Man's Life on Earth and
the Essence of Christianity
GA 349
9 April 1923, Dornach
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Man's Life on Earth and the Essence of Christianity, tr. SOL
8. Traum, Tod und Wiederkunft
8. Dream, Death, and Return
[ 1 ] Wollen wir nun weiter versuchen, die Dinge auszuführen, die wir in der letzten Zeit besprochen haben. Ich sagte Ihnen mehr so im allgemeinen, wie sich eigentlich dieses Geistig-Seelische des Menschen zum sinnlich-physischen Leben verhält. Nun will ich Ihnen das heute noch weiter ausführen. Ich habe Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß man, wenn man über diese Dinge etwas wissen will, nicht sagen kann: Ja, der Verstand, den ich einmal habe, der muß alles entscheiden, und was er nicht entscheiden kann, das gibt es nicht. - Man muß eben daran denken, daß man ja auch im gewöhnlichen Leben eine Entwickelung durchgemacht hat. Denken Sie sich nur einmal, wie es wäre, wenn wir auf der Stufe eines dreijährigen Kindes stehengeblieben wären! Wir würden die Welt ganz anders ansehen. Ein dreijähriges Kind sieht die Welt ganz anders an als ein erwachsener Mensch. Das dreijährige Kind, das läßt sich allerlei beibringen. Es schläft ja eigentlich noch in bezug auf das Leben. Das dreijährige Kind kann ja noch nicht einmal ordentlich sprechen; es läßt sich die Sprache beibringen. Überhaupt ist das dreijährige Kind bescheiden und nicht hochnäsig. Es läßt sich etwas beibringen. Es wäre wahrscheinlich nicht so bescheiden, wenn es nicht halb schliefe, und würde sagen: Warum soll man denn lernen? Wir wissen ja schon alles! - So sagt aber der heutige Mensch: Wir wissen ja schon alles; und da wir mit unserem Verstande das Geistig-Seelische nicht einsehen, so gibt es eben kein Geistig-Seelisches.
[ 1 ] Let us now continue to explore the topics we have been discussing recently. I spoke to you in rather general terms about how the spiritual-soul aspect of the human being relates to sensory-physical life. Today I would like to elaborate on this further. I have already pointed out to you that if one wants to know anything about these things, one cannot say: “Yes, the intellect that I possess must decide everything, and whatever it cannot decide does not exist.”—One must simply remember that one has also undergone a process of development in ordinary life. Just imagine for a moment what it would be like if we had remained at the level of a three-year-old child! We would view the world quite differently. A three-year-old child sees the world quite differently than an adult. A three-year-old child can be taught all sorts of things. In a sense, it is still asleep when it comes to life. A three-year-old child cannot even speak properly yet; it has to be taught to speak. In general, a three-year-old child is humble and not arrogant. It is open to learning. It probably wouldn’t be so humble if it weren’t half asleep, and would say: Why should we even learn? We already know everything! — But that is exactly what people today say: We already know everything; and since we cannot comprehend the spiritual-psychic realm with our intellect, then there is simply no spiritual-psychic realm.
[ 2 ] Nun, wenn ich als dreijähriges Kind sagen würde: Ich will nichts weiter lernen; wenn ich sage: Papa, Mama, und noch ein paar andere Dinge, Rühräpfel und so weiter, so ist das schon genug — so wäre das ein Kinderstandpunkt. Aber wenn man schon den gewöhnlichen Menschenverstand sich angeeignet hat, kann man wirklich noch etwas in sich ausbilden. Und wenn man nun die gewöhnlichen Erkenntniskräfte, die man hat, noch weiter ausbildet, dann kommt es dazu, daß man eben einen solchen Sprung, möchte ich sagen, durchmacht, wie derjenige ist vom kleinen Kind bis zum erwachsenen Menschen. Das alles hängt natürlich davon ab, daß man die Einsicht bekommt, und daß man sie schon von Grund auf in die ganze Menschenerziehung hineinträgt. Heute kann der Mensch gar nicht anders, als in dieser Beziehung hochnäsig sein und sagen: Ich weiß schon alles, und was ich nicht weiß, das geht mich nichts an. —- Heute kann der Mensch gar nicht anders, als das sagen, weil er schon von der Volksschule an so erzogen ist, daß er dem Verstand, den er einmal hat, alles zuschreibt und von dem andern sagt: Nun ja, da kann man glauben daran, aber das kann man nicht erkennen.
[ 2 ] Well, if I were a three-year-old child and said, “I don’t want to learn anything else”; if I said, “Daddy, Mommy,” and a few other things—mashed potatoes and so on—that would be enough—that would be a child’s point of view. But once you’ve acquired ordinary common sense, you can truly develop something further within yourself. And if you go on to develop the ordinary powers of cognition that you possess even further, then you end up making—I would say—a leap just like the one from a small child to an adult. All of this, of course, depends on gaining this insight and incorporating it from the very foundation into the entire process of human education. Today, people can’t help but be arrogant in this regard and say: “I already know everything, and what I don’t know is none of my business.” —- Today, people can’t help but say this because, starting in elementary school, they’ve been educated to attribute everything to the intellect they possess and to say of the other: “Well, you can believe in that, but you can’t truly understand it.”
[ 3 ] Sehen Sie, man muß sich nur ganz klar darüber sein, daß es wirklich ein solches Erwachen gibt von dem gewöhnlichen alltäglichen Leben zu einem wirklichen Wissen, wie es ein Erwachen gibt vom Schlafen und Träumen zum gewöhnlichen Leben. Sie müssen sich eben bekanntmachen damit, daß man über die Welt erst wirklich etwas wissen kann, wenn man von einem höheren Standpunkte aus dasjenige, was sich abspielt, durchschaut, geradeso wie vom Wachstandpunkt aus man den Traum durchschauen muß. Man weiß erst dann, daß der Traum keine Wirklichkeit ist, daß der Traum etwas ist, was vom wachen Leben abhängt, wenn man wach werden kann. Ich habe Ihnen schon letzthin gesagt: Wenn man niemals wach werden könnte, würde man dasjenige, was man träumt, für die einzige Wirklichkeit halten.
[ 3 ] You see, one must simply be very clear that there really is such an awakening from ordinary, everyday life to true knowledge, just as there is an awakening from sleep and dreaming to ordinary life. You simply have to come to terms with the fact that one can only truly know anything about the world when one sees through what is happening from a higher vantage point, just as one must see through a dream from the vantage point of wakefulness. Only then does one know that the dream is not reality, that the dream is something that depends on waking life—if one can become awake. I told you recently: If one could never wake up, one would consider what one dreams to be the only reality.
[ 4 ] Nun wollen wir aber sehen, was denn der Traum eigentlich ist. Sehen Sie, meine Herren, über den Traum haben ja die Leute furchtbar viel nachgedacht. Aber eigentlich ist alles dasjenige, was über den Traum geredet wird, im Grunde genommen eine Art Gefasel. Es ist wirklich eine Art Gefasel, denn die Menschen können sagen: Nun ja, wenn dann das Gehirn nur ein klein bißchen in Schwingungen kommt, dann träumt eben der Mensch. Ja, warum kommt denn das Gehirn nur ein klein bißchen in Schwingung? — Also dasjenige, was über den Traum gesagt wird, ist eigentlich eine Art Beweisen. Wenn Sie sich aber klar darüber sind, daß der Mensch nicht nur diesen physischen Leib hat, den man im Leben sieht und angreifen kann, sondern daß er eben noch diejenigen Wesensseiten hat, auf die ich Sie aufmerksam gemacht habe, daß der Mensch noch einen Ätherleib hat, einen astralischen Leib und ein Ich, und wenn Sie sich dann sagen: eben dieses Ich und dieser astralische Leib sind im Schlafe außerhalb des physischen Leibes und des Ätherleibes, dann können Sie sich erstens erklären, warum der Mensch im Schlafe nicht geht. Er geht nicht, weil das Ich nicht im physischen Leib drinnen ist. Sie können sich auch erklären, warum das kleine Kind nicht geht. Weil das Ich noch nicht erwacht ist beim kleinen Kind. Also Sie können sich erklären, warum der Mensch geht: Er geht, weil das Ich in seinen physischen Körper hineinschlüpft. Sie können sich auch erklären, warum der Mensch im Schlafe nicht denkt. Er denkt nicht, weil der astralische Leib nicht in seinem physischen Leib drinnen ist.
[ 4 ] But now let’s see what a dream actually is. You see, gentlemen, people have thought an awful lot about dreams. But actually, everything that’s said about dreams is, at the end of the day, just a kind of nonsense. It really is a kind of nonsense, because people might say: Well, if the brain just starts to vibrate a little bit, then a person dreams. Yes, but why does the brain start to vibrate just a little bit? — So what is said about dreams is actually a kind of reasoning. But if you realize that a person does not only have this physical body, which one sees and can touch in life, but that they also have those aspects of their being to which I have drawn your attention—that a person also has an etheric body, an astral body, and an “I”—and if you then say to yourself: it is precisely this “I” and this astral body that are outside the physical body and the etheric body during sleep, then you can, first of all, explain why a person does not walk in their sleep. They do not walk because the “I” is not inside the physical body. You can also explain why a small child does not walk. Because the “I” has not yet awakened in the small child. So you can explain why a person walks: they walk because the “I” slips into their physical body. You can also explain why a person does not think while asleep. They do not think because the astral body is not inside their physical body.
[ 5 ] Nicht wahr, das zeigt Ihnen, daß man sozusagen unterscheiden muß zwischen dem, was physischer Leib ist und Ätherleib - die liegen im Bett - und dem Ich und dem astralischen Leib, die im Schlafe draußen sind.
