich hier kreuzen (es wird gezeichnet), und dann da herübergehen, die bleiben auf diesem Weg ein Stück Gehirnbrei. Also wir können nur dadurch, daß wir die Sinne haben, in den ersten sieben Lebensjahren unser Gehirn ordentlich ausbilden.

[ 29 ] But you see, gentlemen, we could not possibly develop this brain so wonderfully in a child up to the age of seven if we were not constantly in contact with the world. If, for example, you have a child born blind, you can see right away that the optic nerves—and with them a whole section of the brain—remain in a sort of pulpy state. It does not develop properly. If a person is born deaf, the auditory nerves—that is, the nerves that run from the ear, cross here (as shown in the diagram), and then continue on over there—remain a sort of brain pulp along that path. So it is only through having our senses that we can properly develop our brains during the first seven years of life.

[ 30 ] Aber dasjenige, was Sie draußen mit Händen greifen können, das bildet Ihnen das Gehirn nicht aus. Sie könnten durch die Nasenlöcher ja meinetwillen greifbare Stoffe in das Gehirn hineinstopfen - ruinieren würden Sie das Gehirn, aber ausbilden kann das nichts. Also alle greif bare Materie hilft Ihnen nichts bei diesem Aufbau des Gehirnes in den ersten sieben Jahren. Da kommt die feinste Materie in Betracht, die im Licht lebt zum Beispiel. Da kommt der Äther in Betracht.

[ 30 ] But the things you can physically grasp with your hands out there—those are not what develop your brain. You could, for all I care, stuff tangible substances into the brain through your nostrils—you’d ruin the brain, but that wouldn’t help it develop. So no tangible matter helps you in this development of the brain during the first seven years. What comes into play here is the finest matter—that which lives in light, for example. That’s where the ether comes into play.

[ 31 ] Sehen Sie, das ist sehr wichtig. Durch alle unsere Sinne saugen wir den Äther ein. Was arbeitet denn also von unserem Kopfe aus? Vom Kopfe aus arbeitet im Kind, auch in den übrigen Organismus hinein, nicht der physische Leib. Der physische Leib, der arbeitet nicht beim Kinde, während das Kind so wunderbar sein Gehirn ausbildet, sondern der Ätherleib arbeitet. Der Ätherleib, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß wir ihn noch zwei, drei Tage nach dem Tode haben, der arbeitet im Kinde, und der bewirkt im Kinde, daß der Mensch ein vollkommenes Gehirn bekommt und dadurch ein denkender Mensch wird. So daß wir sagen können: Der Ätherleib arbeitet im Denken.

[ 31 ] You see, this is very important. We take in the ether through all our senses. So what is it, then, that works from our head? In the child—and extending into the rest of the organism—it is not the physical body that is at work. The physical body is not at work in the child while the child is so wonderfully developing its brain; rather, it is the etheric body that is at work. The etheric body—which, as I have told you, we retain for two or three days after death—is at work within the child, and it causes the child to develop a perfect brain, thereby becoming a thinking human being. So we can say: The etheric body is at work in thinking.

