Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350
9 June 1923, Dornach
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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being, tr. SOL
4. Licht- und Farbenwirkungen in Erdenstoffen wird in den Weltenkörpern
4. Light and Color Effects in Earthly Substances in the Celestial Bodies
[ 1 ] Nun, meine Herren, auf was haben Sie sich besonnen?
[ 1 ] Well, gentlemen, what have you decided?
[ 2 ] Frage: Die verschiedenen chemischen Stoffe haben die Eigenschaft, gewisse Farben zum Beispiel der Flamme zu geben. Andererseits haben aber auch viele Sterne einen Farbenschimmer, wie der Mars. Ich hätte gern einiges gewußt über diese Sache. Zum Beispiel der Mars hat einen rötlichen Schimmer. Das Eisen, wenn es oxydiert, der Rost, hat auch eine rötliche Farbe. Ob da Zusammenhänge sind?
[ 2 ] Question: Various chemical substances have the property of giving off certain colors—for example, in a flame. On the other hand, many stars also have a colored glow, such as Mars. I’d like to know more about this. For example, Mars has a reddish glow. Iron, when it oxidizes—rust—also has a reddish color. Is there a connection between these two?
[ 3 ] Dr. Steiner: Das ist natürlich eine sehr schwierige Frage. Zunächst müßte man sich erinnern an das, was wir schon über die Farben besprochen haben. Wir haben ja schon verschiedenes über die Farben besprochen. Sie müssen bedenken, daß die Farbe eines Körpers doch zusammenhängt mit der ganzen Art und Weise, wie er in der Welt drinnensteht. Denken wir uns also, wir haben irgendeinen Stoff. Der Stoff, der hat eine ganz bestimmte Farbe. Nun meinen Sie, daß diese Farbe unter Umständen ganz anders sich äußern kann, wenn man diesen Stoff an die Flamme bringt, so daß man also dann eine gewisse Färbung der Flamme bekommt? — Da muß man sich klar sein darüber, daß ja, wenn die Flamme für sich entsteht, die Flamme auch schon eine bestimmte Farbe hat und daß dann, wenn wir einen Stoff in die Flamme bringen, zwei Farben zusammenwirken, die des Stoffes und die der Flamme. Nun ist es aber überhaupt erwas höchst Eigentümliches, wie sich die Farben in der Welt verhalten. Darüber will ich Ihnen jetzt einiges erzählen.
[ 3 ] Dr. Steiner: That is, of course, a very difficult question. First of all, we need to recall what we have already discussed about colors. We have, after all, already discussed various aspects of colors. You must bear in mind that the color of a body is connected to the entire way in which it exists in the world. So let’s imagine we have some kind of substance. This substance has a very specific color. Now, do you think that this color might manifest quite differently under certain circumstances if we hold this substance up to a flame, so that the flame itself takes on a certain hue? — We must be clear about the fact that when the flame arises on its own, it already has a certain color, and that when we bring a substance into the flame, two colors interact: that of the substance and that of the flame. But the way colors behave in the world is, in general, something highly peculiar. I’d like to tell you a little about that now.
[ 4 ] Sie kennen ja den gewöhnlichen Regenbogen. Der Regenbogen hat ein rotes Band, dann geht das über in orange und gelb, dann wird das Band grün, dann blau, dann wird das Band etwas dunkler blau, indigoblau und dann wird das Band violett. So bekommen wir eine Anzahl von sieben Farben ungefähr, die der Regenbogen an sich hat (siehe Zeichnung). Diese sieben Farben haben natürlich die Menschen immer beobachtet und in der verschiedensten Weise erklärt, denn eigentlich sind diese sieben Farben, die man da vom Regenbogen bekommt, die allerschönsten Farben, die man überhaupt in der Natur sehen kann. Und außerdem müssen Sie ja wissen, daß diese Farben so sind, als ob sie ganz frei schweben würden. Sie entstehen ja, wie Sie wissen, wenn irgendwo die Sonne scheint und vor der Sonne Regenwetter ist. Dann erscheint der Regenbogen auf der anderen Seite am Himmel. Wenn Sie also irgendwo einen Regenbogen sehen, so müssen Sie sagen: Wo ist nun das Wetter? Ja, auf der entgegengesetzten, auf der abgewendeten Seite vom Regen muß die Sonne sein. — So muß die Ordnung sein. So entstehen diese sieben Farben des Regenbogens.
[ 4 ] You’re familiar with the ordinary rainbow. The rainbow has a red band, which then transitions to orange and yellow, then becomes green, then blue, then a slightly darker blue, indigo, and finally violet. This gives us roughly seven colors that the rainbow itself has (see drawing). People have, of course, always observed these seven colors and explained them in all sorts of ways, because these seven colors that you see in the rainbow are actually the most beautiful colors you can see in nature at all. And besides, you must know that these colors appear as if they were floating freely. As you know, they appear when the sun is shining somewhere and there is rain in front of the sun. Then the rainbow appears on the other side of the sky. So when you see a rainbow somewhere, you have to ask: Where is the weather? Yes, the sun must be on the opposite side, the side facing away from the rain. — That’s how it has to be. That’s how these seven colors of the rainbow come about.
[ 5 ] Nun kommen aber diese sieben Farben auch noch anders vor. Denken Sie sich, wir verbrennen einen metallartigen Körper, bringen ihn immer mehr und mehr zur Erhitzung, so daß dieser metallartige Körper sehr heiß wird. Dann wird dieser metallartige Körper zunächst, wie Sie ja wissen, rotglühend, zuletzt weißglühend, wie man sagt. Also denken Sie sich, wir haben eine Art von Flamme dadurch hervorgerufen, daß wir, ich möchte sagen, eigentlich eine Metallflamme da haben. Aber es ist nicht eine eigentliche Flamme, es ist ein glühendes Metall, ein Metall, das ganz glüht. Wenn man nun ein solches Metall, das ganz glüht, durch ein sogenanntes Prisma anschaut, dann sieht man nicht eine weißglühende Masse, sondern man sieht dieselben sieben Farben wie beim Regenbogen.
[ 5 ] But these seven colors also appear in other ways. Imagine that we are burning a metallic object, heating it up more and more until it becomes very hot. Then, as you know, this metallic object first turns red-hot and finally white-hot, as they say. So imagine that we have created a kind of flame—I would say we actually have a metallic flame there. But it is not a flame in the strict sense; it is a glowing metal, a metal that is glowing all over. If you now look at such a metal—which is glowing all over—through a so-called prism, you do not see a white-hot mass, but rather you see the same seven colors as in a rainbow.
[ 6 ] Ich werde das jetzt schematisch zeichnen (Zeichnung Seite 72). Denken Sie sich, da hier wäre dieses glühende Metall, und nun habe ich hier ein solches Prisma. Sie wissen ja, was ein Prisma ist. Da ist es von der Seite gezeichnet, so ein dreieckiges Glas. Da ist mein Auge. Jetzt schaue ich da durch. Da sehe ich jetzt nicht einen weißen Körper, sondern ich sehe die sieben Farben des Regenbogens, die sieben aufeinanderfolgenden Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigoblau, Violett. Also durch das Prisma sehe ich dasjenige, was eigentlich weiß ist, was weißglühend ist, in sieben Farben. Daraus geht Ihnen hervor, daß man dasjenige, was weißglühend ist, in den Regenbogenfarben schimmern sehen kann.