[ 5 ] Doesn't that show you that one must, so to speak, distinguish between what constitutes the physical body and the etheric body—which remain in bed—and the “I” and the astral body, which are outside the body during sleep.
[ 6 ] Jetzt denken Sie sich einmal, wie es ist, wenn man aufwacht oder einschläft. Wenn man einschläft, da ist es so, daß gerade das Ich und der astralische Leib herausgehen. Es gibt also auch einmal einen Zustand, wo sie halb drinnen sind im Herausgehen. Nachher kommt erst der Zustand, wo sie ganz draußen sind, das Ich und der astralische Leib. Also solch einen Zustand gibt es auch, wo sie noch halb drinnen und schon halb draußen sind. Da träumt man.
[ 6 ] Now imagine what it’s like when you wake up or fall asleep. When you fall asleep, it’s as if the “I” and the astral body are just leaving. So there is also a state where they are halfway out. Only afterward does the state come where they are completely outside—the “I” and the astral body. So there is also such a state where they are still halfway in and already halfway out. That is when one dreams.
[ 7 ] Man glaubt sonst nur, daß man träumt während der Nacht. Eigentlich träumt man nur beim Einschlafen und beim Aufwachen. Und was träumt man denn da? Ja, sehen Sie, meine Herren, die Leute glauben, daß man da träumt aus dem Grunde, weil man im Wachen sein Gehirn gebraucht — so sagen die heutigen Gelehrten —, aber im Schlafe nur sein Rückenmark gebraucht. So meinen die Leute.
[ 7 ] People usually think that they only dream at night. Actually, one only dreams when falling asleep and when waking up. And what does one dream about then? Well, you see, gentlemen, people believe that one dreams then because, while awake, one uses one’s brain—so today’s scholars say—but while asleep, one uses only one’s spinal cord. That is what people think.
[ 8 ] Aber diese Leute können überhaupt gar nicht beobachten! Nehmen Sie einmal einen richtigen Traum. Nehmen Sie zum Beispiel den Traum von einer Feuersbrunst. Sie träumen von einer ganzen Feuersbrunst; Sie träumen von allem möglichen. Und Sie wachen auf — da schreit man draußen: «Feurio!» Sie haben in Wirklichkeit nichts anderes wahrgenommen — von Feuer und so weiter haben Sie ja nichts gewußt -; also Sie haben, weil das Ohr da offen ist, gerade dieses «Feurio!» halb und halb gehört. Da bringen Sie das, weil Sie das gewöhnt sind, mit dem Feuer zusammen, aber so halb und halb dunkel. Und dasjenige, was Sie vom Feuer träumen, das kann unter Umständen etwas ganz anderes sein als das, was Sie sehen. Sie können zum Beispiel träumen, daß das Feuer von einem Vulkanausbruch herrühre. Sie können etwas ganz anderes träumen. Und wenn Sie von erwas träumen, was Sie vor vielen Jahren erlebt haben, dann werden Sie wissen, wie verworren der Traum ist. Sie haben vielleicht einmal als kleiner Junge, sagen wir, irgendwie mit einem anderen einen kleinen Streit gehabt. Nun träumen Sie nach Jahren von diesem Streit; aber Sie träumen so davon, als ob Sie erschlagen worden wären, oder daß Sie den andern erschlagen hätten. Der Traum verwirrt alles. Und das können Sie überall beim Traum wahrnehmen, daß er alles verwirrt macht.
[ 8 ] But these people are completely incapable of observing! Take a real dream, for example. Take the dream of a raging fire. You dream of a whole raging fire; you dream of all sorts of things. And you wake up—and someone outside is shouting, “Fire!” In reality, you didn’t perceive anything else—you didn’t know anything about fire or anything like that—so, because your ear was open, you just half-heard that “Fire!” Because you’re used to it, you associate it with the fire, but only vaguely. And what you dream about the fire may, under certain circumstances, be something entirely different from what you actually see. For example, you might dream that the fire stems from a volcanic eruption. You might dream something entirely different. And if you dream about something you experienced many years ago, then you’ll know just how confused the dream is. Perhaps once, as a young boy—let’s say—you had some kind of minor quarrel with someone else. Now, years later, you dream about that quarrel; but you dream about it as if you had been killed, or as if you had killed the other person. The dream confuses everything. And you can see this everywhere in dreams—that they make everything confusing.
[ 9 ] Nun, wenn wir beim Einschlafen träumen, dann bleibt die Geschichte verwirrt. Wenn wir beim Aufwachen träumen, dann korrigiert es sich, weil wir wirklich das sehen, was da vorliegt. Wir haben davon geträumt, daß uns einer ermordet. Er steckt uns einen Knäuel in den Mund; nachher kommt er und bearbeitet uns mit irgendeinem Instrument — wir wachen auf und haben unglücklicherweise einen Zipfel der Bettdecke in den Mund gekriegt.
[ 9 ] Well, when we dream as we’re falling asleep, the story remains confusing. When we dream as we’re waking up, it corrects itself because we’re actually seeing what’s right in front of us. We dreamed that someone was murdering us. He shoves a ball of something into our mouth; then he comes back and attacks us with some kind of instrument—we wake up and, unfortunately, have a corner of the comforter stuck in our mouth.
[ 10 ] Sie sehen, der Traum nimmt einen kleinen Anlaß, und setzt vieles dazu und verwirrt die Geschichte. Wenn zum Beispiel die Luft schlecht ist in dem Zimmer, in dem Sie schlafen, dann verspüren Sie das sogenannte Alpdrücken. Aber Sie sagen sich im Traume nicht: Da ist die Luft schlecht, da kann ich keinen guten Schlaf bekommen -, sondern Sie bekommen den Eindruck, als ob ein böser Geist auf Ihrer Brust sitze und drücken würde. Sie kennen ja alle die Sage von der Trut. Die beruht darauf, daß man schlechte Luft in die Lunge hineinbekommen hat. Das Alpdrücken beruht darauf.
[ 10 ] You see, the dream takes a small trigger, adds a lot to it, and confuses the story. For example, if the air is stale in the room where you sleep, you experience what is known as “sleep paralysis.” But in your dream, you don’t say to yourself, “The air is stale here; I can’t get a good night’s sleep”—instead, you get the impression that an evil spirit is sitting on your chest and pressing down on you. You’re all familiar with the legend of the Trut. It stems from the idea that stale air has entered the lungs. Sleep paralysis is based on the same principle.
[ 11 ] Worauf beruht denn das Träumen?
[ 11 ] What, then, is the basis of dreaming?
[ 12 ] Nun, meine Herren, nehmen wir jetzt den Aufwachetraum. Da ist es so, daß das Ich und der astralische Leib gerade hineinrutschen und noch nicht ganz drinnen sind. Das sind die Träume, von denen wir am meisten wissen. Wenn Sie ganz drinnen sind in Ihrem physischen Leibe, dann gucken Sie aus Ihren Augen heraus. Wenn Sie aber nicht ganz drinnen sind, dann gucken Sie nicht aus Ihren Augen heraus. Sie müssen sich vorstellen: Wenn Sie hereingehen in Ihren physischen Leib, dann drehen Sie sich gewissermaßen um und gucken aus Ihren Augen heraus. Wenn Sie aber noch halb draußen sind, gehen Sie durch Ihre Augen hindurch, schlüpfen so durch Ihre Augen durch, und da sehen Sie alles undeutlich. Da knüpfen Sie allerlei verwirrte Phantasievorstellungen an. Aber etwas anderes haben wir nicht, wenn wir vom Nachtschlaf in unseren Körper hereingehen, als diese verwirrten Vorstellungen. Und wie kriegen wir sie überhaupt zurecht? Wir kriegen sie nicht zurecht. Nur unser Körper macht sie uns zurecht. Sonst würden wir ewig den feuerspeienden Vesuv sehen, wenn wir draußen «Feurio» hören würden. Unsere Augen sind so wunderbar eingerichtet, daß wir durch sie erst das Richtige sehen können. Das heißt, wir würden uns das ganze Leben hindurch nur allerlei phantastischen Dingen hingeben, wenn wir das ganze Leben außer unserem Körper wären. Der Körper ist es, der es macht, daß wir das Leben ordentlich sehen können.
[ 12 ] Well, gentlemen, let’s now consider the waking state. In this state, the “I” and the astral body are just slipping into it and are not yet fully inside. These are the dreams we know the most about. When you are fully inside your physical body, you look out through your eyes. But if you’re not quite inside, then you don’t look out through your eyes. You have to create a mental image of it this way: When you enter your physical body, you sort of turn around and look out through your eyes. But if you’re still halfway outside, you pass through your eyes—you slip right through them—and everything appears blurry. That’s when all sorts of confused mental images take hold. But when we enter our bodies from nighttime sleep, we have nothing else but these confused mental images. And how do we make sense of them at all? We can’t make sense of them. Only our body makes sense of them for us. Otherwise, we’d be seeing Vesuvius spewing fire forever whenever we heard “Feurio” from outside. Our eyes are so wonderfully designed that it is only through them that we can see what is real. In other words, if we were outside our bodies our entire lives, we would spend our whole lives indulging in all sorts of fantastical things. It is the body that enables us to see life clearly.