Wandtafel 2
Wandtafel 2
Wall Chart 2
Blackboard 2

[ 32 ] Da haben wir das erste übersinnliche Glied des Menschen wieder gefunden: den Ätherleib. Das Kind könnte nicht sein Gehirn ausbilden, es könnte nicht ein menschliches Gehirn in seinem Innern haben, wenn es nicht mit dem Äther ringsherum arbeiten könnte. Man kann später, indem man die Muskeln anstrengt, durch das Physisch-Greifbare die Muskeln stärker machen. Aber, sagen wir zum Beispiel, den linken Scheitellappen im Gehirn, den können Sie nicht stärker machen durch ein Physisch-Greifbares. Wenn Sie den Muskel stärker machen wollen, so können Sie das dadurch, daß Sie ein Gewicht anhängen und es immer wieder und wieder aufheben, also die Schwere überwinden. Aber Sie müssen durch das Sinnlich-Greifbare den Muskel stärker machen. Geradeso wie Sie hier den Muskel haben, den Bizeps, und ihn durch das Heben und Senken von Gewichten stärker machen können, ebenso haben Sie, wenn Sie den Kopf von vorne anschauen, hier einen Gehirnlappen. Der hängt da hier so herüber, wie der Arm hier hängt. Da können Sie kein Gewicht anhängen. Und trotzdem, es ist gar nicht zu vergleichen, was da in der Ausbildung bei dem Armmuskel geschieht, gegenüber diesem Gehirnlappen! Der ist anfangs, wenn wir in die Welt kommen, ein Brei; wenn wir sieben Jahre alt sind, ist er ganz wunderbar ausgebildet. Geradeso wie der Armmuskel durch das Heben und Senken des Gewichtes, das heißt von etwas Greifbarem, von etwas Sichtbarem stärker wird, so wird das Gehirn stärker durch dasjenige, was im Äther ist. So wie der Mensch durch seinen physischen Leib mit der Umwelt in Verbindung steht, so steht er auch durch seinen Ätherleib mit der Umwelt in Verbindung. Und von dem hat er das Denken. Durch das bildet er das Innere seines Kopfes in den ersten sieben Jahren aus.

[ 32 ] Here we have rediscovered the first supersensible aspect of the human being: the etheric body. The child could not develop its brain; it could not have a human brain within it if it were not able to interact with the ether surrounding it. Later on, by exerting the muscles, you can strengthen them through physical, tangible means. But, let’s say, for example, the left parietal lobe of the brain—you cannot strengthen that through physical, tangible means. If you want to strengthen a muscle, you can do so by attaching a weight to it and lifting it over and over again, thus overcoming the force of gravity. But you have to strengthen the muscle through sensory-tangible means. Just as you have this muscle here—the biceps—and can strengthen it by lifting and lowering weights, so too, when you look at the front of the head, you have a lobe of the brain here. It hangs down here just as the arm hangs here. You can’t attach a weight to it. And yet, what happens during the development of the arm muscle cannot be compared at all to what happens with this lobe of the brain! At first, when we come into the world, it is a mass of pulp; by the time we are seven years old, it is wonderfully developed. Just as the arm muscle becomes stronger by lifting and lowering weights—that is, by handling something tangible, something visible—so the brain becomes stronger through what exists in the ether. Just as a person is connected to the environment through their physical body, so too are they connected to the environment through their etheric body. And from this comes their thinking. Through this, they develop the inner workings of their head during the first seven years.

[ 33 ] Wenn der Mensch das Denken ausgebildet hat, dann kommt er, ich möchte sagen, auf das Sprechen wiederum zurück. Das Sprechenlernen ist etwas ganz anderes als das Denkenlernen. Das Denkenlernen, das arbeitet ja gerade an der Ausbildung unseres Körpers. Das macht uns sozusagen bildhauerisch, möchte ich sagen, dieses Denken. Das arbeitet in uns, daß wir richtig bis zum siebenten Jahre ein vollkommener Mensch werden. Während dieser Zeit lernen wir auch sprechen. Aber sehen Sie, das ist nicht möglich, daß wir das Sprechen auf die gleiche Weise lernen, wie wir das Denken lernen. Denn beim Sprechen, was geschieht denn da? Ja, meine Herren, sehen Sie, wenn Sie ein schweres Gewicht aufheben oder furchtbar stark zuschlagen mit Ihrem Arm, da tut Ihnen der Arm weh. Weh tun heißt, ein Gefühl haben. Wir haben richtig ein Gefühl, wenn wir irgendein Glied zu stark anstrengen und es dadurch irgendwie etwas verletzen. Immer, wenn man einen Schmerz hat, hat man etwas, wenn auch sehr wenig, verletzt. Da hat man ein Gefühl. Aber, meine Herren, die ganze Sprache kommt ja aus dem Gefühl. Wenn Sie dem Kind zuhören, so können Sie hören, wie aus dem Gefühl heraus die Sprache kommt. Das Kind wird lernen: Ei, ei - in seiner Sprache. Was will es denn ausdrücken, wenn es sagt: Ei, ei? Es schmiegt sich an. Es hat denjenigen, zu dem es ei, ei sagt, gern. Es legt sich hin mit dem Köpfchen, wenn es ei, ei sagt. Und so ist es bei allen Worten; so ist es bei allem, was ausgesprochen wird: ein Gefühl liegt zugrunde, Ja, aus dem Gehirn heraus kommt nicht das Gefühl, und aus dem, wonach sich das Gehirn ausbildet, kommt auch nicht das Gefühl.