[ 6 ] I’m going to draw a diagram of this now (diagram on page 72). Imagine that this glowing metal is here, and now I have a prism like this. You know what a prism is. Here it’s drawn from the side—a triangular piece of glass. Here is my eye. Now I look through it. I don’t see a white object, but rather the seven colors of the rainbow—the seven consecutive colors: red, orange, yellow, green, blue, indigo, and violet. So, through the prism, I see what is actually white—what is glowing white—in seven colors. From this, you can see that something that is glowing white can be seen shimmering in the colors of the rainbow.
[ 7 ] Nun kann man noch etwas anderes machen, was ganz außerordentlich interessant ist. Sehen Sie, eine solche weißglühende Masse kann man nur hervorrufen, wenn man ein Metall, überhaupt einen festen Körper, glühend macht, Wenn ich aber ein Gas habe und verbrenne das Gas, dann bekomme ich, wenn ich durchs Prisma schaue, nicht die sieben Farben, nicht ein solches Siebenfarbenband, sondern etwas ganz anderes.
[ 7 ] Now there’s something else you can do that’s exceptionally interesting. You see, such a white-hot mass can only be produced by heating a metal—or any solid object, for that matter—to incandescence. But if I have a gas and burn it, then when I look through the prism, I don’t see the seven colors, not such a seven-color spectrum, but something entirely different.
[ 8 ] Sie können nun sagen: Wie bekommt man denn ein glühendes Gas? Ja, ein glühendes Gas kann man sehr einfach bekommen. Denken Sie sich zum Beispiel, ich habe das gewöhnliche Kochsalz. In dem gewöhnlichen Kochsalz sind zwei Stoffe drinnen, erstens ein metallartiger Stoff, den man Natrium nennt, und dann ist noch Chlor drinnen. Das ist ein Gas, das, wenn man es irgendwo ausbreitet, wenn es irgendwo ist, einem gleich scharf in die Nase faucht. Das ist dasselbe Gas, das man zum Beispiel zum Bleichen von Wäsche verwendet. Die Wäschestücke werden gebleicht davon, wenn man Chlor darüberstreichen läßt.
[ 8 ] You might ask: How do you get a glowing gas? Well, it’s actually very easy to get a glowing gas. Imagine, for example, that I have ordinary table salt. Common table salt contains two substances: first, a metallic substance called sodium, and second, chlorine. This is a gas that, when released into the air, immediately stings your nose. It’s the same gas used, for example, to bleach laundry. The laundry is bleached by it when chlorine is applied to it.
[ 9 ] Wenn man also Natrium und Chlor zusammen hat, als einen Körper, ist es unser gewöhnliches Kochsalz, mit dem wir unsere Speisen salzen. Wenn man das Chlor wegnimmt und das Natrium, das dann weißlich ist, in eine Flamme gibt, so wird die Flamme ganz gelb. Woher kommt das? Ja, meine Herren, das kommt davon her, weil das Natrium, wenn die Flamme heiß genug ist, zum Gas wird, und dann verbrennt das Natriumgas gelb, gibt eine gelbe Flamme. Wir haben also jetzt nicht nur einen richtig glühenden Metallkörper, sondern wir haben eine gasige Flamme. Wenn ich jetzt dieses durch mein Prisma anschaue, dann wird das nicht in derselben Weise siebenfarbig, sondern es bleibt im wesentlichen gelb. Nur auf der einen Seite hat es — da muß man aber schon sehr, sehr scharf zuschauen — etwas Bläuliches und etwas Rötliches. Aber im ganzen bemerkt man das eigentlich nicht; man sieht da auch nur das Gelbe.
[ 9 ] So when you have sodium and chlorine together as a single compound, it is our common table salt, which we use to season our food. If you remove the chlorine and place the sodium—which is then whitish—in a flame, the flame turns completely yellow. Why is that? Well, gentlemen, it’s because when the flame is hot enough, the sodium turns into a gas, and then the sodium gas burns with a yellow flame. So now we don’t just have a truly glowing metal, but we also have a gaseous flame. If I now look at this through my prism, it doesn’t break into the seven colors in the same way; instead, it essentially remains yellow. Only on one side does it have—though you have to look very, very closely—a slight bluish tint and a slight reddish tint. But on the whole, you don’t really notice that; you only see the yellow there.
[ 10 ] Aber das ist nun alles noch nicht das Interessante. Das Allerinteressanteste ist das: Wenn ich die ganze Geschichte hier aufstelle, die gelbe Flamme hier hereingebe (Zeichnung Seite 72) und nun wieder durch Tafel s mein Prisma gucke, was werden Sie sagen? Sie werden sagen: Wenn ich Bee da durchgucke, habe ich da Rot, Orange, Gelb, Grün und so weiter. Da ist auch Gelb, werden Sie sagen. Also wenn ich da durchgucke, wird das Gelbe hier besonders stark sein, werden Sie sagen, es wird ein besonders helles Gelb sein, ein recht leuchtendes Gelb. — Ja, sehen Sie, das ist nicht der Fall. Was da ist, das ist, daß gar kein Gelb erscheint, daß das Gelbe ganz ausgeschieden wird, weggelöscht wird, und eine schwarze Stelle da ist. Geradeso wie es eine gelbe Gasflamme geben kann, so gibt es ja auch zum Beispiel eine blaue. Man kann auch Stoffe finden, wie zum Beispiel Lithium, das eine rote Flamme hat. Kalium und ähnliche haben eine blaue Flamme. Wenn Sie nun zum Beispiel eine blaue Flamme hier hereinstellen, so ist es nicht etwa so, daß das Blau hier stärker erscheint, sondern wiederum ist hier eine schwarze Stelle. Das Eigentümliche ist also: Wenn man etwas glühend macht, wenn etwas als fester Körper ganz glüht und nicht Gas ist, sondern glüht, dann bekommt man dieses Farbenband von sieben Farben. Wenn man aber nur ein brennendes Gas hat, dann bekommt man mehr oder weniger eine einzelne Farbe, und diese einzelne Farbe löscht dann dasjenige aus in dem ganzen Farbenband, was sie selber als Farbe hat.
[ 10 ] But that’s not the most interesting part yet. The most interesting part is this: If I set up the whole scenario here, bring in the yellow flame here (drawing on page 72), and now look through my prism on Plate s again, what will you say? You’ll say: When I look at Bee through it, I see red, orange, yellow, green, and so on. “There’s yellow there, too,” you’ll say. “So when I look through it, the yellow here will be particularly strong,” you’ll say; “it will be a particularly bright yellow, a quite vivid yellow.” — Yes, you see, that’s not the case. What happens is that no yellow appears at all; the yellow is completely eliminated, erased, and there’s a black spot there. Just as there can be a yellow gas flame, there is also, for example, a blue one. You can also find substances, such as lithium, that have a red flame. Potassium and similar elements have a blue flame. If you were to place a blue flame here, for example, it’s not as though the blue would appear stronger here; rather, there would again be a black spot. So the peculiar thing is this: When you make something glow—when a solid object glows entirely and is not a gas but is glowing—you get this spectrum of seven colors. But if you have only a burning gas, you get more or less a single color, and that single color then masks whatever part of the entire spectrum corresponds to its own color.
[ 11 ] Das, was ich Ihnen jetzt erzähle, das wissen die Menschen verhältnismäßig noch nicht seit sehr langer Zeit, sondern das ist erst 1859 gefunden worden. 1859 hat man erst gefunden: In einem siebenfarbigen Farbenband, das von einem glühenden festen Körper ausgeht, löschen einzelne Farben, die von glühenden Gasen, brennenden Gasen herkommen, die entsprechenden Farben aus.