[ 13 ] Also Sie sehen, wenn wir uns anschauen außerhalb unseres Körpers, da sind wir in Wirklichkeit innerlich in unserem Ich und in unserer Seele; wir sind Phantasten, die sich allerlei verworrene Vorstellungen in ihrem Ich machen, und die nur immer in unserem Körper, jeden Morgen, wenn wir aufwachen, zurechtgerückt werden müssen. Unser Körper ist es, dem wir es verdanken, daß wir die Dinge ordentlich sehen. Eigentlich sind wir im Erdenleben Phantasten. Der Traum zeigt uns, wir wir in Wirklichkeit im Erdenleben sind.
[ 13 ] So you see, when we look at ourselves from outside our body, we are in reality within our self and our soul; we are dreamers who conjure up all sorts of confused mental images within our self, and who simply have to be realigned in our body every morning when we wake up. It is thanks to our body that we see things clearly. In reality, we are dreamers in our earthly life. Dreams show us what we are really like in our earthly life.
[ 14 ] Wenn man nun dazu kommt, die Dinge wirklich einzusehen dadurch, daß man noch in einer gewissen Weise später aufgewacht ist in bezug auf sein Erkennen, da sieht man erst recht: Der Mensch ist in seinem Erdenleben das, was er träumt. Er ist eigentlich ein Phantast, und er muß sich durch den Körper immer zurechtrücken lassen. Und wenn er ganz schläft, so ist er eigentlich ganz ohnmächtig. Da kann er gar nichts von der Welt wahrnehmen. Nur wenn er ein Stückchen von seinem Körper hat, so nimmt er die Welt phantastisch wahr.
[ 14 ] When one finally comes to truly understand these things—by having, in a certain sense, awakened later in one’s cognitive development—one sees all the more clearly: In his earthly life, a human being is what he dreams. He is, in fact, a dreamer, and he must always allow himself to be guided by his body. And when he is completely asleep, he is actually completely powerless. Then he cannot perceive anything of the world at all. Only when he retains a small part of his body does he perceive the world in a fantastical way.
[ 15 ] Aber gerade wenn man das weiß, so sagt man sich: Was ist denn eigentlich der Traum? Was zeigt denn eigentlich der Traum? Der Traum zeigt uns, daß wir eigentlich von unserem Körper gar nichts wissen; denn wüßten wir etwas, so könnten wir auch ordentlich sehen, was draußen ist. Wir könnten in Gedanken und im Geiste die Augen nachbilden. Aber wir können das nicht; wir sind erst angewiesen darauf, daß uns unser Körper die Kraft der Augen gibt. Also zeigt uns der Traum, wie wenig wir von unserem Körper wissen.
[ 15 ] But precisely when we know this, we ask ourselves: What, exactly, is a dream? What, exactly, does a dream reveal? A dream shows us that we actually know nothing at all about our bodies; for if we knew anything, we would be able to see clearly what is out there. We could recreate the eyes in our thoughts and in our minds. But we cannot do that; we are entirely dependent on our body to give us the power of sight. Thus, the dream shows us how little we know about our body.
[ 16 ] Nun erinnern Sie sich aber, daß ich ja letzthin gesagt habe, wir müssen uns ja diesen Körper selber machen. Vererbung ist nichts. Dasjenige, was vorliegt, wenn der Mensch sein Dasein auf Erden beginnt, das ist, wie ich Ihnen auseinandergesetzt habe, eine zu Staub zermürbte Materie. Da muß erst das Geistig-Seelische hinein. Der Mensch muß sich erst seine ganze Materie selber aufbauen. Wenn er den Traum versteht, weiß er, daß er das nicht kann. Und wenn man dazu kommt, den Traum zu durchschauen, lernt man noch etwas anderes.
[ 16 ] But now remember that I said recently that we must create this body for ourselves. Heredity is nothing. What is present when a human being begins his existence on earth is, as I have explained to you, matter worn down to dust. The spiritual and soul elements must first be infused into it. A person must first build up all of their matter themselves. If they understand the dream, they know that they cannot do this. And when one comes to see through the dream, one learns something else as well.
[ 17 ] Denken Sie einmal nach darüber, wie schwer es ist, sich in die ersten Kinderjahre zurückzuversetzen. Da fällt einem plötzlich ein Ereignis ein, von dem man weiß: Das hat mir die Mutter nicht erzählt, das habe ich selber gesehen. Bei dem einen Menschen fällt es ins dritte Jahr, bei dem andern ins vierte Jahr und so weiter. Ja, meine Herren, vorher hat man ja ganz geschlafen, richtig geschlafen. Aber wenn man so ein dreijähriges Kind betrachtet, das eigentlich noch richtig schlafen kann — denn man erinnert sich ja nicht zurück, geradeso wie man sich an den gewöhnlichen Schlaf nicht zurückerinnert -, wenn Sie dieses dreijährige Kind in bezug auf das Leben betrachten, so kann das etwas, was man später nicht mehr kann.
[ 17 ] Think for a moment about how difficult it is to transport yourself back to your earliest childhood years. Suddenly, an event comes to mind about which you know: My mother didn’t tell me about that—I saw it myself. For some people, it happens in the third year; for others, in the fourth, and so on. Yes, gentlemen, before that you were completely asleep—truly asleep. But when you look at a three-year-old child, who is actually still capable of sleeping deeply—because you don’t remember it, just as you don’t remember ordinary sleep—when you consider this three-year-old child in relation to life, they can do something that you can no longer do later on.
[ 18 ] Ich habe Ihnen gesagt: Bis zum Zahnwechsel, bis zum siebenten Jahr wird das Gehirn fein aufgebaut. Schauen Sie sich ein Gehirn von einem Kinde an, das eben geboren worden ist, und ein Gehirn von einem siebenjährigen Kinde. Da ist etwas vorgegangen bei diesem siebenjährigen Kinde, was gearbeitet hat an diesem Gehirn. Das Gehirn selber kann nichts machen. Das Gehirn ist wie eine Dynamomaschine. Eine Dynamomaschine entwickelt den Magnetismus, und die ganze Bewegung der Fabrik wird abhängig von dieser Dynamomaschine. Aber da muß erst der elektrische Strom durchgehen, sonst steht sie still, diese Dynamomaschine. Das Gehirn steht still, wenn nicht der Strom des seelischen Lebens durchgeht. Beim Kind geht viel mächtiger der Strom des seelischen Lebens durch, denn das Kind arbeitet bis zum Zahnwechsel hin das ganze Gehirn aus, und am meisten in den allerersten Lebensjahren. Deshalb habe ich Ihnen erzählt, daß Jean Paul, der ein sehr gescheiter Mensch war, sagte: Der Mensch lernt in seinen ersten drei Jahren viel mehr, als in seinen drei Universitätsjahren. Es ist viel kunstvoller, was man da arbeiten muß, als was man jemals später äußerlich zu bearbeiten hat.
[ 18 ] I told you: The brain develops its fine structure until the teeth come in, until the age of seven. Look at the brain of a newborn child and the brain of a seven-year-old child. Something has happened in this seven-year-old child that has shaped this brain. The brain itself cannot do anything. The brain is like a dynamo. A dynamo generates magnetism, and the entire operation of the factory depends on this dynamo. But first, an electric current must flow through it; otherwise, the dynamo comes to a standstill. The brain comes to a standstill if the current of spiritual life does not flow through it. In a child, the current of spiritual life flows much more powerfully, for the child develops the entire brain up until the time of tooth replacement, and most intensively in the very first years of life. That is why I told you that Jean Paul, who was a very intelligent man, said: “A person learns much more in their first three years than in their three years at university.” The work one must do during this time is far more intricate than anything one will ever have to tackle externally later on.
[ 19 ] Da sagt man sich: Ja, das haben wir gehabt; das ist uns verlorengegangen. Gerade als wir bewußt geworden sind, ist uns dieses innere seelische Arbeiten verlorengegangen. Das haben wir nicht mehr. Und derjenige, der zu dieser Erkenntnis kommt, der merkt, daß er das immer weniger kann. Wenn man sich später die Gabe erringt, zurückzuschauen ins Leben, da wird es einem ganz schwummerig von dem, was da vorgegangen ist. Denn als man ein vierzehnjähriger Junge war, hat man vielleicht noch etwas von dem gekonnt, was man in Hülle und Fülle gekonnt hat, als man ein dreijähriges Kind war oder gar gerade geboren worden ist. Da konnte man am meisten; mit vierzehn Jahren konnte man schon viel weniger davon. Ist man dreißig Jahre geworden, da kann man gerade noch so viel, daß man verdauen kann — aber man kann nicht mehr etwas ausarbeiten. Ist man fünfzig oder sechzig Jahre geworden, dann ist man mit Bezug auf diese Arbeit, mit der man den menschlichen Körper ausarbeitet, erst ein richtiger Esel geworden. Man wird sich erst klar darüber, ein wie großer Esel man im Laufe des Erdenlebens wird! Das ist nämlich notwendig, daß man darauf kommt: Machst du die Lebenszeit von zwanzig bis dreißig Jahren durch, so verlierst du etwas von deiner Weisheit. Machst du die Lebenszeit von dreißig bis vierzig Jahren durch, da verlierst du schon gar viel mehr. Und nachher, da ist man schon ein furchtbarer Esel mit Bezug auf alles dasjenige, was man innerlich verarbeiten soll.
[ 19 ] Then one says to oneself: Yes, we used to have that; we’ve lost it. Just as we became self-aware, we lost that inner spiritual work. We no longer have it. And whoever comes to this realization notices that they are increasingly unable to do it. When one later gains the ability to look back on one’s life, one feels quite dizzy at the thought of what has transpired. For when one was a fourteen-year-old boy, one might still have been able to do some of what one could do in abundance when one was a three-year-old child or even just a newborn. That’s when you were capable of the most; by the age of fourteen, you were already capable of much less. By the time you’ve reached thirty, you can barely do enough to get by—but you can no longer really work things out. By the time you’ve reached fifty or sixty, you’ve become a real donkey when it comes to this work of shaping the human body. You only realize how much of a donkey you’ve become over the course of your earthly life! It’s actually necessary to come to this realization: If you go through the period from twenty to thirty years of age, you lose some of your wisdom. If you go through the period from thirty to forty, you lose even much more. And afterward, you’ve already become a terrible fool when it comes to everything you’re supposed to process internally.