[ 33 ] Once a person has developed the ability to think, they return, I would say, to speech. Learning to speak is something entirely different from learning to think. Learning to think, after all, works specifically on the development of our body. This thinking, so to speak, shapes us like a sculptor, I would say. This process works within us so that by the age of seven we become fully developed human beings. During this time, we also learn to speak. But you see, it is not possible for us to learn to speak in the same way that we learn to think. For when it comes to speaking, what actually happens? Well, gentlemen, you see, when you lift a heavy weight or strike out with tremendous force with your arm, your arm hurts. To feel pain means to have a sensation. We truly have a sensation when we strain a limb too much and thereby injure it in some way. Whenever you feel pain, you have injured something, even if only very slightly. That’s when you have a sensation. But, gentlemen, language as a whole arises from sensation. If you listen to a child, you can hear how language springs from sensation. The child will learn: “Ei, ei”—in its own language. What is it trying to express when it says, “Ei, ei”? It’s snuggling up. It likes the person to whom it says “ei, ei.” It rests its little head on them when it says “ei, ei.” And so it is with all words; so it is with everything that is spoken: a feeling underlies it. Yes, the feeling does not come from the brain, nor does it come from that which the brain develops from.

[ 34 ] Sehen Sie, wenn es kein Sonnenlicht gäbe, das durch unsere Augen scheint, so würde der Äther, der um uns liegt, nicht an uns arbeiten können. Wir könnten in den ersten sieben Jahren uns nicht richtig ausleben. Das Kind hat während der ersten sieben Jahre auch mehr nur Gefühl. Die Sprache lernt es durch Nachahmung. Aber in dieser Nachahmung wirkt drinnen das Fühlen, das Gefühl. Und wir müssen sagen: Das Licht kann nicht Gefühl hervorrufen. Wenn wir die Sprache durch das Fühlen lernen, so ist etwas anderes da in uns. Dasjenige, was dann in der Sprache wirkt, wodurch der Mensch sprechen kann, das ist nicht bloß der Ätherleib, das ist dann der astralische Leib des Menschen. So daß wir sagen können: Wir haben zweitens zum Sprechenlernen den astralischen Leib — das ist nur ein Ausdruck, ich könnte ebensogut anders sagen —, wir haben den astralischen Leib, der vorzugsweise in der Brust wirkt, im Atmen, das sich dann zum Sprechen umgestaltet.

[ 34 ] You see, if there were no sunlight shining through our eyes, the ether that surrounds us would not be able to work on us. We would not be able to fully develop during the first seven years. During the first seven years, a child also has more than just feelings. It learns language through imitation. But within this imitation, feeling is at work. And we must say: Light cannot evoke feeling. If we learn language through feeling, then there is something else within us. That which then works within language, enabling a person to speak, is not merely the etheric body; it is the human astral body. So we can say: Second, for learning to speak, we have the astral body—that is just a term; I could just as easily say something else—we have the astral body, which acts primarily in the chest, in the breathing, which is then transformed into speech.