[ 11 ] What I am about to tell you is something that people have known for a relatively short time; it was not discovered until 1859. It was not until 1859 that it was discovered: In a seven-colored spectrum emanating from a glowing solid, individual colors—which originate from glowing gases, or burning gases—cancel out the corresponding colors.
[ 12 ] Daraus sehen Sie schon, wie außerordentlich kompliziert eine Farbe auf die andere wirkt. Und damit hängt es jetzt zusammen, daß, wenn man gewöhnlich die Sonne anschaut, sie ja so beschaffen ist, als wenn sie ein weißglühender Körper wäre. Es ist richtig so: Wenn man oberflächlich durch ein Prisma schaut, so sieht man auch an der Sonne diese sieben aufeinanderfolgenden Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Aber wenn man genauer zuschaut, dann sind in der Sonne, in der Sonnenscheibe nicht diese sieben Farben, sondern nur annähernd sind die sieben Farben, und dazwischen sind lauter schwarze Linien, eine ganze Menge schwarze Linien. Also wenn man genau hinschaut auf die Sonne, so hat man nicht ein siebenfarbiges Band, sondern man hat die sieben Farben, aber die sind überall unterbrochen von lauter schwarzen Linien.
[ 12 ] From this you can already see how extraordinarily complex the interaction between one color and another is. And this is why, when you look at the sun, it appears as if it were a white-hot body. This is true: if you look through a prism superficially, you can see these seven successive colors—red, orange, yellow, green, blue, indigo, and violet—in the sun as well. But if you look more closely, you’ll see that the sun—the solar disk—does not actually contain these seven colors; rather, the seven colors are only approximately present, and in between them are numerous black lines—a whole host of black lines. So when you look closely at the sun, you don’t see a seven-colored band; instead, you see the seven colors, but they are interrupted everywhere by numerous black lines.
[ 13 ] Was muß man sich denn da sagen? Wenn einem nicht das richtige, ununterbrochene Farbenband von der Sonne entgegenscheint, sondern das von lauter schwarzen Linien unterbrochene Farbenband, ja, da muß man sagen: Zwischen uns und der Sonne sind lauter brennende Gase, die immer unterwegs die entsprechenden Farben auslöschen. — Also wenn ich statt auf ein glühendes Metall auf die Sonne schaue und die schwarzen Linien sehe, so muß ich überall, wo ich die schwarzen Linien sehe, mir sagen: Da, also immer an der betreffenden Stelle, wird ausgelöscht zum Beispiel hier vom Natrium das Gelb. Wenn ich in die Sonne schaue und im Gelb drinnen eine schwarze Linie ist, so muß ich sagen: Zwischen mir und der Sonne ist Natrium. — Und so bekomme ich für alle Metalle schwarze Linien im Sonnenlicht. Also ist zwischen mir und der Sonne alles mögliche an Metallen im Weltenraum gasförmig ausgebreitet.
[ 13 ] What, then, must one conclude? If one does not see the sun’s true, unbroken spectrum of colors shining back at one, but rather a spectrum interrupted by nothing but black lines—well, then one must conclude: Between us and the sun there are nothing but burning gases that constantly extinguish the corresponding colors along the way. — So when I look at the sun instead of at a glowing metal and see the black lines, wherever I see those black lines, I have to tell myself: There—that is, always at that particular spot—the yellow is being extinguished, for example, by sodium here. If I look at the sun and see a black line within the yellow, I must say: Between me and the sun there is sodium. — And so I see black lines in the sunlight for all metals. Thus, all kinds of metals are spread out in gaseous form in outer space between me and the sun.
[ 14 ] Was geht daraus hervor? Meine Herren, daraus geht hervor, daß der Weltenraum, wenigstens die Umgebung der Erde zunächst, angefüllt ist mit lauter nicht nur glühenden, sondern brennenden Metallen. Wenn man das bedenkt, dann muß man sich ja überhaupt klar sein, daß im Grunde genommen nirgends von dem geredet werden kann, daß wir da auf der Erde stehen und da oben die glühende Sonne ist, sondern das, was wir sehen, das hängt eigentlich von dem ab, was zwischen uns und der Sonne ist, Und die Physiker, die würden sehr überrascht sein, wenn sie einmal wirklich in die Sonne kommen könnten, denn da würde es nicht so ausschauen, wie sie es vermuten, sondern dasjenige, was man sieht, rührt eigentlich her von dem, was zwischen dem Menschen und der Sonne ist. Da sehen Sie schon an einem Beispiel, wie kompliziert eigentlich der Zusammenhang zwischen Substanzen und Farben ist.
[ 14 ] What does this imply? Gentlemen, it implies that outer space—at least the vicinity of Earth, for the time being—is filled entirely with metals that are not only incandescent but also burning. When you consider this, you have to realize that, fundamentally, we cannot really speak of standing here on Earth with the glowing sun up above; rather, what we see actually depends on what lies between us and the sun, And physicists would be very surprised if they could ever actually enter the Sun, because it wouldn’t look the way they expect; rather, what one sees actually stems from what lies between the human being and the Sun. Here you can see from just one example how complicated the relationship between substances and colors actually is.
[ 15 ] Wenn Sie also irgendwo eine Flamme haben, und die Flamme, etwa eine Kerzenflamme, hat eine bestimmte Färbung, so müssen Sie zunächst fragen: Ja, was ist denn in der Kerze drinnen? — In der Flamme haben Sie diejenigen Stoffe gasförmig — sie werden zumeist durch die Hitze der Flamme gasförmig —, die in festem Zustande in der Kerze drinnen sind. Blicken wir dann, wie ich es hier mit der Flamme getan habe, durch ein Prisma: ein Stoff, der gasförmig ist, färbt die ganze Flamme. Durch das Natrium zum Beispiel wird die Flamme gelb. Wenn Sie irgendwo, zum Beispiel in diesem Raume, eine Flamme hätten und dann durch ein Prisma schauten — die Natriumschwärze haben Sie fast überall. Man braucht gar nicht das Natrium erst irgendwie hinzutun. Wenn die Apparate ganz genau angeordnet sind, so daß man richtig schauen kann, findet man überall diese schwarzen Linien, die eigentlich gelb sein sollten und die im Grunde genommen davon herrühren, daß überall ganz kleine Spuren von Natrium sind. Es gibt eigentlich kaum irgend etwas auf der Erde, wo nicht kleine Spuren von Natrium sind. Das beweist Ihnen aber, daß das Natrium überhaupt notwendig ist in der Natur. Wo es nicht ist, könnten wir nicht leben. Wir müssen auch ein bestimmtes Quantum, eine bestimmte Menge Natrium immer in uns selber haben, müssen das Natrium verarbeiten. Und es verrät sich eigentlich nur dadurch, daß es überall die gelben Linien auslöscht und sie zu schwarzen macht.