[ 20 ] Fängt man aber mit der Erkenntnis an, wenn man sich die Fähigkeit aneignet, zurückzuschauen ins Leben, so wird man eigentlich von Respekt erfüllt, was man für ein gescheites Wesen war, als man ein ganz kleines Kind war. Da war man einmal furchtbar häßlich; aber man hat alles umändern können, wenn man ein häßlicher Kerl gewesen ist. Mit fünfzehn Jahren kann man sich nicht mehr schön machen. Als kleines Kind kann man sogar gerade das. Alle kleinen Kinder können das.
[ 20 ] But if you start with the realization—when you acquire the ability to look back on your life—you’re actually filled with respect for what a clever being you were when you were a very small child. You used to be terribly ugly; but you were able to change everything, even if you were an ugly little thing. At fifteen, you can no longer make yourself beautiful. As a small child, you can do just that. All small children can do that.
[ 21 ] Also das ist wichtig, daß man merkt: Was bist du für ein Esel geworden im Laufe deines Lebens. Das ist eine wichtige Seite des Lebens. Man wird nicht unbescheiden dabei, sondern ein furchtbar bescheidener Mensch. Man merkt beim richtigen Erkennen: Als du ein kleines Kind warst, bist du eigentlich auf dem Esel gesessen und hast den Esel selber angetrieben. Jetzt, da du ein alter Kerl geworden bist, hast du dich in den Esel selber verwandelt. — Sehen Sie, man muß das so drastisch ausdrücken, sonst kommt gar nichts dabei heraus.
[ 21 ] So it’s important to realize: What a fool you’ve become over the course of your life. That’s an important aspect of life. It doesn’t make you immodest; rather, it makes you a terribly humble person. When you truly recognize this, you realize: When you were a small child, you were actually sitting on the donkey and driving it yourself. Now that you’ve become an old man, you’ve turned into the donkey yourself. — You see, you have to put it that bluntly; otherwise, nothing comes of it.
[ 22 ] Auf diese Weise kommt man auch darauf, was der Traum bedeutet. Sie werden es selbst schon erlebt haben; im Traume kann man sogar meinen, daß man der Kaiser von China ist oder irgend etwas anderes. Es gibt noch viele andere Träume. Man kann alles mögliche träumen. Aber was zeigt uns denn der Traum? Da-muß man nur den Traum verfolgen, wie er im Laufe des Erdenlebens sich verändert.
[ 22 ] This is also how one comes to understand what a dream means. You’ve probably experienced this yourself; in a dream, you might even think you’re the Emperor of China or something else entirely. There are many other kinds of dreams. You can dream all sorts of things. But what does a dream actually reveal to us? To find out, you simply have to observe how the dream changes over the course of one’s earthly life.
[ 23 ] Kleinkinderträume sind ganz wunderbar. Kleinkinderträume zeigen einem noch, daß das Kind in sich noch die Kräfte hat, seinen Körper zu gestalten. Sie sind richtig kosmisch. Das Kind träumt von dem, was es erlebt hat, bevor es auf die Erde heruntergestiegen ist, weil diese Kräfte noch in ihm sind. Die braucht es, um sein Gehirn auszubilden. Wenn Sie dieses wunderbar gestaltete Gehirn haben, das so im obersten Schädel drinnen ist (Zeichnung Seite 152), dann hat es da das Auge, aber da hier sind die Nerven, die man braucht, um zu sehen. Das alles muß man fein ausarbeiten. Das muß fein ausgearbeitet werden. Ja, meine Herren, das kann man nicht ausarbeiten mit dem Erdenwissen. Mit dem Erdenwissen kann man hier und da Maschinen ausarbeiten; aber mit dem Erdenwissen kann man nicht das Gehirn ausarbeiten. Bei den Kleinkinderträumen sieht man noch genau: die haben in ihren Träumen das, wie sie ihr Gehirn ausarbeiten. Später werden die Träume auch sehr merkwürdig, wenn der Mensch nicht ein geordnetes Leben führt; sie werden immer ungeordneter. Und daß der Traum verwirrt ist, das rührt eigentlich davon her, daß man so wenig von seinem physischen Leibe weiß, weil man nicht drinnen steckt.
[ 23 ] Toddlers’ dreams are truly wonderful. Toddlers’ dreams show us that the child still possesses the powers within to shape its own body. They are truly cosmic. The child dreams of what it experienced before descending to Earth, because these powers are still within it. It needs these powers to develop its brain. When you have this wonderfully formed brain, which is located at the very top of the skull (drawing on page 152), it has the eye there, but here are the nerves needed for seeing. All of this must be finely worked out. It must be finely worked out. Yes, gentlemen, this cannot be worked out using earthly knowledge. With earthly knowledge, one can design machines here and there; but with earthly knowledge, one cannot design the brain. In the dreams of small children, one can still see it clearly: in their dreams, they are working out their brains. Later on, dreams also become very strange if a person does not lead an orderly life; they become increasingly disordered. And the fact that the dream is confused actually stems from the fact that one knows so little about one’s physical body, because one is not inside it.
[ 24 ] Also das ist der Grund, daß man so wenig von seinem physischen Leibe weiß, weil man dasjenige, was man als Weisheit mitbekommen hat, als man ins Erdenleben heruntergestiegen ist, im Laufe des Lebens verloren hat, in Eselhaftigkeit verwandelt hat. Wenn man aufgewacht ist und sich sagt: Nun, wenn du das alles glaubst, was du jetzt geträumt hast - daß du der Kaiser von China bist -, so bist du natürlich ein Esel. Aber wir selber können gar nichts anderes, als Eselhaftigkeit entwickeln, weil wir den Körper nicht haben. Indem wir nicht drinnenstecken, können wir gar nicht anders, als daß der Traum uns verwirrt. Wir haben die Fähigkeit ganz verloren, die wir als kleine Kinder gehabt haben, unseren Körper richtig aufzubauen. Er muß uns von außen kommen. Wenn wir aufwachen, kommt er uns von außen. Aber wenn wir wieder herunterkommen auf die Erde, kommt er uns nicht von außen. Da kommt uns von außen eine zerstörte Materie im Ei entgegen. Die müssen wir Stück für Stück aufbauen.
[ 24 ] So that is the reason why one knows so little about one’s physical body: because what one received as wisdom when one descended into earthly life has been lost over the course of one’s life and transformed into donkey-like stupidity. When you wake up and say to yourself: Well, if you believe all that you just dreamed—that you’re the Emperor of China—then of course you’re a fool. But we ourselves can do nothing other than develop foolishness, because we don’t have the body. Since we aren’t inside it, we can’t help but be confused by the dream. We have completely lost the ability we had as small children to properly build up our bodies. It must come to us from the outside. When we wake up, it comes to us from the outside. But when we come back down to earth, it does not come to us from the outside. Instead, we encounter destroyed matter in the egg coming toward us from the outside. We have to build it up piece by piece.
[ 25 ] Ja, meine Herren, das müssen wir nämlich alles lernen zwischen zwei Erdenleben. Zwischen zwei Erdenleben müssen wir lernen, was der träumende Mensch nicht kann. Sehen Sie, es gibt Feinde und Gegner der Anthroposophie, die sagen: Ach, das sind ja doch nur Leute, die träumen wollen; allerlei phantastische Sachen machen sie sich über die Welt zurecht. - Ja, aber die Anthroposophie besteht ja gerade darinnen, daß man nichts mehr auf den Traum gibt, weil der Traum zeigt, daß wir das nicht können, was wir können, wenn wir ins Erdenleben hereintreten, wenn wir hereintreten mit diesem dunklen, unbewußten Wissen, das wir als kleines Kind haben. Da sind wir uns klar darüber, daß wir uns das in einer Welt angeeignet haben, die nicht die Welt auf Erden ist, denn in der Welt auf Erden können wir uns nur zu Phantasten bilden in bezug auf unser eigentliches Ich. So schön diese Welt ist, wir können uns nur zu Phantasten bilden in bezug auf unser eigentliches Ich. Die Beziehung zu unserem Körper, das ganze Verhältnis zu unserem Körper, das müssen wir uns in einer anderen Welt aneignen.
[ 25 ] Yes, gentlemen, that is precisely what we must learn between two earthly lives. Between two earthly lives, we must learn what the dreaming human being cannot. You see, there are enemies and opponents of anthroposophy who say: “Oh, they’re just people who want to dream; they make up all sorts of fantastical things about the world.”—Yes, but the very essence of anthroposophy is that we no longer rely on dreams, because dreams show that we cannot do what we are capable of when we enter earthly life—when we enter it with that dark, unconscious knowledge we possess as small children. We are clear about the fact that we acquired this in a world that is not the world on Earth, for in the world on Earth we can only become fantasists with regard to our true self. As beautiful as this world is, we can only become fantasists with regard to our true self. The relationship to our body—our entire relationship to our body—is something we must acquire in another world.