[ 35 ] Sehen Sie, es ist immer der Glaube, daß der Mensch mit seinem physischen Leib, sagen wir, Hunger und Durst hat. Aber das ist ja ein Unsinn. Denken Sie sich einmal eine Maschine, die durch Wasser getrieben wird. Sie müssen der Maschine Wasser geben. Nun schön, dann geht sie, und wenn Sie ihr kein Wasser geben, hört sie auf zu gehen. Was heißt das: die Maschine hört auf zu gehen? Das heißt, Sie müssen ihr wieder Wasser geben, Sie müssen ihr zu trinken geben. Aber die Maschine hat vorher keinen Durst. Die Maschine hat keinen Durst; sie hört zwar auf zu gehen, aber einen Durst hat sie vorher nicht, sonst würde sie schreien. Das tut sie nicht. Sie hat keinen Durst.

[ 35 ] You see, it’s always the belief that a person, with their physical body, experiences, say, hunger and thirst. But that’s nonsense. Just imagine a machine that’s powered by water. You have to give the machine water. All right, then it runs, and if you don’t give it water, it stops running. What does it mean for the machine to stop running? It means you have to give it water again; you have to give it something to drink. But the machine wasn’t thirsty to begin with. The machine isn’t thirsty; it does stop running, but it wasn’t thirsty beforehand—otherwise it would be crying out. It doesn’t do that. It isn’t thirsty.

[ 36 ] Wie ist denn der Zusammenhang beim Menschen? Wenn das Kind Durst hat, verhält es sich nicht wie die Maschine. Es bleibt nicht bloß stehen. Im Gegenteil, das Kind fängt gewaltig an zu brüllen, wenn es Durst hat. Welcher Zusammenhang ist denn zwischen dem Dursthaben und dem Schreien? Das Schreien sitzt nicht im Stoff, das sitzt aber auch nicht im Äther. Der Äther kann den Aufbau bilden; er kann also dasjenige, was unsere Gestalt ist, bilden. Aber der Äther veranlaßt uns nicht zum Schreien. Wenn uns der Äther zum Schreien veranlassen würde, da gäbe es ein furchtbares, vielleicht nicht ein Brüllen, aber ein fortwährendes Gezische in der Welt. Denn wenn wir gucken, da ist es der Äther, der mit unserem Auge zusammen bewirkt, daß wir sehen. Der Äther geht fortwährend in unser Auge hinein. Deshalb sehen wir. Ja, aber wenn der Äther in unser Auge hineingeht, da fängt es nicht an im Auge: s-s-s-e-] —, nicht wahr, das ist nicht der Ätherleib des Menschen; der lispelt nicht. Denken Sie sich einmal, wenn dadurch schon, daß wir gucken, in einem Saal ein fortwährendes Gewisper wäre, das wäre eine schöne Geschichte! Also der Ätherleib schreit nicht, wispert nicht. Da ist noch etwas anderes da. Das ist der Astralleib. Und wenn das Kind Durst hat und schreit, so ist es ein Gefühl des Durstes im Astralleib. Und dieses Schreien ist dasjenige, was das Gefühl des Kindes zu unserem Ohr bringt.

[ 36 ] What, then, is the connection in the case of human beings? When a child is thirsty, it does not behave like a machine. It doesn’t just stand there. On the contrary, the child starts screaming loudly when it is thirsty. What is the connection, then, between being thirsty and screaming? The screaming is not inherent in matter, nor is it inherent in the ether. The ether can form the structure; it can thus form what constitutes our physical form. But the ether does not cause us to cry out. If the ether were to cause us to cry out, there would be a terrible—perhaps not a roar, but a constant hissing—in the world. For when we look, it is the ether that, together with our eye, enables us to see. The ether constantly enters our eye. That is why we see. Yes, but when the ether enters our eye, it doesn’t start inside the eye: s-s-s-e-] —, does it? That’s not the human etheric body; it doesn’t lisp. Just imagine if, simply by looking, there were a constant whispering in a hall—that would be quite a spectacle! So the etheric body doesn’t cry out or whisper. There is something else there. That is the astral body. And when a child is thirsty and cries out, it is a feeling of thirst in the astral body. And this crying out is what brings the child’s feeling to our ear.