[ 15 ] So if you have a flame somewhere, and that flame—say, a candle flame—has a certain color, you must first ask: Well, what’s inside the candle? — In the flame, you have those substances in a gaseous state—they are usually converted to a gas by the heat of the flame—which are present in a solid state inside the candle. Let’s then look through a prism, as I’ve done here with the flame: a substance that is in a gaseous state colors the entire flame. Sodium, for example, turns the flame yellow. If you had a flame somewhere—for example, in this room—and then looked through a prism, you’d see the sodium line almost everywhere. You don’t even need to add the sodium in any way. If the apparatus is arranged very precisely so that you can observe it correctly, you’ll find these black lines everywhere—lines that should actually be yellow—and which essentially stem from the fact that there are very small traces of sodium everywhere. There’s actually hardly anything on Earth that doesn’t contain small traces of sodium. But this proves to you that sodium is absolutely essential in nature. Where it is not present, we could not live. We must also always have a certain amount of sodium within ourselves and must process it. And it reveals itself, in fact, only by erasing the yellow lines everywhere and turning them black.
[ 16 ] Nun, jetzt müssen Sie sich an das erinnern, was ich Ihnen schon einmal gesagt habe: Wodurch entstehen blaue und violette Farben? Wodurch entstehen rote und gelbe? — Nun, blau, das habe ich Ihnen gesagt, erscheint der weite Weltenraum, denn da draußen, wo wir das Firmament sehen, da ist nichts. Es ist der weite, schwarze Weltenraum. Wir sehen also den weiten schwarzen Weltenraum. Aber wir sehen ihn ja nicht, indem er einfach vor uns ist. Zwischen uns und diesem weiten schwarzen Weltenraum sind die Wasserdünste, die fortwährend aufsteigen. Auch wenn die Luft rein ist, sind fortwährend Wasserdünste in der Luft. Wenn hier (es wird gezeichnet) die Erde ist, hier die Wasserdünste sind und ringsherum der schwarze Weltenraum ist, so scheint dann die Sonne durch diese Dünste durch. Wenn Sie da unten stehen und hinaufschauen, sehen Sie nicht Schwarz, sondern Blau. Durch das Beleuchtete sehen Sie den dunklen Raum nun in einem Blau. Das heißt, wenn ich ein Dunkles, ein Finsteres durch ein Beleuchtetes sehe, sehe ich es blau.
[ 16 ] Well, now you have to remember what I’ve told you before: What causes blue and violet colors? What causes red and yellow? — Well, blue, as I’ve told you, is how the vast expanse of space appears, because out there, where we see the firmament, there is nothing. It is the vast, black expanse of space. So we see the vast, black expanse of space. But we don’t see it simply because it’s right in front of us. Between us and this vast, black expanse of space are the water vapor particles that are constantly rising. Even when the air is clear, there are constantly water vapor particles in the air. If here (a diagram is drawn) is the Earth, here are the water vapor particles, and all around is the black expanse of space, then the sun shines through these particles. When you stand down there and look up, you don’t see black, but blue. Through the illuminated area, you now see the dark space as blue. That is to say, when I see something dark or gloomy through an illuminated area, I see it as blue.
[ 17 ] Die Morgen- und Abendröte ist ja, wie Sie wissen, gelblich oder gelblich-rötlich. Wenn das hier (es wird gezeichnet) die Erde ist, da die Dünste ringsherum sind und nun die Sonne hier heraufkommt, sehe ich das hier beleuchtet. Ich sehe da hier ein Helles, aber ich sehe es zunächst durch die dunklen Dünste. Dadurch wird es für mich gelb. Wenn ich ein Helles durch ein Dunkles sehe, wird es gelb. Wenn ich ein Dunkles durch ein Helles sehe, wird es blau. Blau ist die Dunkelheit, die durch Helles gesehen wird, Gelb ist die Helligkeit, die durch Dunkles gesehen wird. Das ist doch zu verstehen!
[ 17 ] As you know, the morning and evening glow is yellowish or yellowish-reddish. If this here (he draws it) is the Earth, with the mists all around it, and now the sun is rising here, I see this part illuminated. I see a bright spot here, but at first I see it through the dark mists. That’s what makes it appear yellow to me. When I see something bright through something dark, it appears yellow. When I see something dark through something bright, it appears blue. Blue is the darkness seen through brightness; yellow is the brightness seen through darkness. That’s easy to understand!
[ 18 ] Wenn ich nun das Gelb durch die gelbe Natriumflamme habe, so bedeutet diese gelbe Natriumflamme, daß das Natrium ein Stoff ist, der, wenn er verdunstet, schr hell wird, aber zugleich um sich etwas Dunkles erzeugt. Also das Natrium brennt eigentlich so: Wenn hier das Natrium verbrennt, so schießt in der Mitte das weiße Licht in die Höhe (Zeichnung Seite 77, links) und ringsherum schießt die Dunkelheit in die Höhe, und dadurch sehe ich das Ganze gelb. Also das Natrium strahlt Licht aus, aber ringsherum, weil es gar so stark Licht ausstrahlt, erzeugt es die Dunkelheit.
[ 18 ] Now, when I observe the yellow color produced by the yellow sodium flame, this yellow sodium flame indicates that sodium is a substance which, when it vaporizes, becomes bright but at the same time produces something dark around itself. So sodium actually burns like this: When the sodium burns here, white light shoots upward from the center (drawing on page 77, left), and darkness shoots upward all around it, which is why I see the whole thing as yellow. So sodium emits light, but because it emits light so intensely, it creates darkness all around it.
[ 19 ] Das braucht Sie nicht zu verwundern, daß das stark Licht ausstrahlende Natrium Dunkelheit um sich erzeugt, denn wenn Sie ein Schnellläufer sind und recht schnell rennen und ein anderer mitkommen will mit Ihnen, so bleibt er eben dann zurück. Das, was da herausspritzt, das ist eben ein Schnelläufer; es erscheint also leuchtend durch die Dunkelheit, es erscheint mir gelb.
[ 19 ] You shouldn’t be surprised that sodium, which emits such a bright light, creates darkness around itself, because if you’re a sprinter and you’re running really fast, and someone else wants to keep up with you, they’ll simply fall behind. What shoots out there is simply a fast runner; it therefore appears luminous against the darkness—it looks yellow to me.
[ 20 ] Bei der gewöhnlichen Kerzenflamme ist es so, daß die Teilchen so zersplittern. Dadurch wird es hier ringsherum hell und in der Mitte bleibt es dunkel. Wenn Sie daher eine gewöhnliche Kerzenflamme haben, so sehen Sie das Dunkel durch das Helle. Hier spritzen die hellen Pünktchen (siehe Zeichnung, rechts). Hier in der Mitte bleibt es dun Tafel 7 . . a „rechts ol kel, es erscheint daher blau. Wenn man also eine gelbe Flamme hat, wie eat beim Natrium, so bedeutet das, daß das außerordentlich stark spritzt. Wenn man eine blaue Flamme hat, bedeutet das, daß es eigentlich nicht stark spritzt, sondern sich zersplittert.
[ 20 ] With an ordinary candle flame, the particles scatter in this way. This makes the area around it bright, while the center remains dark. Therefore, if you have an ordinary candle flame, you see the darkness through the light. Here, the bright specks scatter (see drawing, right). Here in the center, it remains dark—Plate 7 . . a “right ol kel”—so it appears blue. So if you have a yellow flame, as is the case with sodium, that means it is scattering exceptionally strongly. If you have a blue flame, that means it isn’t actually scattering strongly, but rather splitting into fragments.