[ 26 ] Nun will ich Ihnen sagen, daß derjenige, der das Ganze durchschaut und also auch einsieht, wie das Eselwerden immer weiter und weiter vorrückt, weiß: Dieses Wissen verlieren ist leicht. Nun, es ist ja dies nicht viel anders, als wenn einer eine Prüfung macht. Wenn einer eine Prüfung macht, dann ochst er oftmals zwei Jahre darauf hin. Vergessen hat er es wiederum geschwind, furchtbar geschwind. So ist es nämlich auch mit dem Wissen, das wir brauchen, um unseren Körper aufzubauen: vergessen können wir es schnell. Nur ist da das «Schnell» etwas anderes als bei einer Prüfung, einem Examen. Das «Schnell» ist unser ganzes Erdenleben. Wenn wir gestorben sind, haben wir ungefähr vergessen, was wir bei unserer Geburt heruntergebracht haben ins physische Leben. Unsere Lebenszeit ist ungefähr die Vergessenszeit.
[ 26 ] Now I want to tell you that anyone who sees through the whole thing—and thus also understands how the process of becoming a donkey keeps advancing further and further—knows this: It is easy to lose this knowledge. Well, it’s not much different from when someone takes an exam. When someone takes an exam, they often study for it for two years. Yet they forget it again quickly—terribly quickly. The same is true of the knowledge we need to build up our bodies: we can forget it quickly. Only here, “quickly” means something different than in the case of a test or an exam. “Quickly” refers to our entire earthly life. By the time we die, we have largely forgotten what we brought down into physical life at our birth. Our lifetime is roughly the time of forgetting.
[ 27 ] Nun denken Sie einmal, der eine von Ihnen hat ein Erlebnis, von dem er weiß: Da bist du aufwachsend als Kind; woran du erst erinnerst, das ist gewesen, sagen wir, als ich vier Jahre alt war. Nehmen Sie an, er ist schon sechzig Jahre alt geworden, und er erinnert sich mit sechzig Jahren zurück an ein Ereignis; da war er gerade vier Jahre alt. Nun hat er sechsundfünfzig Jahre gebraucht nach diesen vier Jahren, um zu vergessen, um innerlich zu. vergessen. Sechsundfünfzig Jahre lang ist das Vergessen immer stärker und stärker geworden. Er ist sechsundfünfzig Jahre lang immer mehr und mehr ein Esel geworden. Wievielmal mehr Zeit hat er also gebraucht zum Vergessen dessen, was er noch bis zum vierten Jahre gehabt hat? Nun, er hat sovielmal mehr gebraucht, als 4 in 56 enthalten ist: vierzehnmal seine erste Kindeszeit hat er gebraucht, um zu vergessen. Wenn er sechzig Jahre alt geworden ist, so braucht er wiederum vierzehnmal so lang, um sich in der geistigen Welt das wiederzugewinnen, was er da vergessen hat. Also er braucht 60 mal 14 Jahre, 840 Jahre. Dann hat er sich wiederum in der geistigen Welt die Fähigkeit erworben, so etwas zu haben, wie das kleine Kind in seinen ersten vier Jahren gehabt hat, um aufzubauen. Das heißt, nach 840 Jahren kann er wiederum auf die Erde kommen.
[ 27 ] Now imagine that one of you has an experience that you know about: You’re growing up as a child; the earliest thing you remember happened, let’s say, when you were four years old. Suppose you’ve already turned sixty, and at the age of sixty you look back on an event; he was just four years old at the time. Now it has taken him fifty-six years after those four years to forget—to forget inwardly. For fifty-six years, the process of forgetting has grown stronger and stronger. For fifty-six years, he has become more and more like a donkey. So how many times more time did he need to forget what he still had until the age of four? Well, it took him as many times longer as 4 is contained in 56: it took him fourteen times his early childhood to forget. When he reaches the age of sixty, it will take him another fourteen times as long to regain in the spiritual world what he forgot there. So he needs 60 times 14 years—840 years. Then, in the spiritual world, he has once again acquired the ability to possess something similar to what the small child had during its first four years, in order to build himself up. This means that after 840 years, he can return to Earth.
[ 28 ] Dies kann man sich nur dann mit voller Verantwortung ausrechnen, wie ich es Ihnen jetzt an die Tafel hingeschrieben habe, wenn man sich wirklich klar wird darüber, daß das so ist, wenn man prüfen kann dasjenige, was in den Träumen liegt, wie die Träume einen immer mehr und mehr entfernen von der geistigen Welt.
[ 28 ] One can only calculate this with full responsibility—as I have just written on the board—if one truly realizes that this is the case, if one can examine what lies within dreams and how dreams increasingly distance us from the spiritual world.
[ 29 ] Und sehen Sie, wenn einer herumgeht und zu einer bestimmten Zeit überhaupt nicht hineinkann in seinen physischen Leib, dann ist er ein Medium. Wenn einer zur rechten Zeit in seinen physischen Leib hineinkommt und ihn wieder gebraucht, nun ja, dann ist er ein normaler Mensch. Wenn aber einer immerfort in dem Zustand herumgeht, ohne daß das Ich in den physischen Leib hineingegangen ist - man kann ja sogar als Nachtwandler herumgehen; sogar sprechen kann man als Nachtwandler, oder wenn man im Bett liegt, sprechen -, dann braucht man sich nicht darüber zu verwundern; denn wenn man, sagen wir, eine Kugel wirft, und es ist alles eben, so rollt sie auch allein weiter. So kann unter Umständen, wenn der Mensch nicht ganz gesund ist, wenn alles leicht geht bei ihm, wenn sein Körper nicht die richtige Festigkeit hat, die Tätigkeit, die sonst im Bewußtsein ist, noch nachwirken. Dann ist aber der Mensch ein Automat. Ein Nachtwandler ist kein Mensch, sondern ein Automat. Und einer, der aus dem Schlaf spricht, spricht auch nichts Menschliches. Versuchen Sie es nur einmal: Sie können, wenn einer aus dem Schlafe spricht, die dümmsten Sachen hören, weil er ein Automat wird, und sein Ich und seine Seele nicht in seinem Leib drinnen sind.
[ 29 ] And you see, if someone walks around and, at a certain time, cannot enter their physical body at all, then they are a medium. If someone enters their physical body at the right time and uses it again, well, then they are a normal person. But if someone constantly goes about in this state without the “I” having entered the physical body—one can even walk around as a sleepwalker; one can even speak as a sleepwalker, or speak while lying in bed—then there’s no need to be surprised by this; for if, say, you throw a ball and the ground is level, it will continue rolling on its own. So under certain circumstances—if a person is not entirely healthy, if everything comes easily to them, if their body lacks the proper firmness—the activity that is otherwise present in consciousness may continue to have an effect. But then the person is an automaton. A sleepwalker is not a human being, but an automaton. And someone who speaks in their sleep does not speak anything human. Just try it once: when someone speaks in their sleep, you may hear the silliest things, because they become an automaton, and their “I” and their soul are not present within their body.
[ 30 ] Aber wenn das halb der Fall ist, wenn der Mensch nur halb ein Automat ist — das Hineinrücken geschieht nämlich von hinten aus, also so, daß der Mensch von dem hinteren Teil des Gehirnes aus nach vorne hineinrückt -— wenn da der Mensch nur halb hineinrückt, so kann er die Augen schließen, und dann nimmt er, weil da hinten die Sehnerven sind (rechts), etwas wahr, was aber phantastisch ist. Und dann kann er einem auch allerlei Phantastisches vorreden, denn, nicht wahr, er sieht nicht, sondern er bekommt da Bilder. Das Gehör sitzt da (Mitte). Und der Sprachsinn, der sitzt da (links). Da kann er Ihnen auch vorreden. Die Medien reden daher, aber sie sind nicht in der Welt drinnen. Daher ist gar nichts auf dasjenige zu geben, was die Medien sagen, weil sie halb in ihrem physischen Leibe drinnen sind. Gar nichts ist darauf zu geben. Dasjenige, was die Medien sagen, das ist eben nur das, was der Mensch in seiner - ich muß den Ausdruck immer wieder gebrauchen -, in seiner Eselhaftigkeit wahrnimmt.
[ 30 ] But if that is even half true—if a person is only half an automaton—since the process of moving forward actually occurs from the back, meaning that a person moves forward from the rear part of the brain—if a person only moves forward halfway, then they can close their eyes, and because the optic nerves are located there in the back (on the right), they perceive something that is, however, fantastical. And then they can also tell you all sorts of fantastical things, because, after all, they aren’t actually seeing—they’re merely receiving images. The sense of hearing is located here (center). And the sense of speech is located here (left). That’s how they can talk you into things. That is why mediums speak, but they are not fully present in the world. Therefore, there is absolutely no credence to be given to what mediums say, because they are only half within their physical bodies. Absolutely no credence should be given to it. What mediums say is simply what the person perceives in his—I must use this expression again and again—in his donkey-like nature.
[ 31 ] Ja, meine Herren, ich habe aber auch schon von Medien gehört, die wirklich großartige Dinge sagen. Das ist auch wahr, die Medien sagen auch großartige Dinge; aber das braucht einen gar nicht zu verwundern. Denn, sehen Sie, wenn zum Beispiel irgendwo ein starkes Erdbeben ausbricht, dann wandern zunächst die Tiere aus; die Menschen bleiben und lassen sich vom Erdbeben zugrunde richten. Die Tiere sind von vornherein prophetisch, weil der Verstand überall ist; sie haben den Verstand noch nicht in sich hineingeschoppt. So ist das Medium etwas, was bis zum Tier heruntersteigt. Es kann wunderbare Sachen machen, es kann sogar Verse sagen, die schöner sind als die Goetheschen Verse — nun ja, weil es heruntersteigt bis zum Tierverstand.