[ 37 ] Aber all das, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, das könnte noch nicht dazu führen, daß ich auch gehe. Denn, sehen Sie, wenn ich vom Kopfe aus durch den Ätherleib meinen Körper bilde, könnte ich mein ganzes Leben wie eine Bildsäule bleiben. Da könnte mein Körper gebildet werden, ich könnte brüllen wie ein Löwe; da könnte noch immer vom Astralleib aus mein Gebrüll gebildet werden. Aber wenn ich ins Gleichgewicht kommen will als Kind, wenn ich also den Willen anwenden will, daß ich gehe, daß ich greife, daß ich ins Gleichgewicht kommen kann, wo ich immer sage: Ich gehe, ich greife, ich komme ins Gleichgewicht -, da ist es noch das Ich, das hinzukommt, das etwas anderes ist als der Ätherleib und Astralleib. Und dieses Ich, das lebt in den Gliedmaßen und im Stoffwechsel. Wenn Sie die Gliedmaßen bewegen, so ist es das Ich. So daß Sie drei Teile vom Menschen haben außer dem physischen Leib: Sie haben den Ätherleib, den Astralleib und das Ich (Schema Seite 138).

[ 37 ] But everything I have just described to you might not yet lead to my actually leaving. For, you see, if I were to form my body from my head down through my etheric body, I could remain like a statue for my entire life. My body could be formed, I could roar like a lion; my roar could still be produced from the astral body. But if I want to find my balance as a child—if I want to use my will to walk, to grasp, to find my balance, always saying: “I walk, I grasp, I find my balance”—then it is the “I” that comes into play, which is something other than the etheric body and the astral body. And this “I” lives in the limbs and in the metabolism. When you move your limbs, it is the “I.” So you have three parts of the human being besides the physical body: you have the etheric body, the astral body, and the “I” (diagram, page 138).

[ 38 ] Und sehen Sie, diese drei Teile des Körpers kann man auch wahrnehmen, wenn man sich nur erst ausbildet dazu. Aber diese Ausbildung will die moderne Wissenschaft nicht. Und jetzt will ich Ihnen noch sagen, wie eigentlich die moderne Wissenschaft sich verhält, wenn sie das nicht will.

[ 38 ] And you see, these three parts of the body can also be perceived if one simply trains oneself to do so. But modern science does not want this training. And now I want to tell you how modern science actually behaves when it does not want this.

[ 39 ] Sie haben ja alle wohl schon einmal geträumt. Während des Träumens, da glauben Sie, daß das alles Wirklichkeit ist. Manchmal wachen Sie mit einer heillosen Angst auf, wenn Sie zum Beispiel an einem Abgrund stehen und Schwindel bekommen und herunterfallen. Nun wachen Sie auf, ganz schweißtriefend. Warum? Nun, weil Sie den Abgrund für Wirklichkeit gehalten haben. Sie liegen ruhig im Bett, es ist gar nicht gefährlich, aber Sie wachen auf vor der Gefahr, die Sie im Bilde gesehen haben. Denken Sie, wenn Sie Ihr ganzes Leben schlafen würden — das wäre eine nette Geschichte für manchen. Es gibt ja solche, die ihr ganzes Leben schlafen.

[ 39 ] I’m sure you’ve all had dreams before. While you’re dreaming, you believe that it’s all real. Sometimes you wake up in utter terror—for example, when you’re standing on the edge of a precipice, feel dizzy, and fall. Then you wake up, drenched in sweat. Why? Well, because you mistook the precipice for reality. You’re lying peacefully in bed—it’s not dangerous at all—but you wake up because of the danger you saw in your dream. Just think—if you were to sleep your whole life away—that would be a nice prospect for some people. After all, there are those who sleep their whole lives away.