[ 21 ] Das ist überhaupt in der Welt der Unterschied zwischen den Wirkungen der Substanzen. Denken Sie sich, ich hätte hier eine Glasröhre; die schmelze ich an beiden Enden zu. Jetzt pumpe ich aber außerdem die Luft aus, so daß ich eine ganz luftleere Glasröhre bekomme. Jetzt mache ich folgendes: Ich leite hier einen elektrischen Strom herein, der da endet, und hier [auf der anderen Seite] auch einen; das ist ein Strom, der dann hier geschlossen ist. Also da stehen sich jetzt die zwei Pole der Elektrizität gegenüber. Zwischen ihnen ist der luftleere Raum. Da entsteht jetzt etwas schr Sonderbares: auf der einen Seite spritzt die Elektrizität und auf der anderen Seite, indem es bläulich erscheint, bilden sich solche Wellen (Zeichnung Seite 78), und das geht dann zusammen.
[ 21 ] That, in essence, is the difference between the effects of substances. Imagine I have a glass tube here; I seal both ends of it. Now I also pump out the air so that I have a glass tube that is completely evacuated. Now I do the following: I pass an electric current in here, which ends there, and another one here [on the other side]; this is a circuit that is then closed here. So now the two poles of electricity are facing each other. Between them is the vacuum. Now something rather strange happens: on one side, the electricity sparks, and on the other side—appearing bluish—such waves form (drawing on page 78), and they then converge.
[ 22 ] Da spritzt fortwährend sozusagen das Helle in das Dunkle hinein, die helle Elektrizität in das Dunkle hinein. Da haben Sie also die beiden Flammen, die ich Ihnen gezeigt habe, getrennt. Die haben Sie auf dem einen Pol der Elektrizität und die da auf dem anderen Pol. Was die Natriumflamme macht, wird hier auf der einen Seite gemacht, was die gewöhnliche Kerzenflamme macht, wird auf der anderen Seite gemacht.
[ 22 ] There, the light, so to speak, is constantly spurting into the darkness—the bright electricity into the darkness. So there you have the two flames I showed you, separated. You have one at one pole of the electricity and the other at the opposite pole. What the sodium flame does happens here on one side; what the ordinary candle flame does happens on the other side.
[ 23 ] Wenn man in der richtigen Weise verfährt, bekommt man hier verschiedene Strahlenarten, unter anderem auch die Röntgenstrahlen, durch die man ja, wie Sie wissen, die festen Bestandteile, Knochen und so weiter, oder fremde Bestandteile, die der Körper in sich hat, sehen kann.
[ 23 ] If you proceed in the correct manner, you obtain various types of radiation here, including X-rays, which, as you know, allow you to see the solid components—bones and so on—or foreign objects present within the body.
[ 24 ] Also die Sache ist so, daß es in der Welt Substanzen gibt, die ausstrahlen. Andere Substanzen gibt es, die strahlen nicht aus, sondern, man kann sagen, die glimmen und überziehen sich an der Oberfläche mit solchen Wellen. Die Substanzen, die sich an der Oberfläche mit solchen Wellen überziehen, sind bläulich; die Substanzen, die ausstrahlen, sind gelblich. Wenn dann vor das Gelbliche ein dunkler Körper tritt, wird das Gelbliche rötlich. Also wenn man das Gelbliche wiederum dunkler macht, kann es rötlich werden.
[ 24 ] So the thing is, there are substances in the world that emit radiation. There are other substances that do not emit radiation, but rather—one might say—glow and are covered on their surface with such waves. The substances that are covered on their surface with such waves are bluish; the substances that emit light are yellowish. When a dark object is placed in front of the yellowish substance, the yellowish substance turns reddish. So if you make the yellowish substance darker, it can turn reddish.
[ 25 ] Sie sehen also, meine Herren, wir haben in der Welt die Körper so, daß sie zum Teil strahlen und dadurch die hellen Farben zeigen, die auf der einen Seite vom Regenbogen sind, und daß sie auf der anderen Seite nicht strahlen, sondern solche Wellen aussenden. Dadurch bekommt man die bläulichen Farben, die auf der anderen Seite des Regenbogens sind.
[ 25 ] So you see, gentlemen, the bodies in the world are such that, on one side, they emit light and thereby display the bright colors found on one side of the rainbow, and on the other side, they do not emit light but rather send out such waves. This is how we get the bluish colors found on the other side of the rainbow.
[ 26 ] Wenn Sie das wissen, dann werden Sie sich sagen: Es gibt solche Sterne wie zum Beispiel den Mars, der strahlt gelblich-rötlich, oder wie zum Beispiel den Saturn, der strahlt bläulich. Jetzt kann man aus dem, wie der Stern beschaffen ist, sehen, wie er sich verhält. Der Mars ist einfach ein Stern, der viel ausstrahlt, dadurch muß er gelblich-rötlich erscheinen. Er ist ein Stern, der viel ausstrahlt. Der Saturn ist ein Körper, der sich ruhiger verhält und sich mit Wellen überzieht. Man sieht fast die Wellen um ihn herum. Wenn man den Saturn hat, so kann man noch die Wellen um ihn herum als Ringe sehen. Er erscheint blau, weil er sich mit Wellen umgibt.
[ 26 ] Once you know this, you’ll say to yourself: There are stars like Mars, for example, which shines with a yellowish-reddish glow, or like Saturn, for example, which shines with a bluish glow. Now, based on the nature of the star, you can see how it behaves. Mars is simply a star that radiates a great deal, which is why it must appear yellowish-reddish. It is a star that radiates a great deal. Saturn is a celestial body that behaves more calmly and is enveloped in waves. You can almost see the waves around it. When you look at Saturn, you can even see the waves around it as rings. It appears blue because it is surrounded by waves.
[ 27 ] Nun, das, was man da an den Erdenkörpern beobachtet, das zeigt uns ja, wenn man diese nur nicht stumpfsinnig, sondern richtig beobachtet, wie die Körper draußen im Weltenraume sind. Nur muß man sich klar sein darüber, daß eben der ganze Weltenraum ausgefüllt ist, wie ich Ihnen gesagt habe, mit allen möglichen Substanzen, die immer eigentlich in einem verbrennlichen Zustande sind.
[ 27 ] Well, what we observe in the terrestrial bodies—if we observe them not mindlessly but correctly—shows us what the bodies are like out there in outer space. But one must be clear about the fact that, as I have told you, the entire universe is filled with all kinds of substances that are actually always in a combustible state.
[ 28 ] Nehmen Sie nun einen Körper, zum Beispiel das Eisen: es rostet, Das haben Sie ja wohl mit der Frage gemeint? Das Eisen rostet, und dadurch wird es rötlicher als es sonst ist. Wir haben also einen Körper, der verhältnismäßig dunkel ist, der rostet und der dadurch rötlich wird. Nachdem wir jetzt die Farben studiert haben, werden wir uns Aufschluß darüber geben können, was denn das eigentlich heißt: Das Eisen wird durch das Rosten, also wenn es fortwährend der Luft ausgesetzt ist, rötlich. — Machen wir uns das ganz klar, was das heißt. Ich habe hier natürlich nicht alle Farben, aber Sie werden sich schon vorstellen können, was ich meine. Nehmen wir also an, wir haben das blaue Eisen. Jetzt ist es der Luft ausgesetzt. Jetzt wird es dadurch, daß es der Luft ausgesetzt wird, rötlich durch das Rosten.