[ 31 ] Yes, gentlemen, but I’ve also heard of media outlets that say truly wonderful things. That’s true, too—the media do say wonderful things—but that shouldn’t surprise anyone. Because, you see, if, for example, a powerful earthquake strikes somewhere, the animals are the first to flee; the people stay behind and let the earthquake destroy them. Animals are prophetic from the outset because intelligence is everywhere; they have not yet crammed that intelligence into themselves. Thus, a medium is something that descends all the way down to the level of an animal. It can do wondrous things; it can even recite verses that are more beautiful than Goethe’s—well, because it descends to the level of animal intelligence.
[ 32 ] Bei demjenigen, der nach anthroposophischer Art zur Erkenntnis kommen soll, ist das Entgegengesetzte der Fall. Der darf nicht nur halb hineinrücken wie in seinen Träumen, sondern der muß alles so wissen, wie es der andere Mensch weiß, und außerdem noch das, was man wissen kann, wenn man ein zweites Mal aufwacht. Wenn man dieses zweite Mal aufwacht, dann bekommt man eben eine Vorstellung davon, wie das ist. Man sagt sich: Ja, wenn du in deinem Erdenleben dich ein wenig damit beschäftigt hast, den Menschen kennenzulernen, so hilft dir das nach dem Tode. Dann wird man es leichter haben nach dem Tode, den menschlichen Leib wiederum kennenzulernen. Aber das, was man kennenlernen muß zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das ist eben das Innere des menschlichen Leibes. Und da müssen Sie sich schon klar darüber sein: es ist sehr viel, die Welt kennenzulernen. Die Studenten schwitzen recht stark, wenn sie die äußere Welt kennenlernen sollen, wenn sie berechnen lernen sollen, wie die Sterne kreisen und so weiter; wenn sie berechnen lernen sollen, wie die Erde ausgeschaut hat, als noch nicht die jetzigen Krebse und so weiter waren. Da gibt es viel zu lernen. Ja aber, meine Herren, dieses, was man da zu lernen hat auf der Erde über das, was außerhalb des Menschen liegt, das ist nichts gegen das, was man zu lernen hat innerlich am Menschen.
[ 32 ] For those who are to attain knowledge in the anthroposophical way, the opposite is true. They must not merely slip in halfway, as in their dreams, but must know everything just as other people know it, and, in addition, what one can know when one wakes up a second time. When you wake up a second time, you get a mental image of what that is like. You say to yourself: Yes, if you have devoted a little time in your earthly life to getting to know human beings, that will help you after death. Then it will be easier for you after death to get to know the human body again. But what one must come to know between death and a new birth is precisely the inner nature of the human body. And you must be clear about this: getting to know the world is a vast undertaking. Students break out in a real sweat when they’re supposed to learn about the outer world, when they’re supposed to learn how to calculate the movements of the stars and so on; when they’re supposed to learn what the Earth looked like before the current crabs and such existed. There’s a lot to learn there. Yes, but, gentlemen, what one has to learn here on Earth about what lies outside the human being is nothing compared to what one has to learn about the inner nature of the human being.
[ 33 ] Nun werden Sie sagen: Ja, aber man lernt doch innerlich am Menschen, wenn der Mensch tot ist; da lernt man doch alles am Menschen. Man zerschnitzelt ihn, den Menschen, und man lernt am Leichnam, wie der Mensch eben innerlich ausschaut. — Aber das ist ein großer Unterschied. Mit dem ganzen Wissen, das Sie am Leichnam erzielen, können Sie nämlich niemals einen lebendigen Menschen zustande kriegen. Natürlich, um einen lebendigen Menschen zustande zu kriegen, ist die Empfängnis notwendig. Aber in der Empfängnis, da wirkt der Mensch, der erst gelernt hat in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt — der wirkt mit. Man kann auf der Erde sich nur eine Erkenntnis über dasjenige, was tot ist, erwerben. Man kann sich nicht eine Erkenntnis erwerben über dasjenige, was lebendig ist, oder gar über dasjenige, was empfindet und denkt.
[ 33 ] Now you might say: Yes, but you do learn about the inner workings of a human being when that person is dead; that’s when you learn everything about them. You dissect the person, and you learn from the corpse what the human being looks like on the inside. — But there is a big difference. For with all the knowledge you gain from a corpse, you can never bring a living human being into being. Of course, conception is necessary to bring a living human being into being. But in conception, the human being who has first learned in the spiritual world between death and a new birth—that person plays a part. On Earth, one can only gain insight into that which is dead. One cannot gain insight into that which is alive, let alone into that which feels and thinks.
[ 34 ] Und daß ich Ihnen diese Zahlen hier aufgeschrieben habe, das würde ich nicht gewagt haben, wenn nicht eben für die höhere Erkenntnis das vorläge, daß man sieht, wie der Mensch sich während seines Erdenlebens immer mehr und mehr von der geistigen Welt entfernt. Wenn er alt wird, hat er sich am meisten entfernt. Wenn er noch ein Kind ist —- nehmen wir an, er stirbt mit sechzehn Jahren -, ja, dann ist das anders, wenn er sich bis zu seinem vierten Jahr zurückerinnert. Er stirbt vielleicht mit sechzehn Jahren, erinnert sich zurück zwölf Jahre, das ist drei mal vier, und wenn er sechzehn Jahre alt geworden ist, braucht er also eigentlich nur achtundvierzig Jahre, um wiederum zu erscheinen. Es ist schon so, daß man das bis zu der Rechnung bringen kann!
[ 34 ] And I would not have dared to write down these figures here for you if it were not for the deeper insight that shows how a person moves further and further away from the spiritual world during his earthly life. By the time he grows old, he has moved the farthest away. When they are still a child—let’s suppose they die at the age of sixteen—well, then it’s different if they can remember back to their fourth year. They might die at sixteen, remember back twelve years—that’s three times four—and if they’ve lived to be sixteen, they actually only need forty-eight years to reappear. It’s true that you can actually work it out that way!
[ 35 ] Nun kriegt man aber etwas höchst Merkwürdiges heraus, meine Herren. Das ist dieses: Sie wissen ja, man zählt immer seit alten Zeiten das Patriarchenalter zu etwa 72 Jahren. Wenn der Mensch 72 Jahre alt geworden ist, so sind die Jahre darüber eigentlich schon geschenkt. Nicht wahr, das ist das Patriarchenalter, 72 Jahre. Nehmen wir nun an, ein solcher Patriarch wäre ein ganz vorzüglicher Mensch, wie es solche ja in alten Zeiten auch gegeben hat. Wir, die wir heute so unaufmerksam sind, wir erinnern uns ja sehr wenig zurück in unsere Kindheit. Aber diese Leute, die haben sich zurückerinnert bis zum dritten oder zweiten Lebensjahr. Und dann haben sie also zum Vergessen der Kindesweisheit, der übersinnlichen Weisheit, 70 Jahre gehabt. Da drinnen ist zwei 35mal enthalten. Sie gehen also eine Zeit durch, wo sie in der geistigen Welt sind — wenn sie 72 Jahre alt geworden sind, sich weit zurückerinnern, viel länger als heute —, die 35 mal 72 Jahre ist, das ist also über 2000 Jahre.
[ 35 ] But now, gentlemen, we discover something most peculiar. It is this: As you know, since ancient times the age of a patriarch has always been considered to be about 72 years. Once a person has reached the age of 72, any years beyond that are essentially a gift. Isn’t that right? That is the age of a patriarch—72 years. Now let’s suppose that such a patriarch were a truly exceptional person, as there certainly were in ancient times. We, who are so inattentive today, remember very little from our childhood. But these people could recall events all the way back to their third or second year of life. And so they had 70 years to forget the wisdom of childhood, the supersensory wisdom. That number contains two instances of 35. So they go through a period when they are in the spiritual world—once they have reached the age of 72, they can remember far back, much farther than we can today—which is 35 times 72 years, or over 2,000 years.
[ 36 ] Sehen Sie, meine Herren, wenn Sie die Sonne im Frühling beobachten, so geht sie jetzt im Sternbild der Fische auf. Früher einmal ist sie im Sternbild des Widders aufgegangen. Im Kalender steht nämlich heute noch der Widder als Aufgangspunkt. Aber das stimmt nicht. Die Sonne ist nämlich im Sternbild des Widders bis zum 15. Jahrhundert aufgegangen. Da hat man mit Recht gesagt: die Sonne geht im Sternbild des Widders auf. Und seitdem sind die Astronomen faul geworden, und sie behalten das bei, trotzdem die Sonne heute gar nicht mehr im Sternbild des Widders aufgeht, sondern im Sternbild der Fische,
[ 36 ] Look, gentlemen, when you observe the sun in the spring, it now rises in the constellation of Pisces. Long ago, it used to rise in the constellation of Aries. In fact, the calendar still lists Aries as the point of rising today. But that is not correct. The sun did, in fact, rise in the constellation of Aries until the 15th century. Back then, it was correctly said: “The sun rises in the constellation of Aries.” And since then, astronomers have become lazy, and they’ve stuck with that, even though the sun no longer rises in the constellation of Aries today, but rather in the constellation of Pisces,
[ 37 ] Nehmen Sie an, das Sternbild der Fische, das hat eine gewisse Größe. Es gibt zwölf solche Sternbilder. Wenn die Sonne nun im nächsten Jahr heraufkommt, so ist sie, wie gesagt, am 21. März irgendwo im Sternbild der Fische. Und wenn Sie sie im nächsten Jahr beobachten, so ist sie ein Stückchen weitergerückt, kommt nicht mehr an derselben Stelle herauf, und im vorigen Jahr war sie ein Stückchen weiter zurück, kam auch nicht an derselben Stelle herauf, wie in diesem Jahr. Die Sonne braucht eine gewisse Zeit, um das Sternbild zu durchlaufen. Zunächst war sie ganz im Anfang der Fische, und nachher, in der Zukunft einmal, wird sie am Ende der Fische sein. Dann wird sie so weit vorgerückt sein, daß sie nicht mehr bei den Fischen herauskommt, sondern beim Wassermann. Also jetzt geht sie durch das Sternbild der Fische durch, dann später durch das Sternbild des Wassermanns, noch später durch das Sternbild des Steinbocks und so weiter. Um durch ein solches Sternbild durchzugehen, braucht die Sonne ungefähr so lange, als der Mensch durchschnittlich braucht, wenn er ganz alt geworden ist, um wiederzukommen.