[ 40 ] Es war einmal einer, der hatte die Kopernikanische Theorie gelernt gehabt und war ein furchtbar fauler Kerl. Nun, der lag einmal im Straßengraben. Da kam ein anderer vorbei und sagte: «Warum liegst du denn da?» «Weil ich so viel tun muß!» «Na, du Kerl, du liegst doch da, du tust doch gar nichts.» Da sagte der: «Ich muß die Umdrehung der Erde um die Sonne mitmachen, und ich will zurückbleiben! Das ist mir unbequem, das ist mir zu viel Arbeit!»

[ 40 ] Once upon a time, there was a guy who had studied the Copernican theory and was a terribly lazy fellow. Well, one day he was lying in a ditch. Another guy came by and said, “Why are you lying there?” “Because I have so much to do!” “Come on, man, you’re just lying there—you’re not doing a thing.” Then he said, “I have to go along with the Earth’s revolution around the Sun, and I want to stay behind! That’s inconvenient for me—it’s too much work!”

[ 41 ] Nicht wahr, manche Menschen möchten nicht einmal die Umdrehung der Erde um die Sonne mitmachen! Aber wir machen ja unser ganzes waches Leben mit. Sehen Sie, wenn man das ganze Leben nur träumen würde, dann könnten wir in Europa im Bett liegen, einer würde unseren Körper nehmen, vielleicht auch mit der Bettstatt, damit es uns nicht aufweckt, auf ein Schiff nach Amerika bringen — das müßten natürlich Engel machen, weil die Menschen es nicht so leise könnten —, aber wir könnten nach Amerika spediert werden. Wir träumten da fort, das könnte alles mit uns gemacht werden, wir wissen ja gar nichts von uns. Wenn wir da träumten, würden wir niemals wissen, wie sich die Nase angreift, wie sich die linke Hand mit der rechten Hand angreift. Und dennoch, meine Herren, wir hätten ein ganzes Leben. Wenn man das ganze Leben hindurch träumen würde, es wäre etwas anderes — wir würden zum Beispiel fliegen können im Traume. Bloß auf der Erde kann man nicht fliegen; im Traume fliegt man. Wir würden uns für ganz andere Wesen halten und so weiter.

[ 41 ] Isn't it true that some people don't even want to go along with the Earth's orbit around the Sun! But we go along with it our entire waking lives. You see, if we were to spend our whole lives just dreaming, then we in Europe could lie in bed, and someone would take our bodies—perhaps even along with the bed itself, so as not to wake us—and bring us on a ship to America—of course, angels would have to do this, because humans couldn’t manage it so quietly—but we could be shipped off to America. We’d be dreaming away over there; all of that could be done to us—after all, we know absolutely nothing about ourselves. If we were dreaming there, we’d never know how to touch our nose, how to touch our left hand with our right hand. And yet, gentlemen, we’d have a whole life. If we were to spend our entire lives dreaming, it would be something else entirely—we’d be able to fly in our dreams, for example. It’s just that on Earth you can’t fly; in a dream, you do. We’d think of ourselves as entirely different beings, and so on.

[ 42 ] Aber bedenken Sie, eine Welt wäre ja um uns herum, wenn wir das ganze Leben träumen würden. Und wir wachen auf. Sagen wir: Ich wache auf und es hat mir geträumt, daß ich in der Nacht - ich will gleich ein sehr vielsprechendes Beispiel nehmen — aufgehängt worden bin, oder enthauptet worden bin. Nehmen wir an, es träumt einem, daß er enthauptet worden sei. Nun, meine Herren, wenn man das ganze Leben träumen würde, so würde man natürlich immer glauben, daß man enthauptet worden ist. Es würde einem zwar nicht so viel machen wie hier. Man würde es ja vielleicht häufiger erleben, daß man träumt, man werde enthauptet, und man würde glauben, daß einem das nicht schade. Jetzt wacht man auf - und siehe da, man hat sich ins Bett ein Buch mitgenommen. Das ist, als man sich herumgewälzt hat, hinten zu liegen gekommen. Nun liegt man mit dem Kopf auf dem Rand des Buches darauf, und daß man da unbequem liegt, das kommt einem im Traume so vor, als wenn man enthauptet worden sei. Wenn man wach geworden ist, dann merkt man, was der Traum bedeutet; nach dem Erwachen kann man es sich erklären, woher der Traum gekommen ist.