[ 28 ] Now take a substance, for example iron: it rusts. Is that what you meant by your question? Iron rusts, and as a result, it becomes redder than it normally is. So we have a substance that is relatively dark, that rusts, and that consequently turns reddish. Now that we’ve studied colors, we’ll be able to figure out what that actually means: Iron turns reddish as a result of rusting—that is, when it’s continuously exposed to the air. — Let’s make it perfectly clear what that means. Of course, I don’t have all the colors here, but you can probably imagine what I mean. So let’s assume we have blue iron. Now it is exposed to the air. Now, because it is exposed to the air, it turns reddish due to rusting.
[ 29 ] Nun können Sie sich sagen, daß das Rötliche dadurch entsteht, daß man ein Helles hat, das man durch Dunkelheit sieht. Also ein Helles, durch Dunkelheit gesehen, wird rötlich. Wenn ich das Eisen, wie es in seinem gewöhnlichen Zustand ist, anschaue, so ist es zunächst dunkel, das heißt, es wirft Wellenlinien aus. Wenn ich aber das Eisen der Luft lange Zeit aussetze, wenn das Eisen lange in der Luft ist, dann kommt die Luft an das Eisen heran; und das Eisen wird allmählich so an der Luft, daß es anfängt, sich innerlich gegen die Luft zu wehren. Es wehrt sich gegen die Luft, fängt an zu strahlen. Und dasjenige, was strahlt, wie hier die Natriumflamme, wo dann ringsherum das Dunkle ist, das wird gelblich oder rötlich. So daß Sie also sagen können: Das Verhältnis zwischen dem Eisen und der Luft ist ein solches, daß das Eisen innerlich anfängt kribbelig zu werden und strahlt. Das Eisen wird kribbelig und strahlt.
[ 29 ] Now you might say that the reddish hue arises from the fact that you have a bright object that you see through darkness. So a bright object, when viewed through darkness, appears reddish. When I look at iron in its normal state, it is dark at first—that is, it casts wavy lines. But if I expose the iron to the air for a long time—if the iron remains in the air for a long time—then the air comes into contact with the iron; and the iron gradually becomes so affected by the air that it begins to resist the air from within. It resists the air and begins to glow. And whatever glows—such as the sodium flame here, surrounded by darkness—takes on a yellowish or reddish hue. So you can say: The relationship between the iron and the air is such that the iron begins to tingle internally and glows. The iron becomes tingly and glows.
[ 30 ] Nun wissen Sie ja, daß das Eisen auch im menschlichen Körper vorhanden ist, und zwar als ein sehr wichtiger Stoff. Das Eisen ist im Blut des Menschen enthalten, und das Eisen ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Blutes. Wenn wir zuwenig Eisen im Blut haben, dann sind wir Menschen, die nicht ordentlich gehen können, die rasch müde werden, die also schlapp werden. Wenn wir zuviel Eisen im Blute haben, dann werden wir aufgeregte Menschen und schlagen alles zusammen. Wir müssen also gerade die richtige Menge von Eisen im Blut haben, sonst geht es uns eben schlecht. Nun, meine Herren, heutzutage beschäftigt man sich ja weniger mit diesen Dingen, aber ich habe Sie schon einmal darauf aufmerksam gemacht: wenn man nachforscht, wie der Mensch zusammenhängt mit der ganzen Welt, so findet man heraus: Das Blut hängt beim Menschen zusammen mit dem Einwirken vom Mars. Der Mars, der sich ja bewegt, regt eigentlich in uns immer die Tätigkeit des Blutes an. Das ist durch seine Verwandtschaft mit dem Eisen. Daher haben schon alte Gelehrte, die das gewußt haben, dem Mars dieselbe Natur zugeschrieben, die das Eisen hat. Man kann also den Mars in gewissem Sinne anschauen als etwas, was gleich ist unserem Eisen. Aber zugleich schimmert er rötlichgelb, das heißt, er wird fortwährend strahlend in seinem Inneren. Im Mars sehen wir also einen Körper, der fortwährend im Inneren strahlend wird.
[ 30 ] Now, as you know, iron is also present in the human body, and it is a very important substance. Iron is found in human blood, and it is a very important component of blood. If we have too little iron in our blood, we become people who cannot walk properly, who get tired quickly—in other words, who become weak. If we have too much iron in our blood, we become agitated and start smashing things. So we need to have just the right amount of iron in our blood; otherwise, we simply feel unwell. Well, gentlemen, people don’t concern themselves much with these matters these days, but I have pointed this out to you before: if one investigates how human beings are connected to the whole world, one discovers: In humans, the blood is connected to the influence of Mars. Mars, which is, of course, in motion, actually always stimulates the activity of the blood within us. This is due to its affinity with iron. That is why ancient scholars, who knew this, attributed to Mars the same nature that iron possesses. So, in a certain sense, one can view Mars as something equivalent to our iron. But at the same time, it shimmers reddish-yellow, which means it is constantly radiating from within. In Mars, then, we see a body that is constantly radiating from within.
[ 31 ] Diese ganze Sache begreift man nur, wenn man eben aus diesen Studien heraus sich sagt: Der Mars hat eisenähnliche Art, ist eine eisenähnliche Substanz; aber es kribbelt fortwährend, er will fortwährend strahlig werden. Wie das Eisen durch den Einfluß der Luft, so will der Mars durch den Einfluß seiner Umgebung fortwährend strahlen. Er hat also eigentlich eine Natur, die fortwährend innerlich kribbelig, das heißt, lebendig werden will. Der Mars will fortwährend ins Leben übergehen. — Das kann man an seiner ganzen Färbung und an seiner ganzen Art und Weise, wie er sich verhält, sehen. Hat man es mit dem Mars zu tun, so muß man wissen, daß das ein Weltenkörper ist, der eigentlich fortwährend ins Leben übergehen will.
[ 31 ] One can only understand this whole matter if, based on these studies, one says to oneself: Mars has an iron-like nature; it is an iron-like substance; but it is constantly tingling—it constantly strives to become radiant. Just as iron does under the influence of air, so Mars, under the influence of its surroundings, constantly strives to radiate. It therefore actually has a nature that is constantly tingling inwardly—that is, it wants to become alive. Mars constantly strives to transition into life. — This can be seen in its entire coloration and in the very way it behaves. When dealing with Mars, one must know that it is a celestial body that actually seeks constantly to transition into life.
[ 32 ] Mit dem Saturn ist es anders. Der Saturn ist von bläulichem Schimmer, das heißt, er strahlt nicht, sondern er umgibt sich mit einem Welligen. Er ist gerade das Gegenteil vom Mars. Der Saturn will fortwährend in das Tote übergehen, fortwährend Leichnam werden. Man sieht am Saturn, daß er sich gewissermaßen mit Helligkeit umgibt, so daß wir dann seine Dunkelheit durch die Helligkeit bläulich sehen.
[ 32 ] With Saturn, it is different. Saturn has a bluish glow; that is to say, it does not radiate, but rather surrounds itself with a wavy aura. It is the exact opposite of Mars. Saturn constantly seeks to pass into death, to constantly become a corpse. One can see that Saturn, in a sense, surrounds itself with brightness, so that we then perceive its darkness as bluish through that brightness.