[ 37 ] Suppose the constellation Pisces—it has a certain size. There are twelve such constellations. When the Sun rises next year, as I said, it will be somewhere in the constellation of Pisces on March 21. And when you observe it next year, it will have moved a little further along; it will no longer rise at the same spot, and last year it was a little further back—it didn’t rise at the same spot as it does this year. It takes the Sun a certain amount of time to pass through a constellation. At first, it was at the very beginning of Pisces, and later, at some point in the future, it will be at the end of Pisces. Then it will have advanced so far that it will no longer rise in Pisces, but in Aquarius. So now it is passing through the constellation of Pisces, then later through the constellation of Aquarius, and even later through the constellation of Capricorn, and so on. To pass through such a constellation, the Sun takes about as long as it takes a human, on average, to return after reaching a very old age.
[ 38 ] Das bedeutet also sehr viel, daß die Sonne einmal vorrückt von einem Sternbild zum andern. Ich habe in meiner «Geheimwissenschaft» zunächst dargelegt, daß das mit dem Sonnenumgang zusammenhängt, wann der Mensch wiederkommt. Und wir dürfen daher annehmen die Erkenntnis zeigt uns das auch —, daß der Mensch, wenn er jetzt stirbt, dasjenige, was er zu lernen hat, um seinen Körper wieder aufzubauen, eben von den Einwirkungen der Fische bekommt. Und dann kommt er wieder, wenn er von den Fischen nichts mehr lernen kann, sondern vom Wassermann lernen muß. Und dann kommt er wieder, wenn er vom Steinbock lernen muß. Dann wiederum vom Schützen. Und dann wiederum kommt er wieder, wenn er vom Skorpion lernen muß. Und dann wiederum, wenn er von der Waage lernen muß; dann von der Jungfrau, dann vom Löwen, dann vom Krebs, dann von den Zwillingen, dann von dem Stier, dann von dem Widder. Dann kommt er wieder an den Anfang zurück. Da hat er aber natürlich viel gelernt. Da ist er in 25 815 Jahren einmal herumgegangen und hat zwölf Erdenleben ungefähr durchgemacht, elf bis zwölf Erdenleben durchgemacht. Wird nun einer sagen: Ja, da sagst du uns, der Mensch lernt dasjenige, was er auf der Erde braucht, immer von einem anderen Sternbild, von einem Sternbild, das ganz anders ausschaut. - Wenn Sie hinaufschauen zu dem Sternbild der Fische, so sieht das ganz anders aus als der Wassermann oder der Steinbock und so weiter.
[ 38 ] It is therefore highly significant that the Sun moves from one constellation to another. In my book *The Secret Science*, I first explained that this is connected to the Sun’s cycle and to when a person returns. And we may therefore assume—as this insight also shows us—that when a person dies now, they receive from the influences of Pisces precisely what they need to learn in order to rebuild their body. And then they return when they can no longer learn anything from Pisces, but must learn from Aquarius. And then they return when they must learn from Capricorn. Then again from Sagittarius. And then they return again when they must learn from Scorpio. And then again when they must learn from Libra; then from Virgo, then from Leo, then from Cancer, then from Gemini, then from Taurus, then from Aries. Then they return to the beginning. By then, of course, they have learned a great deal. In 25,815 years, he has made a full circuit and has gone through approximately twelve earthly lives—eleven to twelve earthly lives. Now someone might say: “Yes, you’re telling us that human beings always learn what they need on Earth from a different constellation—a constellation that looks completely different.” - If you look up at the constellation of Pisces, it looks completely different from Aquarius or Capricorn, and so on.
[ 39 ] Ja aber, meine Herren, denken Sie sich, Sie waren da vor, sagen wir, 800, 1000, 1500, 2000 Jahren. Da war es ja auf der Erde noch ganz anders. Da hätten Sie ein ganz anderes Leben geführt. Vielleicht wären Sie da irgendein ganz kleiner, zufriedener Bauer gewesen, hätten sich ein Bäuchlein angemästet und wären ein ganz zufriedener Kerl geworden. Jetzt sind Sie in der industriellen Arbeiterbewegung. Das ist dasjenige, was Sie gelernt haben von den Fischen. Dazumal, als Sie sich das Bäuchlein angemästet hätten und ein zufriedener Bauer gewesen wären, hätten Sie das vom Widder gelernt. So lernt der Mensch das, was er auf Erden durchmacht, gerade von den Sternbildern.
[ 39 ] Yes, but, gentlemen, just imagine: you were there, let’s say, 800, 1,000, 1,500, or 2,000 years ago. Things were very different on Earth back then. You would have led a completely different life. Maybe you would have been some tiny, contented farmer, would have fattened up a little belly, and would have become a very contented fellow. Now you’re part of the industrial labor movement. That’s what you’ve learned from the fish. Back when you would have fattened up that little belly and been a contented farmer, you would have learned that from Aries. That’s how humans learn what they experience on Earth—precisely from the constellations.
[ 40 ] Sehen Sie, jetzt kommen wir dazu, zu sagen: Der Mensch kommt allmählich herum. Wenn Sie also zum Beispiel 825 nach Christo dagewesen wären, also im 9. Jahrhundert, da wären Sie dieses Bäuerlein mit dem dicken Bäuchlein gewesen; jetzt sind Sie unter dem Einfluß der Fische wiedergekommen. Aber wenn Sie da herumgehen, kommen Sie nach 25 815 Jahren wiederum bei den Fischen an. Jetzt haben Sie aber mittlerweile so viel gelernt, daß Sie nicht mehr das zu werden brauchen, was Sie vorher gewesen sind, sondern Sie stehen jetzt als Menschenwesen auf einer viel höheren Stufe. Das muß man sich eben sagen: Nach 25 815 Jahren, wenn wir gerade wiederum auf die Erde herunterwollen, da werden wir es nämlich nicht mehr nötig haben, so auf die Erde herunterzugehen, weil wir alles in einem entsprechenden Sternbild gelernt haben.
[ 40 ] You see, now we can say: Human beings gradually come full circle. So, for example, if you had been around in 825 A.D.—that is, in the 9th century—you would have been that little farmer with the chubby belly; now you have returned under the influence of Pisces. But if you keep going around like that, after 25,815 years you’ll end up back with the Pisces. But by then you will have learned so much that you no longer need to become what you were before; instead, you will now stand as a human being on a much higher level. We simply have to acknowledge this: After 25,815 years, when we are ready to descend to Earth again, we will no longer need to come down to Earth in that way, because we will have learned everything in the corresponding constellation.
[ 41 ] Und sehen Sie, da kommt das in Betracht, worauf ich Sie auch schon einmal aufmerksam gemacht habe. Nicht wahr, diejenigen, die heute Geologie gelernt haben auf sehr gelehrte Weise, die erzählen einem: Vor 25 Millionen Jahren, da war es auf der Erde so und so. Nun, wie kommen denn die Leute darauf, daß vor 25 Millionen Jahren die Erde ein heißflüssiger Körper war? Ich habe Ihnen auch von ähnlichem gesprochen, aber nicht von so langen Zeiträumen. Wie kommen die Leute darauf?
[ 41 ] And you see, this brings up the point I’ve already brought to your attention before. Isn’t it true that those who have studied geology in a very scholarly way today tell us: 25 million years ago, the Earth was like this and that. Well, how did people come to the conclusion that 25 million years ago the Earth was a molten mass? I’ve spoken to you about similar things, but not over such long periods of time. How did people come to that conclusion?
[ 42 ] Sie prüfen zum Beispiel den Niagarafall. Der Wasserfall stürzt herunter. Jetzt nehmen sie den Stein, über den er da gerollt ist, heraus und rechnen aus, wieviel er im Jahr abgewaschen wird, und dann rechnen sie aus: wenn da im Jahre so und so viel abgewaschen wird, wie weit der Stein hinausgegangen sein kann, als das Wasser noch nicht zu Wasser abgefüllt war, sondern als Dunst vorhanden war. Und daraus bekommen sie dann diese 25 Millionen von Jahren.
[ 42 ] For example, they’re studying Niagara Falls. The waterfall plunges down. Now they take the rock over which it has rolled and calculate how much of it is eroded each year, and then they calculate: if so much is eroded each year, how far the rock must have moved back when the water had not yet formed a body of water but existed as vapor. And from that, they arrive at these 25 million years.