[ 42 ] But consider this: there would indeed be a world around us if we were dreaming our entire lives. And we wake up. Let’s say: I wake up and I dreamed that during the night—I’ll use a very telling example right away—I was hanged or beheaded. Let’s suppose one dreams that he has been beheaded. Well, gentlemen, if one were to dream one’s entire life, one would naturally always believe that one had been beheaded. It wouldn’t bother one as much as it does here, though. One might, after all, experience it more often—dreaming that one is being beheaded—and one would believe that it doesn’t really matter. Now one wakes up—and lo and behold, one has brought a book to bed with oneself. It ended up at the back of the bed while one was tossing and turning. Now one is lying with one’s head resting on the edge of the book, and the fact that one is lying uncomfortably there feels, in the dream, as if one had been beheaded. Once one has woken up, one realizes what the dream means; after waking, one can explain to oneself where the dream came from.

[ 43 ] Man muß also erst aufwachen. Aufs Aufwachen kommt es an. Menschen, die ihr ganzes Leben träumen würden, die würden die Traumwelt für ihre einzige Wirklichkeit halten. Wir fangen erst an, die Traumwelt für eine Phantasiewelt zu halten, wenn wir aufwachen.

[ 43 ] So first you have to wake up. Waking up is what matters. People who spent their entire lives dreaming would consider the dream world to be their only reality. We only begin to regard the dream world as a fantasy world when we wake up.

[ 44 ] Nun, meine Herren, im Bett wacht halt der Mensch von sich selber und durch die umliegende Welt, die ihn aufrüttelt, auf. Aber aus dem Leben, in dem wir da drinnen sind, von dem wir glauben, es sei nur das Handgreifliche da, da wachen wir nur auf, wenn wir uns anstrengen. Und das, wie man da aufwacht, habe ich eben beschrieben in dem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» Geradeso wie man aus dem Traum aufwacht und weiß, daß der Traum eine Welt ist, die vom Wachsein bewirkt wird, so wacht man aus dem Wachsein auf durch die höhere Erkenntnis und weiß dann, daß von dem, was man jetzt vom höheren Wachsein wahrnimmt, unsere gewöhnliche Welt kommt. Das weiß man eben.

[ 44 ] Well, gentlemen, in bed, a person wakes up on their own and because the surrounding world stirs them. But from the life we are living right now—the one we believe consists only of what is tangible—we only wake up when we make an effort. And I have just described how one wakes up in that way in the book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?* Just as one wakes up from a dream and knows that the dream is a world brought about by wakefulness, so one wakes up from wakefulness through higher knowledge and then knows that our ordinary world arises from what one now perceives of the higher state of wakefulness. That is precisely what one knows.