[ 33 ] Nun mache ich Sie aufmerksam auf etwas: Sie können eine ganz nette Erscheinung haben, wenn Sie einmal in einer nicht ganz dunklen, aber in einer stark dämmerigen Nacht durch einen Weidenforst gehen, durch einen Wald gehen, wo Weiden sind. Da können Sie ab und zu etwas sehen, was Sie veranlaßt, sich zu fragen: Donnerwetter, was leuchtet denn dort so? Was ist das, was so leuchtet? — Dann gehen Sie nahe hin und das Leuchtende stellt sich heraus als verfaulendes Holz. Also das Verfaulende wird leuchtend. Wenn Sie dann sehr weit weggehen und das anschauen würden und Sie würden dahinter, hinter diesem Leuchtenden ein Dunkles haben, dann würde Ihnen das Leuchtende nicht mehr leuchtend, sondern blau erscheinen. Und so ist es beim Saturn. Der Saturn, der verwest eigentlich fortwährend. Der Saturn verwest. Dadurch hat er ringsherum ein Helles, aber er selber ist dunkel, und dadurch erscheint er blau, weil wir seine eigene Dunkelheit, ich möchte sagen, durch seine Verwesungsstoffe, die er um sich herum hat, anschauen. Beim Mars sieht man also, wie er fortwährend leben will, beim Saturn sieht man, wie er fortwährend sterben will.
[ 33 ] Now let me draw your attention to something: You might witness a rather lovely sight if you ever walk through a willow grove—a forest where there are willows—on a night that isn’t completely dark but is very dim. Every now and then you might see something that makes you wonder: “Good heavens, what’s glowing over there? What is that glowing thing?”—Then you walk closer, and the glow turns out to be rotting wood. So the decaying matter begins to glow. If you were to step back very far and look at it, and there were darkness behind it—behind this glowing object—then the glowing object would no longer appear glowing to you, but rather blue. And that is how it is with Saturn. Saturn is, in fact, constantly decaying. Saturn is decaying. As a result, it has a bright glow all around it, but it itself is dark, and that is why it appears blue—because we are looking at its own darkness, so to speak, through the decaying matter surrounding it. With Mars, then, you see how it constantly strives to live; with Saturn, you see how it constantly strives to die.
[ 34 ] Das ist das Interessante, daß man Weltkörper so betrachten kann, daß man von ihnen sagen kann: Die Weltkörper, die einem in bläulichem Schimmer erscheinen, gehen zugrunde, und diejenigen, die einem in rötlichem, gelblichem Schimmer erscheinen, das sind erst entstehende. Und so ist es ja in der Welt: An einem Orte ist etwas, was entsteht, am anderen Ort ist etwas, was vergeht. Wie auf der Erde an einem Orte ein Kind ist, an dem anderen Orte ein Greis, so ist es im Weltenall. Der Mars, der ist noch ein Jüngling, der will fortwährend leben. Der Saturn ist schon ein alter Greis.
[ 34 ] What is interesting is that one can view celestial bodies in such a way that one can say of them: The celestial bodies that appear to us in a bluish glow are perishing, and those that appear to us in a reddish, yellowish glow are just coming into being. And that is indeed how it is in the world: in one place there is something coming into being, in another place there is something passing away. Just as on Earth there is a child in one place and an old man in another, so it is in the universe. Mars is still a youth; he wants to live on forever. Saturn is already an old man.
[ 35 ] Sehen Sie, das haben die Alten studiert. Wir müssen es wieder studieren. Wir können es aber erst verstehen, was die Alten gemeint haben, wenn wir es wieder finden. Daher ist es, wie ich schon das letzte Mal gesagt habe, so dumm, wenn die Leute sagen, man schreibe in der Anthroposophie nurdasjenige zusammen, was man in alten Schriften finde. Denn das kann man gar nicht verstehen, was man in alten Schriften findet! Sehen Sie, man versteht das, was in alten Schriften steht und aus einer richtigen alten Weisheit heraus ist, erst, wenn man es wieder gefunden hat. So gab es noch im Mittelalter, bevor Amerika entdeckt worden ist, einen Spruch. Der war sehr interessant; den sagte fast jeder einzelne Mensch. Wenn Sie damals gelebt hätten, hätten Sie auch den Spruch gewußt. Im Mittelalter sagten den Spruch alle möglichen Menschen, denn man lernte den Spruch noch so, wie man heute, ja, was weiß ich, einen Agitationsspruch etwa, lernt.
[ 35 ] You see, that is what the ancients studied. We must study it again. But we can only understand what the ancients meant once we rediscover it. That is why, as I said last time, it is so foolish when people say that in anthroposophy we merely compile what we find in ancient writings. Because what we find in ancient writings cannot be understood at all! You see, one can only understand what is written in ancient texts—and what stems from true ancient wisdom—once one has rediscovered it. For example, there was a saying back in the Middle Ages, before America was discovered. It was very interesting; almost everyone used to say it. If you had lived back then, you would have known that saying too. In the Middle Ages, all sorts of people used to say it, because people still learned it the same way we learn, say, a campaign slogan today.
[ 36 ] Dieser Spruch heißt:
[ 36 ] This saying goes:
[ 37 ] O Sonn', ein König dieser Welt!
Luna dein Geschlecht erhält.
[ 37 ] O Sun, a king of this world!
Luna sustains your lineage.
[ 38 ] Luna ist der Mond.
[ 38 ] Luna is the moon.
[ 39 ] Merkur kopuliert euch fix.
Ohn’ Venus wäret ihr alle nix,
Die Marten sich zum Mann erwählt.
[ 39 ] Mercury quickly pairs you up.
Without Venus, you’d all be nothing,
The Martians have chosen a husband.
[ 40 ] Also den Mars.
[ 40 ] So, Mars.
[ 41 ] Da wird also in dem Spruch angedeutet: die Venus, die auch eine junge Gestalt ist, hat sich Marten zum Mann erwählt, den Mars. Es wird also angedeutet, wie der Mars ein Jüngling ist da draußen im Weltenall.
[ 41 ] So the saying implies that Venus, who is also a young figure, has chosen Mars as her husband. It thus suggests that Mars is a young man out there in the universe.
[ 42 ] Ohn’ Jupiters Macht euch alles fehlt.
[ 42 ] Without Jupiter’s power, you lack everything.
[ 43 ] Also auch von Jupiter wird angedeutet, wie er überall eingreift. Und dann wird zuletzt gesagt:
[ 43 ] Jupiter, too, is described as intervening everywhere. And finally, it is said:
[ 44 ] Damit Saturn, alt und greis,
In vielen Farben sich erweis’.
[ 44 ] So that Saturn, old and aged,
May reveal himself in many colors.
[ 45 ] Denken Sie, wie schön in diesem mittelalterlichen Spruch die Jugend vom Mars entgegengestellt ist dem Alter von Saturn!
[ 45 ] Just think how beautifully this medieval proverb contrasts the youth of Mars with the old age of Saturn!
O Sonn', ein König dieser Welt!
Luna dein Geschlecht erhält.
Merkur kopuliert euch fix.
Ohn’ Venus’ Gunst erreicht ihr alle nix,
Die Marten sich zum Mann erwählt.
Ohn’Jupiters Macht euch alles fehlt.
Daß Saturn, alt und greis,
In vielen Farben sich erweis’.
O Sun, a king of this world!
Luna sustains your lineage.
Mercury swiftly unites you.
Without Venus’s favor, you achieve nothing,
For Mars has chosen himself as your husband.
Without Jupiter’s power, you lack everything.
So that Saturn, old and decrepit,
May reveal himself in many colors.