[ 43 ] Das ist geradeso, wie wenn ich das Herz eines Menschen untersuche. Heute ist der 9. April. Untersuchen wir heute das Herz, dann in einem Monat wiederum, da hat es sich schon ein bißchen verändert; nachher, wieder in einem Monat, hat es sich wieder etwas verändert. Und aus diesen kleinen Veränderungen rechnen wir aus und kommen darauf, wie das Herz vor 300 Jahren war. Aber da hat es ja noch nicht bestanden. Die Rechnung ist richtig. So sind die wissenschaftlichen Rechnungen oftmals: Die Rechnung ist richtig, aber die Dinge waren noch nicht da. Und so ist es mit dem, wie die Erde vor 25 Millionen Jahren ausgeschaut hat. Die Rechnung stimmt ganz genau, aber die Erde war noch nicht da. Und so rechnet man dann auch aus, wie die Erde nach 25 Millionen Jahren sein wird. Da rechnet man eben nach der anderen Seite. Aber da wird die Erde nicht mehr bestehen. Geradeso wie beim Herzen, das jeden Tag ein bißchen schlechter und schlechter wird, man sich ausrechnen kann, wie es in 300 Jahren sein wird, nur daß Sie in 300 Jahren als physischer Mensch nicht mehr da sein werden. Die Rechnungen sind ganz richtig. Das ist ja gerade das Blendende, das Täuschende, daß die Rechnungen furchtbar richtig sind; aber der Mensch dauert nicht so lange, als die Rechnungen angeben. Wenn Sie wiedererscheinen nach 25 815 Jahren, da hat sich die Erde inzwischen aufgelöst, und Sie haben überhaupt schon finden müssen in Ihren aufeinanderfolgenden Leben, wie Sie anders sich in die Erde hineinfinden müssen. Da ist die Erde nicht mehr; da sind Sie von der Erde befreit. Da sind Sie zu einem höheren Leben aufgestiegen.
[ 43 ] It’s just like when I examine a person’s heart. Today is April 9. If we examine the heart today, then again in a month, it will have changed a little; and then, another month later, it will have changed a little more. And from these small changes, we make calculations and determine what the heart was like 300 years ago. But of course, it didn’t exist back then. The calculation is correct. That’s often how scientific calculations work: The calculation is correct, but the things in question didn’t exist yet. And that’s how it is with what the Earth looked like 25 million years ago. The calculation is exactly right, but the Earth didn’t exist yet. And that’s how we calculate what the Earth will be like in 25 million years. We simply work backward from there. But the Earth won’t exist by then. Just like with the heart, which gets a little worse every day—you can calculate what it will be like in 300 years—except that in 300 years, you, as a physical human being, will no longer be here. The calculations are entirely correct. That is precisely what is so dazzling, so deceptive—that the calculations are terribly accurate; but human beings do not last as long as the calculations indicate. When you reappear after 25,815 years, the Earth will have disintegrated in the meantime, and you will already have had to discover, in your successive lives, how you must relate to the Earth in a different way. The Earth will no longer be there; you will be freed from the Earth. You will have ascended to a higher life.
[ 44 ] Und so kann man, wenn man wirklich hineindringt in die Sache, ganz richtig wissenschaftlich in die Zeit hineindringen, von der alte Sagen noch berichten, daß der Mensch eine Reihe von Erdenleben durchmacht, dann aber nicht mehr auf die Erde zurückzukehren braucht. Dann muß er so viel gelernt haben, daß er es eben nun aushalten kann, wenn er nicht mehr einen physischen Körper bekommt. Aber da muß der Mensch allmählich dazu gekommen sein, nicht mehr so verrückte Träume zu haben wie heute, und muß überhaupt sich nicht mehr so weit von der geistigen Welt entfernt haben.
[ 44 ] And so, if one truly delves into the matter, one can—in a perfectly scientific way—gain insight into the time period of which ancient legends still speak: that human beings go through a series of earthly lives, but then no longer need to return to Earth. By then, a person must have learned enough to be able to endure the fact that they will no longer receive a physical body. But by that point, a person must have gradually come to no longer have such crazy dreams as we do today, and must not have distanced themselves so far from the spiritual world in the first place.
[ 45 ] Da bekommen Sie aber ein sehr wichtiges Resultat heraus, meine Herren. Da müssen Sie sich sagen: Diejenigen Menschen, die sich sträuben gegen die Bekanntschaft mit der geistigen Welt, die wollen nicht das Wissen herankommen lassen an die Menschheit. Die wollen, daß der Mensch ein Esel bleibt auf der Erde und nicht wiederum zurückkehren kann. Denn dadurch, daß er sich schon auf der Erde etwas angeeignet hat über den Menschen und zwar etwas Lebendiges, nicht bloß ein Wissen am toten Körper, dadurch kommt er auch immer mehr und mehr in die Lage, bewußt zu durchschauen nach dem Tode, was er da durchzumachen hat.
[ 45 ] But that leads you to a very important conclusion, gentlemen. You must tell yourselves: Those people who resist becoming acquainted with the spiritual world do not want that knowledge to reach humanity. They want human beings to remain like donkeys on Earth and be unable to return. For by having already acquired something about the human being while still on Earth—and specifically something living, not merely knowledge of the dead body—they are increasingly able to consciously perceive, after death, what they must go through there.
[ 46 ] Dann, wenn der Mensch, wie es gewisse Dunkelmänner wollen, weil er auf der Erde einmal ein Esel werden muß, auch ein Esel bleiben soll, dann verleiten ihn diese Dunkelmänner dazu, daß er überhaupt sein geistiges Dasein verliert. Sie reden ihm die ewige Seligkeit vor. Aber so, wie sie ihm die Seligkeit vorreden, so nehmen sie ihm eben dasjenige, was ihm zugeteilt ist. So muß man eben reden; das ist etwas Furchtbares!
[ 46 ] If, as certain dark-minded people claim, a person must once become a donkey on Earth and therefore remain a donkey, then these dark-minded people lead him to lose his spiritual existence altogether. They promise him eternal bliss. But just as they promise him bliss, they are in fact taking away from him precisely what has been allotted to him. That is how they must speak; it is a terrible thing!
[ 47 ] Deshalb muß Anthroposophie dem Menschen zeigen, wie er wirklich der Erkenntnis gemäß ist, damit er allmählich auch wiederum fähig werde, in die geistige Welt hineinzukommen, Das ist es, sehen Sie, daß wirklich die Anthroposophie schon eine große Menschheitsaufgabe ist und eine große soziale Bedeutung hat. Denn es wird ja auch der ganze Verstand weggehen. Und dadurch, daß der Verstand nur drinnen bleiben will, daß man als Menschenweisheit das auftischt, was von der Leiche kommt, dadurch ist es eigentlich gekommen - nicht von etwas anderem -, daß die Menschheit in einer solchen Finsternis lebt und gar nicht weiß, was sie machen soll. Man muß zum Beispiel, um hinauszukommen über das ewige Kongressebilden und so weiter, um wiederum zu etwas zu kommen, schon den Menschen richtig aufwecken. Aber aufwachen, das hassen die Leute. Denn, nicht wahr, wenn man sich an Versammlungstischen zusammensetzt, kommt es nicht bloß darauf an, daß man sich zusammensetzt, sondern daß man etwas Vernünftiges redet; währenddem die Menschen heute so sind, daß sie eben nicht zugeben, daß sie erst sich zum Aufwachen finden müssen, etwas ihren Verstand beweglich machen müssen, damit sie auch wiederum eine Empfindung bekommen können für die soziale Frage. Deshalb ist alles übrige im Grunde genommen nur ein Kleistern. Dasjenige aber, was notwendig ist, das ist, daß wirklich die Menschen zu einer Erkenntnis ihres innerlichen Wesens schon auf dieser Erde kommen, daß sie vorbereitet sind für das, was sie in der geistigen Welt zu tun haben. Das ist schon so.
[ 47 ] That is why anthroposophy must show people how they truly correspond to knowledge, so that they may gradually become capable once again of entering the spiritual world. You see, that is why anthroposophy is truly already a great task for humanity and has great social significance. For the entire intellect will eventually disappear. And because the intellect wants only to remain within, because what is presented as human wisdom is merely what comes from the corpse—it is actually this—and nothing else—that has caused humanity to live in such darkness and not know at all what to do. For example, in order to move beyond the endless holding of conferences and so on, and to actually achieve something, we must first truly awaken people. But people hate waking up. For, isn’t it true that when people sit down at meeting tables, it’s not just a matter of sitting down together, but of discussing something sensible; whereas people today are such that they simply won’t admit they first need to awaken, to make their minds more flexible, so that they, in turn, can regain a sense of the social question. That is why everything else is, in essence, just window dressing. But what is necessary is that people truly come to a realization of their inner being already here on Earth, so that they are prepared for what they have to do in the spiritual world. That is already the case.
[ 48 ] Es fällt der Anthroposophie gar nicht ein, den einzelnen zu bekehren. Der einzelne kann nichts tun, aber viele; und Anthroposophie will nur dazu verhelfen, daß viele Menschen ein richtiges Wissen erwerben. Dann wird es auf dieser Erde möglich sein, tatsächlich bessere Zeiten heraufzubringen.
[ 48 ] It does not even occur to anthroposophy to convert the individual. The individual can do nothing, but many can; and anthroposophy seeks only to help many people acquire true knowledge. Then it will be possible on this earth to truly bring about better times.
[ 49 ] Ich wollte Ihnen das auch noch sagen, meine Herren. Jetzt muß ich ja nach Zürich, St. Gallen und Winterthur fahren. Wenn ich wieder zurück bin, werde ich mit diesen Vorträgen wieder fortfahren. Vielleicht können Sie sich inzwischen einiges überlegen, was Sie fragen wollen.
[ 49 ] I wanted to mention this to you as well, gentlemen. Now I have to travel to Zurich, St. Gallen, and Winterthur. When I get back, I’ll continue with these lectures. Perhaps in the meantime you can think about some questions you’d like to ask.