[ 45 ] Daher muß die künftige Wissenschaft darauf ausgehen, nicht immer nur fortzuträumen in der Welt, immer nur zu probieren: Wie macht man das im Laboratorium, im physikalischen Kabinett? — sondern sie muß den Menschen anleiten, nun aufzuwachen, Dann wird man nicht mehr sagen: Der Mensch ist nur ein physischer, stofflicher Körper, sondern dann wird man sagen: Der Mensch besteht aus physischem Stoff, aus dem Ätherleib, Astralleib und Ich. Und von denen kann man dann sagen: Man weiß jetzt, was vom Leichnam aufwachend ist, auch wenn man stirbt. Denn der Ätherleib, der mußte erst an den physischen Leib herankommen und durch den Kopf den physischen Leib gestalten. Der Astralleib mußte erst herankommen, mußte sich erst ein bißchen in die Brust eingraben, da lernte der Mensch sprechen. Und das Ich mußte herankommen an den physischen Leib und mußte ihn ins Gleichgewicht bringen in der äußeren Welt. Dadurch lernte er seine Gliedmaßen bewegen und den Stoffwechsel den Bewegungen anpassen. Der Mensch bringt also seinen Ätherleib, seinen Astralleib und das Ich aus der geistigen Welt mit, und den chaotischen Stoff, der pulverisiert ist, den gestaltet er sich nach Ätherleib, Astralleib und Ich. Und das, was er mitbringt, wenn er in die Welt kommt, das trägt er wieder durch den Tod hinaus. Ich habe Ihnen schon angedeutet, wie das ist. Es ist so, daß man ja, wenn man nun diese höhere Wissenschaft des Aufwachens wirklich ins Auge faßt, über das Leben nach dem Tode und vor dem irdischen Leben geradeso sprechen kann, wie man über dieses Erdenleben spricht. Das wollen wir nun das nächste Mal tun. Dann wird die Frage ganz beantwortet sein, wie der Mensch sich ausnimmt, wenn er keinen Körper hat, nämlich vor der Befruchtung.

[ 45 ] Therefore, future science must not merely continue to daydream about the world, constantly asking, “How can this be done in the laboratory, in the physics lab?” — but rather, it must guide people to wake up. Then people will no longer say: “Human beings are merely physical, material bodies,” but instead people will say: “Human beings consist of physical matter, the etheric body, the astral body, and the I.” And regarding these, one can then say: We now know what awakens from the physical body, even when we die. For the etheric body first had to approach the physical body and shape it through the head. The astral body first had to approach the physical body, had to burrow a little into the chest; that is when the human being learned to speak. And the ego had to approach the physical body and bring it into balance with the external world. Through this, the human being learned to move his limbs and to adapt his metabolism to his movements. So human beings bring their etheric body, their astral body, and the “I” with them from the spiritual world, and they shape the chaotic, pulverized substance into an etheric body, an astral body, and an “I.” And what they bring with them when they enter the world, they carry out again through death. I have already hinted to you how this works. The fact is that when one truly takes this higher science of awakening to heart, one can speak of life after death and before earthly life just as one speaks of this earthly life. That is what we will do next time. Then the question of what a human being is like when he has no body—namely, before conception—will be fully answered.

[ 46 ] Der nächste Vortrag wird am Montag um neun Uhr sein. Es ist natürlich ein bißchen schwierig jetzt, aber das macht nichts. Denn daß es schwer ist, das kommt nur davon her, daß niemals die Menschen schon in ihrer Jugend auf diese Sachen vorbereitet werden. Würden sie vorbereitet, so würde es ihnen gar nicht schwer werden. Der Mensch muß sich heute, ich möchte sagen, abmühen, damit er dasjenige noch später erlernen kann, was in der Jugend dem Menschen nicht vorbereitet wird. Aber wenn Sie sehen, daß die heutigen Menschen es nur dazu bringen, daß sie sagen: Der Heerführer ist nur die Zusammenfassung von einer Kompanie Soldaten -, dann werden sie auch sehen, daß die heutige Wissenschaft es schon braucht, ausgebessert zu werden. Und das ist dann dasjenige, was wirklich dazu führt, das Übersinnliche zu begreifen.

[ 46 ] The next lecture will be on Monday at nine o'clock. Of course, it's a little difficult right now, but that doesn't matter. The reason it's difficult is simply that people are never prepared for these things in their youth. If they were prepared, it wouldn't be difficult for them at all. People today, I would say, have to struggle so that they can learn later on what they were not prepared for in their youth. But when you see that people today can only manage to say, “The military commander is merely the head of a company of soldiers,” then you will also see that modern science is in need of improvement. And that is what truly leads to an understanding of the supersensible.