[ 46 ] Also Sie sehen, verstehen wird man das nicht, und das zeigen ja auch die Leute. Denn wenn ein heutiger Gelehrter einen solchen Spruch liest, dann sagt er: Nun ja, das ist ein dummer Aberglaube! — Er lacht darüber. Wenn man wieder findet, was in einem solchen Spruch Wahrheit ist, dann sagt er, man habe das abgeschrieben. Also, nicht wahr, es ist gar nicht auszudenken, wie töricht eigentlich sich die Leute verhalten, denn sie können das ja nicht verstehen. Kein heutiger Gelehrter versteht das, was in einem solchen Spruch liegt. Aber wenn man geistig forschen kann, dann kommt man wieder darauf, dann versteht man das erst. Man muß ja diese Sachen erst wieder selber finden, sonst bleiben diese alten Sprüche, die Volksweisheit sind, wirklich ganz wertlos. Aber es ist auch wunderschön, wenn man diese Sachen durch geistige Forschung findet, und dann entdeckt man in einfachen Volkssprüchen diese ungeheure Weisheit! Das bezeugt eben, daß die alten Volkssprüche genommen sind von dem, was in alten Weisheitsschulen gelehrt worden ist. Von da stammen diese Sprüche her. Heute kann das Volk nicht in der Weise zu seinen Gelehrten gehen, denn aus der Wissenschaft von heute werden keine Sprüche! Man kann nicht viel nehmen, was man anwenden kann im Leben. Aber es gab eben einmal eine Zeit, wo die Menschen solche Dinge, wie ich sie Ihnen auch heute wieder gesagt habe, gewußt haben. Die haben sie dann in solche schönen Sprüche hineingewebt. Und dann natürlich ist allerlei daraus entstanden, manchmal natürlich auch Mißverständnisse. Nun, dieser Spruch, den ich Ihnen gerade angeführt habe von all den Planeten, ja, der ist vergessen worden, aber andere Sprüche, die sind dann entstellt worden.
[ 46 ] So you see, people won’t understand this, and that’s exactly what they show. Because when a scholar today reads a saying like that, he says: “Well, that’s just silly superstition!” — He laughs at it. If one rediscovers the truth in such a saying, he’ll say it was simply copied from somewhere. So, isn’t it true—it’s almost unimaginable just how foolishly people actually behave, because they simply can’t understand it. No modern scholar understands what lies within such a saying. But if one is able to engage in spiritual research, then one rediscovers it, and only then does one truly understand it. You have to rediscover these things for yourself first; otherwise, these old sayings—which are folk wisdom—remain truly worthless. But it’s also wonderful when you discover these things through spiritual inquiry, and then you uncover this immense wisdom in simple folk sayings! This simply testifies that the old folk sayings are drawn from what was taught in the ancient schools of wisdom. That is where these sayings come from. Today, the people cannot turn to their scholars in that way, for modern science does not produce proverbs! There isn’t much one can take from it that is applicable to life. But there was a time when people knew such things as I have told you again today. They then wove them into such beautiful sayings. And then, of course, all sorts of things arose from them—sometimes, naturally, misunderstandings as well. Well, this saying I just quoted to you about all the planets—yes, it has been forgotten—but other sayings have been distorted.
[ 47 ] Natürlich ist es ja so, daß es auch etwas bedeutet, wenn, sagen wir, die Tiere das oder jenes vornehmen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Weltenall. Vom Laubfrosch können wir schon wissen, daß irgend etwas mit dem Wetter los ist, wenn er hinaufsteigt. Nicht wahr, man verwendet ja den Laubfrosch als Wetterpropheten, wenn er hinaufoder herunterkraxelt an seiner Leiter. Das ist, weil alles das, was lebt, mit dem ganzen Weltenall in Beziehung steht. Nur ist das dann später entstellt worden, und es ist natürlich nicht ganz unberechtgt, wenn man auch wiederum solche Sprüche hat, über die man sich lustig machen kann, wenn man die anhört, weil sich die Dummheit ihrer bemächtigt hat. Denn wenn einer zum Beispiel sagt: Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert sich das Wetter oder bleibt, wie es ist — nun ja, das zeigt eben wiederum, daß man nicht alles durcheinandermischen und auch das Dumme nicht mit dem Gescheiten mischen soll.
[ 47 ] Of course, it’s true that it also means something when, say, animals do this or that. They are connected to the universe. We already know from the tree frog that something is going on with the weather when it climbs up. After all, people use the tree frog as a weather prophet when it scrambles up or down its ladder. That’s because everything that lives is connected to the entire universe. It’s just that this has been distorted over time, and it’s not entirely unjustified, of course, that there are also sayings like that which you can make fun of when you hear them, because stupidity has taken hold of them. For example, if someone says, “If the rooster crows on the manure heap, the weather will change or stay the same”—well, that just goes to show once again that one shouldn’t mix everything together, nor should one mix foolishness with wisdom.
[ 48 ] Der Spruch, den ich Ihnen angeführt habe, der ist natürlich schon ein solcher, der hinweist auf Geheimnisse im Weltenall, die mit Licht und Farbe zusammenhängen. Dagegen was die Leute oftmals sagen von demjenigen, was der Hahn tut und dergleichen, über das kann man natürlich spotten, wie das in dem Ausspruch selber geschieht, den ich Ihnen angeführt habe. Aber auf der anderen Seite liegt manchmal gerade in Bauernaussprüchen heute noch — sie werden ja nach und nach vergessen — etwas außerordentlich Tiefes, etwas sehr Weises. Und der Bauer ist nicht umsonst traurig, wenn es im März noch schneit, denn gewisse Zusammenhänge zwischen dem Getreidesamen und dem Märzenschnee gibt es halt einmal.
[ 48 ] The saying I quoted to you is, of course, one that points to mysteries in the universe related to light and color. On the other hand, what people often say about what the rooster does and the like—well, of course, one can mock that, just as the saying itself does. But on the other hand, even today there is sometimes—in peasant sayings, which are, of course, gradually being forgotten—something extraordinarily profound, something very wise. And it is not for nothing that the farmer is sad when it still snows in March, for there are indeed certain connections between the grain seed and the March snow.
[ 49 ] So können wir gerade an solchen Dingen sehen, wie man an dem, was man beobachtet auf der Erde, eben die ganze Welt verstehen kann. Es wäre schon besser, wenn man sich mehr an das hielte, was der Laubfrosch kann, der hinaufkraxelt und herunterkraxelt, je nach dem Wetter, als daß man sich heute mehr, ich möchte sagen, an das Murmeltier hält, das schläft, und man alle Geheimnisse des Weltenalls verschläft.
[ 49 ] This is how we can see, precisely through such things—just as we can through what we observe on Earth—that we can understand the entire world. It would certainly be better to take our cue more from the tree frog, which climbs up and down depending on the weather, rather than—as is the case today—following the example, I might say, of the groundhog, which sleeps, and thus sleeps through all the mysteries of the universe.
[ 50 ] Hoffentlich ist Ihnen verständlich geworden, was ich entwickelte in bezug auf Ihre Frage. Das ist natürlich kompliziert und man kann das nicht in ein paar Worten sagen. Ich mußte also alles das sagen, aber Sie werden sich das schon zusammenfassen können. Es ist doch ganz interessant, nicht wahr, in dieser Weise den Zusammenhang zu sehen.
[ 50 ] I hope you now understand what I was explaining in response to your question. It’s complicated, of course, and can’t be summed up in just a few words. So I had to go into all of that, but I’m sure you’ll be able to piece it all together. It’s quite interesting, isn’t it, to see the connection this way.
[ 51 ] Am nächsten Mittwoch weiter.
[ 51 ] To be continued next Wednesday.
